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Allgemeines Filmgeplauder III
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 08:58                                  +/-

Das gehört in "Aktuelle Filme", oder nicht? Der läuft ja noch.

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meisterdieb



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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 09:01                                  +/-

NR: ja der läuft noch. Verzeih... Verlegen

PD: Naja, dass du keine französischen Filme magst, da kann ich ja nix dafür. Aber der Film ist tatsächlich richtig lustig, sonst hätte nicht der gesamte Kinosaal ständig gelacht.


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Psycho Dad
Sultan der Rhetorik


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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 09:11                                  +/-

meisterdieb

PD: Naja, dass du keine französischen Filme magst, da kann ich ja nix dafür.


Nein, da kannst Du natürlich nichts dafür. Filme wie "Amelie", "Pakt der Wölfe" oder "Die purpurnen Flüsse" waren die letzten Chancen, die ich dem französischen Film für mich eingeräumt hatte. Bitter enttäuscht habe ich danach den Zelluloid-Verbrechen unserer westlichen Nachbarn den Rücken gekehrt.

Wobei, "Irréversible" fand ich schon gut. zwinkern

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meisterdieb



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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 09:19                                  +/-

"Pakt der Wölfe" kenne ich nicht, aber die beiden anderen habe ich gesehen und sie gefallen mir sogar außerordentlich gut (wobei bei den purpurnen Flüssen der Schluss schon etwas gar abgedreht ist).

Delikatessen ist auch ein Film, den ich immer wieder sehen kann. Französisch halt. Aber ich kann verstehen, wenn jemandem das nicht zusagt, das ist wahrscheinlich so ähnlich wie mit dem britischen Humor. Ist ja auch nicht jedermanns Sache.


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 10:40                                  +/-

Wer in Hollywood würde sich trauen, einen Film wie Amelie zu machen?
Keiner.

Pakt der Wölfe finde ich ebenso gut. Etwas skurril an manchen Stellen, aber dennoch erfrischend nicht-amerikanisch.

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Psycho Dad
Sultan der Rhetorik


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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 10:46                                  +/-

GuyIncognito
Wer in Hollywood würde sich trauen, einen Film wie Amelie zu machen?
Keiner.



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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 10:59                                  +/-

Es gibt so viel unglaublich schleche US-Filme, da würde es auf sowas auch nicht ankommen zwinkern

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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 11:20                                  +/-

Aber P.D. kann ja warten, bis die relevanten nicht-amerikanischen Filme als amerikanisches Remake auftauchen. Dann sind sie wenigstens auch nicht mehr so schön erzählt.

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Psycho Dad
Sultan der Rhetorik


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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 11:22                                  +/-

hähö
Ich bin überzeugt, wenn man so viele französische Filme wie amerikanische gesehen hätte, würde man diese als genauso konventionell empfinden. Sie folgen eben nur anderen Konventionen.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 11:33                                  +/-

Nee, nicht unbedingt. Hollywood ist eine gut geölte Maschine. Drehbücher vom Fließband. Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich einen Film sehe und mitzähle: Einleitung, Plot Point 1, integrierende Handlung, Midpoint, desintegrierende Handlung, Plot Point 2, Schluß.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 11:44                                  +/-

Es gibt viele sehr gute französische Filme. "Im Rausch der Tiefe" z.B. oder Belmondo-Komödien und -Actionfilme.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 05.08.2005, 13:05                                  +/-

Vergesst Frankreich und schaut euch spanische Filme an, das sind nämlich die französischen Filme des 21. Jahrhunderts.

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 06.08.2005, 23:16                                  +/-

Sommersturm

Habe haufenweise gute Dinge über den Film gehört, bevor ich ihn gesehen habe, ich glaube auch irgendwo im Forum. Und ein schwuler Freund meinerseitz fand ich ihn auch sehr gut, ein gutes Zeichen, bei der Thematik, würde ich mal sagen. Gestern habe ich ihn dann endlich gesehen, auf DVD. Mein Kumpel hatte ihn mitgebracht und natürlich auch schon gesehen. Anfangs hatte ich das Beziehungskarussell noch etwas falsch in Erinnerung und mixte es in Gedanken mit dem aus "Threesome" durcheinander (Homo liebt Hete, die aber Frau liebt, die Homo liebt). Es war aber nicht ganz so. Es war eher "Er liebt ihn, er liebt aber sie und eine andere liebt den Erstgenannten".

Der Film begann friedlich, ist auch klar, der Sturm musste ja erstmal aufziehen, wie bei Shakespear. Und dann kam etwas, das mich schon bei sehr vielen deutschen Filmen irritiert hat und mich auf der einen Seite an dem Verstand der Drehbuchschreiber und Regiesseure und andererseitz an meiner Jugend zweifeln lässt: Rudelwichsen. Welche männlichen Jugendlichen machen das denn wirklich?? Fühlen sich alle diese jungen Regisseure zu höherem berufen und bauen daher Dinge ein, die sie selbst nicht erlebt, aber Nobelpreisträger Günther Grass auch schon verwendet hat, oder haben sie das tatsächlich selbst gemacht? Ist die ganze Welt völlig pervers aber auch total an mir vorrübergegangen? Welche Jugendlichen kommen auf die Idee Sätze zu sagen wie "Lass mal wichsen, ich hab Druck"??
Aber lassen wir das Thema beiseite, eine völlig hirnverbrannte Szene vernichtet noch keinen Film - sie bringt ihn aber durchaus in gefährliche Gewässer. *g*

Ein Ruderwettkampf und drei Gruppen. Ein sächsischer Verein (gut für ein paar Ossiwitze, dann wurde diese Gruppe völlig ignoriert), der Verein mit den vier Hauptfiguren und ein Berliner Schwulenverein, "Queerschlag", wobei das zweite E kein Tippfehler ist. Wie schon angedeutet, wir haben zwei männliche Freunde, die zusammen wichsen, kiffen und über Frauen sprechen. Der eine hat eine Freundin aber keinen Sex, der andere ist schwul, gesteht es sich aber nicht ein und hat eine Verehrerin. Der sich langsam zusammenbrauende Sturm sorgt natürlich für einiges. Die Freundschaft geht fast in die Brüche, weil der eine etwas für den anderen empfindet, aber am Ende schaffen sie es. Die Verehrerin hat die Arschkarte gezogen. Der schwule Freund hat sein erstes Mal mit einem Mann (und verschmäht danach eine junge Frau, bei der ich nie im Leben nein gesagt hätte) und outet sich am Ende. Alles schön, aber es werden während des Filmes auch praktisch alle Probleme angesprochen, welche die Jugend in den Hirnen der Drehbuchschreiber so mitbringt. *fg* Zu kleine Brüste, Lügen über das Erste Mal, Homophobie, eingeklemmte Vorhäute und soweiter.

Am besten am Film hat mir das Spiel der jungen Schauspieler gefallen, dann der ulkige Trainer der Ruderer, der Hetenverschlingende Machohomo und die Bilder davon wie der Sturm endet. Die waren wirklich wunderschön, keine Ahnung wie die das aufgenommen haben. Jedenfalls ein zu empfehlender Film, auch wenn man wahrscheinlich unter 20 sein muss, um noch wirklich davon in den Bann gerissen zu werden. Aber insgesamt doch sehr gut und die meisten Klischees wurden geschickt umrudert. Eindeutig einer der besseren deutschen Jugendfilme.

MfGimli


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 07.08.2005, 02:16                                  +/-

Ich bin voll und ganz deiner Meinung Überrascht So wird das nie was mit unseren Filmdebatten.. Mit den Augen rollen

Besonders hier und verschmäht danach eine junge Frau, bei der ich nie im Leben nein gesagt hätte wird der Film etwas... äh.. unrelistisch hähö Wir reden hier immerhin von Alicja Bachleda-Curus, dem Feger aus "Herz im Kopf" und einem Superstar in Polen. Naja.

Ich fand ihn auch sehr schön gefilmt, aber streckenweise einfach zu Bravo-Foto-Lovestory-haft. Für einen deutschen Film auf jeden Fall erfreulich sinnlich, eine tolle Sommerstimmung wurde eingefangen: endlose Tage, laue Nächte, Wasser und Sonne, Liebe und Sex... einfach, wie es ist, jung zu sein.

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 07.08.2005, 13:23                                  +/-

Das ist allerdings schrecklich, sind wir doch tatsächlich einfach so einer Meinung. grins


Ach ja:



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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 07.08.2005, 22:58                                  +/-



Professor Higgins ist übrigens seit vielen Jahren mein Rollenmodell. Diese Mischung aus Stil, Arroganz und grenzenloser Kaltschnäuzigkeit hat was Smilie Außerdem will ich sein Haus.

My fair Lady ist schon ein besonderer Film, auch wenn man die Gesangseinlagen etwa um die Hälfte hätte kürzen können. Dann wären es auch keine sitzfleischtestenden 166 Minuten.. Aber Audrey ist natürlich zum Verlieben, Harrison grandios und alle Nebenrollen sind liebevoll besetzt. Ein Bilderrausch in Technicolor (muss einer der letzten Technicolorfilme überhaupt gewesen sein). Er hat damals ziemlich abgeräumt, 8 Oscars! Wenn man bedenkt, dass es früher weit weniger Kategorien gab als heute, müssen die Academy Awards von 1964 für die meisten Nominierten ein bitterer Abend gewesen sein..

Aufwändig restauriert, in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität, mit einer Bonus-Disc, für unter 10 €, mein Wochentipp!

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 07.08.2005, 23:25                                  +/-

1967 steht er zwischen Susan Hayward und Capucine in Mankiewiczs "Venedig sehen und erben" ("The Honey Pot") vor der Kamera von Gianni di Venanzo. Er ist ein reicher Junggeselle, der in einem prunkvollen venezianischen Palazzo aus dem 17. Jahrhundert lebt, ein kultivierter Müßiggänger, eine Bravourrolle für Harrison. Geistreich, schlagfertig und witzig, vor allem aber auch unterschwelliger Humor sind die Charakteristika dieser Figur, dieser schauspielerischen Leistung.

hähö

Den muss ich noch unbedingt sehen.

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Ludy
Sommerfestlady


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BeitragVerfasst am: 08.08.2005, 07:27                                  +/-

Nichtraucher


My fair Lady

Aufwändig restauriert, in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität, mit einer Bonus-Disc, für unter 10 €, mein Wochentipp!


Wo? Wo? Den muß ich haben!


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 08.08.2005, 08:45                                  +/-

Bei Drogerie Müller, das ist eine große Kette. Weiß nicht, ob es die deutschlandweit gibt, aber die sind die billigsten. Sehr gefährlich.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 08.08.2005, 12:55                                  +/-

Ich habe gestern abend Enemy at the gates gesehen. Es handelt sich um einen (weiteren) Film, der die Geschehnisse in Stalingrad, Herbst/Winter 1942, portraitiert. Der Film geht unter die Haut. Allein schon die Eröffnungssequenz läßt einem das Blut in den Adern gefrieren. Wir erleben die Geschehnisse hauptsächlich durch die Augen eines jungen sowjetischen Wehrdienstleistenden (gespielt von Jude Law), der anfangs zusammen mit hunderten weiteren unerfahrenen Rekruten in Viehwagons an die Front gekarrt wird. Am Fluss von Stalingrad öffnen sich die Wagontüren, und wir sehen nur die Gesichter der Neuankömmlinge: völlige Panik, Angst und Verzweiflung. Wir hören zwar das Gedonner der Front, aber wir sehen nur diese Augen und panikverzerrten Gesichter. Wie die Viecher vor der Schlachtbank versuchen sich einige zu drücken, die anderen taumeln völlig desorientiert aus den Eisenbahnwagons. Andere Soldaten, deren Aufgabe es ist, die Neuankömmlinge auszurüsten und an die Front zu bringen, zwingen die Rekruten mit Waffengewalt, Geschrei und viel Gewalt raus. Dann sehen wir, wohin die Reise geht: die Soldaten müssen auf kleinen Booten vollgezwängt über den Fluss, der unter ständigem Artilleriebeschuss und Flugzeugangriffen der deutschen Wehrmacht steht. Im Hintergrund sieht man die brennenden Ruinen von Stalingrad. Die Rekruten werden in die Boote getrieben, die Boote legen ab, in einer endlosen Kette über den Fluss. Ständig werden Boote versenkt, deutsche Flugzeuge greifen im Tiefflug an und zerfetzen mit ihrem Kugelhagel reihenweise Boote und Menschen. Viele der russischen Soldaten wollen fliehen, indem sie sich in die Fluten stürzen, doch sie werden durch ihre Aufseher in den Rücken geschossen, um eine Massenflucht zu verhindern.

Dann, auf dem anderen Flußufer, drängen die Überlebenden alle in Richtung der Ausrüstungswagen, wo es nur für jeden zweiten ein Gewehr gibt, jeder bekommt gerade einmal zehn Patronen in die Hand gedrückt. Denjenigen, die kein Gewehr bekommen haben, wird gesagt, dass sie sich immer bei einem Soldaten mit Gewehr halten sollen, bis dieser gefallen ist. Dann sollen sie das Gewehr nehmen und ihrerseits auf den Feind schießen.

Der erste Sturmangriff, der gezeigt wird, endet im völligen Desaster. Die Russen stürmen auf eine gut gesicherte deutsche Stellung zu, getrieben von ihren eigenen Leuten, die im Hintergrund darauf achten, dass niemand Reißaus nimmt. Die deutschen Maschinengewehrsalven zerfetzen die anstürmenden Horden jedoch gnadenlos. Die fliehenden russischen Soldaten werden von den eigenen Leuten unter Beschuß genommen, weil "feige" Flucht sofort mit dem Tod bestraft wird.

Der Protagonist überlebt dieses infernalische Blutbad nur durch reines Glück und Zufall. Danach beruhigt sich der Film ein wenig und er geht zur eigentlichen Handlung über. Die Anfangssequenz erinnert ein wenig an "Saving Private Ryan" auf Steroid, aber der Rest des Films macht nicht den Fehler, den Kampf der Russen hemmungslos zu heroisieren. Stattdessen wird die Karriere des Protagonisten, der zum Scharfschützen befördert und zum Held des russischen Widerstandskampfs hochstilisiert wird, durchaus kritisch begleitet. Die Soldaten der Roten Armee werden portraitiert als einfache Leute, die ihre Pflicht tun, weil sie sowieso keine Alternative haben, dabei aber auch in einem totalitären System überleben müssen, das aus politischen Kommissaren und rücksichtslosen Vorgesetzten besteht.

Die eigentliche Handlung besteht - bekanntermaßen - aus einem Zweikampf der Scharfschützen, denn der junge russische Widerstandsheld bekommt es sehr bald nach anfänglichen Erfolgen mit einem deutschen Scharfschützen - gespielt von Ed Harris - zu tun, der extra aus Berlin von der Scharfschützenakademie angefordert wurde, um ihn zur Strecke zu bringen und damit die Moral der Russen empfindlich zu schwächen.

Positiv anrechnen muss man dem Film auf jeden Fall, dass der Krieg nicht heroisiert wird. Vielmehr wird er als ein Gebilde von tödlichen Zwängen dargestellt, in dem es außer Leid und Tod nicht viel zu erleben gibt. Die vielbeschworene Kameradschaft, die in einem Film wie "Saving Private Ryan" so sehr glorifiziert wird, kommt hier gar nicht wirklich auf, denn die Kameraden sterben im Normalfall nach wenigen Szenen. Die Freundschaft zwischen dem russischen Scharfschützen und dem politischen Kommissar, der ihn zum Helden aufbaut, aber letztlich auch nur für seine Zwecke instrumentalisiert, geht letztlich auch in die Brüche, und zwar weil sich beide in eine hübsche Übersetzerin verlieben.

Man könnte kritisieren, dass hier eine Liebesgeschichte eingebaut wurde, aber ich sehe das positiv, denn diese menschliche Liebe ist so ziemlich das einzig erfreuliche an diesem ganzen Film. Die Ideale, für die gekämpft wird - stalinistischer Totalitarismus und Vaterlandsliebe auf der einen Seite, hitlerischer Totalitarismus und Eroberungswahnsinn auf der anderen Seite - geben keinerlei Halt für Identifikation. Das einzige, was in diesem Wahnsinn dann noch Bedeutung erlangen kann, sind einfache und ehrliche menschliche Gefühle. Dafür lohnt es sich dann auch zu kämpfen und zu überleben, und das versuchen die Protagonisten dementsprechend dann auch. Außerdem wird die Übersetzerin von Rachel Weisz gespielt. *knicknack*

In diesem Zusammenhang wird dann auch die Figur des deutschen Majors und Scharfschützen König verständlich. Er wird von Ed Harris wie ein eiskalter Todesengel, eine Mordmaschine gespielt, der nicht davor zurückschreckt, ein kleines hungerleidendes russisches Kind mit Essen und Süßigkeiten zum Verrat an seinen eigenen Leuten zu zwingen, um an ein paar wertvolle Informationen zu gelangen, wo er seinen Gegner finden könnte. Später erfahren wir aber, dass der Krieg auch ihm alles geraubt hat, und dass er natürlich auch nur seine Pflicht erfüllt, willenlos und professionell. Aber im Gegensatz zu seinem russischen Widersacher hat er überhaupt nichts mehr, wofür es sich zu kämpfen lohnt, und deshalb überlebt er am Ende vielleicht auch nicht, obwohl er vielleicht nicht böser oder schlechter als sein Gegenspieler war. Zu der obligatorischen Verbrüderung zwischen den beiden Feinden, die ich angesichts der Hollywood-Konventionen erwartete, kam es aber nicht. Die beiden Feinde haben sich nichts zu sagen, fühlen nicht die so oft beschworene Waffenbrüderschaft, tragisch verbrämt durch die Tatsache, dass die Brüder im Feld gegeneinander antreten müssen. Das war meiner Meinung nach eine saubere Auflösung, kompromißlos, realistisch und ohne falsche Nostalgie oder Ideologie.

Man könnte dem Film ankreiden, dass die Verbrechen der Wehrmacht nicht deutlich werden. Aber andererseits geht es darum einfach nicht. Der Film setzt einfach voraus, dass die Invasion der UdSSR eines der großen Menschheitsverbrechen war.

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Erinti



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BeitragVerfasst am: 08.08.2005, 13:26                                  +/-

Der gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen Yes

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 11.08.2005, 09:52                                  +/-

Ich habe vorgestern abend Snatch gesehen, zum Glück in der Originalfassung, denn der deutsche Filmverleih hat dem Film den grenzdebilen Untertitel "Schweine und Diamanten" (oder so ähnlich) gegeben. Es handelt sich wohl um eine US-Britische Co-Produktion. Jedenfalls spielt der Film im Londoner Gangstermilieu, Brad Pitt spielt einen durchweg völlig unverständliches Kauderwelsch sprechenden "Gipsy" (politisch unkorrekt übersetzt: ZIGEUNER! hähö ), und außerdem spielt Pitts dunkler Doppelgänger Benicio del Toro mit:



Der Film versprüht eine volle Ladung skurillen dunklen Humors, verpackt mit blutigen Eskapaden und einfallsreichen Schnitten. Obwohl ich aufgrund der im Film vorkommenden 34 verschiedenen Dialekte sicher weniger als die Hälfte der Dialoge verstanden habe, kann ich den Film nur empfehlen. Ich muss ihn aber glaube ich noch einmal schauen (am besten mit dem Drehbuch zum Mitlesen auf dem Schoß), bevor ich ein richtiges Review schreiben kann.

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