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Feminismus und Sexismus
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DMolloy



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 15:57                                  +/-

Oxford
Das assoziiert aber, dass da jemand ist, der bewusst und aktiv hinter dieser Gehirnwäsche steckt. Und je länger man hier liest kommt unweigerlich zum Schluss, dass ihr nur einen meinen könnt: "den Mann".


Das kommt bei Männern leider häufig so an, und vermutlich ist das dann einer der Gründe für die Hitzigkeit solcher Diskussionen. Man darf jene schuldzuschiebende Denkweise einzelnen(!) Feministinnen gerne unterstellen. Da gibt es z.B. aus den Siebzigern unschöne Beispiele.
Genderstereotypen werden aber wie erwähnt von allen Menschen gedankenlos verbreitet. Rosa Glitzerzeug mit Prinzessinen und Einhörnern wird auch sehr gerne von Frauen verschenkt, die dahingehend eigentlich stärker sensibilisiert sein sollten.

Es gibt keinen konkret benennbaren "Verantwortlichen". Das steckt in der Gesellschaft drin, und man kann ein Kind spätestens ab dem Kindergarten nicht mehr ohne diesen Einfluss erziehen. Und jeder, der behauptet, dass das rosa Barbie-Lego, mit dem man nichts selbst entwerfen kann oder der rosa-glitzernde Magie-Experimentierkasten nichts für Jungen ist, trägt seinen Teil dazu bei, dass eine (ebenfalls!) leistungsfähige, aber nun "eingefärbte" Hälfte der Gesellschaft entweder von der anderen mit dergleichen assoziiert und nicht ernstgenommen wird oder mangels Wissenschaftsverständnis in esoterisch-magisches Denken abdriftet (als Beispiele für Auswirkungen).

Vielleicht noch ein Zitat aus diesem ein Artikel - übrigens von einem Vater - zur Lillifee-Phase seiner Tochter:
Zitat:
Nichts Schlimmeres als diese Eltern, die sagen, ihr Kind habe ja mittlerweile auch eingesehen, wie scheußlich Rosa ist, gell, Melanie? Und Melanie steht bedröppelt daneben und nickt mit dem Kopf. Man würde dann als Eltern denselben Fehler machen wie die Feministinnen der 1970er Jahre: Die US-Professorin Jo Paoletti ­behauptet in ihrem Buch „Pink and Blue – Telling the Boys from the Girls“, Rosa sei erst durch die Emanzipationsbewegung eindeutig weiblich besetzt worden. Gerade durch das vehemente Schimpfen auf alle Pinktöne hätte auch der Letzte die geschlechtliche Zuordnung verinnerlicht. Vielleicht lässt man die rosa Periode also einfach über sich hinwegziehen und hofft darauf, dass sie sich im Laufe der Zeit schon auswachsen wird.

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Olmops



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 16:05                                  +/-

Oxford

Eure Argumentation ist nun: die meisten Frauen bleiben in ihren "Rollen", weil sie brainwashed sind. Das assoziiert aber, dass da jemand ist, der bewusst und aktiv hinter dieser Gehirnwäsche steckt. Und je länger man hier liest, desto unweigerlicher kommt man zum Schluss, dass ihr nur einen meinen könnt: "den Mann".


Männer sind genauso brainwashed. Das Problem liegt vielmehr darin, dass die Frauen behaupten, die Männer hätten das "bessere" Rollenklischee eingehämmert gekriegt.
Aber vielleicht ist diese Wahrnehmung ja auch nur antrainiert (vgl. "herrlich" vs. "dämlich"). Man weiß es nicht. *chr chr*


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 16:24                                  +/-

Olmops
Aber vielleicht ist diese Wahrnehmung ja auch nur antrainiert (vgl. "herrlich" vs. "dämlich"). Man weiß es nicht. *chr chr*


Das Beispiel wird ja manchmal vorgebracht, aber die Wortherkunft von „dämlich“ hat wohl nix mit der „Dame“ zu tun.

Siehe…
http://de.wiktionary.org/wiki/d%C3%A4mlich
http://www.gutefrage.net/frage/herrlich-und-daemlich

Zitat:
Dem ersten Anschein nach kommt zwar bei den Adjektiven „dämlich“ und „herrlich“ eine ausdrückliche Suffixderivation (Ableitung mit angehängter Endung zur Wortbildung) von den Substantiven „Dame“ und „Herr“ in Betracht (-lich als Suffix zur Adjektivierung). Dann wäre eine Bedeutungsverschiebung mit einhergehender Abwertung bzw. Aufwertung eingetreten. Dies ist aber nicht die wirkliche Herkunft.

Das Adjektiv „dämlich“ (seit dem 18. Jahrhundert nachgewiesen) gehört zu dem Verb „dämeln“ (bzw. „dammeln“ oder weitere Varianten; in regionaler Sprache häufig, aber literarisch kaum bezeugt). Es heißt „sich kindisch benehmen“, „verwirrt sein". In der Bedeutung (semantisch) gibt es Ähnlichkeit mit „taumeln“. Formal liegt der Ursprung wahrscheinlich im Verb „dämmern“. Vielleicht ist die Bedeutung des Halblichts bei einer Dämmerung auf beschränkte geistige Leistungen von Personen übertragen worden. Jemand tappt geistig im Dunkeln. Die Ausgangsbedeutung des Adjektivs „dämlich“ ist etwa „nicht ganz helle“, „taumelig“. Es ist eher ein Schimpfwort wie auch „Däm(e)lack“ (aus der gleichen Grundlage).

Das Substantiv „Dame“ (seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen) ist eine Entlehnung von italienisch „dama“, spanisch „dama“ und französisch „dame“, die alle auf das lateinische „domina“ (Herrin, Hausherrin) zurückgehen.


Ui!


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 16:32                                  +/-

Du willst mir sagen, die ganze Genderdebatte basiert auf einer Begriffsverwechslung von vor 300 Jahren, durch die wir falsch sozialisiert worden sind? o_O


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 16:36                                  +/-

Da die gesamte Gender-Debatte seit 100 Jahren ausschließlich auf dem Verständnis des Wortpaars „Dame - dämlich“ beruht – JA!


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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 18:00                                  +/-

Ich wünsche mir, dass das Geschlecht keinen Einfluss darauf hat, ob man Technisches oder Haushältliches geschenkt bekommt, weil ich glaube, dass das nicht folgenlos ist. Bist du bis hierher noch with me?


Jein. Einerseits weiß ich was du meinst und sehe das durchaus auch so. Ich frage mich allerdings, wie Du diesen Wunsch zu ändern gedenkst. Also ganz praktisch. Denkt man das zu Ende, landet man nicht in einer Planwirtschaft, aber in einer "Plangesellschaft", wo komplette Gleichmacherei herrscht. Mir ist aber schon klar, dass Du das nicht so meinst.

Ich finde es okay, wenn Mädchen gerne mit Puppen spielen. Und ich finde, das sollte ihnen nicht verboten werden. Schon gar nicht mit der Argumentation: "Eigentlich willst Du gar nicht mit Puppen spielen, du weisst es nur nicht. Du wurdest von unserer Gesellschaft hirngewaschen. Sorry!". Ich finde, Mädchen sollen pink mögen dürfen.

Wichtiger ist: auch Jungen sollen pink mögen dürfen. Und Mädchen sollen Fußball und Autos mögen dürfen. Das ist imho das Entscheidende. Und da sind wir glaub ich eh auf derselben Wellenlänge. Solange man Geschwister des anderen Geschlechts hat, hat man ja kein Problem, da man so die Gelegenheit hat, mit deren Sachen zu spielen. Und heutzutage gilt Fußball ja längst nicht mehr als reine Männerdomäne. Man muss es den Kindern eben ermöglichen, das zu tun, was sie wollen (und sie natürlich auch ermuntern). Wenn sie dann dennoch ein (ich sag mal) rollengerechtes Hobby ausüben wollen, dann ist es eben so... dann ist das aber auch okay, finde ich.

Gepostet am 17.04.2014, 18:06:

Olmops

Männer sind genauso brainwashed. Das Problem liegt vielmehr darin, dass die Frauen behaupten, die Männer hätten das "bessere" Rollenklischee eingehämmert gekriegt.


Seit ich im Hedwig-Musical war, bin ich wieder viel mehr in touch mit meiner femininen Seite. Ein pinkes Poloshirt würde ich trotzdem nicht tragen, aber nicht weil das weiblich oder "schwul" besetzt ist, sondern weil es mittlerweile ja eher prollig besetzt ist (BMW-Cabriofahrer mit Sonnenbankbräune und Goldkettchen).

Gepostet am 17.04.2014, 18:07:

Olmops
Du willst mir sagen, die ganze Genderdebatte basiert auf einer Begriffsverwechslung von vor 300 Jahren, durch die wir falsch sozialisiert worden sind? o_O


Wenn ich mir die hiesigen Feministen-Postings so durchlese, finde ich den Begriff "Domina" zumindest nicht völlig absurd Gewalt ist keine Lösung


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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 18:12                                  

kpm hat eigentlich schon sehr gut erläutert, wieso ich Loths Ärger nachvollziehen kann.

Und zwar eben nicht, weil ich finde, dass rosa eine blöde Farbe ist, sondern weil sie natürlich nicht willkürlich gewählt ist, sondern die Annahme dahinter steht, dass Rosa eine "Mädchenfarbe" ist und Blau eine "Jungsfarbe". Den zwei Geschlechtern (mehr gibt's ja nicht…) je eine Farbe zuordnen zu wollen ist an sich ja schon ein ziemlich bescheuertes Konstrukt, aber wie von kpm und Olmops schon ausgeführt geht es eben nicht nur darum, dass das doof ist, weil manchen Mädchen rosa vielleicht gar nicht gefällt. Sondern dass rosa und pink für ein soziales Konzept stehen, wie Mädchen zu sein haben/was ihnen zu gefallen hat (und gleichzeitig, was Jungs nicht zu gefallen hat). Mädchen wird also von klein auf beigebracht, sich mit rosa zu identifizieren (rosa Strampler, rosa Kinderzimmer, rosa Spielzeug, etc). Dementsprechend dann eben auch die Spielzeug- und Klamottengestaltung in rosa. Mit den entsprechenden Kätzchen-, Prinzessinnen-, Feen-Gestaltungen. Wobei ich den Farbdualismus auch dann falsch fände, wenn auf dem pinken Hemdchen dann ein Pirat/in drauf wäre o.ä., aber immerhin wäre das Fokus dann nicht mehr darauf, dass Mädchen süß und hübsch zu sein haben.

Hier dann zu argumentieren, dass Mädchen nun mal pink/rosa mögen würden und die Anbieter sich nur an den existierenden Vorlieben orientieren würden, ist einfach falsch. Hat lila ja bereits versucht klarzumachen und Olmops etwas diplomatischer ebenfalls. Mädchen tendieren zu pink, weil ihnen unsere Kultur das eben eintrichtert. Dass die Wirtschaft das nur zu gerne annimmt und unterstützt, weil man dann die Möglichkeit hat ein pinkes und ein "normales" Legoset abzusetzen für die Schwester und den Bruder anstatt nur eins für Kinder, klaromat. Umgekehrt wird das Problem übrigens viel deutlicher, finde ich. Wenn Mädchen, mit Autos oder was allgemeinhin als "Jungsspielzeug" gilt, spielen oder Klamotten in blau anhaben, wird das meistens akzeptiert. Eventuell vielleicht kommentiert, aber doch meistens als "in Ordnung" angesehen. Jungs, die mit Puppen spielen, pink als Lieblingsfarbe haben, Fingernägel lackieren oder ein Kleid anziehen wollen, haben es da viel schwerer. Wie kommt das? Ich würde mal davon ausgehen, dass das, was die Gesellschaft als "weiblich" definiert auch als schwächer und weniger erstrebenswert angesehen wird. Jungs lernen jedenfalls relativ schnell, dass pink "schwul"* und/oder mädchenhaft ist und nicht ihre Lieblingsfarbe zu sein hat. Das ist doch scheiße. Ich will nicht, dass mein Kind sich mit bestimmten Spielwaren identifiziert, weil die Gesellschaft ihm vorgibt, was "weiblich" und was "männlich" ist. Die Frage ist doch, warum Kinder die Entscheidungen, die sie bezüglich ihrer Interessen treffen, treffen und ob die anders aussähen, wenn man sie nicht über ihr Geschlecht definieren würde.


Und klar, hat man da als Eltern einen Einfluss drauf. Aber unterschätzt doch mal das soziale Umfeld wie Kindergarten u.ä. nicht.
Solche Kommentare:
Zitat:
Oder sich dafür entscheiden, es selbst anders zu machen, anstatt mal wieder jemand anderen zu beschuldigen ein Klo, böse böse pink zu streichen.
finde ich dementsprechend auch zu kurz gesprungen. Ich versuche durchaus, das anders zu machen. Aber für mich gehört eben auch dazu, sich öffentlich über rosa/blaue Klos zu beschweren, um auch bei anderen ein Bewusstsein für das Problem zu schaffen. Ich glaube nämlich nicht, dass hier eine böse männliche Macht am Werke ist, um die Frauen zu unterdrücken. Ich glaube eher, dass unsere Gesellschaft verkrustete Strukturen hat und viele Leute sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, dass Vorlieben nicht angeboren sind/sein müssen oder vom Himmel fallen und dass Stereotype und Rollenbilder schädlich sein können.


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Zuletzt bearbeitet von Thuringwethil am 17.04.2014, 18:16, insgesamt einmal bearbeitet
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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 18:13                                  +/-

@Oxford: Ich glaube, so formuliert würde ich dir gar nicht mal wirklich widersprechen wollen. Ich glaube niemand will, dass kein Mädchen mehr mit Puppen spielt oder sich je als Prinzessin verkleidet. Das Problem ist eher, dass heutzutage zu einem wirklich enorm großen Teil nach Rollenklischees getrennt vermarktet wird, und diese Rollenbilder in der Werbung und im Spielwarengeschäft sehr trennscharf in pink und nicht-pink getrennt werden. In der Realität ist es natürlich zum Glück so, dass Kinder Spielzeug tauschen und auch Mädchen spielen mit dem Playmobilfort (hoffentlich). Aber die Vermarktung schränkt da schon stark, und ich hab auch aufgehört mit Puppen und so zu spielen, als ich alt genug wurde um zu merken, dass das für Jungs uncool ist.

Das Idealbild wäre dann eine Gesellschaft, die jedem Kind vorlebt, dass es mit Puppen spielen kann, wenn es mit Puppen spielen will, oder Fußball, wenn es Fußball spielen will, möglichst unabhängig vom Geschlecht. Das erschreckende ist ja, dass es hier auf vielen Gebieten eher Rück- als Fortschritte gibt. Mein Grundstock an Lego und Playmobil habe ich von meiner Mutter vermacht bekommen, heute trennt auch Lego seine Produktpalette sorgsam in "cooles" Actionzeug für Jungen und pinke Cupcake-Bäckerein für Mädchen. Dabei ist Lego awesome und jedes Kind sollte kreativ damit bauen, was mit dem Mädchenlego aber tatsächlich nicht geht.

Die Quintessenz ist also Puppen und Lego für alle, damit jeder machen kann, was er/sie will.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 18:16                                  +/-

Oxi, deine Argumentation in allen Ehren (und über weite Teile stimme ich ja zu), aber sie geht irgendwie am Punkt vorbei. Ich würde ja gar nix einwenden, wenn es um die Badezimmer einzelner Mädchen ginge, die man fragt, in welcher Farbe sie es jeweils gestrichen haben wollen. Das ist Wahlfreiheit. Aber wenn eine Schulleitung sagt, dass die Mädchenklos in rosa gestrichen sein sollen, dann gibt es keine Freiheit, sondern einen Stempel: Du Mädchen = rosa.

Totally different story.


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lila



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 18:20                                  +/-

GuyIncognito
lila
Schätzelchen, mit dem Hinweis auf Sozialisationstheorien vertrete ich keine Ideologie, über Zusammenhänge kannst du dir sehr wohl selbst Gedanken machen. Ist aber leider etwas anstrengender, als einfach gleich Jehova, Jehova, Jehova zu schreien.

Gut ausgewähltes Beispiel:
Ich hab Jehova geschrien... du bist diejenige, die steinigt, weil eine Ideologie verletzt wurde.


Merkst du eigentlich noch, was du schreibst? Ich habe hier rein gar nichts gemacht, außer etwas zu verlinken, das für solche Diskussionen als Grundlage zu bedenken ist. Dass du dich damit angegriffen fühlst, ist leider ganz allein deine Interpretation.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 18:31                                  +/-

Thanil
Oxi, deine Argumentation in allen Ehren (und über weite Teile stimme ich ja zu), aber sie geht irgendwie am Punkt vorbei. Ich würde ja gar nix einwenden, wenn es um die Badezimmer einzelner Mädchen ginge, die man fragt, in welcher Farbe sie es jeweils gestrichen haben wollen. Das ist Wahlfreiheit. Aber wenn eine Schulleitung sagt, dass die Mädchenklos in rosa gestrichen sein sollen, dann gibt es keine Freiheit, sondern einen Stempel: Du Mädchen = rosa.

Totally different story.


Äh ja, aber bei dem Klo sind wir doch schon lange nicht mehr? ????? Ich sag ja nicht, dass ich das super finde und jetzt dafür plädiere, alle Mädchen-Klos pink zu streichen. Ich sage nur: jo... da streicht halt eine Schule ein Klo pink. Das ist jetzt nicht der Weltuntergang, der daraus hier gemacht wird. Hier klang das schon wieder so, als sei der Anti-Frauen-Agenda ein Meisterstück gelungen.

Gepostet am 17.04.2014, 18:33:

lila


Merkst du eigentlich noch, was du schreibst? Ich habe hier rein gar nichts gemacht, außer etwas zu verlinken, das für solche Diskussionen als Grundlage zu bedenken ist. Dass du dich damit angegriffen fühlst, ist leider ganz allein deine Interpretation.


Pfff, naja... so ein kommentarlos hingerotzer Link sagt schon: "Hier, informier dich erstmal, bevor du mitredest". Vor allem, wenn es ein Link zu sowas Allgemeinem ist und Du ganz genau weißt, dass Guy weiß was Sozialisation ist. Natürlich war das eine Beleidigung. Ein Fehdehandschuh geradezu.


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lila



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 18:37                                  +/-

Also nach dem, was Guy geschrieben hat, konnte ich nicht davon ausgehen, dass er weiß, was Sozialisation ist.

Gepostet am 17.04.2014, 18:39:

Und auch du interpretierst da jetzt lauter Kram rein, und irgendwelches whining über vermeintliche Beleidigungen ist von dir kommend ja gerade schon amüsant. hähö


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kpm



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 18:53                                  +/-

Oxford
Ich frage mich allerdings, wie Du diesen Wunsch zu ändern gedenkst. Also ganz praktisch.
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Wichtiger ist: auch Jungen sollen pink mögen dürfen. Und Mädchen sollen Fußball und Autos mögen dürfen. Das ist imho das Entscheidende. Und da sind wir glaub ich eh auf derselben Wellenlänge.

Glaube ich auch - man sollte eben versuchen, die eins-zu-eins-Zuordnung zu durchbrechen (siehe auch Gwethils und Eiranions Posts). Ich denke, unsere Meinungen unterscheiden sich hauptsächlich darin, was wir als Teil des Problemssehenist und was nicht. Ich sehe die pinken Klos schon als Anfang/Teil des Problems, weil Pink in die ganze Mädchen-Puppen-usw.-Sache verwickelt ist. Wenn ich dich richtig verstehe, findest du die Geschlecht-Farbe-Zuordnung in Ordnung, z.B., wenn sie für Identifizierung bei Dingen, die tatsächlich was mit physischen Geschlechterunterschieden zu tun hat (pinker Tennisball für Frauentennis). OK. Das Ü-Ei findest du nicht wichtig genug, um sich darüber aufzuregen; ich finde, da es nicht wirklich den einen großen Ansatzpunkt für das Problem gibt, sondern eine allgegenwärtige Masse an kleinen Anzeichen, muss man auch solche Kleinigkeiten aufzeigen und kritisieren (wie doll die Kritik sein muss ist natürlich eine andere Frage, vielleicht des Temperaments).

Und mir springt es schon häufig entgegen - ich weiß nicht, ob der Eindruck stimmt, aber ich würde vermuten, dass es auch öfter vorkommt, dass etwas als spezifisch-für-Mädchen deklariert wird als spezifisch-für-Jungs - siehe "normales" Lego vs. Mädchen-Lego und Ü-Ei vs. Mädchen-Ü-Ei. Wer sich nicht so permanent damit konfroniert sieht, könnte sich vielleicht vorstellen, dass man dauernd anhand eines Merkmals kategorisiert wird, für das man nichts kann und über das man nicht definiert werden will - z.B. dass es Lego für Menschen gäbe und dann extra Lego für Blondinen/Migrantenkinder/Glatzköpfige/... ;). Klar, ich kann mich auch für das normale Ü-Ei entscheiden, aber allein die Kategorisierung ist deprimierend, als Zeichen für vorherrschendes Denken.


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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 19:09                                  +/-

@kpm Yes Da kann ich mich voll und ganz anschließen. Und ich habe denselben Eindruck, was das "normale" Spielzeug angeht und dann das für Mädchen. Siehe Lego und Lego Friends oder eben die Ü-Eier, wobei die sich ja jetzt weiterentwickelt haben zu "Weltmeister" und "Spielerfrau".

Hier eine kleine Denkhilfe, welches Spielzeug für wen ist (wahrscheinlich schon bekannt, aber ich freu mich immer wieder drüber):



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Oxford
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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 19:27                                  +/-

Thuringwethil
Ü-Eier, wobei die sich ja jetzt weiterentwickelt haben zu "Weltmeister" und "Spielerfrau".


Das finde ich übrigens auch richtig heftig und ehrlich gesagt wundere ich mich, dass es da noch keinen medialen #aufschrei gab. Spielerfrau... das löst die schlimmsten Assoziationen aus und die ganz klare Aussage: Männer werden Weltmeister und haben ein Frauenanhängsel dabei, das "gut" aussieht. In diesem Fall finde ich jedwede Erregung sehr gerechtfertigt.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 20:04                                  +/-

Ich habe mir letztens mal Ü-Eier im Supermarkt angekuckt. Es gibt nicht nur Weltmeister/Spielerfrau, also keine Geschlechtertrennung mit Eier für Jungs und Eier für Mädchen wie ich auch zuerst dachte, sondern tatsächlich noch andere Aufdrucke wie, weiß nicht mehr, "La Ola Welle" und "Megafan" oder so. Der Aufdruck ist also nur Flavor-Text mit irgendwelchem Bezug zur Fußball-WM.


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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 20:05                                  +/-

Oioioi, da habe ich ja ganz schön was losgetreten. Geschockt


Ich zitiere mich zwecks näherer Erläuterung mal selbst:
Lothiriel
ARGH!!!!!!!!

Habe heute bei einem unserer aktuellen Projekte - einer Grundschule - mal im Farbkonzept rumgeblättert. Da sollen wirklich die Mädchentoiletten rosa gefliest werden und die von den Jungs blau.

Ich bin in arger Versuchung, den Kids eine Kiste mit Sprühfarben zu spendieren.


Keine Ahnung, ob es da eine Schulleiterin gibt oder einen Schulleiter, oder überhaupt wer da die Fliesen (und nicht die Wandfarbe) ausgesucht hat, ob Mann, ob Frau, egal. Darum ging es mir auch nicht. Und ich habe auch nicht (nur) rumgemotzt, daß die Mädels rosa bekommen, sondern daß je nach Geschlecht in rosa und in blau unterteilt wird. Mich nervt dieses Konzept der strikten Einteilung und des dahintersteckenden Konzepts, besonders wenn man es Kindern aufdrängt.

Und in meiner Wahrnehmung wird zunehmend stärker aufgeteilt, siehe Lego oder die Ü-Eier. Und es wird in Spielzeugläden auch nicht einfacher, Sachen zu finden, die kein Stofftier sind und nicht eindeutig für Mädchen oder für Jungs gekennzeichnet. Ich kenne auch die Klagen der Kollegen, die für ihre Töchter Klamotten suchen, die nicht Rosaglitzerrüschenblümchenwhateverkleidchen sind. Oder Kinderbücher, die nicht entweder in die Prinzessin-Lillifee-Schiene fallen oder Capt'n Sharky sind.

Warum muss man Kindern - bewußt oder unbewußt - so diese Rollenbilder und -klischees einimpfen? Wenn ein Mädchen privat unbedingt rosa will: Meinetwegen. Wenn ein Junge Pirat spielen will: Toll! Genauso sollten sie sich allerdings aussuchen können, ob der Junge nicht lieber eine Puppe will als ein Auto oder ob das Mädchen den Chemiebaukasten dem Spielzeugherd vorzieht. Ich zweifle aber, daß Kinder wirklich noch überlegen, was sie lieber wollen und das dann auch einfordern, wenn ihnen von klein auf eingetrichtert wird, was ihrem Geschlecht entspricht und was sie zu mögen haben und was im Umkehrschluß eben nicht für sie ist. Und da sehe ich rosa und blau geflieste Bereiche für Jungs und Mädels durchaus kritisch und hinterfragungswürdig.

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 23.04.2014, 21:44                                  +/-



Alter Mit den Augen rollen


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Triskel
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BeitragVerfasst am: 23.04.2014, 23:03                                  +/-

Ich empfehle diese anarchosyndikalistische Landkommune. Leider ohne WLAN und Waschmaschine.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 23.04.2014, 23:11                                  +/-

Alter, die Anzeige gibt es ja wirklich:

http://www.wg-gesucht.de/wg-zimmer-in-Berlin-gesucht.4409945.html

"Geld ist ein Hebel des Stärkeren, womit ich mich nicht identifizieren kann." Immerhin ist sie Nichtraucherin.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 23.04.2014, 23:16                                  +/-

Klingt so'n bißchen Morgi-mäßig. Mit dem Unterschied, dass Morgi gegen diese Trulla wieder der normale 0815 Mitbewohner von nebenan wirkt.

Gepostet am 23.04.2014, 23:19:

Totale Toleranz propagieren, dann aber vegan sein und kein Fleisch dulden, nur Frauen von 25-40, kein Geld dulden, Mitbewohner sollen auf Wunsch verschwinden... dazu "weltoffen" aber gleichzeitig "antikapitalistisch" (warum nicht, wenn die Welt nur aus Kuba, Nordkorea, China und Russland besteht)...

Meine Fresse, bei sowas werd ich aggressiv... wo ist Wolter, der alte Sandsack und Prellbock?

Gepostet am 23.04.2014, 23:21:

Das Schlimme ist, dass die in Berlin-Friedrichshain wahrscheinlich noch 150 Einladungen zu WG-Castings kriegt und dann wahrscheinlich noch abgelehnt wird, weil sie den WG-Bewohnern nicht radikal genug ist. Hab ich schon mal erwähnt, dass mir Berlin AUF DEN SACK geht???


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Bard
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BeitragVerfasst am: 23.04.2014, 23:25                                  +/-

Das muss einfach eine Parodie sein.


Oder?


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