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Der Gedicht-Thread III
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Arwen gegen den Vulkan



Beiträge: 5012
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BeitragVerfasst am: 11.08.2013, 01:17                                  +/-

If you gaze long enough into a world wide web, the web will gaze back into you! - Friedrich Nerdzsche

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Craggan



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BeitragVerfasst am: 17.02.2014, 10:04                                  +/-

Ein offensichtlich im Untergrund arbeitender russischer Poet, in den Nachrichten nur "Dichter Nebel" genannt, verhindert heute morgen die Austragung der Biathlon-Wettbewerbe


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If you’re tired of arguing with strangers on the Internet, try talking with one of them in real life (B. Obama's Farewell address speech, 11.1.2017)
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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 17.02.2014, 10:07                                  +/-

Hat er nur vor oder tut er gerade?...

Gepostet am 17.02.2014, 10:08:

Haha.
Und ich hab schon gehofft... Geschockt

Gepostet am 17.02.2014, 10:09:

Mich kann man wirklich mit dem billigsten Wortspiel verarschen. Konnte man schon immer. Ich bin zu gut für diese Welt. Traurig


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"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)
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Craggan



Beiträge: 23795
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Wohnort: Way Down South
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BeitragVerfasst am: 17.02.2014, 10:14                                  +/-



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Sensemilla



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BeitragVerfasst am: 29.03.2014, 10:23                                  +/-

Es ist schwer für mich zu sagen, ob Goethe mit seinem "Vom Eise befreit" schuld ist oder der schwülstige Mörike mit seinen "Süßen, wohlbekannten Düften" und den ewig flatternden Bändern. Jedenfalls stellten die großen Dichter den Frühling viel zu positiv dar. Liebe, Vögelein, Mägdelein, Röslein – das nervt echt. Poetische Beiträge zum wirklichen Lenz stehen aus.

Und ich möchte nur einige der Defizite nennen:

Wo bleibt eine Herzschmerzballade über die unverschämten Preise für dünnhäutige Sommerreifen?

"Hoch wächst die Narzisse am Stiel, doch meinen Schlappen fehlt es an Profil", oder so etwas Ähnliches.

Auch haben sich diese ganzen feinen Fontanes erfolgreich davor gedrückt, das grausame Meer aufsprießender Allergien in Versform zu fassen.

"Wenn alle zarten Knospen sprießen, kann ich nur noch eines tun und kräftig niesen".

Aber wahrscheinlich ist das der Erfolg populärer Lyrik. Ein einziges duftendes Vakuum guter Nachrichten. Man jauchzt über Wölkchen am Himmel, gurrende Täubchen und niedliche Meisen. Doch die grausame Wahrheit ist eine frischgewaschene Motorhaube voller Frühlingsflecken.

"Es ätzt an meinem frisch gewaschenen edlen Metallic Lacke, im Sonnenschein jede Menge Vogelkacke!" Traurig


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Never leave the ship until the ship leaves you
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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 29.03.2014, 10:30                                  +/-

Sensemilla
Auch haben sich diese ganzen feinen Fontanes erfolgreich davor gedrückt, das grausame Meer aufsprießender Allergien in Versform zu fassen.

"Wenn alle zarten Knospen sprießen, kann ich nur noch eines tun und kräftig niesen".


Dann dürfte dir das hier doch ziemlich gut gefallen. Smilie (Und nein, das ist nicht von mir!)

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Sensemilla



Beiträge: 523
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BeitragVerfasst am: 29.03.2014, 10:47                                  +/-

Schon besser. Smilie

Die Schwalben kommen nämlich bald zurück und wohnen über der Terrasse. Sie machen gern daneben und ihre Kinder essen Würmer - sowas dulde bei Gästen nicht mal in Ausnahmefällen.


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Craggan



Beiträge: 23795
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Wohnort: Way Down South
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BeitragVerfasst am: 14.10.2014, 15:47                                  +/-



Es trägt der Besen, trägt der Stock,
Die Gabel trägt, es trägt der Bock;
Wer heute sich nicht heben kann,
Ist ewig ein verlorner Mann.

Die Salbe gibt den Hexen Mut,
Ein Lumpen ist zum Segel gut,
Ein gutes Schiff ist jeder Trog;
Der flieget nie, der heut nicht flog.

Johann Wolfgang von Goethe
Walpurgisnacht


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Gerstenbob



Beiträge: 12713
Wörter pro Beitrag: 22

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BeitragVerfasst am: 14.10.2014, 15:57                                  +/-

Die Hexen zu Tylers Bimse ziehn,
Die Feministen sind blau, die Männer entfliehn.
Dort sammelt sich der große Hauf,
Herr Thanil sitzt oben auf.
So geht es über Forum und Blog,
Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.



Zuletzt bearbeitet von Gerstenbob am 14.10.2014, 16:23, insgesamt einmal bearbeitet
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AmandaMandel



Beiträge: 1452
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BeitragVerfasst am: 14.10.2014, 16:09                                  +/-

Feminist killjoy

„Ich hasse Feminismus“
Sagt der Mathematikstudent
Den ich mit nach Hause genommen habe
Weil ich zu betrunken war
Um alleine Fahrrad zu Fahren
So ganz ohne Licht und Koordination

Zuhause angekommen
Machte ich mich bettfertig
Und er zog sich auf bis aufs nötigste aus
Und ich überreichte ihm eine Gästedecke
Und er kroch trotzdem unter meine
Und ich so:
„Nee du, mir ist nicht danach.“
Mit danach meinte ich Körperkontakt
Insbesondere in Form von Sex

Ich weiß nicht
Ob er einfach nur dumm ist
Oder extrem penetrant
Jedenfalls will er mich überzeugen
Und mir ein schlechtes Gewissen machen
Frei nach dem Motto:
„Du schuldest es mir
Und überhaupt
Warum nimmst du mich mit zu dir
Wenn nicht um mit mir zu schlafen?“

Ich musste mich rechtfertigen
Für das Abweisen seiner Majestät
Als ob es die einzige Gelegenheit wäre
Jemals Beachtung von einem Typen zu bekommen
Und überhaupt
Als ob! Als ob! Als ob!
Plötzlich so: Grundsatzdiskussion
Ganz vorne mit dabei: das F-Wort

„Ganz ehrlich“,
will er mir vom Leben erzählen
„Feministinnen sind doch nichts weiter
Als sexuell unbefriedigt und prüde!
Und männerfeindlich noch dazu!
Guck dir doch mal die Schwarzer an
Die will doch keiner ficken!“

Da weiß ich gar nicht
Wo ich anfangen soll

In meinem Kopf regnet es lauter Fragen
Hat er das gerade echt gesagt?
Ist das sein Ernst?
Ist das 2013?

Ist er dumm?
Lohnt es sich überhaupt
Mit ihm zu reden?

Ich würde ihn gerne schlagen
Aber dann heißt es ja wieder
„Oh oh oh oh Misandrie, Misandrie!“
Und von wegen
„Militante Feministin!
Total ungerechtfertigt
du reagierst über!“

Also reiße ich mich zusammen
„Get your shit together“,
raune ich leise
Und bin mir gar nicht so sicher
Wem ich das so zuraune
Mir oder ihm

Sexuell unbefriedigt?
My ass!
Ablehnung und Prüderie?
Die Verwechslung kommt schnell mal vor
Das passiert ganz schnell

Ungefähr wie bei Schüchternheit und Misanthropie
Können die besten von uns gar nicht richtig einschätzen
Das will ich ihm gar nicht vorwerfen
Beziehungsweise
Ich würde schon gern

Aber da haben andere Dinge noch Vorrang
Viele andere.

“Männerfeindlichkeit” zum Beispiel

Oh, Misandrie.
Versuchste mal marginalisierten Gruppen
das Leben ein BISSCHEN weniger scheiße zu gestalten

Heißt es gleich Diskriminierung der weißen
heterosexuellen Cis-Guys
Bisschen wie umgekehrter Rassismus
Von wegen

„Stipendien zur Förderung von Migratenkindern
Aber was ist mit Biodeutschen?
Warum feiert man am 8. Mai internationalen Frauentag

Was ist mit den Männern?
Und warum gibt es keinen CSD für Heten?
Oder Suppenküche für Reiche?
Oder Krankenhäuser für Gesunde?“

Oder Alice Schwarzer.
Bekanntlicherweise
Finden alle Feministinnen* sie super
Vor allem ihre Einstellung gegenüber des Islams
Oder gegenüber Sex

Oder gegenüber der Realität
Und bekanntlicherweise
Ist es die Priorität einer jeder Frau
Dass Typen sie heiß finden
Weil du wartest ja auch nur drauf
Dass ein random Typ zu dir kommt
und sagt
„Lass mal Sex haben“

Darauf wartest du
Dein Leben lang
Sonst hast du keine Interessen
Oder Ziele
Würdest dich auch nie so kleiden
Weil es dir selbst gefällt
Nee, nee, immer nur für die Typen.

Jedenfalls.
Ich dann so
Unter Unterdrückung jeglicher Aggression
Zu ihm
Während er 3 Zentimeter von mir entfernt ist
Unter völliger Selbstkontrolle

„Ich glaube dein Eindruck vom Feminismus
ist nicht sehr differenziert
und ich glaube
du solltest schlafen
oder dich anziehen und gehen“
„Spaßbremse! Feministische Spaßbremse!“
höre ich ihn murmeln.

Nein, denke ich
Tu nicht so als würdest du mich kennen
Du hast da was falsch verstanden
Das bin ich nicht.
Weißte was ich bin?
Eine unverfrorene, feministische Spaßbremse.

Von TEA-riffic


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 15.10.2014, 08:54                                  +/-

Dieses Gedicht bedient schlimme Vorurteile über die Qualität feministischer Lyrik Traurig


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AmandaMandel



Beiträge: 1452
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BeitragVerfasst am: 15.10.2014, 15:18                                  +/-

Die Du natürlich beurteilen kannst....
Aber ist okay, dass es Dir nicht gefällt.


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Murator



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BeitragVerfasst am: 11.01.2015, 17:15                                  

'( ͡° ͜ʖ ͡°)'

Elendig, der fette Elf
wog der Kilo hundertzwölf.
Träge zog der Elfgesell'
durch das Land von Tamriel.

Trampelnd wie ein Ork, nicht leise,
führt nach Skyrim ihn die Reise
auf der Suche nach den Drachen,
einen Namen sich zu machen.

Nur ein kurzes Küchenmesser
trug der dicke Lembas-Esser
in die Schlacht am großen Tor,
weil den Bogen er verlor.

Das Kämpfen war nicht seine Sache,
weil's ihn doch nur Keuchen mache.
So erfuhr er große Not
ein Troll kam an - der Elf ist tot!


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mickymesser
Irgendwie scheint das hier ein merkwürdiges Forum zu sein... Wie ist hier das Durchschnittsalter? Oder ist das hier ein Comedy-Forum?
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Helcaraxe



Beiträge: 15839
Wörter pro Beitrag: 42

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BeitragVerfasst am: 11.01.2015, 18:58                                  +/-

Gar nicht übel.
Zeigt mal ein Bild von Deinem verfetteten Skyrim-Elf zwinkern


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 12.01.2015, 15:12                                  +/-

Nice. Der Vatter aller Elbenpresswürste?


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„Scientists told them, it was a really bad idea. They didn‘t listen.“ – „That‘s going to be carved on humanity‘s gravestone.“
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AmandaMandel



Beiträge: 1452
Wörter pro Beitrag: 32

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BeitragVerfasst am: 13.01.2015, 18:06                                  +/-

Ich dachte nicht das Elben so viele Kinder haben.


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 17.11.2015, 18:34                                  +/-

Kennen die hiesigen Serienjunkies auch The Mentalist? Das Schicksal will es mysteriöserweise, daß mir (dem Radiohörer zwinkern) nicht nur die Hauptfigur Patrick Jane, sondern auch sein lange Zeit unsichtbar bleibender psychopathischer Gegenspieler "Red John" ein Begriff ist.

In einer ziemlich gruselig endenden Folge wispert der durch eine Teufelsmaske nicht identifizierbare Red John dem an einem Stuhl gefesselten P. Jane ein Gedicht ins Ohr, zumindest den Anfang:

Von hier kopiert
TIGER, tiger, burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Could frame thy fearful symmetry?

In what distant deeps or skies
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand dare seize the fire?

And what shoulder and what art
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand and what dread feet?

What the hammer? what the chain?
In what furnace was thy brain?
What the anvil? What dread grasp
Dare its deadly terrors clasp?

When the stars threw down their spears,
And water'd heaven with their tears,
Did He smile His work to see?
Did He who made the lamb make thee?

Tiger, tiger, burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Dare frame thy fearful symmetry?


Geschrieben hat es William Blake (1757–1827), und der wird heute im DLF als "Dichter, Maler und Kupferstecher" in einem Hörspiel vorgestellt. Yes


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 20.01.2016, 00:04                                  +/-





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Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
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Wolter



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Wörter pro Beitrag: 119
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BeitragVerfasst am: 31.01.2016, 16:35                                  +/-

@ Video: Jo, auch mir geht da das Nordlicht-Herz auf...


Und jääätzt...

Gimli
Das Wetter hier sagt gerade: Du wirst die Sonne nie wieder aufgehen sehen.

Stimmuuuung! grins


Aber passend zu der kaltdunklen Jahreszeit hat in der ersten Stunde dieses Tages Deutschlandradio Kultur 55 Minuten Gedichtrezitation gesendet. Immer vorweg (außer ganz am Anfang) genannt die Namen der Dichter mit ihren Geburts- und Sterbejahren und -orten.

Ab 3'07 (hier herunterzuladen) gibt es dieses:



Die Überschrift hatte noch einen Punkt, und die heutigen Umlaut-Pünktchen waren mal ein hochgestelltes e:

Wie es ſanft ſchneiet.
Barthold Heinrich Brockes
Wenn ich der Luͤfte Schaum, den weiſſen Schnee,
Von oben dicht herunter fallen ſeh:
So ſcheint oft ſelbſt die Luft, von regen Flocken, ſchwer,
Und recht, als ob ſie, ſanft zu uns herab zu ſinken,
Beſchaͤfftigt in Bewegung waͤr.
Durch welche ſchwebende Beſchaffenheit geruͤhret,
Ein es betrachtendes gelaſſenes Gemuͤth,
Das dieſes Flockenſpiel beſieht,
Ein’ innigliche Luſt, in ſanftem Schaudern, ſpuͤret.
Wenn wir ſo dann, in warmem Zimmer,
Von Sorgen frey, am Fenſter ſtehn:
Kann man, nicht ſonder Anmuth, ſehn
Der dichten Flocken weiſſen Schimmer.
Jhr zwar gedraͤngt - doch ſanfter Fall,
Jhr ſpielend durch einander Fliegen,
Wirkt ein Bewegen uͤberall,
Und uns ein ſonderbar Vergnuͤgen.
Jhr lindes Sinken, Schwaͤrmen, Schweben,
Kann, ſelbſt in Schwermuth, unſrer Bruſt
Ein’ Art von einer ſanften Luſt,
Ein ſchaudrigtes Vergnuͤgen, geben.
Es ſcheinen gleichſam Schwermuths-Theile,
Mit dichter Flocken Fall, in Eile,
Auch uns vom Herzen, abzufallen.
Es ſcheinen, durch dieß holde Scherzen,
Die aufgebrachten Trieb im Herzen,
Allmaͤlig ſanfter auf zu wallen.
Ach moͤcht ich doch, ſo |oft ich Schne[e],
Jn der ſonſt rauhen Winterszeit,
Vor Froſt und Unbequemlichkeit
Beſchuͤtzet, lieblich ſchwaͤrmen ſeh,
An Gottes weiſe Ordnung denken,
Und Jhm, auch fuͤr die Winterluſt,
Aus meiner Jhm geweihten Bruſt,
Jhm Dank-erfuͤllte Seufzer ſchenken!

Altherthümlich, aber ſchön!

B. H. Brockes (1680–1747) hat so manches von barocken Zeitgenossen wie G. Fr. Händel und G. Ph. Telemann Vertontes geschrieben, daher ist er außer den Germanisten zumindest auch den mit der Musikgeschichte etwas näher vertrauten Leuten bekannt. Yes


Manche weiteren rezitierten Lyriker (bzw. ihre Wintergedichte) sind sehr bekannt, andere wieder sehr unbekannt, und meist ist ihr Tonfall – o Überraschung – eher melancholisch. Zu den definitiv unbekannte(re)n Persönlichkeiten (wie ich jedenfalls sehr annehme) gehört die Dichterin, die ab 33'52 "dran" ist. Einem Münchner Ehepaar könnte ihr Name noch ein Begriff sein. Aber: erst das Gedicht hören, und dann den Kneipenlink anklicken! zwinkern
(Zur Vermeidung von Verwirrung dabei: die Sendung stammt aus dem Jahr 1991...)


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Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 41175
Wörter pro Beitrag: 37

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BeitragVerfasst am: 14.03.2016, 13:41                                  +/-

My boss gets a dollar
I get a dime
so I poop
on company time

(Dürrenmatt)


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You met me at a very strange time in my life.
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Sensemilla



Beiträge: 523
Wörter pro Beitrag: 41
Wohnort: Küste
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BeitragVerfasst am: 14.03.2016, 23:44                                  +/-

"Fatal ist mir das Lumpenpack,
Das, um die Herzen zu rühren,
Den Patriotismus trägt zur Schau
Mit allen seinen Geschwüren."

Heinrich Heine


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Wichtel



Beiträge: 18028
Wörter pro Beitrag: 28

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BeitragVerfasst am: 17.03.2016, 22:19                                  +/-

History repeating. Traurig

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