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The Name of the Wind (Kingkiller Chronicles)
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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 29.02.2012, 23:08                                  +/-

Gimli
Von welchem redest du gerade? »Die Stadt der Träumenden Bücher«, »Das Labyrinth der Träumenden Bücher« oder »Der Name des Windes«? ugly

Egal, hab ich alle im Regal und nicht gelesen grins

Nee, ich meinte »Der Name des Windes«. Aber ich habe ja nur ca. 20 Seiten gelesen und hatte dann keine Lust mehr, weil es eine Rahmenhandlung gibt. Eines der ersten Bücher, die ich überhaupt je alleine gelesen habe, mit 7 Jahren oder so, hatte auch eine Rahmenhandlung, und schon damals habe ich das gehasst. Rahmenhandlungen sind wohl das Idiotischste, was die schreibende Menschheit je hervorgebracht hat.


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 01.03.2012, 10:45                                  +/-

Doch, ich glaube schon.

Die Wahrheit ist natürlich wie immer etwas differenzierter, aber das ist doch langweilig. Aber gut: Rahmenhandlungen sind nicht unbedingt immer furchtbar. Bei Büchern, die eher einen hohen intellektuellen Anspruch haben und wo es weniger darum geht, in eine überzeugende Welt und eine packende Geschichte einzutauchen, stört eine Rahmenhandlung meist nicht. Aber bei Büchern, wo es eben darum geht, ist es total bescheuert, wenn man zwischendurch immer wieder aus der Geschichte gerissen und daran erinnert wird, dass man das fiktive Geschehen gar nicht direkt miterlebt, sondern es nur irgend jemand erzählt.

Dann macht es noch einen großen Unterschied, wie intrusiv die Rahmenhandlung ist. In dem trivialen, aber sehr einfallsreichen und witzigen Fantasyroman "Ritter-Geist" ("Crewel Lye") von Piers Anthony zB gibts auch eine ziemlich öde Rahmenhandlung. Aber die ist nur mal kurz am Anfang und dann wieder am Schluss, dazwischen wird die eigentliche Geschichte glaube ich nur zwei oder drei Mal kurz unterbrochen.


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 01.03.2012, 17:54                                  +/-

Aelanum
Gimli
Diejenige welche von »Der Name des Windes« ist natürlich großartig und über jeden Zweifel erhaben.

Yes Und die Sprache hach und das langsame Erzähltempo hach Hoffentlich lässt er sich auch beim dritten Band nicht hetzen (nicht so wie Herr Moers Zunge) und bringt das Ding erst auf den Markt, wenn es reif ist.

Da fällt mir ein, dass ich Band 2 noch nicht gelesen habe, weil ich mich nicht dazu durchringen konnte auf Englisch umzusteigen, wo ich doch mit Deutsch angefangen habe, und dann wird das Buch im Deutschen absurderweise in zwei geteilt, was mich irgendwie vom Kauf abhielt. ugly Also erstens: In welcher Sprache liest du es? Und zweitens: Ist die Fortsetzung gut (falls du sie schon gelesen haben solltest)?


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 01.03.2012, 20:01                                  +/-

Gimli
Da fällt mir ein, dass ich Band 2 noch nicht gelesen habe, weil ich mich nicht dazu durchringen konnte auf Englisch umzusteigen, wo ich doch mit Deutsch angefangen habe, und dann wird das Buch im Deutschen absurderweise in zwei geteilt, was mich irgendwie vom Kauf abhielt. ugly

Wobei die Aufteilung in dem Fall durchaus sinnvoll ist, ist Band 2 in Englisch mit knapp 1000 Seiten schon ein recht unhandlicher Ziegel *handgelenk reib* hähö

Gimli
Also erstens: In welcher Sprache liest du es? Und zweitens: Ist die Fortsetzung gut (falls du sie schon gelesen haben solltest)?

Englisch. Bei Fantasy eigentlich immer, weil's mystischer klingt und nicht so kinderbuchig. Bei Rothfuss' poetischer Sprache ist OV fast ein Muss. Bis auf die Gespräche mit Schiem, da dachte ich zuerst an Druckfehler (Didn't folk troi an' stop 'em? - We're looken for moi uncle - und das wird noch schlimmer, je länger die Dialoge werden. Zum Teil musst ich's mir laut vorlesen, damit ich's versteh' hähö) In die Übersetzung hab ich mal reingeblättert, fand sie aber nicht so wirklich gelungen. Gerade die Passagen wenn Kvothe musiziert, sind in der Übersetzung längst nicht so stimmungsvoll und dicht.
The Wise Man's Fear hält absolut das Niveau von Name Of The Wind. Die Rezensionen sind ein bisschen zwiespältig, es geht halt nicht wirklich was vorwärts, aber genau das macht die Kingkiller Chronicles ja aus.

Spoiler:
Kvothe erobert sich seinen Platz unter den gefeierten Barden, legt sich endgültig mit Ambrose an, verlässt die Uni, erfüllt die klassischen drei Heldenaufgaben, aber vom Kingkiller sind wir noch meilenweit entfernt und mit Denna geht auch nix vorwärts.

Man merkt, dass Rothfuss genau weiß, wohin er mit der Geschichte will, aber er nimmt sich sehr viel Zeit für ausgiebige Umwege. Der Weg ist das Ziel. Und es wäre ja auch blöd, wenn schon in Band 2 alles aufgelöst oder vorhersehbar wäre.
Ist die Fortsetzung gut? Japp Yes Wenn dir Band 1 gefallen hat und du kein Problem damit hast, dass in Band 2 keine wilde Action ausbricht, wirst du auch an der Fortsetzung deine Freude haben.
Fünf von fünf gerissenen Lautensaiten

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 02.03.2012, 13:58                                  +/-

Emu
Bei Rothfuss' poetischer Sprache ist OV fast ein Muss.[…]In die Übersetzung hab ich mal reingeblättert, fand sie aber nicht so wirklich gelungen. Gerade die Passagen wenn Kvothe musiziert, sind in der Übersetzung längst nicht so stimmungsvoll und dicht.

Nooooooo! Traurig Ich habe es immer befürchtet. Also hatte das Nichtgefallen seitens Erinti (glaube ich, vielleicht war es auch jemand anders) doch nichts damit zu tun, dass sie die OV gelesen hat und die Übersetzung geiler ist. hähö Das ist wirklich insgesamt sehr tragisch. Die deutsche Ausgabe ist doch so schön! Und vorallem viel schöner als die englischen und mit Exlibris (bunten Bändchen, wie es Rothfuss selbst begeistert in seinem Blog erwähnte grins ). Echt schlimm


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 02.03.2012, 23:47                                  +/-

Das ist natürlich ein Argument, dem ich nichts entgegenzusetzen habe. Ich werde auf der Stelle die rituelle Verbrennung der englischen Taschenbücher vorbereiten und beide Bände vom Kindle löschen Yes

zwinkern

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 21.04.2012, 12:43                                  +/-

Aelanum
Möglicher Tipp für pk (hat ROME-Feeling) und Mike (viel zu lernen über Stellungen):

Danke, aber das sieht ganz furchtbar aus. Geschockt

Ich lese so lange Reihen eh nicht mehr. Bin kuriert. Smilie Ich war schon auf Patrick Rothfuss böse, weil sein zweites Buch im ersten Drittel (immer noch hunderte von Seiten) faktisch die Handlung des ersten Teils rekapituliert. Das ist zwar immer noch schön zu lesen + die Liebesgeschichte zwischen Denna und Kvothe ist auch sehr süß und frei von Kitsch, aber mal ehrlich: Direkt passieren tut da nix in der Geschichte. hähö Überhaupt hatte ich ständig das Gefühl, daß Rothfuss (verliebt in seine unbestreitbare Fabulierkunst) für einige Dutzend oder auch mal hundert Seiten die Handlungsentwicklung vergißt. Das G.R.R.-Martin-Syndrom. Mit den Augen rollen

Das stellt übrigens alles in den Schatten, was Moers mit seinem letzten Buch gemacht hat, daher wundert's mich so, daß Du Rothfuss lobtest.

Die Bücher sind schon gut und man will unbedingt wissen, was den Charakteren als nächstes passiert. Trotzdem (oder genau deswegen?) wäre kürzer in diesem Falle besser gewesen.


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 21.04.2012, 17:20                                  +/-

Helcaraxe
Ich mag das sehr, auch wenn die Geschichte ziellos vor sich hin mäandert bis zu einem unbefriedigenden Schluß.
Helcaraxe
Überhaupt hatte ich ständig das Gefühl, daß Rothfuss (verliebt in seine unbestreitbare Fabulierkunst) für einige Dutzend oder auch mal hundert Seiten die Handlungsentwicklung vergißt. Das G.R.R.-Martin-Syndrom. Mit den Augen rollen

Ja was denn jetzt?

Zitat:
Das stellt übrigens alles in den Schatten, was Moers mit seinem letzten Buch gemacht hat, daher wundert's mich so, daß Du Rothfuss lobtest.

Weil ich bei Moers nach 6 Volltreffern eine sehr klare und sicher übersteigerte Erwartungshaltung hatte und von Rothfuss nur wusste, dass er sympathisch nerdig wirkt.

Helcaraxe
Trotzdem (oder genau deswegen?) wäre kürzer in diesem Falle besser gewesen.

König: "Es sind zu viele Töne. Nehme Er ein paar weg."
Mozart: "Welche, Eure Majestät?"
Eternal return Yes


Lies auf gar keinen Fall die Biografien von Michael Palin, Simon Pegg, Bob Geldof, Peter Ustinov oder John Elder Robison und unbedingt Finger weg von Heinz Gärtner: Johann Christian Bach und Felix Huch: Beethoven. Die finde ich ziemlich bis sehr gut, die können dir nicht gefallen.
Wobei letzteres ein Roman ist, aber es hat den hübschesten Buchrücken aller Zeiten: "Huch ! Beethoven" hach

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 21.04.2012, 19:00                                  +/-

Aelanum
Ja was denn jetzt?

Ruhig, Braune! Erstens schrieb ich "auch wenn", das ist also eine Einschränkung. Zweitens ist die schiere Fülle an Seiten hier das Problem. Das von mir beklagte erste Drittel von "Die Furcht des Weisen" ist so lang wie bei Moers fast das gesamte fucking Buch! Und dann passiert an der Stelle wirklich sehr, sehr wenig. Das mäandert nicht mal, es ist ja nichts da! Außerdem ist die Form bei Moers bekanntlich alles, sie ist viel wichtiger als der Inhalt. Rothfuss schreibt auch sehr schön und vor allem ideenreich, aber an Moers kommt er formal einfach nicht dran. Yes

Aelanum
Lies auf gar keinen Fall die Biografien von Michael Palin, Simon Pegg, Bob Geldof, Peter Ustinov oder John Elder Robison und unbedingt Finger weg von Heinz Gärtner: Johann Christian Bach und Felix Huch: Beethoven. Die finde ich ziemlich bis sehr gut, die können dir nicht gefallen.

Zu Befehl. grins

Na ja, ich mag Rothfuss Schreibe durchaus und werde sogar den dritten Band lesen. Daß wir Literatur total unterschiedlich rezipieren würde ich also nicht gerade behaupten.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 25.04.2012, 00:24                                  +/-

Aelanum
Weil ich bei Moers nach 6 Volltreffern eine sehr klare und sicher übersteigerte Erwartungshaltung hatte und von Rothfuss nur wusste, dass er sympathisch nerdig wirkt.


Hm...



Und der bärtige Gnom mit der behaarten Brust hat eine gute Schreibe?


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 25.04.2012, 08:35                                  +/-

Tyler
Und der bärtige Gnom mit der behaarten Brust hat eine gute Schreibe?

Yes Er schreibt sehr eloquent und vor allem Fantasy-untypisch. Lass es mich so sagen:

~ Brian D'Amato nimmt den Leser an der Hand, reißt ihn im Highspeedtempo kreuz und quer durch nächtliche Großstadtstraßenschluchten und bizarre Landschaften und irgendwann kippt der Leser erschöpft an die nächste Hausecke und schnappt nach Luft.
~ George R.R. Martin nimmt den Leser an der Hand, lockt ihn auf verschlungenen Wegen tief ins Labyrinth, biegt um die Ecke und ist weg und der Leser dreht sich verwirrt um sich selbst und wundert sich, wie er da hin gekommen ist.
~ Patrick Rothfuss nimmt den Leser an der Hand, führt ihn im Spaziertempo den Weg entlang, macht links und rechts ausgedehnte Abstecher in den tiefen Wald und irgendwann wacht der Leser auf einer sonnenüberfluteten Lichtung auf, reibt sich erstaunt die Augen und ist erholt und tiefenentspannt.

Muss man mögen, sonst hat man nicht so viel Spaß dran. Ich mag alle drei, aber Rothfuss schon besonders.


Schmackhaftmachung für Euse: Rothfuss ist eingefleischter Joss Whedon Fan!
"Lastly, I feel morally obliged to remind y’all that Joss Whedon Cabin in the Woods is coming out this weekend.
Early reviews look good, plus, y’know JOSS WHEDON."
grins


Helcaraxe
Daß wir Literatur total unterschiedlich rezipieren würde ich also nicht gerade behaupten.

Hm. Doch. ? Außer Moers. Ich fand die Plagiate von Panem strunzödlangweilig (und steh damit allein auf weiter Flur, ich weiß).
Hast du eigentlich den Haselberger fertig gelesen oder unvollendet in die Tonne gekickt?

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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 07.08.2012, 07:21                                  +/-

Und ich hab geduscht, gefrühstückt, bin in die Arbeit gefahren, warte jetzt auf mein Teewasser und muss immer noch kichern.
Den von Tyler gewünschten Verriss kann ich aber nicht liefern, mir hat Patrick Rothfuss' The Name Of The Wind ausgesprochen gut gefallen, ebenso der Folgeband The Wise Man's Fear. Trotz oder besser gesagt gerade wegen des ziellosen "in der Gegend herum Erzählens". Smilie

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einBaum



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BeitragVerfasst am: 07.08.2012, 07:49                                  +/-

Nee, ich meine: Hat Tyler jetzt einen Beitrag zur Lage der Nation veröffentlicht, sein Innerstes nach außen gekehrt, ein kompliziertes Rätsel verfasst oder einfach nur Kneipenmaterial in einen literarischen Text gepackt?

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 07.08.2012, 07:55                                  +/-

Woher soll n00bine das denn wissen? Die lacht nur mit, weil der Chef was geschrieben hat. Die hat N U L L Ahnung, ich schwör.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 07.08.2012, 08:06                                  +/-

@Bäumchen:
Letzteres. Und er tänzelt dabei sehr geschickt auf dem schmalen Grat zwischen Plagiat und Parodie.

@Oxi:
Dammit jetzt verrat doch nicht immer alles!!!!111EinsElf

Zunge

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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 07.08.2012, 09:38                                  +/-

Ich hab eigentlich recht viel Gutes von Name of the Wind gehört. Wollte ich als übernächstes Buch lesen.


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"Wenn wir irgendetwas beim Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, dass ihm zum ersten Mal in der Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist."
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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 07.08.2012, 16:17                                  +/-

Tyler Durden
Seriously, warum findet sich in den Archiven hierzuforum kein schmissiger Verriss über dieses Werk? Roman will ich es nicht nennen, denn zu dieser Langform der schriftlich fixierten Erzählung gehört normalerweise ein Handlungsbogen, der sich über Einleitung und Höhepunkt zu einem Schluss spannt. Warum gibt es keinen großen Monsterthread in dem dieses monströs lange Buch niedergerungen, gebissen und mit den Zähnen zerrissen wird? Haben die schurkigen Chandrian heimlich archivierte Beiträge zensiert, gekürzt und gelöscht? Kann doch nicht sein! Es finden sich nur Bruchstücke von Aelanum und Helcaraxe, ein halb vergessenes Seufzen von Gimli, der schon lange in seiner mindestens fünffachen Stille verloren gegangen ist, und ansonsten kurze Andeutungen anderer User, sie seien (verständlicherweise) niemals über Seite 50 hinausgekommen.

Na ja, wir fanden das Buch halt gut. Verlegen Wenn man natürlich die Aufmerksamkeitsspanne eines schottischen Midges hat... grins Bis wohin bist Du überhaupt gekommen? 50 Seiten sind nun wirklich ga nix.

Wenn Dir der Sinn mehr nach Verrissen steht, ich hatte seinerzeit dieses Blogpost verlinkt:

http://www.goodreads.com/review/show/38361485

Das bezieht sich auf das zweite Buch, ist aber auch sehr launig zu lesen, wenn man dieses nicht kennt.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 11.08.2012, 01:14                                  

Thuringwethil
Ich hab eigentlich recht viel Gutes von Name of the Wind gehört. Wollte ich als übernächstes Buch lesen.


Mach ruhig. Viele mögen das Buch sehr und es konnte so unterschiedliche Geister wie Gerstenbob und Zarathustra bezaubern. Du solltest nur keine in sich abgeschlossene Geschichte erwarten. Es bleiben viele lose Enden übrig, wie ein zerschnittenes Wollknäuel. Mich störte das sehr, aber vielleicht ist es besser wenn man darauf vorbereitet ist. Den zweiten Teil kenne ich nicht. Der dritte Teil der Trilogie erscheint erst nächstes Jahr.

Achtung, ab hier Spoiler-Warnung! Nicht weiterlesen!

Frage von mir:
Will ich selbst dabeibleiben? Helcaraxe, ich habe aus Spoilergründen die goodreads Review schnell wieder weggeklickt. Ich will nur wissen: Geht es denn irgendwie weiter in der Geschichte? Kommt der Plot noch in die Gänge? Wie oft kommt Denna vor? Lohnt es sich in irgendeiner weise?

Vielleicht leide ich nur an einem Hype-Backslash. Jahrelang schwirrte "Der Name des Windes" und der Name Patrick Rothfuss immer als Exemplar außergewöhnlich exzellenter Fantasy Literatur durch den Grenzbereich meiner Aufmerksamkeitsspanne. Nie genug, dass ich mich aufraffen konnte ihn zu lesen. Nie zu wenig, dass ich vergaß dass ich ihn irgendwann mal lesen wollte. Nachdem ich bei einer Suche feststellte, dass ich zweimal den gleichen Witz über Herrn Rothfuss gemacht hatte knickte ich ein.

Rothfuss macht viele Dinge gut. "Der Name des Windes" ist sein Erstlingswerk und da steckt immer eine gehörige Portion Herzblut drin. Bestimmt hat er das Manuskript über zehn Jahre in langen einsamen Nächten hundertmal überarbeitet. Er schreibt mit Wortwitz, Poesie, spielt mit der Erwartungshaltung des Lesers, es gibt Meta-Ebenen und nach den ersten Seiten, die sich ziehen wie Kaugummi, ist es ein Page-turner.

Ich musste aber auch auf sovielen Seiten mit den Augen rollen. Seufz. Ich hätte gleich einen schmissigen Verriss schreiben sollen als mein Ingrimm noch grollender war. Oder eine richtige schöne Gleichnisgeschichte, wie zum Beispiel ein Treffen in Celebrians Kate: Ein User tritt spätabends mit wirrer Frisur und irren Augen ein und einBaum fragt erschrocken wo man denn so lange gewesen sei. Erzählt wird dann eine epische Geschichte von Dämonen und Magie, Breitenlesau wurde dabei in Schutt und Asche gelegt (versehentlich) und man traf Euse bei einem Orgelkonzert hinter München, der einem in zwei Stunden das Klavierspielen beibrachte (eine Stunde für die Grundlagen, die zweite Stunde weinte Euseppus Freudentränen, dass der Schüler den Lehrer überflügelte). Man hat noch einen Master in Leeds drangehängt, schaffte es zu Fuß quer durch den Ärmelkanal und Deutschland aber doch noch rechtzeitig zum Usertreffen. Puh. Bäumchen klappt den Mund erstaunt zu und meint dann, sie hätte eigentlich nur wissen wollen, wo das Grillfleisch sei, man hätte doch im Orga-Thread geschrieben man würde beim Real im Dorf einkaufen. Ach so, antwortet der User etwas betreten, nein, leider war dort schon Ladenschluss. Get it? There is no meat!
Aber das war dann selbst mir zu schwurbelig.

Jedenfalls: Man merkt auch, dass es der erste Roman von Rothfuss ist. Der Protagonist, mit dem unaussprechlichen Namen Kvothe, ist eine männliche Ausgabe der Mary Sue. "Mary Sue" ist die penetrant nervige Heldin unerfahrener Autoren in Fanfiction Storys die alles kann und besser weiß. Und Kvothe ist genau das. Er ist ein Ausnahmetalent und kann alles oder kann alles lernen. In Rekordzeit. Arghh! Zum Glück reitet er sich selbst immer wieder in Schlamassel rein, oder mogelt sich faul durch Probleme durch, das er wenigstens ein paar Ecken und Kanten hat. Ach ja, und den Hauptteil der Geschichte ist er 15 Jahre alt und studiert mit Anfang Zwanzigjährigen an der arkanen Universität. Das hat mich manchmal rausgebracht, weil ich mich erinnere wie ich mit 15 war, Twenty-Somethings waren für mich damals Erwachsene.

Vielleicht sollte ich nochmal drei Schritte zurück gehen und von Anfang an auflisten. Also, zuerst die Rahmengeschichte. Der erwachsene Kvothe, Ende Zwanzig wird glaube ich mal erwähnt, erzählt weitab in einem Kuhkaff die eigentliche Geschichte eines der größten Helden aller Zeiten: Er selbst. Und er fängt an als er 12 war und das Buch endet mit ihm als 15 jähriger. Das ist nicht schlecht konstruiert. Man kann hier spielen mit Foreshadowing, der Leser weiß wo Kvothe in welchem Zustand endet, aber er weiß nicht wie das passierte, es gibt ein paar Hinweise, dass Kvothe in manchen Sachen ein unzuverlässiger Erzähler ist. Zum Beispiel als er anfängt seine große Liebe zu beschreiben, wirft sein Gehilfe salopp ein, ihre Nase wäre ein bisschen krumm gewesen. Das hat mir gut gefallen. Und war auch nötig. Weil grundsätzlich sind alle Frauen und Mädchen absurd wunderschön. Aber dazu später mehr.

Nach der üblichen Origin-Story, siehe Star Wars und was das Imperium mit Lukes Familie machte, landet Kvothe als 12 jähriger Straßenjunge in der Stadt. Und tut dort drei Jahre nichts. Außer zu hungern und zu betteln. Obwohl er zaubern kann und ein Dutzend anderer Fähigkeiten hat wie zum Beispiel Lesen und Schreiben. In einer Mittelalterwelt kein nutzloses Talent. Er wuchs auch als Zigeuner auf, aber kommt nicht einmal auf die Idee Straßenmusiker zu werden! Unser Held wird auch kein Kopf einer Straßenjungenbande oder tritt einer Diebesgilde bei. Stattdessen ist er völlig allein und schottet sich depressiv und asozial von allem ab. Es sind völlig untypische Kapitel, die weder zum etablierten Charakter davor noch danach passen. Es ist rätselhaft. Habt ihr eine Erklärung dafür? Es gibt so gar keinen Sinn. Ich habe es gehasst. Das einzige was mit Kvothe passiert, ist drei Jahre älter zu werden und nach einem Erweckungserlebnis dann endlich zur arkanen Universität zu reisen.

Und obwohl er drei Jahre keine Schulbildung hatte findet er sich an der anspruchsvollsten aller Hochschulinstitutionen gut zurecht und ist ein guter Student. Obwohl er sich drei Jahre nur von Abfällen ernährte und jede Menschenseele mied findet er schnell Freunde. Es ergibt keinen Sinn. Wie die Universität selbst auch: In der Stadt drei Meilen entfernt wird Zauberei schon scheel angesehen und überall darüber hinaus scheint es ganz unbekannt zu sein. Dabei werden über 1000 Studenten aus allen Ländern ausgebildet, und nicht wie in Hogwarts versteckt von den Muggels, sondern das sind normale Adelige und Großbürger. Magie ist etwas das jeder lernen kann. Eigentlich müsste es überall vor Arkanisten nur so wimmeln! Aber das ist nur ein geringer Krittelpunkt, es fällt einem nur auf wenn man darüber nachdenkt, ansonsten ist das Worldbuilding von Rothfuss verdammt gut. Mythologie, Geographie, Sagen und Legenden, das wird alles häppchenweise und im Vorbeigehen vermittelt.

Das arkane Magiesystem ist brillant: Es gibt klare Gesetzmäßigkeiten und Begrenzungen die so logisch und akademisch erklärt werden, dass sie wie Erweiterungen der normalen Physik wirken. So gilt weiterhin der Energieerhaltungssatz: wenn man etwas entzündet muss man die Hitze dafür woanders hernehmen (zum Beispiel, gefährlicherweise, aus dem eigenen Körper). Oder man kann einen Stein schweben lassen, muss dafür aber einen zweiten in der Hand halten der dann doppelt so schwer wiegt. Patrick Rothfuss macht hier den Kunstgriff, dass die Leute denen die Funktionsweise der Magie erklärt wird enttäuscht darüber sind, wie wissenschaftlich und wie wenig magisch Magie ist. Weil sie dachten Zaubern wäre so wie in den Märchen, man kann am Vollmond fliegen oder mit Tieren sprechen oder Stroh zu Gold spinnen etc. Gleichzeitig gibt es Andeutungen auf eine zweite Art "richtiger" Magie. Wenn man den Namen der Dinge kennt, kann man sie formen. Zum Beispiel den Wind.

Aber das nur als Einschub. Die Universität hat was von der Unsichtbaren Universität von Terry Pratchetts Scheibenwelt, nur halt straight erzählt und nicht als Parodie, was mir sehr gut gefiel. Jeder der mal studiert hat wird sich da einfühlen können, von der frustrierend undurchschaubaren Bürokratie, den betrunkenen Studenten, der riesigen Uni-Bibliothek in der man sich vor Wissbegierde verlieren kann und natürlich zerstreute Dozenten. Es wird ein bisschen dick aufgetragen, Kvothe gerät immer wieder mit einem bösartigen und unfähigen Professor aneinander, die üblichen Klischees eben etc. Aber man verfolgt die Abenteuer um das Zusammenkratzen der nächsten Studiengebühren gerne.

Puh. Jetzt habe ich das enervierendste aufgeschoben: Die Frauen. Es ist Grauen erregend. Jede Frauenfigur ist ein wandelndes Klischee. Selbst Tolkien hat bessere Frauenfiguren geschrieben! Und das ist mit der schwerste Vorwurf den man machen kann. So furchtbar ist Patrick Rothfuss. Prinzipiell ist jedes Mädchen von Belang unbeschreiblich schön und sexy. Es ist das definierende Element der Person und wird als erstes beschrieben und ständig wiederholt. Und alle dieser Brüste auf zwei langen Beinen flirten mit Kvothe, ohne dass er es checkt. Unbeabsichtigt sammelt er so einen ganzen Harem an Love Interests an: Fela, das hübscheste Mädchen der Schule, deren Leben er rettet. Auri, das schüchternste Mädchen der Schule, der er sich so sensibel und vorsichtig wie einem scheuen Reh nähert. Devi, die sexy Kriminellen-Queen, die offen anbietet mit ihm zu schlafen, wenn er ihr wertvolle Infos gibt. Das sind keine Charaktere, das sind Männerphantasien.
Und die schlimmste, die horribelste von allen: Denna, die unerreichbare Liebe, die liebreizendste Frau von allen, die Pussy auf dem Podest. Jede Beschreibung von Denna handelt davon wie großartig sie ist. Wie mysteriös. Wie elegant. Alles an ihr ist faszinierend. Perfekt. Beautiful. Und sie ist unerreichbar. Denn Kvothe wird so hart von Denna gefriendzont, dass es nicht mehr feierlich ist, er müsste sich eigentlich vom Erzkanzler zum Wizard-King der Friendzone ausrufen lassen. Die Friendzone-Force ist so stark, dass sie vor seinen Augen mit anderen Männern ausgeht, sogar vertraulich mit ihm über die (fehlenden) Qualitäten dieser Männer spricht, während er darüber nachsinnt, dass er sie nie bedrängen darf, um sie nicht zu verschrecken. Gleichzeitig sendet sie ihm mixed Signals. Aber nur auf freundschaftlich-spielerische Art oder wenn sie unter Drogen steht.

Hier ist das Problem: Jungs sind dumm. Das ist glaubhaft. Aber die Geschichte wird nicht vom pubertierenden Kvothe erzählt, sondern vom erwachsenen Kvothe. Und der meint seine Himmeleien vollkommen ernst und unironisch. Hat das niemanden gestört? Ich kann schon verstehen, warum romantische Seelen dahinschmelzen. Aber wenn Patrick Rothfuss da einen Komplex verarbeitet hat, bin ich mir nicht sicher, ob er die richtigen Lehren daraus gezogen hat.


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Zuletzt bearbeitet von Tyler Durden am 11.08.2012, 12:39, insgesamt einmal bearbeitet
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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 11.08.2012, 09:22                                  +/-

Ich hab den langen Absatz mit der Spoilerwarnung lieber mal nicht gelesen. ;)
Aber das Buch hätte ich eh gelesen. Meinem Bruder hat es gefallen und auf dessen Urteil gebe ich doch recht viel.

Ich habe gerade mit "Als der Tag begann" angefangen. War ein Geschenk, sonst nicht unbedingt die Richtung Bücher, die ich mir kaufe. Wobei es bei Amazon recht gut bewertet ist. Aber das muss ja nix heißen. Hier in einem Satz zusammengefasst worum es geht: "Die Autorin, heute 32, wächst bei drogensüchtigen Eltern auf, wird obdachlos, ihre Mutter stirbt. Wie sie sich trotzdem ein Harvard-Stipendium erarbeitet, erzählt sie berührend und humorvoll." (Geklaut von...JOLIE, Hammer-Zeitschrift).

Ansonsten hatte es mir in letzter Zeit "Middlesex" von Jeffrey Eugenides ja sehr angetan und ich überlege, "The Virgin Suicides" von ihm irgendwann in nächster Zeit zu lesen. Hat jemand beide gelesen?


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Aelanum



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BeitragVerfasst am: 11.08.2012, 09:40                                  +/-

Tyler
Ich will nur wissen: Geht es denn irgendwie weiter in der Geschichte? Kommt der Plot noch in die Gänge? Wie oft kommt Denna vor? Lohnt es sich in irgendeiner weise?

1+2: Jein. Kvothe führt uns weiter, verlässt die Akademie und tritt ins Leben "da draußen", allerdings wie gehabt in äußerst gemächlichem Spaziertempo. Es geht schon vorwärts, aber vom Kingkiller sind wir noch meilenweit entfernt. Ich war und bin skeptisch, ob Rothfuss die Story in einem letzten Band zu Ende bringt. Entweder er bricht mit seinem bisherigen Erzähltempo und hetzt mit halsbrecherischer Action durch den Rest – oder an den Legenden ist gar nicht so viel dran, wie alle glauben. (Was irgendwie auch zu Kvothe passen würde: "... dann ging ich da so die Straße lang, bin gestolpert und hab den König versehentlich über den Abhang gerempelt. End of Story".) The Wise Man's Fear ist halt der zweite Band einer Trilogie und lässt natürlich noch so gut wie alles offen.

3: Ich hab's nicht gezählt, gefühlt aber weniger als im ersten Band und es bleibt bei der etablierten man-weiß-nicht-recht-Beziehung. Dafür gibt's den Felurian Part ("the goddamn felurian bit"), der dem Leser schon sehr, sehr viel Geduld und Wohlwollen abverlangt und am besten macht man vor der Passage schon einen Termin beim Augenarzt aus, der beim Entdröseln der vor lauter Augenrollen völlig verknäulten Sehnerven hilft.

4: Kommt drauf an ob du über die Dinge, die dich gestört haben, hinwegsehen kannst. Für mich sind beide Bände als Erzählung um des Erzählens willen, nicht unbedingt als Geschichte mit einem bestimmten Ziel und die positiven Seiten überwiegen die Kritikpunkte: die Frauen Mit den Augen rollen und Kvothes unerschütterliche Vergötterung von Denna. Allerdings halte ich es für möglich, dass Rothfuss im letzten Band noch ein As aus dem Ärmel zaubert, das halbwegs plausibel erklärt, warum der erwachsene Kvothe noch immer so ernst und unironisch herumhimmelt. Falls er das nicht liefert, wird sich meine gut/schlecht Gewichtung im Nachhinein wohl noch verschieben, aber bis dahin halte ich ihm zugute, dass die Geschichte noch nicht abgeschlossen ist.

Im Übrigen ist das eine sehr schöne Nachbetrachtung und treffende Zusammenfassung, fast möchte ich Rothfuss' Bücher gleich nochmal lesen. Und mich an den gleichen Stellen ärgern wie du.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 11.08.2012, 10:08                                  +/-

Das erste Buch kannst Du "gefahrlos" lesen, Gwethil. Wenn es Dir nicht gefallen sollte, wirst Du sehr wahrscheinlich nicht übermäßig neugierig auf die Fortsetzung sein.

Tyler Durden
Frage von mir:
Will ich selbst dabeibleiben? Helcaraxe, ich habe aus Spoilergründen die goodreads Review schnell wieder weggeklickt. Ich will nur wissen: Geht es denn irgendwie weiter in der Geschichte? Kommt der Plot noch in die Gänge? Wie oft kommt Denna vor? Lohnt es sich in irgendeiner weise?

Ah okay, ich dachte Du willst "The Wise Man's Fear" auf gar keinen Fall mehr lesen. Ich bin auch nicht unbedingt der beste Fürsprecher des zweiten Bandes, das sollte ich vielleicht vorausschicken. Wenn Du Dich erinnerst: Mir hat der zwar gefallen, aber ich hatte auch einiges auszusetzen daran. (Emu war ein bißchen verschnupft deswegen!)

Das erste Drittel des zweiten Buches wiederholt im Prinzip die Handlung des ersten, also vom Start weg mehr Augenrollen für Dich als Leser. Kvothe (ausgesprochen wie das tümelnde quoth in Poes "The Raven") ist immer noch an der Uni, er ist immer noch sehr arm, muß sich Geld leihen und pflegt den Beef mit seiner ewigen Nemesis Ambrose. Der bringt ihn diesmal in einige wirklich ekelhafte Situationen, und das zu verfolgen ist auch durchaus spannend. Es ist nur absolut nichts Neues.

Der Streit gipfelt darin, daß Kvothe die Universität für ein Auslandssemester verläßt. zwinkern An dieser Stelle nimmt die Handlung vorrübergehend erfreulich an Fahrt auf, nur um kurze Zeit später zu zerfasern wie Du es im ganzen ersten Buch noch nicht erlebt hast. Man merkt, daß der Uni-Kram als Überbau und roter Faden fehlt. Das bedeutet nicht, daß nichts passiert, die Kvothe-Abenteuer sind alle ganz nett, sie bringen ihn allerdings um keinen Deut weiter in der wichtigen Frage "Wer hat meine Eltern ermodert? Und wieso und weshalb und warum überhaupt…?"

Kvothes Eskapaden könnten auch monolithisch für sich stehen, als Kurzgeschichten sozusagen. Denn mehr steckt eigentlich nicht dahinter. Das sind einzelne Episoden, die Dir erzählen, wie der Kvothe der Gegenwart zu der Person geworden ist, die er nun einmal ist. Mal jagt er Banditen, dann hat er ewig langen Sex mit einer uralten Fee aus einer fremden Dimension, in der Bäume sprechen können und Mondlicht manchmal zäh wie Fonduekäse wird. Immer wieder trifft er Denna, die sich merkwürdiger und merkwürdiger verhält, aber direkt gehen tut in der Beziehung sowieso nix, es ist also egal. Ein großer Teil der Handlung dreht sich darum, wie Kvothe bei einigen weiblichen Ninjas seine Kampfkunst verfeinert, das ist auf jeden Fall sehr, sehr wichtig. Klingt gaga? Jo, ist es auch.

Lange Rede, wenig Sinn: Am Ende bist Du nicht schlauer als vorher, wurdest aber insofern gut unterhalten, als Rothfuss gepflegt einen großen Haufen auf die Konventionen des intellektuell brachliegenden Fantasygenres kackt. Er ist hochorginell, aber er ist auch langatmig dabei.


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BeitragVerfasst am: 12.08.2012, 15:16                                  +/-

Von dieser Rothfuss-Trilogie höre ich grad das erste Mal. Ich glaube, das lese ich dann auch mal als Nächstes. Aber momentan bin ich ja noch bei His Dark Materials.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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