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Der Geschichtenerzähler
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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 14:52                                  +/-

Du hast Thanil mal im Bus getroffen??? Überrascht



Apropos zu lang: Tolle Geschichte! Spitze Aber gerade durch den Wegfall fast aller direkten Dialoge, hätte man vielleicht die Chance, das Ganze noch etwas zu straffen…?! Die Zeit bis er zu dem Palais gelangt, tändelt so ein bisschen, find ich. Apropos Zeit, bei der Straffung könnte man vielleicht den Eindruck noch verstärken, die ganze Reise zum Palais ist die Vergangenheit und ab Ankunft Palais beginnt die Gegenwart.

Kann es ausserdem sein, du hältst, vielleicht beeinflusst durch den verstärkten Katholizismus in deiner Gegend, Genuß und guten Sex für unbedingt zu bestrafen?! grins



Zuletzt bearbeitet von Kaylee am 14.11.2005, 16:12, insgesamt einmal bearbeitet
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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 14:57                                  +/-

Kaylee
Du hast Thanil mal im Bus getroffen??? Überrascht

Mit den Augen rollen
Nein, T. ist ein Konglomerat aus zwei verschienen Personen. Thanil ist nicht dabei. Ich hätte auch viel zu viel Respekt vor ihm.

Kaylee
Apropos zu lang: Tolle Geschichte!

Verlegen

Kaylee
Die Zeit bis er zu dem Palais gelangt, tändelt so ein bisschen, find ich.

Genau richtig, den Eindruck hatte ich auch.

Kaylee
Kann es ausserdem sein, du hälst, vielleicht beeinflusst durch den verstärkten Katholizismus in deiner Gegend, Genuß und guten Sex für unbedingt zu bestrafen?! grins

Wie kommst du denn da drauf? Überrascht
Das Gegenteil ist der Fall. Man bekommt ihn nur so schlecht.


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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 15:00                                  +/-

@pk: Hast Du eigentlich mal H.G. Wells' "Die Zeitmaschine" gelesen? Dialoge gibt es dort nur am Anfang und ganz am Ende des Romans. Der zentrale Hauptteil des Romans enthält überhaupt keine Dialoge. Das ist eine reine, relativ trockene Erzählung. Und ich liebe es! Was allerdings nicht heißen soll, dass mir die Alternative schlechter gefallen müsste.

Im Meereswahnsinn befolge ich überhaupt keine innere Regel, wieviel oder wie wenig Dialog enthalten sein soll. Es kommt immer auf die individuelle Episode an, ob mir das eine oder das andere mehr zusagt. Außerdem schreibe ich das alles immer sehr spontan. Höchstens eine Handlungsidee ist vorher schon da, aber wie die Episode dann schließlich aussieht, weiß ich selber nicht, während ich anfange.

@hlcrx: Wieso war Herr H. eigentlich ein so passendes Opfer? Die haben sich ja sogar die Mühe gemacht, über seine Vorlieben zu recherchieren.

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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 15:07                                  +/-

Helcaraxe

Kaylee
Kann es ausserdem sein, du hältst, vielleicht beeinflusst durch den verstärkten Katholizismus in deiner Gegend, Genuß und guten Sex für unbedingt zu bestrafen?! grins

Wie kommst du denn da drauf? Überrascht
Das Gegenteil ist der Fall. Man bekommt ihn nur so schlecht.


Wenn der Protagonist dabei Gefahr läuft mit seinem Leben für solche Genüsse zahlen zu müssen, dann ist 'schwer zu bekommen' noch sehr euphemistisch ausgedrückt find ich…



Zuletzt bearbeitet von Kaylee am 14.11.2005, 15:52, insgesamt einmal bearbeitet
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 15:13                                  +/-

Arwen_gegen_den_Vulkan
@pk: Hast Du eigentlich mal H.G. Wells' "Die Zeitmaschine" gelesen? Dialoge gibt es dort nur am Anfang und ganz am Ende des Romans. Der zentrale Hauptteil des Romans enthält überhaupt keine Dialoge. Das ist eine reine, relativ trockene Erzählung.

Das bestätigt doch genau, was ich gesagt habe ????? Dialoge lockern eine Erzählung auf. Aber natürlich sind sie keine Pflicht. Je nachdem, ob man eine trocken-sachliche Erzählung will oder eine launig-unterhaltsame. Da in Mikes Geschichte ja später durchaus Dialoge vorkommen, würden IMO weiter vorne auch welche gut reinpassen.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 15:14                                  +/-

Ah, deshalb mag ich diesen Singenden-Feder-Stil nicht, alles wird zerredet Geschockt Würden wir das beim Meereswahnsinn machen, wären wie immer noch in Paris.


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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 15:19                                  +/-

Nichtraucher
Arwen_gegen_den_Vulkan
@pk: Hast Du eigentlich mal H.G. Wells' "Die Zeitmaschine" gelesen? Dialoge gibt es dort nur am Anfang und ganz am Ende des Romans. Der zentrale Hauptteil des Romans enthält überhaupt keine Dialoge. Das ist eine reine, relativ trockene Erzählung.

Das bestätigt doch genau, was ich gesagt habe ????? Dialoge lockern eine Erzählung auf. Aber natürlich sind sie keine Pflicht. Je nachdem, ob man eine trocken-sachliche Erzählung will oder eine launig-unterhaltsame.

Wie gesagt, bei "Die Zeitmaschine" liebe ich diesen relativ trockenen Stil. Dein vorheriger Beitrag klang mir irgendwie so, als würdest Du solche Texte nicht wirklich mögen. Deshalb hatte ich gefragt, ob Du diesen speziellen Roman mal gelesen hast.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 15:27                                  +/-

Nein, hab ich nicht. Es war auch keine generelle Ablehnung des dialogfreien Stils, mehr eine Würdigung des Dialogs als Stilmittel.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 15:38                                  +/-

Kaylee
hälst




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MetkrugSturmtief



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BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 19:02                                  +/-

Cool, so eine ähnliche Frisur hatte ich immer auf Mikes Kopf vermutet, bevor ich das Ich-erwürge-diesen-Hund-Foto sah, nur noch strubbeliger. Und die Haare etwas dunkler. hähö

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Ramujan



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BeitragVerfasst am: 16.11.2005, 19:53                                  +/-

Diese Stelle

Zitat:
Der gesamte Individualimus-Kram ist gescheitert. Auf jeden, der im Leben das erreicht, was er sich vorstellt, kommen hunderte, die es nicht schaffen. Auf einen Gewinner kommen dutzende Verlierer. Kann ich mir ein tolles Auto leisten, sind meine Nachbarn unglücklich und neidisch. Kauft sich ein Kollege ein besseres Auto, bin ich unglücklich und neidisch. Die Verlierer flüchten sich in irgendwelche obskuren Weltanschauungen, Religion, Ironie oder eben Esoterik. Der Gewinner triumphiert, bis er selber verliert. Es gibt nur eine Lösung aus dem ganzen Dilemma. Diese Lösung heißt Sex! Sex gibt es aber nur für die tollen, reichen, mächtigen Gewinnermenschen, das ist also alles ein Teufelskreislauf. Wir propagieren deshalb die Abschaffung des Individuums und freien Sex für alle.


musst du noch einmal stark überarbeiten, die ist katastrophal geschrieben, unterstes Niveau; sie zieht die ganze Geschichte runter. Du warst, als du den Dialogteil geschrieben hast, wahrscheinlich etwas unkonzentriert und nicht so recht bei der Sache, oder?

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Ramujan



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BeitragVerfasst am: 16.11.2005, 20:16                                  +/-

Davon einmal abgesehen, gefällt mir die Geschichte ziemlich gut. Auch das leicht offene Ende gefällt mir, nicht alles muss erklärt werden.

Der Mittelteil wirkt etwas selbstverliebt, aber das kannst du damit entschuldigen, dass du so eben H. charakterisieren wolltest.

Die Geschichte ist locker geschrieben und lässt sich gut runterlesen, man bemerkt deine Fabulierwut Smilie Manchmal wäre es mir ein klein wenig lieber gewesen, du würdest "direkter" schreiben; Beispiele darf ich leider nicht nennen, weil ich sonst deine Geschichte zerfaseln würde.

Und, ja, die Rede solltest du dringend umschreiben, aber das erwähnte ich schon.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 16.11.2005, 20:40                                  +/-

Ramujan
Der Mittelteil wirkt etwas selbstverliebt, aber das kannst du damit entschuldigen, dass du so eben H. charakterisieren wolltest.

Nicht nur das. Hier hat der Autor einmal seine innerste Gedankenwelt dem Leser offenbart.

Ramujan
Manchmal wäre es mir ein klein wenig lieber gewesen, du würdest "direkter" schreiben; Beispiele darf ich leider nicht nennen, weil ich sonst deine Geschichte zerfaseln würde.

Ich bitte sogar darum. Schreib's halt in den Kurzgeschichtenthread in der Kreativstube, wenn du deinen eigenen nicht versauen möchtest. Mit den Augen rollen

Ramujan
Und, ja, die Rede solltest du dringend umschreiben, aber das erwähnte ich schon.

Quatsch, das ist eine Spitzenrede, die wird nicht geändert. Ich sagte schon zu Arbrandir, dass ich nur von den Besten klaue. grins Übrigens kommt das daher, weil ich die Geschichte für den Meerswahnsinn eingeplant hatte.

Apropos planen... Wolltest du nicht das Rotmäntelchen zuerst lesen?


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 23.11.2005, 07:44                                  +/-

»Frau Merkel, die Apache-Hubschrauber sind da. Bitte machen Sie sich fertig, wir müssen fliehen, die Roten sind schon am Reichstag.« Wie in Trance drehte sich die Kanzlerin um, wedelte ihren Amtschef mit ihren kleinen Händen weg. Mit unsicheren Schritten ging sie hinüber zum Panoramafenster im obersten Stock der Bundeswaschmaschine, starrte hinüber zum Hauptbahnhof, aus dessen ausgeweidetem Stahlskelett giftiggrüne Rauchschwaden waberten.



Die Junge Welt lieferte von allen Zeitungen den mit Abstand aberwitzigsten Beitrag zur Kanzlerinnenwahl ab: Angies längster Tag. Ich steh ja auf Endzeitszenarien und den ganzen Tag schlug meine Phantasie Purzelbäume wie es mit Angie und ihren letzten treuen Panzerdivisionen weitergehen könnte. Vielleicht schreibe ich die Glosse bei der nächsten Regierungskrise weiter.

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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 23.11.2005, 19:14                                  +/-

Tyler Durden
Vielleicht schreibe ich die Glosse bei der nächsten Regierungskrise weiter.

Aber bitte doch! Vielleicht musst Du gar nicht so lange darauf warten, aktuell repraesentiert sie ja schon Deutschland.

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Erinti



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BeitragVerfasst am: 20.12.2005, 21:37                                  +/-




Irgendwo in der Ferne erheben sich niedrige Hügel. Manche sind weiß überzuckert von Schnee und Rauhreif, von langen Schatten bedeckt, andere leuchten golden, ein letztes Auflodern des Herbstes.
Eis und Feuer, in der Natur mehr als schlammiger, geschmolzener Schneematsch und ein paar flammende Holzscheite, in der Phantasie mehr als Weiß und Gold.


„Gold ist ein Schatz der Menschen, nicht der Natur. Was ist es mehr, denn ein paar farbige Kiesel, die durch das Bachbett rollen? Warum denkst du an Gold, wenn du das Herbstlaub siehst? Warum denkst du nicht an die Sonne, die der Welt das Leben schenkte?“

andere leuchten hell wie die Sonne.

„Hell wie die Sonne? Sie leuchten hell durch die Sonne. Und warum nicht Gold? Zucker ist ebensowenig Teil der Natur, aber manche Dinge muß man so ausdrücken, ohne seltsam und verdreht zu klingen.“

„Du mußt nur deinen Verstand anstrengen. Wieviele Wörter gibt es auf dieser Welt? Wieviele Wörter kennt ein Innuit alleine für einfachen Schnee? Du mußt Wörter sortieren, dein persönliches Lexikon in deinem Kopf haben. Fehlt dir etwas, dann kennst du deine Versäumnisse.“

„Niemand kann alles wissen.“

„Du solltest nicht dein Nichtwissen verteidigen, sondern dein Wissen stärken. Ein Versäumnis oder einen Fehler zu verteidigen hindert dich daran, die Sache zu verändern, weil du deine Gedanken in die falsche Richtung lenkst.

andere erstrahlten in den flammenden Farben der mittaglichen Sonne.

„Golden...alles andere ist seltsam. Was würdest du sagen?“

„Warum fragst du mich? Ich stelle die Fragen, aber die Antworten weißt nur du. Warum das Gold und nicht die Sonne?“

„Ich denke an Gold, weil es nichts Lebendiges ist. Sonnenlicht bedeutet Leben, aber Herbstlaub...es ist wunderschön, leuchtend, es zieht mich in seinen Bann, aber ich sehe es zugleich sterben. Die Sonne wird sterben, aber nicht jetzt und heute. Ich kann vergehende Dinge nicht mit etwas beschreiben, das Leben gibt.“

„...“

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 22.12.2005, 15:22                                  +/-

Gefällt mir, die Geschichte. Sie hat was haikuartiges. Du solltest öfters sowas schreiben. Yes


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Schmendrick



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BeitragVerfasst am: 25.12.2005, 21:25                                  +/-

Wenn ihr meint, in der folgenden Kurzgeschichte Parallelen zu meiner letzten ausmachen zu können, dann muss ich euch wohl Wahnvorstellungen bescheinigen. zwinkern *knirsch*
(Kleiner Spaß.)
Wenn ihr mal dazu kommt, viel Spaß:


Eine Weihnachtsgeschichte

Es war einmal ein dunkel getigertes Kätzchen, wenngleich kein Baby-Kätzchen mehr, das ganz weich war und das mit neugierigem Blick herumlief, während es schnurrte. Es lebte in einem Land, das normale Menschen nur über ein aufregendes Videospiel auf dem Nintendo 64 besuchen konnten. Das Videospiel besaß auch hinreißende Melodien. Und dort lebte das Kätzchen in einer kuriosen Stadt, in der einiges Treiben herrschte, das aber nie über die Aufregung eines eiligen Postboten oder eines bevorstehenden Feuerwerks hinausging. Aber eine traurige Geschichte war mit dieser Stadt verbunden.
Man erinnere sich an ein anderes Spiel, ein Rollenspiel auf dem PC, mit einer kuriosen Stadt, die den Mittelpunkt des MULTIVERSUMS darstellte.
So eine Stadt war auch die Stadt in dem Videospiel, nur kein Mittelpunkt des Multiversums, aber Teil eines solchen und somit wohl interessant, wenngleich das kein vorrangiger Bestandteil der Erzählung sein soll.
Die traurige Geschichte also war, dass die Stadt, Unruh-Stadt, in einer Zeitschleife festhing. Nein, wirklich traurig war es nicht, denn niemand merkte es. Auch das Kätzchen nicht.
Nun lässt sich in einer Zeitschleife viel Schabernack und Unruhe anstellen. Wie das Verhindern der Zerstörung der Stadt durch den herabstürzenden Mond.
Aber das soll nur als Rahmen dienen eines Epos um das Kätzchen, das ganz weich war und das zu den hinreißenden Videospiel-Melodien mit neugierigem Blick herumlief, während es schnurrte. Das Kätzchen wusste eins: in Katzensprache lässt sich alles ganz fabelhaft und herzerweichend ausdrücken.
Nun ist so ein Kätzchen an sich nichts besonderes, ein Held hat oft einen interessanten Hintergrund. Doch kann man da nicht viel über das Kätzchen vermitteln, denn niemand verstand Katzensprache, auch wenn sich damit alles ganz fabelhaft und herzerweichend ausdrücken ließ. Und zwar gibt es aber einen Kumpanen des Kätzchens, der es bei seinem Epos begleitete, der bin ich.
Nein, nein, das Kätzchen hat nichts mit dem Videospiel zu tun. Vergessen? Dies ist eine Weihnachtsgeschichte.

Eines Tages war dem Kätzchen trist zumute und es kolockokierte (so sagt man in Unruh-Stadt) über seltsame Pfade in einen zwischendimensionalen Wald mit großen, glatten Bäumen, die weit auseinander standen, Nebel und einem leichtem Grünstich, wenn man mag. Dort begegnete es einem ulkigen Koboldjungen und seiner Fee. Der Koboldjunge bin nicht ich, ich bin auch nicht die Fee, ich bin ein Floh, der sich an dem Leuchten der Fee sonnte und in ihrem Gesicht auf der Nase saß, den sie immer schon für ein dickes Muttermal hielt (auch wenn Feen keine Mütter haben, sondern aus Bäumen geboren werden). Denkt an mich als Florian.
Das Kätzchen sprach: "Wie ich mich freue, zwoe soer dicker Freunde zu sehen. Schnurr, Brumm, Petz." (Man entschuldigt, dass die Geschichte ab hier etwas freier wird.) Der Koboldjunge wusste nichts von Katzen und ihrem Treiben, für ihn war das eine -- Person, die sich mithilfe einer mächtigen Maske verwandelt hatte. Er liebte es, mächtige Masken zu stehlen. Doch trauerte er gerade um einen guten Freund, der in einen Baumstumpf mit einem geisterhaften Ausdruck des Leidens verwandelt war, und lehnte an ihm. (Jener Freund war eh aus Holz, aber das war wirklich schlimm. Es war die traurige Geschichte der Stadt.) Darum wurde er schnell etwas katzig: "Was ist das, diese Fratze. Sowas wie eine Eule? Gib es mir, oder willst du kämpfen?" Da sagte das Kätzchen: "Na warte." und petzte. Es schmuste mit dem Koboldjungen. Der Koboldjunge kicherte und haute dem Kätzchen eins über, dass es bewusstlos lag. Das stimmte die Fee noch trauriger, sie rief: "Was tust du da, die arme Eule! Jetzt die Maske, aber dann schnell weg!" Die Fee war wirklich hinreißend. Der Koboldjunge: "Nein, so mächtig ist die Maske wohl doch nicht. Vielleicht wollte er uns helfen. Ich werde warten, bis er aufwacht, und sein Freund, wenn er denn nicht nur am Herumkolockokieren ist."
Das war ein Wort! Doch das Wort eines Koboldjungens zählt nichts und er verspeiste das Kätzchen. Nein, nicht das Kätzchen, das bewusstlos war, sondern einen Snack, mit einer Eule auf dem Wickelpapier, den er neckisch aus einer Laune heraus immer schon "Kätzchen" nannte. Was denkt ihr? Kobolde sind ehrwürdig und gute Freunde. Und weil das Kätzchen am Herumkolockokieren war, aber das Wort eines Koboldjungens nichts zählt, war er sehr freundlich mit dem Kätzchen. Das mag daran gelegen haben, dass niemand ein Kätzchen verstehen kann und seine Absichten mysteriös blieben. So mag dann das Gerücht, ob wahr oder nicht, entstanden sein, dass Koboldjungen sich nicht an ihr Wort halten. Aber das spielt keine Rolle. Der Koboldjunge war fasziniert von der Weichheit des Kätzchens, und wie es ihn so neugierig und schnurrend anblickte (es hatte nach dem Schlag sein Gedächtnis verloren), wurde ihm ganz wuschig. Die Fee erkannte, dass dies ein ungewöhnliches TIER sein musste, sagte aber ohne es zu wissen nichts, sondern: "Sicher ist es gut, um einen Zaubertrank daraus zu brauen."
"Wie denn?", wollte der Koboldjunge wissen. "Und warum sollte ich sowas tun wollen, nur weil er jetzt ein Baumstumpf ist?"
Sie war auch nur am Fantasieren. Aber darum geht es hier nicht. (Leider.) Das Kätzchen ging etwas weiter, als ihm scheinbar langweilig wurde. "Was tut es, wo führt es uns hin? Na warte; wenn du nur kolockokierst...", sagte der Koboldjunge. Die Fee rief: "Warte doch Kleiner!" Das Kätzchen setzte sich und schaute interessiert nach leisen Geräuschen um sich herum im weiten Wald. "Ich sehe, es ist gar nicht zu uns gekommen, um uns zu helfen.", sagte der Koboldjunge, etwas finsterer. "Warum hat es mich dann so angesehen, ist es dumm?", beleidigte der Koboldjunge das Kätzchen, ohne es so zu meinen. "Diese Maske muss den Träger verflucht haben.", schlug die Fee vor. "Dann können wir es nicht brauchen. Verflucht soll es sein."
"Ist es schon", meinte die Fee.

Frohe Weihnachten!

ENDE



Zuletzt bearbeitet von Schmendrick am 29.12.2005, 00:43, insgesamt einmal bearbeitet
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Schmendrick



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BeitragVerfasst am: 28.12.2005, 19:35                                  +/-

Nächstens sind es mir meine DAF-Gedankenthread-Ergüsse nicht mehr wert im Literaturcafé von Tylers Kneipe präsentiert zu werden. pfffhhh grins

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 28.12.2005, 19:48                                  +/-

Gibt es eigentlich Parallelen zwischen dieser und deiner letzten Geschichte?


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 28.12.2005, 20:11                                  +/-

Helcaraxe
Gefällt mir, die Geschichte. Sie hat was haikuartiges. Du solltest öfters sowas schreiben. Yes

Was ist Haiku? ????? [/Banause]

Hm, ich warte auf den nächsten Geistesblitz. Paradoxerweise sind die bei mir bei so kurzen Geschichten am seltensten. Geschockt

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Schmendrick



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BeitragVerfasst am: 28.12.2005, 21:21                                  +/-

Helcaraxe
Gibt es eigentlich Parallelen zwischen dieser und deiner letzten Geschichte?

Humm, homm, geht es um Freundschaft? Nebensächlich, dieser Aspekt des Koboldes ist aus der Vorlage, dem Spiel, übernommen. Geht es darum etwas immer weiter auf die Spitze zu treiben? Bei der Stelle, in der der Erzähler sich selbst erklärt, allerdings sollte sein Name dann einen eigenen, kleinen Absurditätszacken aufsetzen, der das ganze etwas lösen kann. Der Satz, den das Kätzchen spricht, ist vielleicht sowas wie ein parodistisches Aufgreifen der vorigen Geschichte. Ansonsten wurde der Versuch unternommen, es oft unmittelbar aufeinanderfolgend in eine andere Richtung treiben zu lassen.
So ist das Kichern des Koboldes, wenn die Katze mit ihm schmust, nicht als Entzücken zu verstehen, sondern als Irritation, weil es ihm selbst so unerwartet kam und es ihm wohl peinlich war, oder als Aufflackern der Bösartigkeit, und folglich ist sein Zuschlagen keine bloße Tollpatschigkeit, falls das so gewirkt haben sollte.
Dies war auch z.B. bei der Fee gedacht, wenn sie sich erst um die arme Eule sorgt, dann aber gleich wieder auf ihren Kumpel eingehend spricht (Jetzt die Maske, dann aber schnell weg) und der Erzähler sie dann als hinreißend bezeichnet, was wieder eine neue und eine weitergefasste Perspektive darstellen soll (und auch den kaum neutralen Blick des Erzählers auf die Fee; wie auch später: "Sie war auch nur am Fantasieren. Aber darum geht es hier nicht. (Leider.)").
Keine Frage auch das scheinbare Verspeisen der Katze soll so einen Unsinn darstellen, manche Satzbauten am Anfang, oder: "Die Fee erkannte, dass dies ein ungewöhnliches TIER sein musste, sagte aber ohne es zu wissen nichts, sondern: "Sicher ist es gut, um einen Zaubertrank daraus zu brauen."
"Wie denn?", wollte der Koboldjunge wissen. "Und warum sollte ich sowas tun wollen, nur weil er jetzt ein Baumstumpf ist?" "
Sie sagte ohne es zu wissen nichts, sagte aber doch was, etwas scheinbar kaltherziges, dass dann die Antwort des Kobolds erst gleich, dann warmherziger wirkt, aber schließlich sollte sich eigentlich dezent offenbaren, dass sie sogar über etwas, jemand, völlig anderes geredet haben.

Das soll von manchen japanischen Comics inspiriert sein und nicht zuletzt von der Videospielwelt auf der es basiert, wenngleich da eigene Schwerpunkte gesetzt werden (das Traurige ist bei mir der Baumstumpf, nicht etwa, dass die Stadt zerstört wird und der Koboldjunge ist der Freund, nicht etwa der Verhexer des Baumstumpfes). Es soll einfach ein bisschen diese Atmosphäre oder der Charakter wirken, aber vielleicht sind dazu noch Musiken und Bilder nötig, und alles ein bisschen auf seine Art in einer Schwebe sein (Wie, der zum Baumstumpf Verfluchten war vorher eh aus Holz? Es ist eine Zauberwelt, aber trotzdem, na sieh mal an).
Als dem Koboldjungen wuschig wurde, hab ich überlegt, dass er zögernd hingeht und seine Hand nach dem Kätzchen ausstreckt, um es zu streicheln und - es niederschlägt. "Verflucht soll es sein."
Das wäre da vielleicht ein klareres Charakterspiel gewesen, als wie es ist, aber es kam irgendwie nicht rein.
Eines ist ganz klar in negativer Weise irreführend, nämlich: "Das Kätzchen wusste eins: in Katzensprache lässt sich alles ganz fabelhaft und herzerweichend ausdrücken." Dieses herzerweichend gehört da nicht rein, es hat keine Bedeutung, es soll nur den Satz füllen, oder jedenfalls fehlt da ein bisschen noch der Ausgleich. Zumindest hätte ich einen Teil mit reinbringen sollen, in dem wirklich angewendet wird, was da gemeint ist. (Eine normale Person spricht mit der Katze, die Katze müsste nun eigentlich in ganzen Sätzen antworten, es kommt jedoch nur Miauen, die Person aber: "Oh, fabelhaft." Oder sowas.)

Ich hasse es, so einen Mist zu erklären. hähö (Das tue ich, weil mir auch woanders von mir nicht gedachte Verständnisse entgegenkamen. Ist ja aber egal.)

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