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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 28.02.2014, 16:55                                  +/-

Dto. hähö Genauso kenne ich es auch.

Gepostet am 28.02.2014, 16:56:

Prima. Was, wird so natürlch keiner mehr erfahren. Anscheinend bin ich die Faschingsvertretung für Thanil. Geschockt


_________________
"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)
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Euseppus



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Wohnort: Winterkatingen
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BeitragVerfasst am: 02.03.2014, 17:10                                  

Musik für Babies – wie schlimm ist es wirklich?

Überhaupt nicht schlimm – wird darauf Familie Jedermann zu antworten wissen. Schlimmer, viel schlimmer ist es, wenn Sie Berufsmusiker sind. Noch viel viel schlimmer ist es, wenn sogar beide Elternteile ausgebildete Berufsmusiker sind. Die Beurteilung der ästhetischen Qualität von Musik für Babies gelingt vielleicht eindeutiger, wenn wir Produktinformationsbeschreibung und Musikerurteil nebeneinanderschalten:

Baby-Spieluhr
Klipsen Sie die Spieluhr einfach an den Spielebogen Ihres kleines Lieblings; wenn Ihr süßer Schatz darunterliegt, kann er nicht nur die daran befestigten, flauschigen Accessoires befühlen, sondern auch Heinz Rühmanns unglaublich herziges Schlaflied „La-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu“ ganz nah an seinem Ohr im typisch kleinkindlichen Spieluhrensound hören. Baby ist beruhigt und unterhalten zugleich, da freuen sich auch Mama und Papa!



Erfahrungsbericht/Musikerurteil:
Die Subdominante!!!, die Subdominante!!!! Verdammt! An die Stelle gehört die Subdominante!!!! Im Original ist es F-Dur!, F-Dur!, „wenn die kleinen Baaaabies DA-DA!“, genau DA-DA! gehört F-Dur hin! Ja hatten die kein Geld für F-Dur??? Ist G-Dur billiger oder was?! AArgh!, ich wird noch wahnsinnig! Und wie selig der Kleine drunterliegt!! Wie kann der ausgerechnet - – jetzt!, schon wieder, „wenn die kleinen Baaabies - - - - „ - - - Gottseidank. Aufgehört. Genau an der richtigen Stelle. Da ist ja nochmal - - - Aahhh! Jetzt weint der Kleine!!! Rassel? - - Nein, hm, Schnulli? - - Auch nicht, vielleicht könn - - - ...... *seufz*
(Geräusch des Aufziehens einer Spieluhr.)
... DA-DA!!!



Elektronische Babywippe mit Musik
Geeignet für Babies im Alter von 3 bis 9 Monaten.
Die Babywippe ist in fünf Schaukelgeschwindigkeiten einstellbar, bei der integrierten Musik im Xylofon-Sound können Sie zwei verschiedene Lautstärken wählen. Erleben Sie, wie Ihr kleiner Schatz sanft gewiegt und zu entspannender Musik ins Land der Träume hinüberschlummert.



Erfahrungsbericht/Musikerurteil:
Ein ganz wundervoller Kauf! Wir waren beide ganz überrascht, in so einem profanen Gerät Musik anzutreffen, die offenkundig vom musikalischen Top-Handwerker hergestellt worden ist: In einem der Stücke findet sich ein kleines kontrapunktisches Moment a la Johann Sebastian Bach; in gleich mehreren weiteren Stücken mediantische Akkordrückungen, die man vielleicht bei einem reifen Schubert, aber bestimmt nicht bei Dingeldangel-Musik zur Babywippe erwartet hätte; ein Stück ist sogar in Form einer Passacaglia komponiert, was bedeutet, dass zuerst ein Durchgang nur mit Akkordbegleitung kommt, auf die in der Wiederholung eine relativ komplexe Melodik gesetzt ist. Da wurde offensichtlich ein Tonsatz-Profi angeheuert, der hier nebenbei große Kunst aus dem Ärmel schüttelte, ohne, dass der Laie das bemerkt. Ganz fantastisch. Wir haben jetzt schon mehrmals gute Freunde aus unserem Philharmonie-Zirkel abends zu uns eingeladen, mit denen wir dann, einen guten Chianti in der Hand, schweigend vor der Babywippe sitzen, die uns, oben auf dem Konzertflügel aufgestellt, ihre köstlichen Opera zum Besten gibt. Alle sind ganz begeistert, dass sich auch im Unscheinbarsten und Kleinsten so manches Mal das ganz besonders – achja, „Kleinsten“, - apropos: Für die Babies ist das nichts. Die haben die wenigen Male, wo sie drinsaßen, nur geheult. Wir haben sie natürlich trotzdem dringelassen, man muss sie ja gleich von Anfang an an Qualität gewöhnen, nicht wahr. Missratene Gören. Werden wahrscheinlich später mal Bauarbeiter. Am liebsten – ah: Es klingelt. Schatz? Steht der Chianti schon bereit?


Elefanten-Spieluhr
Ziehen Sie an dem kleinen, blauen Stoff-Elefanten und Ihre kleinen Lieblinge werden mit dem „Wiegenlied“ („Guten Abend, gut’ Nacht“) von Johannes Brahms im Glockenspiel-Klang beschwichtigt und beruhigt.



Erfahrungsbericht/Musikerurteil:
Am Anfang war alles noch in Ordnung. Also, der Elefant war in Ordnung. Klar, für Berufsmusiker ist diese Beschallung mit diesem Xylofon-Modus eine Strafe, aber man gewöhnt sich ja an alles. Ist ja auch alles zum Besten der Kinder, nicht wahr? Ich meine: Hauptsache, ist zum Besten für die Kinder, oder? Stimmt doch? Oder?
Haben auf jeden Fall Gernot und Claudia zu uns gesagt. „Nein, kommt doch, hört doch auf“, hat Gernot noch gelacht, „wir werden jetzt unseren Korsika-Urlaub nicht absagen, nur weil Ihr zum Wickeln Euren Kleinen was aus so ner Spieluhr vorspielt.“
Hat Gernot noch gesagt. In der Ferienwohnung war auch alles prima. Gernot und Claudia nur einen Balkon über uns, wir beide mit den Babies in einem schönen Appartement, alle jeden Tag am Meer. Super.
Bis zu der Sache mit dem c2. Das c2 begann, sich nach zwei Tagen komplett zu verstimmen. Ich würde mal sagen, das war nicht ganz ein Halbton nach oben. Wenns ein richtiger, regulärer Halbton gewesen wär, dann wäre das zumindest noch irgendwie tonal gewesen. Aber nein, das war irgendwie so ne Intonation zwischen einem Viertelton und einem Halbton. Das konntest du dir auch nicht mehr zurechthören. Das war ästhetisch so, als ob jedesmal beim c2 jemand eine Zitrone in 10.000-facher Lautstärke in Deinem Ohr zerquetscht:
„Guten Aabend, gut Nacht, mit PFRMTSCH!!!!!!!!!-en bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf uuunter diePFRMTSCH!!!!!!!!!
Morgen PFRMTSCH!!!!!!!!!, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt, morgen PFRMTSCH!!!!!!!!!, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt.“
Claudia, Solo-Cellistin im Symphonieorchester Bregenz, war die Erste und hat sich am Tag 6 einfach aus dem Fenster gestürzt, gerade da, als ich die Kleine gewickelt habe. Ich kleb gerade die Pampers zu („Morgen PFRMTSCH!!!!!!!!!, wenn Gott will“), fliegt Claudia an unserem Fenster vorbei. Einfach so. Der blaue Elefant saß hinter Babys Kopf und grüßte freundlich nach draußen. Gernot, Opernchor Stuttgart, kam am nächsten Tag nicht mehr vom Baden zurück. In beider Appartment haben wir unter unzähligen blutigen Ohrstöpseln sowas wie einen Abschiedbrief gefunden. „Sucht nich nach mir i will wohin wos ganz still is still ganz still Gernot.“
Das Schlimmste stand uns aber noch bevor. Als meine Frau bei der Abendwickelung den blauen Elefanten aufzog, da hatte sich das c2 einfach verabschiedet. An seiner Stelle erklang der Harmonieton drunter, den man bisher natürlich nicht aktiv gehört hatte und der auch nicht als Melodieton gedacht war. Auch nicht von Brahms. Das ist – für Laien erklärt – vom Effekt auf einen Musiker her so, als ob an der Stelle anstatt des zu erwarteten Tones auf einmal ein Sub-Bass von den Don Kosaken die Silbe singt:
„Morgen FRÖÖÖÖ, wenn Gott will, wirst Du wieder geweckt, morgen FRÖÖÖÖ...“


Was nutzt es. Die Kleinen kannst Du ohne ihren Klang aus dem blauen Spielzeug-Elefanten einfach nicht mehr wickeln. Und wickeln müssen wir sie. Man kann sie ja nicht in den Fäkalien liegen lassen, bis die Windel sich von selber zersetzt. Haben wir also stoisch weitergemacht, machen wir jetzt immer noch, längst wieder zuhause. Wie oben gesagt: Man gewöhnt sich an alles, man muss abstumpfen, um weiterleben zu können.
Neulich war ich mit einem Kumpel in der Neubausiedlung unterwegs, wir gehen so und auf einmal schaut er mich an und ich frag ihn „Was denn?“, und er: „Sag mal, wir gehen hier live an der Sprengung eines Hochhauses vorbei und du zuckst nicht mal dabei?“
Und ich: „Was für ne Sprengung?“


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"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)

Zuletzt bearbeitet von Euseppus am 02.03.2014, 19:06, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Sunny



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BeitragVerfasst am: 02.03.2014, 17:23                                  +/-

Euseppus
[b
Die Subdominante!!!, die Subdominante!!!! Verdammt! An die Stelle gehört die Subdominante!!!! Im Original ist es F-Dur!, F-Dur!, „wenn die kleinen Baaaabies DA-DA!“, genau DA-DA! gehört F-Dur hin! Ja hatten die kein Geld für F-Dur??? Ist G-Dur billiger oder was?! AArgh!, ich wird noch wahnsinnig! U
[/i]


Ich versteh hier zwar auch nur Bahnhof, aber genau diesen Rant darf ich mir auch jeden Abend anhören. Aber nicht wegen unserer Spieluhr, die spielt La Le Lu nämlich richtig, sondern wegen mir, wenn ich versuch das mitzusingen. Bekackte Subdominante


Und ja, die machen das tatsächlich wohl so, weil es billiger ist. Das echte Lied zu lizenzieren kostet wohl heftig viel Geld, da ist es billiger einfach nur eine "ähnliche" Version einzubauen und sich die Lizenzgebühren zu sparen.


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Shut up, Crime!
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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 02.03.2014, 17:26                                  

Euseppus

„Morgen FRÖÖÖÖ, wenn Gott will, wirst Du wieder geweckt, morgen FRÖÖÖÖ...“


Ich habe dazu sogar das passende Bild vor Augen:


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 02.03.2014, 18:39                                  

@Loth: Perfekt. Spitze hähö

Einen hab ich noch. Ein Text, der inhaltlich eigentlich in die ersten drei, vier Monate gehört.


Meine Babies in Listen III:
Was man alles mit nur einer freien Hand tun kann



1. Mit der freien Hand die musizierende Katze durch die Terrassentür hereinlassen

2. Mit der freien Hand die beiden Milchfläschchen für die Babies anrühren, während das andere Baby im Wohnzimmer schreit

3. Mit der freien Hand die andere musizierende Katze hereinlassen, während die erste Katze bereits wegen Futter in der Küche rödelt und das Baby im Wohnzimmer schreit, mit dem Mund zwei Schnuller vom Tisch aufnehmen und an die Finger der anderen Hand stecken, für später

4. Mit der freien Hand das Baby im Wohnzimmer trösten und mit einem Fuß das Tuch über die Speichellache am Boden wischen

5. Mit der freien Hand die beiden musizierenden Katzen in der Küche füttern, mit dem Mund einen der beiden Schnuller vom Finger ziehen und dem schreienden Baby im Wohnzimmer in den Mund stecken

6. Mit der freien Hand die beiden Milchfläschchen warmmachen, mit einem Fuß den komplett verblödeten Katzen die Terrassentür wieder aufmachen

7. Mit der freien Hand im kunstvollen Griff beide Milchfläschchen nehmen, das Baby in der anderen Hand wippen, weil es nun vor Hunger schreit, mit einem Fuß den Stuhl so verschieben, dass man sich drauf setzen kann, mit dem anderen Fuß die Terrassentür wieder schließen

8. Mit der freien Hand die Milchfläschchen abstellen und stattdessen ein Spucketuch nehmen und das Gesicht des Babies auf dem anderen Arm und den eigenen Ärmel von Halbverdautem befreien, mit einem Fuß einer der beiden verschissenen Dreckskatzen wieder die Terrassentür aufmachen, mit dem anderen Fuß das Babyspielzeug in Tischnähe beiseiteschieben, mit dem anderen Fuß die Sabberlätze mittels der Zehen aufnehmen und auf den Tisch werfen, das Handy bimmeln lassen

9. Mit der freien Hand die Sabberlätze beiden Babies anlegen, mit der anderen Hand die Milchfläschchen gut durchschütteln, mit der anderen Hand gegen das Glas vor der draußen musizierenden Katzenpratze schlagen, mit dem einen Fuß die Sabberlätze auf dem Tisch bereitlegen, mit dem anderen Fuß das Licht am Lichtschalter etwas dimmen, das Handy bimmeln lassen, mit dem anderen Fuß den anderen Katzeneumel von den Milchfläschchen verjagen

10. Mit der freien Hand die Glasscherben und die Milch vom Tisch wischen, mit dem Mund den verbleibenden Schnuller vom Finger der anderen Hand angeln und dem schreienden Baby mit der anderen Hand in den Mund stecken, mit der anderen Hand in der Küche die Babymilch nochmal neu anrühren, dafür mit der anderen Hand Milchpulver aus dem Keller holen, mit der anderen Hand die andere musizierende *****-Katze auch noch hereinlassen, mit der anderen Hand die Gelben Seiten nach „Tierheim“ durchsuchen, anmarkern und die Seite zur Erinnerung kunstvoll Origami-gefaltet auf den Tisch stellen, mit dem einen Fuß die Milch für die Katzen aus dem Kühlschrank holen, mit dem anderen Fuß öffnen, sie ihnen mit dem anderen Fuß über die beiden blöden Pelzköppe kippen, mit dem anderen Fuß das bimmelnde Handy abnehmen, mit dem anderen Fuß ein neues Babyoberteil für das vollgekotzte aus dem Regal holen, sich mit dem anderen Fuß die schiefe Brille wieder zurechtrutschen, sich mit dem letzten Fuß ins Pub vorne am Eck setzen, „Scheff, ein Helles per favore“, sich mit der letzten Hand im Schritt kratzen und kurz, mit leisem Kichern, dran denken, was die anderen alle gerade, mit dieser Riesensauerei im Wohnzimmer, so alles an der Backe haben. Arme Schweine.


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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 02.03.2014, 19:09                                  +/-

hähö

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 02.03.2014, 21:49                                  +/-

Lothiriel
Euseppus

„Morgen FRÖÖÖÖ, wenn Gott will, wirst Du wieder geweckt, morgen FRÖÖÖÖ...“


Ich habe dazu sogar das passende Bild vor Augen:



grins grins grins Stern! Die Euse beim Kinder in den Schlaf singen rolling on the floor...


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 03.03.2014, 16:20                                  +/-

Mir sind diese Beiträge zu lang. Ich brauche Summarys, bitte.


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You met me at a very strange time in my life.
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Erinti



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BeitragVerfasst am: 03.03.2014, 16:40                                  

Euse hat Zwillinge.


Nichts zu danken.


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How many miles to Babylon?
Three-score and ten.
Can I get there by candle-light?
Yes, there and back again.
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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 03.03.2014, 20:52                                  +/-

Euseppus
Meine Babies in Listen III:
Was man alles mit nur einer freien Hand tun kann

hähö

Aber komm, Euse, da geht doch noch was!


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 03.03.2014, 20:53                                  +/-

Hab ich doch geschrieben:
das war der Stand von vor 4 Monaten. hähö


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 03.03.2014, 21:05                                  +/-

Ah, übersehen.
Damit wär dann auch geklärt, wie du es schaffst arglosen Besuchern binnen 5 Sekunden die dreifache eigene Leibeshöhe an Büchern und Filmen in die Hände zu schaufeln. hähö

(Smilie)

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 03.03.2014, 21:07                                  +/-

Und dabei war ich da schon müde. grins


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 03.03.2014, 21:39                                  +/-

Und krank!
(Mehr hätt aber eh nicht ins Auto gepasst hähö)

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 08.03.2014, 21:23                                  +/-

Woran erkennt man Eltern?

Der Zug ist vollbesetzt und der Mann hastet durch den Gang, ein jedes Sechserabteil durch die Glasscheibe kurz abcheckend: Wo ist noch Platz, wo kann er sich noch hinzusetzen? Die Fahrt ist lang, noch viele Stunden, und er hat nur dieses eine Mal nicht reserviert.
Ha!, dort drinnen ist noch ein Platz frei! – nein, das sind lauter Rocker und versiffte Gestalten, nein, da möchte er nicht hinzu. Weiß der Geier, was ihn dort erwartet. Aber da – ja wunderbar:
Eine nette Runde von zwei Frauen und drei Männern, alle in den frühen Dreißigern, schätzungsweise Akademiker. Lachfältchen ziehen sich während einer anregenden Konversation sympathisch in die Breite dort drinnen, hier will er es sich nun bequem machen.
„Entschuldigung, ist hier noch frei?“
Ja, es ist noch frei, man bittet ihn an den freien Mittelplatz, wo er es sich in der Enge des Raums umständlich bequem macht.
Die fünf sympathischen Leute beugen sich gerade über einen kleinen Laptop, den der Mann von seinem Platz aus nicht einsehen kann. Es scheint um irgendeine Art von Bildkomposition zu gehen, die alle Anwesenden verschiedentlich bewerten.
„Ich hätte vor allem die hellere Spitze mehr in den Fokus gerückt – ah, sagen Sie mal, was meinen Sie denn dazu?“
Der Mann merkt erst gar nicht, dass seine Meinung gefragt ist, beugt sich dann aber höflich nach vorne, um einen Blick auf den Laptop zu erhaschen:
Dort erwartet ihn das Bild eines Kackhaufens vor offenem Fenster.
Er blinzelt.
Er blinzelt nochmal.
Er blickt seine Mitreisenden an:
Alles freundliche Menschen, vermutlich Hochschulabschluss, aufmunternd lächelnde Mienen.
Er blickt nochmal auf das Bild mit dem Kackhaufen.
Der Hals wird ihm trocken, als er etwas sagen will.
Unwillkürlich blickt er auf die Uhr.
„Fahren Sie wohl auch bis Jena? Noch sechs Stunden – meine Güte, diese Zugfahrt dauert echt ewig, oder?“
Er nickt. Aber er hat noch keine Ahnung, wie lange diese Fahrt wirklich für ihn dauern wird. Denn ihm ist nicht – so wie Ihnen – klar, dass er hier ein echtes Stück Exkremental-Fotografie vor sich hat. Er weiß noch nicht – im Vergleich zu Ihnen -, dass er hier mitten in ein Nest gestolpert ist – ein echtes Nest voller - - Eltern!
Er weiß noch nicht, wie viele Komplimente von ihm erwartet werden wegen Püpsen, Rülpsern, motorisch lächerlichen Bewegungen und die Ästhetik der Akustik verhohnlachenden Lautäußerungen, er weiß noch nicht, dass er in Jena debil lächelnd und frühzeitig am Haupthaar erbleicht aus diesem Zugabteil aussteigen wird.
Und darum ist es so wichtig, und darum haben Sie diesen Kurs belegt, darum müssen Sie unter all den unzähligen Menschen um Sie herum immer den gemeinen Elter ausfindig machen können, er darf sich vor Ihnen nicht verstecken können, denn – und Sie haben es eben wieder bestätigt bekommen – manchmal ist es überlebenswichtig!
Werden Sie einer von uns:
Werden Sie – zum Parenthunter!

Doch: Woran identifiziert man ihn, den gemeinen Elter?
Wir haben verschiedene Szenarien entworfen, anhand derer Sie üben können, Eltern an vielleicht zunächst unauffälligen, doch letztlich signifikanten Details zu erkennen.

Szenario A:
Sie sind auf einer großen Halloweenparty; unter all den verkleideten Horrorfratzen befindet sich genau ein Elter:
Welcher ist es?
Ist es die Hexe mit den großen Warzen auf Gesicht und Händen, dem scheelen Blick und der alten, modrigen Kutte? Ist es der eklige Zombie mit den Gedärmeflecken überall, mit den blutunterlaufenen Augen und den eckigen Bewegungen? Oder vielleicht doch der Werwolf dort drüben, überall behaart, mit fiesen schwarzen Augen und scharfen, riesigen Krallen?

Antwort:
Schauen Sie nochmal genau hin. Schnuppern Sie! Riechen Sie es? Den alten Schweiß? Und jetzt hören Sie genau hin: Die hysterische Lache? Von jemandem, der sonst nie unter Leute kommt? Richtig! Das da ist gar kein Kostüm! Der Zombie – ist ein Elter! Die blutunterlaufenen Augen: Das ist gar keine Schminke, und der verblichene Streifenpulli samt Jeans: Anzeichen für einen Elter, der eben noch schnell zur Party gehastet ist, natürlich keine Zeit für irgendein Kostüm hatte und jetzt mit seiner peinlich lauten Lache und seinen unkontrollierten Bewegungen die Hexe und den Werwolf sich verunsicherte Blicke zuwerfen lässt, während er sie mit Sekt beschüttet, ohne es zu merken. Die Gedärmeflecken sind natürlich – unnötig zu erwähnen – die Babybreie der letzten zwei Wochen und seine Bewegungen der rechten Hand deswegen motorisch so unmotiviert, weil er durch das ständige Babytragen in der Armbeuge keine Gefühl mehr für seinen Muskelapparat hat.
(Achja, der Werwolf ist auch echt. Aber das ist eine andere Geschichte.)
Sie sehen also: Alle Anzeichen für den Elter waren da.
Sind Sie jetzt ein wenig warmgelaufen?
Versuchen Sie sich an einem komplizierteren Szenario, das gerade in seiner Alltäglichkeit durch Abgründigkeit überrascht:

Szenario B:
Es ist später Abend, Sie sind in der Wohnung eines alten Freundes, der zu ein paar Flaschen Bier geladen hat. Schließlich werden Sie Zeuge einer Szene im Wohnzimmer, wo fünf der Jungs lachend um einen Laptop herumlümmeln, auf dem Babyvideos laufen. Ein sechster steht auf und verlässt den Raum: „Boah! Nach einem ganzen Tag voll mit Real-Life-Baby, jetzt noch Video-Baby? Boah, echt, das pack ich nicht. Nix für ungut, machts gut!“
Wer von den Sechsen ist der Elter?

Antwort:
Jetzt sind Sie reingefallen, oder? Nein, es ist nicht der, der geht: Es sind die fünf Jungs vor dem Laptop, die da gerade den jeweils anderen ihre Babyvideos vorspielen! So bizarr das auch klingen mag: Nach einem ganzen Tag voller Windelwechseln, Füttern, Herumtragen, Trösten, An- und Ausziehen, Streicheln, Bespielen, Besingen und Spuckewegwischen, nach einem ganzen Tag voller Baby, dem nun endlich ein „freier Abend“ folgt, einem Tag, der sie in halbdebile Zombies (s.o.) verwandelt hat – nach so einem Tag haben Eltern nichts Besseres zu tun, als ihren eben endlich und Gottseidank eingeschlafenen Nachwuchs auf Fotos, Audiomitschnitten und Filmen mit großen, ungläubigen Augen anzustaunen.
Wie Sie da hätten drauf kommen können? Schauen Sie nochmal ganz genau hin: Der breitschultrige Kerl am Eck, der Bärtige in der Mitte, der freundlichen Softie neben ihm, der Geschleckte, Typ „Aufreißer“ direkt am Laptop und der Yuppie an seiner Seite – sehen Sie den Jungs mal in die Augen! Sehen Sie’s? Tränen. Diese Männer wären jetzt im Stande, sofort nach Hause zu rasen, ins Babyzimmer zu stürmen, ihren im Schlafe milde vor sich hin schäumenden Nachwuchs aus dem Bett zu reißen und ihm mit roten Augen in das schlaftrunkene Gesichtchen zu kreischen: „Der Papi hat Dich lieb, weißt Du das, Schatzebär? Der Papi hat Dich ganz ganz furchtbar lieb!! So lieb hat Dich der Papi, weißt Du, sooo furchtbar lieb, mein kleiner süßer Schatz, mein Wutziputzischnutzidutziprutzi - - - „
Eltern sind Junkies. So lange Sie das nicht verstanden haben, werden Sie einen Elter nie ausfindig machen können. So lange Sie das nicht verstanden haben, werden Sie kein Parenthunter sein.
Eltern.
Sind.
Junkies.
Lernen Sie das. Sonst sind Sie beim nächsten Mal vielleicht zu spät dran, wenn es darum geht, das Schlimmste zu verhindern. Wie zum Beispiel in unserem nächsten Szenario.

Szenario C.
Sie sind Teil des Teams. Sie hätten sich das nie im Traum vorstellen wollen, aber nun ist es Wirklichkeit: Sie sind im Team.
Und es ist das beste Team der Welt, perfekt vorbereitet, monatelanges, hartes Training, Ihr kennt Euch in- und auswendig, Ihr habt alle Schwierigkeiten, alles Klippen, alles Tests, alle harten Zeiten gemeinsam durchgestanden, das schweißt zusammen. Und: Ihr seid alle die totalen Experten. Die NASA hat Euch auf der ganzen Welt zusammengetrommelt, Ihre Teamkollegen sind aus Indien, USA, Japan, Frankreich und Russland, Ihr wurdet geholt, als die Sache klar war: Der erste extraterrestrische Kontakt. Nur die Besten der Besten, das perfekte Team, sollte die Kommunikation übernehmen.
Und jetzt steht Ihr da nebeneinander auf der Waldlichtung, als von dem riesigen weißen Ding da vorne mit den irre vielen gleißenden Lichtern eine Art Laderampe herunterfährt, auf dem ein kleines, unsäglich hässliches, verschrumpeltes Ding steht, ein Ding mit unzähligen Insektenaugen, ekligen, schwarzen Haarbüscheln an verschiedenen Körperstellen und einem missgeformten Rüssel am Kopf, ein widerliches Stück außerirdischem Lebens, das Euch höchstens bis zu den Knien geht.
„Ein kleiner Schritt für einen Menschen...“
Ihr habt Euch alle schon längst gemeinsam den neuen Satz überlegt, den Satz, den die Menschheit noch in Jahrtausenden kennen wird als den Satz, mit dem der Mensch in die Gemeinschaft des Lebens im All aufgenommen wurde. Und nun kommt dieses kleine Bröckchen mit irritierend ungelenken Bewegungen auf Euch zugehumpelt, wobei es eine ekelerregend dampfende Schleimspur am Waldboden hinterlässt.
Ihr erinnert Euch an alles, was Ihr gelernt habt, an alle Notfallszenarien, Protokolle, das physische Training, Ihr wisst, Ihr seid bereit, und nun endlich - - -
Da löst sich Dmitri Bentigonov aus Eurer bewegungslosen Reihe, lässt seinen weißen Koffer fallen, läuft mit hochgerissenen, in der Luft bizarr herumschlenkernden Armen und unter seltsamem Gehüpfe auf das Alien zu, bei diesem angekommen, strubbelt er ihm auf dem pusteligen Kopf herum, nimmt es hoch, piekt ihm zärtlich in den Rüssel und schreit mit sich überschlagender Stimme: „Der Papa is ja da!, ja schau: Der Papa is da!, der Papa!, ja schau nur, ja guck, ja mei!, der Papa!, ja gell, ja schau, der PAPAA, der PAPAA!!!!, der PAPAAA!!! - - -„
Eine Woche später, die Menschheit ist größtenteils eliminiert und Sie warten in Ihrem Loch darauf, zu Alienfutter verwertet zu werden, fragen Sie sich: „Hätte ich das irgendwie kommen sehen müssen?“

Antwort:
Mann: Ja.
Logisch.
Anfänger.
Wir drehen nochmal die Zeit zurück.
Sie stehen neben Ihrem Kollegen Pentigonov, einem erfahrenen Astronauten, einem Veteranen, der schon zwei schwere Unfälle im All überstanden hat, und sehen gerade die Laderampe des UFOs herunterfahren. Diesmal beobachten Sie aber Pentigonov von der Seite sehr genau:
Sobald das zu klein geratene Alien dort vorne sichtbar wird, erkennen Sie ein Schlucken an seinem Adamsapfel. Als das Alien am Boden ankommt, schließt und öffnet Pentigonov ein paar Mal reflexhaft beide Hände, die Gesichtshaut bekommt rote Flecken. Als sich das Alien auf Euch zubewegt, steigen ihm Tränen in die Augen und er beginnt lautlos etwas zu flüstern; Sie können zwar nicht verstehen was, aber es sind immer wieder die gleichen Silben.
Erinnern Sie sich an die Lektion vorher?
Eltern sind Junkies. Und der Stoff, der in ihnen wütet, das sind Hormone. Und das Hormon: Vor dem sind alle Eltern gleich, Mann und Frau, jung und alt - der Stoff fließt durch ihre Venen. Pentogonov konnte nichts für sein Verhalten, niemand hätte etwas daran ändern können – außer dem Parenthunter.
Er hätte es wissen müssen:
Sobald der Elter etwas unter 60 cm mit menschlichen Extremitäten erblickt, ist es um ihn geschehen.
Das.
Hormon.
Schlägt.
Zu.
Peng.
Sie haben versagt.
Vielleicht brauchen Sie einfach die ultimative Herausforderung, die absolute Challenge?
Bitte sehr, sie wartet auf Sie in

Szenario D:
Sie sind im Abschlusstest der Parenthunter-Prüfung. Um Sie herum sind 10 andere Parenthunters, die ebenfalls ihres Abschlusses harren, Sie alle aber müssen sich der letzten Aufgabe stellen: Einer von Ihnen – ist ein Elter!
Und so sitzen Sie alle in sich ständig wechselnden Gesprächsgruppen zusammen und versuchen, durch oberflächlich nach Smalltalk klingenden Fragen herauszufinden, wer unter ihnen das faule Ei ist, der Verräter – der Elter!
Sie selber haben sich einen kleinen Kniff zurechtgelegt: Um während der Gespräche möglichst unbeteiligt zu wirken, gucken Sie immer wieder auf ihr Smartphone, mal kürzer, mal länger, und beobachten in dieser Zeit immer die anderen skeptisch aus den Augenwinkeln. Alle verhalten sich scheinbar normal. Aus den Lautsprechern neben Ihnen wummert Death Metal aus den 80er Jahren. Sie beschließen, in die Offensive zu gehen und sprechen von sich aus einen anderen Parenthunter-Anwärter an, den schlaksigen mit den großen Brillengläsern:
„Ey, wie is’ es denn bei Dir? Ich meine, willst Du Parenthunter werden, weil Deine Eltern es wollen, oder ist das was, was Du Dir selbst für Dein Leben vorstellst? Ich meine, bei mir is’ das echt ein großes Ding, weißt Du? Also, um ehrlich zu sein, und jetzt musst Du mir einfach mal glauben –„
Ein gellender Schrei unterbricht Ihren Konversationsversuch, ein Schrei, der vom anderen Ende des Raumes zu Ihnen herüberdringt und alle anderen Gespräche auf der Stelle verstummen lässt:
„Der Elter! Da! Seht doch! Seht doch! Seht ihr’s nicht? Schaut doch hin! DA!!!“

Na? Wissen Sie’s schon?

Antwort:
Überrascht blicken Sie in die Richtung des Schreis – und sehen einen Finger, einen Finger, in den Raum gerichtet, alle folgen ihm mit ihren Blicken – der Finger zeigt auf Sie!
Ja – Sie! Sie selbst sind der ehrlose Elter, der sich eingeschlichen hat in die Reihen achtbarer Parenthunters!
Lange konnten Sie Ihr wahres Selbst verbergen:
Das von der Sucht herrührende Angucken von Babyfotos auf dem Smartphone, das Starren auf die dort gespeicherten Filmsequenzen oder der kurze Anruf zuhause „Schatz, wie geht’s den Kleinen?“ Der Elter, er kann nicht anders, auch in bester oder wirklich wichtiger Gesellschaft, er muss sich einfach aus dem sozialen Gefüge ausklinken und sich seine Dosis geben. Doch das haben Sie ja noch ganz gut gemacht, Sie haben ja immer wieder so getan, als würden Sie währenddessen misstrauisch die Umgebung checken.
„Wie habe ich mich dann verraten? Wie nur?!“, rufen Sie jetzt aus. Sehen Sie nochmal auf den Zeigefinger dort am Ende des Raums: Wo zeigt er hin? Nicht direkt auf Sie: Nein, er zeigt auf die große, wummernde Lautsprecherbox neben Ihnen. Da verstehen Sie: Sie haben den Generalfehler begangen:
Sie haben direkt neben dem Death-Metal-Gewummere Ihren Nachbarn in ganz normaler Zimmerlautstärke angesprochen – so wie Eltern, die neben ihrem lauthals grölenden Nachwuchs in aller Ruhe und wie ungestört mit ihrem Besuch sprechen, weil sie all das hochfrequente Gejaule schon gar nicht mehr hören.
Sie geben sich geschlagen.
Und müssen wieder einmal zugeben: Der ärgste Feind – der lebt fürwahr in uns selbst: Der Elter.
Denn Sie haben die eine Wahrheit verdrängt, die die Parenthunters um Sie herum nie vergessen haben:
Eltern.
Sind.
Junkies.


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 09.03.2014, 08:44                                  +/-

Ich hätte gerne gewusst, wie es mit der Exkrementalfotografie weiterging...


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I dont know, what you are talking about.
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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 09.03.2014, 09:25                                  +/-

Die Exkrementalfotografie ist eine Disziplin, die schon viel zu lange in der Hand von Laien liegt; die Zeit ist reif dafür, dass endlich ausgemachte Handwerker und Vollprofis diese vielschichtige Kunstform an ihren verdienten Zenit führen.


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 09.03.2014, 10:39                                  +/-

DADA! rolling on the floor...
Hnnnnggghhmpfffgrrrrkchchchchchauameinbauchgnihihirimpftlhustharharplärrhngmmmhähemräusper. Geht wieder.

Euseppus
die Ästhetik der Akustik verhohnlachenden Lautäußerungen

Daaaaa. Dadaaa *gurr*

Ach ja. Dada, dadada da Spitze Yes

Euse
(Achja, der Werwolf ist auch echt. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Erzähl sie uns! Erzähl uns alle Geschichten! Smilie

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 09.03.2014, 10:58                                  +/-

Das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Yes


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 30.03.2014, 15:32                                  +/-

Erfahrungsbericht II: Die Kindlein füttern

Heute sind für die Babies zwei elementar wichtige Dinge passiert:
Sie haben den Forumsuser Oxford kennengelernt und haben, aufgrund der Anregung durch Forumsuser Gurthang, zum ersten Mal Brezn gegessen (also, genauer gesagt: bespeichelt, zersetzt und gemümmelt).
Welches von beiden für ihre Entwicklung prägnanter war – wer vermag’s zu sagen?
Als Celeb und Oxford vom Aumeister aus Richtung Stadion aufbrachen, schnappte sich der Vater wieder den Zwillingskinderwagen und trat auf dem gleichen Weg die Rückreise an, den er schon zuvor mit den Kleinen auf dem Hinweg bestritten hatte (Celeb war freestyle mit dem „Ratt“ unterwegs): Viertelstunde in heißer Sonne durchs Studentenviertel, dann eine halbe Stunde U-Bahn.
Das Mädelein war die ganze Zeit über krähicht, wohingegen der Knabe auf den letzten Metern noch einknackte. In der U-Bahn waren Madam dann der profane Sitz im Kinderwagen zu liderlich und bestanden sodann auf den Schoß des Vaters, woraufhin sie dem jungen Latino auf dem Sitz gegenüber und den voluminösen Osteuropäerinnen auf den Plätzen neben uns schöne Augen machte oder sich in alle nur erdenkliche Richtungen verbog.
Endlich zuhause ging es an die Fütterung.
Diese möchte ich als experimentelle Anordnung beschreiben, da mir mittendrin der Rat bei einem Babypflegekurs wieder einfiel: „Experimentieren Sie, probieren Sie aus! Nur Sie wissen, was das Richtige ist für Ihr Baby!“
Experimentelle Anordnung I:
Versuchsperson A (Depp) und Versuchsperson B (Kröte) lagern in den Babywippen, der Versuchsleiter (father) sitzt vor ihnen mit dem Brei in einem großen Schälchen. A schlingt, als gäbs kein Morgen, B fängt unvermittelt an, lauthals und hemmungslos zu schluchzen, der kleine Körper bebt und schüttelt sich. Der Versuchsleiter versucht noch, ein paar kleinere Löffelchen in den kreischenden Mund zu bekommen, umsonst.
Anordnung I:
A isst Mahlzeit y, B isst Mahlzeit y
ist gescheitert.

Experimentelle Anordnung II:
Der Versuchsleiter setzt als unbekannte Konstante X bei Versuchsperson B „Liebesbedürftigkeit“ ein. Er nimmt B aus der Wippe und in seinen Arm, während er die Wippe mit A so dreht, dass er mit der linken Hand A in der Wippe und B in seinem Arm füttern kann. Tatsächlich reagiert B auf diese neue Situation sehr hilfreich, indem sie durch noch urzeitlicheres Schluchzen ihre persönliche Einschätzung der Versuchsanordnung kommuniziert.
Anordnung II:
A isst Mahlzeit y, B isst jetzt gefälligst auch endlich Mahlzeit y
ist gescheitert.


Experimentelle Anordnung III:
Der Versuchsleiter setzt als unbekannte Konstante X bei Versuchsperson B „Reizüberflutung“ ein (Sonnenlicht, Breznessen, Oxfordkennenlernen, Schlafverweigerung, Schäkern mit U-Bahnreisenden) und trägt die schluchzende Versuchsperson B hinüber ins Bettchen, wo sie sich ausschlafen und erholen soll. Dies geschieht, während A wegen der Unterbrechung des Festmahls lauthals im Wohnzimmer protestiert. Als sich der Versuchsleiter wieder im Wohnzimmer A’s Bauchbefüllung widmen will, erklingt aus dem Kinderzimmer wieder lautes Geschluchze, das nicht endigen will.
Anordnung III:
A isst Mahlzeit y, B schläft
ist gescheitert.

Experimentelle Anordnung IV:
Der Versuchsleiter gibt abermals A’s Fütterung auf (diesmal aber in so weit fortgeschrittenem Stadium, dass dieser fürs Erste keine weiteren Protestnoten kreischt) und begibt sich ins Kinderzimmer, um die bebende und komplett verheulte Versuchsperson B aus dem Bettchen zu holen und setzt nun als unbekannte Konstante X „Windel overload“ ein. Er legt B auf den Wickeltisch, was einen erneuten Sturm hochfrequenten Jodelns hervorruft. Der Windelvorgang findet unter Heulen, Klagen, Augenrollen, Zähneknirschen, der Ankunft der sieben Reiter der Apokalypse und dem großen Hallo des dreiköpfigen Tieres der inneren Höllenzirkel statt, wobei der Versuchsleiter (father) so viele innere Ohrenhärchen verliert, dass er in Zukunft eine Speed Metal-Nummer für einen langsamen Satz von Schubert halten muss.
Die Windel ist erneuert, B vergräbt das Köpfchen an des Versuchsleiters Schulter und weint hemmungslos.
Anordnung IV:
A isst Mahlzeit y, B ist schwerelos glücklich
ist gescheitert.

Experimentelle Anordnung V:
Der Versuchsleiter legt B nochmals im Bettchen ab, was sofortige Steigerung des Jammerns bis zum explosiven Plärren hervorruft, und rast in die Küche. Er packt die halbfertigen Milchfläschchen aus, die die Assistentin (mother) vorsichtshalber für die Ausfahrt der Versuchspersonen angerichtet hatte, und macht für B eine volle Portion Babymilch. Damit rast er zurück ins Kinderzimmer, hebt den sich durchschüttelnden B-Körper hoch und dockt das Milchfläschen (Mahlzeit z) an. Sofort beginnt B zu schlabbern und zu saugen. Gedankenverloren geht der Versuchsleiter mit B zurück ins Wohnzimmer und setzt sich auf die Couch.
Überraschend kracht nun schrilles Plärren an sein Ohr, denn Versuchsperson A ist des Fläschchens im Mund von Versuchsperon B ansichtig geworden. Ein Generalfehler vom Versuchsleiter.
Anordnung V:
A zählt Pünktchen an der Tapete, B isst Mahlzeit z
ist gescheitert.

Experimentelle Anordnung VI:
Der Versuchsleiter versucht, die noch gering ausgeprägten Gehirnwindungen von A auszutricksen und geht mit der saugenden Versuchsperson B ins Kinderzimmer, in der Hoffnung, in A möge das Bild mit der Milch in der Schnute von B wieder verblassen. Doch ein Magen vergisst nicht. A ist zwar jeden Morgen immer wieder auf’s Neue restlos begeistert davon, dass er diesen völlig! neuen! blauen Schnuller geschenkt bekommen hat, aber damit er die Milchflasche vergisst, musste man ihn schon umfangreich lobotomisieren. So liegen der Versuchsleiter und B mit der Milchflasche im Kinderzimmer, während im Wohnzimmer A den Rant zur Lage der Nation von sich gibt.
Anordnung VI:
A malt in Gedanken versonnen ein Bild zu Shakespeares Sonett „Shall I compare you a summer’s day“, B isst Mahlzeit z
ist gescheitert.

Experimentelle Anordnung VII:
Der Versuchleiter legt B nochmal ins Bettchen und hört in seinem inneren Ohr sehr sehr laut den Song „Burn motherfucker burn“, um das gleichzeitige Gejohle aus beiden Zimmern nicht hören zu müssen, und rast wieder in die Küche, wo er die zweite Milchportion fertigmacht. Dabei pustet er danebengeschüttetes Pulver weg, wodurch seine Brillengläser mit sofort festklebendem, halb flüssigem Pulver garniert werden. Halb blind stolpert er ins Schlafzimmer, holt Versuchsperson B, stolpert ins Wohnzimmer, befreit dort Versuchsperson A aus der Wippe, legt beide links und rechts von sich aufs Sofa und dockt die Fläschchen an.
A isst Mahlzeit z, B isst Mahlzeit z.
Stille. Während des Nuckelns schläft Versuchsperson B ein und wird vom Versuchsleiter im Anschluss sacht ins Bettchen gelegt.
Versuchsperson A wird noch gewickelt und dann ins Kinderzimmer getragen, wo B nach wie vor unter intervallischem Seufzen in Morpheus’ Armen ruht, und wird neben ihr ebenfalls zum Schlafe gebettet, wo er bald und unter seligem Lächeln wegduselt.
Der Versuchsleiter (father) geht in die Küche, macht alles sauber, räumt alles schön weg, und hangt himself up.


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 30.03.2014, 20:48                                  +/-

Gibt es auch Zusammenfassungen all dieser Monster-Postings?


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Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 30.03.2014, 20:51                                  +/-

Da, bissel weiter oben.

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