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All the world's a stage - Theaterthread
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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 06.07.2009, 11:16                                  

HAMLET
by William Shakespeare
Donmar West End at Wyndham's Theatre




Nun ja… diese Hamlet-Inszenierung hinterläßt bei mir ein sehr zwiespältiges Gefühl. Eigentlich hätte Kenneth Branagh Regie führen sollen, der aber wegen Filmterminen absprang und Michael Grandage das Ruder überließ. Wahrscheinlich hatte der aber auch nicht genügend Zeit, um sich der Sache hinreichend zu widmen, es war leider keine klare Linie oder ein Konzept im Stück zu erkennen, viele Nebenfiguren wirkten, als ob sie sich im luftleeren Raum befänden, die Charaktere waren nicht klar abgegrenzt, alles war diffus und wer Hamlet nicht kannte, der dürfte Probleme gehabt haben der Story zu folgen, man konnte das Personal auf der Bühne über weite Strecken nicht voneinander unterscheiden.
Das Ganze wurde dann noch verstärkt durch das nahezu komplette Versagen der Kostümabteilung, wie kann man den ganzen Hof von Elsinore in trostlose, schwarze Kostüme stecken? Wirklich trostlose, oft unförmige Säcke, speziell Gertrude (Penelope Wilton) hatte mehr Ähnlichkeit mit einer mausgrauen Vogelscheuche als mit einer Königin von Dänemark. Super, wenn sie ihren Sohn mit "Good Hamlet, cast thy nightly colour off" anpflaumt, aber der komplette Hof viel düsterer aussieht als Hamlet selbst. Oder besser: Neben diesem Hofstaat sieht ein Jude Law aus wie das blühende Leben. Da kann er noch so melancholisch den Dänenprinzen geben, das Stück ist einfach kaputt, wenn alle anderen mehr nach Tod und Verderben aussehen als Hamlet selbst.

Aber kommen wir zu den positiven Aspekten:
Da wäre Jude Law, der sich die Seele aus dem Leib spielt. Ein wahnsinnig guter Hamlet, den ich gerne in einer anderen Inszenierung noch einmal sehen würde. In seinen Monologen grandios, gottseidank gibt es davon viele, bei den Dialogen spielte er leider oft ins Leere, es fehlte einfach der Gegenpart, der ihm auch gewachsen war.
Einzige Ausnahme: Matt Ryan als Horatio. Ganz großes Kino! Vielleicht haben ihn einige hier auch schon gesehen, er hat in der Serie "The Tudors" am Anfang den Sekretär gespielt, der in den Tower flog und vor lauter Ratten wahnsinnig wurde. Jedenfalls macht Mr. Ryan als Horatio eine Menge her, es war ein Genuß, ihm und Law zu zu schauen. Beide spielen sehr dynamisch und mitreissend, schade, daß der Rest des Ensembles da nicht mithalten konnte.
Claudius war noch okay, Laertes ebenfalls, Ophelia sichtbar von der Regie allein gelassen. Sie war nicht schlecht, aber ihre Szenen hatten keinen erkennbaren Grund, man hätte die meisten auch weglassen können, es war kein Verlust für die Handlung, als sie starb, man hat sie nicht vermißt.

Sterben ist sowieso ein gutes Stichwort. Meine Erkenntnis des Abends war, daß die Royal Shakespeare Company letztes Jahr verdammt gut daran getan hat, bei Hamlets Sterbeszene mal eben den halben Text zu streichen. Für heutige Seegewohnheiten stirbt Hamlet nämlich bei komplettem Text unendlich lang und nicht glaubwürdig, wenn Laertes am selben Gift schon längst dahingeschieden ist und Hamlet noch eine Viertelstunde redet und dann erst umfällt.

Fazit:
Wenn man sich davon verabschiedet hat, Hamlet als Stück sehen zu wollen, dann kann man einen tollen Abend haben. Man kann einen nur leicht gekürzten Hamlettext hören, vorgetragen in allerschönstem Englisch (britisch, hach), und dazu kann man über drei Stunden lang sinnieren, ob man lieber Jude Law oder Matt Ryan (welche Ausstrahlung!) anhimmeln möchte. Oder wer von beiden sich katzengleicher bewegt. Wer die schönere Stimme hat. Ob man jetzt blond oder dunkelhaarig besser findet. Das Stück ist lang...

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 06.07.2009, 12:23                                  +/-

Ich finde es interessant zu hören, dass du Jude Law abeseits der Leinwand ein großes schauspielerisches Können attestierst. Es gibt ja Stimmen die behaupten, dass die großen Hollywood-Darsteller eigentlich gar keine Schauspieler sind, weil sie dafür gar nicht über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen.

Aber vielleicht ist das bei Law was anderes, denn seine Biographie in der Wikipedia verrät mir, dass er seine Laufbahn am Theater begann und wohl auch immer wieder mal Theaterrollen übernommen hat.


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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 06.07.2009, 14:11                                  +/-

Thanil
Es gibt ja Stimmen die behaupten, dass die großen Hollywood-Darsteller eigentlich gar keine Schauspieler sind, weil sie dafür gar nicht über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen.


Das sehe ich nicht so. Es sind lediglich zwei unterschiedliche Medien, die unterschiedliche Anforderungen an die Schauspieler stellen. Im Film muss man viel subtiler spielen, es gibt Close-Ups, die Kamera kann zoomen, und die Tontechnik nimmt selbst leise gesprochene Wörter auf, der Zuschauer ist viel näher dran. Im Theater sitzen die Leute weiter weg, die Gesten müssen größer werden, das gesprochene Wort lauter, die Stimme muss bis in die letzte Reihe tragen, und das ohne übertrieben zu wirken. Filmschaupieler scheitern manchmal daran, weil sie nicht einschätzen können, ob sie das Publikum tatsächlich erreichen, oder weil sie nicht das körperliche Training haben, um eine solche Vorstellung acht mal pro Woche durchstehen zu können. Theaterschauspieler scheitern dagegen oft in Filmen, weil sie zu sehr deklamieren und ihre Bewegungen und ihre Mimik für Kameraaufnahmen einfach zu übertrieben sind. Es gibt aber genügend Schauspieler, die beides können.

Law muss sich für Hamlet aber sehr ehrgeizig vorbereitet haben. Das Londoner West End gilt als erste Theateradresse und das Donmar selbst gehört zu den absoluten Toptheatern auf diesem Planeten, mein Gemecker im vorherigen Beitrag ist Jammern auf ganz hohem Niveau. Donmar zieht durch immer interessante Produktionen die ganz großen Namen auf die Bühne, zu gewinnen gibt es dabei nur Anerkennung, zu verlieren eine ganze Menge, denn die Theaterwelt guckt natürlich genau hin. Finanziell lohnt es sich für die Schauspieler nicht, das Donmar möchte im West End die Kartenpreise endlich wieder nach unten drücken (Karten für Hamlet kosten zwischen 10 und 32,50 Pfund), daher bekommt jeder auf der Bühne nur den Lohn, der mit der Schauspielergewerkschaft als Mindestlohn ausgehandelt ist, das sind 750 Pfund pro Woche. Für acht Vorstellungen. Bei einem hohen Risiko, sich mit einer nicht perfekten Darbietung (und bei Donmar liegt die Meßlatte wie gesagt sehr hoch) gehörig in die Nesseln zu setzen und so richtig fiese Kritiken zu bekommen. Und kaum jemand bekam schon Monate vor der Premiere so fiese Kommentare zu hören/lesen wie Law, der sich als Hollywoodschönling an einem dem Klassiker vergreifen würde.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 06.07.2009, 14:46                                  +/-

Wie waren denn die Kritiken zu Law, nachdem er seinen Einstand gefeiert hatte?

Ich glaube ein weiterer und vielleicht der allergewichtigste Unterschied zwischen Filmdarsteller und Bühnenschauspieler ist die völlig unterschiedliche Arbeitsweise. Ein Filmdarsteller dreht mit seinem Regisseur am Set eine winzige Szene oder sogar eine einzige wenige Sekunden lange Einstellung notfalls dreihundert Mal, bis sie perfekt im Kasten ist. Auf der Bühne aber muss alles am Stück abgespult werden. Es gibt kaum Verschnaufpausen. Dieser Unterschied ermöglicht es, dass minder- bis überhaupt nicht begabte Darsteller beim Film sehr weit kommen können, während sie auf der Bühne gnadenlos versagen würden.

Ein Darsteller, der nicht regelmäßig am Theater arbeitet, der kann also auf der Bühne gar nicht funktionieren. Würde ich mal so annehmen.


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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 06.07.2009, 14:57                                  +/-

Law selbst hat sehr gute Kritiken bekommen, die Inszenierung aber mal mehr, mal weniger gute.

Zitat:
Ein Filmdarsteller dreht mit seinem Regisseur am Set eine winzige Szene oder sogar eine einzige wenige Sekunden lange Einstellung notfalls dreihundert Mal, bis sie perfekt im Kasten ist.


Dann muss er/sie aber schon überirdisch gut dabei aussehen oder mit dem Regisseur auf der Besetzungscouch gelandet sein, sonst dürfte so eine Arbeitsweise schnell zu teuer werden.

Ich möchte Film nicht als das "minderwertige" Medium sehen, es ist einfach anders. Und ich stelle es mir sehr, sehr, sehr schwer vor, hochkonzentriert an einem chaotischen Set emotionale Szenen zu spielen, bei denen man nicht viel machen darf, sondern Gefühle über ganz kleine Veränderungen in der Mimik rüberbringen muss, z.b. sich verengende Pupillen oder ein kurzes Zucken eines einzelnen Gesichtsmuskels. Das sind Dinge, die eine Kamera einfängt, das würde man im Theater niemals sehen. Solche Szenen wirken leicht zu übertrieben.

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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 07.07.2009, 21:56                                  +/-



Arcadia ist das erste Stück, das ich mir diesmal in London angeschaut habe. Es gilt als Tom Stoppards bestes Werk und da ich bis jetzt dessen Filme und Theaterstücke (also die, die ich bis jetzt gesehen habe) alle mochte, war ich sehr neugierig.

Das Stück spielt zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten, sowohl 1809 als auch in der Gegenwart, jeweils in Sidley Park, dem Landsitz der Familie Coverley. Es gibt nur ein einziges Bühnenbild, nämlich einen Raum mit Fenstern zum Garten und mit einem großen Tisch in der Bühnenmitte, an dem sich alle Personen treffen und auf dem sich im Laufe des Stücks so einige Gegenstände aus den unterschiedlichen Zeiten ansammeln.

Personen 1809:

Thomasina Coverley (Jessie Cave): Tochter des Hauses, 13 Jahre alt, Mathematikgenie, treibt ihren Tutor durch ihre Fragen in den Wahnsinn

Septimus Hodge (Dan Stevens): Tutor von Thomasina, großes Schlitzohr, Studienkollege von Lord Byron (ebenfalls zu Gast im Haus, taucht aber nie auf), verzweifelt an der Schundliteratur von Mr. Chater

Jellaby (Sam Cox): Butler, macht eigentlich überhaupt nichts, wichtigste Klatschtante im Haus

Mr. Chater (George Potts): Schreibt schreckliche Werke, wird dauernd von seiner Frau betrogen

Mrs. Chater: Hat im Laufe des Stücks mit so ziemlich jedem Mann im Haus geschlafen, taucht im Stück nicht als Person, nur als Gesprächsthema auf

Mr. Noakes (Trevor Cooper): Der Gärtner. Will den Garten komplett umgestalten, weg vom romantischen Arkadien hin zur Gotik! Möchte unbedingt einen Eremiten im Garten haben, der neueste Trend!

Lady Croom (Nacy Carroll): Thomasinas Mutter. Leidet so ein klitzekleines bißchen unter den Ideen des Gärtners, Angebetete von Septimus Hodge

Cpt. Brice (Tom Hodkins): Bruder von Lady Croom. Hat auch was mit Mrs. Chater.


Personen in der Gegenwart:

Hannah Jarvis (Samantha "Mrs. Moneypenny" Bond): Schriftstellerin, ist im Haus zwecks Recherche über die Gartenanlagen und über den Eremiten von Sidley Park

Chloë Coverley (Lucy Griffiths): Gegenstück zu Thomasina, ebenfalls Tochter des Hauses und recht intelligent, etwas frühreif, ziemlich frech

Bernard Nightingale (Neil Pearson): Literaturprofessor, hat so seine eigenen Ideen über Lord Byron, vermutet dunkle Flecken in dessen Geschichte. Braucht die Hilfe von Hannah Jarvis, hat aber dummerweise deren letztes Buch in einer Zeitung verrissen

Valentine Coverley (Ed Stoppard): Sohn des Hauses, Mathematiker, Gegenstück zu Septimus. Forscht zur Chaostheorie, ist fasziniert von Thomasinas Notizen und führt ihre Ideen fort

Gus/Augustus Coverley (Hugh Mitchell): Als Augustus der jüngere Bruder von Thomasina, als Gus der jüngere Bruder von Chloe und Valentine. Der einzige Schauspieler, der in beiden Zeiten vorkommt, und als Bindeglied fungiert.


Der wichtigste Handlungsstrang des Stücks spielt in der Gegenwart, wenn Bernard Nightingale Dinge über Lord Byron herausfinden will. Das ist der eigentliche Ausganspunkt, auf den sich alle anderen Nebenhandlungen und Dialoge beziehen. Die Szenen springen ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her und der Zuschauer wird Zeuge einzelner Dialoge und einzelner Handlungsausschnitte, mal weiß der Zuschauer mehr als die Handelnden, mal weniger. Ständig nehmen die Szenen überraschende Wendungen, es macht Spaß im Laufe des Abends den eigentlichen Handlungsstrang aufzudröseln und es ist witzig, den mal mehr mal weniger wissenschaftlichen Theorien zu lauschen. Immerhin weiß ich jetzt, daß das Universum irgendwann einmal bei Raumtemperatur untergehen wird und daß Sex an allem Schuld ist. Persönlich fand ich es einen extrem kurzweiligen Abend, war aber froh, niemanden in das Stück geschleppt zu haben. Wer nicht schon mal naturwissenschaftliche Texte auf Englisch gelesen hat, der dürfte als Fremdsprachler in dem Stück hoffnungslos verloren sein. Und man sollte eine umfassende Gemeinbildung haben, sonst gibt das mit den ganzen Anspielungen und Witzen nix.

Wikipedia schreibt dazu:
"Arcadia explores the nature of evidence and truth in the context of modern ideas about history, mathematics and physics. It shows how the clues left by the past are interpreted by scholars. The play refers to a wide array of subjects, including mathematics, physics, thermodynamics, computer algorithms, fractals, population dynamics, chaos theory vs. determinism (especially in the context of love and death), classics, landscape design, romanticism vs. classicism, English literature (particularly poetry), Byron, 18th century periodicals, modern academia, and even South Pacific botany. These are the concrete topics of conversation; the more abstract philosophical resonances veer off into epistemology, nihilism, the origins of lust, and madness."

... und das alles in zweieinhalb Stunden reiner Spielzeit. Alles spannend und unterhaltsam verpackt, aber mir hat danach der Kopf geschwirrt. Man muss genau zuhören, da es fast nur reine Dialogszenen gibt und gaaaaaanz wenig "Handlung", also Handlung im Sinne von Aktion auf der Bühne. Ich habe eine Hochachtung vor den Schauspielern, die diese Gespräche interessant rüberbringen konnten, ohne daß der Zuschauer einschlief, weil es einfach nicht so wahnsinnig viel zu sehen gab. Und ich habe mich - wie ein Großteil der Zuschauer, wenn ich mal nach den Lachkrämpfen gehe - blendend dabei amüsiert, wie die ganzen Theorien immer abstruser wurden. Für Nerds daher eine unbedingte Guckempfehlung meinerseits, ich gebe 10 von 10 Reispuddings, das Stück gilt nicht umsonst gerade als das beste/intelligenteste auf Londons Bühnen.

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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 07.09.2009, 22:02                                  +/-

Da die Londoner Hamlet-Inszenierung mit Jude Law gerade an dem Broadway umzieht, gibt es ein paar Video-Ausschnitte online. Falls sich jemand noch einen leider nur groben Eindruck machen möchte. Oder falls jemand beim ersten Video bei 3:00 begutachten möchte, wie gut Matt Ryan als Horatio aussah…

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 08.09.2009, 13:55                                  +/-

Ich will auch Jude Law im Theater sehen Naja, ich will eh mal wieder nach New York...


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 08.09.2009, 18:21                                  +/-

Die haben aber Schweinepreise für das Stück am Broadway:

Ein paar verbilligte Plätze ganz hinten im Rang für 25 $, reguläre Karten gehen bei 116,50 $ los und die teuersten an einem Samstag enden bei 251,50 $.

In London war ich auch an einem Samstagabend im Theater und wir haben uns ganz dekadent Sitzplätze im Royal Circle gegönnt, also die bestmöglichen:

Sagenhafte 32,50 Pfund...........
(Und mit meinem Namen drauf! )


______________________________________________________________________

Nächstes Thema, nächstes zu besuchendes (und schon fest eingeplantes) Stück:

Inherit the Wind mit Kevin Spacey. Das hat aber erst nächste Woche Freitag Premiere, daher kann ich noch nicht viel drüber schreiben. Nur daß es irgendwie um Darwin und die Evolutionstheorie geht, bzw. darum, daß ein Lehrer diese an einer Schule in Tennessee lehrt, dort aber der biblische Schöpfungsglaube vom Gesetz vorgeschrieben ist. Es kommt zu einem aufsehenerregenden Gerichtsprozess, Spacey spielt den Anwalt der Verteidigung und ich freue mich auf spannende Wortgefechte.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 08.09.2009, 19:15                                  +/-

Das gibt es als uralten Fim mit Spencer Tracey als Lehrer. Erschreckend moderner Stoff, dachte ich mir schon damals, als der irgenwann mal im TV lief. Beruht wohl auf einem realen Pozess in den 50ern.


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You met me at a very strange time in my life.
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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 08.09.2009, 19:29                                  +/-

Jap, von dem Film habe ich gelesen, ich habe ihn allerdings nicht gesehen. Dieses Jahr wird Darwins "Origin of Species" 150 Jahre alt, daher gibt es in speziell in England viele Veranstaltungen zum Thema, aber das Theaterstück schien mir eine der interessanteren zu sein, eben weil die Debatte noch immer aktuell ist. Trevor Nunn wird Regie führen, der macht eigentlich immer gute Sachen, und Spacey ist weiß Gott kein schauspielerisches Leichtgewicht, deshalb reizt es mich so!

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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 08.09.2009, 20:33                                  +/-

Nachgereicht vom Sommer:

WAITING FOR GODOT
by Samuel Beckett
Theatre Royal Haymarket, London




Das Theatre Royal Haymarket ist eines der ältesten und wichtigsten Theater in London mit einer reichlich bewegten Geschichte, u.a. war das TRH schuld an der Zensur vieler Theaterstücke, weil sie 1734 wohl ein wenig über die Stränge schlugen und den damaligen Prime Minister durch den Kakao zogen. Außerdem soll noch heute der Geist von John Baldwin Buckstone, einem guten Freund von Queen Victoria, durch‘s Gemäuer spuken. Oscar Wilde und Ibsen schrieben für dieses Haus, hier standen John Gielgud, Margaret Rutherford, Omar Shariff, Ben Kingsley, Lauren Bacall, Peter O‘Toole, Judi Dench, Vanessa Redgrave und viele weitere Legenden auf der Bühne, es ist einfach heiliger Theaterboden.

Ich war noch nie vorher da (obwohl das Haus DAS Londoner Oscar-Wilde-Theater ist und ich doch so ein elendes Wilde-Fangirlie bin!) und ich muss es ein wenig eilig gehabt haben. Es war das erste Stück, das wir beim letzten Londonaufenthalt geguckt haben, ich habe nur auf die Uhr meiner Begleitung geschaut und ein bißchen zur Eile getrieben, dabei übersehen, daß besagte Begleitung die Uhr noch nicht umgestellt hatte und so waren wir eben eine Stunde zu früh am Haymarket. Machte aber nichts, es gab genügend Unterhaltung in Form einer bunten Ratha Yatra, einer sehr bunten Hinduparade mitten in der Innenstadt. Und noch mehr Unterhaltung gab es für meine Begleitung: Neben uns stand Ian McKellen und guckte ebenfalls die Parade, ich versuchte gaaaaaanz unauffällig die Parade zu photographieren und den Herrn McKellen irgendwie so gänzlich unbeabsichtigt mit auf‘s Photo zu bekommen und der Herr McKellen versuchte, mir nicht ins Bild zu laufen. Muss lustig ausgesehen haben.

Aber nun zum eigentliches Stück:
Das Stück hat keinen Inhalt. Nicht wirklich. Zwei alte Männer namens Vladimir und Estragon warten eben auf Godot, gelegentlich kommen Pozzo und sein dämlicher Diener Lucky vorbei und stören und ein Junge hat ein paar Kurzauftritte als Bote, wenn er verkünden darf, daß Godot später kommt. Das Stück gilt als typisches Beispiel für eine Theaterform, die sich „Theater des Absurden“ nennt und in deutschen Theatern meide ich das Stück wie die Pest. Es ist stinklangweilig, wenn jemand versucht, es so zu inszenieren als ob es Inhalt hätte oder große Kunst wäre. Das Stück geht nur, wenn echte Granaten auf der Bühne stehen und Spaß an sinnfreien Dialogen haben und daran, sich komplett zum Affen zu machen, nur um die Zeit tot zu schlagen.

Besetzungsliste in London:
Estragon - Ian McKellen (muss man nicht mehr vorstellen)
Vladimir - Patrick Stewart (muss man auch nicht vorstellen)
Pozzo - Simon Callow (Erinnert sich jemand an den Schotten, der in „Four Weddings and a Funeral“ stirbt? Säuft zu viel, tanzt mit Leidenschaft, genießt das Leben und erinnert so ein bißchen an pk?)
Lucky - Ronald Pickup (passte super in die Runde)

Diese Besetzungsliste war für mich der einzige Grund, dieses Stück zu sehen, und sie war es wert! Die Herren sind zunächst mit dieser Produktion durch Großbritannien getourt, bevor sie zum Finale nach London kamen, und schienen in bester Sommerlaune zu sein. Stewart und McKellen gemeinsam auf einer Bühne sind schlimmer als ein altes Ehepaar, vor allem wenn sie sich eh die ganze Zeit sticheln dürfen. Ich erinnere mich leider nicht mehr als so wahnsinnig viel, ich habe aber noch Patrick Stewart vor Augen, wie er den Moonwalk tanzte. Die Tanzerei war eh super, im Duo sind die beiden alten Männer herrlich. Und dann immer wieder Simon Callow als herrlicher Störfaktor dazwischen. Irgendwann lagen auch mal alle durcheinandergestapelt auf der Bühne, so albern anrempeln können sich auch nur solche Schauspielgiganten untereinander. (Ich glaube nicht, daß jemand anderes als Ian McKellen einen Patrick Stewart mal eben hinten am Gürtel packen und über die komplette Bühne zotteln darf.) Jedenfalls, wie man an meiner mangelhaften Zusammenfassung sieht: Kein Inhalt. Nur ein Haufen alte Männer, die Spaß hatten. Und Spaß machten. Und Bowler auf dem Kopf hatten.


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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 09.09.2009, 08:31                                  +/-

Lothiriel
Kein Inhalt. Nur ein Haufen alte Männer, die Spaß hatten. Und Spaß machten. Und Bowler auf dem Kopf hatten.


So klingt das Stück tatsächlich mal nach Spaß. Spitze

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 09.09.2009, 11:54                                  +/-

Ich muss diesen Thread fortan ignorieren, sonst werd ich vom Neid ganz zerfressen Lebst du eigentlich in London oder wieso bist du da so oft im Theater??? Überrascht

Ich hab "Warten auf Godot" übrigens auch schon mal gesehen, in Bochum mit Harald Schmidt. War wirklich ein tolles Stück Yes


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 09.09.2009, 14:21                                  +/-

Zitat:
Säuft zu viel, tanzt mit Leidenschaft, genießt das Leben und erinnert so ein bißchen an pk?




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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 09.09.2009, 18:36                                  +/-

Oxford
Lebst du eigentlich in London oder wieso bist du da so oft im Theater??? Überrascht


Nein, ich bin aber mit einem Engländer liiert, der beruflich ganz oft nach London muss.

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Craggan



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BeitragVerfasst am: 09.09.2009, 18:45                                  +/-

ich muss sagen, dass ich da auch sehr sehr neidisch empathisch bin! Alleine schon die vielen guten indischen Restaurants in London. Und die Szene! Wenn ich mit einer Londonvielbesucherin liiert wäre, würde ich wahrscheinlich dauernd im Küchenthread und im Musikthread posten.

Zu Gordot in dieser Traumbesetzung wäre ich natürlich auch gerne gegangen!! Spielen die noch länger?? *meinenpilotenanruf*


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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 09.09.2009, 19:22                                  +/-

Die hatten leider im August die letzte Vorstellung. Traurig

Aber ich könnte ja mal eine Liste der Sachen machen, über die ich keine Berichte geschrieben habe:
Herbst/Winter 08:
Love's Labour's Lost - Royal Shakespeare Company, Stratford
Zorro - London

Frühling 09:
Madame de Sade - Donmar Westend, mit Judi Dench

Sommer 09:
The Winter's Tale- Royal Shakespeare Company, Stratford
As You Like It- Royal Shakespeare Company, Stratford
The Cherry Orchard - Old Vic, London - mit Ethan Hawke, Rebecca Hall, Simon Russel Beale, Sinead Cusack
The Winter's Tale - Old Vic, London - gleiche Besetzung wie beim Kirschgarten. Vielleicht können ja Quar oder Athene was dazu schreiben?


Verpaßt habe ich:
A Doll's House - Donmar Warehouse - mit Gillian Anderson und Christopher Ecclestone
A Streetcar Named Desire - ebenfalls Donmar - mit Rachel Weisz

Gucken will ich:
Inherit the Wind - siehe weiter oben
La Cage Aux Folles - mit John Barrowman im Fummel
Endgame - Duchess Theatre, London - mit Miriam Margolyes (ich liebe sie, seit sie die Amme in der Baz-Luhrman-Verfilmung von Romeo und Julia spielte)
Cat on a Hot Tin Roof - Novello Theatre, London - mit James Earl Jones und Phylicia Rashad (Claire Huxtable )
A Midsummer Night's Dream - Rose Theatre, London - nächstes Frühjahr, mit Judi Dench als Titania
War Horse - New London Theatre:

Die Puppen sehen so klasse aus!


Ich werde davon bestimmt nicht alles sehen, aber ich kann's ja versuchen. Yes

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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 24.09.2009, 19:40                                  +/-

Krass:



Rang 49 bei Amazon.co.uk drei Monate vor Erscheinen einer Theater-DVD. Überrascht

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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 23.10.2009, 20:23                                  +/-

Morgen in einem Monat hat die Theateradaption von Terry Pratchetts "Nation" Premiere im National Theatre in London. Und ich bin dabei!

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 23.10.2009, 21:54                                  +/-

Bitte dann schreiben!
Und über die obigen Inszenierungen auch!


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"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)
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Wolter



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BeitragVerfasst am: 25.10.2009, 22:02                                  +/-

Jemand Lust auf Theater-Säggs?

Jetzt (22.00) gibt es auf hr 2 Schnitzlers Reigen!


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