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Drama am Berg
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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 18.07.2008, 13:00                                  +/-

Derzeit spielt sich (mal wieder) ein Drama im Himalaya ab. Eine Kletterexpedition auf den Nanga Parbat, der als gefährlichster 8000er der Welt gilt (hier starb auch Messners Bruder), ist auf fast 7000m Höhe stecken geblieben.

Karl Unterkircher, einer drei Südtiroler, ist bereits tot. Für Simon Kehrer und Walter Nones läuft die Zeit ab. Eine Rettungsaktion ist unterwegs.


Der 37-jährige Unterkircher hinterlässt Frau und drei Kinder.

Wer das Buch "In eisige Höhen" von Jon Krakauer gelesen hat (Tatsachenbericht), weiß ungefähr, was sich da oben jetzt abspielen muss Geschockt (Lesetipp!) Schreckliche Sache, aber andererseits auch einkalkuliertes Risiko... ich hoffe, die anderen beiden packen es.

Einen aktuellen Artikel zum Drama findet man bei SPON. Dort gibt es auch in You-Tube Video von der Besteigung (vom 5. Juli, als sie noch zu dritt waren).

Weitere Artikel findet man im Netz, z.B. bei Focus, Netzeitung oder Welt (etc.).

Gepostet am 18.07.2008, 14:07:

Unterkirchers letzter Netz-Tagebuch Eintrag vom 13. Juli Geschockt

Zitat:
"Es ist der 13. Juli, ich liege in meinem Zelt und versuche ein Buch zu lesen. Aber ich kann mich nicht konzentrieren denn wie besessen haftet der Gedanke an diese Wand, diese Rakhiot-Wand. Diese verwunschene zerklüftete Eiswand mit den vielen Gletscherspalten. Sie liegt genau in der Mitte und hindert unseren Aufstieg. Als wir vor einem Monat am Basislager ankamen hat mir die Rakhiot-Wand Furcht eingeflößt. Auf den Fotos hingegen, möchte man meinen, dass sie aus der Märchenwelt stammt. Von ‚Fairy Meadows‘ aus gesehen, ragt sie in voller Majestät drei Kilometer gegen den Himmel zu. Mindestens neun Kilometer Steilwand trennen den Gipfel des Ganalo Peak im Westen vom Rakhiot Gipfel im Osten. Angst und Kopfzerbrechen bereiten mir aber die Eisklumpen, die sich ständig von der zerklüfteten Eiswand lösen. Sicher verursacht diese Wand schon seit Jahrzehnten Angst und Zittern im ganzen Tal und fordert die Einheimischen zu Respekt und Heiligkeit auf. Diese trotzige Teufelswand lies mich schon am ersten Tag unserer Ankunft nicht in Ruhe, sie macht mich unschlüssig und skeptisch. Es ist wahrhaftig eine gefährliche Mission! Wahrscheinlich werden wir die Wand überfallen wie die Frontkämpfer im ersten Weltkrieg. Aber statt mit Waffen, sind wir mit Pickel und Steigeisen ausgerüstet. Wir müssen mit großer Vorsicht vorgehen und die weniger gefährliche Linie verfolgen; jene die wir übrigens bereits zuhause studiert und bestimmt haben. Schon seit einer Woche beobachten wir täglich jede Veränderung. Sie scheint uns den Weg zum mittleren Pfeiler verweigern zu wollen. Wie wir den Aufstieg wohl in Angriff nehmen werden, bleibt wohl ein Rätsel. Sie könnte uns auch zur Umkehr zwingen. Seit unserer Rückkehr vom Chongra-Gipfel sind wir wieder zu Kräften gekommen, die Angriffslust wächst. Optimismus und Zuversicht stimmen uns positiv. Trotz der eindeutigen Gefahren sind auch Walter Nones und Simon Kehrer motiviert und überzeugt, den Berg zu bezwingen. In meinem Verantwortungsbewusstsein empfinde ich so etwas wie Furcht, ich denke oft an zu Hause, an meine Lieben. Das Beste um sicher zu gehen und Unvorhergesehenes zu verhindern, wäre natürlich vom diesem Projekt auszusteigen."


Oh mann.... hätte er es mal gemacht Traurig

Gepostet am 18.07.2008, 14:16:

http://www.karlunterkircher.com/

Gepostet am 18.07.2008, 14:18:

Zitat:
Südtirol Online: Ist es möglich, mit einem Hubschrauber auf 7.000 Meter oder noch höher zu fliegen?

Marco Vegni: Ja. Hubschrauber sind ja auch schon auf dem Mount Everest gelandet. Auch wir selbst sind bereits mit zwei Militärhubschraubern, die in Bozen stationiert sind, auf den Mount Everest geflogen. Allerdings bedarf es im Vorfeld einer gezielten Vorbereitung und spezieller Hubschrauber-Typen, die in derartige Höhen gesteuert werden können. Der Helicopter des Typs „Lama“ der französischen Firma Aérospatiale ist so ein Hubschrauber.

STOL: Sie sprechen von gezielter Vorbereitung.

Vegni: Zunächst braucht es auf einer gewissen Höhe ein Basislager, wo Treibstoff gelagert wird. Der Hubschrauber kann nicht in einem einzigen Flug einen Berg solcher Höhe erreichen und dann wieder zum Start-Flughafen zurückkehren. Das geht nur schrittweise: Der Hubschrauber startet, fliegt ein Camp an, tankt dort und fliegt dann weiter. Wie gesagt: Möglich ist eine solche Aktion. Man muss aber unterscheiden: Ein Rekordversuch, um zu zeigen, dass ich mit einem Hubschrauber auch den höchsten Berg der Welt erreichen kann, ist eine Sache, eine Rettungsaktion am Berg eine andere. Eine Rettung auf über 7.000 Meter ist sehr schwierig. Wenn das Wetter nicht mitspielt, habe ich als Pilot keine Chance. Normalerweise gehen solchen Unternehmungen mehrere Monate Vorbereitungszeit voraus. Zu sagen: Morgen fliege ich zum Nanga Parbat, ist wie ein Lotteriespiel.

STOL: Wie viele Personen passen in einen „Lama“-Hubschrauber?

Vegni: Fünf, also vier Personen und der Pilot. Aber Achtung: Bei einer solchen Höhe schafft es auch ein Hubschrauber dieser Art niemals mit fünf Personen an Bord. Je weniger Gewicht an Bord ist, desto besser.

STOL: Die Rettungsaktion für Nones und Kehrer ist in großer Hast organisiert worden. Wie groß sind die Chancen, den beiden Alpinisten zumindest Lebensmittel bzw. ein Satellitentelefon zukommen zu lassen, wie hoch jene einer erfolgreichen Rettung?

Vegni: In Gebieten wie in Pakistan ist vieles eine Frage des Geldes. Wenn die finanziellen Mittel stimmen, dann wird oft auch Unmögliches möglich. Eine solche Aktion dürfte einiges kosten. Ich glaube die Chance, dass eine solche Aktion erfolgreich durchgeführt werden kann, liegt bei 10 bis 15 Prozent.


Gepostet am 18.07.2008, 14:24:

Ganz aktuell von www.stol.it

Hubschrauber ist in Richtung Gipfel gestartet

Die Mannschaft des Basislagers am Fuße des Nanga Parbat hat Walter Nones und Simon Kehrer am Donnerstag Abend erneut gesichtet. Die beiden Alpinisten seien dabei beobachtet worden, wie sie auf rund 6.950 Meter ein oranges Zelt aufgeschlagen haben, hieß es seitens der Website „montagna.tv“.

„Rund 200 Meter darüber befindet sich der Gipfel des Gletschers Bazin“, teilte Maurizio Gallo mit. Laut der Online-Ausgabe der "Repubblica" befinden sich Nones und Kehrer hingegen auf 6400 Meter.

Gallo ist mittlerweile mit Silvio Mondinelli im Basislager. Dort standen zwei Rettungshubschrauber des Typs „Ecoreil B3“ des pakistanischen Heeres bereit. Mittlerweile ist einer der beiden Hubschrauber mit Silvio Mondinelli, Maurizio Gallo und zwei Piloten unterwegs, um Nones und Kehrer Hilfe zu bringen.

Laut den Organisatoren der Aktion soll der Hubschrauber den beiden Bergsteigern auch moralische Unterstützung geben, ihnen also signalisieren, dass sie nicht alleine sind. Darüber hinaus sollen Nones und Kehrer Lebensmittel und ein Satellitentelefon erhalten. Ob es möglich sein wird, diese konkrete Hilfe vom Hubschrauber aus in unmittelbarer Nähe der beiden Alpinisten abzuwerfen, ist aber unklar.

Laut „montagna.tv“ sind die Wetterbedingungen bis Sonntag noch gut. Am Montag sei jedoch mit einer Verschlechterung zu rechnen, die die Rettungsaktion behindern könnte.

Joi/rb


Puh, ich find sowas immer hochspannend... wenn man quasi live mitfiebern kann/muss

Gepostet am 18.07.2008, 14:25:

Oh, Karl Unterkircher hatte am gleichen Tag wie ich Geburstag, 27.08..... Traurig



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Psycho Dad
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BeitragVerfasst am: 18.07.2008, 13:40                                  +/-

Warum ist jetzt eigentlich das Leben der Bergsteiger akut bedroht? Ok, sie können erst mal nicht absteigen, aber sie haben doch laut Spon ein Zelt aufgestellt. Verhungern werden sie auch nicht auf ein paar Tage. Sie sollen aber nur noch 2-3 Tage ohne fremde Hilfe überleben können. Macht einen da oben die Kombination aus Kälte, Erschöpfung, dünner Luft und Hunger fertig?


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 18.07.2008, 13:40                                  +/-

Schon heftig. Ich hoffe, die beiden Schaffen es wieder runter.
Allerdings wissen sie recht genau, was bei ihren Touren passieren kann. Jeder der solche Extremtouren unternimmt, sollte sich jedenfalls damit auseinandersetzen.


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Athene



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BeitragVerfasst am: 18.07.2008, 13:56                                  +/-

Psycho Dad
Warum ist jetzt eigentlich das Leben der Bergsteiger akut bedroht? Ok, sie können erst mal nicht absteigen, aber sie haben doch laut Spon ein Zelt aufgestellt. Verhungern werden sie auch nicht auf ein paar Tage. Sie sollen aber nur noch 2-3 Tage ohne fremde Hilfe überleben können. Macht einen da oben die Kombination aus Kälte, Erschöpfung, dünner Luft und Hunger fertig?


Ich vermute es fast.
Die Leute stehen ja mit den beiden im Kontakt, können ihnen aber im schlimmsten Fall nur beim Sterben beistehen. Das ist schon heftig. Ich hoffe sehr auf ein Happy End.

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 18.07.2008, 14:10                                  +/-

Die haben Erfahrung. Unterkircher war seit 11 Jahren Bergführer und hat den Mount Everest und den K2 ohne Sauerstoff bestiegen. Allerdings war er wohl der Erfahrenste der Drei.

Aber selbst die aller Erfahrensten können da oben eingehen. Bei der Horrorbesteigung (Wiki-Artikel zum damaligen Unfall 1996) damals am Mount Everest (über die Krakauer, der teilgenommen hatte, das Buch geschrieben hat), starben gleich drei ganz erfahrene Bergführer (Rob Hall, Andrew Harris, Scott Fisher).

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 18.07.2008, 15:08                                  +/-

Zitat:
Helfer brechen ersten Bergungsversuch am Nanga Parbat ab

Islamabad (dpa) - Beim Bergsteigerdrama am Nanga Parbat haben die Helfer den ersten Bergungsversuch der zwei festsitzenden Südtiroler wegen schlechten Wetters abgebrochen. Die Operation werde morgen fortgesetzt, sagte ein Sprecher des pakistanischen Tour-Anbieters Hushe Treks and Tours. Die Hubschrauber seien mit zwei italienischen Bergsteigern an Bord, die die Rettungsarbeiten unterstützen, gestartet. Die Piloten hätten aber wegen der Wolken abdrehen müssen.


15:42 Uhr http://www.fr-online.de/

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Craggan



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BeitragVerfasst am: 18.07.2008, 23:12                                  +/-

Unterkircher
„Wer weiß“ habe ich ihm geantwortet, „alles hängt von vielen Faktoren ab“. Inshallah!! (wie Gott will).


letzter Eintrag in seinem Onlinetagebuch


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 19.07.2008, 04:13                                  +/-

Hm... mir sind die Typen relativ egal. Bin ja selbst ein Risiko eingegangen, wenn auch auf viel geringerem Level. Aber wenn's schief geht, hat man halt Pech gehabt Irgendwelche arglosen Unfallopfer tun mir da mehr leid.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 19.07.2008, 09:14                                  +/-

Oxford
Bei der Horrorbesteigung (Wiki-Artikel zum damaligen Unfall 1996) damals am Mount Everes


Oh Mann…


Wikipedia
Zwischen all den schlechten Nachrichten des 11. Mai kam Nachmittags ein Hoffnungsschimmer auf, als Beck Weathers um 16:30 Uhr aus eigener Kraft ins Lager gestolpert kam. Zuvor hatte ein Team von mehreren Sherpas, angeführt von Stuart Hutchinson, versucht, Weathers und Yasuko Namba zu bergen. Da Weathers und Namba unansprechbar waren, wurde auch hier entschieden, beide zurückzulassen. Trotzdem schaffte es Weathers am späten Nachmittag aufzustehen und ins Lager zu laufen.

[…]

Am 11. Mai 1996 um etwa 1:45 Uhr machten sich die beiden Bergsteiger des japanischen Teams zusammen mit den drei Sherpas trotz heftigem Wind auf den Weg zum Gipfel. Gegen 6:00 Uhr stießen sie am First Step auf einen der Inder, wahrscheinlich Tsewang Paljor. Paljor litt zu diesem Zeitpunkt an schweren Erfrierungen, Sauerstoffmangel und wahrscheinlich auch an der Höhenkrankheit. Eisuke Shigekawa und Hiroshi Hanada unternahmen keine Rettungsversuche. Beide gaben später zu Protokoll, der Inder sei nicht ansprechbar gewesen und habe „gefährlich ausgesehen“. Das japanische Team stieg dann weiter in Richtung Gipfel auf. Oberhalb des Second Step stießen die Bergsteiger auf die beiden anderen Inder, die ebenfalls beide noch am Leben waren. Über ihren Zustand liegen keine gesicherten Informationen vor, es scheint aber, dass beide zu diesem Zeitpunkt bereits unansprechbar waren und im Sterben lagen. Das japanische Team unternahm wiederum keinerlei Rettungsversuche und stieg weiter zum Gipfel auf, den es um 11:45 Uhr in starkem Wind erreichte.

Die Aktionen des japanischen Teams lösten eine weltweite heftige Reaktion aus, die durch zum Teil falsche Medienberichte weiter geschürt wurde … Die Frage, warum die japanischen Bergsteiger den Indern weder Wasser noch Sauerstoff gaben, um ihnen damit die letzten Momente zu erleichtern, ist losgelöst zu betrachten und kann nur von den Beteiligten selbst beantwortet werden.



Kein Sport den ich gut finde.



Zuletzt bearbeitet von Tyler Durden am 19.07.2008, 09:24, insgesamt 2-mal bearbeitet
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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 19.07.2008, 09:22                                  +/-

Ich glaube der Drang einen Berg zu besteigen, die Freiheit, auch manchmal die Einsamkeit, wiegen die Gefahren auf. Ich würde es nie machen, finde es aber großartig.


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Schalk



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BeitragVerfasst am: 19.07.2008, 11:42                                  +/-

Der Sport fasziniert mich enorm, wenn ich es mir technisch, körperlich und finanziell etwas mehr zutrauen würde, würde ich es machen. Ich kannte schon Menschen die sich bei solchen Touren, gut ein paar Nummern kleiner, schon diverse Zehen abgefroren haben. Sowas passiert halt. Als mir ein Kommilitone, kaum 5 Jahre älter, vor einigen Jahren von seinen Andentouren erzählte, kam bei mir eher das Gefühl auf, ich hätte mein Leben bisher verbummelt.
Man muss ja nicht mit Nanga Parbat oder K2 anfangen.


Mount Everest geht ja auch.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 19.07.2008, 11:50                                  +/-

Neuste Entwicklung (Artikl von stol.it)

Zitat:
Neue Hoffnung für Walter Nones und Simon Kehrer

Nach dem zweiten Hubschraubereinsatz am Samstag konnten am Basislager erste Erfolgsmeldungen vermeldet werden. Laut Informationen von „montagna.tv“ gelang es den Piloten der Maschine es näher an die zwei Bergsteiger heranzukommen und ein Satellitentelefon, sowie Lebensmittel und Medikamente in der Nähe von des Lagerplatzes von Kehrer und Nones abzuwerfen.

Damit bestünde berechtigte Hoffnung mit den Männern in Kontakt treten zu können, so Agostino De Polenza, der Koordinator der Rettungsaktion.

Der erste Rettungsversuch des Tages musste abgebrochen werden, weil des dem vollbeladenen Helikopter nicht möglich war Nahe genug an die beiden Extrembergsteiger heranzukommen. Ein abgeworfenes Satellitentelefon landete in für die zwei Männer unerreichbarem Gebiet.

Nach seiner Rückkehr ins Basislager wurde der Helikopter komplett lehrgeräumt und startete den zweiten, wesentlich erfolgreicheren Versuch.

„Die einzige plausible Rettungsmöglichkeit gibt es, wenn Walter und Simon in die Nähe des Gebietes zurück kehren, in dem der Unfall von Karl Unterkircher passiert ist, d. h. auf eine Höhe von 6.500 Meter. Dort dürfte ein Landung des Hubschraubers möglich sein“, so De Polenza laut „montagna.tv“.

Die Rettungsaktion dürfte aber trotzdem zu einem Wettlauf mit der Zeit werden, da für den Beginn der kommenden Woche eine Verschlechterung der Wetterbedingungen erwartet wird.

Die italienischen Extrembergsteiger Gnaro Mondinelli und Simone Moro sind währenddessen im Basislager der Expedition eingetroffen. Sollten die Rettungsaktionen mittels Helikopter nicht den erhofften Erfolg bringen, wollen sie zu Fuß zu den festsitzenden Bergsteigern vordringen.


Spannend!

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 19.07.2008, 14:28                                  +/-

:popcornmampf:


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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 21.07.2008, 18:28                                  +/-

Nach wie vor gibt es keine Entwarnung für Kehrer und Nones.

Zitat:
Nones und Kehrer müssen Abstieg verschieben

Nachdem es über mehrere Stunden hinweg keinen Kontakt zu Simon Kehrer und Walter Nones mehr gab, konnten sich die beiden Bergsteiger am Montag über ihr Satellitentelefon mit dem Basislager am Nanga Parbat in Verbindung setzen.

Kehrer und Nones konnten mit Maurizio Gallo telefonieren, der Teil einer Rettungsmannschaft für die beiden Alpinisten ist. Da das Wetter am Nanga Parbat derzeit schlecht ist, müssen sie mit dem Abstieg noch warten.

Sie sind derzeit am Bazin-Gletscher, zwischen den beiden Silberzacken auf ca. 7000 Meter. Damit sind sie an der Hermann Buhl-Route, die sie angestrebt hatten, um den sicheren Abstieg zu beginnen.

Die Route ist flacher, aber länger als andere Strecken zur 8.125 Meter hohen Spitze des „nackten Berges“ und gilt als relativ sichere Route.

Kehrer und Nones werden also heute in ihrem Zelt übernachten, bis das schlechte Wetter vorüberzieht. Den Abstieg in Richtung Basislager werden sie erst am Dienstag beginnen – wenn das Wetter mitspielt. Derzeit verschlechtern sich die metereologischen Bedingungen jedoch wieder.

Die beiden Bergsteiger dürften aber das Schlimmste hinter sich haben. Beim Gespräch zwischen Nones, Kehrer und Gallo haben die beiden bestätigt, dass sie mit Lebensmitteln versorgt sind.

Erster Kontakt am Sonntag: „Uns geht es gut“

Zwischenzeitlich war die Verbindung zu den beiden Alpinisten abgebrochen. „Das Wetter hat sich schlagartig geändert. Bereits in den Morgenstunden begann es zu regnen und die Sicht ist unzureichend. Sonntag Nacht konnte man noch die Sterne am Himmel sehen“, so Silvio Mondinelli, der mit Gallo sofort nach dem Unglück zum von Italien aus zum Basislager geflogen ist, um Nones und Kehrer zu helfen, am Sonntag.

Ein geplanter Erkundungsflug in den frühen Montag-Morgenstunden musste wegen mangelnder Sicht abgebrochen werden, weshalb Mondinelli und Gallo auch nicht orten konnten, wo sich Kehrer und Nones befinden. Mehrere Versuche, die beiden Bergsteiger über das Satellitentelefon zu erreichen, scheiterten.

Am Sonntag hatte sich Walter Nones über Satellitentelefon bei Augustino Da Polenza, dem Koordinator der Rettungsaktion, gemeldet. "Wir haben die Rakhiot-Wand verlassen. Es geht uns gut.“

Neben dem kurzen Gespräch mit Da Polenza schafften es Kehrer und Nones, auch ihre engsten Familienangehörigen telefonisch zu erreichen.

Sie teilten unter anderem mit, dass sie am Montag gegen sechs Uhr den Abstieg über die Hermann-Buhl-Route in Angriff nehmen wollen. Den Großteil der Route werden sie mit ihren Skiern zurücklegen, so Nones und Kehrer. Dieser Plan muss nun um 24 Stunden verschoben werden.

Der Buhl-Weg ist nach dem Österreicher Hermann Buhl benannt, dem es gelang den Nanga Parbat als Erster zu bezwingen.

Am 3. Juli 1953 erreichte er den Gipfel des Nanga Parbat nach einem 41-stündigen Alleingang.

Kehrer und Nones hatten noch mit Karl Unterkircher festgelegt, den Abstieg über den Buhl-Weg in Angriff zu nehmen. Auf 6.400 Höhenmetern hatten sie zuvor ein Versorgungslager mit Proviant aufgebaut.

Joi/rb



Und hier noch ein interessanter Artikel, der die Lage und Situation der beiden einschätzt und erklärt, was die beiden jetzt durchmachen müssen:

Zitat:
Bergsteiger: „Die Qual des Gehens ist beim Abstieg nicht geringer“

Die in Not geratenen Bergsteiger Simon Kehrer und Walter Nones wollten am Montag mit dem Abstieg vom Nanga Parbat beginnen, sitzen aber nun in einem Schneesturm fest.

Die beiden Alpinisten, deren Kollege Karl Unterkircher vor sechs Tagen umgekommen war, dürften sich in einer körperlichen Ausnahmesituation befinden.

Der stetige Sauerstoff- und Energiemangel sowie die Dehydration führen zu einem Zustand, in dem man leicht Fehlentscheidungen treffen kann, erläuterte der Bergsteiger Gerhard Rosenits in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA. Deshalb sei „die Qual des Gehens beim Abstieg nicht geringer.“

Rosenits, der vor zwei Jahren den 8.035 Meter hohen Gasherbrum II im pakistanischen Karakorum zusammen mit einer 24-köpfigen Gruppe erklommen hatte, meinte: „Die zwei (Nones und Kehrer, Anm.) werden sicher auch ausgetrocknet sein. Man kann nicht vier Liter am Tag trinken.“

Auf einer derartigen Höhe wird das Wasser durch Schneeschmelzen mit dem Gaskocher gewonnen. Für einen Liter Flüssigkeit benötige man eine Stunde.

Erschwerend hinzu komme, dass das Schneewasser „einfach nicht gut schmeckt“. Im Laufe einer Expedition werde die Dehydration immer stärker, der Körper immer schwächer.

Der Energiemangel führe in Kombination mit dem Sauerstoffmangel dazu, dass man Risiken leichter unterschätzt und leichtfertige Entscheidungen trifft, wie Rosenits aus eigener Erfahrung weiß.

„Vor einigen Jahren bin ich auf einem Siebentausender auf einer Schneebrücke eingebrochen und in eine zwei Meter tiefe Spalte gestürzt. Ich habe mir überhaupt nichts dabei gedacht - zu Hause hätte ich mich zu Tode gefürchtet.“ Am Berg verdränge man einfach das Risiko - ähnlich wie Autofahrer im Straßenverkehr.

Ein weiterer Faktor, der über Erfolg oder Misserfolg eines Gipfelsturms mitentscheidet, sei die Ausrüstung. „Vor 50 Jahren wären viele Routen einfach nicht machbar gewesen“, so der Sportler.

Aber Equipment und körperliches Training seien nicht alles. Wetter und Akklimatisation spielen eine nicht minder wichtige Rolle. Der erfahrene Bergsteiger wisse: „Der Grat zwischen Erfolg und Katastrophe ist extrem schmal.“

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Wolter



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BeitragVerfasst am: 21.07.2008, 20:52                                  +/-



Ist doch das pure

-Syndrom... !

Stimme Glaurung da voll und ganz zu...

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 21.07.2008, 22:08                                  +/-

Was hat das mit Sommerloch zu tun? Ich finde solche Meldungen immer interessant. Weil sie die "Grenzen" der Menschheit betreffen. Was können Menschen? Ich folge jedwede Abenteuer-Geschichte. Das Buch, in dem autobiographisch die erste Ballonweltumsegelung von Bertrand Piccard und im Breitling Orbiter 3 und Brian Jones geschildert wird, habe ich verschlungen, zumal ich die Meldungen damals auch im Rande in der Presse mitverfolgt habe. Umso erschütterter war ich über den Tod Steve Fossetts, vor einigen Monaten. Solche Menschen und solche Geschichten und Dramen sind es, die mich persönlich faszinieren. "In eisige Höhen" habe ich damals in New York verschlungen; mein Bekannter dort hatte es im Schrank. Ich wollte es (nach einem Bericht in GEO) schon immer mal lesen, aber habe es aber erst dort geschafft. Ich denke, nur wer dieses Buch gelesen hat, kann verstehen, was mich am aktuellen Bergdrama so fasziniert

Extremabenteurer, Raumfahrer, Forscher... das sind die letzten Abenteurer der Gegenwart.

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Akt



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BeitragVerfasst am: 21.07.2008, 22:12                                  +/-

Ich finde den Sommerlochkommentar ausserdem ziemlich geschmacklos. Das ist keine Nachrichtenlappalie die zu etwas Großem aufgeblasen wird, weil sonst im Lande nichts passiert. Es geht um ein Unglück. Um Menschenleben und um die Angehörigen, die sich sicherlich ein "richtiges" schönes, dreckslangweiliges Sommerloch wünschen grade.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 21.07.2008, 22:16                                  +/-

Stimmt. Es ist nicht gerade so, als bestimme diese Sache die Schlagzeilen. Meine Artikel habe ich alle von stol.it, die wohl die deutschsprachige Seite ist, die am dichtesten dran ist. Ansonsten zitieren alle deutschen Quellen ohnehin nur www.montagna.tv.

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Craggan



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BeitragVerfasst am: 21.07.2008, 22:29                                  +/-

ich leide mit denen mit. Als Wahlbayer mit Randbergerfahrung weiß ich mittlerweile, wie launisch der Berg sein kann (ähnlich, wie - das kennt dann auch der wolter - die launische See).

Wolter: Würdest Du einen Einsatz der Seenotrettung auf hoher See auch mit Sommerloch kommentieren???


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Schalk



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BeitragVerfasst am: 21.07.2008, 22:34                                  +/-

Als Illustration, warum man da rauf will:



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Wolter



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BeitragVerfasst am: 21.07.2008, 23:01                                  +/-

Ein DLF-Kommentator (leider im Netz noch nicht nachlesbar/-hörbar) hat sich darüber Gedanken gemacht, warum dieses "Drama" in den deutschen (bzw. deutschsprachigen) Medien soviel Platz einnimmt (mehr wohl als Oxford meint, da vertraue ich der Einschätzung eines Medienprofis mehr als der eines Politikstudenten). und diesen Gedanken kann ich mich anschließen (daß er Südtiroler inklus. Reinhold Messner als Italiener [und nicht als "italienische Staatsbürger"] bezeichnete, sei mal gnädig übersehen , das werden ihm schon genügend Südtiroler übelnehmen).

[Falls der DLF den Kommentar nicht in den nächsten Tagen ins Netz hievt, werde ich - jetzt noch zu faul und darauf hoffend, daß er es noch nachholt zwinkern - aus dem Gedächtnis noch ein paar angemerkte Unstimmigkeiten nachreichen...]

Nicht, daß überhaupt über die Bergsteiger am Nanga Parbat berichtet wird, sondern das überproportional umfangreiche Breitwalzen, das betrachte ich als Sommerloch-Syndrom, und dieses Breitwalzen finde ich auch wesentlich "geschmackloser" [© Akt] als meine nüchterne Feststellung, daß mit der Berichterstattung (von der ich als Glotzenverweigerer ja teilweise verschont werde) arg übertrieben wird.

Jedenfalls sehe ich in dem hiesigen "Exklusiv-Thread" ein kneiplerisches
Analogon dieser Hyperproportionalität. Yes

@ Craggan - Nein, den Einsatz der DGzRS würde ich nicht als Sommerloch ansehen bzw. "kommentieren", doch würde mir ab einer bestimmten "Mediendosis" dieser "Hype" genauso fragwürdig vorkommen wie jetzt das Bohei um die Herren dort im Himalaya... Geschockt


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Warg



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BeitragVerfasst am: 22.07.2008, 06:50                                  +/-

Tut mir Leid, ich sehe das wie Wolter. Es ist ein Sommerloch-Phänomen und medientauglich weil es eben um Extreme geht. Genau wie bei den Entführten in der Türkei. Das ist spannend weil gerade nichts anderes spannend ist (für die Welt bzw für Deutschland meine ich, dass das für die Angehörigen oder Oxford spannend/dramatisch ist ist ja klar).

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