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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 02.06.2005, 17:28                                  +/-

Hachja - Vom Winde verweht sollte mein "Ich überlebe die Erziehungswissenschaftsseminare"-Buch werden, statt dessen wurde es ein typischer Fall für ein "Ich schwarte es in ein paar Tagen durch und vernachlässige alles andere" Buch. Toll! Nur widerstrebend habe ich vorhin im Café die letzten Seiten gelesen - fort aus dem Land der roten Erde, der hohen Zedern, der Baumwollfelder, der dunklen Sümpfe, wo die Alligatoren bellen und wo der Wind über die namenlosen Gräber in den Bergen von Tennessee weht... Gibt es einen Smiley, der irgendwie strahlendzufriedenandächtig guckt? Wie ein besonders kostbarer Trunkenheitsmoment? So was postorgasmisches?

Was nehme ich jetzt nur am Montag ins Psychologieseminar mit? *vordemBücherregalaufundabpilger* Hat hier nicht mal wer Tintenherz empfohlen?

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titania



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BeitragVerfasst am: 05.06.2005, 11:30                                  +/-

Es gibt einen neuen "Artemis Fowl" Band und ich dumme Kuh kaufe mir 10 überflüssige Bücher als Monatskauf! Kann vielleicht der Juni schnell umgehen?


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Der menschliche Körper enthält sechs Liter Blut: genug, um eine große Wohnung anzustreichen.
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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 07.06.2005, 14:32                                  +/-

pfeifenkrautler, was hast du mir da angedreht!? Douglas Couplands Girlfriend in a Coma ist doch wirklich ein zu ärgerliches Buch - pure Zeitverschwendung sozusagen. Du hast mit der schwer zugänglichen, aber immerhin kultigen "Illuminatus!-Trilogie" ganz klar den besseren Tausch gemacht.
Ich mein, hui!, wenn das das Lebensgefühl der heute unter 40jährigen sein soll, dann sieht's ja echt düster aus. Ich habe noch nie über so drogenabhängige, depressive, weinerliche, verpeilte Menschen gelesen. Couplands Staccato-Stil und die endlosen Wiederholungen nerven! Und das Ende...uaaah...das Ende verursacht beinahe körperliche Schmerzen! Die Idee, eine Geschichte aus der Sicht eines Toten zu erzählen, ist ja nicht mehr ganz taufrisch und für ein Buch, das den Anspruch auf Realismus erhebt, auch nicht wirklich passend. Zumal die fast religiöse anmutende Erweckungsstory um den krebskranken Footballspieler einfach nur oberpeinlich ist. So einen Schmarren schrieb nicht einmal Stephen King in seinen schlechtesten Zeiten zusammen. Und fesselnder sind seine Weltuntergangszenarien allemal.

Möchte wer tauschen? *knicknack*

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 07.06.2005, 14:33                                  +/-

Verdammt, das war der falsche Thread!

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 07.06.2005, 15:01                                  +/-

Komm, ich hab von Anfang an gesagt, warum ich die Bücher aussortiere.. Mit den Augen rollen

Willst du's wiederhaben? Hab noch nicht angefangen.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 07.06.2005, 15:04                                  +/-

Ja, hab ich natürlich gewusst. War ja umgekehrt nicht anders.

Zitat:
Willst du's wiederhaben? Hab noch nicht angefangen.

Nee, passt schon. Leider war das Pratchett-Buch auch nicht der erhoffte Brüller.

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 23.06.2005, 16:23                                  +/-

Wer hier eingeht, des Nam' und Sein ist ausgelöscht, er ist verweht!

Kürzlich fand ich am Wühltisch meines Um-die-Ecke-Antiquariates "Das Totenschiff" von B. Traven. Weder Buch noch Autor waren mir geläufig, aber irgendwie hatte ich den Eindruck, es könnte ein Buch sein, daß ich so mit zwölf, dreizehn verschlungen hätte, und es kostete nur einen Euro... Ich schlug die erste Seite auf, und der Anfang gab den Ausschlag dafür, den Euro zu investieren:

Wir hatten eine volle Schiffsladung Baumwolle von New Orleans rübergebracht nach Antwerpen mit der S.S.Tuscaloosa. Sie war ein feines Schiff. Verflucht noch mal, das ist wahr. First rate steamer, made in U.S.A. Heimathafen New Orleans. O du sonniges, lachendes New Orleans, so ungleich den nüchternen Städten der vereisten Puritaner und verkalkten Kattunhändler des Nordens!

Manche Romananfänge stimmen einfach. In einem Loch in der Erde, da lebte ein Hobbit. Nennt mich meinethalben Ismael. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und in der Nacht, als Ronja geboren wurde, rollte der Donner über die Berge. Ob es literaturwissenschaftliche Arbeiten über Romananfänge gibt?

Der Anfang hat gehalten, was er versprach, und sogar mehr geboten. Ich hatte einen Abenteuerroman erwartet, mit einem fröhlich-schnörkellosen, aber sehr gefühlvollen Ich-Erzähler mit einem Hauch Selbstironie und einer Prise Jack London. Das erste Drittel spielt noch an Land: Gale, der Ich-Erzähler, ein amerikanischer Seemann, dem die Papiere abhanden gekommen sind, versucht erfolglos, auf einem Schiff anzuheuern oder wenigstens an neue Papiere zu kommen. Er läuft von Amt zu Amt, von Polizeiamt zu Konsulat - und die Szenen, die sich abspielen, sind voll komisch-bitterer Absurdität. Ein Mann ohne Papiere lebt nicht. Schon hier klingt das Leitmotiv des "Totseins trotz Nochatmens" an: Gale ist tot, weil es kein Dokument gibt, das das Gegenteil bezeugt.
Gale kommentiert das Geschehen in einer Mischung aus gerechter Empörung und resignierter Spintisiererei, gestattet sich dabei hübsche Abschweifungen, in denen er dem Leser darlegt, wie die Welt (mehr schlecht als recht) funktioniert.
Die Polizei schiebt ihn bei Nacht und Nebel nach Holland ab, die Holländer schieben ihn bei nächster Gelegenheit zurück nach Belgien, irgendwann landet er in Frankreich und vagabundiert bis nach Spanien. Dort endlich ist alles gut, niemand fragt ihn nach Papieren, die Gastfreundschaft erschlägt ihn fast, die Polizisten raten ihm voller Besorgnis zu wettergeschützten Schlafplätzen... Er philosophiert über die Freiheit:

Das Land hatte an dem Kriege für die Freiheit und die Demokratie der Welt nicht teilgenommen. Deshalb hatte der Krieg hier die Freiheit nicht gewonnen und die Menschen hatten sie nicht verloren. Es ist so unerhört lächerlich, daß alle die Länder, die von sich behaupten, sie seien die freiesten Länder, in Wahrheit ihren Bewohnern die geringste Freiheit gewähren und sie das ganze Leben hindurch unter Vormundschaft halten. Verdächtig ist jedes Land, wo so viel von Freiheit geredet wird, die angeblich innerhalb seiner Grenzen zu finden sei. Und wenn ich bei einer Einfahrt in den Hafen eines großen Landes eine Riestenstatue der Freiheit sehe, so braucht mir niemand zu erzählen, was hinter der Statue los ist. Wo man so laut schreien muß: Wir sind ein Volk von freien Menschen!, da will man nur die Tatsache verdecken, daß die Freiheit vor die Hunde gegangen ist, oder daß sie von Hunderttausenden von Gesetzen, Verordnungen, Verfügungen, Anweisungen, Reglungen und Polizeiknüppeln so abgenagt worden ist, daß nur noch das Geschrei, das Fanfarengeschmetter und die Freiheitsgöttinnen übriggeblieben sind. In Spanien spricht kein Mensch von Freiheit.

Solche Absätze gehören zu den geordnetsten, es gibt auch sehr viel versponnenere Überlegungen. Vieles erinnert in der Tat an Jack London, gerade da, wo deutlich wird, daß Gale sich kulturgeschichtlich auskennt und sich dieser Kenntnisse in freier Assoziation bedient, aber Jack Londons Vagabund ist klarsichtiger, bitterer, härter, kämpferischer. Gale hat eine gehörige Portion Narrentum, könnte man sagen, manchmal schrammt er mit seinen Spinnereien am Rande des Schwachsinns entlang, allerdings eines lächelnden, unverwundbar machenden Gottesnarrenschwachsinns. Oft formuliert er drollig-einfältig, mit so zarter Ironie, daß man sich fragt, ob sie ihm nun bewußt wird oder nicht:

Ich bekam Appetit auf Fisch, und ich dachte, die einfachste Art, Fisch zu essen, ist, ihn zu haben; und um ihn zu haben, mußte ich ihn fangen. Brot, Suppe und ein Hemd konnte man sich schon leicht verschaffen; aber um Angelgerätschaften betteln zu gehen, das schien mir doch zu modern zu sein.

Das Angeln wird ihm zum Verhängnis - er sieht die Yorikke, jenes Totenschiff, auf dem er anheuern wird. Sein erster Eindruck:

Das ist aber ein recht merkwürdiger Eimer, der da angeschwommen kommt... Sie macht gerade los und kommt nicht gut ab. Sie schleppt und schlittert und kratzt am Kai entlang. Offenbar will sie nicht raus, sie ist wasserscheu. Aber ganz gewiß, man kann sich drauf verlassen, es gibt auch wasserscheue Schiffe, yes, Sir. Das ist überhaupt der Fehler, der so oft gemacht wird, daß man den Schiffen die Persönlichkeit abstreitet. Die haben ihre Persönlichkeit, ihre Launen genau so gut wie ein Mensch. Diese alte Tante hier hatte eine Persönlichkeit. Das sah ich auf den ersten Hieb. Mit der war nicht gut Salz lecken. [...]
Als ich nun da auf der Mauer saß, so emsig mit Fischefangen beschäftigt, und ich sah die Yorikke, da lachte ich, da lachte ich so laut und so ungeheuerlich, daß die gute Yorikke einen Schreck bekam und um eine halbe Schiffslänge zurückglitt. Sie wollte nicht raus ins Wasser und wollte nicht.


Das Schiff ist in katastrophalem Zustand, die Mannschaft ist noch schlimmer dran, aber Gale wird vom Skipper Arbeit angeboten, und weil er abergläubisch ist, "darf" er sie nicht ausschlagen - damit ist er auf Gedeih und Verderb angeheuert. Langsam begreift er: er ist auf einem Totenschiff, einem Schiff, das kaum je einen Hafen anläuft, Schmuggelware fährt und früher oder später sinken soll, damit die Schiffahrtsgesellschaft die Versicherung kassieren kann. Die Mannschaft besteht aus Toten - aus Paßlosen. Der Anfang der Inschrift über dem Mannschaftsquartier des Totenschiffs: Wer hier eingeht, des Nam' und Sein ist ausgelöscht. Er ist verweht, von ihm ist nicht ein Hauch erhalten in der weiten weiten Welt... Eine typische Höllenüberschrift, ähnliches findet sich in Dantes Inferno, auch Orpheus muß in der Monteverdi-Oper unter einer solchen Inschrift am Eingang zum Hades hindurch.

Gale arbeitet als Kohlenzieher, die schwerste Arbeit ganz unten in der Hierarchie. Zunächst beschreibt er die entsetzlichen Zustände an Bord, und zwar noch mit einer gewissen Leichtigkeit, er versichert beispielsweise, die Ölfunzeln seien in Pompej ausgegraben worden, und er überlegt, die dicke Dreckschicht im Mannschaftsquartier mit einer Axt zu bearbeiten, um Geldmünzen der Phönizier zu finden. Nach einer Doppelschicht im unmenschlich heißen Kesselraum ist er zu solchen Gedanken nicht mehr in der Lage. Diese erste Schicht ist enorm packend geschrieben. Schon der erste Blick nach unten geht direkt in die Hölle:

Aus der tiefschwarzen und doch so glänzend klaren Meeresnacht blickte ich hinunter in den Schacht. In einer unendlich erscheinenden Tiefe sah ich eine flackernde, dunstige, rauchige Helle. Diese Helle war rötlich von dem Widerschein der Kesselfeuer. Mir war, als sähe ich in die Unterwelt. In diesen rötlichen, dunstigen Schein trat jetzt eine nackte menschliche Gestalt, verrußt und mit glitzernden Streifen rieselnden Schweißes. [...] Ich wollte die Leiter hinuntergehen. Als ich aber einen Fuß auf die oberste Sprosse gesetzt hatte, schlug mir eine entsetzliche Säule von Hitze, erstickendem Ölgestank, Kohlenstaub, Flugasche, dickem Petroleumqualm und Wasserdampf entgegen. Ich fiel zurück, und mit einem lauten Japser schnappte ich nach frischer Luft, weil ich glaubte, meine Lungen könnten nicht mehr arbeiten. Aber es half nichts. Ich mußte da hinunter. Da war ein Mann unten. Ein lebender Mensch, der sich bewegen kann. Und wo ein andrer Mensch sein kann, da kann auch ich sein.

Und dann fallen sechs Roste auf einmal von den Querleisten (Die Querleisten waren einmal gut und neu gewesen, zu der Zeit, als der große Streik ausbrach beim Bau des Turms von Babel und jene Sprachverwirrung eintrat, die auf der Yorikke ihren Höhepunkt erreicht hatte.), und die Roste müssen unter Lebensgefahr wieder eingesetzt werden. Gale springt während der Schilderung zwischen Kesselhölle und Anekdoten über ähnliche Fälle hin und her, als Leser wird man in den Bann gezogen, glühende Öfen in furchtbarer Enge, das Fluchen, die Verzweiflung der Heizer, jedes Stück veralteter Technik kann zur Todesursache werden, dann wieder eine Erzählung darüber, wie im Moment der Lebensgefahr selbst die Hierarchie unwichtig wird - wehe dem Skipper, der in solchen Augenblicken wagt, das Heizpersonal anzuschnauzen.

Und während wir arbeiteten wie verblödete Maden, fiel der Dampf und fiel und fiel. Und wie sahen die Arbeit, die uns bevorstand, den Dampf wieder hochzubringen. Sie kroch und würgte sich in unsre Kadaver, während wir mit den Rosten würgten. Seit jener Nacht stehe ich über den Göttern. Ich kann nicht mehr verdammt werden.

Doch er gewöhnt sich daran und schüttelt selbst darüber den Kopf. Kamele lassen sich eher totprügeln, erzählt er, bevor sie sich schinden lassen, der Mensch aber läßt sich versklaven, weil er sich Hoffnung denken kann, Hoffnung, daß es besser wird. Beim Nachdenken über die vielen Totenschiffe auf den sieben Meeren landet er wieder beim Thema Freiheit, und was er sagt, ist von trauriger Aktualität:

Erhebe die Freiheit zu einem religiösen Symbol, und sie wird leicht die blutigsten Religionskriege entfesseln. Wahre Freiheit ist relativ. Keine Religion ist relativ. Am wenigsten relativ ist die Profitgier. Sie ist die älteste Religion, hat die besten Pfaffen und die schönsten Kirchen. Yes, Sir.

Und es folgen weitere Arbeitshöllen, weitere Spintisierereien teils gemeinsam mit fellow worker Stanislawski, über die Schmuggelware, über das Seelenleben der Yorikke, über die Hierarchie bei Toten, darüber, daß sie einen wohl an der Himmelstür ohne Paß nicht reinlassen, über den Äquator, dessen Hitze alles Eisen so weich macht, daß man mit dem Finger Löcher in den Schiffsrumpf bohren kann, und den ein Schiff deshalb besser meidet. Oder es nimmt den Tunnel, der unter dem Äquator drunter her führt... Wie der Tunnel aussieht? Na, ein Loch im Wasser. Ach ja, das ist einfach. Ein Tauchanzug für ein Schiff wäre zu kompliziert...

Das Totenschiff ist auch verfilmt worden, 1959 mit Horst Buchholz und Mario Adorf. Ist ein durchaus sehenswerter Film geworden, aber viel, viel zahmer als das Buch - eigentlich erstaunlich, gerade die Kesselhöllenszenen müßte man doch sehr eindrücklich verfilmen können, die Hitze, die Enge, die Torturen. Aber der Kesselraum machte einen ganz gemütlichen Eindruck, und dafür, daß sich die Mannschaft nur mit Sand und Asche waschen konnte, sahen Buchholz und Adorf viel zu manierlich aus. Es waren keine Toten. Der Begriff Totenschiff hängt ja zunächst mal einfach damit zusammen, daß das Schiff außerhalb der Legalität umherkreuzt und letztlich sinken soll. Traven jedoch weitet das Motiv auf die Mannschaft aus: die Männer sind tot, nicht nur, weil die Yorikke irgendwann sinken wird, sondern weil sie schon vorher tot sind durch den Verlust der Papiere, durch die wie auch immer zustandegekommene Heuer auf der Yorikke - einmal auf einem Totenschiff, kommt man nicht mehr herunter. Das Leitmotiv "wir sind tot" zieht sich durchs ganze Buch, der Film macht nichts daraus. Aber Adorf als Stanislawski ist ziemlich gut (die Rolle wird auch durchaus interessant ausgebaut).

Um den Autor B. Traven ranken sich Vermutungen und Legenden, nachzulesen
hier.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 23.06.2005, 21:47                                  +/-

Das habe ich auch gelesen. Ich fand es sehr hart, er leidet wie ein Hund und es wird immer alles nur Schlimmer. Grausam. So galgenhumorig wie du es beschreibst, habe ich es gar nicht mehr in Erinnerung. Hat mir aber auch gut gefallen.

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 24.06.2005, 12:04                                  +/-

Nichtraucher
Das habe ich auch gelesen. Ich fand es sehr hart, er leidet wie ein Hund und es wird immer alles nur Schlimmer. Grausam. So galgenhumorig wie du es beschreibst, habe ich es gar nicht mehr in Erinnerung. Hat mir aber auch gut gefallen.


Ich meinte auch nicht einen Humor, bei dem man leise schmunzelt oder laut lacht, sondern eher einen, bei dem man verzweifelt lächelt... Mag auch am Schreibstil liegen. In welchem Alter hast Du es eigentlich gelesen?

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Apulanta



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BeitragVerfasst am: 24.06.2005, 20:33                                  +/-

hat jemand von euch das hochgelobte geheimnis des fahrradhändlers von sempé gelesen?

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 09.07.2005, 22:01                                  +/-

Ich lese mal wieder die Osten-Ard-Reihe von Tad Williams, zum dritten Mal. Den totalen Überblick habe ich immer noch nicht, musste ich schockiert feststellen. Ich brauchte erst wieder einige Zeit um zu kapieren wo und wie diese ganzen Schwerter nun entstanden, verschwunden und wieder aufgetaucht sind. Irgendwie faszinierend wie komplex die meisten Fantasygeschichten im Vergleich zu Tolkiens 'Der Herr Der Ringe' sind. Jedenfalls habe ich auch wieder festgestellt, dass die Episoden unter der Erde, wenn Simon mal wieder seitenlang durch die Dunkelheit stolpert, einfach nur noch nervtötend sind, auch oder besonders beim dritten Lesen. Man gruselt sich schon davor, dass er dort ja wieder landen wird, und dass es da ja noch einen anderen Charakter gibt, dem Ähnliches passiert. Geschätzt sind es wohl auf die ganzen ca. 4000 Seiten verteilt höchstens sechs Kapitel, aber sie lassen die Lust am Lesen doch arg absacken. Dieser ewig erscheinende Gedankenstrom eines einzelnen Charakters in einer totalen Einöde ist und bleibt öde. Da hat sich Williams echt verschrieben und einfach nicht mehr aufgehört.
Zum Glück bleibt der Rest des Buches. Gute Charaktere, auch wenn einige recht archetypisch sind und nur selten Hauptcharaktere sterben, aber was das angeht kommt eh kein Buch an 'Das Lied von Eis und Feuer' heran. Aber die Handlung ist Spannend und die Welt ist mit Liebe zum Detail gestaltet, auch wenn einiges doch sehr an unserer Welt orientiert ist.
Wenn ich so drüber nachdenke ist das überhaupt so ein "auch wenn"-Buch. Ziemlich viele tolle Sachen, auch wenn es eindeutig nicht perfekt ist.

Fallen euch da noch andere Bücher ein, oder wie seht ihr das bei Osten Ard? Ebenso oder ganz anders?

MfGimli


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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 09.07.2005, 22:18                                  +/-

Uff, es ist irgendwie schon zu lange her, dass ich die Osten Ard Saga gelesen habe. Ich glaube, ich kann mich erinnern, was Du mit den nervtötenden Kapiteln meinst, aber ich erinnere mich nicht mehr daran, ob ich sie tatsächlich auch als nervtötend empfand.
Was ich noch weiß ist, dass ich die Bücher ziemlich verschlungen habe.
Und wo wir gerade bei Tad Williams sind fällt mir ein, dass ich bei Otherland nie über den Anfang hinaus gekommen bin und das lag einfach nur daran, dass ich irgendwann mal eine längere Pause machte und dann hinten und vorne nicht mehr in die Story fand. Seitdem bin ich zu faul nochmal neu anzufangen. *seufz*
Und da sehe ich auch gerade, dass es ja ein neues Buch von ihm gibt. Den Anfang einer Trilogie, "Shadowmarch". Hm, könnte man sich ja mal kaufen, andererseits habe ich seit ca. 3 Jahren kein einziges Buch mehr zu Hause (im Urlaub schon) fertig gelesen, außer die, die ich für die Schule brauchte...
Und zu guter Letzt noch: Tad Williams geht auf Lesereise und liest aus "Shadowmarch". Und zwar ist er am 24.10. in Tübingen und dann immer jeweils einen Tag später in Heidelberg, Bonn, Münster und Düsseldorf.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 10.07.2005, 03:45                                  +/-

Kenn ich alles nicht.

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 10.07.2005, 12:44                                  +/-

Wie war denn so der Anfang von Otherland und worum geht es überhaupt? Darüber habe ich bisher nur positive Aussage gehört, aber keine inhaltlichen Dinge. *g*


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 07.08.2005, 16:09                                  +/-

Aus reiner Verzweiflung darüber, dass ich es kürzlich nicht geschafft habe, mir ein Buch zu kaufen, habe ich jetzt nochmal Moers "Stadt der träumenden Bücher" und die "Halbe Biographie des Hildegunst von Mythenmetz" gelesen. Das macht Spaß und Lust, selber loszulegen. Ich erwäge eine lückenlose und schonungslos enthüllende pfeifenkrautler-Biographie, von den Anfängen bis zum letzten Zug...

Der Mann hat so eine abartige Phantasie, unglaublich! Ist das eigentlich Fantasy oder wie würdet ihr das Genre nennen? Ich glaub, ich les jetzt nochmal "Rumo" Yes Da fällt mir ein, er hat ja auf der letzten Seite der SdtB angekündigt, einen neuen Zamonienroman rauzubringen und man sollte online über zwei Vorschläge abstimmen. Hat das jemand gemacht? Gibt es Neuigkeiten darüber? Wann geht es weiter?

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 07.08.2005, 17:47                                  +/-

Nichtraucher
Der Mann hat so eine abartige Phantasie, unglaublich! Ist das eigentlich Fantasy oder wie würdet ihr das Genre nennen?

Das weiß niemand, abgesehen von Inken, die eine freudlose alte Schachtel zu sein scheint. Auf jeden Fall läuft im DAF gerade eine Diskussion, in der sie beweist, dass Tolkiens Werke alles, bloß keine Fantasy sind. Vielleicht könnte sie über Moers Ähnliches sagen.

Nichtraucher
Da fällt mir ein, er hat ja auf der letzten Seite der SdtB angekündigt, einen neuen Zamonienroman rauzubringen und man sollte online über zwei Vorschläge abstimmen. Hat das jemand gemacht? Gibt es Neuigkeiten darüber? Wann geht es weiter?

Nein, es gibt keine Neuigkeiten, aber ich war mal kurz davor, ihm zu schreiben. Geschockt Wahrscheinlich werden wir lange warten müssen, weil Moers zuerst das Drehbuch für den anstehenden Zamonien-Film schreibt.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 07.08.2005, 23:47                                  +/-

Ich fühle manchmal eine gewisse Seelenverwandtschaft mit Mythenmetz, speziell den Drang zur periodischen Selbstdemontage. Wenn ich also mal wieder Threads lösche und Leute beleidige ist das mein Saurierblut, sonst nichts.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 09.08.2005, 10:35                                  +/-

Warum Bücher kaufen, wenn noch ungelesene herumliegen? Also werde ich mich jetzt endlich an die Sherlock-Holmes-Gesamtausgabe machen, im Original, Dünndruck, in furchtbar kleiner Schrift. Vielleicht kauf ich mir vorher eine Leselupe.

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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 09.08.2005, 10:44                                  +/-

…und eine karierte Mütze?

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Psycho Dad
Sultan der Rhetorik


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BeitragVerfasst am: 09.08.2005, 10:57                                  +/-

Gimli

Fallen euch da noch andere Bücher ein, oder wie seht ihr das bei Osten Ard? Ebenso oder ganz anders?


Auch bei mir ist es schon ca 11 Jahre her, dass ich die Reihe gelesen habe. Wenn ich das im Rückblick noch beurteilen kann, würde ich aber sagen, dass für mich neben dem HdR die Fantasy-Saga war, die mir am besten gefallen hat (Soiaf kann ich noch nicht abschließend beurteilen, bevor alle Bände draußen sind.).
Wie Du schon erwähnt hast, ist die Osten-Ard-Saga natürlich viel sauberer und tolkienesker als Soiaf, aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Auch ist das Buch nicht auf jeder Seite so schweißtreibend spannend wie Martins Saga. Es ist auch in dieser Hinsicht eher so wie bei Tolkien, dass manche Stellen beschaulich und langsam sind. Die Szenen in unterirdischen Labyrinthen habe ich nicht als so schlecht in Erinnerung, wie Du das beschreibst, ich kann mir aber vorstellen, dass man beim dritten Mal lesen vielleicht genug davon hat, wenn man schon weiß, was passiert.

Der einzige Mangel der Buchreihe ist für mich das Ende:

Very hard spoiler! Er kann ein mehrwöchiges wunderbares Leseerlebnis völlig zerstören. Finger Weg!

Spoiler:
Dieses ist für mich zu normal und zu happy endig. Damit meine ich nicht den Twist, der ist schon ok, sondern das, was danach noch kommt. So weit ich mich erinnere, wird der fiese Obermotz ja irgendwie ganz unspektakulär und wenig überraschend besiegt. Dann wird Simeon Hochkönig Mit den Augen rollen und kriegt das Mädchen. Alles wird gut.
Dieses Ende wird dem ansonsten recht düsteren Charakter des Buches einfach nicht gerecht. MMn hätte der Obermotz auf eine einfallsreichere Art überwunden werden müssen. Außerdem sollte irgendein bitterer Nachgeschmack wie bei Tolkien bleiben.

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 09.08.2005, 11:50                                  +/-

Stimmt, das ist wirklich etwas .. öde. Es trieft regelrecht und die plötzlichen Enthüllungen über die Abstammung gewisser Personen scheint dann auch etwas weit hergeholt. Aber na ja. hähö

Ja also beim ersten Mal fand ich die Labyrinthszenen noch sehr interessant, aber trotzdem schon langatmig. Beim zweiten Mal nur noch dahingehend interessant, dass ich einige wichtige Dinge über Asua inzwischen wusste und daher mehr auf die Details geachtet habe. Aber neben den Details gähnte die Langeweile. Jetzt ist es nur noch mäßig interessant, es gibt Besseres in diesen Büchern. Jirikis Schwester zum Beispiel. *knicknack*


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 15.08.2005, 23:31                                  +/-

Mir gefällt "Rumo" beim zweiten Mal lesen viel besser als zuvor. Die eher platte, tumbe Titelfigur stört mich nicht mehr, umso mehr erfreue ich mich am Kosmos der schrägen Zamonier um ihn herum. Ich glaube, es hilft dem Buch, seinen düsteren Grundton zu finden und zu halten, dass der Held keinerlei ironische Brechung ausübt wie Blaubär oder Mythenmetz, sondern mitten im verrückten Panoptikum stets todernst bleibt. Es muss eine ziemliche Herausforderung für Moers gewesen sein, eine vollkommen humorlose Figur zu schreiben. Das Schwert als humoristischer Sidekick ist manchmal etwas nervig, aber die andere Hälfte, der Dämonenkrieger, reißt das wieder raus. Wir könnten sie auch alle töten.. hähö

Irgendwie musste sich Moers mit "Rumo" wohl die dunkle Seite Zamoniens von der Seele schreiben, erst dann konnte er sich entspannt den intellektuellen Spielereien der "Stadt der träumenden Bücher" widmen. Das gefällt mir auch an Zamonien: es ist kein starrer Kosmos, in dem immer neue, nur leicht variierte Storys angesiedelt werden wir in der Scheibenwelt, sondern jedes Buch hat seine eigene Grundstimmung und beleuchtet Zamonien aus einer anderen Perspektive. Überschneidungen gibt es natürlich, aber Moers schlachtet sie nicht aus, die Stadt der Wolpertinger zum Beispiel, auf die er in "Rumo" soviel Raum verwendet, spielt in den anderen Büchern keine Rolle, nicht wie Ank Morpork, ohne das kein Scheibenweltroman auskommt ect.. (okay, der Vergleicht hinkt etwas, Pratchett schreibt in einem ganz anderen Tempo). Im Moment (vielleicht ändert sich das nach dem zehnten Zamonienroman) erscheint mir Zamonien noch wie ein kaum erschlossenes Bergwerk, das in den Geschichten nur angekratzt wird. Für Moers sind Wiederholungen von Charakteren und Schauplätzen wohl eher hinderlich, da er viel zu viel zu erzählen hat.

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