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Der deutsche Film kann nix!
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kpm



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BeitragVerfasst am: 18.01.2013, 12:30                                  +/-

GuyIncognito
Wo wir schon dabei sind, wir schauen gerade die Dreibeinigen Herrscher. The Tripods. BBC Serie von Anfang der 80er. Ich hab sie seit dem nie wieder gesehen, aber sie hat immer noch was. Man merkt ihr zwar das Alter an, aber für eine Jugendserie von damals schon aufwändig produziert.

Du musst aber wirklich mal die Bücher lesen, die Serie erzählt die Geschichte ja gar nicht zu Ende. Yes
Und ob das wohl mit dem Kinofilm noch was wird? ?????


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If the dinosaurs had a space program they'd still be here. - Astronaut Ron Garan
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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 18.01.2013, 13:26                                  +/-

kpm
GuyIncognito
Wo wir schon dabei sind, wir schauen gerade die Dreibeinigen Herrscher. The Tripods. BBC Serie von Anfang der 80er. Ich hab sie seit dem nie wieder gesehen, aber sie hat immer noch was. Man merkt ihr zwar das Alter an, aber für eine Jugendserie von damals schon aufwändig produziert.

Du musst aber wirklich mal die Bücher lesen, die Serie erzählt die Geschichte ja gar nicht zu Ende. Yes
Und ob das wohl mit dem Kinofilm noch was wird? ?????

Ich weiß, leider haben die keine Staffel 3 mehr gedreht. Eine Schande. Ich hab als Kind/Jugendlicher immer darauf gewartet, aber es kam nichts.

Ich hab erst vor einer oder zwei Wochen nochmal nach News zum Film geschaut, aber bisher ist immer noch alles in der Schwebe. Keiner weiß was, alles nur vielleicht.
Ich würde mich aber wirklich auf eine gute Filmumsetzung freuen. Mit heutiger Technik sind die Specialeffects ein Klacks.


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kpm



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BeitragVerfasst am: 18.01.2013, 13:41                                  +/-

Genau deswegen müsstest du ja die Bücher lesen. Dann wüsstest du endlich wie es weiter geht. Smilie

GuyIncognito
Keiner weiß was, alles nur vielleicht.

Och menno. Traurig


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 18.01.2013, 15:33                                  +/-

GuyIncognito
Helcaraxe
Bitte sehr! Die mangelnde innere Logik des zitierten Satzes in nur 6 Wörtern auf den Punkt gebracht. Find ich total super! Spitze

Du hast nur die innere Logik nicht verstanden und keinen Millimeter weitergedacht.
In den letzten mehr als 25 Jahren, in denen ich Serien sehe, hat mir der allergrößte Teil nicht gefallen. Ich habe das mal grob auf 90% geschätzt. Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger. Aber durchweg über diesen Zeitraum recht gleichbleibend.
Und das kann ich auch leicht auf Serien ausweiten, die ich nicht gesehen habe. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo ein Helcaraxsches Serienuniversum existiert, in dem mir die Mehrzahl der Serien gefallen ist gleich Null. Es bleibt also das gleiche Prinzip einer Hochrechnung, die aus ein oder zweitauschend Stimmen auf 80 Mio Stimmen recht genau hochrechnet.
Eigentlich traurig, dass man sowas erklären muß.

Das ist eine relativ blödsinnige Begründung. ugly

In den letzten 10 Jahren hat sich die Konzeption von Serien derart verändert, daß sie nicht mehr mit früher vergleichbar ist. Jetzt gibt es die großen episodenübergreifenden Handlungsbögen und eine derart hohe Erzähldichte, daß Kinofilme nicht mitkommen. Und das sage ich als eigentlicher Serien-Verächter. In dieser Zeit sind Perlen entstanden wie Walking Dead, Game Of Thrones oder Dexter.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 18.01.2013, 16:34                                  +/-

Ich glaube nicht an Serien mit episodenübergreifenden Handlungsbögen, die enden doch immer nur in einem Tal der Tränen.

Tal der Tränen!


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 18.01.2013, 16:44                                  +/-

Nur im Amiland, wo die dann halt mittendrin abgesägt werden. Yes

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 18.01.2013, 17:25                                  +/-

Helcaraxe
GuyIncognito
Helcaraxe
Bitte sehr! Die mangelnde innere Logik des zitierten Satzes in nur 6 Wörtern auf den Punkt gebracht. Find ich total super! Spitze

Du hast nur die innere Logik nicht verstanden und keinen Millimeter weitergedacht.
In den letzten mehr als 25 Jahren, in denen ich Serien sehe, hat mir der allergrößte Teil nicht gefallen. Ich habe das mal grob auf 90% geschätzt. Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger. Aber durchweg über diesen Zeitraum recht gleichbleibend.
Und das kann ich auch leicht auf Serien ausweiten, die ich nicht gesehen habe. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo ein Helcaraxsches Serienuniversum existiert, in dem mir die Mehrzahl der Serien gefallen ist gleich Null. Es bleibt also das gleiche Prinzip einer Hochrechnung, die aus ein oder zweitauschend Stimmen auf 80 Mio Stimmen recht genau hochrechnet.
Eigentlich traurig, dass man sowas erklären muß.

Das ist eine relativ blödsinnige Begründung. ugly

In den letzten 10 Jahren hat sich die Konzeption von Serien derart verändert, daß sie nicht mehr mit früher vergleichbar ist. Jetzt gibt es die großen episodenübergreifenden Handlungsbögen und eine derart hohe Erzähldichte, daß Kinofilme nicht mitkommen. Und das sage ich als eigentlicher Serien-Verächter. In dieser Zeit sind Perlen entstanden wie Walking Dead, Game Of Thrones oder Dexter.

Ja, und? Nur weil die Serien aufwändiger produziert sind und bessere Handlungen haben, gefallen sie mir alle? Wieviel Prozent aller Serien, die produziert werden, machen diese neuen Serien aus?

Zeitverschwendung sind für mich Serien, die mich nicht vor den Bildschirm locken. Und das tun auch diese Serien großteils nicht. BSG und Game of Thrones mal ausgenommen.

Meine Aussage war auch kein objektives Qualitätsurteil über Serien, sondern was ich persönlich davon halte. Und da ist es nunmal so. Wie anderen die Serien gefallen, interessiert mich da wenig.
Und dass mein Seriengeschmack vom allgemeinen Forenseriengeschmack recht stark abweicht, hat sich erst letztens bei Once upon a time gezeigt. Hier kommt die Serie allgemein gut an, bei mir sehr viel weniger.
Im Grunde ist es auch egal. Ich schaue die Serien die mir gefallen, auch wenn es nicht viele sind. Ich vermisse nichts.


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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 24.02.2013, 17:48                                  +/-

http://www.spiegel.de/kultur/kino/oscar-kandidat-christoph-waltz-im-interview-a-885004.html


SPIEGEL ONLINE: Können Sie sich eigentlich vorstellen, noch mal einen "Tatort" zu spielen?

Waltz: (Lächelt. Schweigt. Und schweigt.) Nein.




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Tyler Durden
Administrator


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BeitragVerfasst am: 24.02.2013, 18:09                                  +/-

Moment. Die Oscars sind heute!?


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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 24.02.2013, 19:47                                  

Oh noes. Du hast noch nichts zum Anziehen?


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Triskel
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BeitragVerfasst am: 24.02.2013, 20:34                                  +/-

hähö

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Tyler Durden
Administrator


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BeitragVerfasst am: 24.02.2013, 23:30                                  +/-

Pah!


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 13.07.2014, 13:59                                  +/-

Warum ich den deutschen Film so hasse, Teil XXII:

Gestern lief im TV der deutsche Fernseh-Film "Die Libelle und das Nashorn" mit Mario Adorf und Fritzi Haberlandt. Spielt in Dortmund, deshalb hab ich mal reingeschaut. Aber irgendwie kam mir der Plot doch bekannt vor.. als hätte ich den Film schon mal gesehen... und dann fiel es mir ein, ich habe den Film schon mal gesehen, vor zehn Jahren und er hieß "Lost in translation". Hier die Plotzusammenfassung von "Die Libelle und das Nashorn" aus der Wikipedia:

Bei einer gemeinsamen Lesung, wo der alternde Schauspielstar Nino Winter (82) seine Autobiografie mit dem Titel Ich kam, sah und liebte vorstellt, lernen sich Winter und die junge Nachwuchs-Schriftstellerin Ada Hänselmann (32) flüchtig kennen. Ada ist genervt von Winters Getue und entsorgt sein Buch sofort. Wegen eines Fluglotsenstreiks wurde Winters Rückflug nach Italien gestrichen. Ada sollte eigentlich von ihrem Freund abgeholt werden, der hat jedoch soeben am Telefon Schluss gemacht. So müssen beide eine Nacht in einem Dortmunder Luxushotel verbringen und sitzen sich nun an der Hotelbar gegenüber.

Die sprunghafte Ada schlägt dem zurückhaltenden Winter ein Spiel vor, in dem er einen Detektiv spielen und Ada beschatten soll. Bei einem Gang durch die Stadt entdecken beide einen Mann, der in ihrer Phantasie zu einem Auftragskiller wird, und sie verfolgen ihn. Zurück im Hotel schlägt Ada jedem fünf Fragen vor, die er dem anderen stellen darf und die dieser ehrlich beantworten muss. Daraus werden hunderte Fragen und zwischen den beiden entsteht eine magische Nähe. Am nächsten Morgen verabschieden sich beide, und sie finden heraus, welches Geheimnis der dubiose Mann aus ihrer Phantasie in Wirklichkeit hat.

Das ist so arm. Oh, lass uns mal noch einen Film mit Mario Adorf drehen, bevor er stirbt. Irgendwas mit einem alten Mann und... einem jungen Mädchen? Sowas geht ja immer. Ideen? Ach, sparen wir uns die Suche und verfilmen "Lost in translation" nochmal, das hat doch seitdem eh jeder vergessen und unser Zielpublikum hat den wahrscheinlich nie gesehen. Wozu Drehbuchschreiber bezahlen, wenn es doch auch per copy und paste geht? *facepalm*

Ich hab mich richtig fremdgeschämt für so eine klägliche Leistung. Abgesehen davon ist Dortmund halt nicht Tokio und Fritzi Haberlandt nicht Scarlett Johansson und da war wieder dieses merkwürdige "Langoliers"-Gefühl bei mir - man erlebt eine Realität, die erstmal echt aussieht, aber nicht echt ist. Alles ist nur eine lehre, hohle Kopie des Originals ohne Geruch und Geschmack. Und das Schlimmste dabei ist, Mario Adorf kann ja was. Gebt dem Mann halt mal was zu tun. Sowas ist so unnötig. Und von meinen Zwangsgebühren bezahlt.

Hier nochmal Original und Fälschung:



















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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 13.07.2014, 18:25                                  +/-

Mario Adorf sieht ziemlich gut aus für seine über 80. Aber ihn dann mit einer jungen Frau paaren finde ich irgendwie eklig. Hat was von "das Mädchen und der Tod".


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 13.07.2014, 20:08                                  +/-

Exzellent. Wieder einmal Wasser auf meine Mühle.


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Warg



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BeitragVerfasst am: 13.07.2014, 20:25                                  +/-

Tyler Durden
Mario Adorf sieht ziemlich gut aus für seine über 80. Aber ihn dann mit einer jungen Frau paaren finde ich irgendwie eklig. Hat was von "das Mädchen und der Tod".


Naja, so jung ist sie auch wieder nicht. Laut Wikipedia ist sie 39.

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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 13.07.2014, 21:28                                  +/-

Deutschland überaltert.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 14.07.2014, 11:02                                  +/-

Hab am Wochenende "Fack ju Goethe" gesehen und den fand ich ziemlich gelungen grins Also wirklich gut Yes


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 14.07.2014, 11:56                                  +/-

Come on, "gelungen"... Geil war der! grins
Der einzige deutsche Film, den ich mir im Kino ein zweites Mal angeschaut habe. Politisch komplett unkorrekt, böse, witzig, überzeichnet, keine Angst vor nem fetten Kalauer an der richtigen Stelle.
Ich saß zweimal in einem Kinopublikum, das bis zur letzten Sekunde des Abspanns laut schallend lachend sitzengeblieben ist.

Mit dem Thema "Deutscher Film kann nix" tu ich mir recht schwer. Das ist eine höchst ambivalente Kiste. Ich würde es umformulieren in "Der populäre deutsche Film kann nix". Auf der Schiene des großen, für die Massen gedachten Erzählkinos herrscht eine relativ große Mutlosigkeit, die dann Schweighöfers und Schweigers Platz machen muss. Mich ärgert das dann immer maßlos, wenn man sieht, was andere, teils auch viel kleinere europäische Länder hinstellen:
Spanien hat Almodovar (und einige andere), GB hat - ach, genügend Leute, die Franzosen stellen einen Publikumserfolg wie "Ziemlich beste Freunde" hin... Und ich schreibe hier wirklich nur die Spitze der Spitze des Eisbergs. Die Ausrede "Ja aber die Amis" zieht leider gar nicht: Um uns herum ist in Europa filmisch einfach richtig was los und zwar gerade auf dieser eigentlich dankbaren Ebene des Films, der gar nicht auf der großen Schiene läuft, aber doch genügend Publikum einsammelt, weil er einfach das wichtigste leistet, was jeder Film hinkriegen muss: Er unterhält. Dazu kommen dann noch neue Ideen für Drehbücher, originelle Regieeinfälle, spannende Stoffe, etc.
Es ärgert mich als Filmfan schon zu sehen, dass das den Deutschen einfach nicht gelingen will.

Andererseits:
1. Es gibt durchaus GUTE deutsche Filme, die auf dieser Ebene, als dem gutgemachten Unterhaltungsfilem an den Start gehen, die laufen nur immer so minimal unter der Wahrnehmungsebene der breiten Masse:
"Das finstere Tal", das ich im Kino nicht mehr geschafft habe, habe ich jetzt von offiziellen wie persönlichen Seiten ganz fett empfohlen bekommen: Heimatfilmdrama mit Westerntouch. Muss sehr geil sein. "Fack ju Göthe" hats dann sogar zum Publikumsliebling und Kassenerfolg geschafft, was sehr dafür spricht, dass Komödien, die mit gesellschaftlichen Klischees unverfroren rumspielen, hier echt auch Erfolg haben können.
2. Das "Programmkino"-Feld in Deutschland ist sehr groß. Damit meine ich jetzt alles, was außerhalb der breiten Wahrnehmung anläuft. Wenn ich die epd Film lese und dort die Besprechungen der deutschen Filme, die abseits des Mainstreams laufen, dann denke ich mir schon: "Boah. Was da alles gemacht wird, Geile Stoffe. Hartes Zeug. Gute Schauspieler. Experimentierfreudige Regisseure. Boah." Das sind echt viel Filme und sie werden hervorragend besprochen. Laufen aber halt auch unter der Warnehmungsschwelle und haben einen relativ großen Anspruch an den Zuschauer.

Ich würde deswegen wirklich umtaufen wollen in "Der populäre deutsche Film (in aller Regel) kann nix."
PKs Angepisstheit ob des Adorf-Films verstehe ich sehr gut. Da machen die halt im Filmbereich das Gleiche wie das Fernsehen bei Serien: Anstatt sich selbst was auszudenken und was eigenes zu probieren, denkt man in "Formaten" und kupfert die schonungslos ab. Nix Neues. Deswegen finde ich sowas wie den genannten Film eigentlich eher peinlich, aber ärgern tu ich mich schon länger nicht mehr. Alle anderen Länder machen das übrigens auch. Sie machen aber halt noch auch was anderes nebenbei, und da verkackt der Deutsche da halt leider.

Meiner persönlichen Ansicht nach kommt das Problem übrigens von einer ganz typischen Haltung her:
Es gibt wenige Länder, die immer noch so stark zwischen U und E unterscheiden. Sieht man an dem, was ich oben geschrieben habe: Im Deutschen Kino gibt es entweder den doofen Quatsch für die Massen oder das verdammt gut Gemachte für die, die es wirklich wissen wollen. Weil: Entweder unterhält etwas verdammt gut - ODER es ist gut.
Das ist was, was die Amis in vorderster Front noch nie so gesehen haben. In der Musik nicht (ich denke da immer zuerst an Leonard Bernstein, der genauso echte "zeitgenössisch-moderne" Musik komponiert hat wie auch Jazz oder Musical oder...) und im Film eh nicht. Die Amis können einen verdammt harten Stoff immer noch so inszenieren, dass er packend unterhält und die Leute in Scharen reinströmen und andererseits ist auch noch der gröbste Dödelquatsch bei ihnen handwerklich so gut gemacht, dass man zumindest das noch honorieren kann.
Diese Mischung gibt es in Deutschland nicht.
Ich bin übrigens Til Schweiger gar nicht soo böse: Neulich habe ich mir "Keinohrhase" angeschaut, weil ich es mal wissen wollte. Der Schweiger versucht sich an genau dem, was ich eben gesagt habe:
"Keinohrhasen" ist hervorragend produziert, da gibt es mal gar nichts: Kamera, Bild, Ton, große Kinooptik, das funktioniert ganz hervorragend, sieht toll aus und darf sich im Kino wirklich sehen lassen. Klar, er ist schauspielerisch höchst limitiert, aber für die Rollen, die er sich selber schreibt, reichts, und seine Co-Stars sind sehr gut ausgesucht. Vom Drehbuch her ist Keinohrhasen übrigens auch sehr spannend, weil er die typische RomCom nimmt, und dann mittendrin auf den Kopf stellt (Schweiger wechselt die Perspektive von einer Hauptfigur zu einer anderen).
Und da, wo Schweighöfer immer wieder seine Klein-klein-Bilder von Frankfurt unmotiviert dazwischenschaltet, um die Förderung der Stadt abzugreifen, stehst Du bei Schweiger mitten im sonnendurchfluteten Berlin mit genauer Lichtregie und Geschmack der Stadt auf der Zunge.
Ne, der Schweiger kann was, es ist nur alles etwas unausgegoren und er hängt noch viel zu sehr an seinen amerikanischen Vorbildern. Und wirklich gesehen haben muss man die Filme natürlich auch nicht.
Aber wofür er echt einen Preis verdient hat ist, dass er versucht, hochwertig produzierte Genrefilme zu machen.
Da übrigens noch einen Tipp:
"Hell."
Deutsche Produktion, an der sich Klaus Emmerich beteiligt hat. Ein Endzeit-Movie, dass dermaßen hervorragend inszeniert ist, das ich immer noch nicht glauben kann, dass das echt ein deutscher Film ist.
Es gibt also in Deutschland durchaus Versuche, was zu probieren, was inhaltlich klar geht, gut gemacht ist und dann auch noch unterhält. Aber die Ansätze sind sehr verschieden und nur sehr punktuell. Ganz abschreiben will ich es aber immer noch nicht.

Und noch die Trailer zum Thema:

Das finstere Tal

Fack ju Göthe

Hell

Außerdem möchte ich noch die "Neuen Heimatfilme" von Marcus H. Rosenmüller in den Ring schmeißen. "Beste Zeit" und "Beste Gegend" gehören zu den schönsten deutschen Filmen, die ich je gesehen habe. Die haben, wie schon "Wer früher stirbt ist länger tot", einen riesigen Charme.


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Zuletzt bearbeitet von Euseppus am 14.07.2014, 12:26, insgesamt einmal bearbeitet
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Oxford
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BeitragVerfasst am: 14.07.2014, 12:26                                  +/-

Als Lehrerkind und -versteher hat es mich jedesmal diebisch gefreut, wenn der "Herr Müller" wieder einem der Rotzblagen auf's Maul gegeben hat Yes Dazu steh ich auch.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 14.07.2014, 12:32                                  +/-

hähö

Was ich da auch ganz groß fand:
"Müller" ist ein mitleidsloses Arschloch. Die Schüler sind mitleidslose Arschlöcher. Und trotzdem gibt die der Film nicht lächerlichkeitstechnisch zum Abschuss frei, obwohl er so auf sie drauf haut - der Film mag seine Figuren und das ist hier echt eine Leistung.
Eine Szene war übrigens wirklich großes Kino:
Als Müller gegen Ende endlich seinen "Schatz" findet und doch eigentlich am Ziel seiner Träume sein müsste. Wie man dem kaltschnäutzigen Sack da auf einmal unerwartet mitten in die Seele schaut und das alles ohne ein Wort Dialog - bei mir war da zweimal das gesamte Kino mitten in dieser Haudraufkomödie auf einmal totenstill. Wegen sowas mag ich Film.


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Craggan



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BeitragVerfasst am: 14.07.2014, 13:02                                  +/-

Fack Ju Goethe hat mich auch zu meiner großen Überraschung sehr amusiert. Schantal, heul leise! hähö

Til Schweiger hingegen vereint für mich alles, was ich widerwärtig finde in einer Person. Und da kann der noch so viel gut ausgeleuchteten Berlingeruch in seinen Filmen versprühen - ich werde wahnsinnig, wenn ich den nur von weitem im Abspann sehe. Einzig die Rolle des bekloppten Typen im Bewegten Mann lasse ich noch durchgehen.

Leider spielt bei ihm ja immer die von mir sehr geschätzte Alwara Höfels mit, so dass ich die viel zu selten zu Gesicht bekomme.

Was ich ja vermisse, sind diese Low-Budget Autorenfilme, die in irgendwelchen WGs spielen. So was wie Robby Kalle Paul. Gibts ja auch nicht mehr.

Und weil ja Serien das neue Kintopp sind, mache ich mir keine Sorgen um den deutschen Film, solange Ralf Husmann noch Drehbücher schreibt und Serien wie Stromberg und Tatortreiniger dabei herauskommen


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