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Krieg in Syrien
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 11.09.2013, 23:06                                  +/-

Bard
Gerade über facebook entdeckt: link

Mein Hirn kann sich gerade nicht entscheiden, ob es mir langsam aus den Ohren raussuppen oder mit einem lauten Knall an die Decke spritzen soll. Das ist so knackendämlich, wenn man 100 Affen tatsächlich einmal 100 Jahre lang vor 100 Schreibmaschinen sperren würde, würde unter Garantie etwas Intelligenteres dabei enstehen als dieser eitrige Darmerguss von FJ Wagner. Den Musikantenstadl, RTL2 oder Astro TV in Dauerschleife zu schauen oder ein literarisches Jointventure von Konsalik, Wolfgang Hohlbein und Rosamunde Pilcher zu lesen, könnte den vorzeitigen Hirntod nicht so sehr beschleunigen wie dieses hingerotzte, nebensatzfeindliche Machwerk eines schreibend vor sich hin schimmelnden Sabbelpoeten. Warum kann man da nicht ausnahmsweise einfach mal Berufsverbot verhängen?


Es kann nicht wahr sein. Ich will mir das Gehirn rausreißen!!!

Zitat:
Die Gas-toten Kinder.
Lieber Barack Obama, Sie
sind der mächtigste Mensch der Welt.
Warum machen Sie nicht
ruckzuck alldem ein Ende?
Ein Knopfdruck. Drohnen.
Der mächtigste Mann der Welt
könnte das Böse auslöschen.


Das ist ja Dadaismus pur.

Gepostet am 11.09.2013, 23:06:

Vor Schreck habe ich umgeblattert.


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 10:26                                  +/-

Vladimir Putin schreibt jetzt für die New York Times:

http://www.nytimes.com/2013/09/12/opinion/putin...=opinion&_r=0


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Bard
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BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 13:10                                  +/-

Auf den ersten Blick OT: Nordkorea fährt offenbar Atomreaktor hoch

Eigentlich stehen in Nordkorea ja seit Monaten die Zeichen wieder auf Entspannung, die Sonderwirtschaftszone Kaesong wurde gerade wieder eröffnet. Und nun wieder so ein Signal.

Was ich mich schon während der Koreakrise gefragt habe: Könnten sich Syrien und der Iran auf der einen, Nordkorea auf der anderen Seite nicht auch absprechen, wann und in welchen Situationen sie ihre jeweiligen Konflikte anheizen, die mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen und Druck auf die USA und ihre Verbündeten ausüben? Die Beziehungen untereinander sind ja im Vergleich zum großen Rest der Welt einigermaßen gut, es gab ja möglicherweise auch Kontakte zwischen Iran und Nordkorea im Hinblick auf den Ausbau eines Atomprogrammes etc. Wenn in einer Lage, in der die Widerstände innerhalb der USA gegen einen Kriegseinsatz in Syrien wachsen, eine tatsächliche oder vermeintliche Alternative zu einem Angriff vorhanden ist und die USA noch weiterhin in Afghanistan gebunden sind, plötzlich wieder Kim Jong-Bumm Stress macht, hätte das doch wahrscheinlich direkten Einfluss auf die Kriegsbereitschaft der Amerikaner. Denn die sind maximal in der Lage, an zwei Kriegsschauplätzen gleichzeitig gebunden zu sein, wobei dies aufgrund der nötigen Sparmaßnahmen kaum noch zu schaffen sein wird.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 13:18                                  +/-

Ich glaube Wagners letzte drei Zahlen sollten ein Haiku sein. Er hat sich mit der Sllbenzahl aber verhaspelt.

@NYTimes
Keine große Überraschung bei Herrn Putin. Er sieht das Versagen der internationalen Gemeinschaft beim Verhindern solcher Alleingänge und Interventionen (also genau umgedreht zur westlichen Sicht) und der Verletzung nationaler Souveränität. Als Folge würden Länder nach der A-Bombe streben, um sich vor Angriffen zu schützen, anstatt auf den Schutz der UN zu vertrauen.

Er wirft noch eine hochgezogene Augenbrauen zum Amerikanischen Exzeptionalismus ein. Es gehört ja zur US Rhetorik sich immer auf die Schulter zu klopfen und die eigene Einzigartigkeit zu beschwören. Schmunzeln musste ich, als Putin auf einer religiösen Note endet. Das ist so durchschaubar und passt so gar nicht zu ihm.

Gepostet am 12.09.2013, 13:28:

In other News:
Die CIA beginnt die Rebellen zu bewaffnen.

http://www.washingtonpost.com/world/national-se...pisrc=al_national


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 13.09.2013, 00:26                                  +/-

Laut Putin haben wahrscheinlich die Rebellen das Giftgas in Ghouta eingesetzt. Gleichzeitig zwingt er Assad den Besitz von Chemiewaffen erstmals zuzugeben und im gleichen Atemzug der Chemiewaffenkonvention beizutreten sowie die Vernichtung dieser Waffen unter internationaler Kontrolle anzukündigen.

Wie passt das zusammen?

Desweiteren erfreut sich das Argument der Beliebtheit, die militärische Drohkulisse der USA habe bei den neuesten diplomatischen Impulsen und Abrüstungsplänen keine Rolle gespielt. Wie kann man das glauben?

Gepostet am 13.09.2013, 00:41:

Netter Leserkommentar zu Obamas Politik:

Zitat:
Frankly, until I walk a mile in his shoes, I am inclined to view his flexibility as sensible AND responsible. It is far from a black and white situation from a command perspective.

If one considers that the threat of a US air attack, enabled the Russians to push the Syrian Regime to first, publicly admit they have chemical/biological weapons and second move the Russians from nothing but staunch opposition to any action, then progress has been made. Turning a blind eye to the situation is dangerous for everyone. Conventional war is bad enough, but there is some chance to evade or survive it. Chemicals, gas, biological and nuclear as much more thorough and in-discriminant as the last two World Wars have shown.

I do not want to see military action, but understand that after years of failed diplomacy, it may be the only option left.

Considering all of the opposition, in-fighting, foot dragging, negativity and major challenges I think the President has done a remarkable job and my hat is off to the man. If he is in a bit of rough water, I'm still willing to work with him. Yes, we can get through this.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 13.09.2013, 16:09                                  +/-

Harhar… hier mal eine Fake-Antwort von Barack Obama auf Putins Offenen Brief in der NY Times:

http://www.huffingtonpost.com/albert-brooks/oba...ia_b_3914774.html

Zitat:
WHAT DID I JUST READ?

By Barack Obama

Imagine my surprise when I opened the New York Times and read Vladimir Putin's Op-ed. I didn't know what I was reading for a few minutes. Sometime's my Chief of Staff will put The Onion in front of me just to shake things up so it took me a moment to realize this was not a joke.

First off, let me say I had a very nice time at the G20. The food was good, although a bit heavy for my taste, and the weather was pleasant. Certainly you can see the sky sometimes, which you can never do in China.

As I continued to read the Op-ed, I really couldn't understand whether we were being insulted or praised. Mr. Putin seemed to respect the United States for one paragraph, and then blast us in another. Now understand, I admire Mr. Putin. For his age he seems to be in great physical shape and even though I could kick his ass in basketball I do believe that if a bear were to attack the both of us, he would be the one to shoo it away.

But let's make one thing perfectly clear: this is written by a man who is the head of Russia. Russia, where the air conditioning in the room conked out even though I was in the Presidential Suite. Russia, where no one smiles and where people actually look disappointed that they are white.

Mr. Putin, we put a man on the moon and you barely got a monkey home safely. We invented the computer and you invented the way to steal it. Your country is filled with our fast food businesses and yet there is not one Russian take out place in the whole United States.

You are known for Siberia, we are known for Big Sur. We make Cadillacs and Lincolns and God knows what you call those little square deathtraps. It's one thing to put down exceptionalism, but before you do that, you at least have to produce one Broadway show, or make one commercial airliner, or invent one type of salad.

Having said that, your people are wonderful and I know that you care about them deeply, except, of course, for the gay ones. As a matter of fact, you care about them so much that you hate to see them argue, especially with you, so you graciously offer them the solace of prison.

In any case, I enjoyed your editorial and I am very impressed that it was printed in The New York Times. If only there was a newspaper in your country that would print this.

My very best wishes,


Barack Obama.


grins


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Mond



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BeitragVerfasst am: 15.09.2013, 20:44                                  +/-

Also ich bleibe bei meiner Meinung, dass Gewalt keine Lösung ist.
Um sich wirklich ein Bild zu machen von der aktuellen Situation dort, sollte man schon vor Ort sein, mit den dort Ansässigen ins Gespräch kommen und die mal fragen, was sie von einem Militärschlag halten. Yes
Von hier lässt sich ja immer leicht reden.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013, 20:53                                  +/-

Das ist ja das schöne an Meinungen: man kann gegen jede Vernunft daran festhalten.


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Buchfaramir
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BeitragVerfasst am: 15.09.2013, 20:57                                  +/-

Mond
Also ich bleibe bei meiner Meinung, dass Gewalt keine Lösung ist.

Sag das mal dem Assad.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 16.09.2013, 17:47                                  +/-

Mond
Also ich bleibe bei meiner Meinung, dass Gewalt keine Lösung ist.
Um sich wirklich ein Bild zu machen von der aktuellen Situation dort, sollte man schon vor Ort sein, mit den dort Ansässigen ins Gespräch kommen und die mal fragen, was sie von einem Militärschlag halten. Yes
Von hier lässt sich ja immer leicht reden.

Was aber, wenn die ja sagen, wie zum Beispiel die Regierung in Mali, die sich zu Beginn des Jahres einem Angriff von sehr aggressiv agierenden Islamisten ausgesetzt sah? In manchen Fällen kann Gewalt nur mit Gewalt angemessen beantwortet werden, Fanatiker oder Diktatoren wie Gaddafi stürzt man eben nicht mit höflichen Rücktrittsforderungen. Das ist das Problem: Es gibt gerade hierzulande - siehe Oster(m)ärsche - eine Art Pazifismus, der blind geworden ist für das Leid auf der Welt.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 16.09.2013, 17:52                                  +/-

Den gibt es natürlich nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Ländern. Aber auch ich habe den Eindruck, dass die „Ohne uns“-Bewegung in Deutschland ganz besonders stark ist.

Ich hätte damit auch ehrlich gesagt gar nicht so große Probleme, wenn wir nicht gleichzeitig vor 20 Jahren das Asylrecht faktisch abgeschafft hätten, kaum Flüchtlinge aufnehmen, uns in der Entwicklungshilfe sowie bei rein humanitären Einsätzen nicht so zurückhalten würden. Wenn die Alternative zu einem Deutschland der humanitären Interventionen ein Deutschland der zivilen Hilfe wäre, dann wäre ich dabei. Aber wir halten uns einfach nur aus allem heraus, während unsere Wirtschaft im Hintergrund opportunistisch ihre Geschäfte betreibt. Wir sind das Land, das Ländern wie Syrien die Maschinen für ihre Giftgasfabriken lieferte. Wir übernehmen einfach gar keine Verantwortung, für nichts. Außer für unsere Geschäfte. Spitze

Das widert mich über alle Maßen an.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 16.09.2013, 17:59                                  +/-

Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen finde ich ebenfalls richtig und wichtig. Allerdings nicht unbegrenzt, weil auch das Probleme schafft.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 16.09.2013, 18:06                                  +/-

Und genau aus diesem Grund wird unsere großartige 81-Mio-Einwohner-Ohne-Uns-Nation auch ganze 5.000 Syrien-Flüchtlinge aufnehmen. Von ungefähr 2 Millionen. Also ein Viertelprozent. Einen pro 16.200 Einwohner. Fast in jeder zweiten deutschen Gemeinde wird ein Syrer sein.

Wir sind halt die Geilsten, da machste nix. Yes


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 16.09.2013, 18:19                                  +/-

Zwischen 5000 und unbegrenzt ist auch noch ne Menge Spielraum, und die Verteilung von Asylsuchenden funktioniert nach einem komplexen Schlüssel.

Wenn Flüchtlinge aber irgendwo zu Hunderten zusammengepfercht werden, tut man weder ihnen noch den übrigen Anwohnern einen Gefallen. Das ist eine Aufgabe, wo alle europäischen Länder gemeinsam was tun müssen. Übrigens hat selbst unser Innenminister schon angekündigt, daß es wohl mehr als 5000 werden.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 16.09.2013, 18:32                                  +/-

Too late, too little. Das ist doch nur noch Symbolpolitik, um über unsere tatenlose Verantwortungslosigkeit in zwei Jahren Bürgerkrieg wegzutäuschen. Besser als nix, aber trotzdem arm!


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 17.09.2013, 16:27                                  +/-

Auf sz.de ist ein Kommentar erschienen, den ich interessant finde:

http://www.sueddeutsche.de/politik/abkommen-ueb...teheran-1.1772768

Zitat:
Auch ist Teheran nicht entgangen, dass Moskau erst aktiv geworden ist, nachdem die USA Lenkwaffenkreuzer ins Mittelmeer verlegt hatten. Wladimir Putin ging es vor allem darum, einen Militärschlag abzuwenden, der Baschar al-Assad womöglich entscheidend geschwächt hätte, nicht um Frieden und Völkerrecht. Der Preis für Assad ist hoch, wenn er das Abkommen erfüllt: Er verliert sein Abschreckungspotenzial gegenüber Israel. Das Wirken einer Schutzmacht dürfte man sich anders vorgestellt haben in Iran, wo man den syrischen Bürgerkrieg als Verschwörung des Westens sieht, um die "Widerstandsfront" gegen Israel zu schwächen.


Fazit: Die sich abzeichnende diplomatische Lösung durch eine erzwungene Abrüstung Syriens ist zumindest für die anstehenden nächsten Runden im Atomstreit mit Iran ein Glücksfall, weil der Vorgang demonstriert, dass es der (aktuellen) US-Regierung nicht um Regimewechsel geht, sondern um Stabilität und Ausgleich. Gleichzeitig ist der Druck auf Iran größer geworden, weil „der Westen“ eben nicht untätig geblieben ist.

Ruhig mal lesen!


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 14.05.2014, 00:53                                  +/-

Gurthang
Und wie stellst Du Dir ein Eingreifen in Syrien vor?
Meinst Du einen richtigen Kampfeinsatz, also nicht nur (weitestgehend) Zuschauen wie in Afghanistan?
Auf welcher Seite? Klar, gegen Assad; für welche Seite? Die Opposition die nach einem fremderkämpften Sieg gegen Assad innerhalb von kürzester Zeit durch eine Radikalislamistische Regierung verdrängt werden wird?

Das Versagen der in der UNO zusammengeschlossenen "Völkergemeinschaft" geht vor allem aufs russische Konto; denn als die gegen Assads Mörderregime kämpfenden Oppositionellen mehrheitlich noch keine Islamisten waren, hätten noch erfolgversprechende Allianzen geschmiedet werden können, was Rußland mit seinem Veto gegen eine "humanitäre Intervention" aber blockiert hatte.
Und dann auch ein wenig aufs amerikanische Konto, weil Obama seiner gezogenen "roten Linie" nicht Taten folgen ließ, als Syrien relativ eindeutig ein Kampfgasangriff nachgewiesen werden konnte (was im UN-Bericht wiederum wegen des Vetos aus Moskau nicht so offen gesagt werden durfte); aber da war die Opposition bereits so zersplittert und islamisiert, daß ich für sein Zurückschrecken vor dem militärischen Engagement (das in Amerika auch ziemlich unpopulär gewesen wäre) auch ein gewisses Verständnis habe.
Trotzdem ist die amerikanische Rückzugstendenz von den Konfliktherden nicht zu begrüßen, siehe Thanils Verweis auf einen Cicero-Artikel, aus dem ich folgende Textstelle mindestens genauso wichtig finde:
Alexander Grau, Cicero
Amerika steht aus deutscher Sicht für so ziemlich alles, was hierzulande verpönt ist: Individualismus, Selbstverantwortung, Staatsskepsis, Kapitalismus. Der Kern des deutschen Antiamerikanismus ist jedoch die Idee der Freiheit. Dass sie Konkurrenz mit sich bringt statt wohliger Gemeinwirtschaft und Dissens statt kuscheligem Konsens, ist aus deutscher Sicht schon schlimm genug. Dass man sie aber zur Not auch verteidigen muss, und sei es mit unschönen robusten Mitteln, sprengt nicht nur die deutsche Vorstellungskraft, sondern trifft sie an ihrem wundesten Punkt.

Europa kann (bzw. will) auf gleichem Niveau mit den USA nicht mithalten; und dennoch ist eine Entlastung der US-Truppen durch eine Vergrößerung der eigenen Eingreifmöglichkeiten absolut notwendig und die amerikanischen Forderungen an Europa voll gerechtfertigt. Yes
Aber was hilft’s, wenn das hierzulande nur einer Minderheit klar ist?
Thanil
Wie gesagt: [...] ob wir uns künftig noch stärker militärisch an Einsätzen von UNO und NATO beteiligen, [...] das wäre mir vielleicht noch gleich. Solange wir was tun! Aber wir machen in keinem dieser Felder irgendwas, das der Größe und Bedeutung unseres Landes in der Weltwirtschaft entspricht. Und das finde ich einfach entsetzlich.

Die Politiker wissen das natürlich. Nicht umsonst hat ein Gauck letztens eine Rede gehalten, und Politiker wie Steinmeier haben dann – zaghaft – in dasselbe Horn geblasen. Bis aber den Menschen in unserem Land die Notwendigkeit eines solchen Handelns bewusst geworden ist, wird noch sehr viel Wasser den Rhein hinunterfließen. Es würde mutige Politiker erfordern hier schnell Besserungen herbeizuführen; dafür dürften sie sich von dem, was sie persönlich zu verlieren haben, nicht abschrecken lassen. Das ist leider äußerst selten anzutreffen.

Die Deutschen haben mehrheitlich kein "reifes" außenpolitisches Bewußtsein. Das ist Folge des jahrzehntelangen amerikanischen Schutzschirms, unter dem wir es uns so gemütlich eingerichtet haben, daß es vielen rational nicht vermittelbar ist, a) daß es für den amerikanischen Schutzschirm keine Ewigkeitsgarantie gibt und b) daß wir dank unserer Möglichkeiten als Industriestaat inzwischen auch selbst Schutzfunktionen für schwächere Schutzbedürftige ausüben können – bzw.es sogar sollten.

Wegen Gaucks Rede übrigens: er hatte ja eigentlich nichts anderes gesagt als Köhler. Der hatte nach der massiven unsachlichen Kritik aus der Politikerkaste (u.a. von Trittin) ja noch gemeint, als Bundespräsident zurücktreten zu müssen. Daß es diesmal eine solche Kritik nicht gab, mag auch den besseren rhetorischen Möglichkeiten Gaucks zu verdanken sein, aber (so hoffe ich) es hat sich zumindest bei einigen (linken) Politikern seitdem der Blick auf die Außenpolitik "rationalisiert". (Mit den Augen rollen Natürlich nicht bei den Linksextremisten, die Nichtstun – heißt, das Zulassen von menschlichen Katastrophen – immer noch für moralisch höherwertig als u.U. robustes Eingreifen halten und die jetzt auch dem Westen die Hauptschuld am Ukraine-Konflikt geben hmmmm...)
Auf einen "Realitätsschock" bei denen wird man wohl vergeblich warten.
Aber die Grünen waren lernfähig! Spitze

Gurthang
War der Einsatz umsonst? Ich fürchte ja.
Sollte man es wieder machen? Ich würde wieder ja sagen.

Ich halte den Afghanistan-Einsatz nicht für völlig umsonst, obwohl die Bilanz natürlich ziemlich durchwachsen ausfällt. Doch es bleiben Afghanen in dem Land zurück, die durchaus auch gute Erfahrungen mit westlichen Menschen gemacht haben. Wenn es gut läuft (und da bin ich zum Optimismus entschlossen zwinkern), ist das ein Keim, der im Verborgenen eine Zeitlang wächst und gedeiht – und irgendwann überraschende Früchte trägt. Eine Garantie gibt es natürlich nicht.
Aber jedenfalls: dieses Optimismus wegen sehe ich es genauso: ich würde wieder ja sagen.


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 20.03.2015, 02:28                                  +/-



Vor 5 Tagen jährte sich zum vierten Mal eine friedliche Oppositionsdemonstration, die von Assads Schergen zusammengeschossen wurde. Das war der Auftakt zur syrischen Tragödie, die seit den militärischen Geländegewinnen der IS-Fanatiker gegen eine unfähige irakische Armee (die sich, zu nicht geringen Teilen aus Sunniten bestehend, damals außerdem einigermaßen verständlicherweise weigerte, dem schiitischen – die Sunniten des Landes diskriminierenden – Regierungschef al-Maliki Beistand zu leiten) mit der bis dahin anders gelagerten irakischen Tragödie zu einer staatenübergreifenden arabisch-kurdischen Tragödie verschmolzen ist.

Durch die Greuel der Islamisten ist allerdings etwas aus dem Blickfeld geraten, daß Assads Regime keineswegs humaner ist als der Islamistenterror:

Syrienkommentar Nr. 1 (DLF, 12. 03. 2015)
Syrienkommentar Nr. 2 (DLF, 15. 03. 2015)
"Vier Jahre Bürgerkrieg in Syrien", Zusammenfassung der zynischen und leider funktionierenden assad’schen Strategie, die Islamisten zu stärken, um sich nicht zuletzt dem Westen gegenüber als vergleichsweise bessere Alternative darzustellen (DLF 15. 03. 2015)

Am besten mehrmals hören, um zu realisieren! Geschockt

Wie kann man da ernsthaft erwägen, im Kampf gegen die IS-Verbrecher wieder mit Assad zu reden und sogar Bündnisse mit diesem Verbrecher einzugehen?

Die UNO – immerhin Gastgeber der erwähnte Fotodokumentation – hat durch die ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats China und Rußland abgewirtschaftet, und das gründlich. Ohne eine Reform der UNO wird das mit diesem Papiertiger nix mehr.

Von vor 11 Monaten (knapp 55 Minuten), inzwischen preisgekrönt:

Syrisches Inferno. Ein Bürgerkrieg eskaliert | Martin Durm


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BeitragVerfasst am: 19.08.2015, 22:12                                  +/-

Palmyra, eine akustische Chronologie von Mitte Mai bis heute (Datum/Uhrzeit in der URL):

Palmyra in Gefahr - IS-Terroristen stehen vor historischer Oasenstadt (3'52)
Weltkulturerbe Palmyra in Gefahr - was würden wir verlieren? (6'20)
Sorge um Palmyra - IS-Kämpfer bereits im Norden der antiken Stadt in Syrien (2'01)
Palmyra: Pergamon-Direktor fordert konzertierte Aktion zum Weltkulturerbe-Schutz (0'40)
Historische Oasenstadt Palmyra in Gefahr - Cornelia Wegerhoff im Gespräch (5'23)
IS offenbar aus Palmyra vertrieben (1'51)
Interview Kay Kohlmeyer zu Palmyra Weltkulturerbe (8'22)
Der "Islamische Staat" aus Palmyra vertrieben? (5'26)
Welterbe in Gefahr. Markus Hilgert zur Rettung des syrischen Palmyra (5'37)
Frage des Tages: Wo bleiben die Monuments Men in Palmyra? (4'41)
IS-Kämpfer nehmen historische Oasenstadt Palmyra ein (2'48)
Sorge um Antikenstätte in Palmyra - IS hat die Wüstenstadt im Griff (2'12)
Syrien: Palmyra ist Teil der nationalen Identität - Online-Petition zum Schutz (2'46)
Einnahme Palmyra: Interview Markus Hilgert, Dir. Vorderasiatisches Museum Berlin (10'11)
Archäologische Rettungsversuche für die Kulturstätten von Palmyra (2'29)
Mächtiger IS - Was im antiken Palmyra zu befürchten ist (Wochenkommentar) (4'02)
Weltkulturerbe Palmyra - Interview mit Mamoun Fansa (12'02)
Podium: Das Wunder Palmyra - Reminiszenz an ein wohl verlorenes Welt-Kulturerbe (5'53)
IS-Erschießungen in Palmyra (1'59)

Heute:
IS-Extremisten enthaupten früheren Chefarchäologen vom syrischen Palmyra (1'44)
Syrischer Altertumsforscher von IS enthauptet - Cornelia Wegerhoff im Gespräch (5'07)

Natürlich ist das alles islamophobe Propaganda, und in Wirklichkeit fuchteln diese Vermummten bloß ein bißchen wichtigtuerisch mit ihren Macheten und AK47s vor den Kameras herum („Wir wollen nur spielen!“), nicht wahr, Herr Soziopsychoferndiagnostiker Prof. P. K. Nichtraucher? Smilie


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BeitragVerfasst am: 20.08.2015, 00:05                                  +/-

Natürlich ist das alles islamophobe Propaganda, und in Wirklichkeit fuchteln diese Vermummten bloß ein bißchen wichtigtuerisch mit ihren Macheten und AK47s vor den Kameras herum


Niemand, wirklich Niemand, behauptet das Mit den Augen rollen Deine Paranoia ist wieder mal grenzenlos.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Wolter



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BeitragVerfasst am: 21.08.2015, 17:47                                  +/-

Smilie Na, wenn (nur) das große mich mißversteht, sorge ich mich noch nicht...

Solange Helcaraxe meinen paranoiafreien Sarkasmus versteht (Na warte... Du verstehst es doch?! zwinkern), könn(t)en es alle verstehen, und det ist det Entschaidnde. Yes

(Der Herr Ferndiagnostiker P. K. Nichtraucher, der seine eigenen Postings betreffend sicherlich kein ganz schlechtes Gedächtnis hat, hat’s mit größter Wahrscheinlichkeit verstanden, würde es aber wohl nur unter F[W]olterandrohung zugeben hähö)


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Weitere islamophobe Propaganda aus Syrien: IS-mit-Kalaschnikows-Rumfuchtler wollen wieder nur spielen und zeigen das ganz süß durch ihr Bauklotzhaus-Kaputtmachen. Skandalöserweise wurde das von den westlichen Medien als Zerstörung eines uralten nichtmuslimischen Klosters dargestellt.


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BeitragVerfasst am: 23.09.2015, 11:56                                  +/-

Russland schafft mal wieder Fakten. Diesmal in Syrien. Und der Westen guckt nur blöd. Sicherlich ist das auch eine Folge des Versagens des Westens in der Syrienkrise. Man hätte damals wohl intervenieren sollen, wobei nicht gesagt ist, dass es dann besser gelaufen wäre. Aber so hat man jetzt jeglichen Einfluss verloren und Russland verteidigt Assads Thron und dessen Gewaltherrschaft. Könnte man Russland dazu bewegen, gemeinsam mit westlichen Kräften stärker gegen den IS vorzugehen, hätte das sicherlich auch positive Effekte. Aber insgesamt ist dieser russische "Vormarsch" auf Syrien glaub ich ein totales recipe for disaster.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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