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Bevölkerungswachstum und Migrantenintegration(sprobleme)
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Wolter



Beiträge: 4300
Wörter pro Beitrag: 119
Wohnort: Hamburg
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BeitragVerfasst am: 30.08.2016, 22:56                                  +/-

@ Wichtel: Geschockt Der eine Teil wird wohl irgendwie untergetaucht sein, während man vom anderen Teil befürchten muß, daß er in die Hände von pädophilen oder sonstwie perversen Netzwerken für Kinder"handel" gefallen ist. (Und wenn man mich fragte, würd ich das dort thematisieren, denn darin sehe ich kein Integrations-, sondern ein Bandenkriminalitätsproblem)

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Smilie Lieber Eusebius, laß es mich mal höflich formulieren: Dein kruder Vorwurf, ich würde hierzuforum wie niemand sonst ein "bohei" um mich machen – Du hast ihn vor einiger Zeit glaube ich schon mal erhoben (oder war’s da jemand anders?) – gewinnt durch Wiederholung kein Promille an Realitätsbezug.
Überrascht Er läßt mich geradezu staunen.

Da ich Dich, wie ich vermute, eh’ nicht von irgendwas überzeugen kann, was meine Perspektive angeht (denn ich bin sozusagen spezifisch Deine personalisierte "Lügenpresse" zwinkern), hier also quasi bloß abschließend fürs Protokoll:
Ich mag es eigentlich nicht, "Diskussionsobjekt" eigener Beiträge zu sein, und in gefühlt 99 von 100 (Mit den Augen rollen oder meinethalben 49 von 50 oder 24 von 25; man zähle halt genau nach, wenn man Korinthenkacker sein will...) ist das ja auch nicht der Fall. Wenn es aber mal wieder Zeit ist, das mir vom Ersteller u. a. der virulenten Communitystimmung wegen reingewürgte Beitragslimit auf eine pointierte Weise anzuprangern, dann ist es schlechterdings nicht zu verhindern, mich in dem Kontext irgendwie auch selbst drin vorkommen zu lassen. hähö Vastehste? (... rein rhetorisch gestellte Frage, Antwort wird nicht erwartet...)
Das "angebliche Anderssein"(-wollen) existiert nur in Deiner blühenden Fantasie, ist also eine Projektion, denn ich will gerade nicht anders behandelt werden wie alle hier; doch durch das besagte angeprangerte schikanöse Forumslimit ist mir quasi eine Sorte "Anderssein" nun einmal von außen aufgezwungen worden. Dat kannste nich’ wegdiskutiern. Smilie
Überhaupt wimmelt es in Deinem Kurzpamphlet von Projektionen, die mE mehr über Dich als über mich Auskunft geben (z. B. indem Du jeden meiner Beiträge für scharfe-Feder-provokativ etc. hältst)... aber selbstverständlich spreche ich Dir das Recht auf die Meinung nicht ab, die inzwischen 2½ Jahre andauernde Sanktion immer noch für angebracht zu halten. Du hingegen scheinst mir umgekehrt das Recht abzusprechen, an ebenjener Sanktion Kritik zu üben, indem Du in Deinem (schwachen) Plädoyer für meine Bannung auch das mir zugeschriebene "mich Stilisieren als ungerecht behandelten Delinquenten" indirekt als Begründung aufzählst.
Spitze Du Musterdemokrat, Du lebest hoch!

Ich schätze, ich könnte zur (wie gesagt: rein rhetorischen, nicht auf Antwort rechnenden) Erwiderung noch den einen oder anderen Takt mehr schreiben, aber da es ja eigentlich nicht so mein Lieblingsding ist, in öffentlichen Forumsbeiträgen schwerpunktmäßig "Wolterangelegenheiten" zu verhandeln, ist das jetzt gerne, gerne genug.

(Und schade, daß diese Art anstrengenden Beiträge wegen der Tylerschen Beitragslimitierung von Zeit zu Zeit nicht zu vermeiden sind... zum eigentlichen hiesigen Thema kommt heute von mir jedenfalls nichts mehr Mit den Augen rollen)

Abschließend präsentiere ich eine Hypothese für das Zustandekommen des Euse’schen Beitrags durch ein ihm im Ohr sitzendes Teufelchen, und passenderweise sind immerhin zwei Bravschafe "schon" von dem daraufhin formulierten wortgewalt’gen Bannungsplädoyer hypnotisiert worden *g*...

Des Eusepps Teufelchen flüsterte im Vorvorbeitrag seinem "Advokat" ins Ohr...
(Zwei Tage nach Goethes Geburtstag eine kleine Amateur-Xenie):
Blühender Blödsinn, o blende des Bravschafs nüchternes Denken,
Werde persönlich mit Schneid: Blinke und blitz’ es hinweg!

zwinkern

Und übrigens: ich hasse Dich nicht.


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Olmops



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Wörter pro Beitrag: 53
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BeitragVerfasst am: 31.08.2016, 00:39                                  +/-

Wolter
@ Olmops:

Du beugst Dich nicht der informellen Übereinkunft der sich um die Einheit, Stärke und Reinheit des gesunden Forumsempfindens sorgenden Kneipenmehrheit, daß ich ein mit Verachtung zu strafendes, also zu mißachtendes verworfenes sündenbeladenes Subjekt zu sein habe? Bist Du krank? zwinkern [Ansonsten natürlich Spitze!]


Well, ich habe von dieser Meinung gehört.
Allerdings bilde ich mir in der Regel lieber meine eigene.
Das konnte ich nur halt in der Vergangenheit nie, weil ich (ich erwähnte es mal irgendwo) stark verklausulierte und augenkrebsverursachende Postings, die keinen Sinn ergeben, wenn man nicht drölf Links verfolgt, öfter mal überspringe. zwinkern
Aber wenn es lesbare Postings sind, die auch inhaltlich was zu einem Thema beitragen, dann lese und kommentiere ich die ggf.

Und ich bin auch eher so der liberale Typ. Ohne Kontroverse keine Diskussion. Bannungen finde ich generell blöd.

Hat nicht irgendwer mal erzählt, dass dieses Forum nur aufgrund von Adminwillkür in einem anderen Forum gegründet wurde? ?????


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Urge to grill rising.
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Euseppus



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Wohnort: Winterkatingen
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BeitragVerfasst am: 31.08.2016, 08:32                                  +/-

Wolter
in Deinem (schwachen) Plädoyer für meine Bannung




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"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 31.10.2016, 20:10                                  

Ich antworte mal hier in diesem Thread, weil es glaube ich einfach besser passt.

DMolloy
Artikelempfehlung, fände hier eine Besprechung Deinerseits auch interessant:
Bassam Tibi: Humanitäre Politik ist keine Einwanderungspolitik


Mein „too long, didn‘t read“ dieses Artikels würde lauten: Herr Tibi seziert die deutsche Zuwanderungspolitik und fordert eine Ausrichtung auf „echte“ Integration im Sinne von staatsbürgerlicher Verantwortung bei gleichzeitiger radikaler Einschränkung von sonstiger Zuwanderung, die keine solcherart definierte Integration zum Ziel hat.

Und jetzt geht‘s ins Detail, und das ist lang und schmerzhaft, ich meine natürlich SUPERINTERESSANT, unbedingt lesen, das ist DER SHIT! grins

Begriffliche Grundlagen und ein schiefer Vergleich

Der Autor differenziert zwischen Einwanderung und Zuwanderung. Einwanderung versteht er als „Zuwanderung mit dem Zweck der Eingliederung als Staatsbürger“. Im Umkehrschluss macht für ihn Zuwanderung aus, dass es kein klares Konzept für den Verbleib eines Zugewanderten gibt. Er spricht hier von einer fehlenden „Bestimmung“.

Herr Tibi vergleicht Deutschland mit USA, Kanada und Australien und konstatiert, dass Deutschland ein Zuwanderungsland ist, das Millionen Menschen ungesteuert und unstrukturiert auf sein Staatsgebiet lässt, während die Gegenbeispiele klassische Einwanderungsländer seien, die Einwanderung streng regeln und kontingentieren.

Ich will nicht wegdiskutieren, dass Zugewanderte eingegliedert werden sollten, wenn das in irgendeiner Weise sinnvoll ist. (Nicht sinnvoll ist es beispielsweise bei „Expatriates“, die von ihrem Konzern für ein Jahr nach Deutschland geschickt werden, oder bei Angehörigen der US-Streitkräfte, die für einen beschränkten Zeitraum in Deutschland stationiert sind.) Dennoch erscheint mir schon die Einleitung des Artikels auf einer schiefen Ebene zu stehen. Mich wundert, dass ein gestandener Professor so unlauter argumentiert.

Erstens vergleicht er sehr unterschiedliche Ausgangslagen. Die USA haben genau zwei Landgrenzen, eine zu Kanada (in diesem Kontext irrelevant), die andere zu Mexiko. Deutschland hingegen ist schon allein geographisch zu allen Seiten hin offen, hat neun Nachbarländer – eine völlig unvergleichbare Situation. Noch krasser ist der Vergleich zwischen Deutschland und Australien, das von allen Seiten durch das Meer isoliert ist.

Hinzu kommt, dass EU-Europa gleich an mehreren Fronten an aktuelle Krisengebiete grenzt: Nordafrika, Naher Osten, Ukraine. Jetzt kann man natürlich den Drogenkrieg in Mexiko und in Teilen Südamerikas ebenfalls als Krise betrachten, aber ich denke ihr werdet mir zustimmen, dass „heiße“ Kriege wie in Syrien, Ukraine oder auch Libyen noch einmal höher stehen auf der Alarm-Skala.

Allein aufgrund der anderen geographischen Lage hat Deutschland also eine schwierigere Situation mit Herausforderungen, denen sich Australien niemals stellen werden muss, es sei denn es entstünde überraschenderweise eine neue Landbrücke nach Afrika.

Zweitens ist der Vergleich unlauter, weil er zwei sehr ungleiche Dinge gegenüberstellt. Auf die eine Seite stellt er einen kleinen Teilbereich der Zuwanderung in die USA: die gewollte und streng geregelte Einwanderung mit Green Card, Zipp und Zapp. Und auf die andere Seite des Vergleichs stellt er die Gesamtzuwanderung nach Deutschland, und die enthält nun einmal neben der gewollten und ebenfalls wie in den USA streng geregelten Einwanderung auch sämtliche Formen von nicht gewünschter Zuwanderung: Kriegsflüchtlinge, illegale Einwanderer etc.

Fakt ist aber, dass es gerade auch in den USA neben der gewollten Einwanderung eine massive ungewollte Zuwanderung gibt. Das ist doch gerade eines der Mega-Themen im US-Wahlkampf! („We will build a wall, and we will make Mexico pay for it.“)

Herr Tibi stellt es also – ob gewollt im Sinne einer politisch motivierten Argumentation oder ungewollt und somit fahrlässig-irrtümlich – so dar, als sei es Absicht der deutschen Politik (oder auch akzeptierter Nebeneffekt), Zuwanderung unstrukturiert und ungesteuert zuzulassen.

Ein fairer Vergleich wäre gewesen die gesamte Zuwanderung in die USA inklusive der vielen Millionen Lateinamerikaner mit der gesamten Zuwanderung nach Deutschland zu vergleichen. Und in diesem Vergleich gibt es dann plötzlich keinen Musterschüler in Form des „klassischen Einwanderungslandes“ mehr, sondern zwei Länder mit recht ähnlichen Herausforderungen und Gegebenheiten.

Damit möchte ich übrigens nicht die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform der Einwanderungs- und Aufenthaltsgesetzgebung Deutschlands wegdiskutieren. Auch nicht die Unterschiede in der Ausgestaltung der gewollten Einwanderung. Die sehe ich nämlich durchaus – genau wie sehr viele Menschen des gemäßigten bis linken Spektrums in Deutschland. Ich würde Herrn Tibi nach Durchsicht dieses Artikels unterstellen, dass er aus politischen Gründen dramatisiert. Das halte ich für unsauber und in dieser Form nicht fair.

Im Dschungel der Rechtstitel verlaufen

Aber gut, nehmen wir mal diese rhetorische Luft heraus, dann bleibt die Feststellung, dass Deutschland eine „bessere“ Gesetzgebung zu Einwanderung, Arbeitsaufenthalt und temporärem Aufenthalt gebrauchen könnte. Dem stimme ich zu und es dürfte schwer werden jemanden im gemäßigten bis linken Spektrum zu finden, der dies nicht unterstützen würde.

Um das zu untermauern nimmt Tibi eine Differenzierung vor. Es gebe sechs Kategorien von „Fremden“, die Deutschland auf sein Territorium zuwandern lässt:


  • Gastarbeiter
  • Migranten als Einwanderer
  • Migranten als Zuwanderer
  • Armutsflüchtlinge
  • Kriegsflüchtlinge
  • Politisch Verfolgte


Leider erscheint mir diese Auflistung sehr krude. Ich will begründen weshalb. „Gastarbeiter“ ist ein sehr veralteter Begriff. Es gab in der Bundesrepublik laut Wikipedia zwischen 1955 und 1968 neun „Anwerbeabkommen“. Alle Anwerbungen wurden 1973 ausgesetzt. Das heißt: es gibt seit über 40 Jahren keine neuen Gastarbeiter mehr. Ursprünglich sollte es eine zeitliche Begrenzung des Gastarbeiterstatus geben, mit deren Ablauf die Gastarbeiter wieder auszureisen hatten. Doch das hat sich anders entwickelt. Viele (die meisten?) Gastarbeiter sind in Deutschland geblieben. Was ich damit sagen will: Kategorie 1 „Gastarbeiter“ ist faktisch mit Kategorie 2 „Migranten als Einwanderer“ identisch. Je nach Sichtweise auch mit Kategorie 3 „Migranten als Zuwanderer“.

Ich würde auch eine andere Verwendung des Begriffs „Migrant“ bevorzugen. Ein Migrant ist ein Mensch, der seine Heimat verlässt und sich auf unabsehbare Zeit, also in der Regel permanent, in einem anderen Land ansiedelt.

Manche Menschen migrieren, weil sie politisch verfolgt werden. Das ist ein Fall für die Asylgesetzgebung. Andere Menschen migrieren, weil sie in ihrem Heimatland keine Arbeit und kein Auskommen bekommen. Das fällt unter Tibis Kategorien 1, 2, 3 oder 4. Wieder andere Menschen fliehen vor einem Krieg. Viele Menschen migrieren aus einer Kombination aus Gründen. Jemand kann beispielsweise aus einem nicht direkt unter Beschuss liegenden Teil eines Bürgerkriegslands stammen und dort keine Zukunft mehr sehen, und möchte dann irgendeinen Weg nutzen, um sich in einem anderen Land ein Leben aufzubauen. Ist er jetzt Kriegsflüchtling, Asylbewerber, Zuwanderer oder Einwanderer?

Was ich damit sagen will ist, dass Tibis Anliegen zu kategorisieren nachvollziehbar ist und mir auch nützlich erscheint, aber seine Kategorisierung wirkt auf mich ehrlich gesagt dahingerotzt und nicht durchdacht. Herr Tibi wirft Migrationsursachen und Kategorien der Legalität des Aufenthalts im Ziel-Land wild durcheinander.

Wenn ich fünfzehn Minuten überlegen sollte und dann einen Gegenvorschlag machen müsste, dann würde er eher so lauten (und mir ist dabei bewusst, dass ich damit keine neue Erkenntnis verbreite): Alle, die aus welchen Gründen auch immer nach Deutschland kommen und hier leben wollen, sind Migranten. Und es gibt „schutzbedürftige“ Migranten und es gibt „nicht schutzbedürftige“ Migranten.

Bei den „Schutzbedürftigen“ würde ich generell das humanitäre Völkerrecht anwenden, das Staaten dazu verpflichtet diese Menschen aufzunehmen und vorübergehend zu versorgen. Hier gibt es grob gesagt Asylberechtigte (= individuelle Schutzbedürftigkeit aufgrund von Verfolgung) und Kriegsflüchtlinge (= allgemeine Schutzbedürftigkeit nach Völkerrecht).

Bei den „nicht Schutzbedürftigen“ würde ich ein strenges Einwanderungsprozedere befürworten, das klar nach unserem nationalstaatlichen Bedarf Arbeits- und Ansiedlungserlaubnisse erteilt oder verweigert.

Bei den „Schutzbedürftigen“ kann ich aus prinzipiellen Gründen keine unilateral und national festgelegte Obergrenzen akzeptieren – da kann Herr Tibi argumentieren wie er will. Hier kann es aber auch nicht Dauerzustand sein, dass ein Land (z. B. Deutschland) allein ausbadet, was auf viele Schultern verteilt werden müsste. Das wird in den kommenden Jahren ein zentraler Bestandteil unserer Außen- und Europapolitik bleiben müssen, bis es bessere zwischen- und überstaatliche Lösungen gibt. Ich habe das anfangs unterschätzt und konnte mir nicht vorstellen, dass weite Teile von EU-Europa so engstirnig und kurzsichtig wie Ungarn agieren würden. Ich denke es ist okay denen noch etwas Zeit zu geben, um ihrer Verantwortung irgendwann irgendwie gerecht zu werden, aber so wie es derzeit läuft, geht‘s auf Dauer halt nicht. Das ist vollkommen verantwortungslos und nationalistisch-engstirnig von unseren EU-Partnerländern.

Gedankenexperiment: Was wäre, wenn morgen der Staat „Ukraine“ aufgrund der russischen Aggressionen kollabieren würde? Sagen wir mal, die Wirtschaft bräche komplett zusammen, es gäbe sogar eine Hungerkrise und aus irgendwelchen Gründen bekommt es niemand in den Griff. Die Folge wären 10 Millionen Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Westeuropa wären. Weißrussland, Polen, Rumänien und Ungarn machen die Grenzen dicht. Die Slowakei lässt die Menschen durchreisen. Eine ähnliche Situation hatten wir ja bereits letztes Jahr mit Flüchtlingen aus Syrien und anderen Ländern. Aber diesmal ist es zehnmal schlimmer.

Wie soll denn hier bitte eine Obergrenze aussehen? In einem solchen Szenario müssten alle Länder mit einem Rest von Verantwortungsgefühl doch einfach helfen. Oder sollte man die Grenzen dicht machen und darauf warten, dass die Menschen woanders aufgenommen werden (was ja nicht passieren würde) oder schlicht verhungern oder erfrieren wie auf den Todesmärschen am Ende des Zweiten Weltkriegs?

Eine Obergrenze ist und bleibt in meinen Augen Unfug. Was es aber unbedingt geben muss, sind international gültige Kontingente. Und das würde so gehen, dass man sich anschaut, wie viele schutzbedürftige Menschen es gibt, und diese würden dann auf der Basis von Kontingenten auf die verschiedenen Länder aufgeteilt. Das hat die EU ja auch versucht durchzusetzen, leider ist das jedoch bisher am Widerstand einzelner Mitgliedsstaaten gescheitert. Ich finde es auch in Ordnung, wenn beispielsweise die Bundesregierung in diesen zwischenstaatlichen Verhandlungen klar kommuniziert, welches Kontingent sie bereit ist für Deutschland zu akzeptieren. Das alles ist aber nicht identisch mit dem Konzept einer einseitig verkündeten Obergrenze!

Eine Obergrenze ist bei „nicht Schutzbedürftigen“ sinnvoll und absolut machbar. Aber nicht bei den „Schutzbedürftigen“. Bei letzteren helfen nur zwischenstaatliche Kooperation, Verteilung der Lasten, Fluchtursachenbekämpfung, Lösung von Konflikten, Umweltpolitik, Entwicklungshilfe.

Die Praxis unseres Asylrechts

Aber ich schweife ab. Zurück zu Tibi. Er hat trotz allen begrifflichen Verwirrungen und einigen durchsichtigen rhetorischen Verdrehungen in einem Punkt ganz recht: wir dürfen nicht einfach alle Menschen, die zu uns kommen, in den Topf „Asylsuchende“ packen. In einer sinnvolleren Zuwanderungspolitik sollte in meinen Augen wie gesagt zwischen „Schutzbedürftigen“ und „nicht Schutzbedürftigen“ unterschieden werden. Dabei würde es helfen, wenn möglichst viele Menschen, die nach Deutschland kommen wollen, sich selbst ganz freiwillig als „nicht schutzbedürftig“ klassifizieren würden. Ich würde als ein zentrales Ziel festlegen, den Anteil der Migranten zu erhöhen, die sich selbst als „nicht schutzbedürftig“ einsortieren.

Damit das klappt muss es reale und geregelte Einwanderungsmöglichkeiten geben. Und es muss eine echte Aussicht auf Erfolg existieren. Und notwendigerweise würde dieser Prozess nicht an der Grenze Deutschlands beginnen, wo man die Menschen schon kaum noch ohne Härten abweisen kann, sondern im Herkunftsland.

Herr Tibi macht im weiteren Verlauf noch den Fehler, der gewollten Einwanderung einzig das individuelle Asylrecht für politisch Verfolgte gegenüberzustellen. Damit verschweigt er die zahlenmäßig wichtigste Gruppe der „Schutzbedürftigen“, nämlich die Kriegsflüchtlinge. Diese sind keine politisch oder individuell Verfolgten, für die das Asylrecht gemacht ist. Dennoch sind sie schutzbedürftig, und ihre Rechte sind völkerrechtlich verbrieft, woran auch Deutschland gebunden ist.

Es ist korrekt, Kriegsflüchtlinge nicht als Asylberechtigte zu behandeln, aber sie brauchen genau wie „echte“ Asylberechtigte einen Schutzstatus. Genau wie die Flüchtlinge des Jugoslawienkriegs in den 90er Jahren müssen die syrischen Kriegsflüchtlinge eine Bleibe haben, bis sie wieder sicher in ihre Heimat zurückkehren können. Da dies sehr lange dauern kann, ist es sinnvoll Kriegsflüchtlinge nicht zu isolieren, wie es beispielsweise mit den Palästinensern in verschiedenen nahöstlichen Staaten geschehen ist, was zu großen Problemen geführt hat, sondern ihnen Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt zu verschaffen.

(Das bedeutet weitergedacht, dass es für „Schutzbedürftige“ nachgelagerte Wege zu einer regulären Einwanderung analog zu den „nicht Schutzbedürftigen“ geben sollte, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.)

Tibis Kritik an der Praxis unseres Asylrechts, in dem es hunderttausende Fälle von „Duldung“ gibt, ist verlockend und naheliegend, aber auch hier nur die halbe Wahrheit. In meinen Augen stellt er es so dar, als würde niemand versuchen, Asylverfahren zu beschleunigen und die Zahl der Ausreisen (ob freiwillig oder nicht) zu erhöhen. Fakt ist aber doch, dass sehr viele der zur Ausreise verpflichteten Ausländer aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreisen können. Einer der Hauptgründe ist, dass ihre Herkunftsstaaten sie nicht aufnehmen!

Asyl und Sicherheit

In einem späteren Absatz geht Tibi noch auf Sicherheitsaspekte in der Zuwanderung ein:

Zitat:
Islamisten, die in ihren eigenen islamischen Länder verfolgt werden, sollte also kein Asylrecht in Deutschland gewährt werden. Sie sind ein Risiko für das nationale Interesse des Landes. Man muss dieses Tabu brechen und klar sagen, dass Sicherheitspolitik der humanitären Politik gleichrangig sein muss, wenn der Rechtsstaat keine Selbstverleugnung betreiben will.

[…]

Im Gegensatz dazu verbietet das herrschende Narrativ in Deutschland die Verbindung von Migration und Sicherheit und macht daraus ein Tabu.


Ich gehe mal davon aus, Herr Tibi meint in diesem Kontext mit „Islamisten“ Menschen, die unter dem Deckmantel des Islams Gewalt gegen Andersdenkende propagieren. Und ich verstehe ihn so, dass er diese Menschen – ungeachtet der Konsequenzen – zurück in ihr Heimatland schicken würde.

Nun, nach meiner Einschätzung müsste eher folgendermaßen vorgegangen werden: Sollte diesem „Islamisten“ in seinem Heimatland tatsächlich Folter und Tod drohen, dann ist objektiv wohl eine Schutzbedürftigkeit festzustellen. Eine Ausweisung wäre vielleicht sogar gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Das lässt unser Grundgesetz schlicht nicht zu. Und es gehört einfach zu den Werten, die Herr Tibi verteidigen will, dies zu respektieren. Da helfen auch argumentative Pirouetten nicht.

Aber niemand sagt, dass dieser asylberechtigte „Islamist“ hier willkommen geheißen und nicht weiter behelligt werden müsste. Diesem Menschen könnte der Prozess gemacht werden, und dann landet er mit seinem schönen temporären Aufenthaltstitel erst einmal im Knast.

Habe ich damit ein Tabu gegenüber den Ansichten von Herrn Tibi formuliert? Ich finde nicht. Ich habe einen grundgesetzkonformen und „sauberen“ Weg skizziert, wie meiner Meinung nach bei sicherheitsgefährdenden Asylbewerbern verfahren werden könnte.

Man könnte darüber hinaus sogar über ein Hausarrest oder eine Sicherheitsverwahrung debattieren. Ich denke so etwas gibt es in Deutschland bisher nicht wirklich, aber diskutieren könnte man das ja mal.

Jetzt ist ein solcher Fall natürlich immer auch ein rhetorisches Mittel, um einen größeren Punkt zu befördern. Bei Herrn Tibi scheint dieser Punkt zu sein, die absolute Geltung des Grundgesetzes zum Thema Asylrecht auszuhebeln. Er konstruiert einen Extremfall, der vermutlich nur einen verschwindend geringen Prozentsatz aller Asylbewerber betrifft, und macht diesen zum Präzedenzfall. In meinen Augen zündet das aber nicht, weil es noch einen gesunden Mittelweg zwischen „zurück in den Tod schicken“ und „fröhlich in Duisburg Marxloh predigen / Bomben bauen lassen“ gibt.

Gesinnungs- und Verantwortungsethik

Richtiggehend absurd und sehr unfair finde ich den Vorwurf Tibis an Angela Merkel „gesinnungsethisch“ zu handeln. Er skizziert „Gesinnungsethik“ als „Romantik des intellektuell Interessanten“ und „Moralisieren“. Angela Merkel betreibt aber völlig im Gegenteil eine Politik der Einschränkung von Migration nach Deutschland, und zwar auf allen Ebenen. Es wurden Gesetze verschärft, es wird daran gearbeitet, Verfahren zu beschleunigen, und es wurde nicht zuletzt ein lupenrein „verantwortungsethisch“ zu nennendes Abkommen mit der Türkei geschlossen.

Sicherlich gibt es Stimmen im öffentlichen Diskurs, die im Sinne einer „Gesinnungsethik“ argumentieren. Diese Stimmen kritisieren dann beispielsweise Angela Merkels Abkommen mit der Türkei als verantwortungslos, weil die türkische Regierung ja total unethisch agiere (was ja auch stimmt). Genau wie Henryk Broder, dessen Artikel ich vor einiger Zeit bereits seziert hatte, versucht auch Herr Tibi die abgelegeneren und eher abstrusen Stimmen im breiten Lager der „Willkommenskulturfreunde“ als Pappkameraden aufzustellen, auf den man dann eindreschen kann. Ausgerechnet Frau Merkel darin einzuschließen ist und bleibt an den Haaren herbeigezogen.

65 Millionen Flüchtlinge

Zitat:
2015 gab es nach Angaben des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) 58 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. Im Jahr 2016 ist die Zahl sprunghaft auf 65 Millionen angestiegen.


…und…

Zitat:
In der Neuausgabe meines Buches „Europa ohne Identität?“ argumentiere ich in dem ergänzten Kapitel „Europäisierung oder Islamisierung“, dass Europa bei der Aufnahme von 65 Million Flüchtlingen aus Nahost und Afrika nicht mehr als zivilisatorische Entität existieren würde. Diese Tatsache muss man frei aussprechen dürfen.


…und…

Zitat:
In der ersten Oktoberwoche 2016 hat Amnesty International einen Anklagebericht gegen „reiche Länder“ veröffentlicht, die nicht bereit sind, diese Flüchtlinge unbegrenzt aufzunehmen. Das ist reiner Wahnsinn. Jeder Mensch, der ein wenig Ahnung von sozialen Systemen hat, muss doch wissen, dass jedes soziale System „self-maintenance“, also Selbstbehauptung zur weiteren Existenz erfordert.


Auch hier wendet Tibi bedauerlicherweise wieder seine rhetorischen Kniffe der Dramatisierung an. Es gibt weltweit 65 Millionen Flüchtlinge. Niemand sagt oder erwartet, dass die allesamt nach Europa kommen!

Tatsächlich weiß niemand, wie viele Menschen sich in den kommenden Jahren tatsächlich in Richtung Europa aufmachen werden.

Wir sprechen also nicht von 65 Millionen Flüchtlingen, die die EU absorbieren soll, sondern von einer unbekannten und deutlich kleineren Zahl. Ergo ist das unausgesprochene implizite „Argument“ von Herrn Tibi, Europa müsse sich generell abschotten, in der Form erst einmal haltlos.

Ich finde es wirklich schlimm, wenn jemand so „argumentiert“. Das ist BILD-Niveau und schadet eigentlich dem eigenen Ansehen. Es ist eine Beleidigung der Intelligenz der Leser.

Viel weiter möchte ich auf das Thema vorerst nicht eingehen. Bei Rückfragen stehe ich aber zur Verfügung zwinkern

Postmoderner, kulturrelativistischer Nihilismus

Es folgt der stärkste Teil von Herrn Tibis Artikel, der leider an manchen Stellen durch das typische Zensur-Gejammer von Welt- und Cicero-Autoren durchzogen ist. („Ich darf nicht sagen, was ich denke.“) Schade, dass er sich diese Opferrhetorik zu Eigen macht, denn er sagt hier einige sehr richtige Dinge, die ich unbedingt unterstütze. Denn ich bin Popperianer. Morgi und AdrianB haben mich schon vor Jahren bekehrt. Ich habe Poppers „The Open Society and Its Enemies“ geradezu verschlungen. Das Buch hat einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal! Und ich lehne die Post-postmoderne Scheißgesellschaft ab, in der alles drissejal ist und man alles mit allem gleichsetzen kann, weil es nur noch auf die eigene Meinung ankommt. Ich fechte ab und zu mit solchen Vögeln in irgendwelchen Leserkommentarspalten. Ich hasse, hasse, hasse den Eindruck, wir lebten in einer post-faktischen Gesellschaft, den man leider allzu oft haben muss.

Ja, Deutschland muss zu einem Einwanderungsland werden und die dafür nützlichen und gut funktionierenden Instrumente entwickeln.

Ja, es muss zwischen humanitärer Politik und Einwanderung streng unterschieden werden. Hier würde ich lediglich vermuten, dass Herr Tibi die Grenzen der humanitären Politik zu eng setzt. Ich persönlich möchte auch keine ungesteuerte Zuwanderung aus beliebigen afrikanischen oder sonstigen Staaten. Aber wenn eine halbe Million Kriegsflüchtlinge durch Europa mäandert und alle anderen verantwortungsloserweise ihre Türen zuschlagen, dann will ich weiterhin, dass Deutschland es besser macht und diese Menschen aufnimmt.

Und ja, unsere Gesellschaft basiert auf Werten, die vornehmlich im Grundgesetz zu finden sind oder sich aus diesem stringent herleiten lassen. Anything goes … NOT. Dazu stehe ich unbedingt.

Wenn Herr Tibi mit gutem Beispiel vorangehen würde, indem er…


  • …seinen Alarmismus etwas zurückdreht…
  • …auf schräge Vergleiche zum Zwecke der politischen Kapitalbildung verzichtet…
  • …so wie er es von anderen verlangt auch selbst auf Kampfbegriffe verzichtet, indem er beispielsweise nicht mehr von „Gutmenschen“ spricht und nicht mehr echte oder angenommene Gegner wahllos als „Gesinnungsethiker“ abstempelt, die ja nur moralisieren würden…


…dann sähe ich inhaltlich durchaus viele Schnittmengen. Yes


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 17.01.2018, 10:41                                  +/-

Wer in den 1990er Jahren (und davor) aufwuchs. der lebte noch in einem Deutschland in dem es doppelt soviele Unter-30 Jährige (40% der Bevölkerung) gab wie Über-60 Jährige (20%).

In 2019 wird die Parität erreicht sein:
https://blog.datawrapper.de/weekly-chart-rustingfountain/

Ab dann dominiert die Vergreisung. Geschockt ü60 werden die größte Wählergruppe und der größte Kulturmarkt werden.

Huh, if the projections hold, there will be only one single female of reproductive age in the year 2106.

But what about the singles in my area?

They are single, just not fertile anymore.


Edit:
Der Chart ist von einer Berlinerin, welche noch andere nette Visualisierungen hat:
http://lisacharlotterost.de/


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Actually, throughout my life, my two greatest assets have been mental stability and being, like, really smart.
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 17.01.2018, 11:39                                  +/-

Es gibt beinahe nichts irreführenderes als Bevölkerungsprognosen.


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DMolloy



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BeitragVerfasst am: 08.04.2018, 23:38                                  +/-

Argumente von Terre des Femmes – Menschenrechte für die Frau e.V. zur Debatte um die Vollverschleierung

Terre des Femmes
Bei den anhaltenden Diskussionen um die Verschleierung fällt auf: Sowohl Demokraten, die einem humanistischen Weltbild folgen, als auch Feministinnen sprechen sich nicht selten gegen ein Verbot der Vollverschleierung aus. Dahinter steckt das berechtigte Bemühen, sich gegen rechte und fremdenfeindliche Strömungen abgrenzen zu wollen. Dabei ist Religionskritik generell ein Merkmal jeder aufgeklärten, pluralistischen und offenen Gesellschaft und hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun. Noch viel weniger ist es rechts, sich klar gegen fundamentalistische Strömungen in allen Religionen zu stellen, die ihrerseits ja meist selbst viel mit rechten Bewegungen gemeinsam haben. Hier steht TERRE DES FEMMES in der Tradition der Feministinnen, die sich seit Beginn des letzten Jahrhunderts gegen den religiös-patriarchalischen Fundamentalismus und seine vorgeschriebenen Geschlechterrollen und voraufklärerischen Ansichten einsetzen.

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BeitragVerfasst am: 09.04.2018, 10:26                                  +/-

Jo, ist bekannt. Und eigentlich auch unstrittig. Das Gegenargument (jede soll machen, was sie will) ist schwierig, weil sich die Freiwilligkeit im Einzelfall schwer beurteilen lässt, hat aber dennoch eine gewisse Berechtigung, finde ich. Grundsätzlich ist das "System Kopftuch" aber Ausgeburt einer (in Teilen) totalitären Relgionsausübung. Idealerweise würde sich der Islam selbst dahingehend reformieren, dass das Kopftuch abgeschafft wird. Schade, dass diese Religion bzw. die meisten Länder, die muslimisch geprägt sind, noch so konservativ sind und diesen säkularen Sprung in die Zukunft auf absehbare Zeit wohl nicht tun werden.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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BeitragVerfasst am: 23.04.2018, 11:55                                  +/-

https://www.ksta.de/kultur/kolumne-von-juergen-d...e-heimat-30056554

SPD Mitglied Jürgen Domian "trägt" auch was zum Thema bei.

Ich verstehe die Prämisse einfach nicht, mit der plötzlich soviele Leute auf AfD-Kurs einschwenken. Dass Muslime bzgl. Frauen/Homosexualität anders denken, ist nicht neu. Das weiß jeder. Und wer, wie Domian, jetzt hier behauptet, dass Grüne oder Linke das gut fänden, ist genau bei der AfD angekommen.

Wer fordert denn bitte NICHT, dass solche Ärsche, die die Typen mit der Kippa in Berlin angegriffen haben, abgeschoben werden können müssen?

Diese Reaktionen jetzt sind einfach nur verlogen. Huch, es gibt Antisemitismus bei den Muslimen. Das gäbs ja bei uns Biodeutschen niemals... ja nee, is klar.

Denn wenn es so weitergeht; wenn Juden (oder auch Schwule) auf offener Straße verprügelt werden, weil sie sind, was sie sind – dann ist Deutschland nicht mehr mein Land, nicht mehr meine Heimat. – Quelle: https://www.ksta.de/30056554 ©2018


Das stimmt natürlich, aber das nicht allein mit Muslimen zu tun (schon gar nicht mit allen). Zweifel an meinem Land und "meiner Heimat" kriege ich schon seit Pegida durch (ost)deutsche Städte marschiert. Ob dort händchenhaltende Schwule oder Juden mit Kippa besser aufgehoben wären?


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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 23.04.2018, 15:36                                  

Es ist doch einfach mal so, dass jemand der vor genau solchen Dingen bereits vor Jahren gewarnt hat in die Rechte Ecke gestellt wurde. Von, und da widerspreche ich Dir, vor allem eben linken Parteigängern.
Allein mit Deiner Feststellung, dass Domian mit dieser Behauptung schon bei der AfD angekommen ist unterstreicht das doch deutlichst.
Kritisiert wurde dabei schon immer, dass sich Deutschland, ohne es wirklich zu müssen, freiwillig hundertausende Menschen aus Gebieten in denen der Hass auf Juden/Israel und Schwule mit der Muttermilch verabreicht wird, ins Haus geholt hat.
Und jetzt werden die Folgen immer offenbarer.
Der Punkt ist einfach der, dass die etablierten Parteien sich dem Thema viel zu lange entzogen haben bis sich die AfD darauf ein bequemens Fundament bauen konnte.
Und jetzt werden von den selben Leuten die es zugelassen haben, dass es soweit kommen konnte auch noch all diejenigen als Rechte, Rachtsradikale oder sogar Nazis diffamiert die auch nur veruchen die Debatte breiter und ehrlicher zu führen als es bisher der Fall war.
Wenn ich mir dann noch Kommentare wie den von Christian Stöcker von SPON durchlese in dem er die "die unfassbare Waschlappigkeit, mit der die deutsche Politik, insbesondere der rechte Flügel der Union und die CSU, der AfD begegnet" beklagt aber auf der anderen Seite jede Art von Kritik am Status Quo als bestenfalls Angstmacherei belächelt weiles uns ja so (wirtschaftlich) gut geht, dann hab ich auch keine Idee mehr wie man das Thema eigentlich noch angehen will...

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 23.04.2018, 15:45                                  +/-

ohne es wirklich zu müssen


Was soll denn das heißen?


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DMolloy



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BeitragVerfasst am: 23.04.2018, 22:21                                  +/-

Aktuell geplante Solidaritätsaktionen ("Kippa Days" = einen Tag lang Kippa tragen):

Berlin trägt Kippa
Mittwoch, 25. April, 18 Uhr
Gemeindehaus in der Fasanenstraße in Charlottenburg

Kippa Colonia
Mittwoch, 25. April, 18 Uhr
Domplatte (Römerbogen), Köln

Thüringen trägt Kippa
Mittwoch, 25. April, 10:30 Uhr
Mikwe an der Krämerbrücke, Erfurt


Frankfurt plant am 14. Mai was.

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 24.04.2018, 07:32                                  +/-

Find ich gut. Bei aller Kritik an so medialen Luftpumpen wie Domian, möchte ich bitte nicht so verstanden werden, dass der Schutz von Juden (nicht nur in Deutschland) nicht prioritär wäre. Man kann höchstens mal fragen, warum nach Pöbeleien eines Deutschen gegen Juden (vor ein paar Wochen) keine Solidaritätsaktionen kamen. Oder ob es nicht etwas bequem ist, "Antisemitismus" lediglich den Muslimen zuzuschreiben. Wo waren die Solidaritätsaktionen nach "dem Mahnmal der Schande" von Bernd Höcke? Ich bin absolut dafür, Antisemiten auszuweisen. Alle Antisemiten. Die indoktrinierten Hardcore-Muslime genauso wie die deutschen Zaun- und Gartenzwerg-Antisemiten. Können gleich mal bei den Angreifern aus Berlin anfangen und bei allen Reichsbürgern weitermachen.

Ich persönlich hätte ehrlich gesagt Angst davor, bei so einer Solidaritätsaktion plötzlich neben einem Typ mit AfD-Button zu stehen. Ich hoffe, dass solche Leute dann enstprechend ausgesondert würden, weil es einfach nur zynisch ist, mit AfD-Button zu so einer Aktion zu gehen. Ich weiß, dass das jetzt erst noch ein "Strohmann"-Argument ist. Andererseits wurde der Angriff auf die Kippa tragenden Männer von der AfD natürlich genüsslich für ihre Zwecke missbraucht. Frau von Storch twitterte, dass Angriffe gegen Juden eine Schande seien (stimmt!). Dass sie mit Bernd Höcke oder dem Holocaust-Leugner Gedeon in einer Partei ist, macht ihr dabei selbstverständlich keine Kopfzerbrechen. Und da (bzw. nicht nur da) muss man sich natürlich um ihre geistige Gesundheit Sorgen machen (wenn sie einem nicht völlig egal ist). Davon abgesehen, sind Angriffe auf Deutsche oder Muslime auch eine Schande. Natürlich würde von Stroch das nie schreiben, weil es ihr in Wirklichkeit nicht um die Opfer im Allgemeinen geht, sondern nur um die Opfer von Muslimen. Man könnte auch sagen, es geht ihr eigentlich nur um die Täter. Deswegen verband sie ihren "Solidaritäts-Tweet" auch mit der "Info", dass 81% aller Angriffe auf Juden von Muslimen begangen würden.


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 24.04.2018, 08:06                                  +/-

Gurthang
Kritisiert wurde dabei schon immer, dass sich Deutschland, ohne es wirklich zu müssen, freiwillig hundertausende Menschen aus Gebieten in denen der Hass auf Juden/Israel und Schwule mit der Muttermilch verabreicht wird, ins Haus geholt hat.

Uns geht es echt zu gut.
Aber klar, wenn Flüchtlingsheime brennen, etc, dann interessiert das keine Sau, weil es uns ja nicht betrifft und das sind ja zwar Deutsche, wirsindjanichtsoindeutschland, whatever.

Selbstverständlich bedeutet bei dieser Menge an Einwanderern, dass da Menschen mit dabei sind, deren Gesinnung scheiße ist, aber das heißt nicht im Umkehrschluss, dass wir uns fein aus der Verantwortung ziehen dürfen. Globalisierung schön und cool, aber das bedeutet nicht nur, sich schön überall die besten Stücke rauszupicken und den Rest vergammeln zu lassen (oder fleißig mit Waffen zu versorgen).

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DMolloy



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BeitragVerfasst am: 25.04.2018, 17:24                                  +/-

DMolloy
Aktuell geplante Solidaritätsaktionen ("Kippa Days" = einen Tag lang Kippa tragen):

Berlin trägt Kippa
Mittwoch, 25. April, 18 Uhr
Gemeindehaus in der Fasanenstraße in Charlottenburg

Kippa Colonia
Mittwoch, 25. April, 18 Uhr
Domplatte (Römerbogen), Köln

Thüringen trägt Kippa
Mittwoch, 25. April, 10:30 Uhr
Mikwe an der Krämerbrücke, Erfurt


Frankfurt plant am 14. Mai was.



DITIB zeigt sich auch gleich solidarisch:

DITIB
Daher begrüßen und unterstützen wir die Aktionen "Kippa Colonia" und "Berlin trägt Kippa" und wünschen den jüdischen Glaubensgemeinschaften, dass mit dieser Aktion ein klares, deutliches Zeichen der Solidarität gesetzt wird. Deshalb unterstützen wir gemeinsam mit anderen muslimischen Glaubensgemeinschaften den Aufruf an die Muslime, als Zeichen der Solidarität eine Takke zu tragen.


Quelle: http://www.ditib.de/detail1.php?id=642&lang=de

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Thanil
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BeitragVerfasst am: 25.04.2018, 18:59                                  +/-

Mal abgesehen davon, dass ich das jetzt nur milde empörend finde, wenn Muslime dem Aufruf folgen und mit ihrer Takke auf dem Kopp mitmachen, solange sie halt dabei sind und ihre Solidarität demonstrieren, geht mir der DITIP inzwischen so richtig auf den Sack. Der Laden ist ja ein verlängerter Arm der türkischen Regierung. Habe letztens einen Bericht gesehen demzufolge sie in ihren Gemeinden Türkisch-patriotische Krippenspiele aufführen lassen, in denen Kinder als türkische oder osmanische Soldaten verkleidet irgendwelche Schlachten nachspielen. Wat is mit denen? 😖

Gepostet am 25.04.2018, 19:01:

Aber kaum habe ich es erwähnt, da stört mich auch schon gleich der Umstand, dass das Thema »Solidarität mit Juden« gleich wieder in die nächste Islamdebatte abgleitet. Musste das jetzt dringend sein, DMolloy?


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