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All the world's a stage - Theaterthread
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Craggan



Beiträge: 23798
Wörter pro Beitrag: 34
Wohnort: Way Down South
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BeitragVerfasst am: 05.01.2016, 00:09                                  +/-

OK, ist notiert Smilie


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If you’re tired of arguing with strangers on the Internet, try talking with one of them in real life (B. Obama's Farewell address speech, 11.1.2017)
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Arianrhod



Beiträge: 1090
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BeitragVerfasst am: 14.03.2016, 21:02                                  +/-

Am Samstag waren wir spontan in den Kammerspielen, in "50 Grades of Shame", einer Produktion des Performance-Kollektivs She She Pop, inspiriert durch das Stück "Frühlingserwachen" von Franz Wedekind und "50 Shades of Grey" von E.L.James.



Auf der Bühne dominierten zwei große, schwarze Leinwände, auf die im Laufe des Abends jeweils unterschiedliche Körperteile einzelner Darsteller projiziert und zu einem kaleidoskopartigen Mosaik zusammengesetzt wurden. Weibliche Brüste entblößten sich über Männerbeinen, darauf der Kopf eines Sprechers am Rednerpult. Dann verschiedene Münder, die von sexuellen Erlebnissen erzählten, in einem Mädchengesicht. Finger wurden zu Beinen, Lippen zu Vaginas, es war ein einziges Tohuwabohu. Die grundsätzlich ja ganz originelle Idee, das Überangebot erotisierender Darstellungen in unserer Gesellschaft, das Spiel mit Geschlechterklisches und die Fragmentierung von Körperlichkeit anschaulich darzustellen, krankte vor allem daran, dass ihr der Fokus fehlte. Es war eine ermüdende, sich ständig wiederholende Aneinanderreihung von Bildern und Texten, die immer mal wieder nette Gedankenanstöße enthielten, oft genug aber zu vordergründig eine Botschaft verpacken sollten, die ich nicht einmal sonderlich originell fand, und der meines Erachtens der rote Faden fehlte. Die "Ode an das Poloch", die Entblößung von Geschlechtsteilen und das gelegentliche Herumgeschwenke mit Krawatten als Peitschenersatz konnten meines Erachtens nicht über das fehlende Gesamtkonzept hinwegtäuschen. Unterm Strich fand ich es eher langweilig. Wie schrieb die Süddeutsche in ihrer Premierenkritik doch so treffend: "Stücke gibt es an den Kammerspielen längst nicht mehr."

Was mich zu Matthias Lilienthal bringt, dem neuen Intendanten der Kammerspieler. Der will ja Berliner Flair nach München holen, das Theater den Menschen nahebringen und die klassischen Theaterregeln über den Haufen werfen. Aber irgendwie geht sein Konzept nicht auf. Wir waren in den letzten Jahren wirklich oft in den Kammerspielen und unter Johan Simons war das geradezu immer ein Volltreffer. Beinahe jede Inszenierung, die wir in jener Zeit gesehen haben, hat uns schier umgehauen. Ob Kafkas "Prozess", Fleißers "Fegefeuer in Ingolstadt", das Cross-over zu "Woyzeck", Achternbuschs "Susn" oder Fassbinders "Warum läuft Herr K. Amok?" - jeder Schuss ein Treffer! Wir kamen jedes Mal begeistert aus dem Theater. Die Inszenierungen unter Lilienthal waren hingegen alle ... nett. Gute Schauspielkunst, das natürlich (Brigitte Hobmeier ist jedes Mal eine Schau!), und gelegentlich auch ganz originelle Ideen. Aber der große Wurf war bislang nicht dabei. Zumindest für meinen Geschmack. Das Publikum von "50 Grades of Shame" hat laut gelacht und lange und laut applaudiert. Ich hingegen fand Lilas Lesung von "50 Shades of Grey" wesentlich amüsanter.



Zuletzt bearbeitet von Arianrhod am 14.03.2016, 21:08, insgesamt einmal bearbeitet
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Euseppus



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Wohnort: Winterkatingen
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BeitragVerfasst am: 14.03.2016, 21:06                                  +/-

Neben Lilienthal stand ich gestern in der "Malerei 2.0"-Ausstellung im Museum Brandhorst. Nach Deiner Rezension würde ich sagen, diese Ausstellung und er haben prima zueinandergepasst. Geschockt


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"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)
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Arianrhod



Beiträge: 1090
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BeitragVerfasst am: 14.03.2016, 21:16                                  +/-

Ich bin einfach enttäuscht. Die Kammerspiele waren so ein tolles Theater. Wirklich, wirklich großartig. Oberste Liga. Einfach spitzenklasse. Und eigentlich hatte ich gehofft, dass der Lilienthal, wenn auch auf seine Weise, diese Qualität fortführt. Kann ja auch ganz charmant sein, wenn einer ständig in ausgeleierten Jeans und Kapuzenpulli über die Maximilianstraße schlurft. Aber nach den "Shabby Shabby Apartments" kam irgendwie nichts mehr. Die fand ich ja wirklich originell. Nur auf der Bühne blieben die Ideen aus. "Rocco und seine Brüder" lebt hauptsächlich von seinen Schauspielern (Brigitte Hobmeier mal wieder), "Peaches Christ Superstar" war hübsch, aber nun auch nicht gerade neu, und an "50 Grades of Shame" war der Titel noch das Beste. Meine TheaterCard hab ich schon gar nicht mehr verlängert und ich fange an, mehr und mehr mit dem Residenz- und dem Volkstheater zu liebäugeln. Außerdem will ich unbedingt ins Metropol-Theater. "Terror" in der Inszenierung von Jochen Schölch würde mich wirklich sehr interessieren. Leider ist das schon auf Wochen hinaus ausverkauft.

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Wolter



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Wohnort: Hamburg
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BeitragVerfasst am: 18.04.2016, 20:30                                  +/-

Euseppus
Marc-Uwe?

Ach ja, das vergaß ich hier anzumerken: gestern hatten im Altonaer Theater seine Känguru-Chroniken Premiere.

Und alle so: Juhuu!



ugly

????? Ich glaube, ich verzichte auf den Theaterbesuch und stelle mir stattdessen weiterhin ein echt aussehendes Känguru vor... Yes


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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 10.08.2016, 20:56                                  +/-

Euseppus
Und ich hab in der EMPIRE gestern gelesen, dass dieser Herr hier, Matthew Warchus, Spaces Nachfolger als künstlerischer Leiter des Old Vic sein wird[…].
Mit Musical hat er auch Erfahrung, und zwar u.a. auch, wie meine entzündeten Augen gerade sehen, durch die MATILDA-Produktion!!!

Das wird jetzt also bestimmt sooo schlecht nicht werden, da am Old Vic. grins


Zur Zeit läuft ja die erste Saison vom Herrn Warchus und bis jetzt hagelt es gute Kritiken. Nächste Woche ist die offizielle Premiere von der ersten, eigenen Musicalproduktion, Groundhog Day, und so langsam gehen die Berichte los. Ja, richtig, das Team hinter Matilda hat sich an einem heiligen Murmeltier, pardon: einer heiligen Kuh vergriffen und kannte dann keine Gnade und hat's auch noch sauber filetiert. Smilie

Und jaaaaaaaa, normalerweise soll man nicht über Previews schreiben, aber....... ich hab vor zwei Wochen drin gesessen und frag mich jetzt noch, WAS ich da gesehen habe?!?!
Wirkt ein wenig, als hätten Quentin Tarantino und Baz Luhrmann einen über'n Durst getrunken, sich auf ein Filmset von Tim Burton geschlichen und dort einen very extended und very, very honest trailer über den Murmeltierfilm gedreht. Ich habe Lieder gehört über pointless morning erections, ich habe einen Amoklauf gesehen, an dessen Ende ein Murmeltier sterben musste, und ich könnte jetzt auf französisch über Stellungen beim Sex diskutieren. Oh, und es gab zusätzlich zum Wettervorhersagemurmeltier bei den Festlichkeiten auch noch einen Menschen im Murmeltiermaskottchenkostüm. Nie habe ich jemanden gesehen, der ohne Text alleine durch die Körperhaltung so einen Hass auf diese Welt zum Ausdruck bringen kann!

9/10 Murmeltieren mit Morgensternen

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 31.01.2017, 19:42                                  +/-

Saint Joan (Donmar Warehouse)



Wahnsinn. Klasse. Fantastisch. In jeder Hinsicht.

Das von Loth hochgelobte Donmar ist in der Tat was ganz Besonderes. In der ersten Reihe (von vier) ist man buchstäblich hautnah dran am geschehen. Unfassbar genial. So ein tolles, kleines Theater.

Und dann die gute Gemma... ich hab ja nicht so viel erwartet, weil ihre bisherige Filmography nun nicht gerade eine Charakterdarstellerin vermuten ließ (wobei ich The Girl with all the Gifts noch sehen möchte). Aber in diesem Stück haut sie eine Jeanne D'Arc raus, wie es intensiver nicht mehr geht. Chilling. 100%. Wirklich beeindruckend.

Das Stück selbst und die Inszenierung hat mir sehr gut gefallen. Text und Dialoge entsprachen dem "historischen" Original (viel "thy" und "thou"). Bühnenbild und Kostüme hingegen waren auf 2017 in einem modernen Büro getrimmt (inkl. CNN-artigen Newscasts auf Großbildschirm, Apple-Laptops und Videochats). Irre Mischung, die super funktioniert hat. Alle trugen entsprechend moderne Kleidung (mit Ausnahme der Jeanne, die in entsprechend historischen Gewändern agierte).

Trotz aller Intensität und Ernsthaftigkeit hatte das Stück auch viele Lacher zu bieten. Einfach ne super gelungene Sache, alles in allem. Und das für nur 10 Pfund, das kommt ja noch dazu.

Und, der PK wird wissen, was ich meine: die Friends-Szene, in der Joey in einem Theaterstück über den ersten Weltkrieg mitspielt (Stichwort: "Pppplans, imppportant pppplans!!" *spuck*)... it is all true. Durch das Licht und die Sitzposition hat man die Spucke der SchauspielerInnen wunderschön durch den Raum segeln sehen. Teilweise 1-2 Meter weit. Fontänen.

Enunciation!




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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Oxford
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BeitragVerfasst am: 01.02.2017, 15:01                                  +/-

Von Hedda Gabler im National Theatre war ich nicht gaaaanz so begeistert.



Aber das lag natürlich obviously nicht an Ruth Wilson Smilie

Sondern eher am Drumherum. Das Theater (Lyttleton) versprüht den Charme einer riesigen Schul-Aula. Groß und "kalt" (vong atmosphere her) und wir saßen weit weg. Akustik war so semi im Oberrang.

Das Stück an sich war ziemlich gut. Und crazy Ruth war natürlich der Abschuss. Relativ minimalistische Inszenierung. Was durch die Größe der Bühne noch verstärkt wurde. Im direkten Vergleich zum Donmar (unter dessen Eindruck ich noch stand) stank das schon etwas ab.

Außerdem hab ich et Ruth'sche nachher nicht zu Gesicht bekommen. Da gibt der Fanboy in mir natürlich Punktabzug.


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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 21.03.2017, 17:12                                  +/-

Ich saß bei Hedda Gabler unten und relativ mittig, das hat wahrscheinlich einen Riesenunterschied gemacht. So war ich zum Beispiel von der Beleuchtung total beeindruckt. Es war ja nicht viel auf der Bühne, aber je nach Licht wirkte dieser Raum mal kalt, mal warm, mal groß, mal klein. Und diese Beleuchtung von unterhalb der Trockenbauwand ging auch von dezenter, indirekter Beleuchtung bis zu Oh-mein-Gott-ich-guck-direkt-in-ein-OP-Licht. Und Frau Wilson natürlich der Wahnsinn!

Oxford
Außerdem hab ich et Ruth'sche nachher nicht zu Gesicht bekommen. Da gibt der Fanboy in mir natürlich Punktabzug.


Für dich:


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 21.03.2017, 17:43                                  +/-

Die hat auf nem Donmar Programm unterschrieben?


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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 21.03.2017, 17:48                                  +/-

Die hat früher mal im Donmar gespielt, das Autogramm ist schon ein paar Jahre alt.

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 21.03.2017, 17:50                                  +/-

Ach soooooo. Weil im National gibts überhaupt keine "Ich lunger jetzt hier rum bisse rauskommt und mir ein Autogramm gibt" Vorrichtung. Da muss man mega creepy an der stage door abchillen, was schwierig war, weil ich n00bs im Gepäck hatte (Cousine und ihr Mann) und es Januar war und die keine Fanboys waren Echt schlimm

Mein Gott, ich hab das echt schlecht geplant Echt schlimm


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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 21.03.2017, 21:27                                  +/-

Ich wüsste nicht einmal, wo am National der Bühnenausgang wäre. Haben die überhaupt einen zentralen? Das Ding ist so riesig und unübersichtlich.

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 21.03.2017, 22:14                                  +/-

Ja haben sie. Steht sogar fett "Stage door" drüber. Wenn du vom Fluss aus zum Theater guckst, links an der Seite.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 03.07.2017, 07:55                                  +/-

Es gibt ja nun auch in Deutschland Theater.
Und zwei große Namen gleichzeitig verabschieden sich beinahe zeitgleich von der Intendanz, Castorf von der Volksbühne und Peymann vom BE, das ist schon eine gewaltige Zeitenwende im deutschen Kulturbetrieb, lauter große alte Männer derzeit, die abtreten...


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