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Allgemeines Buchgeplauder IV
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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 01.07.2011, 17:56                                  +/-

Abgesehen von The Hunger Games kaufte ich mir in England zwei wirklich wunderbare Bilderbücher-mit-etwas-Text:

Sir Laughalot,

der ein wirklich tapferer Ritter ist, das aber nicht so recht vermitteln kann. *kicher*

und Class Two At The Zoo,

die in wirklich schlimme Probleme gewürgt wird. Aber allen wird geholfen. Durch ein überaus knuffiges Mädchen. hach

Und weil sie die Tales of Terror von Chris Priestley alle drei da hatten, nahm ich die auch noch dazu. Onkel Montagues Schauergeschichten heißt der erste Band auf deutsch und die sind wirklich schaurig. Mal sehen, ob die anderen auch so sind. Die Briten haben es mit Schauergeschichten, so richtig wirklich zum fürchtigenden, einfach drauf. :GruselundSchauer:

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MetkrugSturmtief



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BeitragVerfasst am: 05.07.2011, 16:55                                  +/-



5. Oktober.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 05.07.2011, 19:13                                  +/-

Aaah, eine Fortsetzung vom besten aller Zamonien-Romane. Wird sofort gekauft. Yes


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I'm not tired of everyone and that includes myself
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Gimli



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BeitragVerfasst am: 05.07.2011, 19:34                                  +/-

Solange es keine ewiglange Liste schön klingender Wortneuschöpfungen ist so wie das letzte Buch ...


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meisterdieb



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BeitragVerfasst am: 05.07.2011, 19:44                                  +/-

Weihnachtsgeschenk für den Schwiegervater - check

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kpm



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BeitragVerfasst am: 08.07.2011, 23:54                                  

Ein Experiment: Wie gut erinnern wir uns an Geschichten



Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin Nummer 22. Folge (Jahr 1984), ausgewählt und herausgegeben von Friedel Wahren gelesen von Meche im September, von Bella im April.
Wir versuchen uns jetzt, weil wir jetzt gerade zusammen auf dem Sofa sitzen, an einer Zusammenfassung der Geschichten ohne noch einmal reinzuschauen.
Das Magazin sieht vor alle Geschichten zu benoten: "Geben Sie der Erzählung, die Ihnen am Besten gefallen hat eine 1; der, die Ihnen am zweitbesten gefallen hat, eine 2 usw. Trennen Sie die Seite heraus oder fotokopieren Sie sie oder schreiben Sie die Titel auf eine Postkarte und senden sie an den Wilhelm Heyne Verlag… Das Ergebnis wird im übernächsten Magazin veröffentlicht." Die Benotungen haben wir vorschriftsmäßig direkt nach dem Lesen und völlig unabhängig voneinander im Buch vermerkt!

Isaac Asimov – Auf den Gewinner (Note M: 8, Note B: 8)
Also das war total abgefahren! Asimov, der Erzähler, hatte einen Freund, dessen Freund einen Freund hatte, der ein kleines Alien war und in seinem Ohr/Kopf/Haus wohnt. Oder hatte Asimov das Alien und einen Freund? Das Alien hat wenauchimmer (irgendeinen Freund des Alienfreundes) überattraktiv und sexuell anziehend gezaubert, aber natürlich nicht magisch sondern wissenschaftlich (Pheromone!). Der bezauberte Freund hatte dann ein Riesenproblem mit den ganzen Frauen, die ihn total toll fanden und sich zu einer Schlange aufreihen und vorsprechen mussten. Aber am Ende hat er das hässlichste Mannweib der ganzen Welt bekommen, weil deren Bruder ein Schlägertyp war. Es endet auf jeden Fall irgendwie im Supermarkt. Nichts ergab einen Sinn!

Thomas Wylde – Das Kindermädchen (Note M: 1, Note B: 1)
Erde total zerstört, ein Mann fliegt ganz klassisch in einem Raumschiff zu einer fernen Welt (Proxima Zentauri?), um eine Kolonie zu gründen. Dafür hat er tiefgekühlte Eizellen und Spermien dabei. Aber natürlich geht alles schief, das Wasser wird knapp. Nach einem Unfall muss der Mann (das Kindermädchen) einige der Eier wegschmeißen. Aus irgendwelchen Gründen hat er dann noch jeweils 2 Eier übrig und macht daraus 2 Kinder, ein Junge und ein Mädchen. Die Eier wurden natürlich vorher per PID ausgesucht und geben topfitte, superintelligente Kinder ab. Aber das Wasser wird noch knapper und die Kinder müssen sich die Beine abschneiden. Gegen Ende fällt auf, dass das Wasser immer noch nicht reicht und die Kinder auch gar keine Muskeln haben (die sie bräuchten, um den Eintritt in das Gravitationsfeld zu überleben), weil die immer nur in der Schwerelosigkeit rumgeschwebt sind anstatt fleißig zu trainieren. Stattdessen produzieren die Kinder (inzwischen geschlechtsreif) neue befruchtete Eizellen zum Einfrieren. Danach muss der Mann die Kinder umbringen, auf dem Planeten landen und die Kolonie gründen.
Die Geschichte war irgendwie besser als sie hier jetzt klingt.

Scott Sanders – Der Konstrukteur der wilden Tiere (Note M: 4, Note B: 3)
Tiere sind alle ausgestorben, Menschen wohnen in Blasenstädten, die irgendwie im Meer schwimmen oder so ähnlich. Im Freizeitpark gibt es mechanische Tiere zu bewundern, die sprechen können. Die Assistentin vom Tierbauer findet das nicht realistisch genug und die beiden bauen deswegen realistischere Tiere. Die wollen alle auffressen. Am Ende wird das Meer noch mal wichtig, so Flutung der Blase?

Ursula K. le Guin – Die Besteigung der Nordflanke (Note M: 7, Note B: 6)
Hä? Leute klettern auf ein Haus. Kommt aber wie eine Everestbesteigung daher.

James Killus & Dorothy Smith – Eisen von draußen (Note M: 6, Note B: 7)
Ein Typ wird von einer Firma angeworben, um einen Asteroiden einzufangen und in einen Erdorbit zu schleppen. Da soll der Asteroid dann abgebaut werden. Unterwegs reißt irgendein Kabel und ein Motor wird weggeschleudert. Der Mann fliegt (nur in seinem Raumanzug!) hinterher, um den Motor zu retten. Dafür muss er den Motor um 1° in der Flugrichtung ändern, indem er 4000000 mal um ihn herum klettert. Dieser Teil der Geschichte war extrem öde, machte aber 99% der Story aus. Am Ende war der Mann total verstrahlt, aber reich.

Sydney J. van Scyoc – Die Feuerpriesterin (Note M: 5, Note B: 5)
Ein unterdrücktes Sklavenvolk von einem anderen Planeten hatte supernatural Fähigkeiten, aber die wurden mehr oder weniger ausgerottet, weil sie zu gefährlich waren (also die Fähigkeiten). Manche Sklaven wurden freigelassen und wurden auf einen anderen Planeten gebracht und durften da frei leben. Die Bäume auf diesem Planeten waren pelzig und im Wald gab es große und sehr gefährliche Katzen. Ein Mädchen ist da angekommen, weil sie beim Feuerpriestern gezaubert hat, wo sie ein Gaspedal hätte treten sollen. Auf dem Planeten soll sie als Feuerpriesterin arbeiten, will aber nicht. Dann kommt ein Typ, der nicht zu dem Sklavenvolk gehört, sondern von der Familie abstammt, die dieses Volk zum ersten Mal versklavt hat und damit wahnsinnig reich geworden ist. Der Typ ist wild und romantisch und hat Gewissensbisse wegen seiner Familie. Im Wald bei den Katzen (verscheuchbar mit Feuer) macht er die Lampe kaputt, damit das Mädchen Feuer zaubern muss und über ihren Schatten springt.

Gene Wolfe – Der letzte packende Groschenroman (Note M: 3, Note B: 4)
Da war ein verrückter Professor in einem Haus in der Wüste. Der hat ein Medikament gegen alles erfunden, aber sich auch geklont. Es kommt ein Held (der Held des Groschenromans mit Regisseur im Ohr und ohne freien Willen. Sehr merkwürdig.) und schläft mit der Tochter des Professors. Ein Killer kommt vorbei und Killer und Professor schießen sich gegenseitig so gut wie tot. Ambulanz braucht ewig. Als alle weg sind, nur der Held ist noch da, taucht der Klon auf, der Erpresserbriefe an den Professor geschrieben hat. Erinnerungslücke. Alles brennt ab.

Science Fiction aus Österreich: Gerhard Hejk – Selbstmord (Note M: 2, Note B: 2)
Mann baut Zeitmaschine, hört nachts Geräusche und zieht dem Einbrecher eins über die Rübe. Die Leiche sieht gruselig aus, sie ist irgendwie mit Metall verwachsen. Der Mann denkt, bevor die Polizei kommt und ihn des Mordes verdächtigt, probiert er lieber die Zeitmaschine aus. Leider gibt es eine Fehlfunktion und er verwächst mit dem Stemmeisen, mit dem er dem Einbrecher eins über gegeben hat. Danach stolpert er in der Vergangenheit aus dem Schuppen, in dem die Zeitmaschine steht, und bekommt eins mit einem Stemmeisen übergebraten. Pointe: Das ist er selbst!

Ergebnis des Experiments: Schade, dass wir nicht auch die Magazin-Nummer 24 haben. Unsere Benotungen weisen darauf hin, dass wir uns am besten an extrem gute oder extrem schlechte Geschichten erinnern können.


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 08.07.2011, 23:55                                  +/-

Ursula K. le Guin – Die Besteigung der Nordflanke (Note M: 7, Note B: 6)
Hä? Leute klettern auf ein Haus. Kommt aber wie eine Everestbesteigung daher.




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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 09.07.2011, 00:30                                  +/-

kpm
Aber das Wasser wird noch knapper und die Kinder müssen sich die Beine abschneiden.


Ich fand immer das Beineabschneiden wäre die Lösung gewesen in "The Cold Equation". Das ist ein Klassiker der Sci-Fi-Kurzgeschichten, bei dem eine blinde Passagierin sich in ein Raumtransportschiff schmuggelt, wodurch aber der Treibstoffverbrauch durcheinander kommt. Ist recht flott zu lesen und hat einen historischen Charme (veröffentlicht 1954 und ausgezeichnet in der "The Science Fiction Hall of Fame"):

http://www.spacewesterns.com/articles/105/


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 09.07.2011, 12:01                                  +/-

Was ist das hier? Plots von Lieblings-SF-Geschichten erzählen? Ok, da hab ich auch zwei Smilie

Leviathan
Auf einem Wasserplaneten dümpeln irdische Meeresbiologen auf ihrem Forschungsschiff so herum, es passiert nicht viel. Sie haben eine Schule Buckelwale von der Erde mitgebracht und ausgesetzt, die sich ganz wohl fühlen. Diese sollen den riesigen Ozean, der bis auf ein paar Inselgruppen die gesamte Oberfläche des Planeten bedeckt, erforschen. Die Forscher können sich per Stimmumwandler mit den Walen unterhalten und die Gespräche sind lustig und wirken realistisch. Die Wale reden kindlich und fröhlich, leben im Augenblick, von Vergangenheit und Zukunft haben sie keinen Begriff. Es geht bei ihnen hauptsächlich um Essen, Sex und Klatsch innerhalb der Gruppe. Sie sprechen in kurzen Sätzen mit simpler Grammatik und ohne Ich-Form und machen sich gerne über die Forscher lustig, die aus ihrer Sicht lächerlich kleine Wesen sind, die nicht schwimmen können und kein Sexleben haben. Der Gruß der Wale lautet "Viele fröhliche Kopulationen" hähö

Dann aber passiert was, die Wale nehmen Kontakt mit einem gigantischen Tiefseewesen auf, dem "Leviathan", der am Ende der Geschichte dann auch auftaucht... leider weiß ich den Autor nicht mehr.


Die Konzentrationsstadt
Von James Graham Ballard. Die Story spielt in New York in der Zukunft, die Stadt hat sich in alle Himmelsrichtungen, auch nach oben, endlos ausgedehnt, so dass alle Bewohner im Inneren eines gigantischen Würfels aus Stadt leben. Es git keinen Hinmmel, es ist überall Stadt. Das größte Problem sind Kohlenmonoxid-Vergiftungen, immer wieder gibt es eine Sirenenwarnung und alle müssen zur Sauerstoffflasche greifen. Das politische System ist ridige, der Zugang zu Wissen ist beschränkt und niemand weiß, wo die Stadt aufhört und was dahinter kommt. Eine 1984-mäßige, bedrückende Atmosphäre.

Zwei Studenten finden aber ein altes Buch über Flugzeuge und basteln ein Flugzeugmodell, dass sie im einzigen freien Raum, den sie kennen, fliegen lassen, in einem Footballstadion. Flugzeuge gibt es nicht mehr, sie sind nur eine Legende aus der Vergangenheit. Davon angeregt beschließt einer von ihnen, mit der U-Bahn bis zur Stadtgrenze zu fahren. Er fährt tagelang und kauft sich jeden Morgen eine Zeitung, um Anhand der Immobilienpreise abschätzen zu können, wie weit er vom Stadtzentrum entfernt ist. Letztendlich aber fährt er im Kreis, die Stadt hat kein Ende.

Das ist eine richtig schön hoffnungslose SF-Geschichte Yes


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Meine Herren, jetzt wird's psychologisch!
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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 17.07.2011, 14:20                                  

Dr. Peter Becker: Aufstieg und Krise der deutschen Stromkonzerne

Klappentext:
Strom, Gas und Wasser braucht jeder. Aber die Art und Weise, wie vor allem die Stromkonzerne, aber auch Stadtwerke, ihr Geschäft betreiben, ist weitgehend unbekannt. Gewiss, man weiß, dass die Konzerne bis heute mindestens teilweise Monopolisten sind und dass man im Monopol prächtig verdient. Aber wie das alles kam, wurde in einer so farbigen und spannenden Form bisher nie aufgeschrieben – bis hin zum Streit um Energiewende, Energiekonzept, Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und der Macht der Lobbyisten.

Hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich der Allgemeinheit mal ein Buch ans Herz lege, das bei mir im Regal unter "Fachliteratur" steht. Smilie
Ich bin zwar noch längst nicht durch mit dem Buch, aber den Rezensionen in der FAZ sowie der Zeit kann und möchte ich mich jetzt schon anschließen.

FAZ:
"Analytisch klar und faktenreich entwirrt dieses Buch das Geflecht der deutschen Stromwirtschaft. Wege und Seitenwege der hiesigen Atomlobby werden ausgeleuchtet, die bisherige Energiepolitik sieht sich als Geheimpolitik desavouiert."
Ausführliche Rezension hier.

Zeit:
"Hätte es dieses Buch schon zu lesen gegeben, bevor die Debatte um die Verlängerung der Laufzeiten für deutsche Atomreaktoren aufkam, wären die Deutschen vom Ausgang des Streits weniger überrascht worden. Der Autor des Buches, der Rechtsanwalt Peter Becker, beschreibt außergewöhnlich klar, woher die Macht und der Einfluss der Energiekonzerne kommen."
Ausführliche Rezension hier.

Egal ob pro oder contra Atomenergie, wer sich für die Themen Energieversorgung und –politik interessiert, ist hier goldrichtig und wird sachlich, verständlich, fundiert und kritisch informiert.

Hier noch die Amazon Kurzbeschreibung

Der Aufstieg der Stromkonzerne beginnt mit drei genialen Unternehmern: Werner Siemens, Erfinder des Dynamos, Walter Rathenau, Gründer der AEG, und Hugo Stinnes, Zechenerbe, der mit einem genialen Coup das Rheinisch-Westfälische Elektricitätswerk, RWE, groß machte: Wirtschaftsgeschichte, spannend und farbig erzählt. Die Konzerne waren so mächtig, dass sie bis ins Dritte Reich hinein das Entstehen rechtlicher Regeln verhindern konnten, die sie bei ihren Kartellabsprachen nur behindert hätten. Die Erklärung ist einfach: Sie gehörten, wie auch die Stadtwerke, weit überwiegend dem Staat, der natürlich kein Interesse hatte, seine Wirtschaftstätigkeit einzuengen. Erst die Nazis wollten mit ihrem Energiewirtschaftsgesetz von 1935 Preise regulieren; für die Aufrüstung. Nach dem Krieg entstand unter dem Druck der Alliierten ein Kartellgesetz - aber nicht für die Energiewirtschaft. Erst die Liberalisierung - auf Druck aus Brüssel - schob die Gesetzesarbeit an: das Kartellgesetz, das Energiewirtschaftsgesetz, im Jahr 2005 dann zahlreiche Verordnungen. Dem Staat gefällt die Regelungswut, die Komplexität nimmt zu... Aber das Buch erzählt die Entwicklung anhand zahlreicher konkreter Streitfälle, differenziert, trotzdem übersichtlich - und immer spannend. Einen derartigen Überblick gab es bisher nicht. Dabei ist er überfällig, weil sich der Klimaschutz nicht nur auf den Aufstieg der Erneuerbaren Energien auswirkt, mit dem der Abstieg der Stromkonzerne einher geht. Die rechtlichen Regeln betreffen immer mehr Menschen: Verbraucher, Windkraft- und Photovoltaikbetreiber, die dahinter stehenden Industrien etc. Deswegen fehlt auch die aktuelle Auseinandersetzung nicht, der Kampf um die Energiewende, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und der Anpassungsdruck für jeden von uns. Das Buch hilft, all das besser zu meistern.

die Kapitelübersicht:

- Der Stromstaat entsteht
- Ein Gesetz gegen Wettbewerbsbeschräkungen – aber nicht für die Energiewirtschaft
- Der Stromstreit
- Die Liberalisierung der Energiemärkte
- Monopoly mit staatlichem Segen
- Die Strompreisbildung: der Verbraucher hat immer das Nachsehen
- E.ON oder die Liebe zum Risiko
- Das Bundeskartellamt
- Die Atomverstromung: Triumph der Verdrängung
- Der unaufhaltsame Aufstieg der Erneuerbaren Energien
- Der Kampf um die Stromerzeugung – Vereinung des Unvereinbaren im Energiekonzept der Bundesregierung
- Die verfassungsrechtlichen Risiken der Laufzeitverlängerung
- Warum die Stromkonzerne so mächtig sind
- Die Krise der Stromkonzerne

sowie ein paar Hintergründe zum Autor:

Er kennt das deutsche Energierecht wie kein anderer: der Marburger Rechtsanwalt Dr. Peter Becker. 20 Jahre lang hat er sich hauptsächlich mit energierechtlichen Fragen beschäftigt, seit er 1991/92 insgesamt 146 ostdeutsche Städte vor dem Bundesverfassungsgericht vertrat. Anlass war eine erste Rekommunalisierungswelle: Die erste demokratische Volkskammer hatte im Jahr 1990 kurz vor der Einigung die gesamte ostdeutsche Stromwirtschaft mit den sogenannten Stromverträgen an die westdeutschen Energieriesen verkauft – wohl, weil sie Bauchschmerzen wegen der völlig überalterten und die Umwelt verpestenden Braunkohleverstromung hatte. Die Rechtslage war kompliziert, doch Becker organisierte eine Stadtwerkskonferenz, auf der beschlossen wurde, vor dem Bundesverfassungsgericht für die kommunalen Rechte zu streiten. Im Oktober 1992 schlug das Bundesverfassungsgericht bei seiner ersten auswärtigen Verhandlung in Stendal einen Vergleich vor, der im Dezember tatsächlich unterschrieben wurde. Die ostdeutschen Städte verdanken Peter Becker also ihre Stromversorgungen. Dieser Historie widmet Becker ein ganzes Kapitel. „Man muss resümieren, dass die westdeutschen Konzerne und die Bundesregierung Hand in Hand den ostdeutschen Kommunen ihr Vermögen weggenommen haben. Erst das Bundesverfassungsgericht hat das alles mit Hilfe rechtsstaatlicher Herangehensweisen repariert", sagt Becker heute über diese Episode.

Aus dieser Tätigkeit ist über die Jahre die führende energierechtliche Kanzlei Deutschlands und wohl auch auf der europäischen Ebene entstanden, mit Niederlassungen in Berlin, München, Köln, Stuttgart und Brüssel. Die Kanzlei mit der Bezeichnung BBH (Becker Büttner Held), hat inzwischen über 350 Beschäftigte. Seine Marburger Niederlassung hat Peter Becker allerdings aufgegeben – aus Altersgründen, denn er ist gerade 70 geworden.

Zuvor hatte er ganz andere Rechtsbereiche betreut: Weil er beim ersten Anlauf durch das Erste Juristische Staatsexamen gefallen war, befasste sich Becker mit dem Prüfungsrecht und schrieb seine Dissertation darüber. Als Referendar hatte er einen Prozess zu bearbeiten, bei dem ein arabischer Student durch das Volkswirtschaftsexamen gefallen war. Doch es existierte kein Protokoll der mündlichen Prüfung – ein Skandal. So entstand ein Aufsatz zu den rechtsstaatlichen Vorgaben für Prüfungsverfahren. In dieser Zeit war er vielen Marburgern bekannt als „Numerus clausus-Anwalt": „Das klingt jetzt vielleicht arrogant, aber mir verdanken Tausende medizinischer Studienbewerber ihre Studienplätze", erzählt Peter Becker heute.

Peter Becker ist ein passionierter Klavierspieler, seine Interpretation der chromatischen Fantasien und Fugen von Bach ist Legende. Er ist aktiv in der deutschen Sektion der Anwälte gegen Atomkrieg und hat gerade ein Buch herausgegeben über die Rolle des Völkerrechts für den Weltfrieden.


Quelle (inkl. Interview mit dem Autor)

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Ludy
Sommerfestlady


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BeitragVerfasst am: 19.07.2011, 00:27                                  +/-

Wird der neue Moers episch oder lame, was meint ihr? Die Stadt der träumenden Bücher fand ich schon toll, aber den Schrecksenmeister nur so lala.




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Raus aus dem Aquarium und Vogel werden – is’ schwierig.
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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 19.07.2011, 07:16                                  +/-

*kreisch*

Wußte gar nicht, daß das so bald kommt! Es wird sicher grandios, Unterweltlabyrinthe kann er einfach (Stadt der träumenden Bücher und Rumo sind schon irgendwie die besten). Und Hildegunst ist auf dem Cover.

Übrigens fand ich den Schrecksenmeister beim zweiten Lesen sehr viel besser als beim ersten.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 19.07.2011, 18:36                                  +/-

Moers: Nur grandios - aber auch wie Ludy: Schrecksenmeister nicht die übliche Höhe.
Ich erwarte jetzt nichts anderes als das absolute Nonplusultra. Yes

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 19.07.2011, 22:51                                  +/-

Craggan über HP als Große Weltliteratur
Warum? Weil er mich beim Lesen gefesselt hat.


Und das belegt jetzt in Richtung "Weltliteratur" was?

(Vorhergehende Diskussion siehe dorten.)

Gepostet am 19.07.2011, 22:53:

Craggan
Ich finde Rowling übrigens einen Tick "erwachsener", als Lindgren oder Jansson,
????? Erkläre Dich!

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 19.07.2011, 23:18                                  +/-

Naja, erwachsener als Lindgren schon, aber das ist ja kein Gütekriterium.


@Craggan
Oje, ich habe gefühlt in beiden Foren schon so viel über Potter geschrieben. Vielleicht wenn die Zeugnisse draußen sind. Gerade laviere ich noch zwischen den dusseligen Euphemismen der Zeugnisbemerkungen herum.

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 20.07.2011, 01:46                                  +/-

Celebrian
Das meiste von Ende, Lindgren, Preußler, Baumann und Kästner. Mary Poppins, das ein oder andere von den Hummerklippen. Die Mumins von Tove Jansson. Die Klassiker: Mark Twain, die Dschungelbücher, Jules Verne, Karl May.

Karl May?! Oh, Bard hat das ja schon aufgegriffen.
Celebrian
@Bard
Karl May mag inhaltlich teils einigermaßen verschroben bis peinlich sein, ist Rowling aber stilistisch überlegen.

Ernsthaft? Nun gut, es ist Jahre her, dass ich das letzte Mal den Orientzyklus gelesen habe, vielleicht war ich damals nicht in der Lage seine sprachliche Kunst zu würdigen. Andererseits sind seine Bücher unfassbar dum. Geschockt Ich habe in meiner frühen Jugend radikal aufgehört Karl May zu lesen, von jetzt auf gleich, weil das inhaltlich alles nur dum ist. hähö


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 20.07.2011, 07:59                                  +/-

Ich habe Karl May mit Taschenlampe nach Schlafbefehl unter der Bettdecke gelesen. Wer den als Kind nicht toll fand, hat kein Herz (wer ihn als Erwachsener noch liest, hat keinen Verstand).

Zu Rowling schreibe ich nachher noch mal was


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Zarathustra



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BeitragVerfasst am: 20.07.2011, 11:29                                  +/-

Ich hab als Kind viel Jack London gelesen. Und Cooper, Lederstrumpf, der Letze der Mohikaner sowas. Aber die Karl-May-Verfilmungen, die fand ich super.

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Waldelb



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BeitragVerfasst am: 25.07.2011, 13:39                                  +/-

Ich mache gerade meinen dritten Versuch "Wuthering Heights" von Emily Brontë zu lesen und bin diesmal tatsaechlich schon etwas weiter gekommen. Was mich allerdings immer wieder abschreckt ist der furchtbare Albtraum des Erzaehlers, der gleich in einem der ersten Kapitel auftaucht. Da ich ein "Vor dem Schlafengehen"-Leser bin, gruselt mich das jedes Mal schrecklich. Deswegen habe ich mich beim ersten Versuch auch so schwer getan danach nochmal ins Buch zu schauen.
Beim zweiten Anlauf (wie auch dieses Mal) war es dann hauptsaechlich die Sprache und diese Rohheit, mit der die Charaktere miteinander umspringen, die mir das Lesen schwer machte. Ich bin jetzt ungefaehr beim 10. Kapitel und alle scheinen sich gegenseitig zu hassen; die Maenner schlagen Frauen und Kinder, diese verfluchen sie, wuenschen den Teufel herbei, pruegeln sich gegenseitig, wuenschen sich, dass des anderen Gehirn aus dessen Kopf fliegt, usw. Da ist bisher nichts freundliches, kein Lachen, (noch) keine Liebe, keine Zuneigung. Ich kann noch nicht mal einen der Charaktere fuer mich gewinnen, weil es auf ihre Art und Weise alles herzlose Wesen sind. Und das deprimiert mich.

Heute Abend werde ich es aber weiter versuchen. Drueckt mir die Daumen, dass nicht schon wieder jemand einen komischen Traum hat.


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titania



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BeitragVerfasst am: 25.07.2011, 15:02                                  +/-

MIHIHIHI - ich habe einen Karton allein mit Benimmbüchern! :wahnsinn:


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Der menschliche Körper enthält sechs Liter Blut: genug, um eine große Wohnung anzustreichen.
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Leuchtkeks



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BeitragVerfasst am: 25.07.2011, 23:12                                  +/-

Dieses Buch soll auf der Comic Con für Furore gesorgt haben. Autor ist einer der Drehbuchautoren von "Fanboys", ein sehr geekiger Film, der aber m.E. nicht das ist was er hätte sein können.

Das Buch wird wohl trotzdem genauer unter die Lupe genommen werden müssen grins


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 25.07.2011, 23:56                                  +/-

Vielen Dank, Ihre Bestellung wird bearbeitet.
Wir haben Ihnen per E-Mail eine Bestätigung geschickt.
Voraussichtliche Lieferung: 9. August 2011 - 16. August 2011


Danke Spitze

(ich fand Fanboys übrigens streckenweise herrlich)


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