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Meereswahnsinn reloaded
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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 25.10.2005, 09:51                                  +/-

*laaaach*

…cooooooool!! Spitze

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 25.10.2005, 13:28                                  +/-

Noch ein paar Bilder, zur besseren Veranschaulichung:


Die Ariane-Kapsel kurz vor dem Eintritt in die Palpatine-Galaxie



Was von einem unvorsichtigen Raumfisch übrigbleibt



Privatsolarium in der Präsidentensuite



Wird es passieren? Der Todesstern kackt ab


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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 27.10.2005, 20:33                                  +/-

So, der Brief war abgeschickt. Arwen kicherte in sich hinein. Wie gerne würde sie das Gesicht dieser Charlotte Maggot sehen, in dem Augenblick, in dem sie mit dem Inhalt des Briefes konfrontiert würde. Nachdem Arwen den Brief dieser Charlotte erhalten hatte, hatte sie zunächst natürlich angenommen, der Brief sei von ihrer lieben Charlotte geschrieben worden. Den sonderbaren Inhalt hatte Arwen zunächst auf leichte geistige Umnachtung geschoben, unter der Charlotte ja auch schon nach dem Flammeninferno in Arianrhods Kate gelitten hatte. Aber sie hatte den Inhalt wieder und wieder studiert und war zu dem Ergebnis gekommen, dass er eigentlich zu speziell war. Es hatte sich alles gelesen, als sei es eine Antwort auf ein längeres Schreiben gewesen - das Arwen jedoch nie verfasst hatte. Nun hatte sie kürzlich Nachforschungen anstellen lassen und hatte herausgefunden, dass der Brief tatsächlich eben von so einer irischen Tante namens Charlotte Maggot stammte. Das Ganze war etwas mysteriös, aber Arwen hatte sich nicht den Spaß nehmen lassen, eine Antwort zu schreiben:

Hallo Charlotte,

Schön, dass Du keinen Streit mit mir willst. Würde Dir auch nicht allzu gut bekommen. Denn wenn Du nicht zu erbärmlich und unbedeutend wärst, um Dein Geschwafel ernst zu nehmen, würde ich einfach mal bei Euch in Eurem Land der irischen Dorftrottel und Bauerntrampel in Eurem Kuhkaff vorbeischauen, Dir den Arsch über die Ohren ziehen und Dich in kochender Schweinepisse ersäufen. Das gilt natürlich ebenso für Deinen verehrten Ehegatten, das arschgefickte Suppenhuhn. Er treibt es übrigens heimlich mit Ziegen. Hat er Dir wahrscheinlich nicht erzählt, oder? Manchmal, wenn er auf Abwechslung aus ist, muss auch mal ein Ziegenbock herhalten. (Eigentlich ja die Spezialität Eures Pfarrers). Kein Wunder, dass er Dich nicht ordentlich durchknallt und Du frustriert bist. Aber wer will ihm das übelnehmen? Bist ja auch hässlich wie ein Warzenschwein, da sind Ziegen im direkten Vergleich schon die geringere Scheußlichkeit. Anbei übrigens meine geilsten, versautesten SM-Lesbenpornobilder, damit Du mal siehst, was Dir alles so entgeht. Kannst es Dir ja beim Anschauen mit einer Deiner Steckrüben besorgen.

Hochachtungsvoll,
mit freundlichen Grüßen,
Arwen


Ja, das Schreiben war nun auf dem Weg nach Irland. Mal schauen, ob da auch wieder 'ne Antwort kommen würde. Jetzt erstmal 'ne Runde lustvoll mastu... Arwen erschrak sich, als urplötzlich schriller, lauter Alarm ertönte. Sie fuhr hoch und knöpfte schnell ihre Hose wieder zu. Über das Intercom schrie ein Sicherheitsoffizier: "Lady Arwen! Verlassen Sie schnell die Suite! Ein unbekanntes Raumfahrzeug kommt mit 33000 km/h auf Sie zu, direkt auf das Panoramafenster!" Oh, scheiße! Arwen rannte nach draußen und den Korridor entlang Richtung Kommandozentrale. Da brach das Raumfahrzeug, das glücklicherweise durch die Notfalltraktorstrahlen enorm abgebremst worden war, durch das Fenster, durch die Rückwand der Suite, durch die Korridorwand, und wäre wohl explodiert, wenn dahinter nicht die Offiziersschwimmhalle mit dem gigantischen Wasserbecken gewesen wäre.

"Whiskey, Whiskey, Whiskey, Whiskey..." "Hier, bitte sehr, Lady Arwen!" Arwen nahm das Glas und genoss einen tiefen Schluck der goldbraunen Flüssigkeit. Das war knapp gewesen, sehr knapp! Wäre sie ein paar Sekunden langsamer gewesen, hätte sie der Aufprall dieses Idiotenschiffs zu Apfelmus verarbeitet. Allmählich fühlte sie sich wieder etwas besser. Nun wollte sie wissen, welches Arschloch dieses Schiff gesteuert hatte. Sie hoffte, dass der Pilot noch am Leben war, damit sie sich höchstpersönlich für diese grandiose Navigationsleistung bedanken konnte. Möglich war dies durchaus. Das Schiff wurde gerade aus der großen Sauerei geborgen.

"Lady Arwen, wir haben das Schiff jetzt hier im Nebenhangar 41 aufgestellt und werden es nun öffnen" teilte Moff Jerjerrod ihr via Intercom mit. "Ich komme, Commander". Arwen kippte den Rest Whiskey hinunter und machte sich auf den Weg. Als sie im Hangar ankam, waren die drei Insassen bereits aus dem Schiff befreit, zwei Menschen, die wohl interessanterweise durch Sauerstoffmangel draufgegangen waren und ein noch funktionierender Bordcomputer, den man vom Schiffswrack getrennt und ausgebaut hatte. Arwen schaute auf die beiden Menschen, irgendso ein Idiot und... Arwens Kehle schnürte sich zusammen. Nein! Das konnte nicht sein! Fast wurde ihr schwarz vor Augen. Charlotte! Liebe, liebe Charlotte! Das durfte nicht sein! Arwen hatte das Gefühl zu fallen, immer schneller und immer tiefer. Sie zwang sich, sich zusammenzureißen und rannte zu Charlottes leblosem Körper. Sie nahm Charlottes Kopf in ihre Hände, strich ihr zärtlich über die Wange und durch ihr Haar. Sie küsste Charlotte sanft auf die Lippen und legte dann ihren Kopf fest an Charlottes Brust. Charlotte war tot.

Fortsetzung folgt. zwinkern

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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 28.10.2005, 01:47                                  +/-

Charlotte war tot. Arwen hielt sie in ihren Armen. Hielt sie ganz fest. Charlotte war tot. Kein Mediziner der Erde könnte sie zurückbringen. Nicht einmal ein Mediziner der Palpatine-Galaxis wäre dazu im Stande. Arwen lies Charlottes Körper sanft zurücksinken. Die imperialen Offiziere trugen den Körper des anderen toten Menschen hinaus aus dem Hangar. Moff Jerjerrod stand neben Arwen. Er wartete wohl, bis Arwen bereit war, sich zu erheben, damit auch Charlottes Körper weggebracht werden konnte. Er ahnte nicht, welche Gedanken Arwen bewegten. "Das Band ist noch nicht zerrissen..." sagte Arwen leise zu sich selbst. Jeder Mensch hätte bereits aufgegeben. Aber Arwen war kein Mensch. Sie war eine Elbenprinzessin. Und es war noch nicht zu spät. "Das Band ist noch nicht zerrissen!"

Arwen erhob sich. "Was sagten Sie, Lady Arwen?" fragte Moff Jerjerrod devot und vorsichtig. Schnauze, Du Idiot, dachte sich Arwen, sprach es aber nicht laut aus. Es durfte jetzt nicht zu viel Zeit vergehen. Es war schon sehr viel Zeit vergangen, zu viel Zeit für einen Mediziner, aber das Band war noch nicht zerissen. Arwen wusste, was sie tun konnte. Aber es würde sie selbst töten. Sie war nicht stark genug dafür. Es sei denn, sie würde sich die Stärke aneignen. Dafür aber brauchte sie ein Opfer. Selbst danach würde es riskant sein. Aber es war die einzige Chance. "Lassen sie den Körper in die nächste Suite bringen!" befahl Arwen den Sturmtruppen. Dann wandte sie sich Moff Jerjerrod zu. Stramm und ängstlich wie immer stand er da. Auf eine ungewohnt weiche Art sagte Arwen: "Wären sie wohl so liebenswürdig, mich in die Suite zu begleiten, Moff Jerjerrod?"

Arwen schloss die Tür. Moff Jerjerrod stand in der Mitte der Suite, Charlottes bleicher toter Körper war auf dem samtenen Doppelbett aufgebahrt. Mit dem Rücken zum Raum zog Arwen ihren Elbendolch aus dem Gürtel. Die kurze schlanke Klinge aus Stahl war vor vielen Jahrtausenden geschmiedet worden, war aber so rein und unversehrt, als sei sie gerade erst in der Schmiede gehärtet worden. Sie drehte sich um, hielt dabei aber den Dolch auf dem Rücken. Moff Jerjerrod versuchte, ein betroffenes Gesicht zu machen, aber es gelang ihm nicht ganz, seinen üblichen dämlich-nervösen Gesichtsausdruck abzulegen.

Insgeheim hatte er die Hoffnung, dass Lady Arwen sich ob des Verlusts besonnen haben mochte und nun vielleicht etwas freundlicher und umgänglicher sein würde. Vielleicht wollte sie, dass er sie nun tröstete. Immerhin war sie eine zarte Frau.... Sexy... Vielleicht wollte sie noch mehr... Jetzt trat sie gerade auf ihn zu. Moff Jerjerrod unterdrückte den Impuls, sein Schleimbolzengrinsen aufzusetzen, mit dem er all die unterprivilegierten Mädchen reihenweise rumgekriegt hatte. Die Kleine mag mich, dachte er sich, aber zu einer Fortsetzung dieses Gedankengangs kam er nicht mehr, denn der Freilauf seiner lüsternen Phantasie wurde jäh und äußerst unerfreulich dadurch unterbrochen, dass Arwen ihm blitzschnell und kraftvoll die stählerne Dolchklinge in die Brust rammte.

Voller Schmerz schrie Moff Jerjerrod auf. Arwen zog den Dolch schneidend aus der Wunde, was nur einen noch stärkeren Schmerz auslöste. Moff Jerjerrod brach in die Knie und brachte kaum einen Ton mehr heraus, seine Lungenflügel brannten wie Feuer. Ohne auch nur ein Wort zu sagen, führte Arwen in kalter, brutaler Entschlossenheit den Dolch an seinen Hals und schnitt ihm die Schlagader durch. Sofort ließ sie den Dolch fallen, umklammerte seinen Hals und trank das Blut, das mit unbändiger Kraft hervorsprudelte. Moff Jerjerrod war nicht mehr in der Lage, sich zu wehren. Nach kurzer Zeit war alles vorbei, und Arwen ließ den toten Körper auf den feuchten, blutbesudelten Samtteppich der Suite gleiten.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 28.10.2005, 08:46                                  +/-

Überrascht Meine Methode wäre nicht so blutig, aber gut, lass ich dich mal machen... *schluck*


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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 28.10.2005, 10:18                                  +/-

Arwen goes underworld…


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 30.10.2005, 02:52                                  +/-



Bastet blickte erwartungsvoll auf dem Tisch umher. Das feinste Silber des Imperators war gedeckt, auf einer Tischdecke aus schneeweißer arkturanischer Megaseide, das stimmungsvolle Licht der Ewokfettkerzen brach sich im funkelnden Kristallglas aus Esgaroth. Alles war perfekt.

"Er chrr wird nicht chrr kommen." Der junge Skywalker war schlecht zu verstehen, er trug die Maske seines Vaters, vorsichtshalber, wie es ihm Bastet geraten hatte.

"Er wird kommen." Bastet lehnte sich zurück und wies den goldglänzenden Service-Droiden an, den Fischgang zu servieren. Die Zeit war reif und der Fisch war es auch. Es gab Surströmming, eine altägptische Delikatesse aus vergorenem Raumfisch, der 14 000 Jahre in Nilschlamm eingegraben wurde und dann noch 7 Monate in goldgelbem Kamelurin reifte, bis er die unverwechselbare graugrüne Färbung angenommen hatte und den noch viel unverwechselbareren vollreifen Gestank. Surströmming gilt als die stinkendste Substanz im Universum und fällt in über 400 Sonnensystemen unter das Verbot biologischer Kriegsführung. Die von den Fäulnisgasen verbeulte Dose Surströmming, die Bastet unter nicht unerheblichen Mühen und nur mit der Hilfe eines etwas zwielichtigen Hyperraum-Schmugglers und dessen zottigen Kompagnons aufgetrieben hatte, war auf dem Grunde eines Stickstoff-Brunnens 2000 Meter unter dem Eispanzer eines unbewohnten Mondes eines weit entfernten Planeten in einem völlig anderen Sonnensystem geöffnet worden. Der Mond wurde anschließend gesprengt, der Fisch aber in einem versiegelten Spezialtank an Bord eines Strafgefangenenkreuzers zum Todesstern geschafft. Und nun aufgedeckt.

"Ah, riecht diesen Duft, Meister Luke. Das ist die Unsterblichkeit!" Bastet zog genüsslich die schwefelgelbe Duftfahne ein, die von der Silberplatte ausging, der junge Skywalker krallte sich mit der einen Hand am Tisch fest und drehte mit der anderen hektisch an den Regulatoren seines Mundstücks. Sein Schnaufen klang gequält und metallisch: "Ein Fisch chrr der so chrr riecht, ist schon seit langem nicht mehr chrr unsterblich.." keuchte er unter seinem übergroßen Helm hervor. Bastet beachtete ihn nicht, sie zerlegte den Fisch geschickt in drei Teile und verteilte ihn auf die Teller. Der Jedi hielt sich nur noch mit Mühe aufrecht und murmelte immerzu irgendwas von der Macht, die ihm beistehen möge, aber nur ganz leise, er hatte gelernt, die Göttin nicht zu verärgern. In der Ecke verendete stumm der Servicebot. Bastet faltete ihre Serviette und beobachtete aus den Augenwinkeln den leeren Platz zu ihrer Rechten. Es konnte sich nur noch um Augenblicke handeln, der Duft würde ihn anlocken, kein Schakal kann Surströmming widerstehen!

"Es gibt Fisch, Schwester?" Anubis leckte sich nervös die Schnauze, seine kleinen, misstrauischen Augen flogen im Raum hin und her. Mit einer Handbewegung brachte er den quengelnden Schleusenalarm, den sein plötzliches Erscheinen ausgelöst hatte, zum Verstummen, dann rückte er sich den leeren Stuhl zurecht. "Aber warum denn, haben wir was zu Feiern?" Der schakalköpfige Gott der Unterwelt wandte keinen Blick von der Fischplatte, seine Finger zuckten in unverhohlener Gier. Ein Speichelfaden tropfte aus seinem Mundwinkel.

"Darf ich meinem geliebten Bruder nicht ein Mahl bereiten?" fragte Bastet ohne jede Ironie, ihr starrer Katzenblick ließ den Totengott nicht aus den Augen. "Es ist lange her, dass wir zusammen speisten, und Ihr müsst hungrig sein. Greift zu!" Das ließ sich Anubis nicht zweimal sagen, gierig schob er sich die modrigen Fischstücke in den Rachen, leckte sich die Finger, schloss genießerisch die Augen, kaute selig, rülpste heftig, die Deckensprenkler gingen an, der Jedi hing über der Tischplatte und rang nach Atem, schließlich schleckte Anubis die Silberplatte sauber, bis sie glänzte. Bastet hatte sich nur ein kleines Stückchen der Delikatesse stiebitzt und genoss die orgiastischen Geschmacksexplosionen auf der Zunge, aber das musste reichen, sie hatte kühlen Kopf zu bewahren.



"Ahhhh..."

Anubis, der noch den Teller des Jedi geleert hatte, da dieser nur wie abwesend zu Boden starrte, schleckte sich die Finger, die Mundwinkel, die Barthaare und die Serviette ab und lehnte sich zufrieden zurück. "Das war gut.. aber jetzt raus mit der Sprache, was willst du von mir, Schwesterchen?" Bastet schaute ihn arglos und voll unschuldiger Überraschung an, ein Blick, den sie nach 3000 Jahren Üben ziemlich gut drauf hatte. "Aber, Bruder, wohin denkt Ihr? Was sollte ich von Euch verlangen wollen?" Anubis fiel nicht darauf herein. "Wer ist es diesmal?" knurrte er und eine Reihe schneeweißer Zähne blitzte gefährlich auf. Bastet, die wusste, wann ihre List am Ende war, gab unumwunden zu: "Ein Mensch. Eine Frau."

"Eine Sterbliche!" Anubis spuckte das Wort aus wie jeder, der kein ägyptischer Gott war, ein Stück Surströmming ausspucken würde, würde er es je essen, was allerdings schwer vorstellbar ist. Die wenigen unerschrockenen Gourmets, die diese Herausforderung bisher angenommen hatten, starben alle ohne Ausnahme, lange bevor sie die Delikatesse auch nur auf der Gabel hatten. Manche schon, bevor die Dose überhaupt geöffnet wurde. Bastet schnurrte nun wie ein gut geölter Ewokzerkleinerer: "Eine Sterbliche, aber keine gewöhnliche. Sie ist.. war...anders.. sie war meine... wie ich soll ich es sagen?" Zum ersten Mal seit 3000 Jahren sah Anubis seine geschmeidige Schwester nach Worten suchen, erstaunt blinzelte er sie an. Und stellte mal wieder fest, dass sie schon recht sexy war, mit ihren großen Ohren (Anubis stand einfach auf Ohren), ihren endlos langen Schnurrhaaren (Schnurrhare sind ziemlich attraktiv, wenn man ein Schakal ist) und diesem perfekten Körper... Bastet legte sich die Worte zurecht: "Sie war meine.. Herrin. In gewisser Weise."

"Deine Herrin? Was ist denn das wieder für ein Unsinn?" Anubis kratzte sich konzentriert zwischen den Zähnen, um auch noch das letzte Fitzelchen des köstlichen Raumfischs zu erwischen. "Sie ist eine Sterbliche, logisch, sonst würde sie kaum in meinen Zuständigkeitsbereich fallen, nicht? Wie also konnte sie deine Herrin sein? So was gibt es nicht. Das ist widernatürlich!"

"Nein." Bastet schaute ihm in die mitleidlosen, gelben Schakalsaugen. "Das ist Liebe."

Anubis schaute etwas glasig zurück, das Mahl zeitigte Wirkung, sein scharfer Verstand schwamm in Kamelurin-Sud, seine tief gehende Verachtung aller Sterblichen wurde vom salzig-herben Geschmack des Surströmming überlagert. Jetzt noch eine Dillgurke und es wäre perfekt, dachte Anubis, während er sich die Sache mit der Sterblichen durch den Kopf gehen ließ.

"Ich wäre Euch wirklich verbunden, würdet Ihr mir in dieser Sache entgegen kommen, Bruder." unterbrach Bastet seine Gedanken und reichte ihm einen Teller mit Dillgurken. "Sehr verbunden. Bedingungslos."

Der junge Skywalker hob den Kopf, er schien aus einer tiefen Ohnmacht zu erwachen. Der seltsame Klang in Bastets Stimme hatte seine Aufmerksamkeit erregt.

"Ich würde alles für Euch tun, was Ihr Euch wünscht." flötete Bastet und dankte der uralten Regelung, die Inzest für ägyptische Götter nie wirklich zu einem Problem gemacht hatte. Andere Religionen konnten da ja recht kleinlich sein. "Alles, was Ihr Euch so oft gewünscht habt, mein Bruder..."

Der Jedi saß nun bolzengerade und starrte mit den toten, schwarzen Insektenaugen seines Visiers von einem zum anderen. Bastet dachte kurz daran, ihm einen Hodenkrebs groß wie eine Orange anzuhängen, diesem geilen Bock, aber ermahnte sich stumm. Erst musste sie Charlotte aus dem Totenreich zurückholen, bevor es diese bluttrinkende, abgrundtief böse Elbenschlampe tun würde, mit ihrem falschen Elbenzauber! Soviel war Bastet Charlotte schuldig, für all die Streicheleinheiten, das Dosenfutter und die verträumten Morgende, wenn sie die junge Französin mit ihrer kalten Katzennase wach gestupst hatte und Charlotte dann immer so unglaublich süß gegähnt hatte und der Träger ihres Hemdchens runterrutschte, während Yvan gleich daneben ratzte wie ein Stein, dieser Dämmlack... Bastet riss sich zusammen. Alles der Reihe nach. Erstmal würde sie den aufgegeilten Jedi abservieren und dann würde sie ihrem arroganten, menschenfeindlichen Chauvinistenschwein von Bruder wohl einen blasen müssen, so was half ja immer.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 30.10.2005, 12:35                                  +/-

rolling on the floor...
Spitze! Spitze (Aber auch doof, ich wollte doch selbst einen Handlungsstrang mit Surströmming schreiben. Gut, dann eben nicht.)


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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 30.10.2005, 12:46                                  +/-


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 00:17                                  +/-



Intermezzo

"Und wir müssen alle diese blauen Jeanshemden tragen?"

Charlotte zupfte unwillig an ihrem Ärmel herum, sie war schließlich nicht umsonst zweimal hintereinander zur bestangezogensten Frau Frankreichs gewählt worden. "Ich mein', das ist total 1980. Sorry, Papa."

Serge Gainsbourg grinste und legt seiner Tochter den Arm um die Schulter. Aus seinen Augen blitzte der Schalk. "Tja, Vorschrift. Alle Neuankömmlinge müssen die tragen, bis sie auf die Stationen weiter verteilt werden. Furchtbar bürokratisch alles." - "Aber warum hast du dann das Zeug immer noch an?" Charlotte sah an ihm hinunter und schmiegte sich gleichzeitig fester in seinen Arm. "Du bist doch schon ewig hier?" Ihr Vater zuckte die Achseln und entblößte seine nikotingelben Zähne. "Schlechte Führung" sagte er und lachte heiser. "Die können sich einfach nicht entscheiden, wohin mit mir. Ich habe ja den Rock'n'Roll-Olymp beantragt, aber weißt du, das ist hier wie in der Armee, du kommst nie dahin, wo du hin wolltest."

Charlotte lachte, es war so schön, ihren Vater nach wie viel Jahren? 10? Nein, mehr, nach 14 Jahren wiederzusehen. Leider hatte sie dafür sterben müssen, der Gedanke betrübte sie doch, aber sie drängte ihn immer wieder aus ihrem Kopf. Erst mal im Augenblick leben.. nein, das war wohl ein schlechter Begriff. Im Augenblick.. tot sein. Ja, erst mal tot sein, dann sieht man weiter.

"Sag, wie läuft es mit der kleinen Elbin? Schnickschnack? Hm?" Charlotte sah ihren Vater mit etwas gespielter Empörung an: "Papa!" Woher wusste er das überhaupt? Serge packte sie fester und schüttelte sein kleines Mädchen durch. "Haha, was glaubst du wohl, was man alles weiß, wenn man tot ist! Du arbeitest jetzt also in der Vaginalabteilung, hab ich gehört..?" - "PAPA!" Charlotte wurde rot, sie war die direkte Art des enfant terrible, das ihr Vater sein Leben lang verkörpert hatte, nicht mehr gewohnt, musste aber doch grinsen, als sie antwortete: "Na ja.. du weißt schon.. Frauen!" Ihr Vater blickte theatralisch zur Decke und seufzte. "Ahh, Frauen... die fehlen mir hier am meisten.." - "Wieso, es müssen doch ständig Frauen hier vorbeikommen?" warf Charlotte ein. "Ja schon..," ihr Vater schaute trübsinnig zu Boden, "..aber die wissen immer ganz genau, was sie wollen, und schwupps, sind sie weg. Und ich häng hier rum." - "Ooch, armer kleiner Papa.." Charlotte lachte ihren Vater an, sie wusste ja genau, dass an ihm so schnell keine Frau ungeschoren vorbei kam. Frauen.. sie musste plötzlich an Arwen denken und wurde traurig. Sie würde sie also doch nicht wiedersehen, nie, nie mehr. Nie, nie, nie-nie-nie-mehr... in tausend Jahren nicht. Denn Arwen war unsterblich, sie wären nun also für immer getrennt. Nicht einmal die letzte Hoffnung, die doch jeder Sterbliche hat, den geliebten Menschen im Tode wiederzusehen, blieb ihr. Charlotte schossen die Tränen in die Augen und sie tat sich kräftig selbst Leid.

"Aber, aber.. was hat mein Mädchen?" Serge strich ihr durchs Haar, sein strenger Geruch nach Tabak und Schweiß beruhigte Charlotte, sie zog die Rotze hoch und legte ihren Kopf auf Serges Arm. "Ach weißt du, ich hab nur an Arwen gedacht, also die Elbin.." Serge nickte und kramte nach Kippen. "Ich werde sie nie wiedersehen, denn sie kann nicht sterben." Serge nestelte ein Päckchen Gauloises ohne Filter aus seiner Brusttasche "Ach was, was heißt das schon?" Geschickt öffnete er das Päckchen und steckte sich eine Zigarette zwischen die Lippen, ohne seinen Arm von Charlottes Schulter zu nehmen. "Und überhaupt", er forschte nach Feuer, "du musst auch nicht sterben, wenn du es nicht willst." Er kramte ein verkratztes Gasfeuerzeug in Form eines Schiffes hervor und steckte sich die Zigarette an. Das Schiff blinkte blau und rot, Charlotte musste lächeln. Sie hatte fast vergessen, dass ihr Vater diese Schwäche für wertlosen Tand hatte, nichts konnte ihm geschmacklos und sinnfrei genug sein.

"Aber was heißt das, ich muss nicht sterben?" Sie schaute ihn kritisch von der Seite an. "Ich bin doch schon tot?"

Serge blies einen perfekten Rauchring und sah ihm versonnen nach. "Jaa schon.." sagte er gedehnt. "Aber das liegt auch an dir. Ich habe den Eindruck, du bist noch nicht reif für den Tod. Du hast noch zuviel zu regeln, da oben." Er schaute sie an. "Mit dieser Elbin zum Beispiel. Ist sie denn wirklich die große Liebe?" Charlotte nagte an ihrer Unterlippe. Ja, wenn sie das wüsste! "Ich weiß es nicht. Ich dachte, sie wäre es. Jetzt.. weiß ich es nicht mehr. Ich habe sie so lange nicht gesehen und sie war auch ziemlich komisch zuletzt." Charlotte genoss es, ganz frei von der Leber weg sprechen zu können, wie damals, als sie als Kind mit allem zu ihrem Vater kommen konnte. Vorausgesetzt, er war nicht gerade auf Tournee oder vögelte ein Chormädchen. "Vielleicht braucht ihr diese Auszeit." Ihr Vater paffte nun wie ein Teerofen. "Vielleicht solltet ihr gar nicht mehr zusammen kommen. Schau mich an.. und Jane. Wir haben uns am besten verstanden, als wir nicht mehr zusammen waren. Sie war so eine tolle Frau!" Serge blinzelte gegen den Rauch, der ihm in die Augen stieg. "Wir haben uns geliebt, aber wir haben uns das Leben gegenseitig schwer gemacht.. so unsinnig schwer. Als Paar waren wir eine Katastrophe, aber als Freunde ein Erfolg." Er grinste Charlotte an. "Gut aber, dass wir vorher noch dich angefertigt haben, war natürlich meine geniale Idee, mein kleiner Spatz."

Charlotte ließ sich seine Worte durch den Kopf gehen. Vielleicht hatte er recht? Vielleicht war es besser, diese Liebe als vergangen zu betrachten. Sie waren einfach zu verschieden, Jahrtausende und komplett unterschiedliche Fandoms trennten sie. Sie richtete sich auf und blickte Serge geradeheraus an. "Und wie könnte ich dem Tod entgehen? Wenn ich noch was zu regeln hätte, da oben. Mal angenommen?" Serge drückte die Kippe aus und grinste spitzbübisch. "Lass dir was einfallen. Es ist nur eine Geschichte, das denkt sich doch alles nur einer aus. Und glaubst du wirklich, der weiß besser, was gut für dich ist als du selber?" Er verstaute die Zigaretten wieder in der Hemdtasche und drückte Charlotte das Gasfeuerzeug in die Hand, sie schloss die Finger fest um das kleine Schiff. Er zwinkerte sie an: "Es ist nur eine Geschichte. Alles ist möglich!"



Dann war ihr Vater verschwunden, genauso überraschend wie er gekommen war. Charlotte öffnete die Hand, das Feuerzeug war noch da, schwer und kühl lag es auf ihrem Handteller. Sie ließe es aufflammen und beobachtete die albernen Lichter, die zwischen Bug und Heck hin und her huschten wie Glühwürmchen. Sie lächelte.


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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 04:18                                  +/-

Arwen fühlte die hinzugewonnene Lebenskraft, die sie durchströmte. Sie stand auf und verschwendete keinen Blick auf den toten, ausgebluteten Körper Moff Jerjerrods. Sie griff nach dem Elbendolch, den sie fallengelassen hatte. Sie fühlte, dieses Opfer hatte ihr die nötige Kraft gegeben, Charlotte zu erretten, sie zurückzubringen. Sie hoffte es! Es war immer noch riskant. Arwen wusste, dass der kraftvolle, geradezu euphorische Zustand, in dem sie sich jetzt befand, trügerisch war. Sie würde diese ganze Kraft benötigen, um das auszuführen, was sie vorhatte.

Charlotte lag auf der rechten Seite des samtenen Doppelbetts. Arwen kniete sich auf die linke Seite. Sanft nahm sie Charlottes Unterarm in ihre Hand. Mit der anderen Hand erhob sie den Dolch und führte die stählerne Elbenklinge ganz nahe an Charlottes zarte Haut heran. Dann vollführte Arwen sehr behutsam den Schnitt, setzte danach den Dolch sofort an ihren eigenen Unterarm und schnitt sich selbst ebenso behutsam ins eigene Fleisch. Süßer Schmerz überkam sie dabei, und schnell presste sie ihre blutende Wunde gegen den Schnitt am Arm ihrer Geliebten.

Dies war nur der erste Schritt. Arwen ließ ihr elbisches Blut sein Werk tun. Schwach und zaghaft kehrte Leben in Charlottes Körper zurück, aber noch war Charlotte weit, sehr weit entfernt. Nun musste Arwen alles riskieren. Sie atmete entschlossen durch, erhob den Dolch erneut und schnitt sich selbst tief, schmerzend tief in den Unterarm. Schnell legte sie ihre offene Wunde an Charlottes Mund. Arwens hervorsprudelndes Blut benetzte Charlottes Lippen, ihre Zunge, ihren Gaumen.

Arwen spürte, wie sie schwächer wurde. Schwächer und schwächer. Als sie nichts mehr geben konnte, kurz bevor die drohende Bewusstlosigkeit sie übermannen würde und sie verblutet wäre, zog sie ihren Arm zurück und band ihn ab. Die Wunde würde schnell heilen. Falls sie... Falls sie überhaupt am Leben bliebe. Arwen wurde schwarz vor Augen. Sie kippte zurück auf das samtene Bett, lag nun neben ihrer geliebten Charlotte, die sie zurückbringen wollte. Nun war ihr beider Schicksal ungewiss. Arwen kämpfte dagegen an, das Bewusstsein zu verlieren. Sie hatte Charlotte den Lebensfunken eingehaucht, sie zurückgebracht, bevor es zu spät gewesen wäre. Aber war sie auch stark genug gewesen? Würde Charlotte erwachen? Oder ein zweites Mal sterben... Arwen wusste und fühlte, dass sie selbst ebenfalls am Rande des Todes stand. Mit allerletzter Kraft führte sie ihre Hand zu Charlottes Hand. Mit ihren Fingern strich sie zärtlich über Charlottes Handrücken. Dann verlor sie das Bewusstsein. Arwen und Charlotte lagen nebeneinander auf dem samtenen Doppelbett, beide in sonderbaren, fiebrigen Träumen verloren, während ihre Körper darum kämpften, nicht zu sterben.

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BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 16:53                                  +/-



Das Buch Charlotte

Father Ahern erklomm hustend die Stufen zur Kanzel, während die letzten Kirchgänger geräuschvoll auf ihren Bänken Platz nahmen. Der ewige Regen prasselte aufs Dach, an ein, zwei Stellen auch hindurch auf die groben Steinfliesen der kleinen Kirche von St. Patrick-in-the-Fields. Es war kalt und klamm im Kirchenschiff und Dampf waberte über den dicht gefüllten Reihen. Father Paddy Ahern schlug die schwere Bibel auf, die vor ihm auf dem Pult lag und kramte umständlich nach seiner Lesebrille. Der Organist verausgabte sich an seinem misstönenden, durch und durch verfaulten Instrument und übertönte das erwartungsvolle Gemurmel der Menge. Jeder, den nicht Krankheit oder dringliche Geschäfte zu Hause hielten, war gekommen, von Kilibegs bis Croacklochvárna, das Gerücht hatte die Runde gemacht, dass Father Ahern heute ein donnerndes Strafgericht vorbereitet habe, um die Sünden der Gemeinschaft anzuprangern. Father Aherns donnernde Strafgerichte waren legendär, auch wenn er in letzter Zeit nicht mehr so ganz auf der Höhe war. Tatsächlich, er hatte schon mal besser ausgesehen, mager war er, und dann dieser ewige Husten... in seinen Augen aber funkelte derselbe glühende Eifer wie eh und je. Father Ahern war ein waschechter Fanatiker und sowas wurde in dieser abgelegene Weltecke honoriert, denn viel an Unterhaltung war ja nicht geboten.

Die letzten Orgeltöne verendeten röchelnd, Father Ahern räusperte sich und schnäuzte sich in ein gigantisches Schnupftuch. Das Gemurmel ebbte ab, bald hörte man nur noch das tropf-tropf der undichten Stellen im Dach und die vor Hunger weinenden Kleinkinder in den hinteren Reihen, wo die landlosen Tagelöhner kauerten. Lady d'Arbanville, ganz vorn in ihrer angestammten Familienloge, rückte sich erwartungsvoll den Fuchspelz zurecht, die wohlhabenden Vertreter der Steckrübengenossenschaft strichen sich über ihre gestreiften Westen und spielten mit ihren Siegelringen. Father Ahern begann mit seiner Predigt:

Zitat:
Buch Charlotte, 17,4

Donnernd rollte seine immer noch eindrucksvolle Stimme durch die Kirche, einige der etwas gewissenhafteren Frauen vom Kirchenchor schauten sich fragend an, Buch Charlotte?

Zitat:
Und der HErr sprach: Schön, dass Du keinen Streit mit mir willst. Würde Dir auch nicht allzu gut bekommen.

Father Ahern funkelte über den Rand seiner Lesebrille, sein Adlerblick strich über die Reihen, als suchte er den Unglücklichen, der unvorsichtig genug wäre, mit ihm zu streiten. Es war mucksmäuschenstill.

Zitat:
Denn wahrlich, wenn Du nicht zu erbärmlich und unbedeutend wärst, um Dein Geschwafel ernst zu nehmen, würde ich einfach mal bei Euch in Eurem Land der irischen Dorftrottel und Bauerntrampel in Eurem Kuhkaff vorbeischauen, Dir den Arsch über die Ohren ziehen und Dich in kochender Schweinepisse ersäufen, denn siehe, ich bin der HErr!

Father Aherns wachsbleiches Gesicht fand allmählich seine alte Röte wieder, er sprach nun freier, nur ab und zu warf er einen Blick in die ledergebundene Schwarte vor ihm.

Zitat:
Das gilt natürlich ebenso für Deinen verehrten Ehegatten, das arschgefickte Suppenhuhn!

Die Gemeindemitglieder blickten sich verstohlen an. Das war starker Tobak, erstaunlich, welch ungewöhnliche Bibelstellen Father Ahern immer so auf Lager hatte!

Zitat:
Und du sollst wissen, er treibt es übrigens heimlich mit den Ziegen auf dem Feld. Hat er Dir wahrscheinlich nicht erzählt, oder? Doch wisse, manchmal, wenn er auf Abwechslung aus ist, muss auch mal ein Ziegenbocke herhalten.

Der Pastor der kleinen Gemeinde schrie nun fast, seine Schäfchen duckten sich unter dem Donner seiner Worte, sie fühlten sich alle schuldig, selbst die, die noch nie eine Ziege angerührt hatten. Die Rübenzüchter in der ersten Reihe blickten starr zu Boden, niemand wagte seinen Nachbarn anzusehen, kalter Schweiß stand ihnen auf der Stirn. Father Ahern schlug mit der Faust auf die Bibel, dass der Staub aufwirbelte:

Zitat:
Kein Wunder, dass er Dich nicht ordentlich durchknallt und Du frustriert bist. Aber wer will ihm das übelnehmen? Bist ja auch hässlich wie ein Warzenschwein, da sind Ziegen im direkten Vergleich schon die geringere Scheußlichkeit.

Die bleichen Mienen der Frauen und das schuldbewusste Nicken aus der ersten Reihe feuerten seine heilige Wut nur noch an:

Zitat:
Anbei übrigens meine geilsten, versautesten SM-Lesbenpornobilder, damit Du mal siehst, was Dir alles so entgeht. Kannst es Dir ja beim Anschauen mit einer Deiner Steckrüben besorgen. Hochachtungsvoll, der HErr!

Father Ahern warf mit beiden Händen kleine bunte Bilder von der Kanzel, sein Kopf war knallrot und angeschwollen wie eine vollreife Steckrübe, seine Lesebrille baumelte ihm an einem Bügel vom Ohr herab. Mit fahrigen Bewegungen wirbelte er ein zerknittertes Blatt Papier auf, das zwischen den Seiten der alten Bibel gelegen hatte, er achtete nicht darauf, oh, er hatte es ihnen wieder so richtig gezeigt, diesen verderbten Sündern, diesem Abschaum, diesen gottlosen Phillistern! Er war die Stimme des HErrn und der HErr hatte ihn erwählt und ihm versaute SM-Lesbenpornobildchen geschickt, um ihm seine Gnade zu zeigen. Oh ja!

Geile, versaute Lesben-Peitschen-Bilder, Father Ahern fühlte wieder, wie das Blut ihm durch den Körper toste, ein peitschendes Lesbeninferno! Diese Sünder! Alles sündigen sie, bei Tag und bei Nacht, aber er wird sie dafür züchtigen, mit Peitschen! Im Namen des HErrn wird er sie spanken, die geilen SM-Lesben zuerst, und dann die verkommenen Rübenschänder, ihnen soll auf ihre Rübe gezahlt werden, doppelt und dreifach, wie es der HErr befahl!

Erregt blickte Father Ahern von der Kanzel herab auf die furchtsam zusammengekauerte Sünderschar, die er seine Gemeinde schimpfte, und das heilige Feuer brannte so heiß in ihm, dass er sich die Soutane vom Leib riss und lustvoll zu masturbieren begann. Lady d'Arbanville täuschte eine Ohnmacht vor, die Frauen vom Kirchenchor stießen spitze Schreie aus, die Kinder der Tagelöhner heulten sich vor Angst die Seele aus dem Leib und die Steckrübenzüchter sahen sich beklommen und wissend an. Keine Frage, Father Ahern war dem Meereswahnsinn zum Opfer gefallen, schon wieder. Und diesmal schien es schlimm zu sein.

Draußen tanzte der Briefträger durch den Regen.


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BeitragVerfasst am: 01.11.2005, 22:03                                  +/-

Planet der Wichser

In halsbrecherischem Parabelflug stürzte das Raumschiff auf die Bergkuppe zu, zog mit heulenden Triebwerken den vom Eintritt in die Atmosphäre rotglühenden Bug im letzten Moment empor, polierte wie ein überdimensionaler Schmirgel Gottes über einen Felsgrat und stürzte endlich auf der anderen Seite senkrecht herab in einen See kristallklaren Bergquellwassers. Nur sehr risikofreudige Flieger, komplette Vollidioten oder Autopiloten vermögen ein Raumschiff so zu steuern.



Während das Schiff langsam zischend in den Wogen versank, weckten die Lebenserhaltungssysteme die zwei verbliebenen Besatzungsmitglieder, Deckoffizier Smaug und Professor Bernetar, aus ihrem kryogenischen Winterschlaf. Leicht betrübt stellte Bernetar fest, dass die lebenswichtigen Systeme bei seiner Kollegin versagt hatten. Frau Dr. Aften-Stjerne lag mausetot und langsam faulend wie ein Hering in einer Dose Surströmming in ihrer Koje. Sein süßer kleine Abendstern, der sich ihm wieder und wieder hingegeben hatte, dessen Brille immer beschlug und der ihm in die Schulter gebissen hatte, während der idiotische Smaug schon lange in seiner Kabine an der Matratze horchte.



Noch einem letzten Blick auf die Anzeigen, dann rettete sich Bernetar mit einem Kopfsprung aus der geöffnete Luke, dem schmerbäuchigen Deckoffizier folgend, der vor ihm kraulend das Ufer des Sees erreich hatte. Smaug begann sofort zu nörgeln, wie es seine Art war:

"Wenn wir wenigstens wüssten, wo wir sind. Hast du nicht die geringste Ahnung, Käpt'n?"
"Wir sind etwa 320 Lichtjahre von der Erde entfernt, auf einem unbekannten Planeten, der sicherlich zur Gruppe des Orion gehört. Offenbar hat der zuständige Deckoffizier beim Einprogrammieren des Kurses geschludert und sollte deshalb mit Laserpeitschen gespankt werden, bis seine Arschbacken aufplatzen und zu bluten anfangen."



Nach Bernetars schlagfertiger Replik herrschte erst einmal eisige Stille - daran hatte Smaug zu knabbern. Doch ebenso erbarmungslos wie der gefräßige Schweißhund von Traal einem waidwunden Tier nachstellt, setzte Bernetar noch einen drauf: "Abgesehen von deiner grenzenlosen Dummheit, die nur auf Verkalkung im Oberstübchen zurückzuführen sein kann, wirkst du ziemlich jung für jemanden, der gerade 2031 Jahre alt geworden ist. Denn die Erde, wie wir sie gekannt haben, existiert nicht mehr - die Borduhr hat es bestätigt."
Die Anspielung auf den Effekt der Zeitdilatation verfehlte seine Wirkung nicht: Simple Gemüter zeigten sich davon stets beeindruckt, das wusste Bernetar. Gerade deshalb hatte man ihn, einen zynischen Reaktionär, als Missionsleiter ausgewählt. Bernetar ließ sein charismatisches Perlweißlächeln aufblitzen und folterte Smaug noch eine Weile mit einer detaillierten Beschreibung des Zwillingsparadoxons, die dieser Simpel so bestimmt nicht in der intergalaktischen Online-Enzyklopädie hätte nachschlagen können. Dann machten sie sich auf den Weg durch das unwegsame, von tiefen Erdspalten durchzogene Gelände.



Innerhalb von drei strammen Tagesmärschen erreichten sie die Küste eines großen Salzsees oder Meeres. Nachdem sie mehrere Stunden ziellos am Strand entlanggeirrt waren, fanden sie einen ausgemergelten Alten und seinen servilen Roboter in einem Loch im Boden sitzend. Der Eremit brabbelte wirr und unverständlich, aber das Elektronengehirn war zur Kooperation bereit. Es erzählte ihnen, dass der Einsiedler von einer Gruppe von Menschen abstamme, die sich selbst "Die Wichser" nannten. Diese wiederum hätten sich von den "Idioten" abgespalten, die oberirdisch in primitiven Erdlöchern lebten, während der Rest, "Die Arschlöcher", in unterirdischen Höhlen Zuflucht gesucht habe. Die Idioten aber seien einst von einem anderen Planeten gekommen. Und zwar seien dort bestimmte Berufsgruppen oder Bevölkerungsschichten zwangsausgesiedelt worden, um dem Problem der Überbevölkerung Herr zu werden. Irgendwann habe man einfach alle selbsternannten Film- und Theaterkritiker sowie Medienwissenschaftler in ein Raumschiff gesetzt und ins All hinausbefördert. Die automatische Steuerung habe das Schiff auf diesem erdähnlichen Gestirn niedergehen lassen. Dann sei es zu dem großen Krieg gekommen, aus dem die Wichser und Arschlöcher hervorgegangen seien. Der Streit habe sich an der Frage entzündet, was Kunst sei. In seinem Verlauf hätten sich beide Parteien gegenseitig fast ausgerottet. Was sie hier sähen, sei sein Herr, der Letzte der Wichser -- und während er dies noch weiter ausführte und während der Alte leise gluckste, spürten Bernetar und Smaug wie der Meereswahnsinn langsam von ihnen Besitz ergriff. Plötzlich verwendeten sie Begriffe wie "inadäquate Rezeptionshaltung", "erkenntnistheoretische Prämisse" und "post-post-moderne Scheißgesellschaft". So merkten sie gar nicht, wie die Sonne unterging und dabei die steil aufragende, von Möwenschissen überzuckerte Spitze der Freiheitsstatue im Gegenlicht illuminierte.


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BeitragVerfasst am: 07.11.2005, 18:15                                  +/-



Lange sah Anubis auf die wunderschöne Unsterbliche hinunter. Sein Herz pochte bis zum Hals, vergessen war der so lang ersehnte Quickie mit seiner Schwester, vergessen ihre Abmachung, vergessen die bleiche Menschenfrau, die neben der Elfe mit den ebenholzschwarzen Haaren lag und auch ohne sein Zutun bereits wieder zu sich zu kommen schien. Anubis' zugegeben nicht besonders großes Schakalsgehirn schien wie ausgetrocknet, zu keinem klaren Gedanken fähig.

Anubis war verliebt.

Eine Unsterbliche.. seine kleinen gelben Augen zogen die Elbin aus, er sah sie bereits so nackt und liebreizend und unendliche Wonnen versprechend vor sich stehen, wie sie ihm allzubald sein düsteres Lebens als Wächter des Totenreichs versüßen würde. Keine Frage, sie MUSS ihm gehören, muss ihm folgen hinunter in die Nekropole von Heliopolis, die schönsten Katakomben seines Palastes will er ihr schmücken, ein dienstfertiges Heer glitzernder Skarabäen soll seiner neuen Gemahlin jeden Wunsch von den graublauen Augen ablesen, ein Rudel unsterblicher Schakale wird ihren Leib wärmen in der Nacht und seinen Schatz verteidigen gegen jeden eifersüchtigen Gott, ja gegen den Tod selber!

Logik war nicht Anubis' Stärke.


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BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 02:14                                  +/-



Nur düstern Frieden bringt uns dieser Morgen;
die Sonne scheint, verhüllt vor Weh, zu weilen.
Kommt, offenbart mir ferner, was verborgen,
ich will dann strafen oder Gnad erteilen,
denn nie verdarben Liebende noch so
Wie diese: Arwen und Charlottoto.


Charlotte erwachte.

Der Raum um sie war düster und grau. Metall und schlecht verarbeitete Innenraumabdichtung. Kabel, die sich unverantwortlich nachlässig angebracht über die Hartplastikabdeckungen schlängelten, lose Enden, die tückisch hervorstachen wie die Zähne des gefräßigen Plapperkäfers von Traal. Keine Frage, sie war im Inneren eines imperialen Sternenkreuzers, wenn nicht auf dem ominösen Todesstern selber. Charlotte hatte all die Klagelieder des greisen Sabberlappens von Imperator immer noch im Ohr, wie unsauber die dentrassischen Leihschreiner arbeiten würden und dass ehrbares Handwerk heute gar nicht mehr den Stellenwert hätte wie damals zu Zeiten der Sithlords, blablabla.. Sie schaute sich um, sie fühlte sich schlaff und ausgebrannt. Sie konnte ja nicht wissen, dass sie gerade 17 Stunden klinisch tot gewesen war. Hätte ihr auch nicht viel geholfen, denn als sie den leblosen Körper ihrer Geliebten neben sich erblickte, brach ihr Herz.

"Arwen, Geliebte! Was ist mit dir? Sprich zu mir!"

Charlotte beugte sich über den erkalteten Körper. Sie konnte ja kaum ahnen, dass sich Arwens unsterbliche Seele bereits auf dem Weg nach Heliopolis befand, selbst wenn Charlotte gewusst hätte, um was es sich bei Heliopolis handelt. Sie war der pragmatische Typ, immer gewesen, Buchwissen interessierte sie eher marginal.

"Was ist das hier? Ein Becher, festgeklemmt in meiner Trauten Hand?"

Charlotte wand der Toten den Becher aus der starren Hand, in dem Arwen das Blut des unglücklichen Flottenoffizers aufgefangen hatte. Sie roch daran, verzog das Gesicht.

"Gift, seh ich, war ihr Ende vor der Zeit!"

Hier irrte die kesse Französin, es war der Geruch des Surströmming, der noch in der Luft hing, der ihre Sinne vernebelte. Arwen war an schlichter Blutarmut verstorben, vielleicht ein klitzekleines Bisschen nachgeholfen vom altägyptischen Totengott, aber so was sollte man auch nicht auf die Goldwaage legen.

"O Böse! Alles zu trinken, keinen gütigen Tropfen mir zu gönnen, der mich zu dir brächt? Ich will dir deine Lippen küssen. Ach, vielleicht hängt noch ein wenig Gift daran und lässt mich an einer Labung sterben.."

Charlotte war nicht umsonst ausgebildete Schauspielerin, die Zeilen des Barden kamen ihr wie von selbst über die Lippen. Sie küsste Arwens bleichen Leichenmund.

"Deine Lippen sind warm!"

Charlotte stutzte. Arwens Lippen waren warm! Aber.. dann war sie auch nicht tot.. oder sie war in einer Zwischenwelt gefangen, wie sie selber.. Moment, sie selber? Zwischenwelt? Wo war sie gewesen? Charlotte runzelte die Stirn, zum wiederholten Mal innnerhalb dieser nicht immer ganz glaubwürdigen Geschichte. War sie tot gewesen? Stimmen vom Gang her ließen sie aufschrecken.

"Wo ist es, Knabe? Führ uns!"

Schwere Schritte verharrten vor der Schleuse der Kammer, in der Charlotte sich aufgebahrt gefunden hatte, gemeinsam mit einer Unsterblichen, ihrer Unsterblichen! Jeden Moment würden Fremde sie finden, was sollte dann aus ihr werden? Und was aus ihrer Liebe? Sie musste Arwen retten, jetzt, in dieser Sekunde, es gab keine Wahl!

"Wie? Lärm? - Dann schnell nur!"

Sie nahm Arwens kalte Hand und führte sie zwischen ihre bebenden Schenkel.

"Dies werde deine Scheide! Roste da und lass mich sterben!"

"Jetzt ist aber mal gut!" Unwillig drückte Mike auf der Fernbedienung herum. "Das wird immer unglaubwürdiger und abstruser, sorry. Wenn das keiner von euch bemerkt, kann ich euch nicht helfen, aber mir reicht's! Ich hab echt noch Sinnvolleres zu tun, als mir diesen Mist anzuschauen." Der schlaksige Raumfahrtstudent kramte seine Sachen zusammen. Die anderen sahen sich verwundert an? Was sollte das jetzt wieder? Seit Mike sich am letzten Sonntag mit Juliane privat getroffen hatte, war er nicht mehr wiederzuerkennen. Neuerdings sah er sich sogar Filme nicht zu Ende an! Nicht mal, wenn er die Gebühr der Automaten-DVDthek zu übernehmen hatte, wie sie es turnusmäßig bestimmt hatten!! Das hatte es noch nie gegeben. Mike aber hatte bereits seinen biederen C&A-Blouson mit herausnehmbarem Innenfutter an. Und er ereiferte sich immer noch:

"Unsterblich, sterblich, tot oder doch nicht, hin und her, Anubis, Bastet, Elben, Serge Gainsbourg (wer ist das überhaupt??)... give me a brake!" schnaube Mike und wandte sich zum Gehen.

"A break" korrigierte ihn Lisa. "Oder was willst du mit einer Bremse?" Mike funkelte sie böse an: "Du kannst an einem gesprochenen Satz überhaupt nicht erkennen, wie ein einzelnes Wort geschrieben ist, du blöde Kuh!" Lisa verstummte. Das war starker Tobak! Aber Mike hatte recht, sie hatte nur billig auftrumpfen wollen. Sie WAR ein blöde Kuh, eine ganz unglaublich doofe Schrapnelle dazu. Sie hatte es verdient, dafür bestraft zu werden! Sie hatte es verdient, dafür tüchtig durchgespankt zu werden, genau, das würde ihr gerade recht geschehen!! Lisa spürte, wie sich die Oberflächentemperatur ihrer Arschbacken in purer Vorfreude signifikant erhöhte und Bilder des schlaksigen Raumfahrtstudenten, der es ihr mit seiner mächtigen Rute tüchtig auf ihre prallen, nackten Milchbrötchen zahlt, überschwemmten ihre Gedanken derart heftig, dass sie beinahe vergaß, mit Juliane zusammen aufs Klo zu gehen, so wie es die ewig gültigen Gesetze der Mädchenschaft vorschreiben.

"Stehst du eigentlich auf Mike?" fragte Juliane allzu nachlässig, während sie vor Gulbrand, dem gigantischen IKEA-Spiegel, ihre Brauen nachzog.

"Wenn ich nicht heute abend noch seinen heißen Samen durch meine Eingeweide strudeln fühle, möchte ich nicht länger Lisa heißen!" sagte Lisa mit Nachdruck. Juliane vollendete ihre Maske, ohne mit dem Mascara zu zucken. "Du stehst also auf ihn." stellte sie trocken fest, während sie ihre Schminkutensilien, die die gesamte Badablage in kürzester Zeit überwuchert hatten wie Schimmel ein sehr altes Lembasbrot, zusammenpackte. "Aber denk dran, immer safe bleiben!" ermahnte sie ihre alte Freundin, die eigentlich gar keine Freundin war, mehr so eine Zufallsbekanntschaft, bevor sie das Bad verließ. "So toll ist er gar nicht" wollte sie noch sagen, behielt es aber für sich, die Erinnerung an ihre Liebesnacht mit dem Raumfahrtstudenten war immer noch irgendwie merkwürdig überschattet.

Charlotte hingegen dachte nicht an Safer Sex, nicht an "Nur keine Körperflüssigkeiten austauschen" und auch nicht an "Und um Gottes Willen NICHT KÜSSEN!", als sie Arwens kalte Lippen liebkoste und ihre klaffenden Schnittwunden am Arm mit heißen Küssen bedeckte. Es war nicht wirklich hygienisch. Aber drauf geschissen, denn das ist die wahre Liebe, meine Herren, da beißt die Maus keinen Faden ab! Die Mädels stehen einfach aufeinander, Unsterblichkeit hin, ägyptische Götter her! Die Große Liebe! Wer kann schon von sich sagen, so etwas je erlebt zu haben? Wer hat denn je geliebt? Wer hat denn je diesen seligen Schauer verspürt, den selbst der kleinste Atemzug des geliebten Menschen, der zarteste Seufzer hervorruft? Oh diese Lust, Lust zu schenken! Wie kann ein Mensch leben, der nie das Glück erfuhr, Glück zu schenken, Erfüllung zu gewähren, den Geliebten vom heißen Honig der Nacht kosten zu lassen, und so weiter und so fort... Kurzum, Liebe. Stärker als der Tod.

Oder doch nicht?

Das wird sich zeigen.


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BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 03:56                                  +/-

Spitze

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 14:39                                  +/-

Oh Gott, ich bin so tot.. Geschockt


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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 16:32                                  +/-

Was? Wieso? ?????

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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 18:33                                  +/-

Weil ich nachts um 2 Meereswahnsinnsachen geschrieben habe, anstatt zu schlafen. Und jetzt habe ich die Rechnung und fühl mich dem Tode nahe. Naja egal. Heute geh ich um acht ins Bett.

Ich habe übrigens 43 Meereswahnsinnsdateien auf meinem Rechner, also nur die von mir verfassten Abschnitte. Wird das je enden?


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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 20:32                                  +/-

Um die sicher zu haben, falls das DAF oder die Kneipe zerstört werden? Dann hast Du ja aber nur aus dem Zusammenhang gerissene Teilpassagen. Oder ist alles, was von anderen Verfassern stammt, einfach zu scheiße, um bewahrt werden zu müssen? zwinkern

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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 20:38                                  +/-

Ich schreib die Sachen erst in Wordpad, also hab ich sie. Ich hab auch mal den ganzen DAF-Thread gespeichert, werd ich hier auch noch machen.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 20:42                                  +/-

Ich schäme mich meiner eigenen Unproduktivität.
Wir sollten später ein Buch über diese Sachen herausbringen. Das nennen wir dann "Kneipengespräche in Tylers Hauptquartier". Smilie


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