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Europäische Innenpolitik
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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 27.10.2011, 21:42                                  

Ein Grieche, ein Portugiese und ein Italiener gehen in den Puff. Wer bezahlt?

Die Deutschen.


Tätä!

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Thanil
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BeitragVerfasst am: 01.11.2011, 14:14                                  +/-

Jetzt scheint der Laden endgültig auseinander zu fliegen. Das wird die Quittung für zwanzig Jahre Hinterzimmerpolitik Yes


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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 01.11.2011, 21:25                                  +/-

Ist die Vorfreude schon so groß?


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 01.11.2011, 21:43                                  +/-

Natürlich nicht. Aber so, wie Europa derzeit organisiert und regiert wird, kann es, nein DARF ES, nicht weitergehen.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 01.11.2011, 22:53                                  +/-

Der griechische Volksentscheid klingt wie Wahnsinn. Es könnte aber auch klappen, dass die Reformer am Schluss gestärkt dastehen.

Gepostet am 01.11.2011, 21:54:

Wobei, vielleicht ist die Aufregung aber auch umsonst:

Update from Greek TV in the last hour: The referendum is pretty much impossible now. The gov's parliamentary majority is down to 2 MPs now (152/300) after one MP left the party this morning. They need 151 seats to start the referendum process. 2 more MPs have already stated they won't vote for it so it's pretty much out.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 02.11.2011, 08:59                                  +/-

Die Zeit
Griechenlands Kabinett stützt Premier Papandreou
Der Ministerpräsident hat seine Regierung auf Kurs gebracht: In einer nächtlichen Marathonsitzung billigten die Minister den Plan für eine Euro-Volksabstimmung. [...] Einige Minister bemängelten, sie seien nicht rechtzeitig über den Vorstoß zu einem Referendum informiert gewesen. Sie versicherten jedoch, den Regierungschef bei der anstehenden Abstimmung zu unterstützen. Die befürchtete Regierungskrise scheint damit vorerst abgewendet.


Gepostet am 02.11.2011, 08:29:

Ach so, das muss gestern falsch rübergekommen sein. Ich denke schon, dass die Griechen bei einer Volksabstimmung FÜR den Rettungsplan stimmen werden. Die Griechen murren und rebellieren, aber (a) ist das nur ein Teil des Volks und (b) werden viele wohl einsehen, dass die Alternative zu diesem Rettungsplan noch viel schlimmere Folgen haben muss als der Rettungsplan selbst.

Damit wird die europäische Krise aber nicht ausgestanden sein. Uns wird der Laden dennoch um die Ohren fliegen, weil einfach nicht die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden, und weil die eigentlichen Konstruktionsprobleme Europas nicht angegangen werden.

Warum stehen die USA trotz eines zehnfach höheren Schuldenbergs nicht vor dem Aus? Weil die USA eine Verfassung haben, die sie auch in der größten Krise handlungsfähig hält. Die EU hat das versäumt. Wir haben Abziehbildchen von EU-Präsident und Außenminister, deren Namen ich nach drei (?) Jahren immer noch nicht unfallfrei schreiben kann. Ich wüsste auch gar nicht, was die machen, außer vor Meetings die Kaffeetassen aufzustellen. Schlimmer aber ist die Legitimationskrise. Die Griechen rebellieren auch, weil sie das Gefühl haben – haben MÜSSEN – dass ihnen von namen- und gesichtslosen EU-Gremien die Politik diktiert wird. Ihr eigener Regierungschef erscheint nur noch als Bittsteller und Lakai.

Papandreous Ankündigung von Vertrauensfrage und Volksabstimmung sind meiner Meinung nach die Antwort auf dieses Dilemma. Nur mit solchen Mitteln kann er für eine ausreichende demokratische Legitimation des Sparprogramms sorgen. Dass die Finanzmärkte und die meisten EU-Staats- und Regierungschefs mit Entsetzen auf dieses Mindestmaß demokratischer Gesinnung reagieren, das finde wiederum ICH entsetzlich.

Aber wie gesagt: ohne tiefgreifende EU-Reformen wird die Krise andauern. Bzw. die nächste Krise wird uns als politisch-wirtschaftliches Gebilde dann dahinraffen. Die EU in ihrer jetzigen Form ist sklerotisch.


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 02.11.2011, 11:11                                  +/-

Thanil
Die Griechen rebellieren auch, weil sie das Gefühl haben – haben MÜSSEN – dass ihnen von namen- und gesichtslosen EU-Gremien die Politik diktiert wird. Ihr eigener Regierungschef erscheint nur noch als Bittsteller und Lakai.

Die EU hat kein Gesicht, kein Charisma. So übel die Dikatoren der Geschichte waren, sie hatten Rückhalt im Volk. Sie hatten Menschen die ihnen gefolgt sind.
Die EU hat nichts. 90% der EU-Bürger wissen wahrscheinlich nicht einmal, wer die Politiker in den Gremien sind. Und das zurecht. Pappkameraden im schwarzen Anzug.

Thanil

Papandreous Ankündigung von Vertrauensfrage und Volksabstimmung sind meiner Meinung nach die Antwort auf dieses Dilemma.

Yes

Thanil

Dass die Finanzmärkte und die meisten EU-Staats- und Regierungschefs mit Entsetzen auf dieses Mindestmaß demokratischer Gesinnung reagieren, das finde wiederum ICH entsetzlich.

Weil sie Angst haben. Sie haben Angst vor der Entscheidung des Volks.
Wer Analysten und Ratingagenturen zum Schicksal eines Landes befragt, sollte vor dem Volk Angst haben.


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 02.11.2011, 11:58                                  +/-

Was ich auch nicht mehr hören kann ist der Einwand, dass wir ja keine Zeit hätten. Keine Zeit für Parlamentsdebatten. Keine Zeit für Abstimmungen. Wir müssen handeln, handeln, handeln. Und da alles alternativlos ist, gibt es auch immer nur eine einzige Sache, die man machen kann.

Mit dieser »Argumentation« des permanenten staatlichen Notstands kann man die Demokratie hübsch vollkommen entsorgen. Selbst wenn noch mal das Parlament zwischengeschaltet wird, handelt es sich dann doch nur um eine Formalität. Eine Ablehnung geschweige denn ein alternativer Plan sind nicht vorgesehen. Denn: wir haben ja keine Zeit, und Alternativen gibt es nicht.

Natürlich ist es in einem solchen Krisenszenario aus Sicht der politisch Handelnden sinnlos eine Volksabstimmung zu veranstalten. Dieses System aber ist eine Form von Diktatur:

Zitat:
Ein Diktat (von lat.: dicere, sagen, sprechen; auch: bestimmen) ist ein festgelegter und in der Regel unveränderlicher Text, der eine Anordnung oder einen Befehl darstellt.


Ich hoffe, dass die Griechen sich mit der Volksabstimmung ein paar Wochen Zeit lassen. Das wäre dann Zeit für die Öffentlichkeit in Griechenland über Alternativen wenigstens NACHZUDENKEN. Vielleicht entwickelt ja jemand einen Plan oder eine Vorstellung davon, was man alternativ machen könnte, um die Krise in den Griff zu kriegen. Und dann könnte das Volk den Plan ablehnen, und man würde dann halt was anderes machen.

Auch nicht erträglich ist der Einwand, dass die Volksabstimmung ja verfassungswidrig wäre. Es wird sich berufen auf die Regel, dass über Finanzfragen nicht abgestimmt werden darf. In der Verfassung steht aber angeblich auch, dass Fragen von größter nationaler Bedeutung abgestimmt werden können. Und welche Frage könnte von größerer Bedeutung für die griechische Nation sein, als der »Rettungsplan«? Es handelt sich natürlich auch um eine Finanzfrage, aber in allererster Linie wird Griechenland über die Frage abstimmen, ob man für unbestimmte Zeit auf einen großen Teil der staatlichen Souveränität verzichten mag. Wenn über so etwas nicht abgestimmt werden darf, weil es sich um eine Finanzfrage handelt, dann kann man sich das Konzept der Volksabstimmung auch gleich sparen. Für mich ist das keine Frage, dass diese Abstimmung legitim wäre.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 02.11.2011, 16:14                                  +/-

Schon kurios: Wir dürfen nicht darüber abstimmen, ob Griechenland deutsche Steuergelder erhält, die Griechen aber darüber, ob sie sie annehmen. zwinkern



Das derzeitige Gesicht der EU ist für mich Angela Merkel und Nicholas Sarkozy. Was immer Deutschland und Frankreich beschließen (oder wovon sie sich überzeugen lassen) wird Leitlinie der europäischen Politik. Insofern ist Deutschland relativ privilegiert, weil deutsche Politiker und die öffentliche Meinung darüber entscheiden, ob zum Beispiel Euro-Bonds eingeführt werden oder nicht. Als der Bundestag letztens über irgendwas entscheiden musste/wollte, kam im Deutschlandfunk dann auch ein Bericht wo im Ausland dies kritisiert wurde, weil es als Blockade angesehen wurde. Diese Außenansicht fand ich interessant. Ich glaube in anderen Ländern der EU fühlt man sich sehr viel hilfloser als in Paris oder Berlin.

Ich bin eher unzufreiden, weil alles so verfahren ist und auseinander strebt. Die Briten die sich in ihrer Euroskepsis bestätigt fühlen. Mit Italien und Berlusconi ist auch kein Staat zu machen. Das griechische Referendum und die Folgen daraus sind jetzt auch eine völlig neue unbekannte Variable. Und alle Leitartikel schreiben die Euro-Krise entweder fort oder unken vom finalen Zerbrechen der EU. Das ist dann auch so ein Problem:

http://www.ftd.de/politik/europa/:griechen-referendum-die-sechs-szenarien-fuer-die-euro-zone/60124132.html
Sollte Griechenland wegen fehlender Hilfszahlungen seinen Bankrott erklären müssen, droht zudem ein besonders düsteres Szenario: Das Land tritt über Nacht aus der Euro-Zone aus. Gleichzeitig müsste Griechenland laut den Europäischen Verträgen wohl auch die Europäische Union verlassen. Enorme Kosten für Griechenland, die Euro-Zone und die Gläubiger wären die Folge. Der gesamte Währungsraum droht in diesem Fall auseinanderzubrechen.


Ich fühle mich schlecht informiert und weiß nicht, ob die Panik der Medien vielleicht nicht nur die Lust am Untergang und Horrorszenarien ist und in Wirklichkeit nur alles halb so schlimm werden wird.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 02.11.2011, 16:26                                  

Die Panik der Medien sind NATÜRLICH Horrorszenarien. Zu jedem Zeitpunkt der Geschichte übersteuern Medien tendenziell in die eine oder andere Richtung. Vor einigen Jahren ging Deutschland unter, wenn nicht diese oder jene Reform eingeleitet würde. Wir sterben aus und weiß der Teufel nicht alles. Insofern darf man das nie für bare Münze nehmen. Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wurde. Wenn die totale Oberkrise kommt, dann so schnell, dass wir nicht erst tausend Leitartikel darüber lesen können. Siehe Ausbruch des Ersten Weltkriegs oder 9/11 oder der Schwarze Freitag zwinkern

Ich will die Krise nicht klein reden, aber man muss auch mal ganz klar differenzieren, wer eigentlich welche Panik schiebt. Die Investoren haben krasse Panik, dass sie all ihr Geld verlieren, das sie in Staatsanleihen und Privatkredite gepumpt haben. Und diese Investoren versuchen natürlich die Krise so umfangreich und groß darzustellen, dass die Staaten ihnen aus der Patsche helfen. Aber wenn wir das machen, dann ist das ziemlich dumm! Es wurde schon tausendmal geschrieben: es wäre das wohl krasseste Beispiel für die viel beschworene Formel »Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen«. Die Spekulanten und Kreditgeber MÜSSEN abrauchen. Wenn wir das verhindern, dann ist das eine Kardinalsünde ohne Beispiel. Das hat dann einfach nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun!

Wir müssen aufhören die Krise abwenden zu wollen. Stattdessen sollten wir sie endlich durchleben und die Konsequenzen daraus ziehen. Was die Staaten machen können und sollten wäre der Krise Wind aus den Segeln zu nehmen. »Klein«anlegern sollten die Einlagen bei allen Banken bis zu einer gewissen Höhe garantiert werden. Es gibt ja eh schon diese Garantie, zumindest in Deutschland. Und dann sollte man die Schleusen öffnen und gucken, welche Banken abrauchen und welche überleben. Diejenigen, die überleben, sind die fitten und haben das Spiel gewonnen. Und das ist auch gut und richtig so! Denn wenn die kaputten Banken und die schlechten Anleger gerettet werden, dann ist das eine doppelte und dreifache Bestrafung: für die Steuerzahler UND für die (halbwegs) verantwortungsvoll und solide arbeitenden Institute.

Ich bekäme übrigens in diesem Zusammenhang auch gerne mal erklärt, wieso in den Medien das Abrauchen der Lehmann Brothers vor einigen Jahren so negativ bewertet wird. Das will mir einfach nicht in die Birne.


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 02.11.2011, 16:56                                  +/-

Völlig richtig.

Übrigens war Merkel in der NYT und wohl auch sonstigen Auslandspresse die große Heldin, nachdem sie den Deal mit den Banken über 50% Schuldenschnitt gemacht hat. Die NYT hatte in den Wochen davor etliche Editorials publiziert, die Merkel und uns Deutsche dazu drängten, unserer Verantwortung gerecht zu werden und Griechenland zu retten. Um jeden Preis, wäre meine Deutung, auch wenn das so nicht formuliert wurde. Merkel wurde als zögerlich und verantwortungslos angesehen.

Nach dem unerwarteten Deal war sie dann die eiskalte Pokerspielerin, die den Bluff der Banker eiskalt hat auffliegen lassen, indem sie nicht von der 50%-Forderung abgerückt ist grins

Das ist ja wohl jetzt schon wieder alles Makulatur, weil sich der Grieche erdreistet hat, seinen Pöbel befragen zu wollen. Aber war trotzdem interessant. In den deutschen Schlagzeilen wurde das anders bewertet, soweit ich die mitbekommen habe.


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 17:20                                  +/-

Die Meldungen aus Griechenland überholen sich gerade am laufenden Meter selbst mit immer neuen Eilmeldungen.

Jetzt also kein Referendum, weil das vorher mit einer Vertrauensfrage verbunden gewesen wäre, vor der Papandreou Angst hat, weil seine Regierung auseinanderfliegt, und die Absage des Referendums die Bedingung der Oppositionspartei XY ist, um eine Übergangsregierung zu bilden. Dann Neuwahlen??


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 17:21                                  +/-



Gepostet am 03.11.2011, 16:22:

Ich lasse den Smilie mal so für sich sprechen. In jeder Hinsicht.

Gepostet am 03.11.2011, 16:22:



Gepostet am 03.11.2011, 16:23:



Gepostet am 03.11.2011, 16:23:



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Gimli



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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 17:25                                  +/-

tagesschau.de
Finanzminister Evangelos Venizelos ging daraufhin auf Distanz zu Papandreou. Griechenlands Zugehörigkeit zur Eurozone sei "eine historische Errungenschaft des Landes und kann nicht infrage gestellt werden", betonte Venizelos in einer schriftlichen Erklärung. Die Beteiligung Griechenlands an der Eurozone "kann nicht von einem Referendum abhängig sein".

Das ist so wichtig, dass das Volk darüber nicht entscheiden darf! Immer wieder schön.


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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 17:27                                  +/-



Gepostet am 03.11.2011, 16:32:

Das haut mich jetzt aus den Socken. Das ist eine Art Putsch.

Wow. Das wird mal so richtig gut ankommen bei allen Menschen in Europa, die sich ohnehin schon gegängelt und von unsichtbaren Mächten mit schleierhaften Motiven aus Hinterzimmern heraus geführt fühlen. Und das sind nicht gerade wenige...

Sieht so aus als hätten die Börsenzocker erneut gesiegt.

Danke Merkel. Vielen Dank auch an Sarkozy. Gute Nacht.


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 17:32                                  +/-

Jetzt ist das Referendum abgesagt, stattdessen gibt es Notregierung. In 2 Tagen von der totalen Demokratie zur Experten-Kommission! ugly


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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 17:33                                  +/-

Das ist nichts weniger als ein kalter Putsch. Spekulantendiktatur allez allez.

Gepostet am 03.11.2011, 16:33:

Ich bin raus. Das ist nicht mehr mein Europa.


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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 17:46                                  +/-

Es heißt im Dezember gebe es Neuwahlen. Da hätte eine Experten-Kommission aber nicht viel zu tun. Die würde doch nur den Laden am Laufen halten, damit es zwischen jetzt und Regierungsneubildung keinen Stillstand gibt. ?????


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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 18:09                                  +/-

Zufällig ausgewählte Kommentare von ZEIT.de (nicht Telepolis, oder Freitag, oder irgendwelche KPD-Sites):

Zitat:
Wir Bürger hben jetzt verstanden,
wie Demokratie in der neuen EU aussieht: Wer das Volk befragen will, wird innerhalb von zwei Tagen aus dem Amt geputscht und durch eine "Regierung aus Experten" (man könnte dies auch Junta nennen, da nicht demokratisch legitimiert) ersetzt, die "so lange im Amt bleiben soll, bis das Hilfspaket unter Dach und Fach ist".

Wie lange das dauern wird: völlig unklar. Was geschieht, wenn das Paket nicht unter Dach und Fach kommt: völlig unklar. Wer die "Experten" warum einsetzt: völlig unklar.

Wie um Himmels willen soll sich das griechische Volk jetzt noch anders wehren als mit Aufruhr, Randalen und Molotow Cocktails? Es wurde heute entmachtet.


Zitat:
Demokratie
Sehr sehr schade,

jetzt soll also eine nicht gewählte Regierung ohne Legitimation über das Schicksal des griechischen Volkes entscheiden...Ob die Griechen das mit sich machen lassen ?
ich vermute nicht.
Aber vermutlich haben Merkel und Sarkozy gestern einfach den Pofalla gemacht und Papandreou so eingeschüchtert, dass er gar nicht mehr anders kann.
Schönes Demokratieverständnis...
Ich werde 2013 auf alle Fälle extrem wählen, weil dann hab ich wenigsten eine Entscheidung getroffen.


Zitat:
Das ist Erpessung
Zitat:
"Diese Regierung wird das Land nur solange führen, bis das Hilfspaket unter Dach und Fach ist. Danach Neuwahlen"
Zitat - Ende
Das ist Erpressung des griechischen Volkes! Dieser Satz bedeutet, dass hier eine zeitlich unbefristete Clique nicht vom Volk gewählter "Experten" herrschen darf, bis die Befehle der Banker erfüllt sind

Achtung: Sarkasmus
Aber nett, dass die Griechen wenigstens noch die Vollstrecker selber wählen...

*Sarkasmusmode off*


Zitat:
Und die Demokratie?
"Es muss nur demokratisch aussehen - wichtig ist, dass wir die Zügel fest in der Hand behalten" (Walter Ulbricht).

So weit ist es also im "Freien Westen" gekommen - inklusive abgeschotteter und mit weitreichenden Privilegien versehenen Elite und dem immer weiter um sich greifenden Funktionärsunwesen.


Besonders relaxt finde ich diesen Kommentar:

Zitat:
Schade,...
...mich hätte wirklich interessiert, ob die Griechen weiter "gerettet" werden wollen.


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 18:23                                  +/-

Diesem ganzen Schmu völlig die demokratische Legitimation abzusprechen finde ich doch etwas überspitzt. Da arbeiten Regierungs- und Oppositionsparteien zusammen und die wurden nunmal alle gewählt. Ich habe allerdings keine Ahnung, ob so eine Übergangsregierung in Griechenland verfassungskonform ist. In meinen Augen hängt es auch etwas davon ab, ob es bei diesem Satz eines Mitarbeiters der Oppositionspartei bleibt, also „Diese Regierung wird das Land nur solange führen, bis das Hilfspaket unter Dach und Fach ist“, oder ob bei den Verhandlungen direkt ein Termin für Neuwahlen angesetzt wird. Neuwahlen sind doch eine super Sache, kommt dem Gedanken, dass man das Volk endlich mal grundsätzlich zur Gesamtsituation befragen muss, total entgegen. Wenn die Expertenkommission in der aktuell angespannten Lage dann verhindert, dass Griechenland nicht mehr handlungsfähig wäre, wäre das schlimm? Die Alternative ist, dass eine zerbröselnde Regierung mit vermutlich keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung bis zu den Neuwahlen halt so rumwurschtelt.


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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 18:34                                  +/-

Ich stimme dir zu, dass im Moment erst einmal nur ein fataler Eindruck dessen existiert, was da in Hellas, Cannes und Brüssel abgeht. Aber dieser Eindruck ist so schrecklich, dass ich gerade kotzen könnte.

Gepostet am 03.11.2011, 17:58:

Hier mal ein sachlicher Kommentar:

Zitat:
Diese Entscheidung war das Todesurteil für die Euromitgliedschaft Griechenlandes, wenn nicht für den Euro selber. Es mag schon ein gewaltiger Fehler Papandreus gewesen sein, niemanden über seine Entscheidung, ein Referendum durchzuführen, im Vorfeld informiert zu haben. Durch die Abstimmung hätte aber jetzt die Chance bestanden, dass die Regierung in ihrem Handeln vom Volk gestärkt worden wäre - und letzteres anschließend motiviert der Krise entgegen träte. Dieser Vorgang eines Ja's hätte auch eine begeisternde Wirkung auf andere Länder haben können.

Jetzt ist es sehr wahrscheinlich, dass die Griechen das Gefühl haben, auf Druck von außen übergangen worden zu sein. Auch wenn nun ein Schuldenschnitt vollzogen wird, kann bezweifelt werden, dass sie gewillt sind, zum Wohle von "mehr Europa" jene Konsolidierungsmaßnahmen zu erdulden, die danach noch anfallen. Verlieren werden auf diese Weise alle.


Es muss sich jetzt der Eindruck verbreiten, dass die politische »Elite« Griechenlands Angst vor einer Volksabstimmung hatte, und dass deshalb jetzt Fakten geschaffen werden müssen ohne Abstimmung. Danach kann man dann schön neu wählen lassen, aber an dem Rettungspaket wird das dann nichts mehr ändern.

Diese Volksabstimmung hätte eine Sternstunde der Demokratie werden können. Ich halte es wirklich für gut möglich, dass die Griechen mehrheitlich zugestimmt hätten. Vor allem aber hätte in den Wochen bis zur Abstimmung viel Aufklärung und Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen. Das alles wurde jetzt weggeputscht. Statt die Bürger zu befragen und zu ermutigen, sich eine Meinung zu bilden jenseits von Bauchgrummeln und unbegründeter Abneigung gegen Sparprogramme, wird das Volk entmündigt und somit geradezu ermuntert in einer Position der Schwäche und des Schmollens zu verbleiben. Da kann man es sich auch schön einrichten, und aus Schwäche und Schmollen kann auch Gewalt und Rachelust resultieren.

Dass in Europa offenbar so wenig Zuversicht in die Entscheidungsfähigkeit eines Volks herrscht macht mich wirklich, wirklich traurig.

Und überhaupt: was wäre schon schlimmes passiert, wenn es ein »Nein« gegeben hätte? Dann wäre Griechenland mit seinen 2,8% Wirtschaftsleistung des EURO-Raumes vielleicht aus dem Euro ausgestiegen. Und es wären ein paar Banken abgebrannt. Viele Leute hätten sehr viel Geld verloren. Und zwar Leute, die sich schlicht verspekuliert haben. Das wäre für den EURO-Raum eine durchaus überschaubare Krise gewesen.

Wir werden nach Strich und Faden verarscht. Von oben bis unten.


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BeitragVerfasst am: 03.11.2011, 19:07                                  +/-

Im Übrigen gibt es ja noch diese seltsame Meldung, dass Papandreou vor einigen Tagen zahlreiche Spitzenkräfte im Militär austauschen ließ. Darauf bezieht sich der folgende Kommentar auf ZEIT.de:

Zitat:
Glauben Sie an Zufälle?
...ich schon.
Die Welt ist voll davon.
Das die griechische Regierung führende (EU freundliche-)Militärs austauscht mag Zufall sein.
Das der griechische Premier sein Volk fragt obgleich der Deal auf dem Tisch Milliarden von EURO weniger(!) Schulden bedeutet, mag Zufall sein.
Das er noch vor 38(!) Stunden von seiner Partei das vertrauen ausgesprochen bekam, mag auch Zufall sein.
Das das alles einen Tag, 24(!) Stunden, nach einem hastig zusammengerufenem EU Gespräch in Cannes passiert, könnte Zufall sein.
Das die neue Regierung aus Experten besteht und nicht aus Politikern, Zufall.

Jetzt könnte ich natürlich spekulieren wie alle diese Zufälle zusammenpassen.

Das sieht wie folgt aus:
Herrn P. wurde was geflüstert vielleicht sogar gedroht was ihn veranlasste die Militärs auszutauschen. Dann trat er die Flucht nach vorne an um die Demokratie in seinem Land zu retten und rief nach eine Volksbefragung. Dann holte er sich das Vertrauen seiner eigenen Leute und fuhr damit nach Cannes um dort den Herren und Damen zu sagen, daß in Griechenland die Griechen Politik machen und sonst niemand.
Aber die Herrren und Damen griffen ihrerseits nach den Telefon und fanden sich ein paar Verbündete.
Die beschlossen dann eine Expertenregierung zu installieren damit es auch legal und demokratisch aussieht. Der Oppostion versprach man Neuwahlen was denen nur recht sein kann, denn das Sparpaket kommt und keiner wars.

Natürlich ist das reine Spekulation aber was für ein toller Thriller das wäre!?!


Gepostet am 03.11.2011, 18:20:

Aber jetzt mal was anderes. Ich glaube ich hab fast vollständig die Peilung verloren.

Der Rettungsplan für Griechenland sieht ja vor, dass ca. 50% der Schulden erlassen werden. Das trifft natürlich die Kapitaleigner, die ihr Geld in griechische Staatsanleihen gepackt haben. Dies ist ja grundsätzlich zu begrüßen und kommt meiner Forderung nach »abrauchen lassen« schon recht nahe. Ich muss das mal recherchieren. Das ergibt alles keinen Sinn. Vor allem auch nicht vor dem Hintergrund, dass ich mich an Meldungen erinnere, denen zufolge die EZB seit vielen Monaten griechische Staatsanleihen aufkauft. Insofern würde der Schuldenschnitt zu einem großen Teil die EZB treffen, und damit über viele Umwege die Steuerzahler in Europa. Ein Großteil der betroffenen ursprünglichen Gläubiger dürfte zu schlechten Kursen (aber immerhin!) ihre Anteile längst reduziert oder ganz abgestoßen haben. Die Verluste werden sie wohl irgendwie auch steuerlich geltend machen können.

Oder sehe ich das ganz falsch? Wo sind denn unsere Wirtschaftsgurus? Gurthang? Olmops?


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