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Lilas Berlin-Orientierungsthread
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kpm



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BeitragVerfasst am: 26.10.2018, 15:32                                  +/-

@DMolloy: Was für Zitate man als "symptomatisch" sieht, kommt halt wahrscheinlich mal wieder darauf an, wo man darüber liest oder spricht. Dein Eindruck scheint zu sein: jede Kritik an diesem "Campus" kommt von arbeitslosen radikalen Idioten (mit einer einzigen Website), die zu dumm sind um zu verstehen, dass das keine Firmenzentrale werden soll. Mein Eindruck ist, dass die Bewegung breiter ist (hier ein paar der anderen Initiativen, von deren Seiten auch die folgenden Zitate stammen), und dass die meisten Leute schon den Unterschied verstehen, aber trotzdem vermuten, dass so ein Ding einen Bezirk nicht unbeeinflusst lässt:

Zitat:
In Berlin, und besonders in Kreuzberg 36, sind seit Jahren steigende Mieten, Gentrifizierung und Verdrängung zu beobachten. Trotzdem hat der Berliner Senat die Nachbarschaften um den Görlitzer Park herum (die nicht nur Teile von Kreuzberg, sondern auch Nord-Neukölln und Alt-Treptow umfassen) als Ansiedlungsgebiet für Großunternehmen der Technologie- und Digitalwirtschaft ausgerufen. [...] Die Eröffnung eines Google Campus muss in diesem Kontext betrachtet werden."


Zitat:
Im Google-Campus London sind mittlerweile über 70.000 Menschen Mitglieder, das gibt es seit sechs Jahren. Dort geht man nicht einfach zum Kaffeetrinken vorbei. Das wird die Infrastruktur rund um das Umspannwerk drastisch verändern. Die Vermieter werden dort die Gewerbepachten nicht mehr verlängern, in der Hoffnung darauf, dass sich dort neue zahlungskräftige Geschäfte ansiedeln.


Zitat:
Dem MieterEcho der Berliner Mietergemeinschaft sagte die Stadtsoziologin Dr. Anna Steigemann (TU Berlin), die sowohl in Berlin als auch in New York geforscht hat: "Ich habe eine empirisch fundierte Idee davon, was hier passieren wird, wenn Google sich ansiedelt: Für die kleinen Gewerbe der Umgebung hat es nur negative Folgen. Insbesondere die Start-ups, die nicht im Google Campus unterkommen, werden sich in der Umgebung ansiedeln wollen, weil ja der Austausch in diesem Gebäude stattfinden wird."


Klar kann man es anders sehen, wie wahrscheinlich und wie wünschenswert das alles ist. Aber deine Darstellung, dass jeder Protest dagegen einfach nur auf Uninformiertheit darüber beruht, dass da nicht so viele Mitarbeiter von Google selbst sein werden, stimmt so nicht.


DMolloy
Es geht nur um eines dieser Schlagworte, nämlich Gentrifizierung, und nicht um mehr.

Und was denkst du darüber - gibt es das nicht, ist es kein Problem, oder geht es dir nur darum zu sagen, dass das deiner Meinung nach nichts mit dem Google-Campus zu tun hat?


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 26.10.2018, 15:56                                  

Städte müssen sich entwickeln und verändern, das ist ihr Wesen und einer der wichtigsten, wenn nicht DER wichtigste, Treiber der menschlichen Entwicklung. Wer keine Entwicklung und Veränderung will, der sollte sich in ein Landhaus in der Eifel oder der Uckermark zurückziehen und dort Kartoffeln und Schweine züchten.

Seit vielen Jahren beobachte ich diesen deutschen Trend zur Umwandlung des Landes in ein einziges Freilichtmuseum. Überall herrscht Fortschrittsfeindlichkeit und Konservierungswut. Es geht sogar so weit, dass Monumente der Vergangenheit neu errichtet werden müssen, damit es wie früher aussieht. Dabei kommt dann gerne auch mal eine architektonische Farce wie das „Berliner Stadtschloss“ herum.

Ich verstehe, dass wir in Deutschland ein riesiges Problem mit dem Wohnungsmarkt haben. Aber in meinen Augen ist die Quelle allen Übels Regulierungswut und der Versuch zu verhindern statt Entwicklung zuzulassen. Entgegen aller Prognosen wächst die Bevölkerung in Deutschland weiterhin an, gleichzeitig ziehen noch mehr Menschen in die Metropolen.

Es gibt zu wenige Bauflächen, es gibt Widerstand gegen Verdichtung in den Metropolen (Stichwort: höhere Häuser bis hin zu Hochhäuser), es gibt tausend Regularien und Gesetze für die Vermietung, es gibt unfassbar viele Regeln für den Haus- und Wohnungsbau.

Dass im Wohnungsmarkt so viel spekuliert wird, ist eine Folge von Mangel. Und der Mangel ist eine Folge der falschen Rahmenbedingungen. Wir sind Deutschland, hier dürfte es gottverdammtnochmal keinen Mangel geben, erst recht nicht bei so etwas grundlegendem wie Wohnungen.

Die Spekulanten wären ganz schnell weg, wenn die Immobilienpreise nicht Jahr für Jahr um 10 Prozent sondern gemäß der Inflation nur um 1 bis 2 Prozent steigen würden. Dann hätten wir diese Debatten gar nicht.

Jetzt ist es so, dass die Politik teilweise nicht genug und teilweise das Falsche macht, um die Probleme zu beheben.

Zum Thema „nicht genug“: In Köln gibt es seit Monaten den Skandal, dass ein von Investoren gebautes angebliches Studentenheim in Deutz zur Hälfte (?) gewerblich via Air BnB tageweise an Touristen vermietet wird. Aber die Politik und Verwaltung macht einfach nichts dagegen. Sie sagen, dass da erst ermittelt werden muss, obwohl Tag für Tag gegen Gesetze verstoßen wird. Ich bin der Meinung, dass solche Missstände sofort behoben werden müssen. Wenn in anderen Bereichen Gesetze gebrochen werden, dann ist einfach die Polizei da und macht dem ein Ende. Hier aber wird monatelang „ermittelt“. Es ist nämlich so, dass das Gebäude über drei oder vier Ecken einer Briefkastenfirma gehört, die irgendwo im Ausland angesiedelt ist. WTF.

Zum Thema „das Falsche“: Die Mietpreisbremse. Ich habe an sich nichts gegen eine übergangsweise Notmaßnahme wie einen solchen politischen Preisdeckelungsversuch. Aber das ist doch sinnlose Symptombekämpfung! Wir brauchen mehr Wohnraum und keine sozialistische Preisregulierung.

Zurück zu dem Google Campus: Deutschland braucht sehr dringend innovative Unternehmen, da wir auf mittlere Sicht mit unserer Automobilindustrie in schweres Fahrwasser geraten werden. Ich finde es einfach falsch ein solches Projekt pauschal abzulehnen und die eigene Nachbarschaft gegen sowas abzuriegeln. Das können wir uns nicht leisten.

„Gentrifizierung“ wird es immer geben. Sie ist aber nicht das Riesenproblem, als das sie dargestellt wird. Sie ist nur dann ein Problem, wenn sie in Kombination mit Immobilienspekulation und vielleicht auch der Zusammenfassung von kleineren Wohneinheiten zu größeren luxuriöseren Wohnungen zu einer Stagnation oder sogar Reduktion des Wohnungsangebots führt. Damit diese verknappenden Faktoren wegfallen brauchen wir eine Liberalisierung des gesamten Wohnungsmarkts – so widersinnig das auch klingen mag.


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DMolloy



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BeitragVerfasst am: 26.10.2018, 16:19                                  +/-

@kpm: Das Einbringen dieser Initiativen (die ja noch andere lokalpolitische Ziele verfolgen) hat seinen Anfang in Protesten genommen die sehr vom Unverständnis des Projektes und Unsachlichkeit geprägt waren, und immer noch sind. Selbst wenn der Google Campus jetzt von einigen Protestlern besser verstanden wird zeugen die Aussagen noch von der gleichen Schwarzweißmalerei. Es ist mir unverständlich welches Bild da von kleinen Startupklitschen und ihrem Einfluss gezeichnet wird, ich kann nur ahnen was für Bilder die Leute da im Kopf haben. Ich halte das für reinen Aktionismus, Antiamerikanismus und blinden Skeptizismus gegenüber Unternehmen die größer sind als der Döner nebenan. Und Kieznationalismus: Es fielen auch Bemerkungen wie "die neuen Jobs werden ja nur für Inder geschaffen". So viel zu Toleranz und Weltoffenheit.

Und alles auf Basis vager Vermutungen. Seriously, Verhältnisse wie in San Francisco gibt es hierzulande nicht so schnell, die Unternehmen wollen ja speziell nach Berlin weil sie da gut ausgebildete Fachkräfte für deutlich weniger Gehalt als in SF bekommen. In der Bay Area sind die gut angebundenen Wohnungen u.A. deshalb unbezahlbar weil der öffentliche Nahverkehr US-typisch kaum Gebiet abdeckt und das Valley auf einer engen Halbinsel liegt. Nur Großunternehmen können dort so viel Gehalt zahlen dass die Mitarbeiter die Mieten stemmen können.

Startups sind erstmal Kleinstunternehmen die auch mit 90% Wahrscheinlichkeit umzugehen haben es nicht über die ersten paar Jahre zu schaffen, und das bei moderatem bis geringem Gehalt. Mit der Failurerate kann sich auch von deren Mitarbeitern keiner eine Luxuswohnung leisten. Beim Mittagessen scheuen sich Programmierer im Gegensatz zu Angestellten vieler konservativerer Bereiche eben nicht vorm Kiosk mit Mittagstisch oder Döner um die Ecke - stellt einfach die (von einem kleinen Familienunternehmen hergestellte) Club Mate ins Regal und sie sind glücklich und der Laden kann sich auch besser über Wasser halten.

Techies sind sehr nahe am Klima alternativer Szenen, es gibt viel Vermischung und in einer internetgeprägten Welt viel Potential gemeinsam was zu machen, und es hat mich wirklich überrascht dass das in Kreuzberg nicht gesehen wird. Berlin ist die Stadt mit der höchsten Dichte linksalternativ geprägter Hackerspaces weltweit, die Stadt die Wikileaks mit aufgebaut und in entscheidenden Momenten geschützt hat, OpenSource-Projekte und weltweit beneidenswerte bürgerrechtliche und auch politisch einflussreiche IT-Politikinitiativen verfolgt. Es ist fatal, dass eine kreative technische Szene die wirklich gut in Berlin aufgehoben wäre hier vergrault wird.

kpm
DMolloy
Es geht nur um eines dieser Schlagworte, nämlich Gentrifizierung, und nicht um mehr.

Und was denkst du darüber - gibt es das nicht, ist es kein Problem, oder geht es dir nur darum zu sagen, dass das deiner Meinung nach nichts mit dem Google-Campus zu tun hat?


Aber was hat es denn jetzt auf längere Sicht gebracht dass Google keine StartUps fördern darf? Wird das jetzt Immobilienspekulation und Gentrifizierung aufhalten? Sollen da lieber Banken und Automobilkonzernniederlassungen entstehen? Ich sehe nur gegenseitiges Schulterklopfen im blinden Glauben, dass man was erreicht hat. Der Kiez allein gegen den internationalen Konzern. Und auch Jobs gibt es weiterhin nicht.

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 28.10.2018, 08:01                                  +/-

einBaum
Größere Zeitungen (Plural) = welt.de?

Die sollen mal schön alle off fucken, die Start-Ups. Und wieder antanzen, wenn sie vernünftige Arbeitsbedingungen wie bezahlte Überstunden, tatsächlich einlösbaren Urlaubsanspruch und ein weniger geistesgestörtes Management antischen können. Yes


Deinen Anti-Google-Startup-Stance kann ich dir nicht mehr abnehmen, seitdem du mich mal ins Kater Holzig geschleppt hast und ich erst DANACH erfahren habe, dass der Laden berlinweit ... ach was DEUTSCHLAND-weit für young modern performer mitte-hipster deluxe mit Erdbeeren steht.

Gepostet am 28.10.2018, 08:05:

DMolloy

Ich hab's entfernt weil einBaums dümmliche, geifernde Provokationen es einfach nicht wert sind.


Dazu Welt und NZZ verlinken. Sicher, dass du nicht auf Twitter posten wolltest?

Gepostet am 28.10.2018, 08:07:

Tyler Durden
Ich bin nicht registriert und konnte den Artikel lesen.


Dito.

"LOL Paywall"
Nein
"Ok, LOL Registrierung."
Nein
"Ok, trotzdem doof"
Wer? Du? Ok.

Gepostet am 28.10.2018, 08:10:

Wer übrigens glaubt, dass so ein Campus den Kiez nicht verändert, lebt im Wolkenkuckucksheim. Allein schon die Gastro drum herum wird sich anpassen und danach geht alles ganz schnell.

Gepostet am 28.10.2018, 08:21:

„Gentrifizierung“ wird es immer geben. Sie ist aber nicht das Riesenproblem, als das sie dargestellt wird.


Lölchen... ja, für dich vielleicht nicht. Sorry, aber so billig und mit "Veränderung ist notwendig"-Platitüden und "so ist der Markt" und mit "die Regierung müsste ja, macht aber nicht"-Schulterzucken gehts halt auch nicht, Herr Lindner.

Ich bin jetzt seit ca. 18 Jahren mindestens jedes Jahr 1-2x in Berlin (meist im Osten). Wenn man sieht wie sehr und in welchem Tempo sich Teile der Stadt v.a. Friedrichshain verändert haben, ist das einfach nur Wahnsinn. Und das sind allein Großkapitalisten-Projekte, wo jetzt Thranduils in schicken Lofts an der Spree wohnen und O2 Arenas und austauschbare Heinecken-"Beachbars" rumstehen.

Aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gründen hat immer noch niemand begriffen, wie geil Deutz/Poll als Wohn-/Bürolage ist und was man daraus machen könnte. Aber wenn das mal jemand rafft, dann kannste dir an der Spree vom Ostbahnof bis Warschauer Brücke und Ostkreuz mal angucken, wie es hir dann aussieht.


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 28.10.2018, 22:25                                  +/-

Ich habe das jetzt alles gelesen *seufz*

Und ich bräuchte jetzt Stunden, um das zu kommentieren *doppelseufz*


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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 10:09                                  +/-

Einigen wir uns darauf, dass Berlin eine kraftlose, ausgehöhlte Stadt ist.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 10:47                                  +/-

Deal


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 11:08                                  +/-

Nichtraucher
Einigen wir uns darauf, dass Berlin eine kraftlose, ausgehöhlte Stadt ist.


Sowieso. Gibt Niemanden, der Berlin mehr verachtet als ich.


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 11:47                                  +/-

Oxford


Aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gründen hat immer noch niemand begriffen, wie geil Deutz/Poll als Wohn-/Bürolage ist und was man daraus machen könnte. Aber wenn das mal jemand rafft, dann kannste dir an der Spree vom Ostbahnof bis Warschauer Brücke und Ostkreuz mal angucken, wie es hir dann aussieht.


In fünf Jahren rollen da Bagger. Aber diesmal soll es natürlich nicht so enden wie der Rheinauhafen. zwinkern


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 12:18                                  +/-

Oxford
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Einigen wir uns darauf, dass Berlin eine kraftlose, ausgehöhlte Stadt ist.


Sowieso. Gibt Niemanden, der Berlin mehr verachtet als ich.


Wenn du mich küsst kommen unsere Freunde zurück aus Berlin!
Wenn du mich küsst!
Und wenn du mich küsst, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheisse!
Wenn du mich küsst!
Wenn du mich küsst bleibst du hier oder gehen wir beide!


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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 12:51                                  +/-

Oxford
Gibt Niemanden, der Berlin mehr verachtet als ich.

Aber fährst seit 18 Jahren mindestens jedes Jahr 1-2x dahin?


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 13:19                                  +/-

Nichtraucher
Oxford
Gibt Niemanden, der Berlin mehr verachtet als ich.

Aber fährst seit 18 Jahren mindestens jedes Jahr 1-2x dahin?


Ja, mann. Kann ich doch nichts für, dass viele Freunde meine Meinung nicht teilen, der FC immer wieder gegen Berliner Vereine spielt und unsere fucking Firma ein Büro dort hat.

Gepostet am 29.10.2018, 13:19:

Ganz ehrlich, ich bin selbst erstaunt, dass ich nicht noch viel öfter da bin.


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kpm



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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 13:46                                  +/-

DMolloy
Techies sind sehr nahe am Klima alternativer Szenen, es gibt viel Vermischung und in einer internetgeprägten Welt viel Potential gemeinsam was zu machen, und es hat mich wirklich überrascht dass das in Kreuzberg nicht gesehen wird. Berlin ist die Stadt mit der höchsten Dichte linksalternativ geprägter Hackerspaces weltweit, die Stadt die Wikileaks mit aufgebaut und in entscheidenden Momenten geschützt hat, OpenSource-Projekte und weltweit beneidenswerte bürgerrechtliche und auch politisch einflussreiche IT-Politikinitiativen verfolgt.

Ja, genau - aber diese Leute sehe ich jetzt nicht wirklich auf einem Google Campus arbeiten oder davon profitieren? Sondern die begegnen mir eher in den ganzen linksalternativ geprägten Kneipenkollektiven usw., die von der Schließung bedroht sind. Aber ok, ja, ich kann ungefähr sehen, was du mit Vermischung und Potential meinst. Weißt du irgendwie Genaueres, was da an den anderen Google Campuses in die Richtung läuft?

Thanil
Überall herrscht Fortschrittsfeindlichkeit und Konservierungswut.

Leute mit Sehnsucht nach völligem Stillstand gibt es sicherlich, und das suckt. Aber ähnlich wie wenn es um Globalisierungsgegner vs. -kritiker geht, muss Kritik an Gentrifizierung nicht unbedingt heißen, dass man jede Veränderung stoppen will, sondern dass man hofft mitbeeinflussen zu können, wie und in welche Richtung die Veränderungen ablaufen. Im Moment scheint es halt einfach so zu sein: es zieht der ein, der mehr Geld hat. Projekte, die auf anderes als Profit ausgerichtet sind, müssen weg, egal wie innovativ sie sind. Auf mich wirkt die Google-Campus-Sache daher wie ein (kleines) Signal, dass diese Prozesse nicht völlig unaufhaltsam, sondern diskutabel und mitbestimmbar sind.


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DMolloy



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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 14:26                                  +/-

kpm
DMolloy
Techies sind sehr nahe am Klima alternativer Szenen, es gibt viel Vermischung und in einer internetgeprägten Welt viel Potential gemeinsam was zu machen, und es hat mich wirklich überrascht dass das in Kreuzberg nicht gesehen wird. Berlin ist die Stadt mit der höchsten Dichte linksalternativ geprägter Hackerspaces weltweit, die Stadt die Wikileaks mit aufgebaut und in entscheidenden Momenten geschützt hat, OpenSource-Projekte und weltweit beneidenswerte bürgerrechtliche und auch politisch einflussreiche IT-Politikinitiativen verfolgt.

Ja, genau - aber diese Leute sehe ich jetzt nicht wirklich auf einem Google Campus arbeiten oder davon profitieren? Sondern die begegnen mir eher in den ganzen linksalternativ geprägten Kneipenkollektiven usw., die von der Schließung bedroht sind. Aber ok, ja, ich kann ungefähr sehen, was du mit Vermischung und Potential meinst. Weißt du irgendwie Genaueres, was da an den anderen Google Campuses in die Richtung läuft?


Die meisten ITler sind irgendwo angestellt, und schnell weg wenn es in einer Region keine interessanten Jobs gibt. Dann versauern sie irgendwo bei einer Niederlassung eines Großunternehmens in Hintertupfingen oder gar im kulturbefreiten Silicon Valley und solche Initiativen können sich erst gar nicht entwickeln. Das ist jetzt unabhängig davon ob sich speziell in einem Google Campus was entwickelt oder nicht, so eine Einrichtung trägt einfach dazu bei dass kreative Leute in der Stadt bleiben und sich vernetzen können. Die von Kreuzberg so verschmähten Startups haben in den letzten Jahren mWn 100k dieser Jobs in Berlin geschaffen.

Google bezahlt ja ab jetzt 5 Jahre lang Miete und Umbau für ein Haus das sie gar nicht nutzen, und in dem jetzt vor allem soziale Projekte laufen. Schon fiese Kapitalistenschweine. /ironie

Zur Vermischung von linken Aktivismus und Tech-Szene sind auch der CCC und die re:publica Beispiele. Auch wenn es dort primär um Netzmedien und Tech geht ist die Präsenz gesellschaftspolitischer Themen schon enorm.

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lila



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BeitragVerfasst am: 29.10.2018, 14:39                                  +/-

Warum sollte der Google Campus eigentlich ausgerechnet in Kreuzberg sein? Grade in Berlin muss es doch noch andere Orte geben, wo sowas möglich gewesen wäre?

Und gab es eigentlich irgendwelche vergleichbaren Initiativen PRO Google Campus?


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lila



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BeitragVerfasst am: 30.10.2018, 11:24                                  

Übrigens: Gentrifizierung. You keep using that word... sogar Andrej Holm kritisiert ja, dass der Begriff immer mehr zu einem inhaltsleeren Schlagwort verkommt und sowohl in den Berliner Debatten als auch hier kann man sehen, dass dann schlussendlich alle aneinander vorbeireden. Denn die Aufwertung oder Modernisierung eines Stadtteils muss gar nicht unbedingt zur Gentrifizierung führen. Ebenso nicht die Anwesenheit von ein paar schicken Cafés oder Restaurants. Und auch der moderne Neubau für junge Familien bringt nicht unbedingt sofort Gentrifizierung mit sich.

Als Konzept der Stadtsoziologie bezieht sich Gentrifizierung auf die Veränderung der Sozialstruktur eines Viertels, nämlich die teilweise oder komplette Verdrängung einkommensschwächerer Gruppen zugunsten einkommensstarker Gruppen. Wie das wo warum (nicht) passiert, darüber ist man sich dann auch wieder gar nicht so einig. So macht auch die Mieterhöhung alleine keine Gentrifizierung, wenn nicht gleichzeitig noch die Bonzen nebenan einziehen - und dann bleibt aber auch noch die Frage, warum die eigentlich genau in deine Bude wollen.

Warum ist das problematisch? Weil einkommensschwache Leute auch irgendwo wohnen müssen und das bestenfalls in Gegenden, die auch ein gewisses Maß an Infrastruktur und Annehmlichkeiten zu bieten haben. Wenn nun aber - überspitzt formuliert - die Reichen die Armen aus allen guten, coolen, whatever Vierteln vertreiben, bleibt den Armen nur das Ghetto. Das ist den Bonzen so vielleicht erstmal egal, schlussendlich ist das dem sozialen Frieden aber nicht sehr zuträglich.

Man muss auch mitbedenken, dass an einer Wohnung bzw. der Lage der Wohnung mitunter mehr hängt als nur das Dach über dem Kopf. Vielleicht hat man gerade noch eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes, muss aber umziehen und braucht deswegen länger zur Arbeit. Oder muss sich plötzlich ein Auto anschaffen. Vielleicht muss man auch ne neue Kita finden oder sich eine neue Lösung für etwaige Kinderbetreuungspflichten suchen. Oder vielleicht gar einen anderen Job? Das sind alles Fragen, die zwar für alle relevant und nervig sind, mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche lassen sich aber einige dieser Probleme gut abfedern, fehlt aber das Geld, wird es eventuell sogar existenzbedrohend.

Ironischerweise finde ich unter den Gesichtpunkten aber die Furcht vor einer Gentrifizierung durch den Google Campus in Kreuzberg durchaus berechtigt, auch wenn das vielleicht gar nicht das war, wogegen schlussendlich protestiert wurde. Denn die Startup-Leute wollen vielleicht auch nicht alle täglich von Marzahn nach Kreuzberg fahren und ein potentiell massenhafter Zuzug von Tech-Bubble-Leuten bedeutet in Kreuzberg eine Veränderung der Sozialstruktur. Jetzt hat der Startup-Gründer zwar vielleicht auch (noch) nicht die Millionen auf dem Konto, aber höchstwahrscheinlich mehr soziales Kapital als der Obstverkäufer an der Ecke, mit dem er die Gunst der Vermieter gewinnen kann.

Denn so viel würde momentan in Kreuzberg in Sachen Luxuswohnungen sowieso nicht gehen, weil fast der ganze Stadtteil Milieuschutzgebiet ist. Damit sind in einigen Gebieten Luxussanierungen sowieso ausgeschlossen, ebenso wie die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Wir reden also gar nicht davon, dass hier plötzlich nur mehr Paläste rumstehen, die Frage ist vielmehr, wer in den günstig gehaltenen Mietwohnungen leben kann.

Und damit ist auch klar, dass das alles eigentlich eine total bekackte Situation ist. Denn auch mit Milieuschutz steigen die Mieten, zwar weniger als in anderen Gebieten, aber doch. Damit kämpfen die Leute in Kreuzberg teilweise heute schon, wohingegen der Startup-Typ sich vielleicht eher über die günstigen Mieten freut und die nächste Mieterhöung zwar auch nicht begrüßt, aber noch stemmen kann. Man könnte natürlich den Milieuschutz aufheben, aber dann wird es erst recht teuer. Lose-Lose. Und mit oder ohne Google Campus auf lange Zeit nicht tragbar.

Wobei ich dem Google Campus auch keine Träne nachweine. Aber das Problem ist ein größeres, nämlich das Unvermögen der Stadtverwaltung, den Wohnungsmarkt in den Griff zu kriegen.

(Und es würde mich auch weiterhin interessieren, ob bzw. warum es keinen anderen möglichen Standort für den Campus gab und ob vor Ort auch Initiativen für den Campus entstanden sind.)


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BeitragVerfasst am: 30.10.2018, 12:05                                  +/-

lila
Warum sollte der Google Campus eigentlich ausgerechnet in Kreuzberg sein? Grade in Berlin muss es doch noch andere Orte geben, wo sowas möglich gewesen wäre?


Sicher, aber sie hatten eben zunächst das Umspannwerk ausgemacht und angemietet (Kreuzberg imho aus Gründen, die ich oben schon genannt habe) und das wurde von der Berliner Politik dann auch begrüßt. Danach erst fand Kreuzberg sich zu arm und sexy für Google, und die Politik hat da noch mitgemischt.

Schon ein bisschen paradox. Es ist verständlich dass Google jetzt keinen Bock mehr hat (wobei, Spandau hat sich gemeldet Spitze ).

Warum darf Kreuzberg sich das Recht rausnehmen kostenlose Startupförderung für ganz Berlin / Deutschland zu blockieren? Es gibt hier keine Konkurrenz mit anderen Kiezen (ohnehin für jeden Außenstehenden albern) sondern mit London oder Tel Aviv.

lila
Und gab es eigentlich irgendwelche vergleichbaren Initiativen PRO Google Campus?


Sicher nicht, aber das wäre ja schon ein bisschen lächerlich wenn jetzt Softwareentwickler mit "Wir wollen Google!"-Schildern auf die Straße gehen und Pro-Google-Cafés organisieren? Den Leuten denen so ein Campus nützen würde dürfte auch die Zeit für Initiativen fehlen. Solchen Unternehmen die Steine aus dem Weg zu räumen wenn sie Wirtschaftsförderung auf eine Stadt werfen möchten ist vorrangig Aufgabe der Politik.

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BeitragVerfasst am: 30.10.2018, 12:17                                  +/-

lila
sogar Andrej Holm kritisiert ja


Name dropping von Leuten, die absolut keiner kennt, ist ja immer son bißchen semi.

Ansonsten totally agee.


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BeitragVerfasst am: 30.10.2018, 13:06                                  +/-

lila
weil fast der ganze Stadtteil Milieuschutzgebiet ist.


Uff.

Ich habe mal gegoogelt, ob es sowas auch in Köln gibt. Aber bisher ist es nur angedacht. Für das Severinsviertel in der Innenstadt:

https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltun...nsviertel-startet

Das Ziel einer solchen Satzung besteht darin, die Wohnbevölkerung in einem Erhaltungsgebiet vor Verdrängungsprozessen zu schützen, die vor allem durch bestimmte bauliche Modernisierungsmaßnahmen an Wohngebäuden und Wohnungen verursacht werden.

Die Stadt hat die Landesweite Planungsgesellschaft mbH (LPG) aus Berlin mit dieser Untersuchung beauftragt. Die LPG wird dazu im Zeitraum Juli bis September 2018 eine Haushaltsbefragung im Severinsviertel durchführen. Alle Haushalte im Veedel erhalten in den nächsten Tagen ein Informationsschreiben zur Befragung und den Zielen der Untersuchung.


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BeitragVerfasst am: 30.10.2018, 13:13                                  +/-

Wäre extrem sinnvoll in meinen Augen.


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BeitragVerfasst am: 30.10.2018, 15:09                                  +/-

Noch sinnvoller wäre für mehr Wohnungen und Baugebiete zu sorgen… aber das ist sicher anstrengender als eine neue Verordnung, deren Einhaltung mit bestehendem Personal nicht kontrolliert werden kann.


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BeitragVerfasst am: 30.10.2018, 16:10                                  +/-

Was neuer Wohnraum mit der "Gentrifizierung" des Severinviertels zu tun?


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