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Strom kommt aus der Steckdose
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Ramujan



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BeitragVerfasst am: 29.08.2005, 00:43                                  +/-

Thanil
Am geplanten Ausstieg aus der Atomenergie soll festgehalten werden.
Auf jeden Fall. Die Atomenergie ist ein gefährlicher Unsinn. Endlagerung völlig ungeklärt, viel zu riskant, viel zu stark subventioniert.

Keine Atomkraft bedeutet mehr Strom aus Kohle - völlig umweltschädlich. Meine Devise: Soviel regenerative Energie wie möglich, gleichzeitig so wenig Kohlekraftwerke wie möglich. Die Lücke dazwischen müssen Kernkraftwerke füllen, ich sehe da derzeit keine Alternative. Das ist in Zukunft hoffentlich anders, ein Ausstieg zum derzeitigen Zeitpunkt ist falsch.

Atomkraft ist riskant, aber bei weitem nicht so riskant, wie es die Gegner gerne hätten. Natürlich wird hier subventioniert, aber bei weitem nicht so stark wie bei Windkraft. Und wenn die Altlinken ihre Endlagerparties zu Hause und nicht an den Bahnschienen feiern würden, kämen die Atommülltransporte erheblich billiger.

Und: Nichtsdestotrotz ist Windkraft selbstverständlich nicht tot!


Zitat:
Die europäischen Agrarsubventionen müssen deutlich gesenkt werden.
Auf jeden Fall. Warum sollten ausgerechnet Bauern gegen den Modernisierungsdruck der Globalisierung geschützt werden und ich beispielsweise nicht?

Weil Bauern Lebensmittel produzieren. Du nicht.

Ganz im Ernst: Die meisten Landwirte sind ebenfalls für eine Streichung der Agrarsubventionen, allerdings nur unter der Bedingung unter den gleichen Vorraussetzungen wie, sagen wir Südafrika, produzieren zu können. Das bedeutet: Keine Umweltschutzauflagen, keine Tierschutzrichtlinien, kein TÜV für den Maschinenpark, keine Sozialabgaben für das Personal, legale Kinderarbeit, kostengünstige Möglichkeiten, die Wälder zu roden ... undsoweiter, undsofort. Die Liste lässt sich noch erheblich erweitern. Wenn schon Globalisierung, dann bitte auch die gleichen Rechte für alle!

Übrigens sind die Europäer nicht die einzigen, die fleißig die Agrarwirtschaft subventionieren; die Amis ziehen da kräftig mit und pumpen erheblichen Beträge in die eigene Landwirtschaft. Beide Parteien schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu und fordern von der jeweils anderen Seite, doch bitte mit dem Dumping aufzuhören.

Ach ja: Bevor Helcaraxe mir wieder reaktionäres Gedankengut vorwirft, ich hab den Wahlomat vorgestern gemacht, bin aber zu faul, mich jetzt noch einmal durchzuklicken, nur um ein Ergebnis posten zu können. Es lag aber im gesunden rot-grünen Bereich.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 29.08.2005, 08:18                                  +/-

Ramujan
Natürlich wird hier subventioniert, aber bei weitem nicht so stark wie bei Windkraft.

Kannst du das mit Zahlen belegen? Ich bezweifel diese Aussage.

Zitat:
Und wenn die Altlinken ihre Endlagerparties zu Hause und nicht an den Bahnschienen feiern würden, kämen die Atommülltransporte erheblich billiger.

So billig wie diese Polemik?

Zitat:
Und: Nichtsdestotrotz ist Windkraft selbstverständlich nicht tot!

Windkraft wird missverstanden, das hat mir ein Freund aus der Branche kürzlich alles erklärt. Alle Standorte, die effektive Windkraft zulassen, sind in Deutschland bereits bestückt, viel mehr ist nicht drin. Deutschland ist ein prinzipiell schlechter Standort, im Land gewonnene Windkraft wird niemals einen bedeutenden Beitrag zur Energiegewinnung beitragen. Aber darum geht es auch nicht, sondern in erster Linie um Forschung und Know-How, fast alle Windparks hierzulande sind Testgelände (erkennbar daran, dass oft verschiedene Modelle nebeneinander stehen), Deutschland ist auf dem Gebiet weltweit führend. Das Know-How wird verkauft in Länder, in denen Windparks eine echte Alternative sind wie die USA oder Australien, aber auch für zukünftige eigene Entwicklungen gebraucht.

Für Europa wären Windparks auf der Nordsee interessant, riesige Offshore-Anlagen, vergleichbar mit den Bohrinseln. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber auch die Bohrinseln mussten erst mit gigantischen Investitionen rentabel gemacht werden. Keineswegs ist geplant, Deutschland großflächig mit Windparks zuzupflastern, wie gerne von der Atomkraftlobby heraufbeschworen wird.



Zuletzt bearbeitet von Nichtraucher am 29.08.2005, 08:47, insgesamt einmal bearbeitet
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 29.08.2005, 08:47                                  +/-

Deine Bemerkungen zur Windkraft finde ich sehr interessant!

Ich denke auch, dass für Europa die Zukunft der Windenergie in Offshore-Windparks liegt. Zwar wird man damit auch nicht die Masse der benötigten Energie gewinnen, aber es geht ja um einen guten Mix aus möglichst vielen regenerativen Energiequellen:

- Windkraft
- Solarenergie
- Biogas
- Erdwärme
- Wasserkraft, etc.

Da steht Deutschland mit 10% Anteil regenerativer Energien inzwischen unter den großen Industrienationen außerordentlich vorteilhaft da. Wir sind da Vorreiter! Nur kleine Industrienationen wie Dänemark sind teilweise noch weiter als wir.

Ramujan
Keine Atomkraft bedeutet mehr Strom aus Kohle - völlig umweltschädlich. Meine Devise: Soviel regenerative Energie wie möglich, gleichzeitig so wenig Kohlekraftwerke wie möglich. Die Lücke dazwischen müssen Kernkraftwerke füllen, ich sehe da derzeit keine Alternative. Das ist in Zukunft hoffentlich anders, ein Ausstieg zum derzeitigen Zeitpunkt ist falsch.


Mehr Kohleenergie bedeutet nicht zwangsläufig mehr Umweltschäden. Es ist heute bereits möglich CO² Filter in Kohlekraftwerke einzubauen und gleichzeitig den Wirkungsgrad dieser Kraftwerke auf weit über 80% zu erhöhen. Deutschland hinkt in diesem Bereich weit hinterher. Wir zeigen immer mit dem Zeigefinger auf China mit ihren angeblich so schlechten Kohlekraftwerken, die nur 60% erreichen und die Umwelt verpesten, aber die deutschen Kraftwerke müssen auch dringend überholt werden.

Warum passiert das nicht? Weil die Energieversorger lieber die inzwischen schon betriebswirtschaftlich fertig abgeschriebenen Atomkraftwerke ausquetscht, statt in neue Technologien zu investieren!

Was ich zudem mit "Subventionierung der Atomkraft" meine ist, dass viele Atomkraftwerke mit massiven Mitteln aus öffentlichen Kassen gebaut wurden, dass der Staat fast vollständig die Kosten und Risiken der Zwischen- und Endlagerung übernimmt, und dass jeder Rückbau einer Atomanlage eine schwere Hypothek für viele Generationen der hier lebenden Menschen darstellt. So viel Ärger kann kein Windenergiepark und kein Kohlekraftwerk der Welt verursachen.

Für die ferne Zukunft (50 Jahre und mehr) erhoffe ich mir etwas von der Kernfusion, da dies eine vom Prinzip her viel sicherere Technik darstellt, die ohne langfristig strahlende atomare Abfälle auskommt. Aber bis dahin müssen wir unseren Energiebedarf durch effizientere Technologien, mehr regenerative Energien, Energiesparen und konventionelle Quellen decken. Und das kann bei rückläufigen Bevölkerungszahlen auch ohne weiteres funktionieren!

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Ramujan



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BeitragVerfasst am: 29.08.2005, 22:23                                  +/-

Zitat:
Kannst du das mit Zahlen belegen? Ich bezweifel diese Aussage.

Direkte Vergleiche fallen schwer, weil Atom- und Windkraft unterschiedlich subventioniert werden: Windkraft wird zu einem großen Teil über eine Einspeisevergütung subventioniert, das bedeutet, die Energieunternehmen sind verpflichtet, den Strom der Windräder zu einem bestimmten Preis abzukaufen; die Mehrkosten geben sie dann an über die Stromrechnung an die Endkunden weiter. Dazu kommen Steuervorteile, Zuschüsse und weitere Vorteile für die Besitzer der Anlagen. Aufsummiert habe ich im Netz - je nach ideologischer Ausrichtung der Seite - Angaben von bis zu 3,7 Milliarden Euro gefunden. Eine windkraftfreundliche Quelle findet sich hier.
Die Subventionen für Atomkraft liegen derzeit - wenn meine Recherchen stimmen - bei einer Milliarde (aber natürlich sind die Kernkraftwerke damals schon beim Bau subventioniert worden), die für Kohle bei ca. 5,2 Milliarden. Die Subventionen für Atomkraftwerke würden natürlich steigen, wenn man sie jetzt alle stilllegen würde - irgendwie muss man die Technik ja entsorgen.

Zitat:
So billig wie diese Polemik?

Nenn es, wie du willst. Ich habe nichts dagegen, wenn sich Atomkraftgegner treffen und friedlich protestieren und ich kann völlig nachvollziehen, wenn die Einwohner von - sagen wir - Gorleben einen Traktorkorso bilden. Wofür ich nicht wirklich Verständnis habe, das sind die Personen, die Polizeisperren durchbrechen oder sich sogar an Schienen festketten. Aus einem Zeit-Interview:

ZEIT: Tausende Polizisten, zuletzt waren es 30 000, versuchen ein paar Brennstäbe auf einer Strecke X in eine Lagerhalle zu schaffen. Und die Bewohner des Wendlands und ein paar tausend angereiste Demonstranten lassen sich allerlei einfallen, um das möglichst lange hinauszuzögern - wirklich verhindern können sie es nicht. Das Ganze kostet mächtig Geld; auf über 100 Millionen Mark belief sich 1997 allein der Polizeieinsatz. Ein ziemlich teures Geländespiel, finden Sie nicht?

Kamien: Nicht teuer genug. Wir wissen doch, wie die Wirtschaft funktioniert oder die Politik: Erst wenn es im Geldbeutel nicht mehr stimmt, fangen die an, darüber nachzudenken, ob man etwas ändern sollte.


Na super.

Kurz noch mal zur Windkraft: Ich habe ja schon im letzten Posting geschrieben, dass ich Windkraft nicht für tot halte. Im Gegenteil: Windkraft ist Umwelttechnologie und wie die meiste Umwelttechnologie Hochtechnologie. Es ist völlig richtig, hier weiter zu forschen. Es gibt sogar Studien , laut denen theoretisch der komplette Bedarf nach Strom von Windenergie gedeckt werden kann. Ich sehe hier also auf jeden Fall ein Zukunftsfeld, das eine Quersubventionierung über den aktuellen Strompreis rechtfertigt. Nur: In der Praxis liegt der Anteil der Windenergie derzeit in Deutschland bei gerade mal fünf Prozent, der Anteil sämtlicher regenerativer Energien bei knapp über zehn. Mag sein, dass man die Zahlen in naher Zukunft noch weiter nach oben schrauben kann, aber auch das wäre nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Also: Woher sollen wir die restlichen neunzig, achtzig, siebzig Prozent nehmen? Ich denke, hier können wir derzeit nicht ohne Atomkraft. Das mag in Zukunft hoffentlich anders sein, zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich keine vernünftige Alternative.

Zitat:
Mehr Kohleenergie bedeutet nicht zwangsläufig mehr Umweltschäden. Es ist heute bereits möglich CO² Filter in Kohlekraftwerke einzubauen und gleichzeitig den Wirkungsgrad dieser Kraftwerke auf weit über 80% zu erhöhen. Deutschland hinkt in diesem Bereich weit hinterher. Wir zeigen immer mit dem Zeigefinger auf China mit ihren angeblich so schlechten Kohlekraftwerken, die nur 60% erreichen und die Umwelt verpesten, aber die deutschen Kraftwerke müssen auch dringend überholt werden.

Hier ist es mein Part skeptisch zu sein. Das sind Konzepte, Ideen, Zukunftspläne, Utopien. Inwieweit lassen sich in den nächsten fünf, zehn, zwanzig Jahren Kohlekraftwerke umwelttechnisch verbessern? Wo liegen die Grenzen? Wo etwas verfeuert wird, da entstehen Abgase, die aufgefangen werden müssen. Dann ist Kohle ein nicht nachwachsender Rohstoff, der in Deutschland nur mit erheblichem Kostenaufwand völlig unwirtschaftlich gefördert werden kann. Und so weiter ...

Ein überstürzter Ausstieg aus der Atomenergie bedeutet in erster Instanz, dass in das deutsche Netz vermehrt Strom aus Nachbarländern eingespeist werden muss. Der Strom kommt dann zum Beispiel aus Frankreich, zwei Drittel ihrer elektrischen Energie aus Atomkraft beziehen. Oder aus dem ehemaligen Ostblock, die ebenfalls vermehrt auf Atomkraft setzen. Dadurch wird der Strom aus der Steckdose sicherlich nicht umweltfreundlicher (aber dafür - Nichtraucher weglesen: billige Polemik - moralisch einwandfreier, man selbst ist ja atomstromfrei).

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 29.08.2005, 23:26                                  +/-

Frankreich ist kein Energieexportland. Und die Tschechen haben ihr Temelin auch für den Eigengebrauch gebaut. Das Hauptsächliche, was Deutschland derzeit an Energieressourcen einführt, das sind Gas und Öl aus Russland.

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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 24.07.2007, 05:27                                  +/-

Das meiste, was jetzt rausgekramt wird, sind aber uralte Kamellen, die schon damals nur eine zweizeilige Randnotiz wert gewesen wären und heute überhaupt keine Meldung mehr sind. Stufe 0 eben. Und sowas erscheint jetzt mit einem großen Bild und effektheischenden Schlagzeilen ("Serie von Wasserstoffexplosionen enthüllt", "gefährliche Detonation", "brisante, bisher unbekannte Vorgeschichte"-). Wenn man die Artikel liest, kann man durchaus erkennen, daß das Null-Meldungen sind*, aber der bundesdeutsche Atom-Angsthase ist da bereits von der Überschrift in Angst und Schrecken versetzt worden.

Nur Sensationsjournalismus oder gezielte Kampagne? Vermutlich ein bißchen von beidem.



*Die Wasserstoffexplosionen klingen ja erstmal ziemlich gravierend, und dann heißt es sogar:
Zitat:
Kommt es zur Detonation, kann dies im Extremfall die Sicherheit des Kraftwerks gefährden - wie am 14. Dezember 2001, als in Brunsbüttel eine Rohrleitung in unmittelbarer Nähe des Reaktors auf einer Länge von rund drei Metern zerbarst. Die zuständige Atomaufsicht sprach damals von einem "gravierenden Störfall". Wäre die Explosion nur drei bis vier Meter weiter in Richtung des Reaktordruckbehälters aufgetreten, urteilten die Prüfer, hätte dies zu einem Kühlmittelverlust führen können, Notkühleinrichtungen wären erforderlich gewesen.

Whoa! Gerade nochmal dem GAU entkommen, oder? Nein. Wenn die Explosion näher am Reaktor gewesen wäre, wäre möglicherweise der Einsatz von Notkühleinrichtungen erforderlich gewesen. Oh mein Gott. Ja, deshalb sind die Notkühleinrichtungen auch da. Also wenn mir heute jemand die Vorfahrt nimmt, dann werde ich möglicherweise meine Bremse benutzen müssen!


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 24.07.2007, 08:35                                  +/-

Ramujan
Zitat:
über den Trafobrand


Das Problem bei brennenden Atomkraftwerken ist ja, dass sie CO2 ausstoßen, damit ist irgendwie das beste Argument für diese Art von Stromgewinnung futschikato, da kann man ja genausogut weiter Kohle verfeuern.


HEUREKA! Ich habe soeben die Metaenergiegewinnung entdeckt!!! Wir verfeuern einfach unliebsame Kraftwerke zur Stromgewinnung. Dann sind alle glücklich - wir kriegen nach wie vor gelben Strom und die Kraftwerksbetreiber können so viele neue Kraftwerke bauen, wie sie mögen. Spitze


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 24.07.2007, 12:47                                  +/-

Es geht nicht darum, dass wir haarscharf am Super-GAU entlanggeschrammt sind (das sind wir nicht). Es geht nicht einmal darum ob KKW's sicher sind oder nicht. Sondern ob Vattenfall und Co in der Lage sind die Verantwortung zu tragen. Bei Vattenfall haben Leute Angst um Ihren Stuhl, bei Vater Staat ebenso, also ist Vertuschen das Mittel der Wahl. In anderen Bereichen ist das genauso, aber halt die Tragweite deutlich geringer.

Nimm die notgedrungen veröffentlichte Mängelliste von Brunsbüttel. Schön das da kein rotes K1 Defizit aufgeführt ist. Unschön, dass da seit Jahren hunderte gelbe K2 Sicherheitsnachweise nicht erbracht werden. Die Begründung mit der Vattenfall die Veröffentlichung der Liste zuerst zu blockieren suchte ist auch wunderhübsch:

Zitat:
Unter anderem argumentierte der Konzern, die Veröffentlichung der Schwächen des über 30 Jahre alten Reaktors würde seinen Wert bei einem möglichen Verkauf schwächen, weil so die Notwendigkeit von Nachrüstinvestitionen offenkundig würde.


Ja, ne, is klar. Jeder Gebrauchtwagenverkäufer der Probleme bei den Bremsen verschweigt, weil das ja den Wert mindert, stände mit einem Bein im Kittchen.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 24.07.2007, 14:12                                  +/-

Spitze


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 24.07.2007, 16:35                                  +/-

Tyler Durden
Es geht nicht darum, dass wir haarscharf am Super-GAU entlanggeschrammt sind (das sind wir nicht).

Nee, stimmt nicht, daß es nicht darum ging. Das kann man so nicht stehenlassen. Genau so wurde es in der Presse anfangs dargestellt (Stichwort Gefährdungsreaktoren) und auch von Politikern wie Gabriel instrumentalisiert und schön ausgeschlachtet. Erst dann, nachdem deutlich wurde, daß Vattenfall sich mit seiner Informationspolitik so richtig in die Nesseln gesetzt hat, hat man sich auch auf deren Vertuschungstaktiken eingeschossen. Diesmal zu Recht, finde ich. Aber Zustimmung zum Rest, das war kein atomtechnischer Super-GAU, es war der Informations-Super-GAU.

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Psycho Dad
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BeitragVerfasst am: 24.07.2007, 16:38                                  +/-

Man muss unterscheiden zwischen Normalreaktoren, Schadreaktoren und Problemreaktoren.


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 24.07.2007, 17:37                                  +/-

Ein reales Problem (Fehlverhalten und grobe Inkompetenz seitens Vattenfall) wird ausgeschlachtet, indem jetzt unbedeutende Vorfälle zu Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung aufgebauscht werden. Das ist das Problem.

Allerdings finde ich es problematisch, daß der Betrieb der KKWs allein den Firmen obliegt. Imho sollten KKWs zumindest teilweise staatlich sein und ein Teil der Belegschaft, nämlich der, der für Sicherheit und Kontrolle zuständig ist, sollte aus Beamten bestehen oder jedenfalls nicht von den Energiekonzernen abhängig sein. Der Privatwirtschaft kann man niemals trauen, weil Profitgier immer vor dem Sicherheitsbedürfnis stehen wird.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 20.07.2008, 22:11                                  +/-

Helcaraxe
Für Atomenergie ist er übrigens auch. grins

Dass der alte Sack für Atomkraft ist wundert mich überhaupt nicht, immerhin hat er als Kanzler die kommerzielle Nutzung in großem Maßstab vorangetrieben. Aber das Gequatsche von der Atomkraft und ihrer angeblichen Renaissance ist eine komplette Scheindebatte. G.W. Bush hat bei seinem Amtsantritt den Bau von zahlreichen - ich glaube fünfzig - Atomkraftwerken in den USA angekündigt. Nicht ein einziges wurde beauftragt. Und Bush hatte zwei Amtszeiten Gelegenheit etwas zu tun. Niemand will ein Atomkraftwerk in seiner Nähe. Und erst recht kein Endlager.

Derzeit werden weltweit nur gut 30 Kraftwerke gebaut, davon die Hälfte seit Jahrzehnten. Das ist keine Renaissance, das ist Stagnation und Bauruine.

Nix gegen Helmut Schmidt, aber nicht alles, was der Mann sagt, ist Gold wert.

Und die YouTube-Videos schau ich mir nicht an. Wenn Helga schon zu faul ist in drei Sätzen die Kernthesen zusammenzufassen, dann darf ich auch zu faul sein die Links anzuklicken und minuten- oder stundenlang zuzuhören.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 20.07.2008, 22:19                                  +/-

Seh ich completely different. Yes

Zitat:
in drei Sätzen die Kernthesen zusammenzufassen

Jo sorry, dafür bin ich einerseits zu überarbeitet, andererseits ist mir gerade nicht langweilig genug. Aber falls Du irgendwann die Chance hast es zu sehen, schau mal rein, es lohnt sich.


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 19:28                                  +/-

Helcaraxe
Wolfgang Clement rockt, weil er als einer von wenigen in seiner Partei verstanden hat, daß Atomstrom ur-sozialdemokratisch ist! Spitze


Zitat:
Denn wir Deutschen haben etwas, das uns einzig macht in der G8, ach, nicht nur dort, selbst in der OECD, der industrialisierten Welt und unter allen, die ansonsten ganz vernünftig sind: den heiligen Atomkompromiss, ein nationales Sakrosanktum. Eine Generation von Scheinhelden glaubt, ihn an den Zäunen von Brokdorf erstritten, im Hüttendorf von Gorleben ersessen und sodann auf dem langen Marsch durch den institutionellen Unterbau des staatsmonopolistischen Kapitalismus endgültig errungen zu haben: Die Blechnäpfe voll Penne al Tartufo, die Feldflaschen voll Nobile di Montepulciano zog die Vorhut der Anti-AKW-Bewegung (sie nannten sich tatsächlich so: "Bewegung"!) schließlich zum Schlammcatchen mit den "Bossen".


Spitze hähö

Ich wüßte echt gerne, warum sich gerade bei uns diese Spinner derart durchgesetzt haben. Aber ich schätze, jedes Land hat so seine Pappenheimer. In den USA sind es die Kreationisten und bei uns die Anti-Atom-Fanatiker. Die sind immerhin fast genauso unwissenschaftlich und faktenresistent.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 20:05                                  +/-

Fakt ist, dass es keine Endlager für jahrzehntelang strahlenden Atommüll in Deutschland gibt. Fakt ist, dass Atomunfälle fatal enden können. Fakt ist, dass zuletzt immer mehr Störfälle in AKWs gemeldet wurden.

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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 20:15                                  +/-

Fakt ist, daß es kein Endlager gibt, weil die Spinner es verhindert haben. Meinetwegen können sie direkt unter meinem Haus eines bauen.

Bei KKWs wird jeder harmlose Störfall aufgebauscht, der in einem Kohlekraftwerk keinen interessieren würde. Weil die uninformierte Masse irgendwie überzeugt ist, daß, wenn in einem KKW mal ein Leck im Kühlwasserkreislauf sein kann, dann könnte morgen genauso gut auch eine Kernschmelze passieren. Dabei hat das überhaupt nichts miteinander zu tun. Wenn es einen schwerwiegenderen Störfall gibt und die erste oder zweite von vielen Sicherheitsbarrieren eine mögliche Kernschmelze verhindert, dann ist das für die Öffentlichkeit nicht etwa ein Hinweis darauf, daß die Kraftwerke sicher sind, sondern ein "Beinahe-Gau" ugly

Unter den Wissenschaftlern der Fachrichtung, also Physikern, ist das alles ja übrigens praktisch völlig unbestritten. Von daher ist die Parallele zu den Kreationisten wirklich sehr passend: Die, die den ganzen Unsinn verzapfen, sind Laien, die überhaupt kein tiefgehendes Wissen über die Technologie haben, die sie verteufeln.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 20:20                                  +/-

Glaurung
Fakt ist, daß es kein Endlager gibt, weil die Spinner es verhindert haben.


Anwohner = Spinner? Das heißt in Gorleben wohnen nur Anti-AKW-Aktivisten? Wow... what are the odds?

Und ja, schade, dass sie es nicht wirklich unter dein Haus bauen Mit den Augen rollen

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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 20:25                                  +/-

Dann viel Spaß mit dem Endlager unter deinem Haus, ich würde mir keins zulegen. Wir haben nunmal jetzt diesen Müll, also muss er unter die Erde und ich bin dafür dass die geplanten Endlager jetzt auch irgendwann gebaut werden. Allerdings darf auf keinen Fall so ein Scheiß passieren wie in Asse wo auf einmal da überall Wasser durch den Müll fließt und kein Mensch weiß wo es herkommt und viel wichtiger wo es danach hinfließt. Auf jeden Fall ist die Situation jetzt gerade richtig scheiße, denn der schwach- bis mittelschwere Müll wird derzeit in einem alten DDR-Lager verklappt, dass Unsicher ist wie sonstwas und als Altlast auch nicht dem strengen Atomrecht unterliegt. Lustigerweise wird Asse auch nach den Vorschriften für Bergwerke bewertet und nicht nach den Richtlinien des Atomrechts.

Ich bin mittlerweile gegen den geplanten Ausstieg, weil ich nicht sehe wo der Strom stattdessen herkommen soll, da auch der Bau von neuen Kohlekraftwerken immer verhindert wird und eigentlich auch scheiße ist.
Aber den Neubau finde ich grob fahrlässig und es ist vor allem auch keine Lösung auf lange Sicht. Und ganz wichtig, Atomstrom ist keineswegs so billig wie man behauptet, es ist einfach so dass der Steuerzahler einen sehr großen Teil der Folgekosten trägt und die Stromfirmen so tolle Kosten-Nutzen-Bilanzen vorweisen können.

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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 20:27                                  +/-

Oxford
Glaurung
Fakt ist, daß es kein Endlager gibt, weil die Spinner es verhindert haben.


Anwohner = Spinner?


Nicht alle, nehme ich an, die vernünftigen Leute sind nur nicht im Fernsehen aufgetaucht, weil sie sich nicht "heldenhaft" gegen die Castor-Transporte zur Wehr gesetzt haben.

Aber tatsächlich scheint eine überwältigende Anzahl der Leute dort wirklich zu glauben, daß ein Endlager in einigen Kilometern Entfernung für sie eine reale Bedrohung wäre. Das ist ja das Schlimme, da es einfach vollkommener Schwachsinn ist, wissenschaftlich absolut unhaltbar.

Und die (begrenzten) Störfälle in KKWs werden vermutlich leider zunehmen, weil die Kraftwerke immer älter werden und leider nicht beizeiten neue gebaut wurden. Nichts hält ewig, und am Ende wird es darauf hinauslaufen, daß unsere KKWs länger laufen müssen, als es technisch empfehlenswert wäre, weil man sie einfach rbaucht und keine anderen hat...


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BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 20:29                                  +/-

Wenn inzwischen wirklich über 50% der Leute gegen den Ausstieg sind, dann müsste es doch eigentlich gar kein Problem sein, ein Endlager zu finden. Oder wollen da Leute etwa vom vermeintlich billigen Strom profitieren, ohne die Kosten zu tragen?

Ich zahle lieber mehr und habe dafür Strom, der nicht aus deutscher Atomkraft gewonnen wird. Ist halt meine persönlichen Einstellung, fertig.

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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 20:32                                  +/-

Oxford
Wenn inzwischen wirklich über 50% der Leute gegen den Ausstieg sind, dann müsste es doch eigentlich gar kein Problem sein, ein Endlager zu finden. Oder wollen da Leute etwa vom vermeintlich billigen Strom profitieren, ohne die Kosten zu tragen?

Na aber klar! Genauso wie die Bürgerinitiative gegen einen neuen Aldi kürzlich in Prenzlberg. Klar will man billig einkaufen, aber der Aldi muß ja nun nicht gerade direkt gegenüber sein, sondern lieber drei Straßen weiter Mit den Augen rollen


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