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New York - I want to be a part of it
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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 10.06.2012, 23:10                                  

NEW YORK CITY

For starters by starters

Ich habe mal einen eigenen Thread dafür aufgemacht, weil es viele Sätze und einige große Bilder werden und ich den Reisen-Thread nicht sprengen wollte. Außerdem ist mir New York einfach einen eigenen Thread wert. Smilie
Wer Bock hat auf die Stadt, wer schon mal da war, wer noch hin will, für den ist es vielleicht interessant zu lesen. Ich mache auch weniger einen Reisebericht als einen Erfahrungsbericht draus - mit einigen kleinen Exkursen...
Für uns war New York eine grandiose, eine geniale, eine umwerfende Erfahrung und wer einen kleinen Trip auf digitalem Wege mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen.

Wir fangen mal an mit

Geschichte und Stadtbild in (möglichst) wenigen Sätzen

Manahata war früher natürlich Indianerland; die Holländer waren die ersten, die sich dort niederließen und den Eingeborenen das Ganze für 'nen Appel und 'n Ei abluchsten (ich glaube, es waren sogar wirklich irgendwelche Naturalienbezahlungen mit im Spiel); unter Bürgermeister Stuyvesant wurde „New Amsterdam“ dann aber den militärisch dräuenden Briten übergeben und wurde zu „New York“. Ende des 18. Jahrhunderts wurde NY zu einer der entscheidenden Hochburgen des Widerstands gegen den „Mutterstaat“ - die Briten hatten sich immer mehr als Besatzer denn als ehemalige Heimat gebärdet – und nach dem Sieg Washingtons gegen die Briten und nach der Unabhängigkeitserklärung fing NY so richtig zu boomen an – es war im Prinzip der Startschuss für die Millionenstadt, die wir heute kennen; tausende Menschen aus anderen Nationen kamen nach NY – das damals nur vom Süden bis zur Stadtmauer auf halber Höhe der Insel ging -, die Einwohnerzahl verdoppelte sich in kürzester Zeit. Die Stadtmauer wurde aufgelöst; wo sie früher stand, ist heute – natürlich – die Wallstreet.
Bürgermeister DeWitt setzte ein radikales Konzept durch, ohne das Manhattan, wie wir es kennen, nie möglich geworden wäre: Um möglichst viel Platz zu schaffen, ließ er von Landvermessern und Stadtplanern ein Raster über die gesamte Insel ziehen: „The Grid“. Das sind die wenigen langen Straßen in der Vertikalen – die Avenues – und die Streets in der Horizontalen. Die nächste Kreuzung ist also immer sehr nahe und viele Adressen kann man damit angeben, dass man einfach die Kreuzung von Avenue und Straße nennt; wo in der Stadt was zu finden ist und wie man sich orientieren kann, ist in einer der zentralen Großstädte der Welt innerhalb eines Tages verständlich und einsichtig.
Zwei markante Abweichungen gibt es vom Straßenmuster:
Eine besonders breite Straße, der Broadway; zu DeWitts Zeiten war aus diesem ehemaligen Indianerpfad bereits ein wichtiger und ständig benutzter Handelsweg geworden; er wurde in seinem annähernd diagonalen Weg von Nordwesten nach Südosten so übernommen und so „stört“ er das ansonsten straight durchgezogene Netz, genauso wie die „Bowery“, ein kürzerer Handelsweg mit ähnlicher Geschichte wie der Broadway im Süden der Stadt.


http://s1.directupload.net/images/user/120610/bplgp4zp.jpg

Am berühmten Flat Iron Building kann man das Phänomen des Broadway besonders gut erkennen; wenn man genau hinschaut, sieht man auch, welche von beiden Straßen der Broadway ist: Die linke, denn dort sind alle Gebäude quasi leicht angeschnitten, während die rechte - wie alle anderen in NYC - gerade verläuft. (Das Foto ist vom Empire State Building aus in Richtung Süden geschossen.)

Diese Abweichung hat DeWitt noch selbst mitbestimmt; eine andere, viel entscheidendere, hat er nicht mehr miterlebt: Dass nämlich ein wirklich großer Teil des Netzes nicht mit Häusern versehen wurde – sondern mit einem Stadtpark – dem Central Park in der Mitte der Stadt. Heute mag man sich wiederum gar nicht vorstellen, wie Manhattan ohne ihn funktionieren sollte: Wenn man von ihm als der „grünen Lunge der Stadt“ spricht, dann darf man das wörtlich nehmen; bis auf wenige kleine Plazas, die sich aber immer als in Hauptverkehrsknoten eingebunden erweisen, gibt es schlicht kein Grün in diesem Betonnetz; das Fehlen des Parks würde New York zu einem Moloch machen, der seinen Bürgern keinen Ausweg aus dem Gefängnis der Stahlwüste bieten könnte; der Central Park ist in meinen Augen kein Luxus – er ist (psychisch und physiologisch) Notwendigkeit.


http://s14.directupload.net/images/user/120610/jpcy5qhi.jpg

Wie radikal der riesige Park ins Raster eingepasst wurde, fand ich bei diesem Foto vom Rockefeller Center aus Richtung Norden ganz gut sichtbar. Einer der fantastischen, märchenhaften Eindrücke, die man nahezu überall im Central Park bekommt, ist ja gerade, dass hinter den höchsten und verdschungeltsten Bäumen noch diese monumentalen Hochhäuser darüberscheinen; es ist dann nicht so, dass man sich in einem Park mit Riesenstadt drumrum fühlt - sondern für einen Moment wie im Dschungel, in dem surrealistischerweise ein Anzeichen von modernster Zivilisation hervorragt...
(Zum Central Park komme ich später noch ausführlich, dort habe ich in der zweiten Woche quasi "gelebt"...)


Der nächste markante Punkt in der amerikanischen Geschichte ist der Bürgerkrieg; hierzu kann man vielleicht noch anmerken, dass New York neben dem Süden der USA das sklavenreichste Fleckchen in den USA gewesen war... Dabei war und ist die Liberalitas NYs durch das Aufnehmen der Zuwanderer seit bald mehreren hundert Jahren immens; die Stadt war schon immer ein Aufnahmebecken für Kulturen und Glaubensrichtungen aus aller Welt. Die Stadt zieht alles an und verträgt alles. Nichtsdestotrotz war man in puncto Wirtschaft klar ausgerichtet und verhielt sich in der Sklavenfrage wie der erzkonservative Süden.
Schon vor 1900, nach dem Bürgerkrieg, beginnt dann der nochmals gesteigerte Run von Allerwelt auf die Stadt New York. New York – das war bisher Manhattan. Nun zieht man die umliegenden Städte und Inseln mit ein: Die Bronx, Brooklyn, Staten Island, Queens, sie alle werden nun ein Teil von „Greater New York“. Dennoch: Wenn man heute von „New York“ spricht, dann meint man „Manhattan“.
In den 20er Jahren blüht mit der Kultur der Schwarzen im Norden Manhattans, in Harlem, auch der Jazz auf – die „Harlem Renaissance“, eine erste große kulturelle Bewegung der Afroamerikaner, wird aber, wie so vieles andere, zerstört – durch die Große Depression ab 1929. Vieles geht abwärts und aufnimmerwiedersehen verloren. Einige Zeit später spuckt ein kleiner, dicker Mann in die Hände: Er war früher auf Ellis Island einer der vielen engagierten Helfer und Beamten bei der Kanalisierung des immensen Zustroms an Einwanderern und wird letztendlich zum Bürgermeister gewählt: Fiorello La Guardia.



Er sorgt durch Programme und einen neuen Ausbau der Verkehrswege dafür, dass die Stadt wieder anfängt, zu leben; vor allem aber macht er mit sämtlicher Korruption im Beamtenapparat kurzen Prozess, schmeißt dort alles raus, was schadet oder nicht gebraucht wird und sorgt so dafür, dass die Stadt wieder atmen kann. In seinem Dienstwagen lässt er sich durch die Stadt kutschieren und inspiziert von diesem rollenden Büro aus die gesamte Stadt, steigt aus, fragt nach, packt mit an. Sein Engagement führt zu einer drastischen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes in späteren Jahren, so dass er auch bei einer neuerlichen Amtszeit nicht noch einmal kandidiert. Als schon klar ist, dass er kein weiteres Mal Bürgermeister wird, macht er sich noch einmal unvergesslich, indem er an einem Tag, als die Zeitungsausträger streiken, per Radio die von der Jugend so geliebten Comics aus der Zeitung persönlich vorliest. Nach ihm benannt ist auch der kleinere der beiden meist benutzten Flughäfen New Yorks, „La Guardia“ in Brooklyn.


Verkehr

Manhattan besteht fast vollständig aus Einbahnstraßen; man will sich auch keine Sekunde vorstellen, wie es wäre, wenn es nur Gegenfahrbahnen dort hätte. An wenigen Straßen kann man das beobachten – und es sieht nicht gut aus. Für Autofahrer bedeutet das natürlich, dass man seinen Weg sehr gut kennen sollte; nicht nur deswegen sind die NYer Taxifahrer zu einem Mythos für sich geworden.
Der NYer Fußgänger schaut bei rot erstmal, ob was kommt – was wegen der netzartigen Verkehrsführung („The Grid“) und der Einbahnregelung sofort und für die nächste halbe Minute sofort zu ersehen ist – und geht dann rüber. Auch der Polizei ist das wurscht. Autofahrer und Fußgänger sind aneinander gewohnt, und auch wenn die Taxifahrer durch die Stadt heizen wie Sau (fahrt mal mit einem in der Nacht durch NY – huiiiiiiiiii!!....), auch wenn Hupen bei allen Autofahrern zum guten Ton gehört und wenn Fußgänger machen, was sie wollen: Das Ganze funktioniert ganz hervorragend.
Radfahren: Man kann in NY Radfahren; es gibt gerade an einigen Hauptverkehrsstraßen (z. B. dem Broadway) und vielen gemütlicheren Querstraßen ganz konkret bezeichnete und in das Straßenbild eingebaute Radwege; da geht das ohne Probleme; es gibt sogar eine Fahrradroute, die an der Küste entlang um die gesamte Insel herum führt. Auch die Brooklyn Bridge und die Manhatten Bridge (vermutlich auch die anderen) haben eigene Fahrradwege. Bei allen restlichen Straßen muss man halt selber entscheiden, ob man das will. Ich würds nicht machen, Celeb schon.
In meinen Augen sieht Fahrradfahren in NY abseits der Radwege ja so aus:



Für New York-Freaks sowieso ein Must-have-seen-Film. Smilie

An einigen Stellen sind die Radwege – äm - „fantasievoll gestaltet“; das ist z. B. der Fall, wenn bei einer Hauptverkehrsstraße sich der Radweg auf einmal extremst verjüngt – und dann in die Mitte der Straße zieht – die in dem Fall natürlich eine mit Gegenverkehr ist -, so dass man letztendlich auf der Mittellinie einer Mörderstraße zwischen aneinander vorbeiziehenden Gegenverkehrsspuren mitten in Manhattan Fahrrad fährt. Hier muss man sich entscheiden, ob man dem NYer Autofahrer soviel vertraut, wie man eigentlich vermuten könnte – oder einfach nur überleben will.

Theater und Kino

Unsere Unterkunft hatten wir danach ausgesucht, wie nahe sie am Times Square ist; dass wir damit fast automatisch Obdach im Theatre District nehmen würden, wurde uns erst bei der Ankunft klar.
Was ist der Times Square, und was hat er mit der 42nd Street und dem Broadway zu tun?
Wie bereits beschrieben, kreuzt der Broadway in „schlängelnder“ Manier notgedrungen die Avenues, die Hauptstraßen, die sich vertikal von Nord nach Süd über die gesamte Insel ziehen.
Die 42. Straße (also eine der streets, die horizontal verlaufen) ist eine der Straßen im Theatre District mit den meisten Kinos und Theatern (Sprechtheatern und Musicalhäusern). Diese „Showstraße“ kreuzt die 7. Avenue und fast auch genau an dieser Kreuzung windet sich der Broadway um die 7th Avenue; dadurch entsteht eine enorme Verbreiterung dieser Hauptstraße, die durch die Kreuzung mit der 42. und benachbarter streets in das Showleben eingebunden ist. Hier wird zwar extrem rege Auto gefahren, dennoch wurde die 7.Ave/Broadway durch viele Fußgängerzonen ausgebaut. Dies ist auch das Areal, in dem die unzähligen blinkenden Werbebanner, Leinwände, Filme etc. bis weit in den Himmel hinauf an den Hochhäusern prangen und das weltweit für Kommerz und Unterhaltung steht.


http://s1.directupload.net/images/user/120610/ehes77vi.jpg

Nachts am Times Square. Ich habe vom Times Square in alle Richtungen und zu verschiedenen Tageszeiten unzählige Bilder geschossen. Am Times Square zu stehen ist einfach mit nichts einzufangen und zu beschreiben. Du bist dort schlichtweg top of the list, head of the heap, king of the hill. Es ist wie der rasende Mittelpunkt der Welt. Smilie (Der Times Square heißt übrigens so, weil früher die Times dort ihren Sitz hatte.)

Der Theatre District übrigens heißt mit Fug und Recht so: Von den insgesamt gut 250 Theaterhäusern in gesamt Manhattan befinden sich alleine knapp 40 zwischen der 40. und 44. Straße. Dazu kommen noch die Massen an Kinos, die sich dort ballen. Dort haben wir gewohnt.
Die Folge war dann, dass wir in den knapp zwei Wochen, die wir (mit einer kurzen Unterbrechung) in NY verbracht haben, viermal im Kino und viermal im Theater waren. Wir werden uns bis zu den Sommerferien Anfang August aus der Biotonne ernähren müssen und ich muss strippen gehen, um die nächste Miete bezahlen zu können (Celeb weigert sich aus irgendwelchen feministischen Scheißgründen heraus), aber – das war jeden Cent wert.
Und ich sage jetzt auch gerne warum.
Weil.
ich.
RECHT hatte.
Recht.
Recht.
Recht.
Und zwar immer, wenn ich mich bei drei von vier in der BRD im Kino gesehenen Filmen hinterher über die zwei bis x Deppen geärgert habe, die nicht wissen, wie man einen Film im Kino anschaut. Die Amis haben zwar den Film nicht erfunden – wohl aber die Massenunterhaltung und die gesamte Studio-“Kultur“, das Massenmedium Film und den Schauspieler als gottähnliches Wesen. Wir waren quasi bei den Erfindern des Popcornfilms zu Besuch.
Und warum hatte ich nun Recht? Wir kannten ja nun die Amis als Volk am Anfang nicht so, als wir – am 2. Tag – gleich in Black Men 3 rannten; ich hätte mir schon vorstellen können, dass die da laut sind, laut Popcorn fressen, Witze über das machen, was die da sehen, mal aufstehen, gehen, wiederkommen...
Nichts. Die New Yorker zumindest – Stille. Die sind gebannt. Die schauen zu. Die gehen mit. Die achten den Film und die Filmsaal-Atmosphäre, in der sie da sind. Und das zieht Dich selber auch mit rein. In den Bann des Films. Am Ende des Films wird geklatscht. (Es sei denn, er ist nicht wirklich gut oder es ist schon 2 Uhr früh in der Nacht... I know what I'm talking about...) Ich weiß nicht, wie ich Black Men 3 in der BRD gefunden hätte, das muss ich ganz ehrlich dazusagen. Ich wäre vermutlich nett unterhalten gewesen. Aber Celeb und ich waren uns einig – und das bei allen Kinobesuchen - , dass die Atmosphäre des Films zu 50 % für uns vom Publikum mit bestimmt wurde. Wir hatten die Freiheit, nein, sogar gar keine andere Wahl, als uns auf den Film komplett einzulassen. Und wir haben die Filme mittags, abends und mitternachts angeschaut, mit vollem und nicht so vollem Haus, mit Kindern, Erwachsenen, Bankern und Pennern um uns herum – es war immer das Gleiche.
Endlich durfte ich bei Avengers laut klatschen, bei „Writer: Joss Whedon“ ganz alleine und laut „Joss!!!“ schreien (was bei „Director: Joss Whedon“ sofort nochmal von allen Seiten kam) und mit 95 % des Publikums bis zur allerletzten Sekunde des Abspanns noch in aller Ruhe im Saal sitzen bleiben. (Wir hatten die Avengers ja schon in München gesehen, aber in NY blieben wir nun bis ganz ganz ganz zum Schluss sitzen – und sahen daher auch diese endgeile letzte Minute nach dem Abspann auch noch – zusammen mit einem lachenden Kinosaal.)
Theater: Das Gleiche.
Konzentrierte Stille, jeder hängt an den Lippen der Darsteller. Dabei ist es wurscht, ob es eine Boulevard-Komödie oder ein runterziehender, heftiger Klassiker ist. Die Leute gehen voll mit, sind bei jeder humorigen Stelle, bei jedem Überraschungsmoment voll mit dabei. Beim Theater lohnt es nun aber auch, auf die Werke selber einzugehen:
Der Broadway ist kein Platz für Experimente. Auch auf den Off-Broadway-Bühnen wird vor allem eines gezeigt: Repertoire. Erzähltheater der reinsten Sorte, die Bühnen-Ausstattung ist die, die das Werk innerhalb der Zeit, in der es original angesiedelt war, auch auch zu bekommen hat.
Mag sein, dass ein paar wenige kleinere Theater irgendwo anders auf der Insel ihre Experimente für Insider machen (wobei ich fast vermute, dass die ihr Haus auch vollkriegen).
Der Broadway erzählt Geschichten. Und deswegen sind diese Häuser auch voll ausgelastet. Bei bis zu 600 (!) Premieren pro Spielzeit. Weil die New Yorker zwischen einem Abend im Kino und einem im Theater nicht wirklich groß unterscheiden: Man will eine Geschichte erzählt bekommen, will unterhalten werden, will etwas Neues über sich und die Menschen erfahren – und genau das bekommt man. Nichts von wegen Kopfgeburten oder steriler Bühnenexperimente, wo man mit großem Fragezeichen drinsitzt und sich die unselige Frage stellen muss „Was will uns...“ usw.
Dabei habe ich bei durchaus einigen solcher Experimente selber mitgemacht. Aber die Art und Weise, wie auf dem Broadway tatsächlich mit Theater die breite Masse erreicht wird, wo bei uns der Elfenbeinturm steht, auf dem groß die Fahne mit „Nur für Bildungsbürgertum!“ hängt – also, das hat mich immens beeindruckt.
Noch beeindruckender:
Die New Yorker Theater sind ja auch nicht staatlich oder städtisch gefördert:
Die leben nur von Spenden. Nochmal: Ausschließlich von Spenden.
In jeder „Playbill“ (also dem Programmheft) stehen hinten ein paar klein gedruckte Seiten mit den hunderten von finanziellen Förderern, von den großen Mäzenen bis zu den „kleinen Spendern“, von der Stadthonorität bis zum anonymen Schenker. Das heißt aber auch, dass sich das Theater rentieren muss. Die deutschen großen Häuser sind ja alle staatlich subventioniert, da kann also auch mal ausprobiert werden, der Staat hält das finanziell aus.
Die Schauspieler, die man auf der Bühne erleben kann, haben in aller Regel die gleichen Wege gemacht wie die in der BRD und generell europäischen Landen: Häufig mit Theater angefangen und dann auch noch Film und (inzwischen sehr verstärkt, das gilt jetzt wieder für die USA) Serie mitgenommen, manchmal – seltener - auch der Weg von Film zu Bühne. (Das kann man sehen, wenn man die künstlerische Kurzbio im Programmheft liest.)
Letzteres – von Film zur Bühne - wurde noch eindrücklich bestätigt durch ein Interview in einem Programmheft mit Christina Ricci, die bei einer Midsummer Nights Dream-Production zum 2. Mal einen Theaterversuch macht, weil sie bei einem ersten Versuch vor wenigen Jahren persönlich gescheitert war und es nochmal wissen will: Damals hatte sie mit der Live-Situation so gar nicht umgehen können und fast regelmäßig Übelkeitsanfälle bekommen („I had to vomit...“).
Man sieht im Sprechtheater keine einzige Show in keinem einzigen Haus, in der nicht ein aus Film und TV bekanntes Gesicht auf der Bühne mitspielt. Zumindest, wenn man wie ich seit Kindheit mit dem Fluch belegt ist, sich wirklich auch jeden Namen eines jeden verdammten Kleindarstellers zu merken, wird man hier reich gesegnet.

Zu den Shows, die wir gesehen habe, schreibe ich noch Reviews im Theaterthread.

Das Augenmerk der Schreiber und Leser im Serienthread möchte ich schon mal hierauf


http://s14.directupload.net/images/user/120610/ffncjcx7.jpg

lenken.

Den Thread ergänze ich noch um weitere Themen, die mir als wissenswert und interessant erscheinen.

Wen dieser Thread interessieren könnte:
Triskel und Thanil.


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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 10.06.2012, 23:19                                  +/-

Euseppus

Wen dieser Thread interessieren könnte:
Triskel und Thanil.


(Hoffentlich hab ich mich jetzt nicht verspoilert. hähö)


Wie genau hieß denn eure Unterkunft (wir suchen nämlich noch) und könnt ihr sie weiter empfehlen?

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 10.06.2012, 23:23                                  +/-

Wir waren in einem Haus mit Appartments, so ein Selbstversorger-Dings mit Kühlschrank, Kocheckerl etc., das ist so unser Städtereisen-Ding. Wenn Ihr damit leben könnt:
Metro-Appartments, 41. Straße West. Für NYC ganz durchschnittliche Preise, wahrscheinlich eher noch darunter.
New York ist irre teuer...! Überrascht Überrascht Überrascht
Weiteres per pn.


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 10.06.2012, 23:29                                  +/-

Metro Apartments. Ist nicht billig, pro Person und Nacht etwa hundert Euro, aber dafür kann man beim Essen sparen, da kein Hotel. Unser erstes Zimmer hatte allerdings ärgerlicherweise keinen Herd (und keinen Kleiderschrank). Das zweite (nach unserem Abstecher nach New Orleans) war dann so, wie wir uns das vorgestellt hatten, es hatte Elektroherd, Toaster und Kaffeemaschine, das hat uns einiges an Essengehkosten erspart.

Ansonsten: 41st Street Ecke Dyer Ave, superlaut, Baustelle direkt gegenüber, 5-10 Fußminuten zum Times Square. Kommt also schon sehr drauf an, was man will und wie empfindlich man ist - Komfort ist was anderes. Es war aber sauber und ordentlich, Kakerlaken gab's keine. Ich würde es wieder nehmen.

Wo ich vor etwa zehn Jahren war: Gershwin-Hotel. Hat Doppelzimmer, aber auch sehr billige Übernachtungsmöglichkeiten zu zehnt in einem Zimmer oder so... Dafür fühlten wir uns zu alt. Liegt in der 27th St. im Flatiron District, nicht ganz so perfekt, da weder in den schicken Künstlervierteln noch in Midtown, aber trotzdem zentral.

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meisterdieb



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BeitragVerfasst am: 10.06.2012, 23:32                                  +/-

Habt ihr Harvey gesehen? Hat's euch gefallen?

Mich hatte leider der Straßenlärm, den ich durch die Wände bis in den Zuschauerraum hören konnte, etwas abgelenkt.

EDIT: Wann wart ihr überhaupt? Wir waren aber nicht gleichzeitig und NYC und haben's nicht gewusst, oder?


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 10.06.2012, 23:35                                  +/-

Du warst da??????!!!!
Ne, oder? Hast Du das irgendwo geschrieben?!
Und Du hast Harvey auch gesehen? Überrascht
(Wir fanden's anbei klasse, haben aber wohl einen leiseren Verkehrsabend erwischt als Du/Ihr...)

edit: Wir waren genau die letzten zwei Wochen, von Samstag auf Samstag.
Von Thanil und Triskel wussten wir ja, dass sie erst später im Jahr fliegen, deswegen haben wir auch keine große Sache draus gemacht, weil das einzige uns möglich scheinende Treffen eh nicht möglich gewesen wäre...

Gepostet am 10.06.2012, 23:38:

Vielleicht magst Du ja dann auch Eindrücke, die wir von Land und Leuten hatten, korrigieren, wenn ich da was schreibe, was zu vorschnell geschlussfolgert und bei Deinem Besuch ganz anders war. Smilie


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meisterdieb



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BeitragVerfasst am: 10.06.2012, 23:40                                  +/-

Wir waren von 17. bis 23. Mai, wir haben einander also wohl knapp verpasst. Ich hatte das irgendwann mal hier erwähnt, aber das ist schon wieder eine Weile her.

Als wir das Plakat von Harvey gesehen haben, wussten wir sofort, dass wir da reinwollen. Fanden's auch toll, aber wir saßen recht weit oben und da fand ich's von draußen her schon ziemlich laut. Aber es hat den Besuch nur teilweise getrübt.

Schöner Beitrag übrigens Smilie

EDIT: Ich fürchte ich habe viel weniger Eindruck von den Leuten bekommen als ihr, da wir verhältnismäßig kurz dort waren und in der Zeit vorwiegend mit Museen beschäftigt waren.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 10.06.2012, 23:48                                  +/-

Da war sicher das Met dabei, oder...?


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meisterdieb



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BeitragVerfasst am: 11.06.2012, 10:20                                  +/-

Natürlich! Also ca. ein Drittel davon grins Und das MOMA und das Natural History Museum.

Außerdem noch ausgiebiges Im-Central-Park-Liegen, Sich-im-Central-Park-nassregnen-lassen, Empire State Building, Top of the Rock (im Nebel), Ellis Island, eine nächtliche Taxifahrt, 9/11-Memorial und der Central Park Zoo. Eine Woche ist eindeutig zu kurz!


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hatata



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BeitragVerfasst am: 11.06.2012, 20:47                                  +/-

Jetzt hab ich mir die Photos von meiner New York - Reise vor sieben Jahren (!!) angeguckt und fühle mich uralt. Na soper.
Oxford war glaub ich damals auch fast gleichzeitig da und wir waren beide nacheinanderbei dieser Veranstaltung, oder wie war das? Das hat also schon Tradition.


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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 11.06.2012, 22:11                                  +/-


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 14.08.2012, 20:32                                  +/-

Okidoki. Erstens ist dieser Thread völlig zerschossen. Zweitens habe ich mal eine Frage. Wir haben jetzt längere Zeit nach einer passenden Unterkunft für Oktober gesucht. Wir haben jetzt die Auswahl zwischen Midtown und Harlem. Oder wir suchen noch mal was teureres Downtown.

Was würden die New-York-Kenner und -Reisenden empfehlen? Harlem ist natürlich etwas weiter draußen, aber es wäre nur wenige Blocks nördlich des Central Park, und man ist in 15 Minuten mit der Subway am Times Square. Dafür sieht die Wohngegend echt nett aus, und es ist halt relativ preiswert.

Was meint ihr? Lieber zentraler / südlicher? Und wie weit südlich ist südlich?


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Invisigod
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BeitragVerfasst am: 15.08.2012, 08:12                                  +/-

Hm also ich war damals auf Höhe des Central Parks, relativ mittig. Was im Endeffekt genau gar nix bringt, weil man dann auch die Subway nutzen muss. Kommt ja auch drauf an, was du machen willst. Meiner Meinung nach ist halt zwischen einem "etwas weiter südlich" und deiner Position kein so großer Unterschied, dass es sich lohnen würde.


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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 15.08.2012, 09:51                                  +/-

Nicht Harlem, wirklich nicht. Du bist megaweit ab vom Schuss (15 Minuten U-Bahn ist lang) und wenn du nicht super ignorant und scheuklappig unterwegs bist, wirst du dich unfreiwillig unwohl fühlen.

Ich wollte mal zur Columbia University fahren, habe aber die falsche U-Bahn genommen (eine, die parallel etwas weiter östlich hochfährt) und bin dann mitten in Harlem rausgekommen. Hab dann auf die Karte geguckt und geehen, dass wir ja nur ein paar Blocks rüberlaufen können, durch einen Park. Jo, da haben dann ausnahmslos schwarze Familien gegrillt und an jeder Ecke standen so Gangtypen (glaub ich grins). Ist natürlich nix passiert. Aber irgendwie war "entspannt" was Anderes. Man fühlt sich unwillkürlich beobachtet, auch wenn das wahrscheinlich nur Einbildung war.

Nein, ich hab schon in mehreren Teilen Manhattans gewohnt (bzw. meine Holidays verbracht). Südlich ist besser, insbesondere, wenn man viel besichtigen will. Auf jeden Fall südlich vom Central Park. Abgesehen von Columbia, dem Bronx Zoo, Guggenheim und dem Central Park selbst, ist das meiste Sehenswerte (zumindest für Normaltouristen) eher im südlichen Manhattan. Hab mal auf Höhe der UN gewohnt, das war ziemlich dull. Da ist nix los. Schöner ist es, wenn man abends durchs Village laufen kann. Union Square, NYU, die Ecke... so ein bißchen zwischen den zwei Wolkenkratzer-Hubs im Süden und "Norden" Manhattans.


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 15.08.2012, 11:55                                  +/-

Oxford
Jo, da haben dann ausnahmslos schwarze Familien gegrillt und an jeder Ecke standen so Gangtypen (glaub ich ). Ist natürlich nix passiert. Aber irgendwie war "entspannt" was Anderes. Man fühlt sich unwillkürlich beobachtet

Hattest du vielleicht ein "I hate Niggers"-T-Shirt an, ohne es zu wissen?


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 15.08.2012, 12:41                                  +/-

Erinnert mich an die Top Gear Folge, in der sie ihre Autos rosa streichen, mit "Obama is great" und Same sex marriage rules" beschriften und damit durch die Südstaaten der USA fahren.


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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 17.08.2012, 12:02                                  +/-

Helcaraxe
Erinnert mich an die Top Gear Folge, in der sie ihre Autos rosa streichen, mit "Obama is great" und Same sex marriage rules" beschriften und damit durch die Südstaaten der USA fahren.

Oder mit nem Dachauer Kennzeichen quer durch Israel fahren..

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 17.08.2012, 13:10                                  +/-

Ich fand's ja schöner, als es noch so aussah:



Das war nicht so hektisch und die Luft war besser. Da würd ich gern mal hinfahren. Aber nicht in dieses furchtbare Häusermeer.


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You met me at a very strange time in my life.
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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 17.08.2012, 13:14                                  +/-

Ach... you know nothing, PK.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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#18



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BeitragVerfasst am: 17.08.2012, 14:10                                  +/-

Gibt's eigentlich auf dem Broadway noch Geschäfte die nicht von Koreanern geführt werden und Souvenirs verkaufen?


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Wann kommt er?
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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 05.11.2012, 21:43                                  

Achtung: Langer Text, große Bilder!

In den Herbstferien – die in NRW nun auch schon ein paar Tage her sind und zum Glück vor Sandy lagen – waren wir 10 Tage in New York und es war TOLL. Euse hat im Eingangsposting ja schon sehr viel zu New York geschrieben und wenn ich es jetzt nach unserem New-York-Besuch noch mal lese, muss ich an ganz vielen Stellen heftig nicken. Die ganze Theater- und Broadway-Sache haben wir allerdings komplett ausgelassen – das ist einfach nicht mein Ding und Thanil steht auch nicht drauf.

Davon abgesehen haben wir sehr viele der typischen Touristenattraktionen besucht und haben uns ansonsten durch die Stadt treiben lassen. Einfach drauf los laufen und schauen, wo man vorbei kommt…und man kommt immer irgendwo vorbei, wo es interessant ist. Allerdings legt man dabei ziemliche Strecken zurück, wenn man zu Fuß läuft. New York ist eben riesig. Das Hotel war dabei ein guter Ausgangspunkt, weil ziemlich zentral an der Ecke Park Avenue und 29. Straße gelegen. Vieles konnte man so bequem zu Fuß erreichen. Für alles andere nutzten wir die Subway – die Station lag auch direkt vor der Tür.


Apropos Subway:

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das System nun wirklich durchdrungen habe. Kurz gesagt gibt es verschiedene Strecken, die kreuz und quer durch New York (hauptsächlich durch Manhattan) führen. Auf diesen Strecken fahren bisweilen verschiedene Nummern, die zwar exakt die gleiche Strecke fahren, aber an unterschiedlichen Haltestellen halten. Die einen sind Express-Züge und halten nur an den wichtigen Haltestellen/Knotenpunkten und die anderen (die Locals) halten an jeder Haltestelle. Hört sich simpel an. Ist es auch. Außer nachts und am Wochenende und manchmal auch an einem ganz normalen Dienstag ohne einen bestimmten Grund. Da ist alles anders. Da fahren die Locals plötzlich express oder die Expresszüge halten überall. Manche Haltestellen sind völlig gesperrt. Bei anderen kann man nur bestimmte Ein- und Ausgänge nutzen. :wirr: Das führte dazu, dass wir das ein oder andere Mal den falschen Zug erwischt haben und an der Haltestelle vorbei fuhren statt zu halten. Macht aber nix. Da steigt man eben aus und fährt wieder zurück.

Ansonsten ist die Subway super. Man kommt überall hin, es ist sehr günstig (für 30 Dollar kann man 7 Tage lang im gesamten Stadtgebiete rumfahren) und es sind lustige und auch seltsame Leute unterwegs. Man muss jederzeit damit rechnen, dass eine Mariachi-Band mit Geige und Kontrabass oder eine Blues-Combo einsteigt, ein kleines Konzert gibt, Geld einsammelt und wieder verschwindet. Auch in den Stationen gibt es viel zu hören.


Man hat allerdings nicht mit allen Straßenkünstlern Freude:
Ganz besonders schlimm war der Typ, der sich seine Opfer dort suchte, wo sie nicht weggehen konnten: Die Warteschlange nach Liberty und Ellis Island. Da stand er dann mit seiner schrammeligen Stell Drum und versuchte mit schlechtem Gesang die Touristen zu animieren im Geld zu geben. Von den meisten Liedern schaffte er textlich allerdings nicht mal die erste Strophe komplett und improvisierte im Notfall. Statt Geld bekam er zumeist nur peinlich berührte Blicke und ab und zu auch eine Tänzerin.

Besser waren die Typen auf der anderen Seite des Battery Parks. Die beiden standen vor dem Staten Island Ferry Terminal und hatten bereits eine ziemlich große Menschenmenge um sich geschart, als wir dort ankamen. Hier ihre Performance in Bildern:

1. Leute bequatschen, Witze machen und Geld einsammeln


2. Ein bisschen Breakdance


3. Durch die Beine der zuvor aufgestellten 5 Touristen robben und mit dem Geld abhauen.

grins




Neben der erwähnten Staten Island Ferry und Liberty sowie Ellis Island haben wir uns natürlich einige andere typische Attraktionen angeschaut:

Brooklyn Bridge
Hier haben wir einen super Tag erwischt. Strahlend blauer Himmel und viel Sonne. Da es Mitte Oktober war, war es auf der Brücke natürlich trotzdem etwas zugig und frisch. Außer uns wollten an dem Tag noch gefühlte 3000 andere Touristen gleichzeitig über die Brücke – aber das ist in New York normal. Man ist nie allein.

Vom Fuß der Brücke und den drumherum liegenden Parks hat man – ebenso wie von der Brücke selbst – einen tollen Ausblick auf Manhattan. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert diesen Spaziergang zu machen.






In Köln sind es dann doch ein paar mehr Schlösser an der Brücke. Dafür ist die Brücke kleiner.



Liberty Island und Ellis Island
Uns war von einer Freundin dringend empfohlen worden uns das Museum auf Ellis Island anzuschauen und natürlich haben wir das dann auch gemacht. Wenn man nach Ellis Island will, muss man Liberty Island mitbuchen. Also haben wir uns auch noch die Insel der Freiheitsstatue angeschaut. Fand ich persönlich jetzt nicht so spannend. Steht halt diese Statue rum. Aber die Aussicht ist schön. Das Museum auf Ellis Island hingegen ist ganz toll. Die Ausstellungen sind super interessant und die Tatsache, dass man gerade in den selben Räumen steht wie die zahlreichen Einwanderer damals macht es noch mal spannender. Ich wäre gerne auch noch ein bisschen auf der Insel herum gelaufen, um mir die Gebäude anzuschauen, die noch nicht renoviert wurden, aber wir waren zu lange vom Museum gefesselt und mussten mit der letzten Fähre runter von der Insel.



Vögel sind auf den beiden Inseln allgegenwärtig. Die sitzen überall. Betteln um Essen oder klauen es sich, wenn man nicht aufpasst.


Durch diese Halle mussten alle Einwanderer und es wurde entschieden, ob sie bleiben dürfen oder eben nicht.




American Museum of Natural History
Hier interessierten mich eigentlich nur die Dinosaurier und sonstigen Urviecher. Die ausgestopften Tiere, die sonst noch ausgestellt waren, haben mich nicht wirklich interessiert (die schaue ich mir lieber lebendig im Zoo an) und für die tausenden anderen Ausstellungsstücke hatten wir nach den Sauriern keine Aufnahmefähigkeit mehr. Auch hier: Klare Empfehlung!


Das ist nur die Eingangshalle








MoMa
Am letzten Tag waren wir im Museum of Modern Art. Eigentlich wollten wir dort schon vorher hin. Aufgrund schlechter bzw. nicht vorhandener Vorbereitung erwischten wir aber den Tag, an dem das Museum geschlossen ist. Hmpf. Aber damit kann doch niemand rechnen. Ich bin davon ausgegangen, dass in NY alles immer geöffnet ist.
Als wir dann dort waren sind wir direkt zur Bilder-Ausstellung. Mit Skulpturen usw. kann ich nicht so viel anfangen. Mein Herz schlägt für Gemälde und davon gab es mehr als genug. Einige davon kannte ich schon von der MoMa-Ausstellung, die es vor zig Jahren mal in Berlin gab. Ich hatte mich auch schon auf bestimmte Bilder von Hopper und Richter gefreut, die dann aber leider nicht zu sehen waren. Es gab aber dennoch mehr als genug zu sehen und dank der MoMa-App mit Audio-Guide und Infos zu allen Ausstellungsstücken war es gleich noch mal interessanter.
Was mich etwas verstört hat, waren die Event-Ottos, die sich nur vor ein Bild stellten, es fotografierten und direkt weitergelaufen sind. Dann genügt es auch sich einen Ausstellungskatalog anzuschauen – den man im Museums-Shop kaufen kann, welcher übrigens auch empfehlenswert ist. Habe dort einiges eingekauft.


Ganz schön klein


Ganz schön groß


Auch wir haben fotografiert.



Top of the Rock
Aufs Empire State Building wollten wir gar nicht mehr, nach dem wir an einem tollen Tag von den verschiedenen Aussichtsplattformen des Rockefeller Centers aus eine unglaubliche Aussicht über New York und Umgebung hatten. Hinzu kam ein wunderschöner Sonnenuntergang. Da wir etwas zu früh oben waren und noch mehr als eine Stunde auf den Sonnenuntergang warten mussten, haben wir Zeit genutzt in aller Ruhe den Audioguide des Top of the Rock zu hören. Es gab dort oben nämlich nicht nur WLAN, sondern auch eine TotR-App mit Audio-Guide, Karte usw.









Staten Island
Wir sind zumindest 30 Minuten länger geblieben als die meisten anderen Touristen und haben noch die Aussicht genossen.




Die Verrazano-Narrows Bridge (eine der großen Hängebrücken der Welt), die man von der Staten Island Fähre aus sieht.


Central Park
Jede Stadt sollte einen haben. Mit Seen und Bäumen und Spielplätzen und Felsen und Eichhörnchen und Wiesen und und und.










Ein bisschen Abseits der üblichen Touristenpfade haben wir uns auch gewagt. Aber nur ein bisschen.

Coney Island
Im Süden von Brooklyn liegt Coney Island mit seiner Strandpromenade und Vergnügungsparks. So spät im Jahr ist das alles allerdings eher trostlos und nicht bunt und glitzernd. Aber genau das hat mich dorthin gezogen. Als wir am Vormittag nach gut einer Stunde mit der Subway dort ankamen waren außer uns auch kaum Leute dort unterwegs und schon mal gar keine Touristen. Wir sind dann aber gemütlich den Strand entlang spaziert und als wir nach zwei Stunden (oder so) wieder zurück kamen, war es ein bisschen belebter und außer uns waren auch noch weitere Touris da.









Drehorte
In New York kommt man ja quasi alle 50m an einem Drehort einer Serie oder eines Filmes vorbei. Einige davon haben wir dann auch bewusst gesucht, um mal einen Eindruck davon zu bekommen. Zum Glück liegen viele sehr nah beieinander in Greenwich. Überhaupt sollte man dringend durch Greenwich laufen und sich die Gegend anschauen. Sehr hübsch da.



Das war allerdings nicht in Greenwich








Und dann waren wir noch bei den Vereinten Nationen (da dort selten bzw. noch nie renoviert wurde, fühlt man sich in die 60er Jahre zurück versetzt), sind den High Line Park entlang spaziert, haben Grand Central und den Time Square bestaunt, sind die 5th Avenue bis zum Apple-Store entlang geschlendert usw. usw. 10 Tage sind zu wenig, um alles zu sehen, was man sehen wollte. Aber mehr als 10 Tage New York stelle ich mir auch viel zu anstrengend vor. Ich war durchaus froh, als ich wieder zu Hause war und ein bisschen ausspannen und alle Eindrücke verarbeiten konnte.

Zum Schluss noch ein paar Eindrücke:


Winziges Polizei-Gefährt auf der 5th Avenue



Times Square




Kleine Oase mitten in Downtown Manhattan



Wallstreet




Deutsche Souvenirs bei der UN




Skulptur, die das Wort "why" symbolisiert. Ja ja.















Die letzten Stunden verbrachten wir – mit Gepäck – im Battery Park.





P.S. Die Bilder sind beim Verkleinern irgendwie pixelig geworden. Traurig


.

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titania



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BeitragVerfasst am: 05.11.2012, 22:08                                  +/-

Ein schönes Posting. Vielleicht will ich ja doch irgendwann mal noch nach New York. Smilie


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