Tylers Kneipe Foren-Übersicht Tylers Kneipe

 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste     RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 
Zum ChatSkypen

Allgemeines Filmgeplauder III
Zurück  1, 2, 3 ... 27, 28, 29, 30, 31 ... 33, 34, 35, 36  Weiter Alle
 
Neues Thema eröffnen  Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten. Tylers Kneipe Foren-Übersicht -> Moving Movies
 
 
Autor Nachricht
Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 42199
Wörter pro Beitrag: 38

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 18:35                                  +/-

Na, weil du immer solche Filme guckst und mit Herzblut rezensierst, die gerne unter Trash abgelegt und von der Mainstreamkritik eher knapp abgehandelt werden Smilie

Stehst du auch auf richtige, klassische B-Movies, wie sie Fans auf Conventions sammeln und tauschen? So phillipinische Monsterfilme aus dem 70ern, italiensiche Zombiestreifen und Kung-fu-Vampir-Crossover aus Hongkong?


_________________
You met me at a very strange time in my life.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Erinti



Beiträge: 4709
Wörter pro Beitrag: 44

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 18:49                                  +/-

Eigentlich habe ich Blade nur rezensiert, damit Gimli einen Grund hat, auch was zu schreiben. Zunge

Hm, klassische B-Movies eher so in Richtung Militär, wobei ich die ganz üblen Pentagon-Streifen nicht mehr gucken kann. Mit 14/15 ist man da noch etwas unbedarfter.
Zwar habe ich einige Filme von Godzilla gesehen, mich aber nicht weiter in diese Ecke begeben, da ich es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr amüsant fand, zuzugucken, wie Plastikautos gegen Gummidinos antraten.

Und Zombies konnte ich noch nie leiden, erste und einzige Ausnahme war jetzt Shaun of the Dead (Sneak und noch dazu Parodie) und Land of the Dead.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 42199
Wörter pro Beitrag: 38

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 18:52                                  +/-

Würdest du mir als Einstieg ins Genre "Van Helsing" empfehlen oder wär das zu hart?


_________________
You met me at a very strange time in my life.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Erinti



Beiträge: 4709
Wörter pro Beitrag: 44

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 18:54                                  +/-

Du hast genau den Film erwischt, den ich so abgrundtief hasse, daß da nichts, aber auch gar nichts heranreicht. *hust*

Aber vielleicht siehst du das ja anders. zwinkern

In welche Richtung soll der Einstieg gehen?

Nach oben
Antworten mit Zitat
Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 42199
Wörter pro Beitrag: 38

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 18:56                                  +/-

Es sollte schon lustig sein. Oder soll es das gerade nicht? *verwirr* Wie ernst muss/darf/soll man Blade und Co. nehmen?


_________________
You met me at a very strange time in my life.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Erinti



Beiträge: 4709
Wörter pro Beitrag: 44

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 19:05                                  +/-

Naja, sagen wir so, woran zum Beispiel Blade Trinity und Van Helsing kranken, daß sie etwas hinausposaunen und sich aufplustern, aber dann nicht mehr als ein laues Lüftchen sind. Letzerer ist ein reines Computerspiel, und ein schlechtes noch dazu.

Blade 1+2 habe ich nur einmal gesehen, und es ist lange her, aber ich denke, man kann sie durchaus ernstnehmen.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Kaylee



Beiträge: 6078
Wörter pro Beitrag: 29

Private Nachricht senden
Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 19:31                                  +/-

Eine 'Einführung' lohnt sich eh nur, wenn du sowas ansatzweise cool finden kannst. Wenn nicht, lohnt sich die Zeit nicht. Aber deine Faszination zu Messern, wäre vielleicht schon mal ein Ansatz…

Vielleicht verweigerst du dich dem Genre auch nur deshalb so nachgiebig, weil du fürchtest es cool zu finden?! hähö


_________________
Ha! You afraid to get wet?
Nach oben
Antworten mit Zitat
Erinti



Beiträge: 4709
Wörter pro Beitrag: 44

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 19:50                                  +/-

@ PK

Hast du noch nie einen Vampirfilm gesehen? ?????

Nach oben
Antworten mit Zitat
Elessar



Beiträge: 860
Wörter pro Beitrag: 39

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 23:30                                  +/-

Vorsicht, enthält Spoiler!

Full Metal Jacket
`````````````````````

„Full Metal Jacket“ ist die Geschichte des Rekruten und späteren Marine J.T. Davis, genannt Joker. Er und die anderen Rekruten Snowball, Pyle und Cowboy werden in einem Ausbildungslager der US-Marines unter der Leitung des harten und unmenschlichen Seargeants Hartmanns auf den Vietnamkrieg vorbereitet. Hartmann soll seine Rekruten aus einem Haufen Scheisse zu Kampfmaschinen verändern. Dabei geht Hartman mit unmenschlicher Härte vor; er hetzt sie über Hindernisse, beschimpft und erniedrigt sie mit sex- und rassistischen Kraftausdrücken. Besonders im Visier hat Hartmann den körperlich und geistig eher schwachen Leonard, genannt Pyle. Schliesslich lässt Hartman nicht mehr Pyle für seine Ungeschicklichkeit büssen sondern den Rest der Kompanie, wofür sich diese schliesslich auch bei Pyle „bedanken“. In der Nacht verprügeln sie Pyle gemeinsam. Mit der Zeit ist Pyle dem Druck nicht mehr gewachsen, worauf er Hartmann und sich selbst vor den Augen seines Kollegen Joker umbringt.
Nach der Ausbildung werden die nun ausgebildeten US-Marines schliesslich auf unterschiedliche Einheiten im Vietnam verteilt; Joker arbeitet als Kriegsberichterstatter bei der Militärzeitung „Stars `n Stripes“, wo er sich eine Weile lang von dem Kriegsgeschehen fernhalten kann. Doch während der Tet-Offensive wird auch er in eine Einheit an der Front eingezogen, wo er auf seinen alten Kollegen Cowboy trifft. Auf einem Einsatz in einer verwüsteten vietnamesischen Stadt gerät die Truppe unter der Leitung Cowboys unter Beschuss eines Heckenschützen, welchem Cowboy schlussendlich erliegt. Gemeinsam können die Marines das Versteck des Heckenschützen ausfindig machen und stürmen. Sie stellen den Heckenschützen, welcher sich als Frau entpuppt. Nachdem sie die vietnamesische Frau angeschossen haben, beratschlagen die Soldaten über ihr weiteres Schicksal. Schliesslich entschliesst sich Joker, die Frau mit einem Gnadenschuss von ihrem Leiden zu erlösen. Damit endet der Film.

Was mir am Film besonders gefiel, war die Tatsache, dass der Krieg nicht, wie in anderen Kriegsfilmen, verherrlicht wurde. Die Geschichte wird ziemlich geradlinig und kommentarlos erzählt, es wird nichts verherrlicht, noch ist ständig ein moralischer Zeigefinger zu spüren. Die Protagonisten werden schonungslos von der Kamera begleitet, es werden unwichtige, belanglose Dialoge gezeigt. Der Krieg wird dadurch nicht vor einen politischen Hintergrund gestellt sondern zeigt den Krieg als Alltag. Während des ganzen Filmes ist eine eher depressive, sehr intensive Atmosphäre zu spüren, welche vor allem durch die manchmal auftauchenden Gedanken Jokers, die merkwürdige, spezielle Musik und die schonungslose Kamera aufgebaut wird. Dies ist ganz bestimmt ein grosser Unterschied zu anderen Hollywood-Kriegsfilmen, in denen sich der grösste Teil um die Kriegsszenen dreht. In „Full Metal Jacket“ ist der Anteil an Kampfszenen jedoch eher gering.
Die Schauspieler wussten mich insgesamt zu überzeugen. Zwar blieb mir keine der Leistungen besonders im Gedächtnis, was jedoch im Grossen und Ganzen eher positiv zu sehen ist.
Die erste Hälfte des Filmes gefiel mir besser als die zweite. Mich hat die Geschichte um Pyle mehr berührt als die Kampfszenen im Vietnam. Die Wandlung vom gutmütigen Pyle zum verzweifelten Selbstmörder ist für mich einiges emotionaler und schlüssiger als die Geschichte um Joker im Krieg. Zudem amüsierte mich anfangs die Art Seargeants Hartmanns die Rekruten zu beleidigen und zu piesacken. Böse
Fazit: „Full Metal Jacket“ ist ein unpatriotischer Antikriegsfilm, der eine äusserst faszinierende und intensive Atmosphäre zu erzeugen vermag.
9 von 10 Vollmantelgeschossen

Nach oben
Antworten mit Zitat
Tyler Durden
Administrator


Beiträge: 22938
Wörter pro Beitrag: 48

Private Nachricht senden E-Mail senden
Skype Name Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: 14.12.2005, 00:43                                  +/-

Der Film hat sicher seine Momente, z.B. ist der Drill Seargent die Blaupause für jeden brüllenden Drill Sergeant. Da verstehe ich nicht wieso du sagst, dir wäre keine Schauspielleistung im Gedächtnis geblieben. Jedenfalls: der Film ist überschätzt. Ich hatte nie das Gefühl "Jawohl, so war der Vietnam Krieg" oder auch nur ein "So ist Krieg". Wenn ich das zur Eröffnungsszene von Private Ryan vergleiche, bei der ich unwillkürrlich mich im Kinosessel festkrallte... ne. Und FMJ ist weder so verkopft wie Thin Red Line noch künstlerisch wie Apocalypse Now.

Mal sehen wie Jarhead wird.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Celebrian
Katen-Löwin


Beiträge: 5424
Wörter pro Beitrag: 67

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 14.12.2005, 01:03                                  +/-

Full Metal Jacket ist, glaube ich, der einzige Film, den ich nach etwa einem Drittel abgebrochen habe, weil ich schlicht nicht mehr konnte (ich war allerdings einige Jährchen jünger), und zwar, als die Rekruten Pyle nachts verprügeln. Daß eine "Autoritätsfigur" wie der Sergeant ein Tyrann ist und Gewalt ausübt, wenn auch in erster Linie psychisch - okay. Aber daß die Rekruten auf einen der ihren losgehen, und dann auch noch so organisiert und kaltblütig - es ist ja keine jähzornige Reaktion, sondern eine Art Strafvollzug - das ist entsetzlich; allerdings natürlich ein konsequentes Weiterdenken des "Nach-unten-treten"-Prinzips.

Vor etwa zwei Jahren habe ich ihn dann noch mal bis zum Ende gesehen. Soweit ich mich erinnere, gefallen mir gerade manche Szenen der zweiten Hälfte, zum Teil einer gewissen Kühle wegen, die den Eindruck von Verlorenheit und Lebensfeindlichkeit auf sehr viel stillere Weise erzeugt als Maschinengewehrgeknatter, zum Teil, weil sie so ein bißchen unmotiviert im Raum stehen - dadurch sagen sie gleichsam: Der Krieg hat für Joker bzw. für den Einzelnen keinen erkennbaren sinnvollen Zusammenhang (natürlich auch keinen Sinn, aber einfach nur "Krieg ist sinnlos" wäre etwas plakativ).


Edit.: Oje, das war in die Tüte formuliert... "sinnvoller Zusammenhang" und "Sinn" könnte man wohl für das gleiche halten. Also, das erste soll sowas sein wie "Kohärenz", "Stimmigkeit in sich", "einigermaßen stringente Logik" oder auch "Folgerichtigkeit"... *rumwirr*

Nach oben
Antworten mit Zitat
Elessar



Beiträge: 860
Wörter pro Beitrag: 39

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 14.12.2005, 20:26                                  +/-

Tyler Durden
Der Film hat sicher seine Momente, z.B. ist der Drill Seargent die Blaupause für jeden brüllenden Drill Sergeant. Da verstehe ich nicht wieso du sagst, dir wäre keine Schauspielleistung im Gedächtnis geblieben. Jedenfalls: der Film ist überschätzt. Ich hatte nie das Gefühl "Jawohl, so war der Vietnam Krieg" oder auch nur ein "So ist Krieg". Wenn ich das zur Eröffnungsszene von Private Ryan vergleiche, bei der ich unwillkürrlich mich im Kinosessel festkrallte... ne. Und FMJ ist weder so verkopft wie Thin Red Line noch künstlerisch wie Apocalypse Now.

Mal sehen wie Jarhead wird.


Natürlich wurde der Seargent sehr gut gespielt, aber trotzdem nicht so, dass mich die schauspielerische Leistung so begeistern konnte, dass ich mich wohl noch lange an diese Rolle erinnern werde.
Die Eröffnungsszene von "Saving Private Ryan" fand ich auch grandios. Was danach folgte, fand ich jedoch, je länger der Film dauerte, um einiges unglaubwürdiger als bei "Full Metal Jacket", insbesondere Tom Hanks Flucht vor einem Panzer (?????-), von dem er erst in letzter Sekunde durch ein Flugzeug gerettet wurde.
Wie "Full Metal Jacket" im Vergleich zu anderen (Anti-)Kriegsfilmen wie "Apocalypse now" oder "Platoon" wirkt, kann ich momentan noch nicht beurteilen. Ich habe mir heute jedoch "Platoon" aus meiner Bibliothek ausgeliehen und werde ihn mir wohl am Wochenende anschauen.
Auf "Jarhead" bin ich übrigens auch schon sehr gespannt.



Zuletzt bearbeitet von Elessar am 23.12.2005, 17:52, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Antworten mit Zitat
Gimli



Beiträge: 23366
Wörter pro Beitrag: 35

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 14.12.2005, 21:53                                  

Ich würde dem Film beinahe ohne nachzudenken 10 von 10 Full Metal Jackets geben. Ich sehe ihn da ganz klar auf einer Höhe mit anderen überragenden Werken wie den schon genannten Apocalypse Now, The Thin Red Line und Platoon. Er ist sicherlich nicht schlechter als diese, aber in meinen Augen ganz klar besser als Saving Private Ryan.

Zumindest ermöglicht es die klare Dreiteilung des gesamten Filmes ihn einfach zu beschreiben und zu bewerten. Es beginnt mit der Ausbildung der Rekruten, wobei ich Ausbildung etwas euphemistisch finde, es ist eher eine unmenschliche Abhärtung, Verrohung, Austreibung von Emotionen und moralischen Vorstellungen. Wie Joker es sehr treffend sagt, das Marine Chor will keine Roboter, es will Killer. Und was dies bewirkt sieht man auch sehr schnell. Niemand hinterfragt was passiert oder wehrt sich dagegen, selbst Joker, die Indentifikationsfigur, hält sich doch sehr bedeckt. Und dann natürlich Pyle. Ein Paradebeispiel für einen Menschen, der an diesem Drill, an diesem gewaltverherlichenden System zugrunde geht. Gleichzeitig auch ein Beispiel dafür, dass gar kein richtiger Krieg nötig ist, um einen Menschen zu zerbrechen, Pyles Geist zerbricht schon vorher.
Natürlich entbehrt dieser ganze Abschnitt nicht einer gewissen Komik, das will ich gar nicht leugnen, und es soll Leute geben, die sich nur diesen Teil des Filmes anschauen, um sich zu amüsieren, danach schaltet man aus. Aber wenn dann die von Celebrian angesproche Szene kommt, oder spätestens bei der Schlussszene, sollte einem klarwerden, dass es mehr ist als Klamauk, wenn Hartmann jeden zusammenscheißt, der nicht hart genug ist.

Und dann der Krieg, erst aus Sicht von Joker dem Kriegsberichterstatter und dann die lange Sequenz mit dem Scharfschützen. Ich weiß nicht, ob Saving Private Ryan den Krieg besser darstellt, aber er setzt wohl auch andere Schwerpunkte. Bei Kubrick geht es, wie in sovielen seiner Filme, um den Menschen. Und diese Menschen, diese ausgebildeten Soldaten, legen wirklich viele Facetten an den Tag. Der Tod erscheint beinahe normal, dann kommt doch wieder die Angst hoch, man lacht und reißt Witze, während neben einem die Artellerie am Werk ist. Man reagiert abgebrüht auf den Tod und Animal Mother bringt es auf den Punkt: "Better you than me", und spricht damit allen aus der Seele. Joker dagegen nimmt es sehr lange auf die leichte Schulter. Seine Beschreibung des Krieges - "... meet different people and kill them" - hat es nach meinem Wissen sogar auf ein T-Shirt geschafft. Wo im ersten Teil die Situationen einfach komisch wirken, werden hier wirklich Witze gerissen.
Allein die Musik in diesem Abschnitt spricht Bände. Der Soundtrack nötigt einen dazu mit dem Fuß zu wippen oder mit dem Kopf zu nicken. Sie ist unbeschwert, fröhlich und albern.
Trotzdem schwankt die Stimmung, als könnte sie sich noch nicht entscheiden. Wenn Joker und Raftaman mit dem Helikopter fliegen und der Kerl am Maschienengewehr lacht, ballert und brüllt "Krieg ist die Hölle!" und dann schallend weiterlacht, wird die Szenerie grotesk und man sieht es den beiden unerfahreneren Soldaten an, dass es sie irritiert. Scheinbar haben sie sich einen Funken Menschlichkeit bewahrt.

Doch dann beginnt der Film, so habe ich es jedenfalls immer wieder empfunden, Klartext zu sprechen. Die Umgebung wird apokalyptisch, Häuserruinen, Flammensäulen, Schutt und Dreck überall, keine Menschenseele weit und breit zu entdecken. Man verirrt sich, wie überaus passend. Die Gruppe Soldaten ist vom Weg abgekommen und scheint verloren. Der eigentliche Chef ist tot, weil er einen Plüschhasen hochgehoben hat, der eine Bombe versteckte und nun muss man zurückfinden. Dann fällt der erste Schuss. Eightball windet sich schreiend, brüllend, sterbend und blutüberströmt auf dem Boden - und seine Kameraden reagieren auf die Art, die sie gelernt haben: Sie ballern um ihr Leben.
Eine Zeit lang scheinen sie auch wirklich nichts anderes auf die Reihe zu bekommen, Panik greift um sich und sie greifen zur Gewalt. Und die Gewalt nützt ihnen nichts, was die Panik nur noch verstärkt. Es dauert lange bis sie einen vernünftigen Plan auf die Beine stellen, Cowboy stirbt, Eightball ist inzwischen auch tot. Doch dann schaffen sie es - und der Zuschauer fiebert mit. Hier scheint man den Gegner noch hassen zu können, dieses hinterhältige Aas! Und nun können sie das tun was sie gelernt haben, was ihnen mit Hass und Gewalt eingetrichtert wurde: Hassen und töten und zwar möglichst effizient.
Bis sie dann die Realität des Krieges einholt. Vorher war "Charlie" so gesichtslos, wie er wohl für viele amerikanische Soldaten den ganzen Krieg über geblieben ist, doch jetzt sehen wir den ersten Feind vom Nahen, den Feind, für den uns die negativen Gefühle geradezu aufgedrängt wurden. Und es ist ein Kind. Es ist ja nicht nur eine Frau, es ist ein Kind! Allerhöchstens 16 Jahre alt, die Augen aufgerissen und die Kalashnikow in den Händen wirkt unnatürlich groß. Und an diesem Punkt fokussiert der Film sehr stark auf Joker, wo vorher immer noch andere Sichtweisen ins Spiel kamen und der Blick einen größeren Ausschnitt zeigte.
Joker stockt, zögert und stirbt beinahe. Für einen Augenblick mag man sich fragen, was dieses Mädchen dazu getrieben hat so gewalttätig zu werden. Und man erinnert sich an "Jeder der wegläuft ist ein VC, jeder der stehenbleibt ist ein disziplinierter VC", an die Propaganda der Kriegsberichterstatter, an die Apokalypse, die die amerikanische Militärmaschinerie zurückgelassen hat. Scheinbar hat bei ihr der Krieg getan, was bei den Marines Hartmann zu erledigen hatte. Dann wird sie von einem anderen angeschossen und nach quälend langen Momenten wird ihr der Gnadenschuss gewährt.

Es endet in einer Welt voll Scheiße - und dem Mickey Mouse Club. Joker lebt und er ist froh darüber. Er ist ein intelligenter Bursche, er weiß sicherlich was er dafür getan hat, tuen musste. Will der Film ihn verurteilen? Ich denke nicht. Aber was will der Film? Sicherlich kein Bild des Vietnamkrieges abliefern (das denke ich übrigens auch von Apocalypse Now), es hätte auch jeder andere Krieg sein können. Harten Drill gibt es schon in Im Westen nichts Neues, halt nur im preußischen Kasernenhofstil. Im Endeffekt geht es aber nicht einmal umbedingt um den Krieg ansich, sondern um die Menschen und wie sie mit unmenschlichen Situationen umgehen.
Interessanterweise zerbricht zuerst der einfältige Pyle an der Unmenschlichkeit der Ausbildung. Nicht etwa der intelligente Joker lehnt sich dagegen auf oder irgendeiner der anderen, die beugen sich, ertragen es, fügen sich ein. Pyle scheitert daran, oder besser gesagt: Er scheitert nicht. Er schafft es ja, doch sein Verstand zerbricht dabei. Im weiteren Verlauf sehen wir dann unzählige Facetten des Umgangs. Einige Soldaten scherzen mit einer Leiche im Arm, andere wollen unbedingt in die Scheiße, glorifizieren Krieg und Gewalt. Manch anderer sieht es pragmatisch, fügt sich ein und genießt das Leben, solange es die anderen erwischt. Am Ende baut sich beinahe selbstverständlich der Hass auf, als Reaktion auf Gewalt, die aber auch nur das Ergebnis von schon geschehener Gewalt ist. Dann sieht man Joker wie er durch die Dunkelheit schreitet und sich des Lebens freut. Den Punkt an dem er sich Sorgen macht, hat er überschritten.

Soll Joker ein Vorbild sein? Sicherlich nicht. Eher ein Paradebeispiel. Irgendwann hat ihn die Unmenschlichkeit überwunden und er fügt sich ein, befolgt Befehle, tötet, ist froh damit nicht selbst tot zu sein. In gewisser Weise ist Pyle der heimliche Held. Er mag einfältig sein, aber auf diese Art und Weise, mit dieser schon beinahe natürlichen Menschlichkeit, kann er diese systematische Unmenschlichkeit nicht ertragen und zerbricht. Die Einzigartigkeit dieses Zerbrechens im Film zeigt auf, dass sich die Masse der Menschen ab einem bestimmten Punkt an die Unmenschlichkeit gewöhnt, sie hinnimmt, sich damit abfindet und sie dann auch praktiziert. Die Menschlichkeit scheint nicht sehr fest im Menschen verankert zu sein.


_________________
Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Thanil
Iniesta de Toto


Beiträge: 45990
Wörter pro Beitrag: 42
Wohnort: ...
Private Nachricht senden
Skype Name Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: 14.12.2005, 22:27                                  +/-

Hervorragende Analyse. Sehr überzeugend! Spitze

Bloggen!


_________________
„Scientists told them, it was a really bad idea. They didn‘t listen.“ – „That‘s going to be carved on humanity‘s gravestone.“
Nach oben
Antworten mit Zitat
Arbrandir



Beiträge: 3263
Wörter pro Beitrag: 38
Wohnort: East of the Sun, west of the Moon
Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 14.12.2005, 22:39                                  +/-

Thanil
Hervorragende Analyse. Sehr überzeugend! Spitze

Bloggen!


YesYesYesYesYesYesYesYesYesYes
Zehn von zehn yes-Smilies


_________________
Life is hard. After all, it kills you.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Psycho Dad
Sultan der Rhetorik


Beiträge: 14361
Wörter pro Beitrag: 34
Wohnort: in the moment
Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 14.12.2005, 23:08                                  +/-

Ich habe einen Bekannten, der Black Hawk Down übertrieben pro-amerikanisch und rassistisch findet. Traurig Was für ein trauriges Missverständnis! Oder gibt es Leute, die seine Meinung teilen könnten?


_________________
„Hm, ich hätte Appetit auf generell asiatisch.“
(Tyler D.)
Nach oben
Antworten mit Zitat
Thanil
Iniesta de Toto


Beiträge: 45990
Wörter pro Beitrag: 42
Wohnort: ...
Private Nachricht senden
Skype Name Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: 15.12.2005, 16:18                                  +/-

Ich teile seine Meinung nicht. Ich glaube ich habe hier auch vor einigen Monaten eine Filmbesprechung von Black Hawk Down gepostet.

Ich bin gerade auf der Suche nach Filmen, die ich mir anschauen könnte. Da bin ich auf IMDB auf den am schlechtesten bewerteten Film der 2000er Jahre getroffen:

Anus Magillicutty

Der Film schafft bei fast 1000 Votes einen sagenhaft erbärmlichen Schnitt von 1,3. Im Forum hat jemand einen Thread gepostet "500 things to do while watching Anus Magillicutty", und die Leute haben die Liste dann schrittweise vervollständigt:

500. Go to Iran dressed as a cowboy
499. Watch old episodes of "Full House"
498. Shove a rocket up your a** and fly to the moon
497. Masturbate to national geographic
496. Round up everyone to come here and contribute to this list!
495. Shun the other Aggies - the worst college football team - New Mexico State!
494. Gape your sister [Anm. "to gape" = anstarren]
493. Gape your mother
492. Gape your brother
491. Don't
usw.usf.

uglylol


_________________
„Scientists told them, it was a really bad idea. They didn‘t listen.“ – „That‘s going to be carved on humanity‘s gravestone.“
Nach oben
Antworten mit Zitat
Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 42199
Wörter pro Beitrag: 38

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 15.12.2005, 16:35                                  +/-

Ich will jetzt noch so eine Gimli-Review über "Thin red line" und "Platoon" Spitze


_________________
You met me at a very strange time in my life.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Erinti



Beiträge: 4709
Wörter pro Beitrag: 44

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 19.12.2005, 00:08                                  +/-

Mad Max



Dieser Film hat im Zeitalter minderjähriger Jugendlicher, die sich keinen Film ausleihen können und auf den Fernseher angewiesen sind, der ihnen aber, wenn die Schwester zu Besuch ist, nachts verschlossen bleibt und zwar genau dann, wenn dieser Film läuft...wo war ich stehengeblieben?

Achja Smilie Ich habe lange gebraucht, bis ich den Film gesehen habe. Bei "Road Warrior" und "Beyond Thunderdome" (die wesentlich öfter liefen) war ich schon bei 5 und 3 angelangt und hatte demzufolge schon die Endzeit vor Augen, als ich Mad Max ansah. Zu meiner größten Überraschung gab es erstmal Idylle satt, eine hübsche Frau, ein niedliches Baby und zumindest vordergründig doch eine ganz heile Welt.
Die Probleme, mit denen man es erst in den nachfolgenden Filmen zu tun bekommt, werden zwar angesprochen, wie Benzinknappheit und langsam aufkommende Anarchie auf den Straßen, aber es spielt (außer letzteres) noch keine große Rolle.
Und ich weiß, warum ich den Film mag, er ist so herrlich verrückt, mit wunderbaren Charakteren wie Goose, Toecutter, Johnny...und dem Nightrider. hähö

Gut an dem Film ist, daß er ungefähr jeder Erwartung widerspricht, zumindest meinr persönlichen. Ich erwartete doch schon im ersten Drittel die Rachefehde, stattdessen beschäftigte sich das Drittel vornehmlich mit der Illustrierung der Arbeit eines Polizisten in dieser Zeit, sowie tollen Verfolgungsjagden mit nicht ganz so tollen Autos (außer dem es Nightriders)




Dazu kam die passende sprachliche Untermalung durch eine Funksprecherin. Diese hatte keine anderen Zweck, als durch Informationen, die sie an die Polizisten übermitelte, dem Zuschauer so Erklärungen abzugeben und ohne große Verschwendung von Screentime ein Bild der Zeit zu vermitteln; eine sehr gute Idee.

Und es hatte was vom Wilden Westen. Die Städte haben ungefähr das gleiche Aussehen, sind klein, verlottert, heruntergekommen und die Gegend hat ihre Gang, die zwar nicht auf Pferden, aber auf Motorrädern reitet und keine Goldtranporte, aber Tanklastwagen ausraubt.
Und der Gute reitet auf seinem schwarzen Pferd (oder seiner V8-Karre) herbei, um Ordnung zu schaffen. hähö
Zuerst allerdings muß Max Rockatansky die Motivation bekommen, zu Mad Max zu werden, der besagten schwarzen Hengst aus den "Halls of Justice" klaut und sich auf seinen Rachefeldzug begibt. Diese kommt schnell und grausam, indem er mit seiner Familie das verliert, was ihn davon abhielt, einer dieser verrückten Vagabunden zu werden, die von Benzinlache zu Benzinlache ziehen und dadurch immer weiter von der Gesellschaft abrücken.
Das "Wie" des Fehden-Endes war teilweise recht unspektakulär (zumindest, was den Oberganster anging), und wurde genau mit der Person zelebriert, an deren Stelle man eigentlich eher den Boss der Gang erwartet hätte.

Der Film könnte sehr gut für sich stehen, man kann sich gut vorstellen, daß Max einfach irgendwann irgendwo inmitten seines Autowracks in einem beliebigen Graben landet und den Weg eines jeden Straßenvagabunden geht. Denn er hat zwar seine Rache, aber das ändert nichts daran, daß es für ihn keinen Weg zurück mehr gibt.

Nicht unbedingt dieser Film, da ich ihn eher spät sah, aber dafür die anderen (was eigentlich aufs Gleiche herausläuft), haben mich doch ziemlich geprägt und ein Interesse für schweigsame Helden, Autos und sinnlose Plots geweckt.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 42199
Wörter pro Beitrag: 38

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 20.12.2005, 10:43                                  +/-

Da ich nichts an deiner Beschreibung wiedererkenne, hab ich wohl irgendeinen anderen Teil gesehen.. ????? Aber den wohl auch zur halb und mit Werbung. Das sind so Filme, die ich nur vom Zappen kenne, eigentlich eine Bildungslücke.


_________________
You met me at a very strange time in my life.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Erinti



Beiträge: 4709
Wörter pro Beitrag: 44

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 21.12.2005, 17:34                                  +/-

Da der erste Teil äußerst selten läuft (warum auch immer), vermute ich, daß du einen anderen gesehen hast.
In dem Fall definitiv eine Bildungslücke Yes zwinkern

Nach oben
Antworten mit Zitat
Gimli



Beiträge: 23366
Wörter pro Beitrag: 35

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 21.12.2005, 17:36                                  +/-

Also ich habe den ersten Teil schon zweimal im Fernsehen gesehen. hähö Allerdings übel geschnitten. Da muss ich mir nochmal die ungeschnittenen DVDs besorgen.

Der dritte Teil ist allein schon wegen Tina Turner und seinem Titel kultig. uglylol


_________________
Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Tylers Kneipe Foren-Übersicht -> Moving Movies Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Zurück  1, 2, 3 ... 27, 28, 29, 30, 31 ... 33, 34, 35, 36  Weiter Alle
Seite 29 von 36

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Impressum. Powered by phpBB © 2001, 2006 phpBB Group. Deutsche Übersetzung von phpBB.de