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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 15.05.2005, 20:55                                  +/-

Du meinst so ne leere Bühne mit einem Stuhl in der Mitte und links steht einer in einer SS-Uniform und murmelt was vor sich hin. Ab und an schreit er ganz laut "Das ist doch Scheiße!" und dann zieht er sich aus?

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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 15.05.2005, 20:59                                  +/-

Ja, GENAU so etwas! Ich fühle mich hier verstanden, hach! :o)

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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 15.05.2005, 21:04                                  +/-

pfeifenkrautler
und dann zieht er sich aus?

Gegen das Ausziehen ist ja nicht immer was einzuwänden.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 15.05.2005, 21:08                                  +/-

Ist anscheinend sehr beliebt geworden im modernen Threater. Geht gar nicht mehr ohne. Ich mein, wenn schon Operndiven sich ausziehen. Ich geh ja nie ins Theater, aber ab und an les ich von kleineren Skandalen wegen (Beinahe-)Sex auf der Bühne, weiß da jemand mehr?

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Triskel
Dressed-Pugly


Beiträge: 19903
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BeitragVerfasst am: 15.05.2005, 21:12                                  +/-

Ich dachte sowas passiert nur bei Schlingensief.

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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 15.05.2005, 21:17                                  +/-

Ich glaube eher, daß diese Art "Skandälchen" so alt sind wie das Theater selber.

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Arbrandir



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BeitragVerfasst am: 16.05.2005, 00:43                                  +/-

Eleonoradus und seine Kollegen würden dem durchaus beipflichten...



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titania



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BeitragVerfasst am: 16.05.2005, 01:58                                  +/-

Drückt sich da jemand vor einer Mouläng-Rouge-Antwort?

Und das mit den Theatern ... kann ich bedingt nachvollziehen. In Münster war es ganz grausam und an plattheit nicht mehr zu überbieten (WEnn ein Theaterstück "Die Gräfin von Gerolstein" heißt, denke ich zugegebenermaßen auch für 5 Sekunden an die Mineralwasserfirma. Aber würde unsereins dann auch wirklich die Bühne mit Wasserkästen zupflastern und Etikettenkleider basteln? Neinneinnein), in Mannheim habe ich bisher nur gutes über die Inszenierungen gehört - und "Hamlet" war dort wirklich ganz wunderbar. Großartig. Wie ich mir theater heute wünsche.


Gewagte These: Würde das ganze ohne Subventionen anders aussehen? Oder will die Mehrheit nacktes Fleisch und orgiastisches Gewälze und Gestöhne?


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Arbrandir



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BeitragVerfasst am: 16.05.2005, 02:28                                  +/-

titania
Drückt sich da jemand vor einer Mouläng-Rouge-Antwort?

Ach ich sollte da noch was antworten? Wieso sagt mir das denn keiner?!


Zitat:
Oder will die Mehrheit nacktes Fleisch und orgiastisches Gewälze und Gestöhne?

Immer her damit! Wenn auch nicht unbedingt im Theater.


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titania



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BeitragVerfasst am: 16.05.2005, 03:35                                  +/-

Zitat:
Immer her damit! Wenn auch nicht unbedingt im Theater.

Viel Spaß morgen. (wegeditiert wegen: Ich bin ein braves Mädchen)


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Zuletzt bearbeitet von titania am 16.05.2005, 13:28, insgesamt einmal bearbeitet
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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 16.05.2005, 13:18                                  +/-

Ich besitze zusammen mit meiner Schwester ebenfalls ein Theater Abo (also zusammen besitzen wir zwei davon), das ebenfalls Schauspiele, Tanzabende, Opern und manchmal auch noch eine Operette umfasst.
Zu Tanzstücken fehlt mir scheinbar auch komplett der Zugang, aber das scheint sehr vielen Menschen so zu gehen, denn an den Abenden, an denen Tanzstücke gezeigt werden, ist das Theater eher wenig besucht. Wir gehen natürlich trotzdem so gut wie immer hin und trösten uns damit, dass die Stücke meistens nur ca. 90 Minuten gehen.
Zum Opernfan werde ich wohl auch niemal werden, wobei es durchaus die ein oder andere gab, die mir gefallen hat. "Die Fledermaus", "Der Florentiner Hut" und "Lucrezia Borgia" zum Beispiel.
Obwohl, "Die Fledermaus" ist eine Operette, nicht? Ist ja egal, gefallen hats mir trotzdem. Außerdem war es zur Abwechslung mal auf deutsch und man bekam keine Nackenstarre von den Übertiteln.
Schauspiele mag ich am Liebsten, wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich sie teilweise nicht verstehe. Bei "Elixiere des Teufels" beispielsweise verlor ich spätestens nach der Pause völlig den Durchblick. Vielen Zuschauern scheint das schon davor so gegangen zu sein, denn nach der Pause blieben ihre Plätze leer. Ich fand das Stück durchaus sehr verdreht und verrückt, aber in der Pause zu gehen empfinde ich als respektlos den Schauspielern gegenüber und denen konnte man da wirklich nichts vorwerfen. Die Hauptperson war geradezu genial. Im Nachhinein betrachtet würde ich das Stück sogar gerne nochmal sehen und würde auch die sich anschließenden Kopfschmerzen in Kauf nehmen (und die Gewehrschüsse*). Schade, dass man für gewöhnlich keine Aufnahmen von Theaterstücken kaufen kann. Das Buch werde ich mir auf jeden Fall bei Gelegenheit mal zu Gemüte führen, wobei es mich nicht wundern würde, wenn ich das genauso wenig verstünde. E.T.A Hoffmann ist ja etwas verdreht.

Nächstes Wochenende bin ich glaube ich wieder im Theater.

(* Ich habe Angst vor Schüssen. Wer jemals neben mir im Theater gesessen hat, während jemand auf der Bühne mit einer Pistole rumfuchtelte, weiß, dass ich im Sitz versinke und die Hände über die Ohren lege. Daran schließt sich eine beinahe phobieähnliche Angst vor Luftballons an. *kopfschüttel* )

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titania



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BeitragVerfasst am: 16.05.2005, 14:35                                  +/-

Mir geht es ähnlich. Ich höre eigentlich ganz gerne mal ne Oper oder Operette, wenn mir gerade nach Musik UND Hörbuch ist. Viel was anderes sind dann aber auch Musicals nicht. *brückezuMoulinRougeschlag* Kann man da den Soundtrack hören und weiß, was wann wo ppassiert und warum sie welches Lied singen? Ich meine ... selbst wenn es nicht eigens dafür komponierte Stücke sind, können sie doch trotzdem die Handlung transportieren, oder? Ich meine ... Wie is das bei dem ABBA- oder Queenmusical? Gibts da "neue" Stücke oder werden die alten eingesetzt?

Na ja. Obwohl .. da gibts auch eigentlich nur so ein paar Highlights. Jetzt weiß ich auch wieder, welche Oper ich neulich meinte (@Loth): es war "Die Entführung aus dem Serail" . (Erklärung für alle: da gibts eine tolle Bassarie. Yes )
Und die Fledermaus isst auch toll. Wobei ich ja finde, das müsste mal von Baz Luhrmann verfilmt werden. So im "Romeo & Juliet"-Style. Also zumindest von der Story her. *rumwirr*

Da fällt mir ein, dass ich eigentlich meinen Mann hatte dazu überreden wollen, dass wir uns diese Saison ein Abo für Mannheim genehmigen. Hmm ...


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Schalk



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BeitragVerfasst am: 23.05.2005, 13:33                                  +/-

pfeifenkrautler
Du meinst so ne leere Bühne mit einem Stuhl in der Mitte und links steht einer in einer SS-Uniform und murmelt was vor sich hin?


Mich wundert, warum so viele etwas gegen spartanische Kulissen und Bühnenbilder haben. Ich habe eher beim Gegenteil ein Problem, ist die Bühne zu voll, verliert man den Überblick und die Staffage lenkt vom eigentlichen Geschehen ab.
Vor ein paar Monaten habe ich in Zürich eine interessante Aufführung von Richard II gesehen. Die Bühne war schwarz, der Boden bestand aus Gittern, im Hintergrund war eine ebenfalls schwarze Treppe und seitlich in der Mitte der Bühne stand ein einzelner roter Ledersessel, wie er in jedem Haus stehen könnte, der als Thron diente. Der Souffleur saß am Rand auf einem alten, einfachen Holzstuhl und las in seinem Buch.
Schlicht, reduziert, klar.



In Bewegung gebracht wurde dieses Bild nicht nur von den Schauspielern, sondern auch auch vom steten, unaufhörlichen Regen, der von der Decke prasselte, erst fein wie Nebel, bald stark und in großen Tropfen, erst Ende des 5. Akts versiegend.

Als Schauspieler muss das zienlich unangenehm sein, fast 3 Stunden im Regen zu stehen, täglich. Mir als Zuschauer hat es gut gefallen - es baute Stimmung auf, eine Alternative zu pathetischem Violinengefidel im Hintergrund.





Oper hat wirklich öfters den Hang zum Nerven, ich habe aber auch einmal eine Aufführung von "Die Liebe zu den drei Orangen" gesehen, die mir sehr gut gefallen hat. Ich kann mich zwar kaum mehr an die Musik erinnern, doch der Rest war klasse: Ein dicker Prinz, vom Wahnsinn befallen, drei Orangen seien in Wahrheit wunderschöne Frauen, wird in einem Einkaufswagen über die Bühne geschoben, während er laut vor sich hin stöhnt. Mir war zu Beginn nicht wirklich klar was das ganze sollte, witzig war's trotzdem.

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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 23.05.2005, 15:55                                  +/-

So, ich war gestern auch mal wieder im Theater und habe mir eine Oper angeschaut und zwar "Zampa oder Die Marmorbraut".
Kurz zum Inhalt: Zampa ist ein Corsar, der vor einigen Jahren ein junges Mädchen sitzen gelassen hat (ich würde annehmen, dass sie nicht die einzige war, die von ihm sitzengelassen wurde) und aus Gram darüber starb. In dem Schloss, in dem sie lebte steht seither eine Marmorstatue von ihr.
Nun kehrt Zampa zurück und zwingt Camille, die eigentlich gerade jemand anderen (nämlich Zampas Bruder) heiraten will, zur Hochzeit mit ihm. Zampa scheint zu triumphieren und Alfonse (Camilles Geliebter) versteht die Welt nichtmehr.
Während Zampas Zeit im Schloss erwacht jedoch die Marmorstatue zu Leben und reißt ihn letztendlich mitsich in die Hölle.

Das Ganze war sehr unterhaltsam und kurzweilig. Der Regisseur hatte die Oper nämlich etwas abgewandelt und einen Erzähler hinzugefügt, dessen Texte er selbst geschrieben hatte und den er auch selbst verkörperte. In seine Erzählungen wurden die Darsteller immer mit einbezogen und außerdem wurde das gesamte Stück damit aufgelockert, denn durch die Texte erhielt es einen charmant komischen Anstrich.
Das Bühnenbild hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Der Aufbau stellte abwechselnd die Welt (mal mit Rosengarten, mal mit Schloss), das Meer (mal mit Schiff mit Segeln und Bug) oder die Hölle (in rotes Licht getaucht und Lavastrom im Hintergrund) dar. Abgesehen davon war mir das Stück schon gleich nach der Ouvertüre sympathisch, die Musik war nämlich sehr, sehr schön. Ich konnte nicht umhin und musste mit meinen Füßen mitwippen.

Ja, doch war sehr schön. Und überraschend. Wir hatten uns schon auf drei Stunden Weltuntergangsdramatik auf Französisch eingestellt und dann sowas nettes.

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 31.05.2005, 09:59                                  +/-

Mein letzter Opernbesuch war vor etwa einem Jahr - als Lobelia mich in Hamburg in "Tosca" eingeladen hat. Und diese Oper könntest Du durchaus auch mal testen, Arbrandir - Du weißt, ich teile Dein Opernbanausentum weitgehend, aber ich war trotzdem gefesselt. Immerhin hat bei Tosca auch der Verismo schon zugeschlagen, will sagen, die Personen sterben in Echtzeit. Bums, tot. Und es sind einige unglaublich gute Instrumentalstellen dabei. Und natürlich "E lucevan le stelle", ein wunderbar zarter, kurzer Arienanklang, in dem die Klarinette zunächst die Hauptstimme hat und in dem der Held endlich begreift, daß Liebe wichtiger ist als Revolution. *sohoiiifz*

Zum Unterschied zwischen Musical und Oper: ganz zentral ist doch, daß im Musical in der Regel auch gesprochen wird und daß man die Leute beim Singen versteht. Ein Musical kommt mir als Hörer entgegen, eine Oper verlangt Vorausstudium, wenn man was davon haben will. Ich gehe viel lieber in nichtdeutsche Opern, weil es da die segensreiche Erfindung der Übertitel gibt.
Abgesehen von der Textverständlichkeit: ich verstehe nicht viel von Stimmbildung, aber ich kann bei Musicalsängern auch die Tonhöhe tatsächlich besser erkennen als bei der Opernträllerei.

Beim Musical hat auch, soweit ich das überblicken kann (bin wirklich kein Musicalexperte), noch keine Trennung von Stück und Inszenierung stattgefunden, jedenfalls nicht so kraß wie in Oper und Theater. Es wird wohl noch ein wenig dauern, bis "Les Miserables" als KZ-Aufstand inszeniert wird und Graf von Krolock in "Tanz der Vampire" in karierter Weste herumläuft und als Vertreter der arbeiterblutsaugenden Besitzklasse der bürgerlichen Doppelmoral der späten Fünfziger den Spiegel vorhält. (Meine Meinung zu manchen modernen Inszenierungen habe ich damit wohl auch gleich zum Ausdruck gebracht...)

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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 31.05.2005, 11:21                                  +/-

Celebrian
Beim Musical hat auch, soweit ich das überblicken kann (bin wirklich kein Musicalexperte), noch keine Trennung von Stück und Inszenierung stattgefunden, jedenfalls nicht so kraß wie in Oper und Theater. Es wird wohl noch ein wenig dauern, bis "Les Miserables" als KZ-Aufstand inszeniert wird und Graf von Krolock in "Tanz der Vampire" in karierter Weste herumläuft und als Vertreter der arbeiterblutsaugenden Besitzklasse der bürgerlichen Doppelmoral der späten Fünfziger den Spiegel vorhält. (Meine Meinung zu manchen modernen Inszenierungen habe ich damit wohl auch gleich zum Ausdruck gebracht...)


Es gibt diese Trennung, aber...

Deutschland ist - was Musicals, bzw. deren Großproduktionen, angeht - eine absolute Kreativitätswüste, es werden im Prinzip nur erfolgreiche (und uralte!!!) Produktionen aus dem Ausland geklont und wenn sie überhaupt verändert werden, dann werden sie noch ein bißchen gebügelter, kitschiger, bustourismuspublikumstauglicher. Bei "Les Misérables" in Berlin wäre ich Amok gelaufen, hätte ich für meine Karte bezahlen müssen, so konnte ich drin sitzen und wenigstens lachen, weil sämtliche Alt- und Mezzosopranstimmen durch Sopränchen ersetzt wurden und es von jugendlichen Heldentenören nur so wimmelte auf der Bühne. BTW, wo wir gerade bei Bühne sind: Herrlich, wie sie das Wiener Bühnenbild 1:1 übernommen haben. Oder eher 0,5:1, der Maßstab stimmte nicht so ganz, es sah aus wie die Wiener Inszenierung in Miniatur, die einst so beeindruckende Barrikade erschien geradezu putzig und entlockte mir sehr zur Erheiterung meiner Begleitung ein begeistertes Quieken, so eine Babybarrikade weckt wirklich Adoptionsgelüste. *grins*

Und der deutschen Elisabeth-Produktion hat man so einen Zuckerguß verpaßt, daß einem davon schlecht wird, die darf man sich wirklich nur unter dem Humoraspekt angucken. Aber zu gucken gibt's auch nicht mehr so viel, die armen Huren in der Puffszene wurden in bodenlange, hochgeschlossene Kleider gesteckt. Mit den Augen rollen

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 17.06.2005, 13:24                                  +/-

Lothiriel's lament

Deutschland ist - was Musicals,
bzw. deren Großproduktionen, angeht
eine absolute Wüste.

Es werden im Prinzip nur erfolgreiche (und uralte!!!)
Produktionen aus dem Ausland geklont
und wenn sie überhaupt verändert werden,
dann nur gebügelt:

Kitschiger,
bustourismuspublikumstauglicher.

Bei "Les Misérables" in Berlin
wäre ich Amok gelaufen,
hätte ich für meine Karte bezahlt.

So konnte ich drin sitzen und wenigstens lachen,
weil sämtliche Alt- und Mezzosopranstimmen
durch Sopränchen ersetzt
wurden und es von jugendlichen Heldentenören nur so wimmelte
auf der Bühne.

*roll*

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Waldelb



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BeitragVerfasst am: 30.10.2005, 21:33                                  +/-

Ich war gestern wieder im English Theatre: Midsummer Night's Dream.

Warum ich das so schreibe? Zeitgründe. Aber ich weiß, dass ich dieses Satz so nicht stehen lassen werde. Esthetik... Es wird also in Kürze editiert werden.


_________________
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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 30.10.2005, 23:34                                  +/-

Ohhhhhh, ich will das auch sehen, kann aber nicht so oft nach Frankfurt. Das nächste Stück, das ich dort sehen werde, wird wohl RENT sein.

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Psycho Dad
Sultan der Rhetorik


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BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 06:53                                  +/-

In Deutschland gibt es 80 Millionen Kultusminister, aber nur 16 schreiben auch in Tylers Kneipe.


_________________
„Hm, ich hätte Appetit auf generell asiatisch.“
(Tyler D.)
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Ludy
Sommerfestlady


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BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 08:57                                  +/-

Das hast Du schön gesagt, Psycho.


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Raus aus dem Aquarium und Vogel werden – is’ schwierig.
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Morgi



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BeitragVerfasst am: 30.11.2005, 16:40                                  +/-

So, ich lasse meinen gestrigen Theaterabend mal Revue passieren. Vorneweg: Das Stück, "Ondine", in den 40ern von Jean Giraudoux geschrieben, hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Ich copy&paste mal kurz die grobe Handlung:

Zitat:
Nach dem 2. Weltkrieg entsteht der erste analytische, zart-poetische Text aus einer Feder der Sieger: Jean Giraudoux beschreibt den blonden, deutschen Hans und die französische Nixe – kommen sie (wieder) zusammen? Was hat Ondine uns Europäern 2005, heute zu sagen? Erleben wir das behutsame Versöhnungsangebot aus dem Jahre 1 nach dem Krieg – auf heute europäische Bühne. Hansgünther Heyme

Die Liebe zwischen dem Ritter Hans und der Nixe Undine endet tragisch: Hans findet in Undine das reine Ideal der Wahrheit und Liebe, doch das Naturwesen scheitert an den Konventionen der Gesellschaft, und Hans selbst zeigt sich den Ansprüchen des Ideals nicht gewachsen. Er wird des Absoluten, Vollkommenen überdrüssig, wendet sich wieder seiner früheren Geliebten Bertha zu und betrügt mit ihr Undine. So muss er, dem Pakt mit dem Wasserkönig zufolge, sterben, und Undine wird in ihr Element zurückgerufen.
Giraudoux‘ Liebe gehört seinen Märchengestalten, Träumerinnen einer besseren Welt.


Das Ganze kommt dabei auf der Bühne längst nicht so ernst und schicksalhaft rüber, wie die Zusammenfassung vermuten lässt. Im Gegenteil, man hat eher den Eindruck einer leichten Komödie, die Charakterzeichnung ist ziemlich flach, die Dialoge entweder mit eher lauen Witzen durchsetzt oder hölzern. Die Tanz-und Singszenen zu Beginn des Stücks lassen es fast schon operettenhaft wirken. Dass Giraudoux im letzten Viertel des Stücks plötzlich versucht, das Ruder herumzureißen und eine tragische, bewegende Geschichte zu erzählen, macht einen arg konstruierten und unglaubwürdigen Eindruck. Durch die lockere, heitere Atmosphäre der bisherigen Szenen kauft man diesen Umschwung weder der Handlung noch den Charakteren so recht ab. Noch dazu ist das Ende ziemlich einfallslos und unoriginell.
Dass der Abend trotzdem kein Reinfall war, liegt vor allem an der technischen und schauspielerischen Umsetzung. Das Ensemble hat klasse gespielt, kein Schauspieler ist mir negativ aufgefallen, jeder wirkt in seiner Rolle überzeugend und authentisch. Außerdem waren Bühnenbild, Musik und Beleuchtung gelungen und sehr atmosphärisch. Und auch ansonsten gab es noch etliche positive Aspekte am Stück:
-Laetitia Casta
-Laetitia Casta
-Laetitia Casta
-Laetitia Casta
-Laetitia Casta
-Die scharfe Meerjungfrau oben ohne hähö

Klar, dass Casta qualitativ nicht so gut spielt wie die langjährigen Schauspielprofis des Ensembles. Aber dafür, dass sie keine Schauspielausbildung hat, hat sie ihre Rolle nicht schlecht gespielt, besonders in den fröhlicheren Szenen war sie voll in ihrem Element. Grundsätzlich würde ich sagen, dass Casta einiges Talent für die Schauspielerei hat. Ganz abgesehen davon, dass Laetitia Casta so ungefähr die attraktivste Frau sein dürfte, die jemals gelebt hat und den Großteil des Stückes äußerst spärlich bekleidet war, was einen doch nachsichtig gegen so ziemlich jedes Stück gemacht hätte *knicknack*
Ein nicht ganz gelungenes Bild von der identischen Aufführung in Paris mit Casta als Ondine:


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