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Musical Madness
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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 13.08.2014, 23:22                                  +/-

Lothiriel
Und an Darstellern natürlich Bertie Carvel als Miss Trunchbull.


Der ist aber auch Ham-mer. Yes


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"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)
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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 13.08.2014, 23:35                                  +/-

So, habe mich jetzt ein bißchen durch die Youtube-Videos geklickt:
Die Kinderkostüme bei der Geburtstagsfeier am Anfang sind ein klein wenig amerikanischer und die Amis haben noch mehr Konsonanten, in London haben speziell die Eltern und Bruce ihre Glottal Stops echt zelebriert. Ansonsten scheint mir das identisch zu sein, nach dem was ich bis jetzt von Bühnenbild/Kostümen/Choreographie gesehen habe. Und ich erinnere mich wieder daran, wie beeindruckt ich davon war, wie exakt die Kids vom Timing her waren. Wenn ich da nur an den vorhin schon erwähnten School Song denke. Oder an die Turnstunde.
Und jetzt fällt mir auch wieder das Kind mit den langgezogenen Ohren ein. Und die Rumschleuderaktion. Oh, und die Choreo von Bruce!

Verdammt, ich bin in 2,5 Wochen wieder in meiner Lieblingsstadt und es laufen so viele gute Dinge im Theater und jetzt habe ich wieder Bock auf Matilda und eigentlich meide ich doch, Stücke doppelt zu sehen. Luxusdilemma!

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 14.08.2014, 09:29                                  +/-

Oxi: Gabs bei Dir auch schon den Gag mit "The Hurtlocker - The Musical"


Jaaa grins hähö Ein Programmheft hab ich aber nich gesehen Überrascht Das ist vielleicht der Nachteil, dass ich in einem "Preview" war.

Im Nachhinein habe ich mich einfach geärgert, dass ich nicht aufs Geld gepfiffen habe und einfach jeden Abend in ein anderes Musical gegangen bin.


Ich hab auch 2-3 NYC Besuche gebraucht, bis ich dass gerafft hab. Das ist einfach das Beste! Tagsüber Sightseeing oder im Park chillen, abends die besten Shows der Welt(!) sehen. Man hätte ja auch noch in die Met gehen können/müssen (ich war da früher schon mal), aber diesmal lief nix, was mir interessiert hätte.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 26.08.2014, 20:14                                  +/-

Die Menier Chocolate Factory (ich mag das Theater ja schon nur für den Namen Smilie ) hat das Winterprogramm bekannt gegeben und die Liste obskurer Stücke, die ich diesen Winter sehen kann, wird um ein Stück länger: Es wird gemordet und gemeuchelt werden mit Stephen Sondheim's Assassins.

London-Premiere dieses Stücks war übrigens vor vielen Jahren im Donmar unter der Regie von Sam Mendes, Broadway-Premiere war im Studio 54 mit u.a. einem gewissen Neil Patrick Harris. Looking forward to this!

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 27.08.2014, 08:32                                  +/-

Ich hab jetzt eigentlich nur SONDHEIM gelesen. Smilie


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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 27.08.2014, 10:34                                  +/-

Euseppus
Ich hab jetzt eigentlich nur SONDHEIM gelesen. Smilie


hähö Einmal die Hexe in Into the Woods sein dürfen...

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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 16.09.2014, 22:20                                  +/-

Diesen Beitrag widme ich Euse und dem alten Lurker Arbrandir:

English National Opera, Sondheim, Sweeney Todd, nächster März, Emma Thompson.

Mehr da.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 21.09.2014, 07:06                                  +/-

Aus sehr sehr vielen Gründen ist DAS immer noch eine der allerallergeilsten Musicalszenen E-VER:

http://youtu.be/SvmwwYw8ZA4

Habsch jeden Tag im Auto. Never gets old.

@Loth: Danke! Wieder mal zu spät gesehen, wird gleich angeguckt!

Gepostet am 21.09.2014, 08:12:

Ui, neben Bryn Terfel, einem der weltberühmtesten Opernsänger, gleich zum Bühnenwiedereinstand zu bestehen, ist ja mal ein Anspruch. Und das macht sie ja anscheinend auch sängerisch noch ganz hervorragend.

Und Sondheim, der alte Fuchs:

Sondheim, 84, who wrote Sweeney Todd in 1979, is expected at the opening on 30 March although Thompson might hope for slightly less direct encouragement than he gave her in New York. "He said: 'Don't fuck it up.'"


hähö

Gepostet am 21.09.2014, 08:20:

Und neben der besten Szene noch der beste SONG in einem Filmmusical E-VER:

http://youtu.be/-kl4hJ4j48s

Manchmal bin ich schon stolz sagen zu können: "Ich hab das damals im Kino gesehen!" Smilie


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 21.09.2014, 08:54                                  +/-

Bei dem letzten Lied geht es doch nur um Sex, oder?


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 21.09.2014, 12:25                                  +/-

So ein bisschen wie bei homöopathischen Kügelchen:
Wenn Dus 10fach potenziert abstrahierst - ja.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 21.09.2014, 13:55                                  +/-

Bin ja schon ein bisschen stolz darauf, in meiner ganzen Kindheit nicht einen Disneyfilm gesehen zu haben Yes


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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 21.09.2014, 14:37                                  +/-

Warum findest du denn gerade diese Szene bzw. diesen Song so herausragend?

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 21.09.2014, 15:08                                  +/-

Die Szene finde ich klasse, weil es so hervorragend gemacht ist, wie Sologesang und div. Choreinlagen miteinander verknüpft sind; zudem ist es einfach eine wahnsinnig tolle Ohrwurmmelodie, die aber - für Musical dramaturgisch besonders bedeutsam - Handlung und Szene zulässt. Befriedigt (mich) also sinnlich wie handwerklich. That's the way, Alan!
A whole new world - von allen Disney-Film-Musicals, und davon kenne ich eine Menge - für mich nach allen Jahren immer noch die hinreißendste Melodik in Kombination auch mit dem Text. Gerade in der Retrospektive finde ich es besonders richtig, dass Alan Menken damals dafür den Oscar bekommen hat. Das ist im Popsong-Bereich einfach ein unsterbliches Ding, das muss man erstmal hinlegen. Oder, in other words: No ratio, just hammer. Yes


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Arbrandir



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BeitragVerfasst am: 22.09.2014, 03:55                                  +/-

Lothiriel
Diesen Beitrag widme ich Euse und dem alten Lurker Arbrandir:

English National Opera, Sondheim, Sweeney Todd, nächster März, Emma Thompson.

Mehr da.


Dankö!



@ Euse: Mein Disney-Favorit ist der hier (gleich nach dem Smil,äh,ie: Smilie ...


Euse
Und neben der besten Szene noch der beste SONG in einem Filmmusical E-VER: (...)

... dasissnichwirklichdeinernstoder??? ...


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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 22.09.2014, 09:11                                  +/-

Mary Poppins! hach Ich will ihre Tasche haben. *träum*

Arbrandir
Euse
Und neben der besten Szene noch der beste SONG in einem Filmmusical E-VER: (...)

... dasissnichwirklichdeinernstoder??? ...


hähö Genau! Selbst, wenn ich das jetzt mal nur auf Zeichentrickfilme beschränke: Was ist mit dem Dschungelbuch? Der Bär, der Affenkönig und Oberst Hati haben ganz großartige Songs!

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 22.09.2014, 09:58                                  +/-

Jeder weiß, dass "Every sperm is holy" die beste Musicalnummer aller Zeiten ist.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 22.09.2014, 10:34                                  +/-

Nichtraucher
Bin ja schon ein bisschen stolz darauf, in meiner ganzen Kindheit nicht einen Disneyfilm gesehen zu haben Yes


Ach deswegen bist du so dead inside.


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 22.09.2014, 22:18                                  +/-

Euseppus
Aus sehr sehr vielen Gründen ist DAS immer noch eine der allerallergeilsten Musicalszenen E-VER:

http://youtu.be/SvmwwYw8ZA4

Und neben der besten Szene noch der beste SONG in einem Filmmusical E-VER:

http://youtu.be/-kl4hJ4j48s

Manchmal bin ich schon stolz sagen zu können: "Ich hab das damals im Kino gesehen!" Smilie

Hey Moment, den hab ich auch im Kino gesehen! Wie creepy wirkte es für dich so kinderlos zwischen all den Kindern zu sitzen? Also neben Kindern wie mir.


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Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 07.12.2014, 18:58                                  +/-

Keine zwei Wochen mehr, bis ich endlich "City of Angels" sehen kann.

Weshalb ich dann heute auch endlich mal auf die komplette Besetzungsliste geschaut habe:
Samantha Barks - Mallory
Rosalie Craig - Gabby/Bobbi
Hadley Fraser - Stine
Tam Mutu - Stone
Peter Polycarpou - Buddy Fidler

Barks, Craig und Fraser war mir vorher schon bekannt, aber es wird Duette zwischen Hadley Fraser und Tam Mutu geben? Wie cool ist das denn! Hoffentlich singen die das Theaterchen nicht in Schutt und Asche…
Und Peter Polycarpou als schmieriger Studioboss? hähö
Und für das gerne schmachtende Mädchen in mir ist noch Tim Walton im Ensemble, den sah und hörte ich als Arzt in "Matilda", eine der schönsten Männerstimmen, die ich je hörte, und optisch mehr so der Colin-Firth-als-Mr-Darcy-Typ. hach

Das wird ein netter Theaterabend werden.

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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 20.12.2014, 00:37                                  +/-

City of Angels:



hach

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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 22.12.2014, 17:48                                  

City of Angels



Meine Hand ist nur mit auf dem Bild als Beweis dafür, daß das kein S/W-Foto ist!

City of Angels ist ein leider sehr selten gespieltes, aber sehr gutes Musical. Die Geschichte dazu stammt von Larry Gelbhart, der schrieb unter anderem M*A*S*H und Tootsie, die Liedtexte kommen von David Zippel (der betextete u.a. die Disneyfilme Mulan und Hercules) und komponiert hat Cy Coleman. Dessen bekanntestes Lied dürfte "Big Spender" sein, er schrieb aber auch u.a. für Frank Sinatra. Orchestriert wurde das dann von Larry Blank, bei dem steht im Programmheft eine Menge an Dingen und ganz unten lapidar Television includes: [...] several Grammy Awards and Academy Award Shows. Da sind also die absoluten Leichtgewichte am Werk... und die aktuelle Londoner Fassung war in 7 Minuten ausverkauft. hähö

City of Angels erzählt zwei Geschichten parallel, es beginnt im Büro eines toughen Detektivs, das von einer wunderschönen Frau, Alaura Kingsley, betreten wird, die von ihrer verschwundenen Stieftochter berichtet und möchte, daß Stone, der Detektiv, sich auf die Suche begibt. Stone wittert gefährliche Machenschaften hinter dieser Story und möchte ablehnen, ist aber den Reizen von Alaura und ihrem Geld nicht gewachsen. Alaura verläßt das Büro, Stone und seine Sekretärin Oolie beginnen den Fall und Stones Schwäche für schöne Frauen zu diskutieren, als die Szene plötzlich stockt und dann rückwärts läuft, um mittendrin wieder weiterzugehen und anders zu verlaufen, während gleichzeitig im Bühnenbild der Text als Projektion auftaucht, man Schreibmaschinengeklapper hört, man sieht, wie das Ende des Textes ausge-X-t wird und neu geschrieben wird. Wechsel Bühnenbeleuchtung, erst jetzt fällt richtig auf, daß vorher alles S/W war, denn jetzt wird es technicolorbunt, Umblende auf Stine, einen Buchautoren, der gerade versucht, sein letztes Buch in ein Filmskript umzuschreiben. Ab jetzt laufen beide Geschichten parallel: Einmal die von Schreiberling Stine, der reichlich Ärger beim Schreiben hat, weil Buddy Fiddler, Hollywoodproduzent, ständig Szenenänderungen fordert, die nicht gut für den Filmplot sind, aber Anecken bei den Geldgebern vermeiden sollen, der Ehefrau und dem Kumpel Rollen verschaffen, das sexy Starlet darf nicht sterben, man braucht ja Eyecandy, die Musik muß eingängig sein, die Hauptrolle wird unpassend, aber mit einem großen Namen besetzt,... Mit der eigenen Ehefrau hat Stine auch nur Zoff, die findet nämlich, daß er seine künstlerischen Ideale verrät und verkauft, sich von Buddy nicht so rumschubsen lassen soll, und dann ist da noch die Affäre von Stine mit Buddys Assistentin Donna. In der Detektivgeschichte läuft es auch nicht so rund für Stines Alter Ego Stone, Familie Kingsley ist nicht ganz das, was sie vorzugeben scheint, es geht um zu erbende Millionen, der Familienpatriarch ist nicht mehr der Jüngste und liegt in einer eisernen Lunge, während der Rest der Familie und sein Arzt spiritueller Reisebegleiter mit allen Mitteln den Zaster an sich reißen wollen.

Im ersten Akt laufen die Geschichten parallel, aber sauber getrennt von einander ab. Die Szenen sind entweder S/W oder bunt, ganz selten läuft mal was gleichzeitig, aber wenn, dann mit sauberer Trennlinie in der Bühnenmitte und die Charaktere spiegeln sich zwar, reden aber nicht miteinander. Es wird allerdings deutlich, daß diverse bunte Rollen aus der Real Life Story ihre S/W-Entsprechung in der Filmgeschichte (Reel Life, haha) haben. Alle Schauspieler außer den beiden, die Stine und Stone spielen, haben daher Doppelrollen und müssen sich ständig umziehen. Der erste Akt gipfelt in der ersten richtigen Interaktion zwischen diesen beiden Storylinien: Stine läßt sich von Buddy dazu bringen, eine Szene zu ändern, bei der es um Rassismus in der amerikanischen Polizei geht (unfreiwillig gerade sehr aktuell, das Stück), den er nun rausschreiben soll. Das hat zur Folge, daß der Filmcharakter Munoz nun kein Handlungsmotiv mehr hat und zu einer sinnfreien Rolle wird, die man aber nicht streichen kann, weil der soll ja vom Produzentenkumpel Sancho gespielt werden, daher: An den Haaren herbeigezogene Frauengeschichte und Eifersucht als neues Handlungsmotiv. Stone platzt daraufhin so der Kragen, daß es zum Streit zwischen Filmfigur und Autor kommt. Diese Szene ist sehr beeindruckend, Hadley Fraser (Stine) und Tam Mutu (Stone) dürften aktuell mit zu den besten Stimmen im Westend zählen und optisch müssen die beiden da eine Kampfszene durchziehen, die an Präzision so ihre ganz eigenen Herausforderungen hat, weil zusätzlich zu den beiden Herren auch noch bunt gegen S/W kämpft und sich via Lichttechnik die Farben auf Bühne und Bühnenbild ständig ändern, je nach Kampfverlauf. Wäre dumm, wenn einer der beiden da plötzlich auch nur mit einer Hand oder einem Fuß in eine falsche Fläche ragen würde.

Im zweiten Akt beeinflussen sich Real Life und Reel Life immer mehr, es gibt Flashbacks, Szenen werden noch mehr umgeschrieben, Stone taucht häufiger in den "falschen" Szenen auf, es wird immer inceptionesquer und abstruser, am Ende startet der Dreh des Films und Stine platzt endlich der Kragen, als Buddy plötzlich als Filmautor über seinem eigenen Namen steht und die Rolle von Stone (immerhin Stines Wunschvorstellung von sich selber) mit einem schleimigen Schnulzensänger besetzt wird, der nicht schauspielern kann. Er wirft hin und sagt Buddy mal ehrlich, was er von ihm hält, der hetzt ihm daraufhin zwei Securitygorillas auf den Leib, die ihn verprügeln, aber Stone erinnert ihn daran, daß man Sachen ja umschreiben kann, und wenn schon Logikloch (wegen Umschreiben von Real Life), dann richtig: Stine mutiert zur Kampfmaschine, das ungeliebte Filmende wird wieder zurückgeändert, Geigengesäusel und Engelschoräle, und mit der Ehefrau ist auch alles wieder in Butter. The End.

Es ist so eine schöne Abrechnung mit allen nur denkbaren Hollywoodklischees. Und dazwischen diese glamouröse Filmgeschichte. hach Mehr davon! Ich bin nur froh, daß ich nachmittags der Meinung war, daß man sowas zelebrieren und in der entsprechenden Optik anschauen muß und daher mehr Zeit auf das eigene Styling verwendet habe als sonst. Offensichtlich dachte das Restpublikum auch so, es war extrem monochrom mit eleganten Frisuren und nur gelegentlichen roten Akzenten. Das Donmar selbst ist innen auch in Weiß- und Grautönen mit ein bißchen Rot gehalten und hat konsequenterweise auch das Programmheft zur Hälfte in S/W-Optik gehalten, siehe Foto oben.

Das Ensemble u.a.:


Hadley Fraser als nerdiger Autor Stine: Sein Rant am Ende! Buddy hat mal wieder ein bißchen am Filmskript umgeschrieben und sein Autor kotzt ab. Was das alles wieder für andere Änderungen nach sich zieht, um die Story in sich schlüssig zu halten! Is it possible that someone can write without knowing how to read!?! Ich hab nur noch drauf gewartet, daß er "IM STRAHL!!!" schreit. hähö


Tam Mutu als großer, mysteriöser, düsterer Detektiv Stone. Die Definition von "ruggedly handsome". Leider wird Herr Mutu London bald verlassen, um am Broadway die Titelrolle in Doctor Zhivago zu spielen. Ich hätte ihn ja gerne in geographisch etwas näher spielenden Produktionen weiter angeschmachtet. hach


Rosalie Craig als Stines Ehefrau Gabby und als Nachtclubsängerin Bobbi/große Liebe von Stone. Erinnert stark an Jessica Rabbit mit ihrer roten Mähne und den vielen Kurven und hat eine Menge Spaß daran, ihren Männern die Hölle heiß zu machen.


Katherine Kelly als Ehefrau von Buddy/Filmstar Carla Haywood und als Filmrolle Alaura Kingsley, Möchtegern-Erbin. Eine Diva der alten Schule.


Rebecca Trehearn als Buddys Assistentin Donna, bzw. als Stones Sekretärin Oolie. Das good girl. Meistens. Manchmal. Rettet Stine und Stone öfter mal den Hintern.


Samantha Barks als sexy Starlet Avril Raines mit dem französischen Vornamen, bzw. als verschwundene Tochter Mallory Kingsley im Film. Möchtegern-Erbin.


Peter Polycarpou als Produzent Buddy, der immer alles umschreibt. Im Film kommt er als Stines Wunschmordopfer vor, ebenfalls ein Filmproduzent, Irwin S. Irwing. Leider werden seine Todesszenen immer rausgeschrieben und andere müssen sterben.


Cameron Cuffe als Filmsohn Peter Kingsley. Macht außer konventionell-schön und jung aussehen echt nix. Möchtegern-Erbe.


Tim Walton (leider nur im Bildhintergrund) als schleimiger Schnulzensänger Jimmy Powers, bzw. als Romanfigur Dr. Mandril Arzt spiritueller Reisebegleiter. Zumindest stellt Stine sich den Typen als Dr. Mandril vor, später bei der ersten Filmszene kommt dann raus, daß Buddy den Typen als Stone besetzt hat. Ich habe die Stimme von Walton schon in Matilda bewundert, aber da durfte er nur wenig singen. Hier ist es netterweise deutlich mehr und... ähhh... er geht in seinen Rollen auf.


Marc Elliott als Buddy-Kumpel Sancho, bzw. im Film als Polizist Munoz unterwegs. Die sinnfreie Rolle ohne Motiv, die nicht gestrichen werden kann, und der dann das unglaubhafte Love Triangle angedichtet bekommt. Wirkt so, als ob Gomez aus der Addams Family entlaufen wäre. Elliott spielt diese Rolle sehr leidenschaftlich, es ist großes Damentennis!

Alles in allem wirkt die Horde, als wäre jeder einzelne froh, mal gut geschriebene und durchdachte Charaktere zu spielen mit schlagfertigen Texten und vielen, vielen Wortspielen. Erhöht wird der Spaß- und Chaosfaktor noch dadurch, daß es ein sehr temporeiches Stück ist voller Szenenwechsel zwischen S/W und bunt. Das Donmar hat nun aber keine Seitenbühnen, das Publikum sitzt dreiseitig um die Bühne rum und hinten... haben sie zwischen Bühnenende und Gebäudeaußenwand zwei Meter abgeknappst als Stauraum für Requisiten und als Garderobe. Alles andere (und City of Angels verlangt nach viel Ausstattung) muß auf den Gängen im Gebäude gelagert werden, ein Foyer gibt es auch nicht. Es ist eng, sehr eng. Das Publikum muß sich auf dem Weg zu den Sitzplätzen schon durch die halbe Requisite kämpfen und die Schauspieler müssen ihren Kram fast ständig selber mit auf die Bühne bringen, es ist auf den Gängen nämlich auch kein Platz für weiteres Personal. Dem Stück tut das aber gut, weil so keine Bühnentechnik das Spieltempo vorgibt, die können alle viel spontaner agieren.

Ich würd's gern nochmal gucken, 10 von 10 schwarzweißen Topfpflanzen.

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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 27.12.2014, 23:11                                  +/-

Miss Saigon - 2014 Revival
Prince Edward Theatre


Das Musical Miss Saigon wurde dieses Jahr 25 Jahre alt und anläßlich dieses Jubiläums gibt es eine Neuauflage im Westend. Ich hatte vorher schon gehört, daß es mehr oder weniger generalüberholt wurde, die Kritiken waren super und auch aus dem Musicalsumpf hört man nur, daß man es sehen sollte, aber trotzdem... Ich habe das Stück vor geschätzt 20 Jahren gesehen und es war eine kitschige Nummer, die auf dem gleichen Buch beruht wie die Oper Madame Butterfly. Schöne Musik, aber Kitsch ohne Ende. Große Zweifel, ob ich mir das nochmal geben muß, wenn gleichzeitig so viele andere gute Sachen laufen. Aber nun ja, Bekannte sind beteiligt und haben mit nicht so netten Konsequenzen gedroht, wenn ich mich da nicht blicken lasse, also okay: Auf ging's zu einem Abend voller Herzschmerz!

Kurzabriß der Handlung: Kim, unschuldiges Mädchen vom Land, verliert im Vietnamkrieg ihre Eltern, flüchtet in die große Stadt, muß als Prostituierte arbeiten und verliebt sich in den GI Chris. Der will sie mit nach Amerika nehmen, klappt natürlich nicht so einfach, sie werden beim Fall von Saigon getrennt und Kim bleibt zurück. Schwanger. Irgendwo kommen dann auch noch Kims Cousin Thuy vor, dem sie als Kind zur Frau versprochen wurde, und den sie später erschießt, als er ihr Kind umbringen will, und Ellen, die spätere Frau von Chris. Am Ende bringt Kim sich um, damit Chris keine andere Wahl bleibt, als den gemeinsamen Sohn zu sich in die Staaten zu nehmen. Erzählt wird das die meiste Zeit vom Engineer, Kims Happy-Go-Lucky-Zuhälter.

Die erste Überraschung gab es beim Abholen der Karte: Aufdruck einer Altersbeschränkung ab 15? WTF?!? Alterbeschränkungen sind in Londoner Theatern echt selten, Book of Mormon hat zum Beispiel keine, Lyrics wie "Fuck you God in the ass, mouth and cunt" führten dort nur zu einem Hinweis auf "Explicit Language". Aber Miss Saigon ab 15, is' klar.
Nächste Überraschung: Das Publikum. Ich fühlte mich, als wäre ich in die asiatische Upper-Class geraten. Oha. Als Miss Saigon in der Erstfassung Premiere hatte, gab es reichlich Diskussionen, weil verschiedene asiatische Charaktere oft von Weißen gespielt wurden und weil die asiatischen Charaktere so flach und eindimensional waren. Das Stück ist allerdings eines der wenigen überhaupt, die für Künstler aus dem asiatischen Raum ein Sprungbrett nach London oder New York darstellen können, und es gab in den letzten Jahren einige Produktionen und Touren in verschiedenen ostasiatischen Ländern. Offensichtlich hat man zugehört, gelernt und umgeschrieben.

Die Umschreiberei und Uminszeniererei ging schon in der Ouvertüre los: ruhige Straßenszene, dann hört man Kampfhubschrauber, es zucken Lichtblitze und Bomben fallen. Nix mehr mit betulich! Von der Liebesgeschichte zwischen Kim und Chris hat man auch gerade noch genug stehengelassen, um allen Figuren ein Handlungsmotiv zu geben, aber es ist nicht mehr der alleinige Hauptfokus und es fängt auch nicht mehr so reibungslos an. Außerdem sind die Huren nicht mehr nur leicht bekleidete Tänzerinnen, die völlig harmlos dekorativ durch die Gegend hüpfen, der Sprache der GIs ist... äh... situationsangemessen, das Bühnenbild nicht mehr so klinisch sauber, der Engineer ein schleimiger Kotzbrocken, es riecht öfter mal so verbrannt, daß ich mir selber einreden mußte, daß die Rauchmelder schon Alarm schlagen würden, wenn das echtes Feuer wäre. Der Fall von Saigon ist schrecklicher, ich habe Umerziehungslager gesehen und das Elend der Boat People. Die Nebenfiguren haben mehr Raum bekommen: Gigi ist keine geschichtslose Prostituierte mehr, die auftaucht, ein Lied singt, und verschwindet, John (Kumpel von Chris) hat mehr Text und mutiert am Ende zur einzigen Stimme der Vernunft, Thuy und Ellen bekommen deutlich mehr Szenen und Tiefe und ihre ganz eigenen Handlungsmotive, sie sind nicht mehr nur Stichwortgeber für den Rest. Und man hat sehr daran gearbeitet, die kulturellen Unterschiede und Mißverständnisse herauszuarbeiten und aufzuzeigen. Am deutlichsten wird das am Ende: In der Originalfassung stirbt Kim da gefühlt stundenlang vor sich hin. Singend. Sterben tut sie natürlich immer noch, aber am Bühnenrand, gerade noch so weit im Gesichtsfeld, daß man das nicht ausblenden kann. In der Bühnenmitte wird gleichzeitig von allen anderen (noch Lebenden, Thuy ist ja schon tot) ausdiskutiert, was in dieser verfahrenen Situation das Beste wäre. Für Kim. Ohne Kim. Und außer von John auch mit Null Überblick über die Lage, man möchte speziell Chris und Ellen mal kurz mit dem Kopf an die Wand dotzen, vielleicht hilft das ja beim Denken. Und Verstehen.

Musikalisch hat sich auch einiges getan, außer neuen Szenen und Liedern tauchen auch eine Menge Dissonanzen auf, es ist nicht mehr so einlullend. Und mir unbekannte Instrumente, die nicht nach unserem Tonsystem gestimmt sind.

Zu allerletzt muß man auch noch das Casting loben:
Eva Noblezada ist als Kim jung genug, um anfangs unschuldig genug zu wirken, aber nicht so niedlich-harmlos wie viele vorherige Kims, Alistair Brammer kauft man auch den Marine ab, da hat jemand ordentlich trainiert, und er hat nicht so eine Jammerstimme, Jon Jon Briones als Engineer geht auf in seiner Rolle als Strippenzieher und Hugh Maynards Soulstimme ist ein Erlebnis in der Rolle als John.
Und dann natürlich Rachelle Ann Go als Gigi und Kwang-Ho Hong als Thuy. Ich kenne mich ja im asiatischen Raum so überhaupt nicht aus, aber die beiden scheinen nicht unbekannt zu sein. Frau Go hat z.B. fast 2 Millionen Anhänger auf Twitter. So jemand spielt keine zweite Geige und sie hat echt eine Mordsstimme. Von Thuy war ich auch schwer beeindruckt, großartige Bühnenpräsenz!

Ich würde mal sagen: Das Stück ist erwachsen geworden und der Tiger ist in der Stadt.

Im Trailer haben sie (leider, bzw. clevererweise) nur die altbekannten Szenen verwendet, aber man kann trotzdem so ein bißchen erahnen, daß es etwas handfester zur Sache geht:


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