Tylers Kneipe Foren-Übersicht Tylers Kneipe

 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste     RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 
Zum ChatSkypen

Allgemeines Filmgeplauder IV
Zurück  1, 2, 3 ... 19, 20, 21, 22, 23 ... 38, 39, 40, 41  Weiter Alle
 
Neues Thema eröffnen  Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten. Tylers Kneipe Foren-Übersicht -> Moving Movies
 
 
Autor Nachricht
Gimli



Beiträge: 23425
Wörter pro Beitrag: 35

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 13.09.2006, 22:20                                  +/-

Nettes Kinoerlebnis heute. In dem münsteraner Winzigkino lief heute eine fünfteilige Italo-Western-Reihe an, beginnend mit "Für ein paar Dollar mehr". Sehr interessant wie sie die fünf Filme ausgesucht haben. Ähnlich wie bei Kabel 1 geht es um Rechte und all sowas. Man musste erstmal fünf dieser alten Filme finden, die noch über einen Verleih zugänglich sind und das ergab halt eine sehr beschränkte Auswahl. Hinzu kam, dass die Kopie ziemlich alt ist, so alt wie der Film, eine wunderschöne nahezu antike 32mm-Kopie. Die Bildqualität war grottig. *g* Solch miese Qualität würde ich heute nichtmal mehr im Fernsehen erwarten geschweige denn auf DVD. Aber sie wollten nunmal ein Original zeigen und nicht einfach eine DVD einlegen. Machte das ganze sehr interessant. Außerdem war die Qualität nicht durchgehend schlecht und irgendwann fiel es einem auch gar nicht mehr so auf. Aber eine weitere Einschränkung: Zwischen den einzelnen Filmrollen durfte man keine direkte Verbindung herstellen, da das Material so alt ist, dass es dabei beschädigt werden könnte (ich musste immer an die Simpsons denken und den alten Film, der in Flammen aufgeht). Also war zwischen den Rollen - man sah das Ende meist kommen, da die Qualität dort nochmal stark abnahm - immer eine 5- bis 10-sekündige Pause mit schwarzem Bild. Der Schnitt an dieser Stelle war dadurch naürlich versaut, aber das war er auch an anderen Stellen immer mal wieder.

Hach ja, wie damals, als Kino noch 50 Pfennig kostete und man mindestens 50 Kilometer barfuß durch den Schnee laufen musste, um ein Kino zu finden. Smilie

Der zweite Teil der Dollartrilogie ist natürlich super, die Musik, die Darsteller, die Dialoge, der Humor, die Action, der Kinski .. müsste ich mir eigentlich mal auf DVD anschaffen - und Thanil müsste ihn sich mal anschauen. Zunge


_________________
Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Helcaraxe



Beiträge: 15994
Wörter pro Beitrag: 42

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 14.09.2006, 09:02                                  +/-

Gimli
und Thanil müsste ihn sich mal anschauen. Zunge

Nach oben
Antworten mit Zitat
Thanil
Iniesta de Toto


Beiträge: 46220
Wörter pro Beitrag: 42
Wohnort: ...
Private Nachricht senden
Skype Name Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: 14.09.2006, 09:03                                  +/-

Öhm... Ich muss weg!

Nach oben
Antworten mit Zitat
parasite



Beiträge: 1192
Wörter pro Beitrag: 57

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 15.09.2006, 23:04                                  

Gegenwärtig endet die 6. Leipziger Filmkunstmesse. Eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die Kinobetreiber und Filmvertreibende zueinander führt, um über das Kinoprogramm des nächsten Jahres und über Entwicklungen rund um das Medium Film zu diskutieren und diese(s) auch zu gestalten. Die Messe dauert 1 Woche und läuft so ab, dass - und das ist gerade für die ortsansässigen Filmliebhaber interessant - eine Auswahl von Kinoproduktionen mit vorrangig geringerem Budget, die im nächsten halben Jahr in Deutschland anlaufen sollen, öffentlich in mehreren Kinos der Stadt von den Vertreibern vorgestellt werden und das Publikum aufgefordert wird, das Gesehene etwas umfangreicher per Fragebogen zu bewerten. Eine Woche Sneakpreview ohne Sneak. Ich stiess am Dienstag eher zufällig auf diese coole Veranstaltungsreihe, weil ich sowieso ins Kino wollte und war erst etwas brüskiert, weil das aktuelle Standartfilmprogramm in den teilnehmenden Lichtspielhäusern über diese Woche ganz und gar abgeschafft war.

Egal, dachte ich dann und schaute mir Duelist an.



Der lief schon auf dem FantasyFilmFest und wurde wohl mit Begeisterung vom Publikum aufgenommen. Dabei handelt es sich um ein koreanischen Martial-Arts-Gewitter, das die langsam schon gewohnte asiatische Schrulligkeit mit einer offbeat Liebesgeschichte in einem historischen Setting und für das Kampfkunstgenre angeblich wegweisender Erzählintensität verbindet. Wobei letzteres ja von fast jedem Prügelfilm heutzutage behauptet wird.
Mich unterhielt der Film ziemlich gut. Das Erzähltempo wechselte immer zwischen wunderschön und aus teilweise sehr ungewöhnlichen Perspektiven aufgenommenen Kampfszenen mit viel Licht-, Schnitt- und Slow-Mo-Spielereien und den dazwischenliegenden Erzählbrücken, die zumeist musikvideoartig, temporeich und für mich unplausibel aber immer unterhaltsam überquert werden und ziemlich oft schweift der Film auch ab, und ergeht sich mit zum Teil im Takt wechselnder Musikunterlegung an der opulenten Bebilderung von Nebenschauplätzen und -charakteren. Ein frischer Erzählstil jedenfalls, dem eins sicher nicht vorzuwerfen ist: dass er langweilt. Soweit ich mich erinnere, geht es inhaltlich um eine Falschgeldverschwörung zu kaiserlichen Zeiten in Korea und um die vorwiegend über tanzartig choreographierte Duelle erzählte Beziehung zwischen einer mit ihrer (angeblichen) Androgynität hadernden Polizistin und dem traurig dreinschauenden, meisterlich schwertkämpfenden Sohn des Falschgeldverschwörers. Die Intentionen des Bösewichts wurden etwas unzufriedenstellend mit einer buddhistischen Sutre abgehandelt. Aber schön und schön fremd war der Film und ist sicher empfehlenswert für jeden, der asiatische Kampfkunst in Kostümen mag.



Richtig interessant wurde die Messe für mich dann aber am Mittwoch. Nachdem er Vorschussbuhrufe in Venedig erntete, lief an diesem Abend das heiss ersehnte neue Werk der amerikanischen Regiehoffnung Darren Aranofsky:






Es werden 3 miteinander verwobene Handlungsstränge erzählt:


a)

Ein spanischer Conquistadore (Hugh Jackman) der um 1500 im Auftrag seiner Königin (Rachel Weisz) in Südamerika auf die Suche nach dem biblischen Baum des Lebens - angeblich die Quelle für Unsterblichkeit - begibt. Die Macht dieses Mythos' soll dem von der Inquisition bedrängten spanischen Königreich zur Befreiung und neuen Blüte verhelfen und die Königin mit ihrem treuesten Diener in Ewigkeit vereinen.


b)

In der Gegenwart spielt die Geschichte um die im sterben liegenden Izzi (Rachel Weisz) und ihrem Mann und Wissenschaftler Tom Verde (Hugh Jackman), der getrieben von dem Wunsch seiner Frau zu helfen, auf der Suche nach einer Behandlung von Hirntumoren kurz vor einem Durchbruch steht (zumindest bei seinen affenartigen Probanden).


c)

Ein glatzköpfiger, nach Erlösung Suchender (Hugh Jackman) wabert auf einem Stück Erde gemeinsam mit einem sterbenden Baum in einer Blase durch die Weiten des Alls in der Hoffnung eine Möglichkeit zu finden, seinen Begleiter zu retten, an dessen Existenz seine eigene offenbar gebunden ist.



Im Kern geht es um ganz grundsätzliche Fragen und Erwägungen der menschlichen Existenz, um Liebe, Tod, Einsamkeit und der Suche nach einem Sinn in all dem. Es wird ziemlich schnell klar, dass die in der Gegenwart spielende Geschichte die ist, um die sich die anderen beiden drehen und die am ehesten in der Realität anzusiedeln ist. A und c sehe ich eher als Verbildlichung einer symbolhaften Ebene und nicht als konkrete Geschichts- bzw. Zukunftsvorstellungen des Machers. Auch so bleibt die Botschaft des Film für den reduktionistischen Zyniker sicher sehr einfach angreif- und zerlegbar. Die filmischen Ausdrucksmittel machen das nicht schwerer. Alle Szenen scheinen in Blattgold getaucht. Die Kameraeinstellung sind meist vertikal zum Geschehen gewählt, was zu ikonenhaften Bildern führt, die man sich gern ausdrucken und an die Wand hängen möchte. Aranofsky hat von seinen bisherigen technischen Einfällen (Hip-Hop-Montage, Snorricam), die wegweisend waren für das zeitgenössische Kino, diesmal keinen Gebrauch gemacht. Dennoch bleibt die Optik reizvoll und eindrücklich.
Die Kamera pendelt von den oben erwähnten kühlen, entfernten Frontal-/Übersichtsansichten auch oft in die nächste Nähe der Protagonisten, zum Teil in ihre Perspektive, was eine Spannung zwischen Distanz und Unmittelbarkeit schafft. Hugh Jackman und Rachel Weisz leisten, auch wenn sie wohl nicht erste Wahl waren, hervorragende Arbeit, die leider zwischen der Dichte der bedeutungstiefen Symbole etwas hilflos zerdrückt wird. Ich glaube ein Problem des Filmes ist auch, das die Entstehungszeit so ungewöhnlich lang war. So könnte ich mir vorstellen, dass viele ursprüngliche künstlerische Einfälle in den Anstrengungen sie trotz gekürzten Budgets über so lange Zeit gegen viele Widerstände umzusetzen oder einen ausfüllenden Ersatz zu finden, zerrieben. Auch wenn einige Szenen die Gefahr bergen, ungewollt Gelächter im abgeklärten Publikum hervorzurufen, respektiere ich den Regiesseur für seine künstlerische Vision und den Mut sie gegen Widerstände durchzusetzen. Wenn man sich drauf einlässt, bleibt man - trotz aller Esoterikvorwürfe, die man locker an die überkandidelten Bilder richten könnte - nicht unberührt. Wer "Requiem For A Dream" und die 5 Jahre Entwicklungszeit des Filmes im Hinterkopf behält wird wohl enttäuscht werden. Ich war es nicht. Dennoch kann ich mich von den "was wäre, wenn..." Erwägungen nicht befreien. Was wäre, wenn Aranofsky die Mittel gehabt hätte, um sein ursprüngliches Konzept umzusetzen?
Ein schöner Film jedenfalls. Anschauen!

Nach oben
Antworten mit Zitat
Helcaraxe



Beiträge: 15994
Wörter pro Beitrag: 42

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 16.09.2006, 08:28                                  +/-

Spitze

Was wäre denn Aranofskys ursprüngliches Konzept gewesen?

Nach oben
Antworten mit Zitat
parasite



Beiträge: 1192
Wörter pro Beitrag: 57

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 16.09.2006, 09:52                                  +/-

So ganz genau weiss ich es nicht. Ich habe nur gelesen, dass seine Mittel von 75 auf 35 Mio. Dollar zusammengestrichen wurden, nachdem Brad Pitt und Cate Blanchett - die ursprüngliche Besetzung - aus dem Projekt ausstiegen, und dass damit einige seiner Ideen finanziell nichtmehr machbar waren und er das Drehbuch umschreiben musste. 2005 wurde das Originalskript allerdings in einem Comicbuch umgesetzt.
Also ich denke schon, dass es grundsätzlich dieselbe Geschichte ist, aber auf einige einfallsreiche Kniffe in der Visualisierung verzichtet werden musste.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Ramujan



Beiträge: 6288
Wörter pro Beitrag: 44

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 16.09.2006, 11:01                                  +/-




Du hast ihn gesehen!?!


Nach oben
Antworten mit Zitat
Sunny



Beiträge: 2871
Wörter pro Beitrag: 33

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 16.09.2006, 11:35                                  +/-

Ich fand The Duelist nicht so gut. Das war mir zuviel auf einmal. Die haben ja alles in einen Topf geworfen, was das asiatische Kino so hergibt und dabei ein klein wenig die Eigenständigkeit verloren. Der Anfang war richtig schön oldschool chinesisch bescheuert, dann wurde es immer mehr zum "Hero" Klon, mit den ganzen Tanzeinlagen und Farbspielereien und dazu dann noch die sehr merkwürdige Liebesgeschichte. Nein, hat mich nicht so wirklich überzeugt.


_________________
Shut up, Crime!
Nach oben
Antworten mit Zitat
parasite



Beiträge: 1192
Wörter pro Beitrag: 57

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 16.09.2006, 11:48                                  +/-

Ramujan
Du hast ihn gesehen!?!


Ja, und er lief gestern 13 Uhr nochmal, als vom Publikum gewählter, beliebtester Film der Filmkunstmesse. Das war eigentlich abzusehen und das hätte ich wohl erwähnen können, für die Leute, die den Weg nach Leipzig auf sich nehmen würden, um diesen Film zusehen. Geschockt Sorry, ich hoffe ich streue hier kein Salz in irgendwelche Wunden.



Sunny
Ich fand The Duelist nicht so gut. Das war mir zuviel auf einmal. Die haben ja alles in einen Topf geworfen, was das asiatische Kino so hergibt und dabei ein klein wenig die Eigenständigkeit verloren. Der Anfang war richtig schön oldschool chinesisch bescheuert, dann wurde es immer mehr zum "Hero" Klon, mit den ganzen Tanzeinlagen und Farbspielereien und dazu dann noch die sehr merkwürdige Liebesgeschichte. Nein, hat mich nicht so wirklich überzeugt.


Klaro, es war kein Konzept zu sehen. Kein durchgängiges Erzähltempo, der Film hatte keinen Punkt. Ich nahm ihn als eine versponnene Spielerei wahr, ein cineastischer Sandkasten. Und wenn ich mal von der wirklich nicht vorhandenen Substanz absiehe und Spass an so sinnfreien, inhaltsleeren Experiementen habe, bereitet mir so ein Film ausnahmsweise Vergnügen. Ich muss auch dazu sagen, dass ich von den bisherigen Historien-Martial-Arts-Verfilmungen (Hero und Co.) entweder wenig gesehen habe, oder sie nicht ernst nehmen konnten, weil sie versuchten mit choreographierten Prügeleien Inhalt zu vermitteln. Mir sagt die unernste, verspielte Herangehensweise in dem Falle eher zu.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Psycho Dad
Sultan der Rhetorik


Beiträge: 14361
Wörter pro Beitrag: 34
Wohnort: in the moment
Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 20.09.2006, 13:16                                  +/-

*** Kurz-Reviews *** Kurz-Reviews *** Kurz-Reviews *** Kurz-Reviews ***

Capote
Capote recherchiert in einer Kleinstadt über den Mord an einer Familie. Nachdem die beiden Täter gefasst wurden, begleitet er sie interviewend bis zum Galgen. Die oscarpremierte schauspielerische Leistung von Philip Seymour Hoffman ist ganz nett. Mir war das Filmchen zu dünn für zwei Stunden Film. Die Botschaft ist eigentlich nur, dass Capote dunkle Seiten hat.
6/10 dunkle Seiten

München
Der israelische Geheimdienst killt Drahtzieher des münchener Olympiaattentats. Der ausführende ist ein Familienvater mit Gewissenskonflikten. Ziemlich actionlastig, ansonsten dünn. Ich war überrascht, dass Spielberg (nach Thanilinterpretation) die Lösung des Palästina-Konflikts quasi in der Flucht in die USA sieht.
6/10 explosive Überraschungen

Das Mädchen aus dem Wasser
Der Weintrinker aus Sideways zieht als Hausmeister eine Meerjungfrau aus dem Pool. Um sie wieder in ihre Welt zurückzubringen und unsere Welt zu retten, bedarf es eines Plans, der zahlreiche Bewohner der Wohnanlage mit einbezieht. Übelster Shyamalan-Kitsch, nicht ohne Unterhaltungswert, aber etwas zu phantastisch für mich. Könnte Usern gefallen, die auch E.T. mochten. Außerdem mag ich es nicht, wenn man behauptet, Gewalt wäre ein wachsendes Problem der Menschheit.
6/10 Auserwählte


_________________
„Hm, ich hätte Appetit auf generell asiatisch.“
(Tyler D.)
Nach oben
Antworten mit Zitat
Ramujan



Beiträge: 6288
Wörter pro Beitrag: 44

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 20.09.2006, 17:57                                  +/-

Zitat:
München
6/10 explosive Überraschungen


Echt jetzt? Mehr nicht? München ist der beste Film, den ich in diesem Jahr im Kino gesehen habe. Man kann Spielberg sicherlich vorwerfen, ein Buch umgesetzt zu haben, von dem man mittlerweile weiß, dass es historische Tatsachen nicht immer ganz genau nimmt, aber von rein technischen, dramaturgischen und allgemein cineastischen Standpunkten aus betrachtet, ist der Film perfekt. Ich verstehe nicht, wie man ihn als "actionlastig" und "dünn" abtun kann.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Thanil
Iniesta de Toto


Beiträge: 46220
Wörter pro Beitrag: 42
Wohnort: ...
Private Nachricht senden
Skype Name Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: 21.09.2006, 11:39                                  +/-

For a few Dollars more
Man könnte sagen ich habe einen langen Anlauf gebraucht, um endlich diesen Film zu sehen. Sechs Monate? Ein dreiviertel Jahr?

Gestern war es endlich so weit, ich sah den zweiten Teil der "Dollar-Trilogie" von Sergio Leone. Warum eigentlich den ZWEITEN und nicht zunächst einmal den ERSTEN? Naja, von Leones Western kannte ich bisher nur Once Upon A Time In The West ("Spiel mir das Lied vom Tod"-) und Mein Name ist Nobody (mit Terence Hill und Henry Fonda). Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, aber irgendwie konnte "For a few Dollars more" mich nicht völlig überzeugen. Ich will mal versuchen zu erklären warum das so war.

Die Erwartungen waren sehr, sehr hoch. Bei allem, was ich an diesem Film mochte, musste ich doch stets daran denken, was für ein unglaubliches Meisterwerk "Once Upon A Time In The West" ist. Da konnte der Dollar-Film einfach nicht mithalten. Es liegt nicht daran, dass er schlecht wäre. Die Darsteller waren super, die Sets großartig, die Geschichte spannend und abwechslungsreich. Alles in allem ein großartiger Western. Aber dennoch, irgendetwas, was mich immer wieder dazu treibt "Once Upon A Time" zu schauen, fehlte hier.

Es könnte damit zusammenhängen, dass genanntes ewiges Meisterwerk eine Atmosphäre erzeugt, die zumindest mich persönlich weit über die gezeigten Ereignisse hinweg nach etwas "sehnen" lässt. Der Film transzendiert sozusagen sein Material, seine Sets, seine reine Geschichte hin zu etwas Überzeitlichem, Jenseitigen. Es ist ein Gefühl, das mich sonst eigentlich nur noch bei der Lektüre des Herrn der Ringe erfasste, gegen Ende, wenn trotz des "Happy Endings" eine große Schwere des Herzens zurückbleibt, weil trotz des Triumphes nie wieder etwas so sein wird wie zuvor, und die Welt unheilbare Schäden erlitten hat.

In "Once Upon A Time" geht es nicht einfach nur um einen Eisenbahnbau oder die Rache von Harmonica an Frank, es geht um den Wilden Westen an und für sich. Es geht um eine "vergehende Welt", um einen grundlegenden Wertewandel. Nichts wird jemals wieder so sein, wie es war. Hinzu kommt wohl, dass ein Showdown unmöglich perfekter inszeniert werden kann, als der Showdown zwischen Frank und Harmonica. Der ganze Film ist darauf ausgerichtet, und die Enthüllung von Harmonicas Motivation ist so perfekt inszeniert, da geht einfach nichts drüber.

Bei "For a few Dollars more" sehe ich aber - trotz aller Anstrengung - "nur" die Geschichte von zwei Kopfgeldjägern, die einer Bande von Kriminellen das Handwerk legen. Hinzu kommt noch, dass die Fronten von Anfang an ziemlich klar sind und das Weibliche aus diesem Film völlig verbannt ist. Die Kopfgeldjäger sind zwar auch Killer, aber sie sind eindeutig die Guten, und die Räuberbande sind die Bösen.

Zweifellos, der Film hatte große Momente. Die Atmosphäre ist stimmig, die Musik sehr gut, etc.pp. Dennoch fehlt irgendwas zu einem Meisterwerk. So bleibt der Film für mich ein großes Genre-Werk, ein sehr guter Western.

Aber "Once Upon A Time", das ist ganz großes Kino, kein einfacher Western.

Tja, so ist diese Filmbesprechung leider zu einem Filmvergleich geworden. Es ging nicht anders. Ich würde "For a few Dollars more" 7.5 von 10 Punkten geben.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Helcaraxe



Beiträge: 15994
Wörter pro Beitrag: 42

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 21.09.2006, 12:34                                  +/-

Die Kritik hab ich befürchtet! hähö Typischer Fall von "zu viel erwartet". Deshalb war es ja so weise von mir, dir erst den zweiten Film auszuleihen. Vielleicht hätte man sogar mit dem dritten anfangen können. Im ersten Film steht Clint noch allein im Mittelpunkt, dann kommt im zweiten Lee van Cleef dazu und im dritten sinds schon drei Personen. Gleichzeitig werden die Filme immer länger und epischer (da Sergio Leone mehr zu erzählen hat) und die Geschichten komplexer. Man kann Leones Entwicklung richtig schön nachvollziehen. "The Good, The Bad and the Ugly" erinnert dann schon etwas mehr an "Once Upon A Time In The West".

Ich finde deinen Vergleich übrigens gar nicht so sinnvoll. Wo "Once Upon A Time" vor allem GROSS und episch (und weitgehend humorlos) ist, ist "For a few Dollars more" in jeglicher Hinsicht kleiner. Ein Buddy-Movie, das gar nicht versucht mehr zu sein. In meinen Augen Leones lustigster Film, ohne so albern zu wirken wie die Nobody-Filme.

Thanil
Dennoch fehlt irgendwas zu einem Meisterwerk.

Hm. Ich finde ihn vor allem in stilistischer Hinsicht ziemlich überragend. Und guter Stil (ohne viel Substanz, zugegen) muss ja nichts Schlechtes sein. Tarantino lebt davon.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 42590
Wörter pro Beitrag: 38

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 25.09.2006, 13:36                                  +/-

Morgen geh ich vielleicht in "Thank you for smoking", soll ja ganz witzig sein.. blabla... oder doch in "Volver"? Muss ich eigentlich auch sehen, weil Almodovar und so bla-blubb... .. cineastisches Muss.. rharbarber... kann man gar nicht vergleichen... Off-Hollywood-Mainstream, auch so ein Begriff, der... laber.. deutsches Kino... Trauerspiel... Tom Twyer! Gerade der.. Hollywood ist tot... blabla.. Keira Knightley ist eben NICHT... aufreg... möcht ich schon mal flachlegen.. niveaulos.. höhö.. Superman ist doch Quark... Nazikommunisten-PJ.. hass... kannste eh knicken... DAF-Idioten, die es nicht mal merken würden, wenn man ihnen... alle ficken... Almodovar wird auch überschätzt... die Russen! Die Russen! Ich sag nur, die Russen!


_________________
Lass die Finger von dem ganzen neumodischen Kram.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Celebrian
Katen-Löwin


Beiträge: 5460
Wörter pro Beitrag: 67

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 25.09.2006, 15:35                                  +/-

Nichtraucher
Morgen geh ich vielleicht in "Thank you for smoking", soll ja ganz witzig sein.. blabla... oder doch in "Volver"? Muss ich eigentlich auch sehen, weil Almodovar und so bla-blubb... .. cineastisches Muss.. rharbarber... kann man gar nicht vergleichen... Off-Hollywood-Mainstream, auch so ein Begriff, der... laber.. deutsches Kino... Trauerspiel... Tom Twyer! Gerade der.. Hollywood ist tot... blabla.. Keira Knightley ist eben NICHT... aufreg... möcht ich schon mal flachlegen.. niveaulos.. höhö.. Superman ist doch Quark... Nazikommunisten-PJ.. hass... kannste eh knicken... DAF-Idioten, die es nicht mal merken würden, wenn man ihnen... alle ficken... Almodovar wird auch überschätzt... die Russen! Die Russen! Ich sag nur, die Russen!


*kreisch*




@Leone

Mir ging es kürzlich mit dem dritten Teil der Dollar-Trilogie so wie Dir mit den zweiten, Thanil - gegen "Once upon a time..." geht er ziemlich baden. Die Musik ist ein Ohrenschmaus, und manche Szenen sind einfach ziemlich cool, aber so besonders gepackt hat mich der Film nicht. "Das Weibliche" kommt ebenfalls nicht vor (ist allerdings in "Once upon..." auch nicht gerade präsent, das war einfach nicht Leones Stärke).

Nach oben
Antworten mit Zitat
Gimli



Beiträge: 23425
Wörter pro Beitrag: 35

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 25.09.2006, 16:18                                  +/-

Ich bin der Meinung, dass "Once Upon A Time In The West" ohne die Dollar-Trilogie und die damit verbundenen ganzen anderen Italo-Western gar nicht funktionieren würde. Yes


_________________
Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Helcaraxe



Beiträge: 15994
Wörter pro Beitrag: 42

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 22:34                                  +/-



Abteilung: Michael Bay hat meine Kindheitserinnerungen ruiniert!!!1

"Die Insel" ist nur ein pipiwarmer Aufguss von "Logan's Run"! pfffhhh Jetzt bin ich beleidigt.

(Warum ich mir sowas ansehe? Ja, gut, ein ein paar Sachen sind im neuen Film besser...)

Nach oben
Antworten mit Zitat
Kaylee



Beiträge: 6078
Wörter pro Beitrag: 29

Private Nachricht senden
Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 22:39                                  +/-

Aaaah, DAher kenn ich das!! *DejavùFlashhab*


_________________
Ha! You afraid to get wet?
Nach oben
Antworten mit Zitat
Helcaraxe



Beiträge: 15994
Wörter pro Beitrag: 42

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 22:56                                  +/-

Es gibt nichts Neues mehr, alles schon mal dagewesen. Jetzt schau ich mir nur noch Filme an, die Ramujan im Forum empfohlen hat.

Gepostet am 28.09.2006, 23:57:

Oder parasite.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 42590
Wörter pro Beitrag: 38

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 22:59                                  +/-

Oder ich Yes

Habe übrigens gerade einen Film mit Charlton Heston gesehen. Er ist draufgegangen. Tragisch.


_________________
Lass die Finger von dem ganzen neumodischen Kram.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Helcaraxe



Beiträge: 15994
Wörter pro Beitrag: 42

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 23:01                                  +/-

Welcher war es denn? Das Ableben allein genügt als Hinweis nicht, der Meister gibt in fast jedem seiner Filme den Löffel ab.

Nach oben
Antworten mit Zitat
Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 42590
Wörter pro Beitrag: 38

Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 23:13                                  +/-

"Midway", ein sehr spannender Film über die große Pazifikschlacht, mit viel Originalfilmmaterial, ziemlich makaber, dauernd sieht man echte Menschen in echten Flugzeugen explodieren... Geschockt das Originalmaterial hat übrigens John Ford gedreht, der an Bord war. Kann man hier downloaden.

Ich mag diese alten WK-II-Filme, die filmisch alle eher Mittelmaß waren, aber viel Wert auf genauen Schlachtablauf legten, mehr so nachgestellte Dokus. Es war ihnen tatsächlich wichtig, dass man verstand, warum die Schlacht so ablief und nicht anders. Nicht nur ne Lovestory, die um coole Actionszenen gestrickt wird wie "Pearl Harbour".

Es kam auch der berühmte Pilot, der abgeschossen im Meer treibend die gesamte Schlacht mitansah, wie die riesigen japanischen Träger einer nach dem anderen in Flammen aufgehen... diese Szene wurde laut der BSG-Wiki in der Folge "Ressurection II" nachgestellt, als Apollo im Raum treibt und sich alles ansieht. Popkultur!


_________________
Lass die Finger von dem ganzen neumodischen Kram.
Nach oben
Antworten mit Zitat
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Tylers Kneipe Foren-Übersicht -> Moving Movies Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Zurück  1, 2, 3 ... 19, 20, 21, 22, 23 ... 38, 39, 40, 41  Weiter Alle
Seite 21 von 41

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Impressum. Powered by phpBB © 2001, 2006 phpBB Group. Deutsche Übersetzung von phpBB.de