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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 24.02.2014, 12:18                                  +/-

Man kann nie zuviel wissen.

Gepostet am 24.02.2014, 12:19:

Das ist übrigens das Motto von Geo Smilie


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Was hab ich denn getan, dass du mich immer quälst und sagst, du liebst mich nicht??
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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 24.02.2014, 12:26                                  +/-

Nichtraucher
Man kann nie zuviel wissen.

Falsch!



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I have come here to chew bubble-gum and kick ass. And I'm all out of bubble-gum.
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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 06.03.2014, 07:20                                  +/-

pfeifenkrautler
Mal ein paar ungeordnete Gedanke zu Sherlock Holmes

Erstmal ist es ganz klar Trivialliteratur, da gibt es kein Vertun, aber im besten Sinne. Aus den immer selben Zutaten werden hochgradig unterhaltsame Geschichten gesponnen, wobei auch der Wortschatz schnell seine Grenzen findet, ein Baukastenprinzip. Was mir als Nichtmuttersprachler ganz recht ist, Doyle ist wirklich erstaunlich leicht zu lesen, besonders wenn man bedenkt, dass er das vor über 100 Jahren geschrieben hat.

Dabei wirkt einiges erstaunlich modern: es gibt Telephone und U-Bahnen, Holmes nimmt Drogen und lebt ein modern anmutendes Junggesellenleben ohne große gesellschaftliche Zwänge. Die wenigen Frauenfiguren sind meist starke, unverheiratete Frauen mit eigenem Einkommen, für die es kein Problem ist, mit zwei Junggesellen bei Nacht und Nebel durch London zu fahren u.ä. Religion spielt keine Rolle, oder wenn sie doch mal auftaucht, dann nur als verachtenswerter Aberglauben, der dem Fortschritt der Menschheit im Weg steht, Wissenschaft und Ratio werden hingegen in höchsten Ehren gehalten.

Anderes liest sich befremdlich und zeigt die Entstehungszeit: Polizisten lassen sich im Dienst ohne zu zögern zu Wein und Whisky einladen, Holmes konsumiert Kokain, Morphium und Opium, das legal erhältlich ist, die bettelnden Straßenkinder Londons werden nicht als soziales Problem wahrgenommen sondern als romantisches Lokalkolorit, sind sie doch Holmes treue Helferlein, die "Baker Street Irregulars". Ein Ureinwohner der Andamanen wird als scheußliches, tierartiges und hässliches Wesen beschrieben, überhaupt dienen fremde Länder und Kulturen allein als exotische Staffage, die ein angenehmes Gruseln ermöglicht. Kultiviertes Leben ist natürlich allein in England möglich.

Korrigierte Weltbilder
Der Holmes in meinem Kopf war immer ein magerer Mann in kariertem Tweed mit Jägermütze, im Mund die obligatorische Pfeife, kühl und rational, ein menschlicher Computer, Watson der leicht trottelige gemütliche Sidekick mit Wohlstandbäuchlein und Schnauzer. Das hat sich korrigiert und ich frage mich, wie dieses Bild überhaupt entstehen konnte. Der Holmes bei Doyle ist ein geschickter Hobby-Boxer, sehnig und kräftig. Er lacht gerne und herzlich, auch über sich selber und ist den Genüssen des Lebens durchaus zugeneigt. Er isst und trinkt gut, liebt die Musik, und kann sehr gut schauspielern. Oft zeigt er soziale Defizite, ihn interessieren die emotionalen Zustände anderer nicht, er kann sie mitunter nicht nachvollziehen und er kann vollkommen in einer Denkaufgabe aufgehen, dann arbeitet er wirklich wie eine Maschine und ist über Tage nicht ansprechbar. Klingt nach leichtem Asperger-Snydrom.
Auf der anderen Seite knüpft er, wenn er verkleidet ermittelt, schnell Kontakte zu Kutschern, Matrosen und Arbeitern, weiß Leute aus verschiedensten Schichten passend zu behanden und ist ein sehr guter Befrager, er kitzelt jede Info heraus, die er braucht. Er hat also durchaus soziale Kompetenzen, setzt sie aber zielgerichtet ein.

Er trägt nie karierte Tweedmäntel und Jägermützen (laut Wikipedia, ich hab noch nicht alles gelesen), das Bild in unserem Kopf hat ein zeitgenössischer Illustrator zu verantworten. Er raucht niemals außerhalb geschlossener Räume Pfeife, das Bild im Mantel mit Pfeife im Mund ist also totaler Quatsch. Er raucht Pfeife wenn er nachdenkt, ist er nervös raucht er Zigaretten, zum Genuss Zigarren.

Watson ist zu Beginn ein abgemagerter Kriegsversehrter, dem eine Soldatenrente ein ungebundenes Leben ermöglicht, mit dem er aber nicht viel anzufangen weiß, er lebt ziellos vor sich hin. Er ist latent pessimistisch, empfindet Holmes oft als arrogant und abstoßend kalt und sieht dessen Drogenkonsum sehr kritisch. Gerne tagträumt er vor sich hin und hat eine romantische Ader, für die ihn Holmes öfter mal aufzieht. Erst später wird er zum seriösen Arzt und Ehemann, ihm bleibt aber immer etwas Unruhiges, Abenteuerlustiges, das ihn immer wieder dazu treibt, mit Holmes auf die Jagd zu gehen. Trottelig ist er kein bisschen, sondern ein guter Beobachter und fähiger Arzt mit sehr guter Allgemeinbildung.

Schwul oder was?
Darüber wurde viel geschrieben, ich denke, die beiden sind so schwul wie Winnetou Frodo und Sam, also eher nicht. Ein viktorianisches Junggesellenverhältnis, was es wohl heute so nicht mehr gibt. Große Verbundenheit, eine Welt, in der Frauen erstmal außen vor bleiben, aber eher nichts Sexuelles. Holmes erscheint sowieso vollkommen asexuell. Interessant ist auch, dass sie nur in ganz wenigen Geschichten zusammen in der Bakerstreet wohnen, zumeist ist Watson bereits verheiratet und hat einen eigenen Hausstand. Auch hier trügt die kollektive Erinnerung. Dann aber passiert es, dass Mrs. Watson zwei Wochen auf Kur ist und es ist für Watson selbstverständlich, dass er in der Zeit wieder bei Holmes einzieht, einfach so, da redet keiner viel drüber. Da könnte man schon eine "Brokeback-Mountain"-Romanze hinzudichten.

Macht auf jeden Fall Spaß, endlich mal das Original zu lesen, man ist ja völlig popkulturell verseucht bei diesem Duo.


Warum ich den Beitrag vom pk zitiert habe:

Wikipedia
Holmes occasionally uses addictive drugs, especially when lacking stimulating cases. He believes the use of cocaine stimulates his brain when it is not in use. He is a habitual user of cocaine, which he injects in a seven-per-cent solution using a syringe that he keeps in a Morocco leather case. Holmes is also an occasional user of morphine but expressed strong disapproval on visiting an opium den. These drugs were legal in late 19th-century England. Both Watson and Holmes are continual tobacco users, including cigarettes, cigars, and pipes, though this was not an uncommon habit during this era.

Dr. Watson strongly disapproves of his friend's cocaine habit, describing it as the detective's "only vice" and expressing concern over its possible effect on Holmes's mental health and superior intellect.

Ich wusste, dass Sherlock Holmes Kokain konsumiert hat, aber nicht, dass er sich das injiziert hat. Ich dachte, er hätte das lediglich geschnupft. Er hat sich also sogar die Nadel gegeben. Und Watson hat das gar nicht gefallen.

Und um die Frage zu beantworten, warum die übliche intuitive Vorstellung von Watson (gar nicht mal so sehr Holmes) vom literarischen Original abweicht: Dies hier hat sehr viele Leute geprägt und ist ja auch sehr gut, wenn auch nicht werkgetreu: Sherlock Holmes Film Series

Und aus dieser Serie ist speziell dieser Film unglaublich gut: The Pearl of Death

Und hier ist er:


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 06.03.2014, 10:35                                  +/-

Die haben das bereits damals schon in die Gegenwart verlegt? Wie untrue ist das denn? Sowas lehne ich ja streng ab. Sherlock Homes und das viktorianische Zeitalter gehören untrennbar zusammen.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 20:32                                  +/-

Meine neueste Neuerwerbung (vielleicht auch was für den PK):



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Gimli



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BeitragVerfasst am: 17.04.2014, 21:01                                  +/-



Muss ich haben!

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 28.04.2014, 22:41                                  +/-



Ach ja, Rob Lowe haben wir auch getroffen (der ist auch Autor) Smilie Ich hab ihm gesagt, dass ich "German" bin und nur wegem ihm nach NYC gekommen wäre. Und er so: "Naaaaaah" Und ich so: "Touché" Und so. Der Typ ist 50 Jahre alt. Unfacebar, dass der so gut aussieht.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 12.06.2014, 10:34                                  +/-



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Zarathustra



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BeitragVerfasst am: 26.07.2014, 11:19                                  

Ich habe heute nacht noch "Untergetaucht" von Marie Jalowicz Simon fertig gelesen.



Dabei handelt es sich um eine Aufarbeitung von 77 Tonkassetten, in denen Marie Simon ihr Leben und Überleben als Jüdin in Naziberlin schildert. Es ist ein durchaus interessantes Buch, das mit einer teils enormen emotionalen Zurückhaltung und Nüchternheit die oft widerlichen Momente, die sich durchleben musste, schildert. Wenn sie von verschiedenen Männern vergewaltigt wird, als Ausgleich für ein paar Nächte Obdach, und das dann genauso distanziert erklärt, wie die Momente, in denen ihr ein SS Mann beim Milchpanschen hilft, ist das schon beeindruckend und erschütternd zugleich. Auch die verschiedenen Motivationen ihrer Retter sind faszinierend geschildert. Und das ist ja auch ein eher selten beleuchtetes Kapitel der Jahre 33-45.

Einerseits also gut und durchaus empfehlenswert.

Andererseits ist es aber auch schwer, so vollends begeistert von Marie Simon zu sein, weil ihre Lebensgeschichte, aufgesprochen am Ende ihres Lebens, eben doch nicht immer distanziert und nüchtern dargestellt wird. Beziehungsweise sich die Beschreibungen und Einschätzungen teils so lesen, als wären sie direkt aus dieser Zeit aufs Papier gebracht worden. Immer wieder kommen Standesdünkel durch, wird auf alte Proletarierinnen ohne Bildung herabgeschaut und betont, dass ihr gerade das Verstecken in den Armenvierteln Berlins so schwer fiel, weil sie nichts mit den Leuten dort gemeinsam hatte. Man merkt, wie schwer ihr die Situation insgesamt fiel und wie sie mit sich selbst kämpft, um die eigene Identität nicht zu verlieren. Dass sie die Umgebung ablehnt, ist eigentlich verständlich. Aber die Ausstattung der Bücherregale und die Feinheit des Gesichtes haben für mich in der jetzigen Zeit einfach keine Relevanz, auch wenn es für sie damals sicher wichtige Strohhalme waren an die sie sich klammerte.
(Da hilft es auch nicht, dass buchstäblich auf den letzten Seiten des Buches mal eben erwähnt wird, das gerade das Bildungsbürgertum in der Nazizeit versagt hatte. Im Gegenteil, es wirkt fast wie eine Schnörkel, den man zur Sicherheit noch drauf gesetzt hat.)

Dabei finde ich nicht, dass sie irgendjemandem unkritische oder übertriebene Dankbarkeit schuldet, es ist auch irgendwie erfrischend, wie ungefiltert diese Meinungen teilweise auf dem Papier stehen. Aber man bleibt nach diesem Buch eben nicht nur informiert und betroffen, sondern auch ein kleines bisschen verwirrt zurück.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 01.08.2014, 21:09                                  +/-

Ja gut, so richtig viel gelesen wird hier halt auch nicht mehr Traurig


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Warg



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BeitragVerfasst am: 01.08.2014, 21:13                                  +/-

Hat jemand schon den neuen Abercrombie gelesen?

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 02.08.2014, 11:22                                  +/-

Das Buch, das er mit Fitch zusammen geschrieben hat?


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 02.08.2014, 13:59                                  +/-

Warg
Hat jemand schon den neuen Abercrombie gelesen?

Nope, wobei das auch daran liegt, daß er ein paar dumme Kommentare Richtung YA-Fantasy-Genre allgemein abgegeben hat, weswegen sich meine Böcke da sehr bedeckt halten. Außerdem fand ich alles, was ich über das Buch gelesen hatte, viel zu 08/15.

Sollte er wieder "normale" Fantasy rausbringen, werd ich aber wieder dabei sein. Im anderen Thread. hähö


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Warg



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BeitragVerfasst am: 02.08.2014, 17:57                                  +/-

Oxford
Das Buch, das er mit Fitch zusammen geschrieben hat?


Muhahahaha! Zunge

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Erinti



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BeitragVerfasst am: 29.08.2014, 18:21                                  +/-

Amy Plum - After the End

World War III has left the world ravaged by nuclear radiation. A lucky few escaped to the Alaskan wilderness. They've survived for the last thirty years by living off the land, being one with nature, and hiding from whoever else might still be out there.

At least, this is what Juneau has been told her entire life.



Ich schreibe das mit Absicht hier und nicht in den anderen Thread, weil es weder SciFi, noch Dystopie ist. Stattdessen wirft die Autorin Juneau aus der Postapokalypse in die moderne Welt und wünscht ihr viel Spaß.

In erster Linie geht es darum, wie Juneau mit der nach ihrer Ansicht verdrehten Realität klarkommen muß, während sie gleichzeitig von verschiedenen Interessensgruppen gejagt wird und dabei noch ihre Leute finden muß.
Es ist toll umgesetzt, sehr durchdacht und bietet mit dem zweiten Erzähler Miles noch die andere, aktuelle Perspektive.



Melina Marchetta - On Jellicoe Road

I'm dreaming of the boy in the tree. I tell him stories. About the Jellicoe School and the Townies and the Cadets from a school in Sydney. I tell him about the war between us for territory. And I tell him about Hannah, who lives in the unfinished house by the river. Hannah, who is too young to be hiding away from the world. Hannah, who found me on the Jellicoe Road six years ago.

Ich habe mich in den Grundzügen sehr an "Der Kampf der Tertia" erinnert gefühlt, ein wunderschöner Jugendstilroman, der das Thema Schulfehden ähnlich poetisch und verklärt beschreibt (los, lesen!).

Taylors Mutter hat sie vor sechs Jahren einfach vor einem 7/11 abgestellt und verschwand. Seitdem geht Taylor auf die Jellicoe School und wird von Hannah betreut, eine Frau, die auf dem Gelände wohnt, aber auch nicht wirklich zu der Schule gehört.

Im Grunde werden zwei Geschichten erzählt. Zum einen die von Taylor, dem Kampf um das Schulterritorium, ihr Fluchtversuch mit einem Cadet und damit verbunden der Suche nach ihrer Mutter. Zum anderen, von Hannah verfaßt und heimlich von Taylor gelesen, die Geschichte von fünf Kindern, die vor sechzehn Jahren an der Jellicoe Road lebten.

Sprachlich wunderschön, dazu der tatsächlich sehr fremde Hintergrund Australien.
Einer der Gründe, warum ich das YA Genre nie missen wollte. Es gibt viel Hype, aber wie in jedem Genre sind da eben die Perlen, die sich sogar relativ leicht finden lassen.


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 29.08.2014, 20:02                                  +/-

Erinti

Ich habe mich in den Grundzügen sehr an "Der Kampf der Tertia" erinnert gefühlt, ein wunderschöner Jugendstilroman, der das Thema Schulfehden ähnlich poetisch und verklärt beschreibt (los, lesen!).


Laß Dich knutschen, Erinti. Hätte nicht gedacht, daß jemand unter sechzig das noch kennt. Ich hab's als Kind geliebt, obwohl ich es kaum verstand, ist eins von denen, die man als Erwachsene noch mal lesen sollte, schon um Speyers liebevollen Humor mitzukriegen - und natürlich auch, um sich über die Jugendstilperlen wie die Fußballbeschreibung zu freuen:

Der Fuß des Knaben scheint geistreich zu sein wie ein Gedanke oder wie ein Gesang. Dieser seraphische Fuß, von Dämonen mit verzerrten Mäulern belauert, spielt den Ball auf den Rist, zielt und - trifft. Vergeblich wirft sich Knötzinger dem funkelnden Leder mit einer Robinsonade entgegen.
Die Tertia hat ein Tor.


hähö bzw. schon auch

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Erinti



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BeitragVerfasst am: 29.08.2014, 20:49                                  +/-

Überrascht Wooah, das kennt wer!


Ich las es, als ich mich Hals über Kopf in meiner dicksten Sagenphase befand und habe mich jedes Mal wie ne Schneekönigin gefreut, wenn es eine Referenz aus der Ilias oder Odyssee gab. Im Nachhinein geniales Timing
Dank an meinen Vater, der Altgriechisch unterrichtete und durch den ich eigentlich in der Sekunde, in der ich richtig lesen konnte, mit dem etwas anderen Leestoff versorgt wurde. Ohne ihn hätte ich auch Jack London nie oder erst viel später kennengelernt.

Mein Vater und meine Mutter hatten einige sehr tolle Kinderbücher, die ich sehr gerne gelesen habe, das ist tatsächlich aber das, was mir am nachdrücklichsten geblieben ist.
Selbiges liegt auch besonders an Daniela, für mich war das tatsächlich als kleines Knäckeschen äußerst bemerkenswert, daß ein Mädchen einfach so...frei sein konnte. Und dann wurde sie auch noch mit Achill gleichgesetzt, eben nicht als Mädchen dargestellt, was halt schmollt und ansonsten nicht wirklich ernstgenommen wird, wie ich es an der Stelle erwarten würde. Fand ich saucool

Seitdem ich weiß, was den Jugendstil ausmacht, wundert es mich allerdings nicht, daß sie überhaupt so existiert.


Jetzt habe ich wieder das Bedürfnis, die (sehr schöne) Ausgabe meines Vaters zu entführen, aber da wacht meine Mutter noch sehr drüber. hähö


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 29.08.2014, 21:20                                  +/-

Erinti

Selbiges liegt auch besonders an Daniela, für mich war das tatsächlich als kleines Knäckeschen äußerst bemerkenswert, daß ein Mädchen einfach so...frei sein konnte.


Für mich war das übrigens keineswegs bemerkenswert, sondern völlig plausibel, denn ich war noch jung genug, um Charaktere nicht als sozial männlich oder weiblich zu begreifen. Schön war's, damals... Daniela war eben einfach so, wie sie war, völlig unabhängig von ihren Geschlechtsteilen.
Man muß allerdings zugeben, daß der Kult um sie nur funktioniert, weil sie das einzige Mädchen ist...

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Erinti



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BeitragVerfasst am: 29.08.2014, 21:41                                  +/-

Ne, ich hatte da schon gemerkt, daß das eben trotz Ausnahmen und so weiter meist eine reine Männerveranstaltung war, wenn es um abenteuerliche Dinge ging und kämpfende Frauen eine Seltenheit waren.
Passend dazu kamen die meist aus den antiken Sagen.
Jahre später kam eher die späte Erkenntnis, daß ich sie deswegen so toll fand, weil sie in erster Linie eine Person war, die demzufolge nicht über Geschlechterklischees definiert wurde. Es sei denn, man sieht es als Klischee, daß das einzige Mädchen auf der Schule Probleme mit den Mitschülern bekommt und sich nach einem Streit isoliert.
Aber damit kann ich leben.


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Athene



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BeitragVerfasst am: 09.09.2014, 09:16                                  +/-

Ich war vor zwei Wochen seit langem mal wieder planlos in der Bahnhofsbuchhandlung herumkramen und was dann geschah war unglaublich grins

Bücher lese ich fast nur noch auf Empfehlung, weil sie geschenkt wurden oder weil ich den Autor kenne. Bei Spontankäufen kommt oft genug Schrott raus. Aber gut, ich stand am Bahnhof, der Zug hatte Verspätung, ein Buch musste her. Kriterien waren also nur Cover, Titel, Klappentext. Also landete ich hier, alleine weil ich grübelte wie man es denn nun ausspricht:


Und auf der Rückseite stand geschrieben: "Nicht ich bin verrückt, die Welt ist es"

Ich weiß noch nicht wo die Geschichte hingeht, theoretisch gesehen könnte es noch Horror, Science-Fiction oder sonstwas werden. Die Handlung wechselt zwischen zwei Hauptcharakteren hin und her, die zumindest beim Drittel des Buches noch keine Verbindung zu haben scheinen, geschweige denn sich begegnen. Allerdings beinhaltet das Buch auch nur Teil 1 und 2 einer wohl 3-teiligen Geschichte.

Aomame ist Auftragsmörderin, die irgendwann den Eindruck hat, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Polizisten tragen ihr völlig unbekannte Uniformen (wohl schon seit Jahren), es gibt historische Ereignisse, die ihr anscheinend entgangen sind (es entgeht ihr nie etwas). Also beschließt sie, dass sie sich nicht mehr im Jahr 1984 befindet, sondern in einer parallelen Welt, die sie auf den Namen 1Q84 tauft (Q für question mark, bzw. hat das wohl auch etwas mit der 9 im japanischen zu tun).
Tengo, bisher erfolgloser Schriftsteller und Lehrer, erhält den Auftrag das Buch "Die Puppe aus Luft" umzuschreiben, dessen 17-jährige Autorin eine faszinierende Vorstellungskraft zu haben scheint, aber absolut kein Talent zu schreiben. Dieses Mädchen ist eine seltsame Gestalt, überzeugt, dass die Ereignisse ihres Buches (unter anderem "Little People", die aus dem Mund einer toten Ziege kommen) der Wahrheit entsprechen. Sie stimmt der Überarbeitung zu, lädt Tengo zu sich nach Hause ein, zu ihrem verrückten Sensei.

Bei Aomame erwarte ich immer die Wendung zur Science-Fiction (Parallelwelten), bei Tengo einfach nur Horror. Vermutlich liege ich aber mit beidem falsch.


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Eternity is a terrible thought. I mean, where's it going to end?
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Oxford
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BeitragVerfasst am: 09.09.2014, 10:01                                  +/-

Ich hab jetzt mit der Thursday Next Reihe von Jasper Fforde angefangen *giggel* grins



Herrlich verschroben, herrlich verrückt. Modern fantasy, wie ich sie mag Yes Ich bin noch mitten im ersten Buch, aber ich kann schon sagen, dass das Setting ist das Großbritannien eines leicht entrückten Paralleluniversums ist, in dem interessanterweise im Hintergrund ein militärischer Konflikt um die Krim schwelt(allerdings zwischen Russland und Großbritannien). Zeitsprünge und Zeitreisen scheinen möglich (wenn auch nicht sehr häufig) zu sein und überhaupt gelten physikalische Grenzen und Gesetze nicht ganz so, wie in unserer Welt. Ich bin mir aber noch im Unklaren darüber, wie sehr die Menschen in diesem Paralleluniversum darüber Bescheid wissen bzw. in welchem Maße das für sie "normal" ist.

Literatur spielt eine viel größere Rolle. Es gibt sogenannte LiteraTecs (eine Art Literaturpolizei), zu denen auch Thursday Next gehört, die Hauptperson des Buches. Ähnlich wie bei Rivers of London spielt die "Polizei"-Bürokratie eine recht große Rolle.

Wiki
Literary questions (especially the question of Shakespearean authorship) are debated so hotly that they sometimes inspire gang wars and murder. While regular law enforcement agencies still exist, new have also been created to deal with situations too specialized for the traditional ones. These agencies fall under the single organization SpecOps (Special Operations), with more than 20 branches, including SpecOps 12, the Chronoguard, who police all events related to Time Travel, and SpecOps 27, the Literary Detectives, or "LiteraTecs", who deal with all literature-related crimes.


Thursday Next jedenfalls verfolgt einen Superbösewicht, der das Ziel hat, durch den Diebstahl von Original-Skripten berühmter Romane/Bücher (u.a. eben Jane Eyre), bestimmte Charaktere dieser Bücher zu eliminieren, die dann auch aus jedweden Kopien und Nachdrucken weltweit verschwinden. Dabei geht er über Leichen.

Wie gesagt, ich steck noch mittendrin, finde es aber höchst amüsant und entertaining Smilie Loth möge mich korrigieren, wenn ich hier in diesem Beitrag Schwachfug erzählt haben sollte. Es gibt natürlich auch unzählige Anspielungen auf berühmte literarische Werke (und insbesondere die Debatten im Buch selbst zur "Shakespeare-Frage"), die ich als Laie natürlich auch nicht zu 100% durchblicke. Wer sich mit englischen Klassikern auskennt, wird wahrscheinlich NOCH mehr Spaß an dem Buch haben, schätze ich. Meine Freundin jedenfalls findet es super hähö (die hat mich dazu ja auch erst gebracht).


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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 09.09.2014, 10:19                                  +/-

Du hast das Wichtigste vergessen: Es gibt Dodos und Mammuts! hach

Gepostet am 09.09.2014, 11:21:

Achso: Du bist übrigens etwas spät dran: Klick. Aber besser spät als nie.

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