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Craggan



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BeitragVerfasst am: 27.10.2010, 17:28                                  +/-

Smilie


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Zuletzt bearbeitet von Craggan am 30.10.2010, 18:06, insgesamt einmal bearbeitet
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Morgi



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BeitragVerfasst am: 27.10.2010, 18:04                                  +/-

Heute war ich in Favoriten - da geht es viel exotischer zu als in Sarajevo Yes

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lila



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BeitragVerfasst am: 27.10.2010, 18:05                                  +/-

Mein Ghetto ist halt einfach toll.

Aber: Warum fährt man nach Favoriten, wenn man nicht hier wohnt? hähö


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Morgi



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BeitragVerfasst am: 27.10.2010, 18:06                                  +/-

Aber: Warum fährt man nach Favoriten, wenn man nicht hier wohnt?


Um ein Antifa-Treffen zu besuchen, wenn auch eher als distanzierter Beobachter.

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lila



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BeitragVerfasst am: 27.10.2010, 18:07                                  +/-

Im EKH? hähö


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Morgi



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BeitragVerfasst am: 27.10.2010, 18:10                                  +/-

Nää, in einer Privatwohnung. Ins EKH gehe ich nur ungern, weil ich dort fast immer von den Alkis, die im Eingangsbereich herumliegen, angepöbelt werde (Aus irgendeinem Grund scheine ich ja in der Wahrnehmung vieler Leute wohlhabend oder "bürgerlich" auszusehen und werde deswegen auf explizit linken Veranstaltungen andauernd dumm angemacht).

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lila



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BeitragVerfasst am: 27.10.2010, 18:17                                  +/-

Naja, den EKH-Style hast du wirklich nicht so drauf. Aber die Reflexion der linkslinken Linken über alles und jeden ist anscheinend noch nicht bis zum eigenen Dresscode vorgedrungen. hähö


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 16:55                                  

OK – hier ist dann also mein Reisebericht über ein verlängertes Wochenende in


Marrakech


Beginnen wir mit einigen Informationen zu Land und Historie:

Das System

Marokko gehörte bis ins 20. Jahrhundert hinein den Franzosen. Das hat den Vorteil, dass dort jeder, also wirklich jeder französisch spricht, was im Gegensatz zum Arabischen schon ein merklicher Vorteil ist! Während sich meine Arabischkenntnisse auf die drei Worte „Schuckran“ (Danke), „Habibi“ (Schatzi) und „Sipher“ (Null) beschränken, kann ich im Französischen doch zumindest du lait zum thé bestellen.

Im frühen 20. Jahrhundert setzten die Franzosen dann einen Stadthalter vor Ort ein, der die Exzesse des herrschenden Monarchen etwas eindämmen sollte und dann mit wilden Opiumparties und ausschweifenden Haremsfeten im internationalen Diplomatenkreis von sich Reden machte (dessen Palast kann man in Marrakech noch besichtigen).

Kurz nach der Unabhängigkeit 1957 übernahm dann der Vater des heutigen Herrschers, ein gewisser Hassan der Zweite die Macht. Der machte mit Gefangenenlagern und einem ziemlich diktatorischen Gehabe von sich reden. Seine Opposition verschwand im Knast oder im Ausland. Ganz im Gegensatz dazu ist sein Sohn, Mohammed VI. sehr aufgeschlossen und vergleichsweise liberal. Seine Frau ist Informatikerin und er hat die von seinem Alten verbannten Oppositionellen in einer Begnadigungsaktion wieder ins Land eingeladen und versucht, gegen die Armut in Marokko wirklich auch vorzugehen.

Nach wie vor hat die Königsfamilie allerdings an jeder Ecke ein Schloss, so natürlich auch in Marrakech, aber die Reiserei der Monarchen verschlingt wohl ein wahnsinniges Budget, so dass sich Mohammed nur selten in Marrakech blicken lässt und sich eher an seinem Stammsitz in Rabat aufhält.

Trotz aller Liberalität ist übrigens das Stänkern gegen das Königshaus nach wie vor bei Gefängnisstrafe strengstens verboten. Folgendes Beispiel wurde mir berichtet: Das marokkanische Motto lautet „Für Allah, Vaterland und König“ – nun liegt Marokko quasi direkt über die Meeresstraße neben Spanien, die sind da alle ziemlich fußballverrückt und so hat ein Jugendlicher daraus den Slogan „Für Allah, Vaterland und Barca“ gemacht und irgendwo an die Wand gesprayt. Tja – mehrere Jahre Knast… erst nach massiver Intervention der internationalen Presse wurde der begnadigt (wie übrigens, das muss man Mohammed ja mal lassen, die meisten ähnlich gelagerten Fälle. Der ist schon nicht so wahnsinnig ehrkäsig, der Monarch).


Der erste Eindruck


Nun war es ja nur ein verlängertes Wochenende und ich habe mich ausschließlich in der Medina, der „Altstadt“ von Marrakech aufgehalten. Aber der erste Eindruck war schon: Mittelalter. Es gibt diverse Eselskarren, die durch enge Gassen zuckeln, so dass man an ihnen kaum vorbeikommt. Es gibt öffentliche Waschhäuser – sauber getrennt nach Männlein (großer Eingang) und Weiblein (kleiner Eingang), die auch als Kommunikationszentren dienen. Das Leder wird noch mit Urin und Taubenmist gegerbt. Die Waren werden in dicken Jutesäcken herangekarrt und dann in lautstarken Auktionen unter ausgiebigem Feilschen gehandelt, an der einen oder anderen Ecke riecht es schon noch ziemlich streng.

Die Straßen sind sehr eng und die Häuser sind alle mit quadratischem Grundriss und Innenhof von der Straße abgewandt gebaut, so dass einerseits ausreichend viel Schatten vorhanden ist – andererseits der Lärm und Dreck der Straße vor der Tür bleibt. Diese Architektur hat den Vorteil, dass die Armen ihre Armut genauso wenig zeigen müssen, wie die Reichen ihren Reichtum. Man sieht nur eine Tür, keinen Garten, kein Fenster – ohne zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Dann ist so ein Stadthaus (Riad) auch zumeist 2 Stockwerke hoch, so dass der Innenhof immer gut beschattet ist. Dortselbst befindet sich dann ein kleiner Garten, der wiederum Schatten und Sauerstoff spendet. Eigentlich recht clever.

Viele dieser Riads wurden zu einfachen Gasthäusern oder luxuriösen Hotels umgebaut. Irgendwo in der Mitte dazwischen sind wir untergekommen.



Hamam - öffentliches Badehaus. Frauen links (klein) Männer rechts (groß)




Typisches Verkehrsmittel

Die Sehenswürdigkeiten

Wenn man mal ganz ehrlich ist, dann ist die eigentliche Sehenswürdigkeit die Stadt selbst. Natürlich gibt es da Saaditengräber aus dem 17. Jahrhundert, teils verfallene, teils gut erhaltene Paläste, eine reich verzierte und spektakulärerweise öffentlich zugängliche Koranschule, Moscheen galore, aber irgendwann verschwimmen die ganzen reichen Verzierungen vor dem geistigen Auge. Junior sagte beim Betrachten des Fotos eines Palastes ganz treffend „das sieht aus wie ein leerer sehr cooler Swimmingpool“. Der Islam verbietet ja bildhafte Darstellungen seiner Heiligen. Das macht man als muslimischer Bauherr gemeinhin dadurch wett, dass man jeden freien Millimeter mit kunstvollen Verzierungen und Koranversen schmückt.



Alter Palast, kein Swimmingpool!

Wir haben ja auch viel über den Islam gelernt. Da gibt es magische Zahlen (3 heilige Bücher, 4 sunnitische Imame, 12 schiitische Imame und alle Summen und Quersummen), magische Farben (Grün ist der Islam, Weiß die Nahrung [Milch], Schwarz der Schutz usw.) und diverse interessante Geschichten, die ich mir aufgeschrieben habe, aber den Zettel habe ich jetzt nicht hier und das erzähle ich dann mal separat.

Die Sehenswürdigkeit, wie gesagt, ist die Medina, sind die Händler, die Souks, ist das Feilschen um jeden Dirham unter Verweis auf die diversen Frauen und Kinder, sind die Gerüche in der Gewürzsouk und der Gestank in den Gerbereien.





mitten in den Souks



Obsthandel



auch eine Sehenswürdigkeit zwinkern

Natürlich gibt es auch Besichtigenswertes:

- Saaditengräber aus dem 17. Jh., die erst 1917 entdeckt wurden
- Den Palais El Badii, erbaut ebenfals von den Saaditen in 25 Jahren, zum Zerstören und Plündern brauchte man nur 12. Heute nisten hier Dutzende Störche. In Deutschland gilt es ja bereits als Sensation, wenn auf dem Schornstein irgendeines neubrandenburgischen Bauernhofs einmal ein Storchenpäärchen nistet. Nun, auf dem El Badii sind es unzählige Störche – auch eine Sehenswürdigkeit, wie ich finde



Palais El Badii


- die Koutoubia-Moschee aus dem Jahre 1162 (darf man nur von aussen ansehen, weil das Betreten der Moscheen nicht-muslimen verboten ist)



Koutubia-Moschee (Turm)

- Die Ben-Jusuf-Medersa, eine reich verzierte Koranschule und gleichzeitig ein Weisenhaus aus dem 14. Jahrhundert
- Der zentrale Platz Djemaa el Fna, bis ins frühe 20. Jahrhundert Hinrichtungsstätte (übersetzt: „Platz der Toten“), heute so etwas wie die Piazza Navona von Marrakech.



Obsthandel auf dem Nachtmarkt (Djemaa El Fna)



Das älteste Haus von marrakech - heute eine Galerie. Sehr schön!


All dies ist sehr interessant und sehenswert, aber ich wollte hier ja keinen Kulturführer posten.

Das Kulinarische

Fremde Länder, fremde Küchen. Marokko ist ein Gewürzparadies. Aufgrund der geografischen Lage an der Nahtstelle zwischen Europa und Afrika war das Land schon immer ein Handelsdrehkreuz. Dann bietet das Atlasgebirge auch noch ein perfektes Klima für den Anbau vieler Gewürze, so dass in Marokko auch viel angebaut wird. Marrakech ist entsprechend ein Gewürzparadies. Man bekommt so ziemlich alles, was das Herz der asiatischen und orientalischen Küche begehrt, in frischestmöglichem Zustand. Die Märkte richten das dann auch noch malerisch in Kegeln oder Pyramiden her, so dass man von den vielen bunten Farben noch zusätzlich erfreut wird.



Großhandel - Auktionsplatz für Gewürze



Zwischenhandel



Endhandel



Mäuschen am Rosenöltopf

Neben den bekannten Gewürzen wie Kardamom, Curry, Koriander, Paprika, Kurkuma etc. gibt es noch spezielle Mischungen, so z.B. ein 4-Gewürze-Pulver, das speziell für die Zubereitung von Fisch verwendet wird und vor allem das marokkanische Landesgewürz Ras al Hanoud (zu dem ich ja im Küchenthread bereits etwas gepostet habe), das aus bis zu 35 verschiedenen Zutaten besteht und nur vom Chef des Hauses (das bedeutet Ras al Hanoud) zubereitet werden durfte.



Ras Al Hanoud

Enttäuschend hingegen ist, was die marokkanische Küche mit den vielen Gewürzen so anfängt. Man kocht üblicherweise in irdenen Tellern mit hohem Rand, in denen das Essen dann auch angerichtet wird, auf offenem Kohlefeuer. Auf dem Teller sitzt eine kegelartig geformte irdene Deckelmütze – man stelle sich das etwa wie einen runden Römertopf vor. Das Essen wird also lecker gegart. Es dominieren (als Lamm deklarierter) Hammel, der einen geruchlich ziemlich anhammelt, Huhn, Rind und etwas seltener auch Fisch. Üblicherweise wird das Fleisch goulaschartig geschnitten. Knochen werden mit gegart (das gibt, wie der geübte Koch weiß, der Sauce Geschmack, macht aber beim Essen manchmal etwas weniger Spaß). In der Landessprache nennen sich derlei Gerichte „Tajines“ – für selbige verwendet man dann auch das Ras al Hanoud. All dies wird aber sehr defensiv gewüzt. Geschmacksexplosionen wie in der asiatischen Küche darf man nicht erwarten. Ich habe so ziemlich alles nachgesalzt. Dazu gibt es dann das Traditionelle CousCous (aus gemahlenen Kichererbsen).



Zubereitung von Tajines




Tajine

Weltmeister sind die Marokkaner hingegen im Herstellen von Patisserie. Die kleinen Schweinereien, die man in den Souks bekommt, laufen jeder Pariser Patisserie den Rang ab. Üblicherweise findet man ja in warmen arabischen und afrikanischen Ländern eher vor Honig triefende. Superfette Kuchen, nach denen man nur noch apathisch in der Ecke hängt und nach Kaffee lechzt. Nicht so hier! Die kleinen Küchlein, Mazipanteilchen, Pistazienleckereien, Pains au Chocolat, Croissants haben allerfeinste Qualität.



kleine süße Schweinereien

Dazu trinkt man einen marokkanischen Tee – 1-2 Löffel grüner Tee, eine Hand voll getrockneter Minze und viel Zucker. Auch daran kann man sich gewöhnen.



Teezeremonie beim Gewürzeeinkauf

Wenn man keine Lust auf ausgedehnte Restaurantbesuche hat, dann geht man abends auf den Djemaa el Fna. Wie in vielen asiatischen Ländern (ich kenne das aus Beijing oder Bangkok) werden dort abends diverse kleine mobile Buden aufgebaut. Relativ aufdringliche Koberer versuchen dann, einen zur eigenen Bude zu bewegen, vor der einige Biertische und Plastikstühle aufgebaut sind. Gegrillt wird auf offenem Feuer Fleisch und Fisch. Nach einer halben Stunde ist man wohlgesättigt. Man muss darauf achten, möglichst weit in Luv zu sitzen – es versammeln sich dutzende Buden, die alle mit Feuer arbeiten, da kann sich schon ganz ordentlich viel Qualm entfalten. Danach trinkt man noch einen frisch gepressten Orangensaft für 25 ct und versucht den anwesenden Neppern, Schleppern, Bauchtänzerinnen, Abkassierern, Hennabemalerinnen und dem sonstigen fahrenden Volk zu entgehen.



Rauchverbot?





Garküche



Auswahl am Grillwagen *mjam*

Sonstiges

Es wird gehandelt, was das Zeug hält. Das ist Teil der Kultur. Als weißhäutiger Tourist ist man natürlich grundsätzlich beliebtes Opfer und der Einstiegspreis wird gerne einmal verdoppelt. Die erfolgreichste Taktik ist, nach dem erstgenannten Preis erst einmal laut loszulachen und ungefähr ein Viertel des verlangten Preises zu bieten, worauf der Verhandlungspartner ebenfalls die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und dann einige Dirham Nachlass bietet. Nach ca. 5 Minuten der Verhandlung (den angebotenen Tee muss man zu diesem Zeitpunkt noch ablehnen, der schafft zu viel Verbindlichkeit) muss man glaubhaft abwinken und gehen. Wenn man weit genug entfernt ist, kommt dann der Rückruf mit einem deutlich verbesserten Preis, der aber lange noch nicht gut genug ist. Jetzt darf man dann auch etwas Entgegenkommen zeigen, um sich dann schließlich doch zum gemeinsamen Tee niederzulassen. Man braucht noch etwa 10-15 weitere Minuten, bis man sich – jeder mit möglichst leidendem Blick, weil er sich übers Ohr gehauen fühlt – dann per Handschlag handlungseinig wird. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass ich immer und überall immer noch viel zu viel bezahlt habe.

Während dieser Marathon in den Souks noch viel Spaß macht, geht er einem dann doch bei anderen Gelegenheiten ziemlich auf den Keks. So haben beispielsweise alle Taxen einen geeichten Taxameter. Leider weigern sich jedoch sämtliche Taxifahrer, diesen auch anzuschalten. Er sei leider gerade eben kaputt gegangen, aber man kenne den Preis. Nun ja, wir haben uns vorher natürlich erkundigt – der Preis sollte ca. 10 DH (ca. 1 EUR) betragen. Verlangt wurden 50. Erschwerend kam ein beginnender Regen dazu, so dass wir dann bei 20 DH zugeschlagen haben, also mehr als das Doppelte des gültigen Preises gezahlt haben.

Die Reiseführer warnen sämtlich davor, sich auf der Straße von Guides ansprechen zu lassen, die einem dann bald an das Portemonnaie wollen.

Häufig wird man in der Tat auf der Straße angesprochen, wie es einem denn so in Marrakech gefalle. Man will ja nicht unfreundlich sein und antwortet, worauf das Gegenüber erst einmal versichert, er sei kein Guide und wolle natürlich kein Geld von einem und wohne nur hier um die Ecke. Dann erzählt er Dir, dass es gerade am Platz X ganz besonders günstige Y zu kaufen oder ganz tolle Z zu sehen gäbe. Ein zufällig vorbeilaufender Bekannter wird angesprochen – dieser versichert einem wieder, er sei kein Guide und wolle natürlich kein Geld von einem, er müsse sowieso in die Richtung und man solle einfach folgen. Am Ziel angekommen wird man dann dem gerade anwesendem Aufseher/Verantwortlichen/Bekannten vorgestellt, der einem dann alles herzlichst zeigt und betont, dass er ja Aufseher/Verantwortlicher/Bekannter und kein Guide sei. Derlei Besichtigungen enden dann regelmäßig in einem Laden, den man, ohne etwas gekauft zu haben, nicht wieder verlassen kann. Wenn man den Laden dann verlässt, trifft man wieder auf den Aufseher/Verantwortlichen/Bekannten, der dann die Hand aufhält „für die armen Familien“, die man eben überall gesehen hat.

Auf diese Weise wurden wir in die örtlichen Gerbereien verschleppt, wo das Kamelleder noch mit Urin und Taubendung gegerbt wird. Die Gerber stehen mit beiden Beinen in der Gülle. Ziemlich dreckiger Job. Der selbsternannte Aufseher der Gerbereien wollte dann am Ende geschlagene 100 DH von uns, das ist dort richtig viel Geld. Da bin ich dann schon etwas ärgerlich geworden.



Mittelalter - now!



Fleischreste werden vom Leder geschabt



Kamelleder galore


Fazit

Für ein verlängertes Wochenende war das eine tolle Sache. Wenn man den Flug rechtzeitig bucht, kostet der so um die 250 EUR, vor Ort kann man sehr günstig wohnen. Und wir haben noch einmal Sonne getankt


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Zuletzt bearbeitet von Craggan am 30.10.2010, 17:09, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Psycho Dad
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BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 16:59                                  +/-

Tolle Fotos. Spitze Das Fleisch auf diesen Grillwagen wird aber nicht gekühlt und man verdirbt sich daran den Magen.


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„Hm, ich hätte Appetit auf generell asiatisch.“
(Tyler D.)
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 17:06                                  +/-

Hammerbericht

Ein Freund meinte mal, Marokko sei ja DAS Land für mich. Naja. Keine Ahnung, wie er das gemeint hat. Aber das mit den "Nicht-Guides" hat er genauso erzählt grins Er endete dabei in einer Teppichknüpferei und kam nur raus, nachdem er den kleinsten aller angebotenen Teppiche gekauft hat, einen Tischläufer.


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Glück kann man nicht kaufen. Aber ein Fahrrad.
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Craggan



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BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 18:10                                  +/-

Jetzt, im Herbst, würde Dir Marrakech sicherlich gefallen, PK.

Und Du kannst da unbedenklich alles essen, PD. Auch wenn das da ohne "richtige" Kühlung liegt (übrigens auf Eiswürfeln), wird das am Abend noch alles weggefuttert. Die Marokkaner sind ausgesprochen reinliche Menschen. DIe Straßen werden z.B. täglich vor jedem Laden vom Inhaber mit Wasser gespült gegen den Staub. Ich habe üebrall und alles gegessen und mir ist nix passiert


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titania



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BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 18:11                                  +/-

Hach, was ein toller Bericht. Ich bin ein bisschen neidisch. Irgendwann mag ich da auch hin (wenn ich lang genug in einer Stadt gewohnt habe, wo mich die Bewohner geflissentlich ignorieren und ein wenig Aufmerksamkeit im Urlaub ertragen kann.)

Und ein Tajine möchte ich dann auch haben. Und Platz für all solch schöne Gewürze. Und Gegenstände aus so tollem Leder. Und ... so. *seufz*


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Der menschliche Körper enthält sechs Liter Blut: genug, um eine große Wohnung anzustreichen.
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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 31.10.2010, 22:34                                  +/-

titania
Ich bin ein bisschen neidisch.


Ich auch, ich auch. Und ich will jetzt Gewürze kaufen gehen.

_______________

Anderes Thema, andere Stadt:
Ich bin nächste Woche ein paar Tage in Amsterdam. Meine Abende dort haben andere Leute wohl schon verplant, aber ich überlege noch, was ich tagsüber anstellen könnte. Ideen? Hinweise? Aktionen, die man mal gemacht haben muss? Dinge, die man gesehen haben sollte?

Quar?

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 01.11.2010, 14:32                                  

Craggan

Obsthandel




Melonen? grins

(edit: EINmal zu einem Craggan-Beitrag einen Craggan-Kommentar abgeben... done.)


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Quar



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BeitragVerfasst am: 01.11.2010, 21:51                                  

Lothiriel

Anderes Thema, andere Stadt:
Ich bin nächste Woche ein paar Tage in Amsterdam. Meine Abende dort haben andere Leute wohl schon verplant, aber ich überlege noch, was ich tagsüber anstellen könnte. Ideen? Hinweise? Aktionen, die man mal gemacht haben muss? Dinge, die man gesehen haben sollte?

Quar?


Ui! grins Geh unbedingt ins Van Gogh Museum! Rechne mal durch, wie viele Museen du besuchen willst, in der Regel lohnt sich eine Museumkaart schon nach vier Besuchen. Im Van Gogh kannst du damit vor allen Dingen an der langen (laaangen!) Schlange locker flockig vorbei spazieren. Es ist dort drin immer sehr voll, aber die Bilder sind einfach fantastisch und jedes Gedränge wert. Ich empfehle einen Besuch am Montagabend, da hat man die meiste Ruhe und es gibt oft noch Musik in der Lobby.

Außerdem empfehle ich ganz, ganz dringend die Hermitage. Diese Dependance des St. Petersburger Museums zeigt wirklich große Meisterwerke und ist vor allem in einem sehr schönen Gebäude direkt an der Amstel untergebracht.

Dann geh doch bitte im Café de Jaren eine Bananenroomtaart essen. Unvergleichlich! Bei schönem Wetter, unbedingt draußen auf der Terrasse am Wasser sitzen. Oben gibt es auch noch einen Balkon.


Danach bummelst du gepflegt die Staalstraat entlang (direkt um die Ecke) und schaust mal bei BIEC (so schöne Taschen! so schöne Ketten!) und beim Schokoladenladen Puccini rein. Am Ende der Straße auf der linken Seite ist auch ein sehr schönes, aber sehr kleines Café. Dort kann ich die Suppen sehr empfehlen.

Dann solltest du unbedingt einen Tag im Jordaan spazieren gehen. Dort gibt es zum Beispiel den wunderhübschen Laden The Otherist mit ganz absurden und tollen Dingen. Außerdem ist dort das Tulpenmuseum zu finden. Ich bin dort nie ins Museum gegangen, habe aber im dazugehörigen Laden immer eine kitschige Kleinigkeit gekauft.

Am Wochenende kann man von dort aus sehr schön zum samstäglichen Markt auf dem Noordermarkt laufen. Etwas weiter ist in der Lindengracht auch noch ein Bauernmarkt, wo zum Beispiel auch häufig Poffertjes verkauft werden. Um die Ecke ist das Anne Frank Haus, für das man aber unbedingt vorher Karten online kaufen sollte. Die Schlange Menschen reiht sich dort meistens einmal um den Block.

Eine Hafenfahrt ist unbedingt zu empfehlen, bei viel Zeit würde ich ein 24 Stunden Ticket bei einer der großen Linien kaufen. Damit kann man sich auch die teuren Straßenbahntickets sparen und mal eben zum Zoo, zum Hafen und zum Leidseplein fahren. An letzterem solltest du niemals etwas essen, alles schlecht und teuer. Mindestens 200 Meter Entfernung sollen schon drin sein. Am Hafen lohnt sich übrigens auch sehr der Besuch der öffentlichen Bibliothek genannt "Oba" (vor zwei Jahren hatten ein paar Scherzbolde aus aktuellem Anlass noch ein "ma" angehängt). Sehr modernes Gebäude mit einer tollen Multimedia-Abteilung, Ausblick, oben einem kleinen Café und unten einem Vapiano.


Sollte das Wetter sehr schlecht sein, kannst du auch in das sehr schöne Kino Tuschinksi am Museumsplein gehen. Du musst aber mindestens mit Preisen so um die 10/12 Euro rechnen. In das Kino solltest du aber mindestens einmal reingucken, der Anblick in dieses rekonstruierte Art Deco/Tim Burtoneskes Gebäude lohnt sich!

Möchtest du fantastisch zu Abend essen, fahre raus ins Watergraafsmeer und esse im Quatfass. Dass dieser Koch keine Michelin-Sterne hat, ist eine Sünde.


Fahr in der Westerpark und geh in die Westergasfabriek, in der viele Künstler ihre Ateliers haben. Dort ist es außerdem schön grün und man kann in der Sonne den ein oder andern Kaffee trinken.

Sollest dir die Stadt einmal auf die Nerven gehen, dann fahr mit der Bahn nach Haarlem (bezaubernde kleine Stadt) oder noch weiter nach Zandvoort. Dort bist du in wenigen Minuten am Meer, kannst Fischbrötchen essen und Muscheln sammeln.


Nicht vergessen: Prost heiß "Prost", Hallo "Hi/Hallo/Goede daag" (gchu-e dach), danke "bedankt" oder "dankuwel" (u sprich ü), tschüss "daag" und "Sprechen Sie Englisch" = "Spreekt u Engels"?


Viel Spaß!



Zuletzt bearbeitet von Quar am 02.11.2010, 00:23, insgesamt einmal bearbeitet
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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 01.11.2010, 22:34                                  +/-

Dankeschön! Smilie

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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 02.11.2010, 00:09                                  +/-

@Craggan
War sehr interessant deinen Reisebericht zu lesen! Und die Fotos sind natürlich auch sehr schön. Besonders die Gewürze.

@Quar
Jetzt will ich auch unbedingt nach Amsterdam…mit dir als Reiseführerin.

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Quar



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BeitragVerfasst am: 02.11.2010, 00:23                                  +/-

Vielen Dank. Es kam von Herzen. Smilie Ich hab mal noch einen Halbsatz zum Hafen und ein paar Fotos ergänzt.

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Eiranion
Dr. rer. nat Frühstück


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BeitragVerfasst am: 02.11.2010, 00:41                                  +/-

Toller Bericht, Craggan!
Sich mit Quar Amsterdam anzusehen ist sehr toll. Yes
Wir hatten zwar wenig Zeit, also kenne ich viele dieser Sachen nur von außen und müsste sicherlich nochmal deutlich mehr Zeit da verbringen, aber ich war trotzdem sehr angetan von allem.


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Die wir in den Herzen tragen
Für immer
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Für immer
BVB!
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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 05.11.2010, 22:46                                  +/-

Quar

Möchtest du fantastisch zu Abend essen, fahre raus ins Watergraafsmeer und esse im Quatfass. Dass dieser Koch keine Michelin-Sterne hat, ist eine Sünde.


Hört auf Quar, wenn es um Essen geht! Wirklich.

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lila



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BeitragVerfasst am: 07.11.2010, 03:13                                  +/-

Gerade habe ich eine SMS bekommen: "Hey, bin gerade in Bratislava."

Schön. Ich sitze an einem Samstag Abend alleine zuhause, nachdem ich über 12 Stunden damit verbracht habe, meine Unisachen zu erledigen. Mit dem Wissen, dass es morgen genauso aussehen wird. Ganz toll.

Um nicht vollkommen frustriert wieder nicht einschlafen zu können und zur allgemeinen Belustigung ein paar random facts über Osteuropa.

In Bratislava war ich letztes Jahr auch. Ist ja im Endeffekt nicht weit weg. Trotzdem fährt man da eigentlich nie hin. Warum? Keine Ahnung. Ist ja nur eine Vorstadt von Wien, wie die eingesessenen Wiener sagen würden. Im Endeffekt ist Bratislava von Wien aus schneller zu erreichen als mein Heimatkaff. Aber den Eisernen Vorhang gibts halt noch in den Köpfen der Menschen und hinter der östlichen Grenze hört die Welt auf.

Jedenfalls. Bratislava. Hat mich eigentlich überrascht. Man sagt ja auch immer, dass die Stadt nicht so schön sei. Stimmt nur bedingt. Wir mussten dort in den Nachtzug nach Krakau umsteigen und dachten uns, wir fahren mal ein bisschen früher hin, um uns die Stadt anzuschauen. Waren im Endeffekt also nen halben Tag dort. Wie man das halt so macht ohne Stadt- oder sonstigen Plan. Also mal vom Bahnhof in die Richtung, von der wir glaubten, dass sie in die Innenstadt führt. Hat sogar gestimmt. Nach einem beschwerlichen Weg von ein paar hundert Metern erstmal Kaffeepause. Kellner konnte Deutsch. Wenig überraschend.

Dann weiter in die Innenstadt. Bratislava hat auch klassisch wie irgendwie ziemlich viele Städte so nen Schlossberg. Drum herum eine kleine, liebe, nette Innenstadt. Durchaus sehenswert. Wenn man auf dem Berg oben steht, sieht man dann auch die Plattenbauten auf der anderen Uferseite. Wir hatten ja Glück und waren im Sommer bei wunderbarem Wetter dort. Außerdem liefen gerade - wie uns diverse Plakate in der Stadt verraten haben - div. Veranstaltungen im öffentlichen Raum. So auch auf irgendeinem Platz in der Innenstadt genau an dem Tag, an dem wir dort waren. Man hatte ja dann irgendwann mal alles gesehen, auch gut gegessen und war sowieso in der Nähe, also schaut man dort mal hin. War ein sehr nettes Konzert von so einer Gypsy-Musik-Band, hat gefetzt. Haben Lieder aus dem noch weiter östlichen Europa gespielt. War schon fast ein bisschen zu klischeehaft, aber hat Spaß gemacht. Danach haben wir Whisky getrunken, fast den Zug verpasst, uns von nem Taxifahrer bescheißen lassen, nur um dann festzustellen, dass unser Zug sowieso eine Stunde Verspätung hat. Dann haben wir uns ne Flasche Wein gekauft und die in der Bahnhofshalle getrunken. Sehr stilvoll. Die war dann auch leer, als der Zug schließlich daherkam. Insgesamt habe ich eine wohl etwas illuminierte, aber doch schöne Erinnerung an Bratislava. Und wäre jetzt auch gerne dort.


Mit der Person, die mir da gerade geschrieben hat, war ich ziemlich genau vor einem Jahr in Slowenien. Das ganze hat damit angefangen, dass sie ein Auto hatte und wir beide Zeit. Und wir wollten das Meer sehen.

Eigentlich wollten wir ja nach Venedig fahren, aber das wären 7 Stunden Fahrzeit gewesen und es war schon etwas spät. Also haben wir uns für Koper in Slowenien entschieden. Das waren nur 5 Stunden Fahrzeit. Also um 23.00 in Wien erstmal Auto gesucht, gefunden, losgefahren. Soundtrack der Fahrt war Dobrek Bistro und ich als Beifahrerin musste die Karte und Bukowski lesen. Erstmal Kaffee bei der nächstbesten Raststätte, dann Autobahn bis Lubljana, dann kuschlige Übernachtung im Auto auf der nächstbesten Raststätte um Lubljana, nur um schließlich bei Sonnenaufgang in Koper anzukommen. Koper ist eine ganz kleine Stadt. Aber am Meer. War mal Teil von Venedig, deswegen sieht man auch überall den venezianischen Löwen. Triest ist auch gleich um die Ecke. Insgesamt eine Gegend, in der Landesgrenzen nicht viel bedeuten. In Triest leben Slowenen, in Slowenien lebten und leben vielleicht noch ein paar Italiener, jedenfalls weiß man nicht ganz genau, wo man hier eigentlich ist, wenn man in Koper spaziert. Die Leute sprechen Slowenisch, die Gebäude der Innenstadt erinnern an Norditalien, alles wirkt mediterran und irgendwo sieht man dann natürlich auch den Tito-Schliff. Ach ja, und der Hauptplatz wird videoüberwacht. Wird einem auch in 4 oder 5 Sprachen erklärt.

Was haben wir in Koper gemacht? Uns das Meer angeschaut. Und die Stadt. Die wie gesagt wirklich klein ist. Aber sehr verwinkelt, mit vielen kleinen Gässchen und zwischen den Häuserfronten sind Schnüre gespannt und Wäsche hängt dort und so weiter. Unter Zusammenarbeit und Zusammenwürfelung aller slavischer Sprachen, derer wir mächtig waren (was insgesamt 3 waren, aber eben nicht Slowenisch) haben wir uns einen Stadtplan organisiert und ein leckeres Essen. Dazu gabs Bier und Kaffee. Dann waren wir müde. Dann wollten wir noch ein bisschen im Auto schlafen. War semi-erfolgreich. 2 doppelte Espresso später waren wir schließlich nachmittags wieder unterwegs. 5 Stunden Autobahnfahrt, einen Nervenzusammenbruch seitens der Fahrerin (auf der Autobahn), ein Meisterwerk an Beruhigungsversuchen meinerseits (auf der Autobahn) und mehreren Raststättenaufenthalte später waren wir auch wieder in Wien. Koper ist toll. Yes

Mehr fällt mir jetzt um die Uhrzeit nicht mehr ein, die Fotos von beiden Trips sind bei meinem Festplattencrash draufgegangen und ich sollte jetzt wirklich ins Bett.


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Quar



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BeitragVerfasst am: 07.11.2010, 22:07                                  +/-

Oh wie schön, Loth! Sind die nicht super freundlich im Quatfass? Und das Essen - ein Erlebnis! Ich habe das Etablissement das erste Mal zum Brunchen ausprobiert und war hin und weg. Danach war ich nochmal mit meinen Eltern dort essen und es war sogar noch besser als im (wesentlich teureren) Pier 10. Es freut mich sehr, dass es dir dort gefallen hat. Was hast du denn sonst noch in Amsterdam getrieben? Smilie

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