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Knick in der Optik - 3D
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Neues Thema eröffnen  Neue Antwort erstellen Tylers Kneipe Foren-Übersicht -> Moving Movies
 
 
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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 11:40                                  +/-

Eigentlich dachte ich, daß Pina ein solcher Film sei, aber Euse meint nein.

Ähm, doch. Smilie Genau das hatte ich irgendwo geschrieben. ?????


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 11:43                                  +/-

Du hast auf der letzten Seite gesagt, daß 3D nichts zu dem Film beiträgt und man ihn ebenso gut in flachem 2D genießen kann.


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Quar



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 11:44                                  +/-

Naja, du schrobst:
Euseppus
Sogar bei Filmen, wo es höchst intelligent und klug eingesetzt war bis an die Subtilitätsgrenze ("Pina") oder bei Filmen, wo ich durch den 3D-Effekt noch mehr Spaß dran hatte ("Drachenzähmen leicht gemacht"), kann ich nur sagen, dass die in 2D genauso gut sind und genauso berühren oder mitreißen.


Ich hatte das auch so verstanden wie Helga. Wobei für mich persönlich Pina schon so ein Augenöffner war. hach

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 11:56                                  +/-

Helcaraxe
Du hast auf der letzten Seite gesagt, daß 3D nichts zu dem Film beiträgt und man ihn ebenso gut in flachem 2D genießen kann.


Ja schon. Aber Du schreibst doch, ich würde das
Film gesehen, der 3D intelligent und subtil die Erzählung unterstützend einsetzt.
verneinen - und das tue ich nicht.
Ich habe Pina erwähnt, weil hier 3D auf die genannte Art und Weise eingesetzt wird - und es 3D nicht mal bei dieser hohem Qualität wirklich braucht...


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 12:57                                  +/-

Helcaraxe
Wir alle haben noch keinen Film gesehen, der 3D intelligent und subtil die Erzählung unterstützend einsetzt.

Helcaraxe

Was ich mir auch gut in 3D vorstellen kann... Grabenkampf im Ersten Weltkrieg, dem Zuschauer fliegen Kugeln und Schrapnelle um die Ohren, ein Nebenmann stürzt getroffen zu Boden.

Sehr... subtil *gg*

Wenn du 3D subtil einsetzt, kommen 60% der Zuschauer aus dem Kino und meckern, dass kein 3D-Effekt vorhanden ist.

Das Problem bei 3D ist, dass es gemäßigt eingetzt, sehr subtil und kaum wahrnehmnbar ist... erst wenn man den direkten vergleich 2D/3D amcht, stellt man fest, dass mehr tiefe da ist.
Das ist wie mit SSDs... sie sind schneller, den wirklichen Unterscheid spürt man aber erst, wenn man wieder auf einem System mit Platte arbeitet.

Ich fand eigentlich 3D bei Tron legacy subtil eingesetzt. Keine Effekthascherei des 3D wegen. Es wirkt wirkt einfach gut.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 13:47                                  +/-

Wie müsste 3D in einer RomCom, einer Jane-Austen-Verfilmung oder einem französischen Liebesdrama beschaffen sein? Das ist doch die Herausforderung für die Filmemacher der Zukunft, wenn keiner mehr 2D-Filme sehen will.

Keira Knightley rennt durch die blühende Sommerwiese ihrem Galan entgegen, der unten auf der Straße gerade vom Pferd steigt... das frischverliebte Paar kuschelt Sonntagmorgens unter der Bettdecke, während Sonnenstrahlen durchs Zimmer tanzen... 200 Paare eröffnen den Ball mit einem schnellen Walzer... Charlotte Gainsbourgh sitzt am Küchentisch und schaut versonnen dem Rauch ihrer Zigarette nach...


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 14:46                                  

Glaurung
Alle diese Dinge wachsen sich ganz natürlich raus, und dann war's das mit 2D. In 30 Jahren wird jemand dann wieder einen (teilweise) 2D-Film machen, um das als besonderes Stilmittel einzusetzen, so wie Sin City oder Schindlers Liste wieder schwarz-weiß sind.

Mir fehlt zwar die grundsätzliche (quasi "ideologische") Abneigung von Eusebio, aber dennoch hat er Recht, Dein Diktum...
Glaurung
3D ist ein Faktor unter vielen, so wie Filmmusik. Ein richtig guter Film wäre vielleicht auch noch gut, wenn man die Musik einfach weglässt, aber in den meisten Fällen wäre er dann eben eine Stufe schlechter.
... ohne große Argumentationswortgirlande abzulehnen. Yes
Vorweg: weil ich kein (oder ein nur im Laienbereich tätiger) Musiker bin, kann mir diese Art Parteilichkeit vielleicht nicht ganz so leicht als betriebsblinde Voreingenommenheit vorgenommen werde. zwinkern

Also: nein, die im Film eingesetzte Musik unterscheidet sich von den übrigen "Faktoren" erheblich, denn sie ist immer (auch dann, wenn sie während einer Szene mal still ist!) ein den Zuschauer je nach Intention des Regisseurs in die eine oder andere Richtung emotional manipulierende Beigabe (oder eine Art Kommentar) zu der optisch (und "szeneakustisch") gezeigten Handlung.
Mit anderen Worten: bei einer Szene XY hat der Regisseur immer die Wahl, ob die Musik eine sowieso schon durch die Handlung verursachte Gefühlsregung des Zuschauers verstärken oder ob diese gewissermaßen (z.B. schwarzhumorig) "ironisiert" werden soll – wenn etwa eine üble Metzelszene eines Aktion- oder Horrorfilms von lieblicher Walzermusik begleitet wird oder so...

3D dagegen gehört zu denjenigen "Faktoren", die dem Film – wie der Ton (Stummfilm-->Tonfilm) und die Farbe (Schwarzweißfilm-->Farbfilm) eine noch größere Annäherung der "künstlichen" sensorisch gebotenen Eindrücke an die der Realität verleihen sollen.
Nun tritt aber das Phänomen auf, daß sich in der chronologischen Reihenfolge der hinzugewonnenen "Realitätsqualitäten" der reale Zugewinn an "Echtheitswahrnehmung" immer mehr abschwächt:
  1. Der Tonfilm hat das Inszenieren einer Filmhandlung im Vergleich zu vorher noch radikal verändert, denn auf die übertriebene Gestik der Stummfilmdarsteller konnte nun zugunsten "wirklich gesprochener" Dialoge verzichtet werden, folglich standen bei den Darstellern auch andere Fähigkeiten/Talente im Vordergrund als vorher. Das Ohr wurde vorher durch den Kinopianisten (oder das Orchester) bedient, aber im Film selbst fehlte bis dato komplett das Stimulieren dieses Sinnesorgans.
    Fazit: der "Sprung vom stummen zu geräuschewiedergebenden" Film war noch ein gewaltiger, und das Zelluloid wurde ein ganz anderes Medium!

  2. Durch die Farbe wurden die Filme zwar optisch attraktiver, und im Detail kann im Film durch die nun unterscheidbaren Farben die Darstellung der Handlung beeinflußt sein¹, aber diese Unterschiede sind schon deutlich subtiler als vorher; in der Mimik und Rhetorik der Darsteller änderte sich praktisch nichts.
    Die Erfahrung des Farbfilmsehens veränderte ex post auch den Blick auf die "historischen" Schwarzweißfilme, denn solche Subtilitäten wie die in meiner Fußnote wurden erst jetzt (über die Expertenkreise hinaus) bewußt wahrgenommen, was später, als dank der preiswerten Machbarkeit das Nachkolorieren ehrwürdiger Schwarzweißschwarten (ugly) begann, eine Gegenbewegung einsetzte, die den "eigenen Kunstwert" von S-W-Filmen beschwor. Ich schätze, daß man bei genauerer Detailanalyse der gegen die Kolorierung "verteidigten" Filme feststellen würde, daß es a) tatsächlich bewußt auf das Nichtfarbensehen Rücksicht nehmende Inszenierungen gab (für die die Kolorierung also keinen nachträglichen Ausgleich eines Defizits bedeutet), daß die b) Art der Filme ohne diese Rücksichtnahme aber auch nicht gerade selten war. Diese zweite Sorte kann also ohne das Begehen einer größeren "ästhetischen bzw. künstlerischen Sünde" nachkoloriert werden.
    Nun tritt ein Paradoxon zutage: bei einem "bewußten" Schwarzweißfilm wird durch die nachträgliche Einfärbung einerseits erkennbar, daß der Film zwar tatsächlich ein "anderer" wird (wenn auch bei weitem nicht wie der Stummfilm durch die Hinzufügung des Tons, siehe 1.), aber andererseits gewinnt er durch den ihm übergestülpten "technischen Fortschritt" u.U. nicht etwa, sondern verliert sogar eher! Bei den "b)-Filmen" ist es annähernd umgekehrt: die Farbe fügt dem Film zwar begrüßenswerterweise einen sensorischen Aspekt hinzu, der den Film künstlerisch aber praktisch nicht verändert. Wie anfangs schon gesagt: Mimik und Rhetorik der handelnden Personen bleiben unabhängig von der Farbigkeit die gleiche... Wenn die optische Realitätsnähe das Kriterium ist, ist das natürlich dennoch ein Gewinn, und deshalb hat sich der Farbfilm gegen den Schwarzweißfilm als Standard bei neugedrehten Filmen natürlich letztendlich durchgesetzt. Yes
    _____________
    ¹ aus den Fingern gesaugtes Beispiel (kein konkreter Film im Hinterkopf): Filmheld nimmt sich ein Taxi mit den Worten "Folgen Sie dem blauen Wagen da vorne!" - die explizite Nennung der Farbe ist vorher entweder einfach als "blinder Fleck" weggelassen worden, oder die Kameraführung wies den Zuschauer überdeutlich darauf hin, welches der vielen Autos im Verkehr da nun das blaue ist..)
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

  3. 3D nun ist im Vergleich zum mit einer Linse gedrehten Film etwas, was nur noch die Simulation des Sehens der ("ersten") Realität perfektioniert, die Wahrnehmung der filmisch gezeigten Szenerie aber nicht im eigentlichen Sinne revolutioniert: das perspektivische Sehen einer konventionell zweidimensional dargestellten "Zweitrealität" kann durch die physiologisch-neurologische Trickkiste unserer Grauen Zellen dermaßen gut die Dreidimensionalität hinzuimaginieren (während in Schwarzweißfilmen die Farben mehr oder weniger "geraten" werden müssen), daß dieser letzte technologische Schritt zum vorgetäuschten Stereosehen vor allem eine faszinierene Technikspielerei ist, die nur dann, wenn die Dreidimensionalität durch die spezielle Filmdramaturgie eine ganz besonders dominante Rolle spielt – wie das bei Pina wohl der Fall zu sein scheint (oder vielleicht in so einem wie von Helcaraxe geschilderten Beispiel) – einem Film eine zusätzliche Qualität verleiht.
    Aber: von dem einstigen Sprung vom reinen Bildfilm zum Tonfilm ist dieser vergleichsweise winzige Wahrnehmungshüpfer weeeiiit entfernt! Yes Und für diesen "Hüpfer" ist ein so gewaltiger technologischer (und noch auch teurer) Aufwand erforderlich!

    (Um auch noch die Parallele zum Nachkolorieren der Schwarzweißfilme abzufrühstücken: eben wegen dieses bescheidenen qualitativen Zugewinns von nachträglich dreidimensionalisierten Filmen ist solches wie bei Titanic oder Star Wars Episode 1 leicht als Kalkül der Filmstudios zu durchschauen, am gleichen Film noch ein weiteres mal zu verdienen. Mehr ist das nicht. Yes)

Fazit: es wundert mich nicht, daß z.Z. der 3D-Anteil im Filmgeschäft noch nicht so dramatisch angestiegen ist; die entscheidende künftige Frage wird die sein, ob man (als Regisseur/Produzent) nur, weil man es kann, einem Film der bloßen Legitimierung der Technik wegen sich eine "besonders dreidimensionale Darstellungsweise" – die u.U. von der eigentlichen Handlung auch ablenken kann – angewöhnen wird, oder ob man erkennt, daß die meisten Filmhandlungen auch in Zukunft keine tricktechnische "Verbesserung" der Dreidimensionalität erforderlich machen.
So lange die neue 3D-Technik deutlich teurer als die alte ist, und solange die mehr in die Kinos gelockten (weil m.o.w. "3D-gläubigen") Kinozuschauer die Produktionszusatzkosten nicht deutlich wettmachen, so lange wird die 3D-Technik den Blockbusterfilmen vorbehalten bleiben und sich nicht als Standard durchsetzen wie vormals der Farbfilm in Konkurrenz gegen den Schwarzweißfilm. Yes
Und meine Prognose ist die, daß sich dies auch in zehn Jahren nicht wesentlich geändert haben wird, will sagen: der 3D-Anteil mag noch um so einige Prozentpunkte ansteigen, aber die 50%-Marke halte ich für unüberschreitbar! Yes

Obwohl ich also nix aus ideologischen Gründen gegen die Technik habe, wette ich auf Eusebios Seite! Spitze


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 15:12                                  +/-

Euseppus
Helcaraxe
Du hast auf der letzten Seite gesagt, daß 3D nichts zu dem Film beiträgt und man ihn ebenso gut in flachem 2D genießen kann.


Ja schon. Aber Du schreibst doch, ich würde das
Film gesehen, der 3D intelligent und subtil die Erzählung unterstützend einsetzt.
verneinen - und das tue ich nicht.
Ich habe Pina erwähnt, weil hier 3D auf die genannte Art und Weise eingesetzt wird - und es 3D nicht mal bei dieser hohem Qualität wirklich braucht...

Okay. Das Wort "subtil" war an dieser Stelle von mir unteroptimal verwendet, da Du es zuvor im Zusammenhang mit "Pina" benutzt hattest, um dieses Beispiel positiv hervorzuheben. Bei Dir klang es nur so, als käme durch 3D gar keine neue Qualität hinzu. Ich bin nicht so sicher, daß das immer so sein muß.

Guy
Wenn du 3D subtil einsetzt, kommen 60% der Zuschauer aus dem Kino und meckern, dass kein 3D-Effekt vorhanden ist.

Ich habe ja auch nicht von Stärke des Effekts gesprochen. Mit Subtilität meine ich, wie sehr im Sinne der Handlung 3D eingesetzt wird - oder eben nicht. Ist es reiner Selbstzweck oder unterstützt es das, was da gerade passiert?


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Bard
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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 15:16                                  +/-

Nichtraucher


Keira Knightley rennt durch die blühende Sommerwiese ihrem Galan entgegen, der unten auf der Straße gerade vom Pferd steigt... das frischverliebte Paar kuschelt Sonntagmorgens unter der Bettdecke, während Sonnenstrahlen durchs Zimmer tanzen... 200 Paare eröffnen den Ball mit einem schnellen Walzer... Charlotte Gainsbourgh sitzt am Küchentisch und schaut versonnen dem Rauch ihrer Zigarette nach...


Bei so viel Klischees kann auch der genialste Einsatz von 3D nix mehr retten, denke ich.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 15:29                                  

@Wolter:"ideologisch" ist (auch mit Anführungszeichen) wohl ein bisschen zu stark.
Ich kam aus einem sehr guten Film, bei dem einfach alles gestimmt hat, bei dem ich das Handwerk selbst und die Wirkung auf sich selbst zugleich genießen konnte, dazu kommt noch meine überbordende Begeisterung für das Thema und mein Blick auf spezielle Dinge durch meine Theaterarbeit, so dass ich v.a. das, was die Schauspieler machen, die Filmmusik und die Dramaturgie immer als sehr nah an mir als Rezipienten dran empfinde - und einfach die ganze riesige Magie des Films (die ja Leute wie Glaurung und mich einfach nur auf verschiedenen Ebenen packt) - und so kommts bei mir dazu, dass ich Film als etwas sehr Essentielles empfinde, und wenn man schaut, was die Essenz eines Filmes ist, dann sind das (bis auf wenige Filme, die anders funktionieren) seine Geschichte und die Figuren, die diese vorantreiben, punkt.
Alles im Film dient dazu, uns das möglichst intensiv erlebbar zu machen.

Ja guddä, durch 3D kommt man räumlich tiefer rein (wenn es gut gemacht ist), das stimmt schon - aber was bringt das?
Ich bin nicht an einem Soldaten im Schützengraben "näher dran", weil mich 3D räumlich in den Schützengraben zieht. Ich bin dann nahe an ihm dran, wenn mich v.a. Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler dazu gebracht haben, an dieser Figur dran zu sein, in ihrem Kopf, an ihren Wüschen, vielleicht aber auch, weil ich ihre Überzeugungen teile oder weil die Figur für etwas steht, womit ich mich im Laufe des Filmes identifiziert habe. So funktioniert "in einem Film drin sein". Ich zittere mit, ich bange mit, ich bete mit - dann bin ich in einem Film drin.
Wie tief ich im Schützengraben sitze, wie nahe der Speer an mir vorbeifliegt, ist mir - mit Verlaub - scheißegal. Smilie
Dann war ich in diesem Moment vielleicht mehr erschrocken als in 2D, aber .... ???
Und schlußendlich deswegen hat für mich 3D weniger als nichts mit wirklich dem zu tun, was FILM , dieses geile Wunder von Gesamtkunstwerk und Geschichtenerzählen, ausmacht.

Ich glaube bei 3D genau das, was Michael Ballhaus von CGI denkt:
Die Menschen bekommen irre Bilder zu sehen, die man durchaus genießen kann - aber unser Kopf, unsere Augen und unser Herz wissen jederzeit, dass das alles gerade "Täuschung" ist, ein Fake auf hoher Ebene - und eher dazu angetan, uns in diesem Moment vom Geschehen zu distanzieren als uns hineinzuziehen. Ich weiß natürlich nicht, wie sich die Sache entwickelt, klar. Ich bin nur einfach davon überzeugt, dass es noch dem prolligsten Krachbumm-Gucker letztendlich darum geht, ob er eine geile Geschichte erzählt bekommt - und daher gehe ich davon aus, dass das Publikum irgendwann 3D bloß noch nett findet, aber innedrinne ganz genau weiß, dass das nichts mit einem "guten Film" zu tun hat. Deswegen räume ich 3D nicht mehr ein als die Chance darauf, ein beliebter Jahrmarktsspaß zu werden, der seinen Höhepunkt bereits jetzt hinter sich hat.


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 16:00                                  +/-

Nach der Logik ist Film grundsätzlich sinnlos und minderwertig und man sollte lieber ein Buch lesen. Wieso sich auf 2D reduzieren, wenn man auch 0D haben kann? Einfach ganz auf diese oberflächlichen Schauwerte wie Bild und Ton verzichten und direkt den puren Geist ansprechen.

Oder sind audiovisuelle Eindrücke vielleicht doch irgendwie wichtig und haben einen Wert in sich? Dann ist die große Frage, warum der evolutionäre Schritt von stumm zu Ton, von s/w zu Farbe, von 2D zu 3D irgendwie negativ sein sollte, statt einfach der ganz natürliche und selbstverständliche Lauf der Dinge.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 16:13                                  +/-

Hä?


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 16:14                                  +/-

3D sehe ich nur als eingeschränkte Vorstufe zu einer Art holografischen Projektion. Ich denke, das Ziel der Filmemacher/Spieledesigner ist die vollständige Immersion in die Handlung/Geschichte/Welt. Und bis dahin ist es noch ein weiter weg. More to come..

@Euse
Das Thema mit CGI hatten wir schon mal.
CGI ist mehr, als animierte Raumschiffe, Drachen oder andere Spielereien, bei denen man sofort weiß, dass sie nicht echt sind.
Mind 50% der CGI in vielen sieht man gar nicht. Erweiterte Räume, Städte oder Straßenzüge, die zu aufwändig sind, um sie im Studio nachzubauen. Es gibt 1000 Dinge, die in Filmen CGI sind, aber nicht der vordergründigen Effekthascherei dient.

CGI, Musik, 3D, Farbe sind alles Mittel um einen Film zu gestalten, zu erschaffen. Die Frage ist wie man sie einsetzt.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 16:16                                  +/-

Jaaa, wenn Du das so dringend glaubst, warum schlägst Du dann nicht ein? In 10 Jahren reden wir nochmal drüber. grins

@Glaurung: Ganz ehrlich, ich habe null Ahnung, ob Deine Antwort etwas mit meinem Posting zu tun haben soll...


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Zuletzt bearbeitet von Euseppus am 11.02.2012, 16:17, insgesamt einmal bearbeitet
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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 16:17                                  +/-

Ok, gemacht! Um nen Kasten Trillioneurobier^^


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 16:17                                  +/-



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Wolter



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BeitragVerfasst am: 11.02.2012, 16:42                                  +/-

Euseppus
@Wolter:"ideologisch" ist (auch mit Anführungszeichen) wohl ein bisschen zu stark.

Ich wiederum bin jetzt nicht so ideologisch, um auf dieser Charakterisierung Deiner Position zu bestehen. zwinkern

In der Tat muß ich jetzt aber sagen, daß Glaurungs Erwiderung auf dieser Threadseite...
Glaurung
Nach der Logik ist Film grundsätzlich sinnlos und minderwertig und man sollte lieber ein Buch lesen. Wieso sich auf 2D reduzieren, wenn man auch 0D haben kann? Einfach ganz auf diese oberflächlichen Schauwerte wie Bild und Ton verzichten und direkt den puren Geist ansprechen.

Oder sind audiovisuelle Eindrücke vielleicht doch irgendwie wichtig und haben einen Wert in sich? Dann ist die große Frage, warum der evolutionäre Schritt von stumm zu Ton, von s/w zu Farbe, von 2D zu 3D irgendwie negativ sein sollte, statt einfach der ganz natürliche und selbstverständliche Lauf der Dinge.
... nun deutlich ideologischer auf mich wirkt.
Jedenfalls ist sie polemisch. Yes

Glaurung, über den "natürlichen und selbstverständlichen Lauf der Dinge" wird der Markt entscheiden...
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So lange die neue 3D-Technik deutlich teurer als die alte ist, und solange die mehr in die Kinos gelockten (weil m.o.w. "3D-gläubigen") Kinozuschauer die Produktionszusatzkosten nicht deutlich wettmachen, so lange wird die 3D-Technik den Blockbusterfilmen vorbehalten bleiben und sich nicht als Standard durchsetzen wie vormals der Farbfilm in Konkurrenz gegen den Schwarzweißfilm. Yes
... und da der "sensorische Mehrwert" durch das vorgetäuschte Stereosehen gegenüber der großartigen Hirnleistung der Imagination von Dreidimensionalität zweidimensionaler (bewegter) Bilder im Vergleich zu jenem bei den früheren Filmproduktions-"Revolutionen" ein nicht so wahnsinnig großer ist¹ , weist dieser Dinge-Lauf bei weitem nicht so eindeutig in die Richtung, die Dir da vorschwebt!
_____________
¹ wie ja auch Euseppus oben (14:29) im mittleren Absatz anschaulich beschreibt...
¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

edit: Lustig, daß mir jetzt erst beim x-ten Mal Lesen mein Freud'scher Verschreiber auffällt:

W. v. P.
... kann mir diese Art Parteilichkeit vielleicht nicht ganz so leicht als betriebsblinde Voreingenommenheit vorgenommworfen werden.

ugly


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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 12.02.2012, 15:55                                  +/-

GuyIncognito
3D sehe ich nur als eingeschränkte Vorstufe zu einer Art holografischen Projektion. Ich denke, das Ziel der Filmemacher/Spieledesigner ist die vollständige Immersion in die Handlung/Geschichte/Welt. Und bis dahin ist es noch ein weiter weg. More to come..


Ich weiß nicht, ob der Weg wirklich noch so ein weiter ist. Ich habe in den letzten anderthalb Jahren in London 3 Theaterproduktionen gesehen, die "so eine Art holographische Projektion" eingesetzt haben, ohne daß man dazu Spezialbrillen aussetzen musste und in einer verdammt glaubwürdigen Optik. Allerdings ist sowas noch wirklich aufwendig und vor allem teuer und mit sehr viel Technik im Haus verbunden, also noch nicht realistisch in jedem Kino einzusetzen.

Aktuell halte ich 3D im Kino für eine Spielerei, auf die ich verzichten kann, die den Kinobesuch im Verhältnis zum gebotenen Mehrwert zu teuer macht und die Filme meist zu dunkel, aber wenn 3D wirklich mal so wird, daß man mitten drin sitzt und nicht nur die Leinwand an Tiefe gewinnt (und mal der ein oder andere Gegenstand aus der Leinwand rausragt), dann WOAH!!!

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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 13.02.2012, 12:45                                  +/-

Jetzt ist Episode I in 3D ja schon im Kino. Ich habe gerade mal nach Reviews zur 3D-Version gesucht und fand dies: http://movies.ign.com/articles/121/1218478p1.html

Der Reviewer findet Episode I großartig und freut sich, dass er den tollen Film endlich doch im Kino sehen kann, was er damals nicht getan hat. Mmkay Geschockt

Die 3D-Umsetzung soll aber eher schlecht sein. Das ist jetzt nicht so überraschend, wie soll man nachträglich überzeugend etwas hinzufügen, was damals nun mal nicht so gefilmt wurde. Jedenfalls, mieser Film, schlechtes 3D, den lasse ich dann wohl mal aus. Aber mindestens Revenge of the Sith und The Empire Strikes Back werde ich mir wohl im Kino ansehen, Letzteren dann zum ersten Mal.


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Sunny



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BeitragVerfasst am: 13.02.2012, 12:49                                  +/-

Du hast noch nie Episode V gesehen?

Das ist der beste von allen!!!


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 13.02.2012, 12:59                                  +/-

Ich habe den tausend mal gesehen, aber noch nie im Kino zwinkern


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Sunny



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BeitragVerfasst am: 13.02.2012, 13:16                                  +/-

Achso gut, ich war schon geschockt, wie man gerade diesen Film auslassen kann grins


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