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Diverse Filme - The Sequel
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 11:12                                  +/-

Als ich den Trailer vor dem Hobbit in 3D gesehen habe, wurde es nochmal 300% kitschiger Yes

Ne, das hat mir alles so gar keine Lust gemacht, mir das anzuschauen, obwohl ich ja viel von Ang Lee halte. Aber diese Bildsprache... schauderhaft.


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einBaum



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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 11:18                                  +/-

Für dich wär' wahrscheinlich wirklich etwas zu viel Zuckerguss drauf, Mike. Das Irre ist, dass "Life of Pi" eigentlich eine beinharte Geschichte erzählt, das aber in so rauschenden Bildern, dass man die Härte schnell ausblendet. Bei pk fürchte ich, dass sein Designerauge einfach nicht von den CGI lassen könnte.

Fazit: Versucht's auf DVD oder *hüstel* so ähnlich. Yes

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 11:21                                  +/-

Eigentlich gehört das ja auch alles in den Aktuelle-Kinofilme-Thread, aber da schert sich ja auch keiner mehr drum Echt schlimm

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 11:23                                  +/-

Na gut, dann probier ichs mal auf dem *hüstel*-Weg. Gewalt ist keine Lösung


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Bard
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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 12:31                                  +/-

Nichtraucher
Eigentlich gehört das ja auch alles in den Aktuelle-Kinofilme-Thread, aber da schert sich ja auch keiner mehr drum Echt schlimm


Jepp. Wir müssen da mal ne klarere Trennung zwischen den Threads schaffen, damit nicht aktuelle Sachen mal hier und mal da landen. Bzw. den Thread hier umbennen und einige Beiträge in den anderen verschieben.


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kpm



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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 19:30                                  +/-

Als ich gerade im HdR-Forum nach was anderem gesucht habe, hab ich aus Versehen einen Thread von pk aus dem Jahr 2005 gefunden, in dem er sagt, wenn er jemals einen Film drehen würde, wäre es eine Verfilmung von "On the road". Inzwischen hat den Film ja jemand anders gemacht, hast du den schon gesehen und wie findest du den?


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 19:34                                  +/-

Nee...die Kritiken waren alle mau bis vernichtend und außerdem war ja mein Plan damals, das Buch in die Gegenwart zu verlegen und die ganze Musik sollten Coverversionen aktueller Musiker von Bob Dylan-Songs sein, bis auf den Titelsong, der wäre die Originalversion von "Tangled up in blue". Ich hab mir das mehr so als cooles Musik-Road-Movie vorgestellt. Es scheint aber mehr so ein braver Kostümfilm geworden zu sein.

Vielleicht schau ich ihn mal so aus der Konserve an. Aber ich hab das Buch auch kaum noch in Erinnerung.

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kpm



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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 19:44                                  +/-

Ich hab ihn im Kino geguckt und fand ihn gar nicht so schlecht. Hab das Buch aber erst jetzt danach gelesen und mich beschleicht das Gefühl, dass die Verfilmung ganz ganz ganz wenig aus der Vorlage gemacht hat... will ihn jetzt nochmal angucken und das überprüfen.

Hab den alten Thread weitergelesen und im weiteren Verlauf hat dich Helcaraxe übrigens anscheinend davon überzeugt, lieber die Varusschlacht mit Morgi und Arwen_gegen_den_Vulkan in den Hauptrollen zu verfilmen (mit "Das Imperium schlägt zurück" als Titel für den zweiten Teil).


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 20:00                                  +/-

Der Film ist ein Kristen Stewart Vehikel, oder? Wegen ihren Nacktszenen.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 21:41                                  +/-

Ich distanziere mich übrigens von allem, was ich im DAF gesagt und geschrieben habe, jemals. Das war ein früheres Ich, mit dem ich nichts mehr zu schaffen habe.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 02.03.2013, 14:59                                  +/-

Oh, "On The Road" will ich jetzt auch mal sehen.

kpm
Hab den alten Thread weitergelesen und im weiteren Verlauf hat dich Helcaraxe übrigens anscheinend davon überzeugt, lieber die Varusschlacht mit Morgi und Arwen_gegen_den_Vulkan in den Hauptrollen zu verfilmen (mit "Das Imperium schlägt zurück" als Titel für den zweiten Teil).

He, ich erinnere mich daran! Wurde leider nie realisiert, weil es der teuerste deutsche Film aller Zeiten geworden wäre und pk aus der Finanzierung ausgestiegen ist. Traurig


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#18



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BeitragVerfasst am: 03.03.2013, 20:49                                  +/-

Thanil
Schönes Review. Klingt echt durchgeknallt. Typisch japanisch? grins


Nicht unbedingt. Im Gegensatz zu manchem Samuraischinken kann man "Taiyô wo Nusunda Otoko" auch ohne große Vorkenntnisse sehen. Der Film ist zwar sehr japanisch (Überraschung!), aber nicht so spezifisch wie viele Machwerke von Nagisa Ohshima oder Kinji Fukasaku.

Bei der Durchgeknalltheit ist auch noch Raum nach oben. Teruo Ishii hat da ein paar schöne Sachen gemacht, "Horrors of Malformed Men" z.B.:



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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 04.03.2013, 16:31                                  +/-



einBaum
Moneyball, Argo, Shame, Tinker Tailor Soldier Spy oder Bridesmaids. Wobei, streich Shame wieder, Michael Fassbender ist darin ganz oft nackig, aber volles Rohr, das willst du sicher nicht sehen.


Ich hatte "Shame" auf meiner Anschau-Liste, weil Lila über den Film schrieb.

Puh. Grundsätzlich schaue ich selbst den langweiligsten Film zu Ende und lese auch das schlechteste Buch bis zur letzten Seite.

Lila
Auch kein Film für Leute, die in sexuellen Belangen leicht schockiert sind. Meine Mitbewohnerin hatte den damals auch geguckt und meinte, dass an zwei Stellen Leute tatsächlich den Kinosaal verlassen haben.


Aber ich habe "Shame" in der Mitte abgebrochen. Nicht wegen dem Sex, sondern in dieser Szene: Eine Kollegin will am Bürokaffeeautomaten mit Michael Fassbender flirten und er schaut sie wortlos mit roboterhaft Morgi-eskem Blick an, bis sie den Staring Contest verliert und den Blick abwendet. Die nächste Filmszene ist dann ein Date zwischen beiden in einem fancy italienischen Restaurant.

Und ich so: Ws? Ich weiß ja nicht, wie ihr Frauen tickt, aber fandet ihr das wirklich nachvollziehbar? o.O

Ich gebe zu: Filmisch durchaus nicht uninteressant. Typisches Art house. Sehr kühl inszeniert, schauspielerisch stark, laut FAZ eine „stilsichere Exkursion in die nackte Verzweiflung“.

Aber wie sich der Protagonist jeder Kommunikation verweigert, das hatte zuerst was serienkiller-gruseliges, und wurde mir dann immer nerviger. Ich verstehe den Sinn bei Drive, dort stand Ryan Gosling als Outlaw außerhalb der Gesellschaft. Hier verstand ich aber nicht, wieso er überhaupt auch nur einen Freund haben konnte oder Frauen ins Bett kriegt. Und ich weiß ja nicht was ihr für Beziehungen zu Geschwistern habt, aber was sollte die Badezimmerszene mit der nackten Schwester? Oder als sie zu ihm ins Bett krabbelt?

Das von Carey Mulligan quälend langsam vorgetragene, völlig dekonstruierte "New York, New York" (für mich einer der Höhepunkte). Einfach wow!


Betonung auf quälend. Pretentious Crap!

Keine Ahnung, ob der Film in der zweiten Hälfte interessanter wird oder Fahrt aufnimmt. Laut IMDB sollen da immerhin einige Orgien vorkommen. Aber Feel-Bad-Movies in denen es keine einzige sympathische Figur gibt sind nicht so meins.

2 von 10 Pornopunkten für Fassbenders Penis


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einBaum



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BeitragVerfasst am: 04.03.2013, 18:52                                  +/-

Ich würde den Film gar nicht verteidigen wollen und kann gut verstehen, dass er (sicher) vielen nicht gefällt. Gnadenlos abgefilmte Nichtkommunikation ist nicht jedermanns Sache und kann schnell langweilig werden. In der Rückschau (hab den Film ja vor ein paar Monaten gesehen und vieles wieder vergessen) mochte ich daran glaube ich, dass man als Zuschauer zur Abwechslung mal nicht anhand von Dialogen durch die Geschichte geführt wird, sondern durch Schweigen. Man muss eigentlich alles andere, was der Film überhaupt preis gibt, einbeziehen, wenn man überhaupt verstehen will, worum es geht: Körpersprache, Hintergründe, Blickkontakte, das ganze Nichtgesagte eben.

Zitat:
Hier verstand ich aber nicht, wieso er überhaupt auch nur einen Freund haben konnte oder Frauen ins Bett kriegt.


Naja, man sieht ja zu Anfang des Films, wie charmant Brandon sein kann, sofern er einen Sinn darin sieht. Seine Zweckfreundlichkeit fand ich viel grusliger. Objektivierung galore!

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 04.03.2013, 22:01                                  +/-




Country Strong ist ein besserer Film als ich gedacht hätte. Allerdings weniger ein schmissiger Muskfilm als mehr ein düsteres Drama über Alkoholismus und letzte Chancen. Ganz schön düster sogar, Gwyneth Paltrow spielt einen selbstzerstörerischen, schwer suchtkranken Superstar. Und sie macht das herzzerreißend gut, man muss mit ihr mitleiden, es geht nicht anders, auch wenn alles immer schlimmer wird Geschockt Das ist kein Feelgood-Movie. Gleichzeitig sieht sie großartig aus, sie altert auf eine sehr edle und sexy Art, ich habe den Eindruck, sie wird immer schöner. Sie ist ein Traum.

Ihr Ehemann wird gespielt vom realen Countrystar Tim McGrawn, berüchtigt für seine Schnulzen, das war ein Grund, mit den Film damals nicht im Kino anzuschauen - indess, er singt kein einziges Mal, er schauspielert nur, und das gar nicht schlecht. Das Singen übernehmen die Newcomer im Film: ein Honkytonk-Sänger aus den dunklen Kaschemmen, gespielt von Garret Hedlund, der mit Hauptrollen in Tron II und On the road wohl groß im Kommen ist. Er singt hervorragend, ich habe keine Sekunde gezweifelt, dass sie hier einen Countrysänger verpflichtet haben, aber Wikipedia listet ihn allein als Schauspieler. Hut ab. Neben ihn singt noch die hübsche Leighton Meester, die ist nun auch im real life eine Sängerin und übernimmt die schwierigen Parts. Wikipedia listet sie unter anderem als "It-Girl", was immer das heißt. Optisch hat sie mich an die Rose aus Two and a half men erinnert.



Die Musik im Film ist besser als in der Serie "Nashville", das ist tatsächlich Country, den ich mir anhören kann, nicht übel (in Paltrows Filmband erkannte ich aus dem Augenwinkel Amanda Shires, die ich hier mal im Countrythread verlinkt hatte). Wenn allerdings der Tourbus in Downtown Nashville hält und die Crew vor der mir mitterweilen wohlvertrauten Skyline herumturnt, kam ich doch kurz durcheinander und wusste nicht, was ich gerade schaue. Da hat sich die Serie schon bedient oder inspirieren lassen, netter ausgedrückt.

Also besserer Film als erwartet, aber eher nur für Country-Hörer zu empfehlen, sie spielen sehr viel Country und tragen Cowboyhüte and stuff.



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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 05.03.2013, 17:25                                  


Wie schreibt man einen Film über Blumen?

Plot:

Adaptation. (der Punkt gehört zum Titel) ist ein halb-biografischer Dramedy Metafilm. Charlie Kaufman (Oscarnominierung für Nicholas Cage) ist vierzig Jahre alt, hat Haarausfall, ist fett, fühlt sich nicht nur häßlich, sondern ist es auch, kann nicht mit Frauen, ist schmerzhaft schüchtern und außerdem der geniale Drehbuchautor von Being John Malkovich. Er wird ein paar Jahre später auch Eternal Sunshine of the Spotless Mind schreiben, was ein ganz und gar bezaubernder Film ist.

Aber momentan hat er eine schwere Schreibblockade. Er soll nämlich ein Buch für einen Film adaptieren, wird dabei aber schier wahnsinnig. Das Buch ist zwar exquisit geschrieben, aber es passiert darin leider nichts. Es ist unverfilmbar. Er hat nichts womit er arbeiten kann. Und keine Ideen. Nada. Wie konnte es dazu kommen? Wie konnten Milliarden Jahre an Evolution, Einzeller, Mehrzeller, kambrischer Explosion, die Dinosaurier, das Ende der Dinosaurier, Tod und Geburt zu seiner miserablen Existenz führen?
Kaufman überzieht Deadlines, hält seine Hollywood Produzenten hin, hat mehr Minderwertigkeitskomplexe als Woody Allen beim Turnbeutelvergessen und dann sülzt ihn sein idiotischer Zwillingsbruder Donald Kaufman (Nicholas Cage) auch noch mit konventionellen Drehbuch-Regeln von Bob McKee zu ("Thou shalt not use voice over!").


Blumen!

Das Buch um das es geht ist von Susan Orlean (Oscarnominierung für Meryll Streep) und handelt von ihrer Recherche über den abgefuckten Orchideendieb John LaRoche (Oscar für Chris Cooper), der Mitte der Neunziger ein juristisches Schlupfloch ausnutzte, um mit Hilfe von Indianern seltene Orchideen in einem Naturschutzgebiet zu wildern. Darunter die sagenumwobene schneeweiße "Ghost Orchid" (Dendrophylax lindenii), die auf dem Orchideen Schwarzmarkt großes Geld bringt. Es ist eine gute Geschichte: Sie ist wahr, sie ist herrlich spleenig, mit exzentrischen Figuren, die in der fiebrigen Schwüle von Florida wie besessene Irre dem Orchideenwahn frönen und es war ein Bestseller. Hollywood liebt sowas! Hier ist der Original Artikel vom New Yorker, aus dem die Autorin ein ganzes Buch strickte.

http://www.susanorlean.com/articles/orchid_fever.html

Aber wie gesagt: Der vierseitige Magazinartikel ist zwar lesenswert und formidabel formuliert, erzählt aber eigentlich schon alles. Der Rest des Buches ist schöner Füllstoff. Charlie Kaufman wird verrückt wie eine Scheißhausratte. Wie soll man überhaupt einen Film über Blumen machen? Endlich hat er eine Epiphanie: Der Ursprung der sagenumwobenen schneeweißen "Ghost Orchid" ist ebenfalls der Anbeginn der Zeit, sie teilen den selben Urahn, und dann folgen Milliarden Jahre an Adaption, Einzeller, Mehrzeller, kambrischer Explosion .. etc Asteroiden und der ganze Schmurks ... etc und deshalb beginnt der Film mit ihm selbst! Als er vor einer adretten Hollywood Produzentin sitzt, vor Nervosität schwitzend wie ein Schwein, alt, fett, mit Haarausfall, und den Job akzeptiert ein Buch zu adaptieren. Jetzt braucht er nur noch ein Ende. Ab hier nahm der Film für mich dann Fahrt auf, wurde wunderbar Meta und befolgte und parodierte zugleich alle Regeln des Filmeschreibens.

Meinung:

Nach "Shame" dachte ich zuerst, ich hätte wieder danebengegriffen, weil die erste halbe Stunde von "Adaptation." sich in frustrierendem Selbsthass suhlt. Ich kann auch Nicholas Cage nicht wirklich leiden. Und seine haarausfallende Ginger-Fro-Frisur macht es nicht besser. Er ist wirklich ganz quälend schmerzhaft anzusehen. Andererseits ist das ja gewollt. Objektiv gesehen mutig diese bemitleidenswerte Rolle im Fat-Suit zu spielen, Cage war damals vor zehn Jahren noch der große Star. Immerhin gibt es in den Nebenrollen einiges zu entdecken: Tilda Swinton, die junge Maggie Gyllenhaal, Ron Livingston (der Protagonist aus Office Space), John Malkovich am Set von Being John Malkovich.

Da die Geschichte spinnert, aber erstaunlich detailreich war, musste ich den Film auch kurz pausieren, um zu googeln, ob die Geister-Orchidee und das Buch wirklich existieren. Stranger than Fiction: Es gibt sie, siehe den verlinkten New Yorker Artikel oben! Was mich angenehm überraschte. Das Wissen, dass Charlie Kaufman über echte Personen schreibt, von seiner Produzentin bis zum Hillbilly ohne Zähne, und echte Ereignisse nacherzählt/erfindet und dann noch der ganze Plot mit seinem Bruder, mit dem er die Autorenklischees de- und neukonstruiert, das ist völlig wahnsinnig und kongenial und machte mir immer mehr Spaß! Gab auch eine Oscar-Nominierung für ihn (und seinen Bruder) für das beste adaptierte Drehbuch.

Antwort auf IMDB
Frage auf IMDB
Was this film real or was it actors? What I'm asking is was this film real (as in what we are seeing is authentic and really happening), or was this the film that Charlie Kaufman (the fictional one) finishes at the end and this is the movie that was made from it. Am I making sense?

Basically their is real, then fiction, then fiction within the fiction, or maybe not...


Könnte gefallen:
Usern mit einer Vorliebe für verqueren Humor und einem unfertigen Roman in der Schublade, also z.B. Ramujan

7.7 von 10 Orchideen (Punktabzug weil ich Nicholas Cage nicht mag und wider der Wertungsinflation)


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Zuletzt bearbeitet von Tyler Durden am 05.03.2013, 22:32, insgesamt einmal bearbeitet
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 05.03.2013, 21:36                                  +/-

Der klang mir schon damals viel zu verschwurbelt. Und wer will Nicolas Cage gleich zweimal sehen?


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BeitragVerfasst am: 07.03.2013, 01:06                                  +/-



Ich mach derweil weiter mit den Country-Filmen... zuletzt gab es Coalminer's daughter von 1980, ein Biopic über das Leben von Country-Legende Loretta Lynn, mit Sissy Spacek in der Hauptrolle. Sie bekam dafür einen Oscar. Der junge und irgendwie echt komisch aussehende Tommy Lee Jones spielt ihren etwas trottligen, aber liebevollen Ehemann Doo.

Der Film beginnt erst mal ganz weit weg vom Nashville Glamour, alles wird auf Null gesetzt. Loretta Lynn war tatsächlich die Tochter eines Bergarbeiters aus den Appalachen und wuchs in den 40ern in einem Blockhaus ohne Strom und fließend Wasser, aber voller Kinder auf. Die krasse Armut und komplette Trostlosigkeit dieses Daseins bestimmt das erste Drittel des Films. Die Männer sind Bergleute, die Frauen bekommen 10 Kinder und altern vor ihrer Zeit, die Söhne werden wieder Bergarbeiter, die Töchter heiraten Bergarbeiter und tragen deren zehn Kinder aus etc pp. Das wird alles ziemlich deprimierend und kein bisschen romantisch gezeigt.

Loretta heiratet auch mit 16, bekommt sechs Kinder, aber hat doch das "große Los" gezogen, ihr Mann, ein rastloser Kriegsveteran, verlässt das Armenhaus Amerikas und bringt die Familie nach vorne. Man hat irgendwann ein Häuschen, ein Auto, und in der Aufbruchsstimmung der frühen 60er schafft es Loretta in die Grand Ole Opry, bekommt einen Plattenvertrag, lernt Country-Superstar Nummer 1, Patsy Cline kennen, die Frauen werden beste Freundinnen, usw. Der Rest ist Geschichte. Der Film bleibt etwas brav und gradlinig, nun ist in Lorettas Karriere auch tatsächlich nicht so viel Dramatisches passiert, außer, dass sie es eben aus allertiefster Armut an die Spitze geschafft hat. Da ist sie nun seit 50 Jahren, sie ist knapp 80 und anscheinend bei bester Gesundheit, eben aus dem harten Holz der Appalachen geschnitzt Smilie

Im Film singt Sissy Spacek alle Lieder selber, das ist sehr beeindruckend, das klingt fast besser als das Original. Warum die Frau keine Zweitkarriere als Sängerin hatte, ist mir schleierhaft, ganz tolle Leistung hier. Es soll nun eine Broadway-Version des Films geben, in der Hauptrolle Zooey Dechanel, da schließt sich der Kreis, alles endet in der Popkultur. Dieses Video zeigt Zooey im Duett mit der echten Loretta, da ist schon irgendwie bewegend, also für den Country-Hörer, nicht für euch, aber Lynn ist ca. der Jahrgang von Johnny Cash, fast alle aus ihrer Generation sind tot oder debil:



Als Ausflug in die Steinzeit der weiblichen Country-Stars ist der Film auf jeden Fall empfehlenswert und lehrreich, wirkt aber auch schon recht angestaubt, verglichen mit modernen Biopics wie "Walk the line". Doch ohne Frauen wie Loretta Lynn und Patsy Cline wären die heutigen Nashville-Queens nicht da, wo sie sind, da wurde damals ganz viel Pionierarbeit geleistet.


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BeitragVerfasst am: 08.03.2013, 16:45                                  +/-

Nichtraucher
Der klang mir schon damals viel zu verschwurbelt. Und wer will Nicolas Cage gleich zweimal sehen?


Noch schlimmer: Er masturbiert öfter halbnackt. Da schildert sich Drehbuchautor Charlie Kaufman sehr schmerzbefreit.

lernt Country-Superstar Nummer 1, Patsy Cline kennen


Das Deutschlandradio hatte vor ein paar Tagen einen Rückblick, weil sie Todestag hatte. [/Wolter] Da habe ich gelernt, dass sie superwichtig war und superjung starb.

@Deschanel & Country
Sehr weirde Mischung! Die Zooey ist doch mehr Indie-Pop! Es gibt ja nicht vergleichbares zu Country in Deutschland, Volksmusik ist nur heile Welt, aber das wirkt irgendwie als wenn Nora Tschirner alte Schlager singen würde.


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 08.03.2013, 17:07                                  +/-

Naja, die Sachen, die sie mit "She and him" so macht, sind mitunter schon recht countrylastig:



Vor allem hat sie die Stimme für Loretta Lynn-Songs. Lynn hat nicht "mädchenhaft" leise und sanft gesungen, sondern immer gerade heraus, mit viel Volumen und Drive, gerne auch mit Überschlag. Ich würde sogar sagen, dass Dechanel da ruhig noch eine Schippe drauflegen kann. Frag mich aber, wie sie regelmäßig auf der Bühne stehen UND eine Fernsehserie drehen will?

Volksmusik ist nur heile Welt

Das ist auch der Unterschied, so gerne der Vergleich auch gezogen wird, wie auch zwischen Country und Schlager. Im Country ist auch immer Platz für alles, was mies läuft im Leben. Ich kenne keinen Schlager, in dem die Sängerin klar macht, dass ihr Kerl sie keinesfalls betrunken vögeln darf, das soll er sich mal schön aus dem Kopf schlagen. Da war Country bereits vor 50 Jahren recht unverblümt:


Die Haare...

So was gab es mal mit dem progressiven Schlager in den 70ern, mit der jungen Juliane Werding und ihrem "Wenn du denkst du denkst" und den frühen Anti-Spießer-Songs von Udo Jürgens wie dem "Ehrenwerten Haus". Aber diese Richtung ist, glaube, ich, lange tot.


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 09.03.2013, 00:21                                  


So guck ich immer, wenn ich mich mal wieder beim Kochen geschnitten habe

Carrie

Klassischer Horrorfilm von Brian DePalma von 1976, mit Sissy Spacek in der Hauptrolle und John Travolta und der Chefsekretärin Grace aus "Ferris macht blau" in Nebenrollen. War der erste Stephen King-Roman, der verfilmt wurde, und ich hab das Buch nie gelesen, dabei kenne ich fast alle alten King-Bücher, da hatte ich mal eine extreme Phase.

Die 16jährige Carrie wird in der Schule gemobt und ihre Mutter ist eine komplett durchgeknallte religiöse Fanatikerin, das hilft natürlich auch nicht. Mit dem (recht späten) Eintreten der Menstruation entdeckt Carrie übersinnliche Fähigkeiten, sie kann Dinge sich bewegen lassen and shit. So ganz sauber tickt sie auch nicht mehr im Oberstübchen. Als der Abschlussball naht, die Prom, was immer das auch genau ist im amerikanischen Highschoolsystem, werden ihre Mitschülerinnen richtig garstig zu ihr und sie richtig böse. Das endet nicht gut, für alle nicht Echt schlimm


Fazit: Frauen während den Tagen sollte man nicht dumm kommen.

DER Klassiker des Menstruationsfilms, der hat das Genre quasi begründet. Sissy Spacek spielt die verrückte Nudel auch durchaus überzeugend, Horror stellt sich aber nicht so recht ein, wir sind da heute einfach zu abgebrüht. Solche Szenen gab es wahrscheinlich in etlichen Buffy-Folgen und schlimmere. Man muss das als Zeitdokument sehen. Das Publikum war noch leicht zu erschrecken, auf der anderen Seite gibt es bereits im Titelspann full frontal nudity, die goldenen 70er grins

Es geht also praktisch nur um Sex, schmutzige Körperfunktionen und die verlogene Moral der Mittelschicht. Der Film ist da auch gar nicht subtil, jede dramatische Szene wird rechtzeitig mit bedrohlicher Musik angekündigt und jede Gewalttat wird von den klassischen Psycho-Geigen (...iiiek, iiek, iiek...) begleitet. Das ist schon ziemlich cheesy.

Und dennoch ist der Film zurecht ein Klassiker: die Phase pubertärer Unsicherheit, peinlicher Körpergeschichten und lächerlicher sozialer Rituale wird sehr treffend eingefangen. It's Tanzstunden-Abschlussball all over again. Das ist das eigentlich Gruslige daran, nicht all das Kunstblut. Man ist wieder in der Oberstufe und die Mädchen sind bekloppt und die Jungs sind Trottel und Titten sind das Größte. Das alles nochmal multipliziert mit amerikanischem Frömmlertum, Prom-Queen-Fetischismus und Stephen Kings kranker Phantasie.


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Zuletzt bearbeitet von Nichtraucher am 09.03.2013, 09:23, insgesamt einmal bearbeitet
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Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 09.03.2013, 01:20                                  +/-

Nice. Ich hab den nie gesehen. Ich hab es einfach nicht so mit Horrorfilmen, das war nie mein Genre.


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„Scientists told them, it was a really bad idea. They didn‘t listen.“ – „That‘s going to be carved on humanity‘s gravestone.“
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