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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:07                                  +/-

Guy wird in diesem Thread gerade ziemlich viel Unrecht getan, finde ich.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:08                                  +/-

Ach, ich steh da drüber. Sich beschweren, dass sich die anderen ändern sollen, bringt nix. Hab ich in 38 Jahren inzwischen gelernt.


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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:17                                  +/-

Erinti

Es ist keine Reglementierung, es ist eine Sensibilisierung für existente Mißstände. So wie du dir das Recht nehmen möchtest zu schreiben, was du willst, möchte ich mir das Recht herausnehmen können, darauf zu reagieren.

Yes

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Erinti



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:18                                  

Das gesamte Problem an dieser Diskussion ist (woran ich Schuld habe, so there), daß ich auf einer anderen Ebene als Guy diskutiere, ist mir beim Nachlesen aufgefallen.

Mir geht es um das Gesamtbild, in dem Guy sich nur deswegen befindet, weil sein Post ein Trigger für mich war. Es geht nicht darum, daß du dich rechtfertigen sollst, das ist ja Quatsch, aber genau deswegen bügelst du gerade alles ab, was ich schreibe, weil du es auf dich beziehst. Auch wieder Quatsch, aber ich weiß auch nicht, wie ich es anders/besser formulierne soll.

1. Dieser Zustand existiert
2. sobald man nicht zur Kategorie Straight White Male gehört, hat man in vieler Hinsicht automatisch verloren
3. Dieser Zustand läßt sich leider nicht mal eben mit viel Spucke und Ärmelhochkrempeln ändern
4. Google mal Anita Sarkeesian

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:24                                  +/-

Oxford
Guy wird in diesem Thread gerade ziemlich viel Unrecht getan, finde ich.


Finde ich überhaupt nicht. Er ist nur leider in der unkomfortablen Situation wegen einer (aus seiner Sicht) „harmlosen Bemerkung“ ins Fadenkreuz geraten zu sein.

Ich stimme in allen wesentlichen Punkten Erinti zu. Und Guy, ich finde ein paar von deinen Punkten tatsächlich wenig durchdacht. Es kann mMn nicht sein, dass man Frauen in Online-Spielen, die ihr Geschlecht nicht preisgeben wollen, anlastet, dass diejenigen, die es dennoch tun, umso stärker belästigt werden.

Das ist durch die Hintertür die Bestätigung, dass Frauen online ständig belästigt werden, und insofern eigentlich auch ein argumentativer Knieschuss.

Ich würde auch vehement der folgenden Aussage widersprechen:

Zitat:
Letztendlich gibt es aber nicht nur diesen oder jenen Schuldigen. Sondern beide Seiten tragen einen Teil. Spieler die eine ungute Atmosphäre erzeugen, wie auch viele Frauen, die sich verstecken. Das eine geht nicht ohne das andere. Und um das Problem zu lösen, müssen beide Seiten etwas tun.


Ich sehe nicht einen einzigen triftigen Grund, weshalb sich Frauen dem stellen sollten. Sie haben da einfach keinen pädagogischen oder psychotherapeutischen Auftrag. Und man kann auch von niemandem verlangen sich als Blitzableiter für andere Menschen bereitzustellen.

Gepostet am 17.09.2013, 15:26:

Ansonsten: THIS ->

Erinti
Das gesamte Problem an dieser Diskussion ist (woran ich Schuld habe, so there), daß ich auf einer anderen Ebene als Guy diskutiere, ist mir beim Nachlesen aufgefallen.

Mir geht es um das Gesamtbild, in dem Guy sich nur deswegen befindet, weil sein Post ein Trigger für mich war. Es geht nicht darum, daß du dich rechtfertigen sollst, das ist ja Quatsch, aber genau deswegen bügelst du gerade alles ab, was ich schreibe, weil du es auf dich beziehst. Auch wieder Quatsch, aber ich weiß auch nicht, wie ich es anders/besser formulierne soll.

1. Dieser Zustand existiert
2. sobald man nicht zur Kategorie Straight White Male gehört, hat man in vieler Hinsicht automatisch verloren
3. Dieser Zustand läßt sich leider nicht mal eben mit viel Spucke und Ärmelhochkrempeln ändern
4. Google mal Anita Sarkeesian


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:27                                  +/-

Ich kenne Anita Sarkeesian, kann damit aber wenig anfangen, weil es mir zu einseitig ist. Sie beleuchtet die einseitige Darstellung der Frau in Videospielen? Toll. Und was ist mit der einseitigen Darstellung der Männer in Videospielen? Sind wir alle Muskelbepackte Superhelden? Aber ist wohl nicht ihr Thema. Sie ist ja kein Mann.

Um es mal klar zu sagen, ich halte von Feminismus nichts, weil er IMO zu stark auf das weibliche zentriert ist - Meiner Meinung nach sollte es generell um den Menschen gehen. Männlich, weiblich, schwarz, weiß, braun, gelb. Egal.
Der individuelle Mensch ist für mich das Thema, keine Einzelgruppe.

Gepostet am 17.09.2013, 15:31:

Thanil
Ich sehe nicht einen einzigen triftigen Grund, weshalb sich Frauen dem stellen sollten. Sie haben da einfach keinen pädagogischen oder psychotherapeutischen Auftrag. Und man kann auch von niemandem verlangen sich als Blitzableiter für andere Menschen bereitzustellen.

Wer glaubt, dass irgendwo nur eine Seite schuld hat, hat vom Leben nichts verstanden.
Sowas gibt es nicht. Niemals.

Schuld hört sich so negativ an, das sollte es nicht. Ich sag mal eher, trägt seinen Teil zur Situation bei.
Die Dynamik zwischen den Menschen mit vielfältigen Einflüssen aus alles Richtungen ist sehr viel größer, als dieses alles in eine Schuldzuweisung in eine Richtung zu packen.
Es ist einfach, aber letztlich nicht zweckdienlich, weil es das Problem nicht löst.
Frauen brauchen keinen psychotherapeutischen Auftrag, sie könnten das tun, weil sie glauben, dass die Gesamtsituation dann besser wird.

Und das was ich hier schreibe, ist sehr wohl durchdacht. Meine Lebensphilosophie ist eben eine andere als deine. Leb du deine, ich meine. Mir bringt eine einseitige Sichtweise jedenfalls nichts.

Gepostet am 17.09.2013, 15:36:

Thanil
Das ist durch die Hintertür die Bestätigung, dass Frauen online ständig belästigt werden, und insofern eigentlich auch ein argumentativer Knieschuss.

What?
Erinti hat gesagt, dass sich viele Frauen verstecken, nicht ich.

Ich habe gesagt, wenn sie das tun, könnte das auch zu der Situation beitragen.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:43                                  +/-

Das habe ich wohl verstanden, aber was willst du denn damit aussagen?

Es geht doch im Kern um die Frage, wer sich idealerweise wie verhalten soll. Da würde ich sagen: „Männer sollen in einem Online-Spiel Frauen ungeachtet ihres Geschlechts als Spielpartner(in) behandeln.“ Sobald sie anfangen das Geschlecht zu thematisieren kann es halt kritisch werden. Es ist doch eine totale Verdrehung des Ursache-Wirkungsverhältnisses, wenn man der Frau sagt, dass sie ja einen Anteil an der Situation habe. Manche Frauen entziehen sich dieser Situation dadurch, dass sie ihren Mitspielern gar nicht offenbaren, dass sie weiblich sind. Warum verhalten sie sich damit kritisierenswert? Auch hier eine völlige Umkehrung des Ursache-Wirkungsverhältnisses.

Wenn ich mir in der Küche eine Tasse Kaffee hole und sie mir auf den Schreibtisch stelle, und dann kommt Triskel, die böse Hexe, und haut sie mit einem Hammer kaputt. Da wäre es doch wohl ziemlich unangemessen neutral anzumerken, dass ich ja wohl einen Anteil an der Situation hätte. Es geht um Fehlverhalten. Es geht um „Schuld“. Es geht um Ursache und Wirkung. Natürlich, auf einer total abstrahierten Ebene kann man alles relativieren. Ich muss ja keinen Kaffee trinken, dann wäre Triskel vielleicht nie auf die Idee gekommen die Tasse mit dem Hammer zu zertrümmern. Ganz schön gemein von mir, sie dermaßen zu provozieren! Und was ist eigentlich mit dem Erfinder des Kaffees? Und der Kaffeetasse? Und des Hammers? Die sind auch nicht gerade unschuldig. Am besten wäre das Universum nie entstanden zwinkern


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:48                                  +/-

In der Männerdomäne des Progressive Rock werden die wenigen Frauen "in der Szene" jedenfalls vergöttert (Aelanum, etc). Ich zitiere aus "Progressive Rock – Musik, Geschichte und die deutsche Szene" von Markus Wierschem (heiße Empfehlung an Oxford):

Stephanie Pohlmann
Wie man in der [progrock-dt]-Liste merken konnte, wird man als neues weibliches Szene-Mitglied „auf Händen getragen“ und „auf Rosen gebettet“. Mir kam es vor, als würde der eigene Musikgeschmack noch eher „bewundert“ und respektiert als bei männlichen Neuankömmlingen. Hat sich der Begeisterungssturm gelegt, werden Frauen nach meiner Empfindung als Gesprächspartner ebenso ernst genommen wie Männer. Man wird für seine Meinung nicht belächelt, wie in anderen „Männerdomänen“ üblich.


Ist natürlich nur eine Einzelaussage.

Laut der von Thanil verlinkten Studie handelt es sich dabei im Kern ja um den "benevolenten" Sexismus, der aufgrund seiner Natur als Sexismus natürlich ebenfalls strikt abzulehnen ist. Yes


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 15:53                                  +/-

Genau so ist es Yes


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Triskel
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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 16:08                                  

Thanil
Wenn ich mir in der Küche eine Tasse Kaffee hole und sie mir auf den Schreibtisch stelle, und dann kommt Triskel, die böse Hexe, und haut sie mit einem Hammer kaputt.


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 16:11                                  +/-

grins


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 16:13                                  +/-

hähö Spitze

@thanil
Nein. So einfach geht es nicht.
Deine Tasse auf dem Schreibtisch und Triskel haut sie kaputt ist ein einfaches Beispiel, mit klarem Anfang und Ende. Scheinbar.
Aber vielleicht hast du sie 30 Minuten vorher beleidigt? Wer hat jetzt Schuld? Wo liegt der Anfang? Bis zum Universum muß man da nicht gehen, aber IMO sollte man schon die relevanten Komponenten mit einbeziehen.

So ist es doch auch bei den Spielen. Deshalb will ich auch nicht schreiben - Schuld - weil es immer impliziert, dass man etwas falsch macht. Was ja bei Frauen, die sich online nicht zeigen, so nicht der Fall ist.

Es ist doch eine totale Verdrehung des Ursache-Wirkungsverhältnisses, wenn man der Frau sagt, dass sie ja einen Anteil an der Situation habe. Manche Frauen entziehen sich dieser Situation dadurch, dass sie ihren Mitspielern gar nicht offenbaren, dass sie weiblich sind. Warum verhalten sie sich damit kritisierenswert? Auch hier eine völlige Umkehrung des Ursache-Wirkungsverhältnisses.


Stop! Was Ursache und Wirkung ist, kennst du gar nicht. Ja, Frauen bleiben weg, weil Männer scheinbar pöbeln. Aber beides greift ineinander. Wenn nur ein Bruchteil der Frauen online erkennbar ist, konzentriert sich alles auf diese wenigen. Was die Situation jedenfalls für diese deutlich verstärkt. Die Berichten dann auch drüber und bestätigen die Frauen, die sich nicht zeigen, wie schlimm alles ist. Dadurch bleiben mehr Frauen weg usw..., vielleicht auch schon präventiv.
Wenn aber deutlich mehr Frauen online sind - also eine gesunde Mischung 50/50, hat man ein Verhältnis wie meist im Leben. Die Pöbeleien sind noch da, verteilen sich aber sehr viel stärker und entspannen die Situation.
Bei einer großen Gruppe Männer mit nur wenigen Frauen konzentriert sich auch alles auf diese wenigen Frauen. (Bei einer großen Gruppe Frauen mit wenigen Männern übrigens umgekehrt auch - ich war Zivi ) Die sexuelle Anziehung ist eben da. Die kann man nicht einfach wegdiskutieren. So ist es nunmal. Wir sind Menschen mit zwei Geschlechtern.
Und ob das Beispiel Progrock so gut ist, weiß ich auch nicht... Sex, Drugs, Rock'n'Roll.

Natürlich ist das nur ein Punkt, der aber IMO zur Gesamtsituation beiträgt. Aber nochmal, ich will es nicht so verstanden wissen, dass die Frauen, die sich verstecken, Schuld an der Situation sind.

Das bringt mich dazu: „Männer sollen in einem Online-Spiel Frauen ungeachtet ihres Geschlechts als Spielpartner(in) behandeln.“
Schön gesagt, wird aber nicht passieren. Case closed.
Egal wie viel man sagt, der Sex bzw. die Sexualität wird immer dazwischen stehen. Nicht immer und überall natürlich. Aber wäre der Sexualtrieb nicht so stark, gäbe es die Menschheit schon lange nicht mehr. Man kann den Sex also nicht ausräumen... höchstens den Leuten beibringen sensibler zu sein.
Aber wo ist die Grenze? Da kann dann schon ein harmloser und nett gemeinter Flirt als Belästigung empfunden werden. Kann er auch sein - es kann aber auch für beide eine wunderbare Situation sein.
Weiß ich das vorher? Am besten gar nicht flirten?

Das betrifft übrigens auch Männer... ein bekannter ist Schwul und sieht die männlichen Mitspieler auch nicht als wertneutrale Mitspieler sondern durchaus als sexuelle Wesen. Und eine Freundin die intensiv online spielt, ebenso.

Wenn ich ehrlich bin, will ich von einer Frau gar nicht immer objektiv nüchtern als Spielpartner gesehen werden, sondern durchaus auch als Mann.
Das Leben wäre ohne Spannung und Flirts doch auch verdammt fad.


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 18:31                                  

Das Problem ist, daß du eine Utopie beschreibst, ungefähr analog dazu, daß Afroamerikaner sich doch nicht so aufregen sollen, daß sie ständig unter Generalverdacht stehen, sondern sie sollen mehr für die Gesellschaft tun, weniger den Klischees entsprechen und dann gibt sich das schon.
Oder: Es sollen doch einfach mehr Frauen in die Führungsetagen, dann wird das schon mit der Gleichberechtigung, der gleichen Bezahlung, etc.

Fakt ist, daß zwischen Männern und Frauen eine Machtdynamik zu Ungunsten der Frauen besteht, die sich durch alle Bereiche des Lebens zieht und die man nicht mit einem Fingerschnippen abschalten kann.
Fakt ist, daß offensichtlich die Personen, die die Macht dazu hätten, etwas zu ändern, daran kein Interesse haben und ja, dann kann ich mir den Mund fusslig reden, da passiert nichts.

Zitat:
Ich kenne Anita Sarkeesian, kann damit aber wenig anfangen, weil es mir zu einseitig ist. Sie beleuchtet die einseitige Darstellung der Frau in Videospielen? Toll. Und was ist mit der einseitigen Darstellung der Männer in Videospielen? Sind wir alle Muskelbepackte Superhelden? Aber ist wohl nicht ihr Thema. Sie ist ja kein Mann.

Mir ging es (was ich hätte dazuschreiben sollen) darum, wie mit ihrer Kritik umgegangen wurde, wie mit einer Frau umgegangen wird, die es wagt, gewisse Mechaniken in der Spieleindustrie zu kritisieren und das auf eine extremst professionelle Art und Weise.
Btw, vielleicht bin ich auch nur ignorant, aber ich habe noch nicht davon gehört, daß es eine mit verbaler und tatsächlicher Gewalt unterdrückte Gruppe von Antimuskelmännern gibt. Das Anita Sarkeesian zum Vorwurf zu machen, daß sie sich auf ein Thema konzentriert, das sie und viele andere betrifft und das wissentlich als unangenehm verdrängt und mit aller Gewalt niedergedrückt wird...ws?

Beispiel abseits von Spielen, in der SciFi/Fantasy-Abteing: Autorinnen müssen sich unter Pseudonymen verstecken, um ernstgenommen zu werden, Autorinnen, die kritische Beiträge schreiben (auch allgemein, nicht nur speziell im Bezug auf Seximus), werden auf die unfaßbarsten Arten und Weisen beschimpft (das macht nicht einmal vor jemandem wie Ursula LeGuin Halt), während Autoren sich genau diese kritischen Beiträge erlauben können. Deswegen wäre ich auch Fan von John Scalzi, wenn ich alle seine Bücher scheiße finden würde, weil er seine Machtposition als erfolgreicher, weißer, männlicher Autor dazu nutzt, um genau diese Sachen aufzuzeigen und anderen ins Gesicht zu schmeißen. Unter anderem die Tatsache, daß er für viele, die sich auf dem Status Quo ausruhen wollen, zwar ein sehr, sehr unangenehmer Zeitgenosse ist, sich aber bisher weder mit Vergewaltigungsandrohungen, noch Mordrohungen, etc auseinandersetzen mußte, sondern gehört wird. ALLE weiblichen Autoren, die ich zu meinen Lieblingen zähle und die sich im Internet herumtreiben, mußten sich ab irgendeinem Punkt damit befassen.

Das alles ist ein dermaßener Clusterfuck aus Dynamiken, Privilegien und Argh!, daß ich eigentlich an dieser Stelle einfach schreiend im Kreis rennen könnte.

Und dann kommt hinzu, daß ich als straight white female immer noch im Vergleich zu anderen so unendlich priviligiert bin, daß mir glatt das Kotzen kommen könnte.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 18:43                                  +/-

Thanil
Der Unterschied liegt aber woanders, nicht beim Anteil des Sexuellen, sondern bei der Art der Betrachtung der Frau – eben als Objekt zwinkern


Er ist nur leider in der unkomfortablen Situation wegen einer (aus seiner Sicht) „harmlosen Bemerkung“ ins Fadenkreuz geraten zu sein.


Studien sind nicht der Weisheit letzter Schluss.
Guys Äußerung ist keine harmlose Bemerkung in Anführungszeichen, sondern eine harmlose Bemerkung.
Wenn ich Kristen Bell in ihrer Rolle als "Veronika Mars" sexy finde, dann wegen des Zusammenspiels aus flotten Dialoge aus ihrem Munde, der intelligenten Rolle, die sie ausfüllt und natürlich ihrem guten Aussehen. Das ist sexy und nicht nur in meinen Augen sogar die Definition von sexy und hat so ziemlich gar nichts mit Objektivierung zu tun.
In den rest der Diskussion will ich mich nicht groß einklinken, ich fand es lediglich von Erinti etwas eigentümlich, ihre nachvollziehbare Sichtweise nun ausgerechnet an Guys Bemerkung aufzuhängen, das hat sie aber ja kurz darauf wieder relativiert.
Unbewusster Sexismus ist eine ernsthafte Sache, die man nicht wegwischen kann. Den Anlass in dieser Diskussion und Thanils Einordnung von eben Guys Bemerkung wollte ich aber kommentiert haben.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 18:50                                  +/-

Wo darf ich Euses Beitrag unterschreiben?


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 18:51                                  +/-

Es wäre in dem Fall egal gewesen, wer die Bemerkung gemacht hätte und ja, es ist doof, daß es Guy erwischt hat. Ich hatte auch noch überlegt, ob ich wirklich was schreibe, aber..genau das spiegelt sich ja in der Diskussion wieder, wenn ich nichts sage, dann weiß niemand, warum/daß ich mit so einer Bemerkung ein Problem habe und natürlich könnte jetzt jeder sagen, daß das auch uninteressant ist, daß ich dieses Problem habe...aber dann beißt sich die Katze sofort in den Schwanz, wenn man das mal in größeren Relationen denkt.

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 18:58                                  +/-

@Erinti
Ich beschreibe keine Utopie, sondern ein konkretes Beispiel bezüglich Online-Spielen. Um die es auch anfangs nicht ging, sondern lediglich um YT-Videos.
Aber warum auch über eine eventuelle Teillösungsmöglichkeit nachdenken, die nicht anderen die Schuld gibt. Never. (War auch schon bei der Diskussion um Brüderle so... man kann sich den Mund fusslig reden, aber wenn man darauf hinweist, dass man auch selbst etwas tun kann, ist man natürlich sofort der Arsch.)
Kritik an Autorinnen war bisher nie das Thema. Und jetzt kommst du und sagst, hier funktioniert das aber nicht... mag sein, aber wie gesagt, war bisher nicht Thema. Wie soll ich auf etwas antworten, wenn das Thema von X nach Y nach Z wechselt.

Und wo ist jetzt die Utopie bzw der Vorwurf, wenn ich sage, was Anita Sarkeesian anprangert, geht mir nicht weit genug, weil es rein auf Frauen zentriert ist und alle anderen benachteiligten Gruppen außer acht lässt? > Und das als weißer Mann, der diese Probleme nicht hat.
Soll ich mal andersrum kritisieren? Warum kümmert ihr Frauen euch immer nur um die Belange der Frauen? Könnt ihr nicht mal etwas weiter denken, schließlich gibt es Randgruppen, denen geht es noch viel schlechter?
Was ist so verkehrt daran, ALLEN ein möglichst gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen? Ganz schön egoistisch von euch. Ja, es geht auch anders.

Mir geht es echt auf den Senkel, dass immer nur angenommen wird, Frauen werden benachteiligt. Jeder kämpft jeden Tag darum, nicht übergangen oder übervorteilt zu werden. Frauen und auch Männer. Die Starken versuchen sich immer mehr vom Kuchen abzuschneiden, wer nicht aufpasst, bleibt auf der Strecke.
Aber gut, wenn man nicht gleich sofort in den Tenor einstimmt, dass alleinig Frauen so arm dran sind, ist man eben der Depp. Dann bin ichs eben. Was solls. Mir ist es egal. Oder soll ich anfangen zu jammern, kann ich auch machen. Ändert sich deshalb was? Nein.

Aber schon toll, dass wir jetzt innerhalb eines Tags von der Tatsache, dass ich die beiden Mädels aus dem YT-Film süß finde, bei Morddrohungen gegen Autorinnen sind.


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Zuletzt bearbeitet von GuyIncognito am 17.09.2013, 19:00, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Triskel
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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 19:00                                  +/-

Das hört sich jetzt für mich so an, als könnte eine Äußerung von Guy niemals sexistisch sein?

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 19:01                                  +/-

Triskel
Das hört sich jetzt für mich so an, als könnte eine Äußerung von Guy niemals sexistisch sein?

Können sie auch nicht. NIEMALS! Ich gebe mein Eherenwort!!! hähö


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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 19:08                                  +/-

@Guy
Erinti will mit ihren Beispielen den momentanen Zustand darstellen. Auslöser war dein Kommentar, aber der Zustand/die Situation geht eben viel weiter und ist viel größer und das versucht sie zu erläutern. Das geht eben bis hin zu Morddrohungen, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts bekommen.

Da man nicht alle Missständer dieser Welt zugleich ansprechen kann, sollte eigentlich klar sein. In dieser Diskussion geht es um Sexismus, in anderen um Homophobie. Der Hinweis, anderen geht es noch schlechter führt eigentlich nie weiter.

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 19:16                                  +/-

Triskel
Das geht eben bis hin zu Morddrohungen, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts bekommen.

Was ich dabei gerne genau wissen würde ist, wer bekommt Morddrohungen für welche Kommentare/Bücher und vor allem von wem. Warum ist das Problem im Internet so groß? Oder fällt es nur stark auf, weil viele unterschiedliche Menschen geballt schreiben können?


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 19:19                                  +/-

Euseppus
Thanil
Der Unterschied liegt aber woanders, nicht beim Anteil des Sexuellen, sondern bei der Art der Betrachtung der Frau – eben als Objekt zwinkern


Er ist nur leider in der unkomfortablen Situation wegen einer (aus seiner Sicht) „harmlosen Bemerkung“ ins Fadenkreuz geraten zu sein.


Studien sind nicht der Weisheit letzter Schluss.
Guys Äußerung ist keine harmlose Bemerkung in Anführungszeichen, sondern eine harmlose Bemerkung.


Ich habe das in Anführungszeichen gesetzt, weil echte (verbale) sexuelle Übergriffe regelmäßig mit dem Begriff »harmlose Bemerkung« heruntergespielt werden. Wie ich bereits viel früher schrobte beziehe ich mich überhaupt nicht auf Guy und seine unsäglichen sexistischen Entgleisungen. Zunge


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