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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 09:26                                  +/-

Robbenbabys legen pro Tag bis zu 2 Kilo Gewicht zu. Beat this Yes


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You met me at a very strange time in my life.
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 10:14                                  +/-

Die Kegelrobbe ist übrigens Deutschlands größtes Raubtier. Das hätte ich auch nicht gewusst. Brauchbares Partywissen.


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 10:18                                  +/-

@Eusenstory: rolling on the floor... rolling on the floor...

@Kegelrobbe: Nur weil wir nicht so gut an sie rankamen wie an Säbelzahntiger, Höhlenbären und Waldmöpse.


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„Scientists told them, it was a really bad idea. They didn‘t listen.“ – „That‘s going to be carved on humanity‘s gravestone.“
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Craggan



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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 14:12                                  +/-

Die Euse
abgehangene Vollprofis (Craggan) sind eingeladen, Dinge zurechtzurücken oder aus anderer Perspektive zu schildern


Notiz an mich zwecks Ergänzung des Ratgebers bei zeitlicher Verfügbarkeit:

1. Teilnahme des Ehemannes am Schwangerschaftsvorbereitungskurs im recht alternativen Haus der natürlichen Geburt inkl. Wehensimulation (wohlgemerkt beim Ehemann, der nie Wehen haben wird) und Eskalation der Situation, als ich einem Bekannten, der mir Unterlagen in die Vorbereitungsstunde brachte, weil sich diese in der Nähe seines Büros befand, in Unkenntnis der dünnen Wände und der im Nebenraum herrschenden absoluten Meditationsstille mein Herz über den ganzen Schwachsinn ausschüttete und daraufhin bei Wiedereintritt von Kursleiterin wie -teilnehmerInnen mit Blicken getötet wurde

2. Schilderung des Tagesablaufs bei der Geburt des älteren Sohnes, die gegen 5 Uhr morgens begann ("was machst Du da um die Zeit in der Badewanne, Frau?") und sich über Besuche bei der Bäckerei (7 Uhr) und der dem Hospiz benachbarten Frittenbude (17 Uhr), weheneinleitende Tropfe (Tröpfe? Tropfs?) sowie langem Herumhängen in Krankenhausfluren bis hin zum finalen Schlüpfen um 20:30 zog

3. Schilderung des Tagesablaufs bei der Geburt von Mäusi, die 6 Wochen zu früh den Mutterleib verließ, von der geplatzten Fruchtblase (11 Uhr) über die Auskunft des Arztes, ich solle ruhig noch einmal heimfahren, das würde sich sicherlich ziehen (12:30) sowie einem hektischen Anruf meiner Schwägerin, der mich beim soeben begonnenen Rasenmähen unterbrach (13:30), mit dem Inhalt, dass eben der Kreissaal angesteuert würde, bis hin zur Autofahrt mit 170 km/h durch die Münchener Randbezirke und dem gerade noch realisierten Beiwohnen des finalen Schlüpfens um 14:20

4. Kurzgeschichte über die Wagnisse des Wickelns widerborstiger wildgewordener Einjähriger unter Vermeidung der Stelle, an der mir Junior, während ich mich umdrehte, um eine frische Windel aus dem Karton zu nehmen, mit Schwung vom Wickeltisch auf den Boden flog

5. Essay "Wie ich dem vierjährigen Junior beim Aufs-Bett-Flieger-Spielen den linken Unterarm brach"

6. Beschreibung der bei der Zubereitung von Babynahrung eintretenden elterlichen Lernkurve zwischen Kind 1 (Bioladen, selbstpürierte Pastinaken, etc.) und Kind 2 (Convenience-Food aus Gläsern)


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 14:20                                  +/-

Craggan

6. Beschreibung der bei der Zubereitung von Babynahrung eintretenden elterlichen Lernkurve zwischen Kind 1 (Bioladen, selbstpürierte Pastinaken, etc.) und Kind 2 (Convenience-Food aus Gläsern)


Wir haben die Lernkurve quasi ausgelassen. Aber wir sind ja auch bei Kind 2. *Gläschenwärmengeh* Die mit Rindfleisch erinnern allerdings an Katzenfutter. Sie schlucken's, also kriegen sie's. Verlegen

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 14:21                                  +/-

die Auskunft des Arztes, ich solle ruhig noch einmal heimfahren, das würde sich sicherlich ziehen (12:30) sowie einem hektischen Anruf meiner Schwägerin, der mich beim soeben begonnenen Rasenmähen unterbrach (13:30),


Dreck. Überrascht Jetzt hammas. Du bist die coolste, lässigste Sau ever.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 14:35                                  +/-

Den hätteste jetzt ruhig auch noch fertig mähen können. Damit die Frau sich freut, wenn sie nach Hause kommt.


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 19:17                                  +/-

du wirst lachen: Das hab ich am späten Nachmittag nach dem Entnabeln dann gemacht. Geht ja nicht, so ein halb gemähter Rasen. Was sollen denn die Nachbarn denken...


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 18.01.2014, 22:13                                  

Was sieht die deutsche Rechtsprechung bei der Versorgung von Zwillingen vor?

Das Märchen vom unsichtbaren Kinde

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die hatten sich gar gern und so kam es denn, dass sie miteinander Kinder haben wollten. Und siehe da, es geschah, dass die Frau froher Erwartung ward, und als es daran ging, dass das Kind zur Welt käme, da holten sie die Amme des Dorfes. Die gute Amme verstand sich auf ihr Geschäft und ein gesunder Junge kam zur Welt. „Du sollst „Depp“ heißen, zu deutsch: „Der, welcher die Mondsichel einfängt im Schlafe“!“, sprachen sie zum Kinde. Wie groß war aber die Freude, als die Amme ihnen kündete, dass noch ein zweites Kind im Mutterleib der Geburt harrete! Wiederum tat die Amme ihnen gute Dienste, und ein Mädelein ward ihnen geboren.

„Du sollst - “ „Haltaus!“, rief die Amme, „diesem Kinde sollet ihr keinen Namen geben.“ „Warum nicht, liebe Amme?“ frug da die Mutter. „Also hat’s der König festgesatzet!“, antwortete das gute Weib. „Der König sprach: So einem Mann und einem Weib geboren wird nach einem Kinde noch ein zweites, und zwar noch ehe Du siebenmal ohne Fehler Superkalifragilistigexpialigetisch sagen kannst, so ist dies Kind wie nie geboren und soll nicht anerkannt werden als Bürger dieses Königreiches.“ Die Mutter weinte: „Aber aber aber - “ „Fräse holden,“ sprach die Amme, „der König hat’s befohlen und weise ist der König.“
Da weinten der Mann und seine Frau sehr und verbargen fortan das Mädelein in ihrer kleinen Hütte und bedeckten es mit den Umschlagseiten von wöchentlichen Bastei-Lübbe-Romanheftchen, auf dass niemand es sähe, niemand mit ihm spräche und nie es käme nach draußen in die Welt der Gameboys, Zimtschnecken und Deutschtürken. ("Der Bergdoktor" und "John Sinclair" waren besonders beliebt.)

Da aber dieses Elend die Frau sehr brachte in Bekümmernis, sprach sie zu ihrem Mann: „O guter Mann: Lasse nicht so dies Elend geschehen an den Deinen! Besinne Dich Deiner Herkunft!“ Und der Mann tat wie ihm geheißen, denn er stand übel unter dem Pantoffel; vor allem aber war er früher ein wackrer Krieger wesen, den alle bewunderten vor anderen, und nur aus Liebe zu seiner Frau hatte er dies blutig Handwerk aufgegeben, denn er hatte sie befreit aus der Hand des Metzlers Vom Eisernen Gemächtschutz, und zum Dank hatte sie ihm hinterher aber das tut jetzt nichts zur Sache. Der Mann also versammelte eine Reihe ihm ergebener Söldner um sich und belagerte die Burg des Königs, auf dass dieser dem Kinde das Recht auf Leben gewähre.

Er belagerte die Burg aber ein Jahr, und nichts geschah, und ein zweites und nichts geschah, und weitere Jahre, und nichts geschah. (Gut, einmal klopfte einer der Söldner an am Burgtore, um DSL-Zugang zu erlangen, aber jener Söldner wurde von einer königlichen Armbrust erlegt, und der war eh ziemlich unbeliebt bei den anderen, weil er nachts immer die anderen Söldner nervte mit seinem ewigen „Ob der DAX schon wieder gestiegen ist? Ob die Kleinanleger bei Shell noch an Bord geblieben sind? Ob die Analysten die Entwicklung des YEN dabei mit einkalkulierten?“ Und als der Mann frug, woher es kam, dass der Pfeil den unglücklichen Söldner nicht von vorne, sondern aus dem Wald von hinten erlegt habe, und das gleich mit lodernder Flamme und Gift und mit dem Zettel „Tu pis scheise!“, da schauten alle Söldner in so viele verschiedene Himmelsrichtungen wie es Söldner gab.)

Währenddessen schickte die Frau das Mädelein in den Kindergarten mit weißer Bettwäsche über dem Leib, und in die Grundschule, mit Kartoffelsack über dem Leib und in die weiterführende Schulart mit einem Flies aus toten Hamstern über dem Leib (das war total „in“ zu der Zeit, scheiß rückständiges Fantasy-Mittelalter), und niemand durfte mit ihm sprechen, was aber okay war, denn es hatte üblen Mundgeruch, weil es zu Hause jahrelang nur geröstete Hamster gegeben hatte zum Abendmahl.
Des Mannes Haar aber war grau geworden über der langen Belagerung, der zermarterten Hoffnung und dem vielen Vogelkot im Walde, doch siehe da: Im soundsovielten Jahre gaben die Burgbewohner und der König klein bei, da ihnen der Hirschtalg ausgegangen war, und den brauchte der königliche Narr zum Schmieren seiner Flöte, und wenn keiner mehr was Gscheids singt und spielt, dann ist die Stimmung schon elend schnell im Arsch.

Und der König hob auf seine Bestimmung ob der Unstattbarkeit eines zweiten Kindes, das geboren ward, eher einer siebenmal ohne Fehler Superkalifragilistigexpialigetisch sagen konnte, und änderte es zur Unstattbarkeit eines zweiten Kindes, das geboren ward, eher einer Grdlbrmpft sagen konnte.
Da freuten sich der Mann und seine Frau und nannten ihr Mädelein fortan Vladimirputin; dieses aber hatte so lange ohne Geschlecht und ohne Verständnis für Recht und Gesetz leben müssen, dass es für Geschlechterrollen und Rechtsprechung keinerlei Verstand entwickelte, dumm blieb, fortan glaubte, es sei ein Mann und eines Tages vom zugesoffenen und blinden König als Nachfolger bestimmt wurde.
Da waren alle ziemlich angesickt.
ENDE


Tatsächlich ist der Gesetzgeber eigentlich immer schon recht klar gewesen in seiner Aussage: Pro Kind stehen den Eltern 14 Monate Elterngeld zu, also 14 Monate, in denen nur die Mutter oder anteilig der Mann zwei Monate für das Kind mit finanzieller Unterstützung durch den Staat zuhause bleiben dürfen. Wohl gemerkt: „Pro Kind.“ Das Interessante ist: Die Kassen haben dabei zu keinem Zeitpunkt Zwillinge als „zwei Kinder“ angesehen; das ging immer eher so: „Ja, wenns so knapp nacheinander kommen, das ist dann eigentlich eh wie eines, gell?“ Daraus lernt man: Wenn zwei Kriege knapp nacheinander kommen, dann ist das eigentlich nur einer, wenn zwei Bälle nacheinander ins Tor kommen, dann ist das eigentlich nur eines, und wenn man zweimal direkt nacheinander kommt, dann kommt man - - - richtig.
Obwohl es also schwarz auf weiß (was könnte dem Beamtenschimmel noch verbindlicher sein?) in Frau Justitias Poesiealbum stand, dachte sich die deutsche Kassa: „Wie, Zwillinge?“ – und ließ das zweite Kind einfach nicht zählen.
Man merke sich also weiter: Nur weil was irgendwo im Gesetzbuch steht, heißt das noch lange nicht, dass sich irgendjemand danach richten muss! Meine Güte!! So kleinlich wollnwa doch nun auch wirklich nicht sein!!! Kommse her, Herr Staatsanwalt!!!! Ich zahl Ihnen nochmal ein schnelles Helles!!!! Ich mein: Für uns zwei jeweils ein Helles!!!!! Aber zahlen tu ich nur eins!!!!! Har-har-harrrr (usw.)
Zumindest bis zur Geburt von Robin und Enya im Februar 2007. Deren Eltern dachten sich: Ja wie jetzt? und klagten im Jahr 2008 gegen die bestehende Rechtsprechung – oder deren Auslegung. Und kaum war im Jahr 2008 auf diesem Wege die Nachfrage ergangen an das Münchner Oberlandesgericht, ob das jetzt in Ordnung sei, dass sich keiner an das Gedruckte halte, was schon längst Verrechtzersprochen worden war – da gab es !prompt! (also im Jahr 2012 hähö ) die Antwort: „Ja - - stümmt! Eigentlich nicht ganz korrekt, gell?“ Und weil man mit der Sache ja Zeit hatte (Enya war zu dieser Zeit bereits zur Chefin der kleinkinderkriminellen Bankräubertruppe „The Unborn Intruders“ aufgestiegen und lebte ihr rechtloses Leben als Rechtlose mit einer Gruppe aus lauter nicht-kindergeld-versorgten Zweitzwillingen), schickte man das Ganze noch nach Kassel ans Bundessozialgericht, das dann auch nur 12 Monate brauchte, um zu sagen:
„Hm – stimmt.“
Und da sage noch einer, Justitia sei auf ihrem Auge blind! – Was? Sie hat zwei? Moment...


Erfahrungsbericht:
Euse N. Burger (37)*:
Wir hatten da schon verdammtes Glück: Als wir Winter 2012 erfuhren, dass wir Zwillinge bekommen würden, hatten wir uns relativ schnell im Netz umgeschaut, wie denn in dem Fall die Lage für das Kindergeld wäre. Da gab es bereits erste Infos von wegen „Klage in erster Instanz stattgegeben“ etc. Die Frage war also nur: Bestätigt das BSG diesen Richterspruch? Und wenn ja: Noch rechtzeitig für uns? Ab da war die Schwangerschaft dann doppelt spannend: Würden wir zu zweit für unsere Kinder sorgen können? Oder würden wir doch letzten Endes und vernünftigerweise eines abgeben müssen, z. B. an Chantalle im Hasenbergl („Komm, gib misch die Kleine, Mustafa, Ali und Kalleinz wolln scho lang a Schwester, weissu?“) Denn die Kernaussage aller erfahrenen (Zwillings-)Eltern zu unserer frohen Erwartung war übereinstimmend: „Da müsst Ihr mindestens zu dritt dafür sein.“ Und dann aber ganz genau, Ende Juni: Zack, peng. Strike. Das Recht war gesprochen. Wir riefen dann umgehend bei den entsprechenden Kassen an, wo wir die Anträge einreichen mussten, um den hilfreichen Ratschlag zu bekommen: „Pffffff - - pfff, pff, - - pffffffffffff.“ (Übers.: „Ja, koa Ahnung, wissma ned, kömma ned, ko no dauern...) Ein Bescheid, über den sich unsere Arbeitgeber besonders gefreut haben (damit meine ich jetzt die Rektoren unserer Schulen, die nicht wussten, bleiben die jetzt, gehen die jetzt, brauchen wir Ersatz, brauchen wir keinen...).
Es war also alles ganz lustig immer und unterhaltsam. Zum Schluss wurde aber dann alles gut und wenn sie nicht gestorben sind, dann lernen sie heute noch in der Schule:
„Eins und eins ist...???“

*Name von der Redaktion geändert. Es handelt sich in Wirklichkeit um Jürgen Kazmierzak in der Kumpfmüllerstraße 26, 81335 München, Telefonnummer 089/3000562, Handy 0178/36294765, jürgen.kazmierz@gmx.de.


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Zuletzt bearbeitet von Euseppus am 19.01.2014, 09:43, insgesamt einmal bearbeitet
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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 19.01.2014, 00:01                                  +/-

Wahnsinnige. Ist das auch so, wenn der fast-gleichzeitig-aus-dem-Leib-gesprungene Zwilling ein Junge ist?
Wenn nicht, dann ist das ja fast wie in China.
Hallo? Die 1970er sind vorbei.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 19.01.2014, 08:37                                  +/-

Wichtel
Ist das auch so, wenn der fast-gleichzeitig-aus-dem-Leib-gesprungene Zwilling ein Junge ist?

Ija logisch. Wenn der Staat die Chance sieht zu sparen, dann ist er sexuell total befreit unterwegs.


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 19.01.2014, 09:43                                  +/-

Hat die Galactica einfach ein paar Kassen zerschossen? hähö

Aber kraß, daß das schon so lange so scheiße gehandhabt wurde. hmmmm


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 19.01.2014, 09:45                                  +/-

Erinti
daß das schon ...

Erinti, kimm her, bistma die Liabste.


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 19.01.2014, 12:00                                  +/-

Das sollte dir früher aufgefallen sein, daß ich die neue Rechtschreibung die meiste Zeit ignoriere und wenn nur Ausversehen nutze. hähö


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 21.01.2014, 00:30                                  

Wenn ich mal Mutter oder Vater werde, möchte ich bleiben wie ich bin; geht das?

1. Dr. Jeckyll und Mr. Mum

Wenn Sie ein Mann sind: No problem. Noch ein Bier bestellen, vorfreuen. Wenn Sie eine Frau sind: Schreiben Sie an sich selbst einen Brief. Schreiben Sie Ihrem künftigen Ich, wie Sie die bunte Welt um sich herum sehen, wovon Sie träumen, was Sie selber an sich mögen. Stecken Sie es dann in die Zeitkapsel, also etwas, was Ihnen vielleicht durch Zufall einmal im Jahr in die Hände fällt (ideal: an der immer gleichen eingemerkten Stelle von „Ulysses“ oder der Rezeptübersicht in „Abnehmen im Schlaf“), damit es das asoziale Monster, das Sie später einmal sein werden, mit wässrigen Peripetie-Augen durchlesen muss. Glaubt man dem, was in Internetforen über das Thema „Kinderwunsch/Schwangerschaft/Mutterschaft“ so an Kommentaren zu lesen ist, werden Frauen nach der Geburt zu 30 % zu grenzdebilen, gesellschaftlich inkompatiblen Alptraum-Ungeheuern, die auf Fragen wie „Was halten Sie von der großen Koalition?“, „Ist Sterbehilfe moralisch vertretbar?“ oder „Warum ist es so, dass bei den meisten Milchpackungen der weiße Nippel nur abgeht, wenn man die gesamte Küche dabei mit Milch bespritzt?“ ausschließlich mit einem Fauchen, Sabbern und Feuerspeien antworten können: „EEGAAAAAL!!! ICH BIN DIE BESTE MUTTER DER WÄÄÄÄLT UND MEIN KIND IST DAS BESTE KIND DER WÄÄÄLT!!!! STIIIIRRRRRRB!“
Einige anschauliche Beispiele aus Internetforen:


Frage:
„Mein Kind kann tagsüber schlecht einschlafen. Weiß jemand von Euch dafür Hilfestellung?

Antwort:
„WAAAAAAAS?!?!? DU WILLST DEIN KIND LIEBER AUS DEM WEG HAAABEN, UM DEINEN SPAAAAAAASS ZU HAABÄÄN, ANSTATT DEINE ZEIT MIT IHM ZU VERBRRRRINGEN?!?!!!! WAS BIST DU NUR FÜR EINE MUTTER????!!! ARRRRRARARRRAÄÄOHOOOORRRRRRRRRR!!!!!!“


Frage:
„Mein Kleiner hört nicht auf zu schreien. Er schreit den ganzen Tag, ich weiß gar nicht mehr, was ich machen soll. Ich bin den ganzen Tag mit ihm alleine zuhause, der Arzt wusste nichts dazu zu sagen – und neulich habe ich nicht zum ersten Mal daran gedacht, ihn einfach ins Nebenzimmer mit Wucht aufs Bett zu schmeißen und die Tür zuzusperren, nur um einfach für eine halbe Stunde mal meine Ruhe zu haben. Ich fühle mich wie eine furchtbar schlechte Mutter. Kennt das jemand von Euch?“

Antwort:
„WAAAAAAAS?!?!? AN SOWAS KANNST DU AUCH NUR DENKÄÄÄÄN?!?!!! ABER UNBEDINGT EINS HABEN MÜSSEN, HMMMMMM?!?!?!!! WEGEN MÜTTÄRRRRN WIE DIR SOLLTE ES SCHON LÄNGST EINEN MUTTERFÜHRERSCHEIN GEBEN, ODER DARF WIRRRKLICH JEDÄRRR SO EIN UNSCHULDIGES KLEINES BABY HABÄÄÄÄÄN?????!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“


Frage:
„Hallo miteinander. Wir sind erst seit wenigen Wochen Eltern, fühlen uns aber ehrlich gesagt jetzt schon überfordert: Die Kleine spuckt ständig die Milch wieder aus, trinkt total schlecht, weint und schreit aber trotzdem, wenn sie Hunger hat. Hat jemand von Euch damit Erfahrung?“

Antwort:
„ERFAAAAAHRUUUNG?!?! DAFÜR BRAUCHT MAN KEINE ERFAAAAAAHRUNG!!!!!!! IHR LIIIIIEBT EUER KIND NICHT GENUG UND DAS SPÜÜÜÜÜRRRRT DAS KLEINE ARME DING NATÜRLICHCHCHCHCH!!!! IHR SOLLTET EUCH WAS SCHÄHÄHÄÄÄÄMÄÄÄN!! BRODEL-RAUCH-SCHNAUB-RÖCHEL - - - “


Und dergleichen mehr. Es gibt einen nicht unerheblich großen Prozentsatz an Frauen, die vorher vielleicht ganze Städte entworfen, einen Betrieb geleitet oder einfach nur ein anständiges Leben geführt haben und sich nach der Geburt ihres Kindes völlig unvorhersehbar in den Mamosaurus Rex verwandeln. Diese Frauen fallen völlig aus der bisherigen Werteordnung der zivilisierten Welt, um sodann das archetypische Gesetz der Wildnis als Basis ihres neuen Lebens anzunehmen.

Zur Veranschaulichung werfen wir einen Blick in imaginäre Poesiealben:

Edith W., 25, Bankkauffrau:
Wichtigster Wert vor der Geburt: Für meine Freunde dasein, ihnen Halt geben, wenn sie mich brauchen.
Wichtigster Wert nach der Geburt: Muttermilch! Meine Brüste geben viel mehr Milch als alle anderen Brüste aller anderen Frauen der Welt!!! YEAH, da sprudelts richtig! Und – ich – kann – immer!!, echt! Absolut! IMMER!! Ich hab die – SUPERTITTEN!!! Take that, bitches!


Karin F., 22, Pianistin:
Wichtigster Wert vor der Geburt: Mit der Musik die Menschen berühren, ihnen Gefühle schenken, die sie zuvor so nicht in sich kannten.
Wichtigster Wert nach der Geburt: Windelgröße VIER!!! Yeah!!! Windelgröße VIER, wie! geil! ist! das! denn! Da stinken Eure mickrigen Knilche doch voll dagegen ab! VIER!, VIER!, VIERVIERVIER!, VIER!, VIER!, VIERVIERVIER!...Ihr seid doch alle NULL-llen! Nichts seid Ihr!!!!! VIER!, VIER... (etc.)



Dieses – sagen wir mal – leicht angespannte Verhältnis zur Mutterschaft scheint im internationalen Vergleich ein recht deutsches Thema zu sein: Keine andere Frau Europas definiert sich so schnell und ohne Not über ihre angenommenen Qualitäten in der Mutterschaft wie die deutsche Frau, an die sich auch im nächsten Jahrtausend noch die guten alten Ideen des Dritten Reiches betreffend Frauenbild Mutterschaft so herrlich unverfälscht weitervererbt haben.
Dabei stimmt, wie wir oben gesehen haben, noch nicht einmal der Satz: „Wer nichts wird, wird Mutter.“
Es kann jede Frau treffen. Jede. Egal, wodurch sie zuvor in ihrem eigenen Lebenskreis zur Verschönerung der Welt beigetragen hat, soziale Dienste, spannende Hobbies, kreative Gedankengänge, ein einnehmendes Wesen – man kann es von außen vielleicht nicht erkennen, aber vielleicht liegt da im Mutterbett bereits der Untergang des aufrechtgehenden Abendlandes.
„Entschuldigen Sie, Frau Mitschoreit, aber wir müssten den Kleinen gerade mal wiegen. Darf ich Ihnen nur für eine Minute mal den Luca –„
„AAAARRRRRRRRRRRRRRRRRRRMÖRRMÖRRMÖRRMÖRRRMÖRRCHCHCHCHCHCHCHCHCHCH!!!!!!“
„................. /brösel/...............“

Daher kann man im Falle von Schwangerschaft und/oder Mutterschaft nur eines raten:
Nichts im Netz darüber lesen. Nichts. Und wenn Dein Finger an der Tastatur Dir Böses will, so haue ihn ab.


2. Perspektivwechsel – Das Leben hinter dem Spiegel

Eltern entbehren nicht einer gewissen Lächerlichkeit: Sie machen z. B. ein ekelerregendes Bohei um die Exkremente ihres Nachwuchses und verstopfen mit den Kinderwägen die Innenstädte.
Betrachtet man aber diese Eigenheiten von der anderen Seite aus, wird dieses possierliche Tierchen vielleicht ein bisschen besser nachvollziehbar. Wie also tickt er:
Der Gemeine Elter?

a) Kinderkacke
„Da! Da! Seht Ihr das! Ganz weich! Und da oben: Richtig flüssig und schön dunkelgrün! Und wenn Ihr da am Bildrand guckt - - ja, ja, genau, das ist von gestern vormittag! Wunderschön, oder? Da ist sogar noch ein kleines, braunes, fluffiges, spitzes....“
Die hohe Kunst der Exkrement-Fotografie erfreut sich nach wie vor beim gemeinen Elter hoher Beliebtheit. Der Elter belegt dabei schon teils Wochen vor Geburt erste Kurse in Exkrement-Fotografie, er lernt: Wie den Lichteinfall optimieren? Wie die Konsistenz im Close-Up einfangen? Wie das Exkrement in der Gesamtkomposition einbetten? Die Underground-Exkremental-Ausstellungen in unterirdischen, väterlichen Hobbyräumen nehmen seit wenigen Jahren bedenkliche Größenordnungen an.
Wie kann der Nicht-Elter diese speziellen Werke einordnen? Wie kann man sich dazu vernünftig positionieren?
Das ist ziemlich einfach:
Gar nicht!!! Ist doch widerlich! Ja mein Gott, ekelhaft ist das! Ja, jetzt ohne Schmarrn, was solls denn da anderes für geben als Abscheu! Menschen, die Scheiße Dritter fotografieren! Und einem das dann beim gemeinsamen Raclette unter die Nase halten! Ja da hackt’s doch irgendwo!
Aber: Einen gewissen Teil daran kann man verstehen, wenn man seinen Fuß auf die andere Seite setzt und hinter den Spiegel schaut.

Erfahrungsbericht:
Euse N. Burger (37)**:
Irgendwann wird das völlig normal: Du unterhältst Dich mit Deinem Partner über die Kinderkacke von heute. So in der Art: „Der Kleine hat heute endlich wieder gekackt. Die Kleine ja eh, sogar richtig schön weich.“ Und das ist vollkommen normal – nein, es ist sogar verdammt wichtig: Von allen Dingen, die zu Beginn des Winzlebens von Relevanz sind, ist die Verdauung Thema Nr. 1. Das kommt daher, dass es dabei um die Basis der gesamten Kindesentwicklung geht: Die Babies müssen genügend Nahrung kriegen, dann auch noch die richtige, und das entsprechend verarbeiten. Wie das Baby das Essen verarbeitet, das zeigt sich am allerdirektesten an der „Kinderkacke“: Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus, täglich, alle drei Tage, etc. Bleibt das aus, stimmt mit der Verdauung etwas nicht, das Baby bekommt vielleicht sogar Bauchweh, kann die Nahrung nicht verwerten. Das Blöde ist: Man kann das Dingens ja nicht fragen. Auf einmal hat es üble Tage, plärrt einem die Hucke voll, mehr kann es ja nicht tun, dann sind die Tage für beide Parteien absolut furchtbar, für Eltern und für das Baby. Kann es alles von sich geben, das aber in nicht altersgemäßer Konsistenz, ist das ebenfalls Grund zur Sorge, weil dann ebenfalls nicht so verwertet wird, wie es soll und es ein Hinweis darauf sein kann, dass im Inneren des Wichtes irgendwas nicht stimmt. Du hast also für das Wohlbefinden nur zwei Indikatoren: Es schreit/schreit nicht und: Wie hat’s gekackt? Davon hängt der gesamte Familiensegen ab. Ist die Verdauung regelmäßig und das Ergebnis so wie es sein soll: Alles wunderbar. Deinem Kind geht es gut, Dir geht es gut. Du hast tagsüber und nachts weniger Stress, schläfst besser, machst Dir keine Sorgen, bist gut drauf und erfreust Dich am Wichte. Wenn nicht: Nicht. Du rennst zum Kinderarzt, probierst am laufenden Band neue Essenszusammensetzungen aus, harrst ängstlich des nächsten Schisses, bist enttäuscht, wenn er fest ist, bist glücklich, wenn er weich ist.
Mit einem Satz: Scheiße bestimmt Deinen Tag.
Noch konkreter:
Dein Leben ist Scheiße.
Und daran führt kein Weg vorbei.
Aber falls mir jemand Kackfotos unter die Nase hält, zeig ich ihn an.

**Name von der Red. geändert. Der richtige Name ist Jochen Kerschmann, 32 Jahre, Humboldtstraße 117, 81805 München, Telefon 089/5629187, Handy 0163/4438082226, kerschi_mann@yahoo.de

b) Kinderwagen overload.
Da ist er wieder, der Elter. Fräst sich mit seinem Kinderwagen den Weg durchs ausweichende Fußvolk und den genervt wartenden Autoverkehr, dabei guckt er auch noch so stolz, als hätte er den im Wagen liegenden Wicht höchstselbst auf der Jagd in der Tundra erbeutet. Kaum kommt so ein Elter herbeigeschoben, glaubt er, dass sich die ganze Welt nun nur noch um ihn drehen muss. Bfoah....

Erfahrungsbericht:
Eus Enburger (37)***:
Ich geb zu: Mich haben früher Kinder anderer Leute nicht die Bohne interessiert. Kinderwägen habe ich nicht zur Kenntnis genommen (außer entnervt wartend in der Kasse vom Tengelmann und wenn das U-Bahn-Zwischenabteil deswegen so voll war, dass ich nicht mehr reinkonnte). Ansonsten ist mir nicht mal aufgefallen, ob das jetzt ein Einlings- oder ein Zwillingskinderwagen ist. Was mir aber schon immer aufgefallen ist: Dass irgendwie ein Großteil aller Eltern, die so draußen herumlaufen, die Einstellung vermitteln, dass das, was sie da gerade rumschieben, auch für den Rest der Welt die verdammt glorreichste Segnung für den gesamten Erdkreis sein müsse. Gar nicht mal per Dialog. Einfach so diese Ausstrahlung „Hoppla, jetzt komm ich!“

Heute weiß ich: Die können gar nicht anders. Genauer: Die können gar nichts dafür. Das Baby lässt ihnen einfach keine andere Wahl, als es ultimativ in den Mittelpunkt der eigenen Welt zu stellen. Es ist so ein bisschen wie die angedrohte Exekution im Keller des Bösen: „Wehr Dich nicht. Dann tut es nicht so weh. Je mehr Du Dich wehrst – desto schmerzvoller wird alles für Dich...“ Das „Sich-Wehren“ meint dabei der Kampf eines Individuums um seine Autonomie, seine Selbständigkeit, Unabhängigkeit – Freiheit.
Ein Baby verlangt rund um die Uhr die vollkommene Aufmerksamkeit seiner Eltern und es goutiert keine halben Sachen. Bei Zwillingen ist das nicht anders; ich glaube nicht, dass es „doppelt soviel Arbeit“ oder „doppelt soviel Aufmerksamkeit“ ist. Wenn Freunde, die ein Kind haben, zu uns sagen: „Wow, und bei Euch, das muss ja der Hammer sein, ich kann mir das gar nicht vorstellen mit Zwei...!“, dann kommt von uns meist so eine Antwort wie: „Ich glaube, es ist einfach nur anders, nicht schlimmer... Wir kennen es ja auch einfach nicht anders!“

Wenn man so einen Menschen sein Kind draußen durch die Welt schieben sieht, dann muss man sich klarmachen, dass

- sein Tag komplett durchgetaktet ist. Er ist mit dem Wagen entweder so früh nach der letzten Fütterung raus, dass er seine und des Babies Stunden an der frischen Luft noch mit Sinnvollem wie Einkaufen verbinden kann, oder so spät, dass er bei der Rückkunft pünktlich wieder zur nächsten Fütterung zuhause ist

- diese Stunden an der frischen Luft ganz oft seine einzigen sind: Die Versorgung eines Babies kettet einen an bestimmte Gegebenheiten wie eine Wickelmöglichkeit, heißes Wasser für das Futter, etc.; man kann natürlich auch Wickeln auswärts und das heiße Wasser kann man sich in der Thermoskanne mitnehmen; es ist das aber immer eine Spur stressiger als zuhause, wo man sich auskennt, wo das Baby sich auskennt, wo keine fremden Menschen einem dabei zuschauen und man sich erst alles zurechtlegen muss. Man muss mit einem Baby draußen unterwegs sein schon wollen.

- er nur so aussieht, als wäre er von dieser Welt; er wandelt zwischen Geschäftsauslagen und Fußgängerzonen einher, als wäre er einer von uns; tatsächlich aber ist er ein Gänger zwischen den Dimensionen: Er lebt in einer Welt, in der es allein darum geht, ja genügend Babyfutter zuhause zu haben, das gefälligst nicht gerade am Sonntag ausgeht, sonst geht die Welt unter, und er fragt sich: Habe ich heute den Brei falsch angerührt – der Schiss war so fest? Ich nehme hernach besser einen Löffel mehr..., und er denkt sich: Ich muss morgen endgültig die nächste Kleidergröße anziehen – haben wir denn genügend davon da?, und er überlegt sich: Das Buch mit den Tierbildern – das gefällt ihm ja am besten – aber das habe ich ihm ja vorhin schon gezeigt, vielleicht hernach das mit dem Bauernhof?, und er nimmt sich vor: Ich muss wieder mehr drauf schauen, dass er sich dreht! Ich glaube, ich mache einfach zu wenig Körperübungen mit ihm..., und er schilt sich: Ich kann ihn beim Wickeln eigentlich nicht mehr alleine lassen! Gestern abend – meine Güte, das war ganz schön knapp!, und er stellt fest: Ich hab seit Wochen den ganzen Organisationskram liegen lassen! Verdammt, wann mach ich den? Vielleicht heute nachmittag? Geht aber nur, wenn er schläft, abends bin ich zu müde... Das alles passiert hinter der Stirn des Wagen schiebenden Menschen, während er die Auslagen betrachtet, über die Kreuzung geht, als wäre er ein ganz normaler Mensch. Dann bleibt er plötzlich stehen – weil der Dreckswagen nicht durch die Tür beim Bäcker passt.

- er unregelmäßig isst und mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade einen leeren Magen hat – das kommt auf das Alter und die Tagesform seines Kindes an, wieviel Zeit es ihm eben für die eigene Nahrungsaufnahme lässt.

Wenn ich heute eine Mutter ihr Kind durch die Straßen lavieren sehe, dann denke ich mir: „Du gottverdammte Heldin des Alltags. Komm her und lass Dir huldigen.“

***Name von der Red. geändert. Der richtige name ist Michael Althoff, Kastanienweg 5, 81377 München, Telefon 089/61523740, Handy 0177/29374500, kanzleialthoff@gmx.de



Wie machen Celeb und ich das?

Zunächst: Wir haben Glück gehabt; wie schon geschrieben: Mit dem Elterngeld. Aber noch viel mehr mit der Tatsache, dass wir es uns auch leisten können, beide tatsächlich dieses Jahr zuhause zu bleiben. Denn:
1. Das Elterngeld berechnet sich nach der Höhe des Einkommens im Jahr davor. Da gibt’s also genügend Berufe, wo sich das Elterngeld einfach „nicht lohnt“, sprich: Wo es zu wenig ist. Und:
2. Unser Arbeitgeber, der Staat, findet es richtig, wenn der Rektor unserer jeweiligen Schule uns nach einem Jahr Absenz auch wieder einstellt. Für diesen, wenn auch kurzen Zeitrahmen haben wir so etwas wie eine Jobgarantie.
Ohne hätte keiner von uns beiden gewusst, ob er dann trotzdem zu Hause bleiben würde.
Andere machen das anders:

Der Zwillingstreff
Wer schon mal am Käfig mit den Zwergschimpansen im Tierpark gestanden hat, muss sich jetzt einfach vorstellen, er tut das ca. 4 Stunden lang und mitten unter den Schimpansen in einem sehr sehr engen Gehege. Die Schimpansen sind furchtbar aufgeregt und geben ihr lautestes Gezeter ab. Einer scheißt Dir erstmal kräftig auf den Kopf.
Wer sich das vorstellen kann, erhält eine Ahnung davon, wie es ist, wenn sich fünf Zwillingselternpaare mit ihren fünf Zwillingsbabiespaaren treffen, und das in einer nicht eben ausladend großen Münchner Vier-Personen-Wohnung (= 3-Zimmer-Wohnung).

Wir haben die anderen vier bei einem Zwillingsvorbereitungskurs kennengelernt. Wir selber sind zwar ziemlich schlechte Netzwerker und treffen uns nie mit irgendwelchen anderen Muttis, Papis oder anderen Leuten, mit denen uns nichts verbindet als die Tatsache, dass die Frau jüngst geworfen hat, aber diese acht waren uns einfach total sympathisch; keine panische Berufsmutter mit dabei, lauter bodenständige, freundliche Menschen, die optisch, beruflich und als Paare grundverschieden sind. Seit nun alle die Zwillinge bekommen haben (teils unter abenteuerlichen und extremst nervenzehrenden Umständen), treffen wir uns mit ihnen ca. einmal in zwei Monaten, immer bei jemand anderem aus der Runde.
Unter dem Gehuste, Gekreisch, Gejodel und Gepruste unserer Mini-Me’s tauschen wir uns über unsere letzte Zeit aus, geben uns Tipps für Kram, den die Unfertigen noch brauchen können und trinken Bier zum Kuchen.
Das erdet. Denn grade immer dann, wenn man glaubt, wie besonders und wie eigen doch die eigenen Wichte sind, sieht man die anderen acht, die genau die gleichen Geräusche von sich geben (alle Babies auf der ganzen Welt, egal von welchem Stamm und von welcher Zivilisation, geben im ersten Lebensjahr dieselben Laute von sich), sich auch gerade zu drehen lernen oder noch nicht, ebenfalls kräftig gewachsen sind und mit denen die Eltern so in etwas die gleichen Probleme haben wie wir mit den unseren, vielleicht nur zeitversetzt. Das ist ungeheuer wohltuend. Denn die Erfahrung, die man im Alltag macht, sieht vollkommen anders aus. Ich fasse das mal in vier kurzen Worten zusammen:

Deine Babies und du.

Dahinter zieht der Taschenkosmos auch seinen Taschenspielervorhang wieder zu. Ende Gelände. Der kleine Prinz dürfte mit seiner Rose mehr Welt um sich herum gehabt haben.
Das Wohltuende bei diesen Treffen ist, dass man das alles wieder in die richtige Welt einsortieren lernt und dass man versteht: Man ist nicht allein und man macht da nichts durch, was nur man selber durchmachen muss. Es ist eine allgemeine Erfahrung, und ein paar Blocks weiter gibt’s einen, dem geht’s genauso.
Letzte Woche hatte ich z. B. Overkill:
Bis Mittags hatten wir uns zu zweit um die Kinder gekümmert, dann sind wir mit dem Fahrradanhänger zum Zwillingstreffen gefahren; dort machte Depp seinem Namen wieder alle Ehre, nörgelte, fremdelte und schiss zur Unzeit, dann fuhren wir mit den beiden wieder nach Hause und ich bin weiter, während Celeb sich um das Zubettgehen der Kleinen kümmerte: Ich durfte nämlich noch zur Geburtstagsparty eines lieben Kumpels; der hatte sich für seinen Geburtstag in eine kleine Bar eingemietet und lauter spannende, nette Leute dazu eingeladen. Ich hab gequatscht, Zigarre geraucht, Biere geleert – und war ganz besoffen von der Real World, in der ich da gelandet war. Das war ein hammertag gewesen. Nachts habe ich geschlafen wie ein Stein (bevor mir dann Celeb um 6 Uhr den schnorchelnden Deppen in die Arme legte, der sie schon seit 5 Uhr mit Gefuchtel, Gekrächze und Gestöhne genervt hatte).

Zurück zum Zwillingstreff:
Wir sind die einzigen von fünf Elternpaaren, bei denen beide komplett zuhause bleiben. (!) Andere lösen das anders:
Bei einem Paar (sie Bürokraft, er Hausmeister) bleibt er komplett zuhause: Ein freundlicher Kerl, Typ Bär, den nichts aus der Ruhe zu bringen scheint und der sich in der Rolle des Vollzeitpapas sichtlich wohl fühlt.
Das nächste Paar, er Deutscher, sie Spanierin (ja, ich weiß, das sind keine Berufe), macht es ganz klassisch: Sie ist mit den beiden alleine zuhause, er jobbt weiter.
Beim nächsten Paar, sie Redakteurin beim ZDF, er selbständiger Fotograf, bleibt sie ein Jahr komplett zuhause, er übernimmt zusätzlich ein paar Monate.
Unsere Helden des Alltags sind aber die beiden, die vorher schon ein Kind hatten, den dreijährigen Sohn. Naja. Wie steht das auf den Lätzen: Buy One, Get One Free. Die domptieren ihren fidelen Dreijährigen, während bei den Zwillingen im aktuellen Alter Dauerweinen angesagt ist; sie bleibt zuhause, er kommt später mit wenigen Monaten mit hinzu.
Bei allen außer der Spanierin (wie die das hinkriegt, haben wir auch keine Ahnung), so auch bei uns, kommt alle paar Wochen mal die Oma vorbei und hilft mit im Alltag. Keiner von uns hat die Großeltern gleich ums Eck, ist also immer mehr oder weniger eine Aktion. Aber es sind die Abende, wo wir zu zweit die Wohnung verlassen können und die Tage, wo es zu vernünftigen Zeiten gemeinsames, superleckeres Essen gibt und alles irgendwie nicht so knapp aufeinandersteht.

Frau Schwesig hat in ihrem neuen Job als Familienministerin ja gleich mal eine völlig abwegige Idee vom Stapel gelassen: Arbeitsstundenzahlreduzierung bei gleichbleibendem Gehalt für frischgebackene Eltern, damit es leichter ist, Job und Familie miteinander zu vereinbaren, ohne mit 25 gleich am Burnout zu verrecken. Das fand die Wirtschaft natürlich ganz fürchterlich, weswegen jemand merklHUST* der Frau Schwesig gesteckt hat, dass sie sich ihren Schmarrn bitte flott und ganz galant an die hübsche Frisur kleben solle. Das geht ja nun so nich.

Und dann wieder alle im Chor (hopp, aufstehen, Pfoten falten, Gesangbuch aufschlagen):
„N e i n , d i e s e S k a n d i n a v i e r , w i e m a c h e n d i e d a s n u r i m m e r ? ! ?“
(Orgelnachspiel.)



Kleben und Kleben lassen.

Celeb wacht auf. Es ist früher Morgen. Neben ihr liegen Depp und Kröte im ans Bett gestellten Babybettchen und ningeln in der Gegend herum. Leise Gesänge heben an, ein sehr sachtes und weiches „Dadadada“ von der Kröte, ein eher unterartikuliertes „Dfff, pww-w-w“ von Depp. Kröte hat sich nächstens um 90 Grad gedreht und hat die Füße an Depps Bauch; Depp hat sich um 180 Grad gedreht und dongt beim Rumprusten ein wenig mit dem Kopf ans Gitter. Celeb weiß nicht, ob sie von den Babygesängen oder von Käsegeruch von Depps Füßen wachgeworden ist und beschließt, diese Frage später zu klären. Sie steckt intuitiv und ohne groß die Augen dabei zu heben die Schnuller in die Münder, die gerade zu krähen anheben wollen. Ruhe im Karton. Die Babies schlafen wieder ein. Celeb schläft wieder ein.

Celeb wacht wieder auf. Kräftiges Gefiepe, Genörgle, Gejuchze und Gepfurze ist im Gange. Die beiden Hell’s Angels eine Bettstatt weiter liegen in einem Meer von Speichel und jodeln der Sonne was vor. Namentlich Depp geriert sich unanständig und gibt kritisches Gehuste von sich. (Mode ist eine Gabe des Teufels. Bereits kleinste Babies probieren Moden aus. So, die Woche huste ich mal. Bisher hammse mich immer gestreichelt, wenn ich gehustet habe. Sie werden vor Liebe zu mir überschäumen, wenn ich ab jetzt einfach nur noch und ausschließlich - ) Celeb packt den Deppen ( - Mist - ) und trägt ihn rüber ins elterliche Schlafzimmer, wo Euse schläft. Gottseidank weckt sie ihn mit dieser Aktion aber nicht, weil Euse zuvor schon vom Musizieren von einer dieser beiden fetten, verf******* Sch****katzen geweckt worden ist, die einfach mal gestorben wäre, wenn sie ihr Lieblingshobby (Dastehen und verblödeten Blickes in die Landschaft glotzen) nicht draußen vor der Terrassentür hätte ausüben können. Depp also landet bei Euse. (Anm.: Ja, mir ist das auch immer ein bisschen peinlich, aber Tatsache ist, dass ich ein hundsmiserabler Schläfer bin und Celeb schläft wie Beton. Drum Celeb Kinderzimmer, ich Schlafzimmer.) Celeb döst mit der freundlicheren Kröte (da-da-daaa-daaa-daaa – sprotz – daaaaadadad etc.) noch ein bisschen weiter.

Nachdem klar ist, dass beide Babies in beiden Zimmern die Schnauze vollhaben von Bettruhe und die erste Mahlzeit ansteht, quält sich die Mutter schon mal in die Küche und auch der Vater sich aus dem Bett.Die Babies verbringen den Morgen wieder nebeneinander im Kinderzimmer, wo sie jetzt, frisch ausgeruht, wieder die Babygesänge anstimmen. Purer Friede. Bis Depp, nun samt Schwester ins Wohnzimmer verbracht, der fertigen Milchfläschchen ansichtig wird. Es schüttelt den armen Kerl, der Blick wird panisch, der Kopf glüht wie ein Polizeirotlicht, die kurzen Ärmchen strecken sich in Agonie und Verzweiflung nach dem Fläschchen aus, kojotenhaftes Jaulen schüttelt sich aus dem kargen Leib: Depps schlichtem Verstand ist eingefallen, dass der Körper Hunger haben könnte.

Depps draller Schwartenleib und Krötes sparglichter Knochenkörper finden Platz auf den Schößen der beiden Eltern und werden zuerst mit Milch vollgepumpt, sodann auf der Wickelkommode ihrer Windel und somit dem zarten Pissearoma enthoben, das sie seit den frühen Morgenstunden sanft umweht und die Eltern unwiderstehlich zu ihnen lockt (glauben die Babies, aber die verstehen ja nicht, was wir den lieben langen Tag so alles über sie ablästern). Das Wickeln ist wieder ein ruhigerer Teil des Morgenzeremoniells und steht ganz im Kontrast zu den Phasen der Fütterung, in denen die Milchflasche aus dem Mund des Babies geploppt wird, um durch Tätscheln ein Bäuerchen dem verdauenden Leibe zu entlocken, denn eines der Babies glaubt auch beim ca. 700. Bäuerchen trotz gegenteiliger Erfahrung noch , dass es nun nie mehr etwas zu Essen bekommen und gleich hier auf der Stelle ausgetrocknet sterben muss, weswegen es einen Paukenschlag von hysterischem Gekreische loslassen muss, der mit einem kräftigen Rutsch alle Eichhörnchen im Garten sofort mit Tinnitus aus den Bäumen fallen lässt. Der Name dieses erfahrungsresistenten Babies klingt wie „Depp“, aber das muss ja ein Irrtum sein, denn niemand würde sein Baby so nennen.

Der Rest des Tages sieht nun wie folgt aus:
Gegen 9 Uhr verfügt sich Celeb außer Hauses, kommt gegen 14 Uhr wieder, ab wann dann Euse bis ca. 19 Uhr das Haus verlässt. Beide waren nämlich so blöd, freiwillig eine geringe Teilzeit an ihrer jeweiligen Schule in diesem Jahr der Elternzeit weiterzuführen, weil man ja sein angefangenes Oberstufenseminar nicht einfach jemand anderem übergeben kann (klar kann man) und seinen Schulchor nicht einfach mal ein Jahr lang aussetzen lassen kann (klar kann man). Das hat zur Folge, dass beide sich von November bis Januar an den Hausarbeiten ihrer Schützlinge die Zähne ausbeißen dürfen, Euse zusätzlich noch aus der Ferne das Musikleben seiner Schule weiter mitgestaltet und dass die Bezahlung dafür zu einem hübsch dicken Prozentsatz vom Elterngeld abgezogen wird. Irgendwie macht man das alles aus Pflichtbewusstsein, manchmal sogar ein bisschen gern, aber irgendwie ist man auch ganz schön doof.
So verfügt man sich also zum Arbeiten hinfort aus dem House of Screams in ein Cafè oder einfach nur ins Arbeitszimmer (= Schlafzimmer; wir erinnern uns: Zwei-Eltern-Zwei-Babies-Zwei-Katzen - - Drei Zimmer), der Mann des Hauses komponiert und arrangiert in seinen freien Stunden zusätzlich noch Projekte für die Schule vor sich hin.

In Euses Vormittags/Mittags-Abschnitt z. B. fällt ein kleines Vormittagsnickerchen der Knilche (= RasurDuscheAufräumenFrühstück), 1 bis 2 Stunden Literarische Lesung („Esel. ESEL. Iiiii-ahhhhh. Esel. - - - Grunz. Grunzgrunzgrunz - - - ), rhythmische Tanzchoreografie (Tschaikowsky hat sich das alles vermutlich ganz anders vorgestellt) Arbeit als Bewegungsanimateur („Du KANNST Dich nicht auf sie draufrollen! Nein! Nein! Kannst Du nicht! Komm h - - - , ja dann heul doch. Depp.“), und berufliche Mails und Telefonate. („Ja, Grüßgott, hier ist Euse. Wir hatten ja besprochen dass ich Dir bis nein Du darfst ihm nicht einfach so ins Gesicht fassen, Du weißt doch, dass er das siehst Du jetzt weint er schon wieder ja danke auch 25. Februar den ersten Entwurf schicke, jetzt wollte ich Dich fragen, ob’s okay ist wenn daaa-da-da-DA!DA!DA!DA! DAH! DAH! mein Gott, Kind ja entschuldige, jetzt bin ich wieder dran, ich habe nur eben noch mit Sohn! Ermanne dich!, Papa ist ja da, ja der ist da, da ist er Papa, schau, da ist der Papa, da ist der Papa, ja schau, DA ist der Papa (aus der Ferne sehr leise:) Hörst Du mich noch? Doch, ich bin noch dran, ich trag bloß den Dicken mit rum weil der NAAAAAIN, nicht auf den Hörer, wir haben dich doch vorhin erst gebäuert, was glaubst du, was passiert, wenn Deine Magensäure in den Hörertuuuut tuuuut tuuuuut tuuuuut tuuuuut tuuuuuuut tuuuuuut).

Ja, und eben das Spazierenfahren im Kinderwagen. Bei Depp lassen wir oben das Verdeck zu, der pennt felsenfest, sobald er an der frischen Luft ist; bei der Kröte lassen wir es meistens offen, weil sie so gerne die Baumkronen anbellt. Wir haben noch kein besseres Wort dafür gefunden. Sie liegt da, guckt nach oben in die Bäume, lutscht auf ihren Lippen rum, kriegt einen leicht dimensionsverschobenen Blick, dann weißt Du, jetzt bereitet sie wieder was vor, und dann bellt sie die Bäume an. Nicht, dass wir besagten Laut nicht auch bei den anderen Babypaaren gehört hätten. Aber nicht im regelmäßigen Abstand von ca. 5 Sekunden über 20 Minuten hinweg, sobald sich der erste unschuldige Strauch in ihr Gesichtsfeld schiebt.

Zudem haben wir beide in unserer Babyphase mindestens eine Fütterung, die wir alleine machen. Du brauchst schon ausgefeilte und erprobte Techniken, um zwei Babies mit dem Fläschchen, vor allem aber mit dem Brei gleichzeitig zufriedenzustellen. Gerade beim Brei meint Kröte, noch a paar Stories vo da wuidn Sau erzähln zu müssen (mit Löffel und Essen im Mund) und wenn es dann bei Kröte deswegen länger dauert, fängt Depp wieder das Heulen an, weil er schon wieder vergessen hat, dass er vor 7,5 sec. und den 7,5 vorher und auch den 7,5 vorher etc. ja immer wieder was bekommen hat. Wir Zwillingseltern sind echt abgewixte, knochentrockene Teufelskerle mit Nerven wie Stahlseile.

Ab 19 Uhr geht es dann ins Bettchen. Fütterung (auch wieder ein Brei mit dabei, ich hasse Brei), Wickeln, dann Gute-Nacht-Zeremonie („Gute Nacht, Garten, gute Nacht, Sterne, gute Nacht Kätzchen – [Gute-Nacht-Lied am Klavier] gute Nacht Flügel, gute Nacht Musik – gute Nacht München, gute Nacht Nachbarn, gute Nacht, John-Boy (Ha! Wollte nur testen, ob Ihr einfach so drüberlest!)“), dann ins Bett, wobei noch zur Beruhigung ein Wiegenlied erklingt, bevor dann zumeist Celeb noch im dunklen Schlafzimmer bleibt, bis das Wurschteln in den Schlafsäcken aufgehört hat und besonders das „Pdung! - - - - Pdung! - - - - Pdung!“ von Depps strammen Beinchen, die er in die Luft hebt und dann mit Karacho auf das Bett knallen lässt, und natürlich auch Krötes freundliche Gesänge, mit denen sie ihren Schnulli in den Schlaf singt, den sie aus dem Mündchen genommen hat und nun zärtlichlich betrachtet. Dann, wenn die Atemzüge geichmäßig geworden sind, stiehlt sich Celeb wieder heraus und zu Euse ins Wohnzimmer. Es ist gegen 20.30 Uhr, ihre freie und vor allem wenige gemeinsame Zeit. Die Kuscheltiere und Spielsachen zu ihren Füßen sind alle verklebt mit Sabber und milchiger Spucke. Das alles jetzt noch aufräumen... Ja, früher hat man das mal gemacht, erinnert man sich noch abgeklärt lächelnd. Inzwischen bleibt einfach alles liegen wo es ist. Früher hatte man noch versucht, das Wohnzimmer für ein paar wenige Stunden nochmal nach einem „ganz normalen“ Wohnzimmer ausschauen zu lassen. Für diese billige Illusion hat man wertvolle fünf Minuten vergeudet. Nie wieder. Was liegt, liegt. Was klebt, klebt.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 21.01.2014, 08:53                                  +/-

Ich kann nicht mehr grins


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Sunny



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BeitragVerfasst am: 21.01.2014, 08:53                                  +/-

Das ist alles so wahr. Yes

*geschrieben zwischen dem ersten Wickeln das Tages und der Freude über weiche Kakka und dem zweiten Umziehen, weil sie mal wieder alles vollgespuckt hat*


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Shut up, Crime!
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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 21.01.2014, 08:55                                  +/-

Okay, ich bin raus. Kinder? Vergiss es doch einfach! Schön, dass ihr welche habt. Celebreuse sogar zwei. Das muss reichen, um die Menschheit zu erhalten.


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Athene



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BeitragVerfasst am: 21.01.2014, 09:02                                  +/-

Oxford
Okay, ich bin raus. Kinder? Vergiss es doch einfach! Schön, dass ihr welche habt. Celebreuse sogar zwei. Das muss reichen, um die Menschheit zu erhalten.


Das unterschreibe ich so


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 21.01.2014, 09:12                                  +/-

Athene
Oxford
Okay, ich bin raus. Kinder? Vergiss es doch einfach! Schön, dass ihr welche habt. Celebreuse sogar zwei. Das muss reichen, um die Menschheit zu erhalten.

Das unterschreibe ich so

Dito. Jetzt erst recht. Yes

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 21.01.2014, 09:25                                  +/-

Ich sitze hier gerade beim Mini-Frühstück und amüsiere mich ebenfalls köstlich. Beschreibe ich den ganzen Babykram wohl etwas - - einseitig? grins
Ich habe grade die geilste Zeit ever, vielleicht kommt das nicht so rüber. Ich setze demnächst andere Schwerpunkte...


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Athene



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BeitragVerfasst am: 21.01.2014, 09:31                                  +/-

Das ist mir einfach zu viel Scheiße. Verlegen


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