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Diverse Filme - The Sequel
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Craggan



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BeitragVerfasst am: 25.03.2012, 23:02                                  +/-

hast du ein gravierendes Problem mit Filmmusiken?


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 07:51                                  +/-

Liest sich ja tatsächlich so hähö
Ein gravierendes Problem nicht, nein. Es gibt Scores, die für mich auf einem Level mit klassischen Meisterwerken stehen.
Aber die Anzahl der Filme, die Löcher in der Story oder Schwächen in der Darstellung und/oder Umsetzung mit aus Standardmotiven zusammengeschustertem Orchesterbrei überdecken (glauben zu) müssen, ist schon bemerkenswert hoch. Anders ausgedrückt: 90% aller Filme sind verkappte Musicals, haben aber nicht den Arsch in der Hose, um dazu zu stehen.

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Craggan



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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 08:31                                  +/-

naja. Erstmal Sternchen für deinen überstandenen Marathon. In Vielem gehe ich konform mit Dir, obwohl ich schon fast auf 180 war, nachdem ich die ersten beiden Rezensionen gelesen hatte. Ich meine: Nosferatu und Metropolis sind zwei absolute Meisterwerke! Nosferatu aufgrund der harten, expressionistischen Nutzung des Makels nur Schwarz-Weiß filmen zu können zum Vorteil des Films. Die Schatten, der Ausdruck. Das ist einfach großes Kino. Natürlich ist der Film jetzt fast 100 Jahre alt und wir sind alle effektversaut ohne Ende. Da kommt einem das vielleicht schon mal altbacken vor. Ton gab es schlicht damals ebenfalls nicht, insofern gab es keine Alternative zu 90 Minuten Hintergrundmucke.

Metropolis ist das absolute Gegenmmodell zu Nosferatu. Der über lange Jahre aufwändigste Film, den es seinerzeit gab. Riesenkulisse, Statisten galore. Auf seine Weise ebenfalls ein absoluter Klassiker und Vorreiter des SciFi-Genres. Das ist einfach großes Kino. Natürlich ist der Film jetzt fast 100 Jahre alt und wir sind alle effektversaut ohne Ende. Da kommt einem das vielleicht schon mal altbacken vor. Ton gab es schlicht damals ebenfalls nicht, insofern gab es keine Alternative zu 90 Minuten Hintergrundmucke.

Dass beide Filme genreprägend waren und sind zeigt sich nicht nur an der unendlichen Anzahl von Zitaten in nachfolgenden Horror- und SciFi-Filmen, von Hitchcock bis Blade Runner. Yes


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 09:24                                  +/-

Oxford

Is kaputt. Jetzt werde ich nie erfahren, wie du mein Posting kommentiert hast Traurig

Gepostet am 26.03.2012, 09:26:

Aelanum
die sympathisch neunmalklugen Kinder.

There is no such thing Echt schlimm

Gepostet am 26.03.2012, 09:36:

Aelanum
90% aller Filme sind verkappte Musicals, haben aber nicht den Arsch in der Hose, um dazu zu stehen.

Schwachsinn.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 10:03                                  +/-

Ich muss ja zugeben, dass ich viele Filme selber seit x Jahren nicht mehr gesehen habe und - genasu wie Aelana - endlich mal revisiten sollte.
Den "neuen" Metropolis habe ich selber noch gar nicht gesehen, aber schon mal gleicvh für meine Schul-Cinemathek angeschafft; Hokuspokus hingegen habe ich immer wieder angeschaut und bin nach wie vor begeisterter Fan der Dialoge und wie sie gespielt werden. Schnell, fein, spritzig, da können manche gleich alte US-Screwball-Comedies einpacken. Yes
Nosferatu: Mit einem begeisterten Kollegen zusammen mache ich seit kurzem Filmabende an meiner Schule; wir zeigen tolle Filme und geben vorher unterhaltsame Infos dazu aus der Ecke Entstehung, Mythen, historischer etc. Kontext...
Unser erster Film war Nosferatu, und der kam riesig an: Du guckst den - wie natürlich jeden Film - anders auf der großen Leinwand; der entfaltet da eine immense Sogkraft, die die Bilder ausstrahlen. Und außerdem habe ich der armen Aelana ein billigeres Exemplar gegeben, von dem ich selber durch die Rezi erst gecheckt habe, dass da irgendwelches Orgelgenudel anstatt des Original-Orchesterscore drauf war. Örks.
Das is natürlich nix. Die Originalmusik ist schon sehr geil. Nachdem ich das aber auch von Huppertz' METROPOLIS-Soundtrack denke, hat Aelana wohl für sich gesehen gar nichts verpasst. hähö
Den Musical-Kommentar kann ich getrost unterschrieben; Du kannst zu jedem schlecht geschnittenen Scheibenkleister-Film immer noch einen "klingt-wie-Matrix"-Score dazukleistern (übrigens arbeiten viele Regisseure so mit ihren Filmmusikern, "so, da, bei 21:54, da will ich was so in Richtung 5th Element, da in der Oper, weißte, und da, bei der jagd, da bräuchten wir so irgendwie was, was der Giacchino bei Star Trek gemacht hat...", etcpipapo), und dann wirkt der Dreck zumindest auf den ersten Blick wie irgendwie mal so professionell.
Kritisch mit dem Einsatz von Filmmusik umzugehen, halte ich für absolut angezeigt. Vieles kann ich als Vielgucker inmzwischen im Blockbuster-Kino echt nicht mehr hören.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 10:06                                  +/-

Man geht auch nicht ins Blockbusterkino, selber schuld. Und pauschal 90% aller Filme zu sagen ist einfach nicht richtig.


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 10:26                                  +/-

Der Euse-PK-Beef in Filmfragen ist ja schon großes Kino hähö *popcorn*


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 11:47                                  +/-

Ich hatte ja gehofft, mit meiner zupackenden Kurzkritik zu "Melancholia" die Celebreuse zur geschliffenen Replik anzustacheln, aber dann musste ja Analeum den Thread mit einem Monsterposting verschütten


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 11:54                                  +/-

Das ist kaum besser als umgeblättert zu werden.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 11:56                                  +/-

Und dann auch noch lauter so bildungsbürgerliche Langweilerstreifen aus der Kinosteinzeit *schnarch*

Gepostet am 26.03.2012, 12:01:

Apropos Langweilerstreifen - kennt hier jemand "Melancholia"?


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 13:21                                  +/-

Du probiert's immer wieder, oder? hähö


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Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 13:35                                  +/-

Sehr treffende imdb-Kritik:

The movie shines visually at certain points. To be specific it shines first five minutes and then the last say 20 seconds.

The rest of the movie is just cruel, sadistic and never ending torture by boredom. First and foremost, the lead character is not "melancholic". She is seriously depressed, I mean chemotherapy to electro-convulsive therapy class depressed. It is seriously not fun to watch her being depressed. It made me feel very depressed as well and this was just the beginning.

The family seems to be broken, but in a very boring way. Nothing much happens here except for people running away (I wish I did the same thing after opening scene, but I was hoping for at least some pretty pictures later on). Then nothing happens, then nothing happens, then nothing happens, then the sister suddenly understands the World is going to end, so she freaks a little, runs around a little, then all three remaining heroes decide to sit at their asses and to wait for collision.

Spitze


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 26.03.2012, 19:14                                  +/-

Nichtraucher
Oxford

Is kaputt. Jetzt werde ich nie erfahren, wie du mein Posting kommentiert hast Traurig


Das hier wars. Passt in diesem Zusammenhang aktuell aber auch wieder grins



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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 29.03.2012, 08:04                                  +/-

Yay, ich habe Craggans Puls beschleunigt
Den Status als Klassiker und bahnbrechende - damals wie heute - Meisterwerke spreche ich weder Metropolis noch Nosferatu ab. (Naja gut, den Leihausgaben schon, irgendwie... hähö)
Dass ausgewählte Geräusche in den Originalfassungen damals noch nicht möglich waren, ist mir durchaus bewusst. Aber beide Filmen wurden ja bearbeitet / neu vertont, bei Nosferatu sogar ein Großteil des Orginalscores verdrängt, da hätte man auch... mei, Wunschtraum. Gewalt ist keine Lösung


Euse
Und außerdem habe ich der armen Aelana ein billigeres Exemplar gegeben, von dem ich selber durch die Rezi erst gecheckt habe, dass da irgendwelches Orgelgenudel anstatt des Original-Orchesterscore drauf war. Örks.

Ach so, und ich dachte das war absichtlich so gewählt, als Rache für 10 Kilo Asylum Trash... hähö

Euse
Das is natürlich nix. Die Originalmusik ist schon sehr geil. Nachdem ich das aber auch von Huppertz' METROPOLIS-Soundtrack denke, hat Aelana wohl für sich gesehen gar nichts verpasst. hähö

Hier irrt der Fachmann! Aelana besitzt, schätzt sehr und hört ganz oft sowohl Erdmanns als auch Huppertz' Werk. Aber da hat's halt auch Verschnaufpausen zwinkern

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Thanil
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BeitragVerfasst am: 28.04.2012, 23:41                                  +/-

Mein Filmtipp des Monats ist übrigens The Ides of March.

http://www.willipedia.net/wp-content/the-ides-o...e-des-verrats.jpg

Wer mal wieder einen schlanken Film mit einem intelligenten Script, guten Darstellern und einer tollen Optik sehen will, dem sei dieser Polit-Thriller wärmstens empfohlen. Da ist kein Gramm Fett dran! Yes


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 06.05.2012, 16:28                                  +/-

American psycho

American psycho ist ja ein gut gemachter, stylischer Film und trifft sicherlich den Grundton des Buchs, ist aber in seiner reduzierten Darstellung auch wieder irgendwie sinnlos - als würde man sich einen Porno anschauen, aus dem die Sexszenen geschnitten sind.

Im Film tötet Batesman zudem kurz und knackig, im Buch foltert er seine Opfer über Stunden zu Tode, in abartigster Weise, und erfreut sich an ihren Qualen, die er auch auf Video aufnimmt, um sie dem nächsten Opfer zu zeigen. Er ist ein Sadist, nicht einfach nur ein Mörder. Es geht ihm um das Zufügen von Leid. Der Film blendet das völlig aus. Ebenso wie seinen Kannibalismus und was er sonst noch so mit den Leichen anstellt. Ich verstehe ja, dass man das nicht zeigen kann, aber wozu dann der Film? Er hat einfach nicht mehr viel mit der Buchfigur zu tun.

Naja, jetzt hab ich das auch hinter mir. Puh.


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 06.06.2012, 00:07                                  +/-

Nachdem ich ihn heute zum zweiten mal gesehen habe, frage ich mich immer noch, ob Straight to hell einfach unglaublich krasse Scheiße ist, oder ob das ein supi Kultfilm ist.

Ich meine: die Besetzung ist für jeden 80er Musikfan der Hit! Die kompletten Pogues als Revolvertruppe mit Shane vorneweg, Joe Stummer, Courtney Love, Elvis Costello, Jim Jarmusch, Dennis Hopper (als I.G. Farben) und Grace Jones. leider fast alle nur in kleinen Nebenrollen. Mann Mann, wenn der Film jetzt noch ne brauchbare Story hätte ...


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BeitragVerfasst am: 08.06.2012, 11:48                                  

Der Film läuft glaub ich nicht mehr, jedenfalls sah ich vor einigen Monaten

Shame



Den Trailer kann man ruhig gucken, der verrät ausnahmsweise nicht wirklich was. Allerdings ist "Some explicit sexual content" hier irgendwie putzig, der halbe Film ist explicit sexual content.

Also kein Film, den man vielleicht mit der Familie gucken will. Auch kein Film für Leute, die in sexuellen Belangen leicht schockiert sind. Meine Mitbewohnerin hatte den damals auch geguckt und meinte, dass an zwei Stellen Leute tatsächlich den Kinosaal verlassen haben. Was ich jetzt auch nicht ganz nachvollziehen kann, denn auch ohne mich durch die Kritiken zu dem Film gearbeitet zu haben, wusste ich, dass der durchaus explizit wird. Gibt halt nicht nur Blümchensex.

Das ganze wird jetzt etwas spoilerlastig, wer den Film also noch unbelastet gucken will, sollte nicht weiterlesen.

Aber darum geht's: Protagonist des Films ist Brandon (Michael Fassbender). Brandon lebt in New York und ist ein Einzelgänger. Man könnte auch sagen, er lebt zurückgezogen, aber so ganz stimmt das nicht. Er arbeitet, geht öfters mit seinem Chef aus, aber abgesehen davon verbringt er seine Zeit damit, zuhause Pornos zu gucken, zufälligen und einmaligen sexuellen Kontakten nachzugehen, sich Prostituierte zu bestellen oder halt einfach zu wichsen. Das nicht nur zuhause, sondern auch gerne mal auf der Arbeit, kurz gesagt, er scheint in gewisser Weise sexsüchtig. Das aber alles bloß ohne Bindung, wenn er nicht gerade masturbiert, sind das alle kurze, flüchtige Bekanntschaften, man hat Sex und das wars. Er selbst steht diesen Umständen teilweise zwiegespalten gegenüber. Einerseits scheint er mit seinem Leben "zufrieden", sprich, Ansprüche wie soziale Beziehungen, partnerschaftliche Beziehungen oder gar Familie scheinen ihn nicht zu interessieren, er scheint das gar nicht zu wollen. Andererseits weiß er doch auch, dass die sexuelle Befriedigung für ihn ein Zwang ist, dem er nicht aus kann und er scheint sich auch Vorwürfe dazu zu machen. Außerdem kompensiert er negative emotionale Empfindungen mit sexueller Befriedigung, sprich, je schlechter es ihm geht, desto mehr braucht er das.

Die Handlung nimmt dann ihren Verlauf, als seine Schwester plötzlich bei ihm auftaucht. Eigentlich will er keinen Kontakt zu ihr, aber sie ist dann doch plötzlich da und nistet sich bei ihm ein. Seine Schwester ist Sängerin und selbst nicht gerade der Sonnenschein. Angedeutet werden unglückliche Beziehungen, schwankende Erfolge in ihrer Karriere und insgesamt auch Probleme damit, wie ihr Leben so läuft. Für sie ist ihr Bruder in dieser Situation wichtig, blöderweise ist sie ihm aber anscheinend ziemlich egal. Er ist genervt von ihr, denn sie stört sein zurückgezogenes Privatleben. Und findet sein sexuelles Verhalten nicht in Ordnung.

Und da wird es dann spannend bzw. deprimierend, denn der Film thematisiert nicht nur Sexsucht, sondern hinterfragt eigentlich auch andere Formen von Partnerschaftlichkeit und Sex. Da ist einerseits der Chef, mit dem Brandon öfters durch Bars zieht. Und da versucht der Chef immer wieder auf billigste Weise, Frauen anzumachen. Und zwar so billig, dass ich öfters da saß und mir dachte "Igitt". Funktioniert natürlich nicht immer. Aber mit der Schwester funktioniert es. Schwester und Chef landen dann auch gleich mal in Brandons Bett, was ihn abstößt. Ich weiß gerade nicht mehr, ob die Schwester dann mehr darin sah als Sex, jedenfalls stellt sich danach raus, dass der Chef eigentlich Familie und Kinder hat, aber trotzdem jeden Abend auf Aufriss geht.

Vermittelt wird das in einer recht interessanten Szene und zwar wird irgendwann mal Brandons Arbeitsrechner gewartet, weil Viren drauf sind. Dabei werden darauf Massen an Pornos gefunden. Der Chef zitiert Brandon ins Büro und zählt auf, was denn da alles für Pornos oben waren und wie abstoßend das nicht alles ist, vermutet aber einen der Praktikanten dahinter. Danach dreht er sich zu seinem Computer um und skypt weiter mit seinem kleinen Sohn.

Brandon fühlt sich wie gesagt schlecht für sein sexuelles Verhalten, kann dem aber auch nicht aus. Er findet eine Arbeitskollegin anziehend und versucht, mit ihr nicht nur zu vögeln, sondern lässt sich auf ein Date ein. Die Arbeitskollegin ist gerade frisch geschieden und erzählt ihm von ihrer Idee der großen Liebe und Beziehung. Und Brandon stellt dazu Fragen, die ihr ganzes Konzept davon in Frage stellen. Schlussendlich landen sie aber doch im Bett. Aber das läuft nicht so ganz. Denn es ist mehr als nur Sex. Und das scheint für Brandon nicht zu funktionieren. Also geht die Arbeitskollegin und er bestellt sich noch ne Prostituierte.

Die ganze Situation eskaliert dann, als seine Schwester ihn plötzlich dringend erreichen will, er aber nicht erreicht werden will und anscheinend keinen Ausweg aus der Situation sieht, als die ganze Nacht durch die Stadt zu ziehen und jeder Möglichkeit auf Sex nachzugehen, die sich finden lässt, ganz unabhängig davon, wer ihn befriedigt.

Und dann passiert noch was am Schluss, was ich jetzt doch nicht erwähnen will.

Ich habe öfters mal gelesen, der Film behandle das Thema Sexsucht. Tut er auch, aber er tut nicht nur das. Da geht es auch allgemeiner um soziale Beziehungen und diese in Verbindung mit Sex. Und irgendwie stellt der Film das alles in Frage, weil nichts funktioniert für irgendwen. Und obwohl der Protagonist offensichtlich ein Problem in seinem Umgang mit sexueller Befriedigung hat, steht er doch manchmal als der da, der sich selbst ehrlicher ist und um diese Befriedigung kein Mysterium der Anziehung und Zuneigung schafft. Also der Film sagt nicht, dass es das nicht gibt oder grundsätzlich falsch ist, aber einfach, dass sich Leute halt manchmal was vormachen.

Ja, und wie gesagt, da gibt es dann noch sehr viel Sex in dem Film. Im Grunde kann man den Film auch als Porno gucken. Den verhüllt wird da nichts. Und wie gesagt, für jemanden, der Probleme mit sowas hätte, ist der Film nichts. Aber diese Szenen wirken nicht wie künstlich eingesetzt, so frei nach: Wir brauchen hier jetzt Sex, um einfach zu schockieren, aber eigentlich wäre die Szene jetzt nicht nötig gewesen. Diese Szenen haben schon ihren Sinn, denn sie bringen einen in Brandons Welt und würde das nicht so gezeigt werden, würde der Film so auch nicht funktionieren. Und irgendwie lässt einen der Film auch nicht notgeil zurück, sondern eigentlich nur furchtbar deprimiert. Aber ich mag ja Filme, wo alles schlecht ausgeht.

Und, um mir den unreifen Kommentar nicht zu verkneifen: Wer Michael Fassbender gerne mal unbekleidet sehen würde, wird diesen Film lieben. ugly

9 von 10 Pornos


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 08.06.2012, 18:28                                  +/-

Reiche, schöne Menschen beim Sex? Geschockt

Ne, danke, da schau ich mir vorher lieber doch die spanischen Skateboard-Mädchen an.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 08.06.2012, 19:59                                  +/-

Und dann passiert noch was am Schluss, was ich jetzt doch nicht erwähnen will.


Typischer Lila-Satz und Cliffhanger!


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 08.06.2012, 20:25                                  +/-

Das war von lila? Lange Filmbesprechungen von Userinnen ordne ich immer automatisch Quar zu. Aber die iss ja nicht da.


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lila



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BeitragVerfasst am: 08.06.2012, 23:14                                  +/-

Ja, das war von mir. Aber warum ist das ein typischer Satz für mich? ?????


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