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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 15.03.2016, 19:28                                  +/-

Lothiriel
Alles in allem ist der Artikel eher ein Fall von "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast"

Die Statistik ist ja nicht gefälscht, sondern der Umgang mit den Werten ist hinterfragenswert.



Grundsätzlich ist es abzulehnen, dass kranke und vor allem auch ansteckende Personen zur Arbeit kommen. „Kommen Kollegen krank zur Arbeit, wird das Büro zur Virenfalle. Studien zeigen: Die Folgekosten sind im Schnitt zehnmal höher, als wenn sich Arbeitnehmer auskurieren.“



Gute Besserung, Ludy!

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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 15.03.2016, 19:57                                  +/-

Celebrian
Und umgekehrt sind Männer möglicherweise auch Opfer - das des "starker Mann"-Rollenklischees, das sie dazu bringt, Depression nicht als solche wahrzunehmen. (Oder Frauen sind objektiv öfter depressiv, das weiß ich natürlich nicht.)

Männer bekommen grundsätzlich keine Depression. Männer bekommen "Burn-out".

Ansonsten fand ich Lothiriels kluge Analyse natürlich sehr treffsicher. Und die vermehrten Krankheitstage von Frauen, weil der Nachwuchs krank ist, ließen sich ganz einfach ausgleichen, wenn in diesem Fall einfach öfter mal die Väter daheim blieben. (Das könnte dann auf lange Sicht wahrscheinlich sogar der Diskriminierung von Frauen bei der Einstellung entgegenwirken.)

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 15.03.2016, 19:58                                  +/-

Wer sagt denn, dass es negativ ist, dass Frauen häufiger krank gemeldet sind. Der Artikel erklärt doch nachvollziehbar die Gründe dafür. Ich verstehe Loths Reaktion nicht.

Gepostet am 15.03.2016, 19:59:

A Und die vermehrten Krankheitstage von Frauen, weil der Nachwuchs krank ist, ließen sich ganz einfach ausgleichen, wenn in diesem Fall einfach öfter mal die Väter daheim blieben.


Für wen (außer die Statistik) würde das einen Unterschied machen? ?????

Gepostet am 15.03.2016, 20:01:

Die Meldung bzw Statistik an sich ist natürlich auch völlig uninteressant. Es ist überhaupt nicht relevant zu wissen, welches Geschlecht häufiger krank gemeldet ist.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 15.03.2016, 20:03                                  +/-

A Und die vermehrten Krankheitstage von Frauen, weil der Nachwuchs krank ist, ließen sich ganz einfach ausgleichen, wenn in diesem Fall einfach öfter mal die Väter daheim blieben.


Für wen (außer die Statistik) würde das einen Unterschied machen? ?????

Für die Betriebe und Einrichtungen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, zum Beispiel.

Ich spreche hier aus Erfahrung, weil in unserer Einrichtung fast überwiegend nur und ausschließlich Frauen arbeiten und durch die Betreuung kranker Kinder ein Gros an zusätzlichen Krankheitstagen entsteht, das uns bisweilen ganz schön in Bedrängnis bringt. Und es nervt mich einfach, wenn ich dann höre, dass die Väter es sich nicht leisten können, daheim zu bleiben, weil Karriere und Chef und Betriebsklima und geht halt gar nicht. (Davon abgesehen natürlich, dass es immer noch in der überwältigenden Mehrheit der Fälle die Frauen sind, die Elternzeit nehmen und anschließend nur noch Teilzeit arbeiten wollen. Aber das hatten wir schon an diversen Stellen, das müssen wir jetzt gar nicht schon wieder diskutieren.)

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 15.03.2016, 20:09                                  +/-

Ja, mag sein. Aber es zwingt niemand die Paare, ihre Kinderbetreuung individuell so aufzuteilen, wie sie es tun. Wenn es den Trend, dass Frauen sich bzgl. Partnersuche "nach oben" orientieren, tatsächlich gibt, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass eher Frauen die Kinderbetreuung übernehmen, weil es ökonomisch sinnvoll ist, dass der Partner, der mehr verdient und eher auf dem Karriere-Weg ist, Vollzeit im Job bleibt. Dass das der Mann ist, ist in meinen Augen aber nicht zwangsläufig so bzw. müsste nicht so sein.


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 15.03.2016, 21:08                                  +/-

Oxford

Die Meldung bzw Statistik an sich ist natürlich auch völlig uninteressant. Es ist überhaupt nicht relevant zu wissen, welches Geschlecht häufiger krank gemeldet ist.


Lediglich die zahlenmäßige Verteilung hinsichtlich der Gründe finde ich nicht irrelevant, aber in Bezug auf die Meldung insgesamt hast Du natürlich recht. Es schlüsselt ja auch keiner Krankheitstage nach homo und hetero oder arisch und migrationshintergründig auf...

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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 15.03.2016, 21:13                                  +/-

Ein weiterer Aspekt warum Frauen viel häufiger für kranke Kinder krank machen müssen liegt auch in der grossen Zahl allein Erziehender. Wenn da nicht noch ein sehr guter Draht zum Ex besteht kann es ja zumeist nur auf den Elternteil rauslaufen bei dem das Kind primär wohnt. Zumeist dürfte das ja die Mutter sein.
Bei der Menge an Scheidungen muss das statistisch eigentlich schon relevant sein.

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Olmops



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BeitragVerfasst am: 15.03.2016, 22:49                                  +/-

Chapeau. Eine Lothiriel führt man nicht so leicht hinters Licht.

Der Unterschied durch die Fehlzeiten ist tatsächlich viel kleiner als die reißerische Aufmachung glauben lässt. Die relativen 14% mehr Fehlzeiten machen absolut nur 0,5% der Arbeitszeit aus.


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 29.05.2017, 23:26                                  +/-

Wiedervorlage (drei Jahre nach unserer hitzigen Diskussion - vgl. Seite 2-5):
Lehrer stellen Inklusion vernichtendes Zeugnis aus


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 07:57                                  +/-

Beunruhigend, dass die Hälfte aller Lehrer die Inklusion prinzipiell ablehnen. Kein Wunder, dass bestehende Probleme dann besonders negativ gesehen werden (Confirmation Bias), bzw im Extremfall vielleicht sogar Gründe erfunden werden, die die eigene Meinung stützen (Hörensagen).

Gleichzeitig halte ich es für möglich, dass einige (?) besonders findige Bildungspolitiker die Inklusion als weitere Sparmaßnahme erachten. Das wäre fatal.

Ansonsten wundert mich aber nicht, dass praktisch alle bei ihrer Meinung geblieben sind. So sind Menschen. Es bleibt auch für mich dabei, dass körperlich und geistig Behinderte nicht isoliert gehören. Das sollte gesellschaftliche Normalität sein. Und das müssen wir uns was kosten lassen. Wenn ich nur sehe, wie schwer man es teils schon als Kinderwagenfahrer hat, dann will ich mir nicht ausmalen, welche vermeidbaren Hürden ein Rolli-Fahrer sein Leben lang ertragen muss.

Keine Steuersenkung, sondern weitere Investitionen in unsere öffentliche Infrastruktur, insbesondere das Bildungssystem!


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 08:53                                  +/-

Sehr elegant. hähö

These:
Thanil

Ansonsten wundert mich aber nicht, dass praktisch alle bei ihrer Meinung geblieben sind. So sind Menschen.

Beweis:
Thanil

Es bleibt auch für mich dabei, dass körperlich und geistig Behinderte nicht isoliert gehören. Das sollte gesellschaftliche Normalität sein. Und das müssen wir uns was kosten lassen. Wenn ich nur sehe, wie schwer man es teils schon als Kinderwagenfahrer hat, dann will ich mir nicht ausmalen, welche vermeidbaren Hürden ein Rolli-Fahrer sein Leben lang ertragen muss.

Keine Steuersenkung, sondern weitere Investitionen in unsere öffentliche Infrastruktur, insbesondere das Bildungssystem!


Ich hoffe mal darauf, dass sich die Situation in den nächsten 5-6 Jahren signifikant verbessert.


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 08:56                                  +/-

Ich auch.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 11:51                                  +/-

Ich halte das Thema Inklusion an Schulen insgesamt für Unfug. Vor allem in der Form, in der es durchgezogen wurde. Da die Summen, die man für eine vernünftige Inklusion benötigt würden, niemand aufbringen würde (und diese auch in keinem Verhältnis stehen würden), kann man nur hoffen, dass das Thema ad acta gelegt wird.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 13:30                                  +/-

Ist mir völlig unverständlich, wie man das Prinzip „Grundrechte nach Kassenlage“ befürworten kann.


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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 13:48                                  +/-

Ist es nicht ein Unterschied zwischen:
man darf nicht benachteiligt werden und wir brauchen totale Inklusion?


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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 13:54                                  +/-

Thanil
Ist mir völlig unverständlich, wie man das Prinzip „Grundrechte nach Kassenlage“ befürworten kann.


Weil es realistischerweise leider nur diese zwei Optionen gibt:

1) schlecht umsetzen (lose-lose Situation)
2) gar nicht umsetzen

Meine gesamte Familie besteht aus Lehrern. Niemand hält die aktuelle Umsetzung von Inklusion für gut. Und niemand ist blauäugig genug zu glauben, dass die enormen Mittel für eine gute Umsetzung je bereit gestellt werden würden.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 14:07                                  +/-

Ich bin selbst nicht tief im Thema drin, aber ihr ja auch nicht, insofern erlaube ich mir den Hinweis: es würde helfen zumindest mal querzulesen, warum das überhaupt ein Thema ist.

Wikipedia sagt dazu:

Zitat:
In der 2009 beschlossenen UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, ein inclusive education system (engl., dt. inklusives Bildungssystem) zu errichten, in dem der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung der Regelfall ist.

Der Anfang September 2016 in Genf veröffentlichte „allgemeine Kommentar“ Nr. 4 zur UN-Behindertenrechtskonvention des UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen („General Comment“),[34] welcher die staatlichen Verpflichtungen zur Umsetzung von Artikel 24 der Menschenrechtskonvention verbindlich normiert, hebt inklusive Bildung als ein Menschenrecht für alle hervor, das auch für Menschen mit Behinderungen auf allen Stufen des Bildungssystems gelte. Inklusive Bildung schließe ausdrücklich das Recht auf Nicht-Segregation, Nicht-Diskriminierung und Chancengleichheit ein. Inklusive Bildung sei das Recht des Kindes, Eltern hätten sich in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung am Recht der Kinder auszurichten.


https://de.wikipedia.org/wiki/Inklusive_Pädagogi...nrechtskonvention

Ohne – wie gesagt – besonders tief im Thema zu sein, lassen sich daraus bereits ein paar Dinge ableiten:

1) Das generelle Vorhaben der Inklusion ist nicht optional und auch nicht verhandelbar, weil es sich um ein durch die UN geregeltes Menschenrecht handelt.

2) WIE es umgesetzt wird ist die Kernfrage.

Aus dem kurzen Textabsatz geht für mich hervor, dass der Vorgabe genüge getan wäre, wenn die Inklusion der REGELFALL wäre. Das bedeutet für mich im Umkehrschluss, dass es auch Ausnahmen geben kann. Beispielsweise bei Schwerstbehinderten, bei deren Inklusion ein Regelbetrieb einer Unterrichtsklasse überhaupt nicht durchführbar ist. Es gibt also vermutlich sehr viel Manövrierraum für Ausgestaltung.

Ich will gar nicht ausschließen, dass die deutsche Politik das Thema von vorne bis hinten versaut hat. Ich halte das für absolut möglich. Die Konsequenz muss dann aber lauten, es ab jetzt RICHTIG zu machen. Auch wenn es bedeutet solch fürchterliche und undenkbare Maßnahmen durchzuführen wie eine Rampe neben eine Treppe zu bauen, oder Lifte einzurichten, oder Rolli-befahrbare Waschräume bereitzustellen, oder Sonderpägadogen auszubilden und Schulen zuzuteilen. hähö


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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 14:13                                  +/-

Körperlich behinderte Schüler sind nicht das Problem. Es geht nicht um Rampen.


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BeitragVerfasst am: 30.05.2017, 14:43                                  +/-

Hab ich auch nicht behauptet.


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BeitragVerfasst am: 31.05.2017, 09:55                                  +/-

Thanil


Zitat:
In der 2009 beschlossenen UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, ein inclusive education system (engl., dt. inklusives Bildungssystem) zu errichten, in dem der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung der Regelfall ist.

Der Anfang September 2016 in Genf veröffentlichte „allgemeine Kommentar“ Nr. 4 zur UN-Behindertenrechtskonvention des UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen („General Comment“),[34] welcher die staatlichen Verpflichtungen zur Umsetzung von Artikel 24 der Menschenrechtskonvention verbindlich normiert, hebt inklusive Bildung als ein Menschenrecht für alle hervor, das auch für Menschen mit Behinderungen auf allen Stufen des Bildungssystems gelte. Inklusive Bildung schließe ausdrücklich das Recht auf Nicht-Segregation, Nicht-Diskriminierung und Chancengleichheit ein. Inklusive Bildung sei das Recht des Kindes, Eltern hätten sich in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung am Recht der Kinder auszurichten.


https://de.wikipedia.org/wiki/Inklusive_Pädagogi...nrechtskonvention

Ohne – wie gesagt – besonders tief im Thema zu sein, lassen sich daraus bereits ein paar Dinge ableiten:

1) Das generelle Vorhaben der Inklusion ist nicht optional und auch nicht verhandelbar, weil es sich um ein durch die UN geregeltes Menschenrecht handelt.

2) WIE es umgesetzt wird ist die Kernfrage.


Das ist eine echt harte Nuss.

In unserem Grundgesetz heißt es in Artikel 3, Absatz 3:
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.


(Anm.: Dass das so weit vorne steht, bedeutet, dass es einen sehr hohen Stellenwert hat - damit es auch die Leute mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne lesen grins)

Problematisch hier ist imo, dass Grundrechte einklagbare Rechte des Bürgers gegen den Staat sind. Unsere Versicherung gegen Machtmissbrauch usw.
Die gelten immer nur zwischen Bürger und Staat, nicht aber zwischen Privaten. Indirekt wirkt es natürlich zwischen Bürgern, wenn der Staat z.B. Mord unter Strafe stellt, um das Grundrecht auf Leben zu gewährleisten.

Im Falle der Inklusion muss der Staat allen eine Teilhabe an der Bildung ermöglichen.
Nur kommt es hier zu dem Fall, dass andere Nachteile erleiden, wenn durch einen gemeinsamen Unterricht selbiger unmöglich werden sollte, weil das Lehrpersonal nicht mit behinderten Schülern klarkommt.
Denn im Grundgesetz steht auch (Artikel 2):

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.


Daraus ist für mich erstmal nicht so unmittelbar klar, dass es einen inklusiven Unterricht geben muss - das ergibt sich erst durch die oben von Thanil zitierte Vereinbarung.
Aber das macht unser Grundgesetz doch nicht obsolet?!?


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 31.05.2017, 10:47                                  +/-

Zitat:
Nur kommt es hier zu dem Fall, dass andere Nachteile erleiden, wenn durch einen gemeinsamen Unterricht selbiger unmöglich werden sollte, weil das Lehrpersonal nicht mit behinderten Schülern klarkommt.


Dazu darf es halt nicht kommen. Ich halte das für umsetzbar. Und dann muss es halt nur gemacht werden. Die Inklusion selbst jedoch ist nicht optional.


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BeitragVerfasst am: 31.05.2017, 11:59                                  +/-

Dann fordere ich aber:
die Inklusion darf erst dann kommen (bzw. hätte erst dann kommen dürfen), wenn der Staat einen Modus gefunden hat, in dem die Rechte aller Beteiligten gewahrt bleiben.
Und nicht im Hauruck-Verfahren.


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