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Allgemeines Filmgeplauder III
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Erinti



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BeitragVerfasst am: 01.12.2005, 23:44                                  +/-

Irgendwann werde ich zurückblicken und mich für meine Michael Dudikoff-Sammlung schämen, aber auf diesen Film wird das nicht zutreffen. Zunge

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 01.12.2005, 23:50                                  +/-

Du bist schon etwas anders, als die anderen Mädchen Zunge


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 02.12.2005, 00:00                                  +/-

Ich halte nur die Einsortierung von Filmen in Sparten wie: Eher für Frauen oder Eher für Männer für etwas überholt und lasse mich davon nicht aufhalten. zwinkern

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 02.12.2005, 00:11                                  +/-

Erinti
Ich halte nur die Einsortierung von Filmen in Sparten wie: Eher für Frauen oder Eher für Männer für etwas überholt und lasse mich davon nicht aufhalten. zwinkern

Das gilt erst, seit es solche Frauen wie dich gibt zwinkern

Riddick ist cool...

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 01:46                                  +/-

Everyone Says I Love You ist nett. Naja. Aber immer noch sehenswert. Andererseits, bei dieser Besetzung...

Woody Allen
Goldie Hawn
Alan Alda
Julia Roberts
Drew Barrymore
Edward Norton
Tim Roth
Natalie Portman


..scheint die eine oder andere Szene schon verschenkt. Naja. Schaun mer mal, wie "Sweet and lowdown" wird Mit den Augen rollen

Aber mal ehrlich: wie kann man einen Film mit Natalie Portmann drehen und ihr gerade mal zwei Sprechzeilen gönnen??


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Arbrandir



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BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 02:58                                  +/-

Erzähl mir, was so toll an ihr ist, NR. In mehr als zwei Sätzen.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 05:09                                  +/-

Sie ist süß. Sie kann toll schauspielern. Wenn ich sie seh, will ich sie knuddeln.

Yes


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 14:21                                  +/-

*knicknack*


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 14:38                                  +/-

Bei ihr fehlt mir die Distanz des "profesionellen" Filmguckers. Wenn sie im Film rumheult, denke ich nicht "Oh, das ist aber verdammt gut gespielt, wie sie so rumheult", sondern "O Mann, kann mal jemand schnell das arme Mädchen knuddeln? Seht ihr denn nicht, wie schlecht es ihr geht?? Hallo??!!!111", und dann mag ich Jude Law nicht mehr, weil er so gemein zu ihr ist, der arrogante Sack.

Außerdem hat sie total süße Ohren, in die ich gerne reinbeißen würde. Einmal in Natalie Portmann Ohren beißen.. Mit den Augen rollen


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Arbrandir



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BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 23:42                                  +/-

Etwas Knabberkram für Dich:




(Das war jetzt übrigens der Preis für den 2. Platz im Akkordeon-Wettbewerb.)























(just kidding)


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 04.12.2005, 15:49                                  +/-

Ich war gestern mal wieder in dem süßen kleinen Münsteraner Kino namens Cinema, das angeblich jedes Jahr wieder kurz vor der Pleite steht. Dementsprechend gab es am Samstag auch keine Ermäßigung für Studenten, nur für Behinderte (interessante Logik, wie ich finde). Zumindest gab es klare Worte: "Am Samstag geht doch jeder ins Kino, da wären wir schön blöd, wenn wir da Ermäßigungen zulassen würden".
Geguckt haben wir dann den spanischen Film Alles was ich an euch liebe.

Handlungsort ist Barcelona, es geht um eine jüdische Familie, die aus Israel emigriert ist und den neuen Lebensgefährten der einen (schon erwachsenen) Tochter. Er ist Palästinenser. Konflikte sind natürlich vorprogrammiert und zwar am laufenden Meter, denn die Familie ist intern auch nicht gerade friedliebend. Da haben wir den jugendlichen Sohn, der gerade zum ultraorthodoxen Juden mutiert und durch den Film ständig dabei ist für die Einhaltung der Gesetze des Sabbats zu sorgen (so reißt er zum Beispiel das Klopapier schonmal ab, da man das am Sabbat nicht darf *g*). Der Großvater ist fast taub und blind, KZ-Überlebender und kann noch immer tolle Geschichten aus den ganzen israelischen Kriegen erzählen, an denen er teilgenommen hat. Im Schrank hat er dann dazu passend noch sein Gewehr, mit dem er, wie er stolz berichtet, fünf Araber erschossen hat. Die Mutter ist leicht neurotisch, die zweite Tochter ist eine Nymphomanin und lebt noch zuhause, ihre Tochter ebenfalls (unglaublich knuffig die Kleine) und der Palästinenser Rafi torkelt erstmal von einem Fettnäpfchen ins nächste. Der Eisklotz des Anstoßes der eigentlichen Handlung ist dann, dass er einen gefrorenen Klotz Suppe aus dem Fenster schmeißt und einen Passanten trifft.
Nebenbei irrt noch ein verletztes Entenküken durch die Wohnung. Smilie

Die Schauspieler sind wirklich gut, die Dialoge toll geschrieben und jeder Witz sitzt perfekt. Die Bilder sind einfach aber schön in ihrer Schlichtheit, genau wie die Farben, grelle Töne scheint der Film nicht zu kennen. Auf der einen Seite bietet der Film wirklich sehr viel Situationskomik, Slapstickeinlagen, spritzige Wortgefechte und überhaupt alles, was diese Rollenkombination möglich macht. Aber gleichzeitig tauchen da immer wieder diese nachdenklichen Momente auf. Anfangs verteidigt die Tochter ihre Liebe zu "dem Feind" gegenüber ihrer Tochter, später gibt es eine Szene, in der sie und ihr Lebensgefährte sich plötzlich die typischen Argumente um die Ohren schmeißen: "Ihr seid doch eh alle Terroristen!" - "Wir kämpfen für unsere Freiheit, ihr Unterdrücker". Bis hin zu den biblischen Zeiten und der Frage ob die Kanaanäer noch Anspruch auf die Region erheben könnten.

Kritiker loben den Film natürlich für seine Botschaft, wie auch nicht anders zu erwarten, die können halt nicht anders. Aber ich finde, dass diese Botschaft "Lasst uns alle lieb und nett zueinander sein, Zusammenleben ist möglich! Gewalt ist keine Lösung " nur die Ausgangssituation bildet für einen höchst amüsanten Film. Die Thematik mag ernst sein, aber der Film ist es nicht. Und das Publikum des Filmfestes in Locarno hat ihn sicher nicht für seine ernsten politischen Botschaften zum "Lieblingsfilm" gekürt.


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 06.12.2005, 02:44                                  +/-

Vor ein paar Tagen habe ich mir Napola angesehen, einen zurückhaltend kritisierten Film vom letzten Jahr (die Meinungen waren meist vorsichtig lauwarm, mit entweder wohlwollendem oder säuerlichem Unterton). Der Film möchte anhand des Einzelschicksals eines etwa Siebzehnjährigen einen Blick in die Nationalpolitische Erziehungsanstalt des 3. Reichs werfen. Es ist in erster Linie ein Internatsfilm geworden, die NS-Kritik kommt für manche Rezensenten zu kurz. In meinen Augen ist das eher ein Vorteil: wenn ein Film in erster Linie etwas kritisieren will, läuft er Gefahr, vom Kunst- ins Predigtfach zu wechseln. Und es ging mir da ähnlich wie beim Untergang (den ich gut fand, Asche auf mein Haupt): die Geschehnisse selbst sind Kritik genug, eindringlicher vielleicht sogar als eine überzeichnende Moralkeule.

Die beiden Hauptfiguren sind auf den ersten Blick Gegensätze: Da ist Friedrich, Sohn eines Fabrikarbeiters, der wegen seines Talents beim Boxen auf eine Napola darf. Er freundet sich mit Albrecht Stein an, dem Sohn eines Gauleiters, jedoch zum Leidwesen seines widerlichen Vaters ein empfindsamer, schmal gebauter Junge, der lieber Aufsätze schreibt als boxt.

Eine Zeitlang zeigt der Film einige Jungensinternatklischees, ohne die offensichtlich kein Film über wie auch immer geartete Männergemeinschaften auskommt: die beiden Freunde beobachten heimlich eine Frau beim abendlichen Entkleiden, die Hemden im Spind sind nicht auf Kante gelegt und werden vom Vorgesetzten herausgerissen, der Sportlehrer ist ein zackiger, sadistischer Leuteschinder, er schikaniert den obligatorischen Bettnässer, der am System zerbricht usw. usf. Das ist ein bißchen heikel: diese Szenen sind alle gut gefilmt bzw. gespielt und glaubwürdig, manchmal auch poetisch, aber man muß schon etwas guten Willen aufbringen, um bei so vielen Klischees nicht ein wenig die Augen zu rollen.

Zu einer kurzen Dissonanz in der Freundschaft Friedrichs und Albrechts kommt es nach einen Boxkampf, an dem Friedrich seinen Gegner k.o. schlägt, obwohl der bereits am Boden ist (allerdings wird genau das auch von ihm gefordert). Albrecht befremdet diese Mitleidlosigkeit, Friedrich sieht nicht ein, wieso. Als Friedrich ein Wochenende bei Albrecht verbringt, weil dessen Vater Geburtstag hat, wird es nochmals schwierig: Für Gauleiter Stein ist natürlich das Boxtalent Friedrich der bessere Jungmann als sein Sohn, er bietet ihm das Du an. Friedrich hat neben Heinrich Vogler, dem Lehrer für Boxen und Deutsch (*g*) nun im Gauleiter einen zweiten Ersatzvater gefunden (sein richtiger Vater war gegen den Besuch der Napola), allerdings beschleicht ihn wegen Albrecht bereits leises Unbehagen, inwieweit diese Ersatzväter als Vorbilder taugen.

Richtig stark wird der Film meiner Ansicht nach in vier Schlüsselszenen (für die, die den Film nicht kennen, aber noch sehen möchten, sei eine Spoilerwarnung ausgesprochen – lest besser nicht weiter). Diese Szenen sind teils ein wenig vorhersehbar, was sie nicht weniger eindringlich macht. (Allerdings wäre manchmal weniger Zeitlupe mehr gewesen...)

Erste Szene:
In einer Winternacht taucht Gauleiter Stein auf dem Schulgelände auf: einige russische Gefangene seien entkommen, sie seien bewaffnet und im nahen Wald untergetaucht. Die Jungmänner, die die Gegend kennen, sollen los und sie wieder einfangen. Es kommt, wie es kommen muß: die Jungen sind schrecklich nervös und schießen, sobald sie jemanden sehen. Die Opfer sind in der Tat russische Kriegsgefangene, aber unbewaffnet und sehr jung. Einer stirbt vor Friedrichs Augen, der ihm völlig ratlos dabei zusieht, ein anderer überlebt zunächst. Albrecht versucht panisch und zum Gotterbarmen ungeschickt, ihn zu verbinden, da taucht sein Vater auf und erschießt den Russen. Als die Gruppe der Jungmänner wieder allein ist, wird die Unterschiedlichkeit der Reaktionen deutlich: nur einer von fünf, nämlich Albrecht, begreift, was gerade geschehen ist, die anderen starren etwas hilflos ins Leere und murmeln was von „es war aber doch befohlen zu schießen“. Selbstschutz und fast sofortiges Wegdrängen.

Am nächsten Tag stellt Deutschlehrer Vogler ein Aufsatzthema: „Die winterliche Landschaft als Bestandteil germanischer Heldensagen“ (*glucks*). Albrecht soll vorlesen. Sein Aufsatz beginnt recht sentimental, jugendlich-gezwungen und von der Logik her arg sprunghaft, wird aber dann freier – und im Verlaufe der Szene wird deutlich, daß sich da ein Mensch entschieden hat.

„So kindlich es auch sein mag, so erfüllt uns Menschen die Winterzeit und der Anblick von frisch gefallenem Schnee immer mit einem unerklärlichen Gefühl von Glückseligkeit. Vielleicht, weil wir als Kinder mit dem Schnee das Weihnachtsfest verbanden. Ich jedenfalls war in meiner Vorstellung ein Held, der Drachen besiegt und Jungfrauen rettet. Jemand, der die Welt von dem Bösen befreit.“
Hier lächelt der Deutschlehrer, nicht spöttisch, sondern gerührt, doch das Lächeln schwindet beim folgenden Satz:
„Und als wir gestern loszogen, um die Gefangenen zu finden, da kam ich mir wieder vor wie dieser kleine Junge, der die Welt von dem Bösen retten will.“
„Albrecht, hör auf“, unterbricht der Lehrer – er hat also ein Unrechtsbewußtsein, er weiß jetzt schon, wohin die Logik führen muß.
„Doch als wir zurückkamen, da war mir klar geworden, daß ich selbst Teil des Bösen bin, vor dem ich die Welt immer bewahren wollte.“
„Albrecht, hör auf!“
„Gefangene zu erschießen ist Unrecht; sie waren weder bewaffnet, wie Gauleiter Stein angab, um uns aufzuhetzen --“
„Hör auf!!“ Der Lehrer greift nach dem Heft, Albrecht sagt den Schluß auswendig:
„...noch waren es Männer, sondern Kinder, die wir erschossen haben.“

Großartig dabei die Stimme des Schauspielers Tom Schilling, klein und unsicher am Anfang, am Ende immer noch erregt und etwas zittrig, aber entschlossen – ein frodoesker Held, der seine Angst nie verliert.
Natürlich wird Albrechts Vater alarmiert, und der beschließt, seinen Sohn bei nächster Gelegenheit zur Waffen-SS in die Ukraine zu schicken und verlangt außerdem einen weiteren Aufsatz von ihm, einen Wiederruf des vorherigen.

Die dritte Szene ist wie die erste ein wenig vorhersehbar: die Jungen versammeln sich morgens auf dem zugefrorenen See und sollen von einem Eisloch etwa zehn Meter weiter zum nächsten tauchen – die Ausgangssituation allein spricht Bände, lediglich die Art der anstehenden Katastrophe ist noch nicht klar.
Einer der Jungen taucht und zieht dabei ein Seil mit sich, an dem die folgenden sich orientieren können. Friedrich folgt als zweiter, dann Albrecht.
Ein Internetrezensent hat das Geschehen als „kitschigsten Selbstmord der Filmgeschichte“ bezeichnet – aus Selbstschutz vielleicht? Zögernd nur läßt Albrecht nach etwa der Hälfte der Strecke das Seil los, es ist nach dem Deutschaufsatz seine zweite Entscheidung, keine verzweifelt-dramatische, sondern still und unspektakulär. Friedrich kniet genau über ihm, die Eiswand trennt Tod und Leben: doch Leben bedeutet NS-System, letztlich so lebensfeindlich wie das dunkle Eiswasser, und Albrecht verweigert sich dem System mit dem einzigen Ausweg, den er sieht. Gleichzeitig ist seine Entscheidung eine Botschaft an den Freund.

Die vierte Szene klingt geradezu klischeehaft simpel: Friedrich läßt im entscheidenden Boxkampf einfach die Fäuste sinken und sagt sich damit von seinen Ersatzvätern los, die fassungslos mitansehen, wie er den Kampf verliert. Die Szene funktioniert trotz ihrer Klischeehaftigkeit, weil der Film insgesamt nicht sagen will: sehet, Pazifismus ist das Heil. Er sagt bloß: Der einzige Weg, der Friedrich und Albrecht aus dem System herausführen kann, ist das Sich-Verweigern. Bei Albrecht in einer extremeren Form, weil ihn das System fester im Griff hat; Friedrich dagegen zieht am Ende nur die Uniform aus und geht in den kurzen Hosen vom Anfang durch den Schnee nach Hause. (Klar gäbe es theoretisch noch die Möglichkeit, daß Friedrich und Albrecht gemeinsam ausreißen und sich einer Untergrundorganisation anschließen – das wäre ein hübsches „Seht ihr wohl“-Exempel, aber zum Erbrechen unglaubwürdig.)
Diese beiden letzten Momente sind vielleicht deshalb so berührend, weil einem als Zuschauer das Schmerzliche und gleichzeitig Befreiende dieser Entscheidungen so unmittelbar aufgeht; da ging kein langes Reflektieren voraus. Es geht nicht mehr nur um naturalistische Darstellung der NS-Zeit oder erhobene Zeigefinger, sondern zwei Menschen durchbrechen die Dynamik aus Gewohnheit und Verdrängung und ergreifen die einzige Möglichkeit, die sie für sich sehen, um Mensch bleiben zu können. Ist das pathetisch oder gar Vaterlandskitsch, weil deutsche Siebzehnjährige im Jahr 1943 keine Helden sein dürfen? Vermutlich war es diese Haltung, aus der heraus bemängelt wurde, daß der Film auf die Frage, warum so viele junge Menschen sich so einfach fanatisieren und instrumentalisieren ließen, keine Antwort habe. Diese Frage will der Film aber gar nicht beantworten, denke ich (hoffe ich). Er will die Geschichte zweier Jungen erzählen, und das, finde ich, ist ihm – mit ein paar Abstrichen – gelungen.

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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 06.12.2005, 11:00                                  +/-

Spitze


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parasite



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BeitragVerfasst am: 06.12.2005, 13:28                                  +/-

Ja, sehr gute Rezension. Ich bin immer wieder beeindruckt über die Reife der Reflexion, wenn es - wie bei Celebrian - schon nach dem ersten Sehen eines Filmes gelingt, sich von Impulsivität zu lösen und seine eigene Meinung so klar auszuformulieren. Ich hätte schon Probleme mich derart detailiert an einzelne Szenen im Film zu erinnern. Und ausserdem weiss ich jetzt ziemlich genau, was ich von "Napola" erwarten kann, und werde ihn mir sicher mal anschauen.
Spitze

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 06.12.2005, 15:27                                  +/-

parasite
...wenn es [...] gelingt, sich von Impulsivität zu lösen


Wow, danke - ich war gestern nicht ganz glücklich mit meinem Text, weil ich mich in Verdacht hatte, genau das nicht geschafft zu haben, sondern das Rezensionschreiben quasi als "Von der Seele reden" zu nutzen (aber das kann ja durchaus auch mal sein).

Was die Details betrifft - ich hatte die DVD da, habe den Film also noch mal "durchgeblättert" bzw. Albrechts Aufsatz einfach abgeschrieben.

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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 06.12.2005, 15:49                                  +/-

Toll. Wirklich. Sehr anschaulich und gleichzeitig mitreissend geschrieben. *verneig*


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 06.12.2005, 20:44                                  +/-

Kaylee
Toll. Wirklich. Sehr anschaulich und gleichzeitig mitreissend geschrieben. *verneig*


Verlegen *strahl*

((Hm, wieso heißt der Rotwerd-Smiley oops? Aber hier ist wohl klar, daß ich kein Oops-Rotwerden meine...))

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 08.12.2005, 16:21                                  +/-



Lola rennt heißt norwegisch Løp Lola, løp hähö

Ich find das lustig Mit den Augen rollen

Zitat:
Berlin i dag. Lola og Manni er unge og forelsket. Manni er involvert i en suspekt handel som kurér hvor han transporterer penger. Alt går galt. Manni roter bort en bag med 100.000 DM på T-banen. Det er 20 min til sjefen kommer for å hente pengene. Manni er desperat og ringer til Lola, og hun planlegger raskt en løsning. De har ikke mye tid. Lola løper...

Man kann den Sinn irgendwie schon erahnen.. nur ausgesprochen klingt das wieder völlig anders.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 08.12.2005, 17:49                                  +/-

Celebrian: Sehr schöner Text, macht Lust, den Film zu sehen. In unserem Provinzkino lief er erwartungsgemäß nicht. Hoffentlich war das Niederschreiben jetzt keine Ersatzhandlung, wie ich sie von mir kenne, wenn ich mich vor Hausarbeiten drücken will. zwinkern


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 09.12.2005, 00:15                                  +/-


Der Fluchtplan! Die Zeitungsausschnitte! Der Bleistift!

Cicken run ist einfach ein endgeiler Film! grins Hab ihn nach langer Zeit mal wieder gesehen, herllich. Er gefällt mir noch besser als der neue Wallace and Gromit, denn er hat diesen "erwachsenen" und eigentlich sehr düsteren Hintergrund: Hühner, die um ihre Freiheit kämpfen, die, wenn sie nicht mehr genug Eier legen, in den Kochtopf wandern. Die in einem KZ vegetieren und für die, wie Morgi sagen würde, "jeden Tag Treblinka" ist. Wenn ein Film jemals jemanden zum Vegetarismus bringen kann, dann der.

Und so finde ich ihn immer wieder richtig spannend, rührend und packend, und wenn sich der Hühnerphönix aus der Asche erhebt und über den Stacheldrahtverhau schwebt, dann ist das eine echte Gänsehautszene.. in einem Knetmännchenfilm! Genial auch die zahllosen Filmverweise und die liebevolle Ausstattung, man muss nur mal drauf achten, welche Gegenstände von den Hühnern zweckentfremdet werden, allein die Tobleroneschachteln als Startklötze.. grins

Heute hab ich was Neues entdeckt, eine Geste nur, aber ich hab mich weggelacht: Rocky der Hahn kehrt zurück, springt mit seinem kleinen Dreirad ins Hühnerlager und Ginger ist ganz hin und weg. "Oh Rocky, du bist zurückgekommen!" haucht sie, Tränen in den Augen, und er steht breitbeinig über seinem Dreirad und grinst, "Klar, Baby!" und dann betätigt er mit einer unnachahmlichen Macho-Geste schwungvoll seine Dreiradklingel, wie ein vierjähriger Draufgänger vor der Eisdiele *dringel* hähö Und dazu die Stimme von Mel Gibson..

10 von 10 selbstgestrickten Schnabelwärmern


Hier kann man die Sprecher und ihre Rollen vergleichen, nicht unlustig..


:herzchen:


Sogar die Frisur stimmt


Unverkennbare Ähnlichkeit grins


"Guten Tag, wir denken, Sie wären eine prima Ratte. Interesse?"


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 12.12.2005, 11:39                                  +/-


Japaner!!!

Ich bewundere jeden, der sich The grudge im Kino angetan hat. Respekt. Ich hab ihn gestern endlich auf DVD gesehen, immerhin allein *stolzbin* Er ist schon ganz ganz furchtbar gruslig und nervenzerfetzend, wahrscheinlich der gruseligste Film, den ich kenne. Ich habe den Sound in den entscheidenden Stellen nahe an die Unhörbarkeit runtergeregelt, das ist wichtig, und mehrere Pausen gemacht, in denen ich Radio gehört, Stühle lackiert und telefoniert habe. Danach hab ich alle Lichter angemacht und Dittsche geguckt. Dann gings.

Interessanterweise waren die Splatterszene gegen Ende gar nicht mehr so schlimm, da hat man das Böse wenigstens gesehen. Furchtbar war dieser "Aktenzeichen XY-Effekt": Leute, die sich abends allein in leeren Wohnungen/Treppenhäusern/Tiefgaragen aufhalten, untermalt von unheilverkündender Musik. Die Art, Räume zu inszenieren war wirklich extrem gut, seit "Shining" hab ich nicht mehr so viel Angst wegen eines leeren Flurs gehabt. Meine Urangst vor fahl beleuchteten, menschenleeren Bürogebäuden mit ihren unmenschlichen Abmessungen und dem völlige Fehlen kuschliger Rückzugsgebiete wurde sehr effektiv bedient. Und wenn selbst die eigenen vier Wände keinen Schutz mehr bieten...

Allerdings hab ich auch Kritik: der Film hat so etwas Zynisch-Leeres. Es gibt das Böse, übersinnlich und unbesiegbar, das unschuldige Menschen reihenweise abschlachtet, niemand kann ihm entkommen und das war's. Das lässt keinen Raum für Spannung wie bei einem "realistischen" Thriller, wo man mit dem Opfer mitfiebern und überlegen kann, welchen Ausweg es geben könnte. Und auch keinen Raum für "Moral", für Erklärung und Auflösung der Situation wie bei "The others", oder ein Mitfühlen mit dem verfluchten Täter, Erklärungsansätze für seine Bösartigkeit... Widerstand, ein Überleben durch Zusammenhalten oder durch Kampfwillen wie bei "Alien"... nichts. Das fand ich etwas billig. Ich mein, klar ist es gruselig, wenn ein übermächtiges Böses dich verfolgt, aber wenn es darüber hinaus keinen Spannungsbogen gibt, keine Entwicklung der Personen o.ä., dann fehlt mir, was einen wirklich guten Film ausmacht und es bleibt eine Art Geisterbahnfahrt. Die allerdings war perfekt in Szene gesetzt.


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Zuletzt bearbeitet von Nichtraucher am 12.12.2005, 12:11, insgesamt einmal bearbeitet
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 12.12.2005, 12:11                                  +/-

Jetzt würde ich gerne nochmal thanils Kritik dazu lesen, find sie aber nicht. thanil, hast du sie nicht vielleicht noch als Textdatei und schickst sie mir?


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