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Tagebuch eines Newbies
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sphinx



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BeitragVerfasst am: 07.01.2011, 23:26                                  +/-

es ist doof, dass man hier nicht sieht, auf welchen beitrag sich die antwort bezieht. ich war einen moment lang verwirrt ugly


_________________
worauf wartet ihr noch? stopft euch den schmuck
in die busen, den büchsenöffner, das cembalo,
bietet der nemesis eine pauschale an
und packt! die vergütungen ein,
die gasmaske und den unterleib!
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einBaum



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BeitragVerfasst am: 07.01.2011, 23:44                                  +/-

Naja, normalerweise würde ich zitieren. Aber das waren so viele Beiträge von Euse...

Am schönsten fand ich übrigens die Stelle, in der Ludy dem absaufenden Raider liebevoll Tee einflößte, während Olmops als Gulasch aufersteht und Triskel mit Mandarinchen beworfen wird.
Das fand ich sehr wahrhaftig im Absurden. Ludy würde das tun!

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Ludy
Sommerfestlady


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BeitragVerfasst am: 07.01.2011, 23:48                                  +/-

Ich würde auch Tauben retten, die gegen meine Fenster fliegen. Immer und immer wieder.


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Raus aus dem Aquarium und Vogel werden – is’ schwierig.
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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 08.01.2011, 10:30                                  +/-

Ludy
Ich würde auch Tauben retten, die gegen meine Fenster fliegen. Immer und immer wieder.


Die Ratten der Großstadt...! Echt schlimm

Ich mochte Triskels "In die Luftschleuse!!"-Jodeln am liebsten.

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Ludy
Sommerfestlady


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BeitragVerfasst am: 08.01.2011, 10:31                                  +/-

Celebrian
Ludy
Ich würde auch Tauben retten, die gegen meine Fenster fliegen. Immer und immer wieder.


Die Ratten der Großstadt...! Echt schlimm


Das war eine puschelige Zuchttaube. Und die wollte zu mir ins kuschelige Wohnzimmer.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 27.10.2013, 12:12                                  

Gestern abend war wieder mal Kneipenstammtisch in München, und was soll ich sagen: Irre, was wir wieder für Spaß hatten! Smilie Drakos hatte wieder seine Ameisenlandschaft mit dabei; wir wissen eigentlich bis heute nicht, warum und wieso. Meistens steht die nur so im Eck herum, da könnte sie genauso gut alleine bei ihm daheim herumstehen, die Viecher brauchen ja jetzt nicht gerade viel soziales Getue oder so. Aber nein, Drakos hat "irgendwie so das Gefühl, die brauchen meine Anwesenheit." Bushcrafter war aber zu späterer Stunde der Ansicht, er selber brauche "nicht im Mindesten die Anwesenheit der Ameisen", als er ein rotes, dickes Exemplar mit Flügeln in seinem Cosmopolitan fand. Isabellayen konnte sie ihm gerade noch wegnehmen, bevor Bushcrafter hineinbeißen konnte. Ich selber war von der Aktion ganz überrascht, Isabellayen ist immerhin ein stämmiger, stark behaarter Typ mit Schnauzer und Motorradkluft und wirkt nicht wie ein sensibler Insektenfreund.
Und dann wieder kymmenenXFBGg. Immer wieder kymmenenXFBGg. Kommt zu spät, säuft zuviel, fängt irgendwann an, sich auszuziehen und polnische Schlager aus den 50ern zu singen, kotzt an den Fernsehbildschirm und macht dann BadstubersBruder Komplimente über ihre zugegebenermaßen ausladende Oberweite. Ach, kymmenenXFBGg, was wären unsere Treffen ohne Dich? Was für ein asozialer Berserker. Und ich meine: Der Kleine ist gerade mal 14!
roswin fasste es wie immer am treffendsten zusammen: "kymmenenXFBGg auf einer Party zu haben, ist wie einen ausbrechenden Vulkan zu seiner Gesteinssammlung zu stellen." roswin muss es wissen, hatte sie doch ihren Frontlader mit einer Sammlung aus "interessanten Gesteinsformationen" aus dem Münchner Süden draußen auf der Straße stehen. "Finde ich auch", sagte nick. Naja, also, er sagte es nicht wörtlich, er sagte "Chock aru'uun ka hock!!", weil Nick nur klingonisch sprach. Angeblich hatte er sogar Klingonisch studiert. Einmal hatte er vor uns allen auf den Boden gekotzt, weil ich seine wiederholte Frage "Wo ist die nächstgelegene Kloschüssel?" einfach nicht verstanden hatte.

Zu später Stunde, alle kräftig angeschickert und weinerlicher Stimmung, immer das gleiche Thema: Die Kneipe, die Kneipe, die Kneipe. Warum liebt sie mich nicht!, warum die 100 Beiträge bis zu den Privatthreads?, warum keine persönliche Einladung zum Posten durch Tyler, pk und Oxi, und - ganz wichtig - woher diese Bissigkeit gegenüber Newbies seitens Celebrian und Craggan?! Ja, Letzteres hatte vor allem Franzi abgehalten, und das will was heißen, denn Franzi ist immerhin Klingone.
Also, jetzt nicht wie nick, der nur Klingonisch spricht: Franzi ist Klingone. Er, outlaw, Durbon, bril12 und kaisermiro hatten in den Monaten vor ihrer Anmeldung immer wieder über Com-Signale mitgelurkt und nach mehreren Anläufen (anmleden, wieder löschen, anmelden, klingonische Opern anhören, weinen, wieder löschen, anmelden, den Klingonischen Rat deswegen anrufen, die Erlaubnis kriegen, sich freuen, weinen, wieder löschen, anmelden, sich in der Schlacht um Ganabias 10 einen Platz im Sto'Vo'Kor erschlachten, lachen, feiern, saufen, sich anmelden, aufwachen, Celebrian und Craggan lesen, weinen, wieder abmelden...usw.) schließlich peux a peux die Anmeldungen stehenlassen. Sie alle fielen in ihrem Brustharnisch natürlich in "Karls Kneipe" in Haidhausen mehr oder weniger auf, sprachen aber durch ihren Universalübersetzer ganz hervorragendes Bayerisch. "Zefix, i drau me ja heid no ned posten!", rief Franzi aus und schaute traurig in sein Saftschorleglas. "Ich versteh Dich!", seufzte Marc, eine echte Traumfrau und internationales Topmodel aus London, deren erster Reflex es gewesen war, eine Reihe von perfekt abgelichteten Aktfotos von sich im Privatthread zu posten, um diese Serie dann Tyler, Oxi, Thanil, Helca, pk und den anderen Männern der Kneipe persönlich zu widmen, bevor sie der 100-Beitragsgrenze gewahr wurde und, daran verzweifelnd, ihren Traum wieder ad acta gelegt hatte.
Nach Mitternacht spielten wir noch "Mein persönlicher Lieblingskneipler", in dem alle im Scrabble versuchten, den Namen ihres Lieblingsusers zu legen, wobei jeder nach dem Erreichen des Zieles mit glasigen Augen beschreiben durfte, wie er sich den fernen Geliebten wohl vorstelle. Dann packten wir zusammen, zahlten, Franzi, outlaw, Durbon, bril12 und kaisermiro erdolchten den Barkeeper und neutralisierten die Bude intramolekular, und dann bestellten wir uns alle unsere Taxis nach Hause.
Franzi, outlaw, Durbon, bril12 und kaisermiro lehnten zum wiederholten Male mein Angebot ab, doch bei mir daheim zu übernachten - wegen Celeb.

Als wir alle so nebeneinanderstanden, fiel uns erst der User auf, der zum ersten Mal bei einem Treffen gewesen war und den ganzen Abend nichts gesagt hatte: tanya. Sie sah Helene Fischer verblüffend ähnlich - und zum ersten Male schaute ich genauer hin: Das künstliche Rouge - die augenscheinliche Blondhaarperücke...
"Oxi!", rief ich, "Du bist enttarnt!" Die Schöne nahm die Perücke ab - - - es war Tyler, der Ersteller! Sofort hielt die Zeit an und nur ich und der Ersteller blieben, auf seinen übermächtigen, genialen, schöpferischen Willen hin, in der gleichen Zeitphase.
"Verzeih, Euse", hub der Ersteller an, "ich wollte Euch nicht bespitzeln. Aber es ist schon so lange her, weißt Du: So lange, dass die Kneipe noch unschuldig war. Was waren wir damals noch jung, im DAF, in den ersten Tagen der Kneipe... Wir waren so naiv und wir kannten die Welt noch nicht. Unser Leben war noch voll von fröhlichen Flamewars, von Diskussionen, die um nichts anderes kreiste als um unsere Egos, noch waren viele Kämpfe nicht gekämpft, viele Beleidigungen nicht ausgesprochen, alles war noch im Werden und die Erde war noch jung. So viele User waren noch an unserer Seite, die viele Neuangemeldete heute gar nicht mehr kennen, Kaylee, Gimli und all die Anderen, reich war unsere Welt, Euse, reich und schön und nie hätten wir uns vorstellen können, dass sich das eines Tages einmal ändern könnte. Doch was vorbei ist, das kommt nicht wieder. Ich wollte einmal nochmal spüren, wie das ist, wenn die Welt am Anfang ist, wenn alles noch passieren kann. Diese jungen Lurker, sie sind unsere Zukunft, Euse - und sie haben das alles noch vor sich. Genießt Eure Treffen, Euse. Denn sie sind gut und schön und wahr."
Eine Träne glaubte ich noch in des Erstellers rechtem Augwinkel zu sehen - da legte er mir die Hand auf die Schulter, drehte sich langsam um und ging in seinem Frauenfummel langsam den Gehsteig unter den flackernden Laternen hinein ins Dunkel, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte.
Die Zeit lief weiter, die Taxis kamen. Zum Schluss stand nur noch nick neben mir, im glühenden Schimmer der rauchenden Eckkneipe. Er sah mich nachdenklich an - dann streckte er den Arm aus und zeigte ins Dunkel, in das der Ersteller verschwunden war:
"Ta'Iy Lerr."
Er nickte freundlich und schwang sich dann auf sein Einrad, aus dem beim Radeln lustige Kinderlieder erklangen.
Auch ich machte mich auf den Heimweg. Zuhause angekommen, hörte ich beim Aufsperren hinter der Wohnungstür schon wieder Celebrian scharren.


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"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)

Zuletzt bearbeitet von Euseppus am 27.10.2013, 13:27, insgesamt 2-mal bearbeitet
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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 27.10.2013, 13:08                                  +/-

hähö


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 28.10.2013, 00:09                                  +/-

Äh, ich habe kein Wort verstanden - kann mich jemand aufklären?


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 28.10.2013, 07:32                                  +/-

Checkst Du mal bei der Mitgliederliste die letzten Neuanmeldungen und da nochmal genauer alle mit der Beitragshöhe 0. zwinkern


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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 28.10.2013, 10:46                                  +/-

Mir ging es wie Craggan. hähö Ich frage mich übrigens, ob wir hier so 'ne Art Daily Soap für Lurker sind. ugly

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Erinti



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BeitragVerfasst am: 28.10.2013, 11:18                                  +/-

Ich wußte zum Glück bei einem Namen, daß es eine Anmeldeleiche ist. hähö


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 28.10.2013, 11:21                                  +/-

Eine Anmeldeleiche? Deine Anmeldeleiche? grins


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 28.10.2013, 11:22                                  +/-

Nä, ich könnte mir nie so nen coolen Namen wie Bushcrafter ausdenken. Yes


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 28.10.2013, 12:25                                  +/-

Verlieren Anmeldeleichen im Herbst eigentlich auch die Blätter?


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 28.10.2013, 12:34                                  +/-

Im Frühjahr kommen sie wieder. Als Zombies.
Sie steigen aus ihren virtuellen Gräbern und verfolgen die alteingesessenen Foristen. Wir werden mit Flamewars antworten, unwissend, dass digitale Forenzombies dagegen resistent sind.
Am Ende wird es zum Zusammenbruch des Internets kommen. Der totale Kollaps!


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Desdemona



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BeitragVerfasst am: 30.10.2013, 18:53                                  +/-

Euseppus
und - ganz wichtig - woher diese Bissigkeit gegenüber Newbies seitens Celebrian und Craggan?!


...und ich dachte schon, ich tauche auch noch da "in München" auf. rolling on the floor...


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"Ich bin 32 und habe den Körper einer 20jährigen."
"Ach ja? Wo denn?"
"Hinten...im Kofferraum."
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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 12.01.2014, 23:38                                  

Ich dachte mir so: Wenn in der Kneipe schon ein paar Kinderhaber an Bord sind, interessiert es vielleicht die Nicht-Kinderhaber, aus erster Hand zu efahren, wie das alles so ist mit diesen Babies und dem Paralleluniversum, in das sie einen verfrachten. Einiges in der Folge ist allgemein zum Leben mit Babies, anderes ist speziell zum Thema (Über-) Leben mit Zwillingen. Alle anderen Newbies (Gurthang, Sunny), aber auch abgehangene Vollprofis (Craggan) sind eingeladen, Dinge zurechtzurücken oder aus anderer Perspektive zu schildern. Für den Rest hoffe ich, dass die "Nachrichten aus der Parallelwelt" immer noch so formuliert sind, dass die Fakten einigermaßen interessant sind.
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, in welcher Form ich das präsentiere.
Letztendlich konnte es natürlich nur eine Antwort geben bei diesem Thema:
Als Ratgeber. grins
Ich ergänze peux a peux.

Entrez!


Zwillinge – heißt das automatisch „Kaiserschnitt“?

Nein, heißt es nicht, oder besser: Nicht mehr. Der Großteil aller Kliniken ist so ausgestattet – was Apparatur und Personal anbelangt -, dass sie sich auch die vaginale Geburt problemlos zutrauen. Es liegt also in aller Regel bei den Eltern selbst, wie das Baby auf die Welt kommen soll. Wenn man sich für Kaiserschnitt entscheidet, wird der meist schon – wie auch die vaginale Geburt - wenige Wochen vor dem „regulären“ Geburtstermin angesetzt, da es bei Zwillingen in den letzten Wochen durchaus eng wird – was v.a. bedeutet, dass die Versorgung ganz Schluss im Mutterleib nicht mehr automatisch gewährleistet wird. Kündigt sich die Geburt doch schon früher an, ist es für das Krankenhaus kein Problem, mit dem typischen „Wir rufen gerade vom Rücksitz des Taxis aus an!“-Fall zurechtzukommen. (Das ist übrigens ein reines Filmklischee: Sobald es bei der Schwangeren wirklich ernst wird, besteht bei regulär ablaufenden Schwangerschaften überhaupt kein Grund dazu, mit 120 Sachen durch von ahnungslosen Arbeitern über Straßenkreuzungen getragene Glasscheiben zu fahren; es sei denn, man will ganz dringlich in der Klinik fünf Minuten länger mit Klinikzeitschriften oder Gangwanderungen zubringen.)
Die erwähnte „reguläre“ Schwangerschaft ist übrigens die sogenannte „errechnete“, also das Datum exakt 10 Monate nach dem vermuteten/errechneten/gewussten Tag der Empfängnis.

Wie weit vorher muss ich mich für Kaiserschnitt oder „natürliche“ Geburt entschieden haben?

Oooch, das reicht auch noch eine Woche vorher.
Man sollte allerdings nicht in den zwei Wochen vorher mehrfach seine Meinung ändern und nicht dem Krankenhaus erst die eine Variante und wenige Tage vor Termin doch nochmal die andere andienen, weil man ja vollkommen dogmenfrei ist und sich schlicht beides irgendwie vorstellen kann. Würde man das tun, dann könnte es unter Umständen dazu führen, dass Sie der behandelnde Arzt mit den Worten begrüßte „Wie jetzt? Ich dachte, Sie hätten sich für eine natürliche Geburt angemeldet?“ In diesem Falle wäre die Geburt nicht um 10 Uhr vormittags, wie seit Monaten angedacht, sondern weit weit später. Das käme dann daher, dass der Arzt Ihnen vorschlüge, es doch zuvor noch auf dem natürlichen Wege zu versuchen, was Sie natürlich annähmen, weil Sie ja so vollkommen frei, undogmatisch und unfestgelegt sind. Würden Sie diesem Vorschlag des Arztes also nicht widersprechen, würden Sie in einem Kreissaal landen, in welchem Ihnen ein Wehentropf gelegt würde, damit die natürliche Geburt unnatürlicherweise eben heute erfolgte, und wo Ihnen außerdem eine PDA so ziemlich am gesamten Körper gelegt würde, die Sie aussehen ließe, als wären Sie die Borg-Queen auf Landurlaub auf Risa. Da sich darin ein nicht unerheblicher Drogenmix befindet, würden Sie sich ab ungefähr der Mittagszeit fühlen wie auf Wolke 7, die Zeit verginge für Sie leicht und wie im Fluge, tamdaradei machte der Minutenzeiger, flaffeldifluff machte das EKG und dideldidei sängen draußen die Vögelein und der Wehenschreiber erschiene Ihnen wie Täler und Höhen eine ungekannten Landes, in dem helle Quellen rauschen und der Wiedehopf da sänge munter sein Lied – während Ihr langmütiger Ehegatte 12 Stunden lang nicht wüsste, ob es denn nun vaginal oder Kaiserschnitt würde und tatenlos auf dem gleichen Stuhl herumrutschte, kurz: Zwischen Himmel und Erde hinge – Sie aber nicht, weil Sie fröhlich heiter und zugeknallt bis unters Kinn in Ihrer Borgmatte hingen und Ihnen der Wiedehopf sein Scheißlied sänge.
Nur rein gesetzt den Fall, der Ehemann würde tatsächlich trotz heroischen Durchhaltens auf seinem blankgewetzten Stühlchen doch noch kurz vor Mitternacht mit dem Auto zur drei Minuten entfernten Wohnung fahren, um sich dort einen Power-Nap zu genehmigen – dann würde, sobald er sich zuhause hingelegt hätte, prompt ein Anruf aus dem Krankenhaus erfolgen, mittels dem ihm seine absolut vollgekiffte Frau mit glockenhellem Stimmlein zuschalmeien würde, dass man sich, kaum, dass er die Klinik verlassen habe, doch allgemein nun letzten Endes auf einen Kaiserschnitt verständigt habe, weil mit dem Wehentropf doch so gar nichts mehr gegangen sei, er aber, der Ehemann, brauche sich nicht zu beeilen. Diese letzten Worte der zugedröhnten Mutter seiner Kinder wären nun durchaus dazu angetan, den zukünftigen Vater zu alarmieren, wäre ihm doch das verschobene Zeitgefühl von Menschen unter z. B., sagen wir mal: Alkoholeinfluss durch Erzählungen anderer verschwommen ein Begriff. In diesem Falle würde er nun doch noch zu seiner Autofahrt mit quietschenden Reifen a la Hollywood kommen (nur ohne Frau und geplatzter Fruchtblase auf dem Rücksitz) und würde natürlich gerade noch erleben können, wie die ganze ärztlich und krankenschwesterliche Geburtsarmada die halb Weggeduselte Borgqueen aus dem Kreissaal in den OP schöbe. Würde es soweit kommen, stünde es dem werdenden Vater gut zu Gesicht, dem Anästhesisten auf die Frage: „Ihr Dialekt – ist das frankisch?“ besser nicht zu antworten: „Um Gotteswillen nein, das ist oberpfälzisch!“, weil ihm das die Antwort ersparen würde „Hat mich nur interessiert, ich bin ja Franke“, was wohl eine leicht zu niedrig dosierte PDA während der OP erklärte wie auch die Scheißmusik aus dem tragbaren CD-Player (Klassik Meets Pop), die die Frühgeborenen gleich bei der Geburt nachhaltig zu traumatisieren im Stände wäre.


Wie erlebt man die Kaiserschnittgeburt von Zwillingen?

Sie sehen nichts, weil unterhalb der Brust der Mutter ein sehr hohes Tuch gespannt ist und auch der Vater an diesem Kopfende sitzt. Dann kommt aus heiterem Himmel, ohne irgendeine Vorwarnung, ein greller Schrei von da, wo der Bauch der Mutter sein muss und auf einmal wird ihnen ein verschrumpeltes, mit weißer Pampe überzogenes Stück Fleisch in einem Tuch hingehalten, das noch nie in seinem Leben bisher Sauerstoff eingeatmet hat und jetzt plärrt wie am Spieß, und als Sie sich nicht ansatzweise davon erholt haben, hören Sie einen weiteren Schrei und sehen dann das gleiche verschleimte, faltige, japsende, bebende Dings irgendwie nochmal und doch anders und können es kurz halten. Sie vergießen Tränen, weil Sie noch nie in Ihrem Leben etwas so Wunderschönes gesehen haben, noch nie etwas so Wunderschönes erlebt haben, genau wissen, dass Sie nie wieder etwas so Wunderschönes erleben werden und Ihnen wird mit unverrückbarer Gewissheit klar, dass sich diese Momente jetzt gerade auf ewig auf Ihrer Hornhaut einbrennen müssen bis zum jüngsten Tag als unverrückbare Definition eines einfachen Wortes: „Glück“.




Welche Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen muss ich vor dem Einzug der Babies ins traute Heim ergreifen?

Das blinkend-rote Alarmlicht saß Ripley förmlich im Nacken. „Noch zwei Minuten zur Selbstzerstörung!“ Die großbusige Blonde, die in Ripleys Vorstellung irgendwo in diesem verdammten Dreckscomputer saß, um genüßlich den Countdown runterzuhauchen, schien es mit der Zerstörung der Nostromo besonders eilig zu haben. Ripley rannte sich gerade in der Nähe der Rettungsschiffgondel die Seele aus dem Leib, als sie einem plötzlichen Impuls folgend mitten in der Bewegung erstarrte; der rettende Zugang schwankte bereits vor ihren Augen – zugleich fühlte sie sich auf der Stelle wie festgenagelt. Ihre Nackenhärchen stellten sich auf – noch bevor sie das wohlvertraute Platschen hörte. Ihr Blick folgte der Information ihrer in diesem Moment extrem geschärften Ohren – und landete auf einer weißlichen Pfütze neben sich auf dem Boden – oder vielmehr dort, wo eben noch „Boden“ gewesen war. Mit einem scharfen Zischen tropfte die Substanz bereits eine Etage tiefer in die Laderäume, wohin sie sich dampfend ihren Weg gefressen hatte. Ripley schluckte; langsam, sehr langsam richtete sie ihren Blick nach oben, gefasst auf alles, was ihr von dort entgegenstarren würde. Über sich sah sie alles, was sie erwartet hatte, alles an Grauen, das die Erfahrung eines Menschenlebens vollständig auszufüllen imstande war: Blinde Augen, die perfekte, glatte Form eines nur scheinbar menschlichen Schädels – und aus dem Maul des Aliens schob sich gerade das zurückgelagerte, geifernde Maul – dann kam es ihr entgegen. Ripley konnte noch nicht einmal schreien.


Sie schlug die Augen auf. Sie konnte sich nicht bewegen. Als sie es doch versuchte, schoben ihre Hände etwas Schweres von sich; sie blickte nach unten. Der Schrei, der sich ihrer Kehle entrang, war der purer Überraschung und Unverständnisses: Sie hatte das Alien von sich geschoben, das von der Decke aus auf sie gefallen und sie unter sich begraben hatte. Seine Oberfläche rauchte.
In diesem Moment erreichten zwei komplett konträre Eindrücke Ripleys Stammhirn. Der erste waren die zahllosen Löcher im Leib des Aliens, ausgefranste Öffnungen, durch die hindurch sich die weißlich-milchige Substanz fraß. Ripleys Verstand hatte zugegebenermaßen Schwierigkeiten, diesen optischen Eindrucken mit dem Wissen um die Perfektion und schiere Unverwundbarkeit des Aliens in Einklang zu bringen. Der andere Eindruck war akustischer Natur: Ein Rascheln über ihr an der Decke. Niemand konnte mehr an Bord sein; die Crew war tot, das Alien ebenfalls.
Sie blickte ein zweites Mal nach oben.
Auf dem Gitter über ihrem Kopf saß ein kleines Baby in orange-rotem Strampelanzug und blickte zu ihr herab. An seinem Kinn hing noch ein Faden milchig-weißen Speichels.
„Was um alles in der Welt bist du?“ hauchte Ripley.
„Dadada!“, lachte das Baby.


Zunächst einmal: In dem Wort „Sicherheitsmaßnahmen“ ist leidglich das Wort „Maßnahmen“ großzuschreiben; nichts, aber auch nichts verschafft einem „Sicherheit“ vor den Flüssigkeiten und teils (wenn glücklich) festeren Substanzen, die in der heimischen Wohnung, an der eigenen Kleidung und am eigenen Körper ab jetzt völlig ungefragt Platz suchen und finden werden.
Mögliche Quellen sind in ihrer Qualität wie folgt zu unterscheiden:
Liebliches Hervorsabbern 1)
Sich endlose Sekunden quälend hinziehendes Hinabfädeln 2)
Gemütliches Hervorquellen 3)
Sintflutartiges Heraussprudeln 4)
Explosives, tödliches Herausschießen 5)
Die Schwerkraft in erstaunlicher Weise außer Kraft setzendes Emporfontänen 6)
Mit fröhlichem Lächeln verbundenes Herausblubbern 7)
Durch immer neue Stöße hellauf überraschendes Herauspumpen 8)
Sich auf die ganze Welt selbstlos und schier unendlich sich dahinverströmendes Hinausgießen 9)

1) For starters. Hat man ja irgendwo mal schon gelesen, dass Babies sowas machen. Ja, pff, wenn das alles ist. Ist doch total süß, wie es da lacht mit seinem durchgenässten Oberteil. – Über diese naive Begeisterung können wir erfahrenen, abgewixten Profis nur milde lächeln.
2) Wer sagt, dass es nach der Geburt eines Babies mit der Ruhe zuhause vorbei ist, hat natürlich keine Ahnung. Im Gegenteil bedeuten Babies Kontemplation at its best. Eine kurze Anleitung: 1. Sie legen sich in bequemer Lage auf den Rücken. Im Hintergrund läuft der langsame Satz aus der „Wassermusik“ von Händel. 2. Sie setzen den kleinen Erdenbürger auf Ihren Bauch und wippen ihn im Einklang mit ihrem inneren Rhythmus auf und ab. 3. Sobald auf der Unterlippe des Babies ein kleiner weißer Tropfen erscheint, richten Sie Ihren Fokus ganz darauf. 4. Der Tropfen wird zu einem langen Faden, dessen dickes Ende sich langsam Ihrer elterlichen Pupille nähert. Konzentrieren Sie sich ganz auf diesen dicken Tropfen. Der dünne Faden dahinter scheint sich nun im Raum-Zeit-Kontinuum fast unmerklich zu verbiegen, während er immer länger und länger und dünner und dünner wird. 5. Der Tropfen erreicht Ihr Auge / Ihren offenen Mund / Ihr frisch gewaschenes Hemd. In diesem Moment erwachen Sie aus Ihrer Trance. Mit Erstaunen stellen Sie fest, dass auf einmal draußen der Mond scheint und Sie sich frisch und ausgeruht fühlen. Außerdem hat Ihnen das Baby durch die Windel auf den Bauch geschissen. Tja: Wer kein Baby hat: Arme Sau. Leihen Sie sich eins. Wurscht welches. Any will do.
3) Passiert in der Tat wie nebenbei. Viele Dinge sind dem Baby selbst ja gar nicht bewusst. Stellen Sie sich das mal ins Erwachsenenleben übersetzt vor. Stellen Sie sich ihren Chef vor, wie er Ihnen am Laptop freundlich eine neue Kalkulation erklärt. Oder ihre Schwiegermutter, die Ihnen mit herzlichen Worten einen Kuchen kredenzt. Oder Ihr Date, das Ihnen über die Kerze hinweg aufmunternd zulächelt. Und jetzt stellen Sie sich vor, die Genannten tun all dies, während ihnen dickflüssige, weiße Flüssigkeit in dicken Schwällen aus dem Mund läuft und unter lautem Platschen weiter unten landet. So ist auch das Baby. Es zeigt ihnen den geliebten Holzfisch, sieht ihnen freundlich beim Essen zu oder betrachtet liebevoll den Stoffhasen – während ihm ausdauernd der weiße Pampf zu beiden Seiten aus dem Gesicht fällt. In puncto Gelassenheit und Fatalismus können wir von kleinen Kindern viel lernen.
4) Hier trotzt das Baby wiederum den Kräften der Natur. Sie blicken liebevoll auf Ihr Baby herab. Heiter lächelt es zurück und rudert aufgeregt mit den Ärmchen. Das Telefon läutet. Sie blicken intuitiv zur betreffenden Telefoniestation. Sie blicken wieder auf das Baby. Das Sofa, der Couchtisch, alles unterhalb ihrer Knie in ihrer Wohnung und das Baby selbst sind in einer weißlich schimmernden Brühe verschwunden. Ihre TV-Fernbedienung schwimmt ihnen darauf entgegen. Irgendwelche unnützen Synapsen, die Ihnen nach der Geburt des Kindes noch erhalten geblieben sind, funken Ihnen etwas zu in der Art von „Aber ich hab doch nur eine Sekunde...“ Sie verscheuchen den Gedanken wie eine lästige Fliege und waten zum Telefon, um ihre Versicherung anzurufen.
5) „Explosives, tödliches Herausschießen. Lächerlich.“, werden Sie sagen. Dann lade ich Sie ein, dieser Formel auf den Grund zu gehen:


Die Formel für die Gravitations- oder Schwerkraft. Als Betrag für den Wert der Schwerebeschleunigung in dieser bekannten Formel ergibt sich auf der Erdoberfläche ein durchschnittlicher Zahlenwert von g = 9,81 m/s2, der aber wegen Erdabplattung, Zentrifugalkraft und Höhenprofil regional um einige Promille variiert. Nach internationaler Konvention wurde ihr Standardwert auf g = 9,80665 m/s2 festgelegt.
Wie eben erwähnt ist dieser wert aber nicht immer zutreffend, denn wir haben es auf der Erdkugel auch mit Schwereanomalien zu tun; das sind solche Faktoren, die für Abweichungen vom obigen angenommenen Wert in der Formel für die Errechnung der Schwerkraft sorgen; dazu zählen eben die Zentrifugalkraft, der Höheneffekt und die Abweichung von der Kugelform der Erde.
Wenn Sie also beim Windeln direkt vor dem Baby am Wickeltisch stehen und das Baby Sie mit einem flüssigen (sic!), horizontal abgefeuerten (sic!) im Bruchteil einer Sekunde vollzogenen Geschoss im Abstand von einem Meter auf dem Brustteil Ihres Shirts erwischt – dann ist das nur möglich, indem das Baby mit der enormen Energie, die bei diesem unvorstellbaren Vorgang frei wird, die Anziehung durch den Erdmittelpunkt ablenkt, auf die Beschaffenheit der Erdoberfläche unter ihm einwirkt und damit zugleich den Höhenunterschied zwischen sich und der Erde variiert.
In anderen Worten:
Wäre Newton anstatt des allseits kolportierten Vorgangs lediglich der Saft eines Apfels nicht von oben auf den Kopf, sondern in perfekter horizontaler Ausrichtung direkt am Auge vorbeigeflogen, wäre er schnurstracks aufgestanden, in sein Arbeitszimmer gegangen, hätte hinter sich abgesperrt, alle seine Unterlagen herausgeholt, sich davor hingesetzt und sich erschossen.
6) Insofern erstaunlich, als der fontänende Körper hierbei nicht sitzt, steht oder - wie auf vielen Partys üblich, die sie mitgefeiert haben, bevor Sie „Eltern“ wurden – kniet, sondern liegt. Könnte der Babykörper diese erstaunliche Fertigkeit 24 h rund um die Uhr zur Verfügung stellen, könnte er jederzeit als Fischbrunnenfontäne im Garten eingesetzt werden. Kinderlosigkeit bei Akademikern wäre auf einmal kein Thema mehr.
7) Hier scheint geboten zu erwähnen, dass es sich dabei in keinster Weise um das fröhliche Lächeln der Babybesitzer handelt.
8) „Ach wie süß, jetzt hat er ja Schluckauf!“ Wenn Sie diesen Satz vom Besuch aus dem Nebenzimmer hören, ist es eh schon zu spät. Brühen Sie in Ruhe weiter den Tee auf, ignorieren sie das Kreischen und suchen Sie im Branchenbuch die Telefonnummer von Mr. Wolf aus dem letzten Kapitel von Pulp Fiction.
9) Die großen Dinge der Geschichte ereignen sich ja in aller Stille. Also während man selbst mit Trivialitäten wie Wasserkochen, Aufräumen oder Frühstücksteetrinken beschäftigt ist; das Besondere daran: Manchmal ereignen sie sich ohne Ende,
unaufhörlich und über ihrem neuen Bassetti-Sofabezug.
Das Baby ist nicht nur ein Geschenk, es schenkt auch, bescheiden, in aller Stille, großzügig. Wie soll man das jemals wieder gutmachen? Ihr Baby wird Sie zu gegebener Zeit daran erinnern, wenn es 14 Jahre alt ist und mehr Taschengeld will, um sich die Kondome mit Noppen und die neueste Ausgabe der BRAVO kaufen zu können.

Kommen wir zu Ripleys Problem zurück. Ätzende Säure, die sich aggressiv und unaufhaltsam durch die Welt frisst.
Tatsache ist: Wenn Ihr Baby sie vollkotzt (gerne würde der Verfasser ein weniger aufdringliches Verb benutzen, muss sich aber dem eigenen Anspruch nach der Wahrhaftigkeit beugen, die er dem Leser schuldig ist) und ihnen an dem T-Shirt/dem Pulli/der Hose auch nur entfernt etwas liegt: Lassen Sie das Speibelbaby liegen, reißen Sie sich das Kleidungsstück vom Leibe und schrubben Sie es auf der Stelle mit kochend heißem Wasser und Fleckenentferner (Marke „Von führenden Atomreaktorbesitzern empfohlen“). Alles, was das Baby einmal verdaut hat und dann, mit der eigenen Magensäure vermischt, wieder von sich gibt, ist doomed. Sie haben es jetzt nicht mehr mit der unschuldigen Zufuttermilch oder dem harmlosen Brei von vorhin zu tun – was da herauskommt, ist ein unnatürlicher Wiedergänger, ein Zombie, der nur noch dem Aussehen nach mit Ihrer friedlichen Vollwertkost aus dem Wandregal zu tun hat.
Lassen Sie sich nicht täuschen. Dieses Essen ist infiziert, es trägt den Magensäure-Virus in sich und ist schon längst dead inside. Berühren Sie es nicht. Sollten Sie dennoch ungewollt Hautkontakt damit gehabt haben: Seien Sie tapfer. Denken Sie an Ihre Mitmenschen. Sperren Sie sich in der Speisekammer ein, errichten Sie um sich mit Mülltüten und Tesa ein Kontaminierungszelt, rufen Sie per Handy den Heimatschutz an und senden Sie letzte SMSes an Ihre Liebsten. Die Welt wird es Ihnen danken.

Zur Notreinigung des verseuchten Kleidungsstückes:
Lassen Sie diese trotz besseren Wissens sein, können Sie in Echtzeit dabei zusehen, wie Ihr allerältestes Lieblingsshirt, das Sie damals noch mit dem ersten Freund, etc. – wie dieses also wie vor unaussprechlichem Entsetzen bleich wird, sich dann zusammenzieht und zuletzt in ihrer Hand zerbröselt.
In einem bestimmten Fall gibt es übrigens überhaupt keine Rettung mehr: Wenn Ihr Baby Ihr Shirt mit seinem Atomkack angeschossen hat; Sie wissen es noch nicht, wohl aber der so sinnlos Verwundete: Ihr Shirt ist tödlich getroffen. Schreien Sie nicht, weinen Sie nicht, schenken Sie Ihrem Kleidungsstück einen Abschied in Würde. Der Verfasser hat auf diese Weise sein allerältestes Lieblingsshirt, das er noch mit der ersten Liebe usw..., - im „Battle am Wickeltisch Moutain“ verloren – trotz siedendheißen Reinigens an Ort und Stelle und der Extrembehandlung mit allem, was die Waschmaschine hergab. Heute wünschte er, er hätte dieses panische Gerenne ins Bad unter lautem Gekreische sein gelassen und stattdessen die letzten Momente mit seinem bestialisch stinkenden alten Freund und Kupferstecher verbracht. Solche Momente kehren nie zurück.

Wobei: Naja. Leider doch.


Konkrete Sicherheitsmaßnahmen:
Stofftücher. Möglichst viele. In jedem Zimmer jederzeit greifbar. Sie brauchen diese für den Po beim Windelvorgang und für alles, was das Baby so von sich spuckt. Die meisten dieser Tüchlein, die der Babybedarfshandel dafür parat hält, heißen übrigens „Stoffwindeln“.
Es empfiehlt sich bei deren Einsatz übrigens, folgende drei Tuchsorten dringlich optisch voneinander abzusetzen:
    Die Spucktücher.
    Die Popotücher.
    Die Stofftaschentücher Ihrerseits.

Da Sie beim Lesen dieses Absatzes gerade über Spaghetti Vongole oder Pizza Mozzarella sitzen könnten, erspare ich Ihnen die konkreten Beispiele dafür, warum Sie das alles auseinanderhalten sollten.

Eine Frage stellt sich nach alledem.
Nein, damit ist nicht gemeint „Soll ich unter diesen Umständen überhaupt ein Baby wollen?“; die Antwort ist selbstverständlich „Nein“, Sie sind ja nicht komplett irrsinnig.
Nein, die Frage ist doch: Wie schafft das Baby das? Wo nimmt es all diese Mengen an Magensäure her? Gibt es dafür irgendwo im Babykörper ein Reservoir? Ist die Magensäure von Anfang an ätzend? Wenn ja, warum zerstört es dann das Baby nicht from the Inside? Woher nimmt das Baby all die Energie für den Flüssigkeitsausstoß, teils in immenser Geschwindigkeit?
Und damit kommen wir an den Kernpunkt dieses Themas:
Die These des Verfassers ist diese:
Immer wieder wird thematisiert, dass der Mensch ja das einzige Säugetier sei, das bis zu zwei Jahren ein Nesthocker bleibt. Wo andere Säuger schon längst an der Seite ihrer Eltern jagen und schwierigste Wanderungen auf sich nehmen, liegt der kleine Mensch noch grenzdebil im Lager und lallt Abwegiges vor sich hin. Kein Wunder: Kein anderes Säugetier verschwendet soviel Energie mit Sabbern, Brechen, Spucken und Hochgeschwindigkeitskoten. Das Baby verschwendet fast seine gesamte Kraft auf diese zweifelhaften Tätigkeiten. Und nun beobachten Sie ein Kind einmal im Alter, ab dem es beginnt zu sprechen oder selbständig zu gehen. Sabbert das fortbewegungsimmanent auf den Gehsteig? Nein. Natürlich nicht. Es hat gelernt, sine Kräfte effizienter einzusetzen. Wenn wir also den frischgeborenen Körpern genetisch einpflanzen könnten, das permanente zumindest orale Ausscheiden zu unterdrücken – was wäre dann alles möglich? Uniabschluss mit 12! Die Entdeckung der Weltformel in absehbarer Zeit – durch 5-Jährige! Die Eroberung des Mars – durch eine Mannschaft autarker Säuglinge!
So lange wir das nicht erreicht haben – basteln Sie sich schon mal Ihr Kontaminierungszelt.


Edit: Was hat dieses puritanisch-körperfeindliche Schreibprogramm an dem Wort „großbusig“ auszusetzen?


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 13.01.2014, 00:02                                  +/-

Euseppus
Nur rein gesetzt den Fall, der Ehemann würde tatsächlich trotz heroischen Durchhaltens auf seinem blankgewetzten Stühlchen doch noch kurz vor Mitternacht mit dem Auto zur drei Minuten entfernten Wohnung fahren, um sich dort einen Power-Nap zu genehmigen – dann würde, sobald er sich zuhause hingelegt hätte, prompt ein Anruf aus dem Krankenhaus erfolgen, mittels dem ihm seine absolut vollgekiffte Frau mit glockenhellem Stimmlein zuschalmeien würde, dass man sich, kaum, dass er die Klinik verlassen habe, doch allgemein nun letzten Endes auf einen Kaiserschnitt verständigt habe, weil mit dem Wehentropf doch so gar nichts mehr gegangen sei, er aber, der Ehemann, brauche sich nicht zu beeilen.


Mein Vater erzählt in dem Zusammenhang immer gerne von einem halben Hähnchen, dass er sich kurz vor der Geburt meiner zweiten Schwester geholt hatte, und dann, kaum angeknabbert, mit wehmütigen Blick entsorgen musste, weil es dann doch auf einmal los ging. hähö


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 13.01.2014, 19:04                                  +/-

Großartig Spitze


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Triskel
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BeitragVerfasst am: 13.01.2014, 22:41                                  +/-

Ich meine gehört zu haben, die lieben Kleinen fangen so mit 15 Jahren bisweilen wieder an mit »Sintflutartigem Heraussprudeln« bzw. »Explosivem, tödlichen Herausschießen« – wenn sie sich mit Alkohol vergnügt haben. Allerdings kenne ich das so, dass in diesem Fall der Wahlspruch gelten kann »Wer kotzt, der putzt.«

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 13.01.2014, 22:59                                  +/-

»Wer kotzt, der putzt.«

Das wäre eine schöne und heilsame Abwechslung. Ich freue mich auf die Pubertät!


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 14.01.2014, 08:57                                  +/-

Das Wort "Kotzen" kommt in unserem Wortschatz gar nicht vor, sie spuckt dann halt. hähö Aber man wird irgendwann seeeehr gelassen, was weißes Zeugs auf Klamotten angeht oder Rettungsaktionen mit Küchenrollen.

Ansonsten finde ich es erschreckend, wie schnell so Viecher wachsen. Mir fällt schon spürbar der Arm ab, wenn ich meine Nichte länger tragen muß, dabei wars doch erst gestern, daß ich schon zuviel Schiß hatte, sie überhaupt mal vorsichtig hochzuheben ("Achtung! Kopf!")


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