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The Descent into The Descent
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 16.11.2005, 00:34                                  +/-



Der Smilie war der Falsche, der hier Überrascht wäre passender. Oder der hähö, je nachdem, wie abgebrüht man ist. The descent ist ein wirklich fieser kleiner Metzelfilm, der sich auf das besinnt, was knackigen Trash auszeichnen sollte: Boshaftigkeit, Blut und ordentlich Zivilisationspessimismus. Da wird nicht lang gefackelt, da geht es ans Sterben, meine Damen! Blut, Blut, Blut und reichlich Schockmomente.

Anders als ich erwartet hatte, ist "The decent" sehr konventionell, eine klassiche 10-kleine-Negerlein-Geschichte, absolut gradlinig erzählt. Eigentlich ahnt man immer, was gleich passieren wird und die Charakterzeichnungen sind wie von einer Cornflakespackung abgeschrieben, aber das wird sauber umgesetzt. Der Film holt höchst ökonomisch das Maximum aus seinen begrenzten Mitteln heraus. Kann auch nicht viel gekostet haben. Ein 50stel Supermann vielleicht.

So richtig gruslig allerdings fand ich ihn nicht, dafür ist er viel zu splatterhaft-brachial. Eben ein Schocker. Körperlich anstrengend, erst jetzt entspannen sich langsam meine verkrampften Muskeln. Ein Tipp für die, die über die ganzen Teenie-Slayer-Filme nur noch gähnen, hier wird knochentrocken gemetzelt. Der Film nimmt sich ernst, soll gar nicht lustig sein, das Ganze, Humor ist Fehlanzeige. Auf der anderen Seite plantscht er im Kunstblut wie ein Kind an Halloween, das hat schon wieder was Süßes.

Als Kind der post-post-modernen Scheißgesellschaft hab ich natürlich die Ganze Zeit nach einem Twist gesucht, ihr wisst schon, alles ist nur geträumt oder spielt sich im Kopf von jemand ab oder er ist sein Vater oder sie sind schon alle tot ect. Aber ich glaube, trotzt eines etwas offenen Endes, über das man diskutieren könnte, nein, auf so was wurde hier verzichtet. Das wollte der Film nicht. Das kann man ihm als platt und ideenarm vorwerfen oder als erfrischend-altmodische Ruppigkeit anrechnen Smilie

7 von 10 Eispickeln


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 12:02                                  +/-

Gestern abend hab ich The Descent gesehen. Für eine längere Rezension habe ich keine Zeit, daher nur die Kernpunkte:

DAS GRAUEN!!!!

Ich fand den Film viel schlimmer als jede Geistergeschichte, weil The Descent noch halbwegs "realistisch" ist. Ganz schlimm auch diese zivilisatorische Rückentwicklung, die im Film mitschwingt, der Ausbruch des Monströsen im zivilisierten Menschen im Augenblick der Todesdrohung. Natürlich sind es hauptsächlich die Schockeffekte gewesen, die jene körperliche Anspannung erzeugten, von der auch Nichtraucher sprach, aber da war noch mehr.

Spoiler:
Diese Höhlenbewohner sind ja letztlich "normale" Menschen gewesen, vermutlich "nur" in zehntausenden von Jahren völlig degeneriert und an ihre Umgebung angepasst. Vielleicht stammten die Höhlenmalereien sogar von ihnen. Es handelte sich also wohl um eine Perversion des Homo Sapiens, eine degenerierte Abzweigung von unserer eigenen Art, und somit um enge Verwandte von uns. WIR sind die Monster, und das wird im Film auch sehr deutlich, spätestens an der Stelle, an der Sarah und Juno anfangen völlig hemmungslos die Angreifer niederzumetzeln. Natürlich, sie befinden sich im Kampf ums nackte Überleben, aber die Brutalität, die in diesem Moment aus ihnen herausbricht, die unterscheidet sich in keinster Weise von der Natur dieser Höhlenbewohner.

Das Ende habe ich so interpretiert, dass Sarah zwar - als einzige - aus der Höhle fliehen konnte, dass aber ein Teil von ihr in dieser Höhle geblieben ist und dort weiterlebt. Oder die Höhle in ihr. Sehr psychologisch, das ganze. Das Blut und die Gedärme erschraken mich nicht, aber die Implikationen, die Voraussetzung und die Konsequenz des Films, also seine Philosophie. Die von Nichtraucher angesprochene desillusionierende Feststellung über die geringe "Dicke" der zivilisatorischen Außenhaut des Menschen.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 12:43                                  +/-

Spoiler:
Das Ende sah ich anders, ganz klar als kurzen Wunschtraum, in dem das Entkommen herbeiphantasiert wird, aber sie ist und bleibt in der Höhle. Dass sie, obwohl die Jagd immer tiefer in die Höhle hineingeht, am Ende kurz unter der Oberfläche ist, wäre schon unrealistisch, aber besonders, dass sie völlig planlos irgendwo rauskriechend auf Anhieb die Autos findet, obgleich die Truppe vom Parkplatz bis zum Höhleneingang lange unterwegs war. Ich seh es als (Alp)Traum.

Natürlich sind das Abkömmlingen von Frühmenschen, eine nette Idee (bei imdb wurde spekuliert, ob es degenerierte Nachkommen der Höhlenforscher von vor 100 Jahren wären. Das kommt davon, wenn man die Evolutionslehre von den Schulen verweist).

Was mich etwas störte war, dass die Höhlenmenschen so monstermäßig abgingen. Wären es degenerierte Menschen, die wie Raubtiere, sagen wir Wölfe, leben, würden sie so eine Gruppe Beutetiere nicht komplett abschlachten, und schon gar nicht so ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Sie würden ein, zwei Beutetiere schnappen und sich erstmal zurückziehen und sie wären beim Angreifen viel vorsichtiger, wie die Haie in "Open water" zum Beispiel. Man könnte natürlich überlegen, dass sie halb verhungert sind, aber so sahen sie nicht aus und überall lagen Beutereste rum. Vielleicht war es auch eher die Abwehr von Eindringlingen, ich weiß nicht, wie Wölfe reagieren, wenn man in ihrem Bau rumkriecht.

Prinzipiell hätte ich sie mir "naturhafter" gewünscht, die Frauen hätten zum Beispiel in eine Wohnhöhle mit Babys stolpern können oder so. So blieben die Kreaturen in erster Linie klassische Monster und verhielten sich nicht anders als Zombies und Konsorten. Das gab bei mir Abzüge in der B-Note.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 13:59                                  +/-

Ich denke mal das Ende ist wirklich sehr zweideutig, ich sehe beide Deutungen gleichwertig. Für meine Interpretation spricht, dass sie trotz der von dir genannten unrealistischen Akzente irgendwie "realistischer" und detaillierter wirkte, für deine Interpretation spricht, dass es die letzte Szene im Film war, sozusagen das letzte Wort, wenngleich etwas surrealer, auch aufgrund des langen Zoom-outs und der "Vision".


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 14:16                                  +/-

Spoiler:
Gerade die Vision deutet doch an, dass sie ihre Tochter wiedertreffen wird, also sterben.


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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 15:03                                  +/-

Spoiler:
Reaktion meiner Schwester war, dass alle sterben. Ich glaube ihr. *ggg* UNd sie verglich diese Hoehlendinger mit Gollum.

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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 15:05                                  +/-

Wenn du unsere Spoiler liest, RV, versaust du dir aber die ganze Spannung, wenn du doch reingehen willst..


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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 15:06                                  +/-

Ich schau mir den ganz sicher nicht an.

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Thanil
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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 15:11                                  +/-

Nichtraucher
Spoiler:
Gerade die Vision deutet doch an, dass sie ihre Tochter wiedertreffen wird, also sterben.

Diese Visionen hat sie aber den ganzen Film über. Ist also nicht situations-spezifisch, und daher nicht aussagekräftig im Zusammenhang mit dem Film-Ende.


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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 15:18                                  +/-

Spoiler:
Vorher sind diese Visionen immer ein Horrorelement und mit Schrecken verbunden. Die letzte Vision ist friedlich und versöhnlich und weist für mich in die Richtung, dass Sarah ihren baldigen Tod akzeptiert. Aber ich würde jetzt auch nicht weinen müssen, wenn du Recht hast, da bleibt der Film zu wage für. Kann man wohl beides rauslesen.

Ganz und gar nicht überzeugend find ich Susis "These" (zumindest hat sie im DAF sowas anklingen lassen), dass sich Sarah alle Monster nur einbildet und sie die anderen Frauen umgebracht hat. Dafür gibt es wirklich keine Hinweise. Alle Teilnehmer erleben die Monster gleichermaßen objektiv, selbst auf der Digicam sind die Viecher zu sehen und warum sollte Sarah auch alle abschlachten, nur weil sie mit einer noch ein Hühnchen zu rupfen hat? Ist mir zu weit hergeholt.


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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 16:05                                  +/-

Das ist wirklich weit hergeholt.

Spoiler:
***Nichtraucher:*** Vorher sind diese Visionen immer ein Horrorelement und mit Schrecken verbunden. Die letzte Vision ist friedlich und versöhnlich und weist für mich in die Richtung, dass Sarah ihren baldigen Tod akzeptiert. Aber ich würde jetzt auch nicht weinen müssen, wenn du Recht hast, da bleibt der Film zu wage für. Kann man wohl beides rauslesen.

***Ich:*** Ich bin weiterhin der Meinung, dass es für beide Interpretationen etwa gleich gute und gleich starke Indizien gibt.

"Meine" Interpretation wird weiterhin dadurch unterstützt, dass Sarah nach der Flucht in der Höhle genau an der Stelle wieder "aufwacht", von der aus sie gerade noch geflohen ist. Allerdings "erwacht" sie direkt in der Vision mit ihrer Tochter. Später erst geht diese Vision dann in eine eher realistisch wirkende Abschluß-Sequenz (das Zoom-out) über, aber die ganze Endszene in der Höhle beginnt als Vision, was für mich eher darauf hindeutet, dass es auch bis zum Ende eine Vision bleibt, denn in den anderen Visionen wachte sie ja relativ deutlich wieder auf.

Ich interpretiere das jedenfalls so, dass Sarah zwar tatsächlich die Flucht geschafft hat, dass aber ein Teil von ihr - vielleicht sogar der Teil ihrer Persönlichkeit, der um ihre Tochter trauerte - in der Höhle zurückgeblieben ist. Vielleicht hat sie die Trauer selbst hinter sich gelassen. Das ist ja manchmal in Filmen so, dass durch die Filmhandlung ein Trauma überwunden wird, so zum Beispiel in "Das Schweigen der Lämmer". In "The Descent" wäre es dann meiner Meinung nach so, dass Sarah durch die Erfahrung in der Höhle wieder spürt, dass sie lebendig ist, und was es bedeutet das Leben zu verlieren. Sie gewinnt ihren unbedingten Lebens- und Überlebenswillen zurück und schließt mit ihrer Vergangenheit ab. Symbolisch für diesen Abschluß mit der Vergangenheit ist dann auch, dass sie alle Freundinnen mehr oder weniger zurücklässt.

Alles natürlich sehr symbolisch gesprochen, aber ich finde, diese Interpretation hat etwas für sich. Vor allem versucht sie, das Positive zu sehen, denn sonst ist der Film doch arg nihilistisch und trostlos, vielleicht gar irrelevant, wenn nichts über das Leben und wie seine Widrigkeiten besiegt werden können ausgesagt wird.


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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 17:35                                  +/-

Spoiler:
Nun, ich glaube, der Film IST nihilistisch. Bitterböse, könnte man es auch nennen.

Und so einfach käme Sarah nicht weg, sie hat ja Juno mehr oder weniger umgebracht und wird von dieser Schuld verfolgt, wie die Szene im Auto zeigt (bei der ich mich übrigens fast nass gemacht habe, obwohl ich genau wusste, dass noch was kommen muss..).

Entweder Sarah stirbt in der Höhle, vielleicht auch, weil ihr Schuldgefühl ihr den Lebenswillen genommen hat, oder sie überlebt und muss mit dieser Schuld weiterleben. So gesehen bliebe die Höhle als ihre dunkle Seite in ihr, sie kommt nie wieder von ihr los. Ich würde also auch die Überlebensvariante düster deuten und die Höhle nicht als Katharsis sehen, sondern als Verhängnis, das kein wirkliches Entrinnen ermöglicht.


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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 17:42                                  +/-

Welche Szene fandest du eigentlich am grusligsten?

Spoiler:
Für mich war es, glaube ich, als das erste Monster das allererste Mal auftaucht, so hinter der Schulter der anderen Frau. Es steht ja nur so rum, ganz friedlich, aber verdamt nah, höchstens 2 Meter weg. Uahh. Später ereilt die Monster dasselbe Schicksal wie so viele Filmmonster/bösewichte vor ihnen, sie werden zu verwundbar und wenn man sie erstmal reihenweise abmetzeln kann, verlieren sie viel an Schrecken. Deshalb ist auch "Alien I" nach wie vor der bester Horror ever Yes

Allerdings gebe ich zu, bei der Beinoperation weggeschaut zu haben, das muss ich mir nicht geben.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 17:49                                  +/-

Spoiler:
Gegen die Theorie der bleibenden Schuld würde sprechen, dass Sarah in der letzten Einstellung einen eher gelösten Eindruck macht. Auch könnte man das sich Übergeben so deuten, dass sie "das Böse"/die Schuld aus ihrem Körper herausläßt. Klar, die letzte Szene muss immerhin bedeuten, dass irgendwas von ihr in der Höhle bleibt, oder die Höhle ein Teil von ihrem Wesen bleibt. Aber ich denke mal schon, dass man das auch so sehen kann, dass sie durch die Erfahrung stärker geworden ist. Auch hatte ich nicht unbedingt den Eindruck, dass es für sie eine sehr schwere Entscheidung war, Juno in der Höhle ihrem Schicksal zu überlassen und noch ein wenig nachzuhelfen. In dem Moment musste ich im Gegenteil daran denken, dass sie an dieser Stelle so etwas wie Justiz und "Gerechtigkeit" walten läßt. Schuld und Sühne sind ja menschliche Themen, die es in der reinen Tierwelt und auch unter den Höhlenwesen nicht gibt. Das unterscheidet immerhin Menschen von Tieren und "Höhlenmenschen": Sarah erkennt ein moralisches Fehlverhalten bei Juno, das zum Tod einer Freundin geführt hat, und sie bestraft dieses Verhalten. Natürlich ist das selbstgerecht und Selbstjustiz, aber in der Höhle besteht die menschliche Gesellschaft ja nur aus zwei Menschen, ihr und Juno. Und ich hatte Junos Blick beim Anblick des Anhängers in der Hand von Sarah so gedeutet, dass sie sich ihrer Schuld bewußt ist und in Erwartung der (gerechten) Strafe lebt.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 17:55                                  +/-

Spoiler:
Diese von dir genannte Szene mit der Nachtsichtkamera hat mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Das war wirklich bester Horror. Das Wesen stand sogar DIREKT hinter der Gefilmten und blickte ihr über die Schulter.

Dass diese Wesen gar nicht so gefährlich waren, das habe ich auch so empfunden, aber ich denke das war auch so gewollt. Es waren keine Monster mit übermenschlichen Kräften. Es waren für mich "Höhlen-Menschen", die vielleicht sogar körperlich eine schlechtere Kondition hatten als die Menschen, die sicher über eine ausgewogenere Ernährung und das modernere Krafttraining verfügten. Außerdem waren die Frauen besser bewaffnet mit ihren Eispickeln. Als dann dieser Endkampf stattfand, kurz bevor Sarah Juno zurückließ, hatte ich sogar zwischenzeitlich das Gefühl, dass sich die Rollen umgedreht hatten. Unsere Menschen waren ja plötzlich genauso brutal wie die Höhlenmenschen und haben die geradezu massakriert. Man wusste gar nicht mehr, wer das gefährlichere Raubtier war. Das fand ich dann auch wieder sehr gruselig, weil Menschen in Monsterfilmen ja sonst immer Opfer sind. In diesem Film verschwammen die Grenzen zeitweise auf eine gefährliche Art und Weise. *grusel*

Ansonsten bin ich bei den Schockeffekten (die ja meist auf reiner Lautstärke beruhen) mehrmals aus dem Sitz gesprungen. Auch sehr gruselig war die Stelle, an der die Frauen durch den Höhlengang gingen und so ein Höhlenmonster bewegungslos genau über ihnen hing.

Du hast mit 7 von 10 Eispickeln bewertet, aber wenn ich den Film mal mit den von mir zuletzt gesehenen Horrorfilmen vergleiche, dann kommt er bei mir ganz nach oben, was den Horrorfaktor angeht.

Ich fand übrigens die Reduktion der Filmhandlung auf das Wesentliche sehr positiv. Filme wie "Saw" fand ich beispielsweise viel zu konstruiert, um mich wirklich zu schocken.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 18:30                                  +/-

Spoiler:
Es waren für mich "Höhlen-Menschen", die vielleicht sogar körperlich eine schlechtere Kondition hatten als die Menschen, die sicher über eine ausgewogenere Ernährung und das modernere Krafttraining verfügten.

Dafür waren sie aber sehr muskulös und flink. Ich musste an den "Uruk-Effekt" denken, riesen Schränke, die ein Hobbit mit einem Stein zu Boden bekommt...

Unsere Menschen waren ja plötzlich genauso brutal wie die Höhlenmenschen und haben die geradezu massakriert. Man wusste gar nicht mehr, wer das gefährlichere Raubtier war. Das fand ich dann auch wieder sehr gruselig, weil Menschen in Monsterfilmen ja sonst immer Opfer sind. In diesem Film verschwammen die Grenzen zeitweise auf eine gefährliche Art und Weise. *grusel*

Dann kennst du andere Horrorfilme als ich, die Wandlung von mindestens einem der Opfer in eine Kampfmaschine ist doch fast Standard. Am Schluss überlebt immer jemand von Kopf bis Fuß voller Blut und mit einer Kreissäge in der Hand, oder? Sehr gut wurde diese Theamtik in "28 days later" umgesetzt, da ist der Held gegen Ende von den Zombies nicht mehr zu unterscheiden.

Ansonsten bin ich bei den Schockeffekten (die ja meist auf reiner Lautstärke beruhen) mehrmals aus dem Sitz gesprungen.

Ich hatte Ohrenstöpsel drinnen, das ist bei solchen Filmen immer sehr wichtig Yes

Du hast mit 7 von 10 Eispickeln bewertet, aber wenn ich den Film mal mit den von mir zuletzt gesehenen Horrorfilmen vergleiche, dann kommt er bei mir ganz nach oben, was den Horrorfaktor angeht.

Genre-intern hätte er vielleicht mehr verdient, aber er hatte schon einige Schwächen: Mir waren es zu viele Jump-Effekte, das ist billig. Die Schauspieler waren auch nicht so supertoll, streckenweise wirkte es wie eine Fernsehserie à la "Lost" oder so. Dann das ganze Gematsche.. naja, ein echtes B-Movie. Die Monster waren mir wie gesagt zu zombiehaft platt und die Frauenfiguren zu klischeehaft. Zu wenig echte Menschen, bei denen man sich nach dem Kinobesuch noch an mehr erinnert als an ihre jeweilige Todesart. Stichwort mal wieder Ltn. Ripley. Aber okay, das ist eine andere Liga.

Einerseits finde ich also, man hätte aus dem Stoff mehr machen können, mit etwas mehr subtilem Grusel und "menschlicheren" Monstern, andererseits ist es knackig umgesetzt und verglichen mit dem lachhaft schlechten "Cabin fever", meinem letzten Horrorfilmbesuch, bekommt man doch bei "The descent" was für sein Geld.


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 20:24                                  +/-

Diese Aneinanderreihung von riesigen und immer größer werdenden Spoilerfeldern, ist irgendwie amüsant. hähö


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 22:35                                  +/-

Auf die Art wird der Aktuelle Filme-Thread noch ins Archiv abrutschen.. *maul*


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 26.11.2005, 14:43                                  +/-

Naja, ich denke mal nicht! Außerdem hat die Wetterhexe mich zu dieser drakonischen Maßnahme genötigt. grins


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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 27.11.2005, 22:44                                  +/-

Genoetigt ist wohl Auslegungssache.

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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 02.06.2009, 13:28                                  +/-

Zitat:
The Descent 2 is an upcoming British horror film, a sequel to the critically acclaimed 2005 horror film The Descent. The film was shot in London and is currently awaiting release.

Kann eigentlich nur komplett sinnlos werden.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 22.04.2012, 02:22                                  +/-

Heute liefen auf Pro Sieben beide Teile im Doppelpack. Seltsamerweise der zweite Teil zuerst, so dass ich für das Original verspoilert war. Morgen vielleicht mehr, aber um es gleich zu bestätigen: ja, das Sequel war nicht nur sinnlos, sondern blödsinnig.


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