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Gleichstellung! Weil es immer noch wichtig ist.
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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 21.07.2014, 16:14                                  +/-

Eiranion
Männer schmusen sogar lieber mit Katzen


Case in point:
Erstbeste Tierfutterwerbung bei Youtube angeklickt und die Hundefutterwerbung richtet sich an Frauen:

https://www.youtube.com/watch?v=UI2MiGaX_Aw

Und bei Katzenfutter ist der Dosenöffner ein Mann:

https://www.youtube.com/watch?v=WglXZxUV0t4


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MetkrugSturmtief



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BeitragVerfasst am: 21.07.2014, 16:14                                  +/-

Zu dem Thema kann ich nix beitragen, muss ich erst mal ein paar Tage lang nachzählen.
Ich achte einfach nicht auf sowas.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 21.07.2014, 16:16                                  +/-

AmandaMandel
Paar beim Fernsehen:
Er: "Schatz, guck mal. Der ist so niedlich. Ich will einen Hund."
Sie: "Ja, aber wir haben garkein Zeit für einen Hund. Willst Du nicht lieber eine Katze?"


Sätze die noch nie im Universum in dieser Rollenverteilung gesprochen wurden. Zunge


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MetkrugSturmtief



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BeitragVerfasst am: 21.07.2014, 16:23                                  +/-

Beim Spazierengehen:

Er: Geh mal rechts, du hast ja auch einen Schirm.
Ich: Hä?
Er: Da vorne kommt ein Hund.
Ich: Ja und?
Er: Dann kannst du zuhauen, wenn der uns angreift.
Ich:


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 21.07.2014, 16:25                                  +/-

Regenschirm des Schnitters, +50% Schaden gegen Wolfsbestien


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Zuletzt bearbeitet von Tyler Durden am 21.07.2014, 18:39, insgesamt einmal bearbeitet
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MetkrugSturmtief



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BeitragVerfasst am: 21.07.2014, 16:34                                  +/-

Damit sollte Rossmann mal werben. Dann würden die Schirme auch bei Normalowetter weggehen wie heiße Semmeln.


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 12:33                                  +/-

passend zur Debatte über Gleichstellung


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 12:49                                  +/-

Aus dem Artikel.

Vielfalt bedeutet, das Individuelle zuzulassen, statt es per Etikettenschwindel abzuschaffen.


Recht hat er.


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lila



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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 13:19                                  +/-

Naja, das würde jetzt aber z.B. auch bedeuten, dass es zugelassen werden sollte, wenn Menschen in einer nicht-heterosexuellen Partnerschaft den individuellen Wunsch hegen "am Ehebegriff" teilzuhaben. Aber das ist ja jetzt laut Artikel auch wieder doof. Hab jetzt aber ehrlich gesagt nicht ganz verstanden, warum das genau dann eigentlich keine Diskriminierung, sondern eigentlich total richtig wäre.

Oder geht's darum, dass das dann nur eine einmalige (!) Diskrimierung wäre und man erst ab einer bestimmten Zahl von Diskriminierungen wirklich von Diskriminierung sprechen kann? Aber wie sieht das aus, wenn selbiges Paar innerhalb von 5 Jahren mehrmals versucht, am Ehebegriff zu partizipieren und mehrmals abgewiesen wird?

Also don't get me wrong... das ist kein einfaches Thema, und was da gerade dazu im Umlauf ist, ist nicht immer zweckdienlich. Der Artikel aber auch nicht.


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 13:32                                  +/-

lila
das ist kein einfaches Thema, und was da gerade dazu im Umlauf ist, ist nicht immer zweckdienlich. Der Artikel aber auch nicht.


Weiß Gott nicht. Bis eben mochte ich eigentlich viele Artikel von Christian Geyer. In diesem ist ja auch einiges Bedenkenswerte drin, aber einfach eine Ecke für Pro-Vielfaltivisten einzurichten und ein Schild mit "doof und gefährlich" drüber zu kleben ist ein konservativer Reflex, den ich ihm so nicht zugetraut hätte. Für einen Geyer-Artikel liest sich das Ding zudem erstaunlich umständlich. Viel Geschwurbel, vieles nur angerissen, bewußt Reflexe triggernd, das ist untypisch. Aber gut, ich habe lange nicht mehr reingeschaut in die FAZ, möglicherweise wird auch der Geyer irgendwann alt.

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 13:36                                  +/-

Allem in dem Artikel stimme ich auch nicht zu. Seinem Eheverständnis zum Beispiel nicht.
Von mir aus sollte jeder jeden heiraten, wie es einem beliebt.

Mit dem Rest stimme ich aber schon weitgehend überein.
Es ist durchaus sinnvoll, eine große Gruppe, die aus vielen Individuen mit vielen Unterschieden besteht, so zu splitten, dass man - auf die Schule bezogen - diese Menschen möglichst gut unterrichten kann. Es dient niemandem, wenn geistig Mehrfachbehinderte mit Eliteschülern in einer Klasse sind. Die einen sind über-, die anderen unterfordert.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 13:47                                  +/-

Als ich zum ersten Mal von der Inklusion hörte hielt ich es für eine Schnapsidee. Aber wir haben ja einige Lehrer hier und die meckern zumindest nicht darüber.

Wahrscheinlich:
A) Werden die meisten Eltern ihre behinderten Kinder trotzdem auf Sonderschulen schicken.
B) Fungieren Gymnasien mit ihrem Bildungsanspruch als gewisse Barriere und die Inklusion betrifft vor allem Haupt/Realschulen.

So reime ich mir das zusammen.


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 13:53                                  +/-

Wenn Sonderschulen abgeschafft werden, wird A nicht mehr funktionieren.

Ich bin zwar kein Lehrer, aber meine Freundin ist eine an einer Schule für Geistig-Mehrfachbehinderte Gehörlose. Und allein in ihrer Klasse ist der Leistungsunterschied der Schüler so groß, dass es in einer Hauptschule nie und nimmer funktionieren kann - vom mangelnden Hörvermögen mal ganz abgesehen.
Manche haben nach Jahren immer noch Schwierigkeiten mit Zahlen bis 10 zu rechnen! Zumal die Betreuung in der Sonderschule für die Kinder viel intensiver ist. 2-3 Lehrer in einer Klasse mit 5-7 Schülern.
Wer da Inklusion fordert, hat so eine Schule noch nie von Innen gesehen.

Ich kann einen Rollstuhlfahrer nicht zwingen, die 100m in unter 10 Sekunden zu laufen. Und einen normalen Sportler auch nicht, weil diese die Leistung einfach nicht bringen können. Ebenso sinnlos ist es deshalb, normale Sportler in ein Trainingsprogramm für Hochleistungsathleten zu stecken - oder umgekehrt, die Hochleistungssportler nur einmal die Woche mit einem Hobbysportler trainieren zu lassen.


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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 15:33                                  +/-

Inklusion ist deswegen eine Schnapsidee, weil sie nicht von der notwendigen Mittelerhöhung begleitet wird. De facto braucht eine Klasse mit "Inklusionsschülern" mindestens 2 Betreuungskräfte bzw. Lehrer. Dies ist bei weitem nicht gewährleistet (ich komme ja aus einer Lehrersippe). Ohne das entsprechende Fundament bringts diese Idee einfach nicht. Die Lehrer*innen, die ich kenne, sehen das allesamt kritisch. Auch der Nutzen für die betroffenen Kinder sei zweifelhaft.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Olmops



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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 15:46                                  +/-

Tyler Durden
Als ich zum ersten Mal von der Inklusion hörte hielt ich es für eine Schnapsidee. Aber wir haben ja einige Lehrer hier und die meckern zumindest nicht darüber.


In unserem direkten Freundeskreis ist eine Gymnasiallehrerin. Sprich die mal auf das Thema Inklusion an. zwinkern

Spoiler: du hast keine Ahnung.

Gepostet am 22.07.2014, 16:48:

Celebrian
In diesem ist ja auch einiges Bedenkenswerte drin, aber einfach eine Ecke für Pro-Vielfaltivisten einzurichten und ein Schild mit "doof und gefährlich" drüber zu kleben ist ein konservativer Reflex, den ich ihm so nicht zugetraut hätte.


Hä???
Der ganze Artikel ist doch "pro Vielfalt".


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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 16:03                                  +/-

Olmops
In unserem direkten Freundeskreis ist eine Gymnasiallehrerin. Sprich die mal auf das Thema Inklusion an. zwinkern

Spoiler: du hast keine Ahnung.


hähö

Gepostet am 22.07.2014, 17:04:

Olmops
Hä???
Der ganze Artikel ist doch "pro Vielfalt".


Gib Celebrian einfach einen Keks, dann ist sie zufrieden.


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 22.07.2014, 16:08                                  +/-

Zufriedenheit ist ja nicht sein Ziel, sondern Erleuchtung. Dafür braucht es schon mehrere Kekse.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 23.07.2014, 12:39                                  

Olmops
passend zur Debatte über Gleichstellung


Ich hab den Artikel gestern spätabends gelesen und konnte danach nicht gut schlafen. Schade, dass solche Traktate à la „CHR CHR CHRRRR – Wie ich die Welt sehe“ die Debatte über die Gleichstellung von Bevölkerungsteilen bestimmen, in denen sich der Autor kaum Mühe gibt mal auf die Sachlage zu schauen. Aber wie auch? Schließlich geht es ja eher um ein allgemeines Abwatschen derjenigen, die sich für mehr Gleichstellung erwärmen können. Gefühlt bewegt sich der Artikel daher auf dem Niveau der Artikel, die man unter der Überschrift „Das doofe Gutmenschentum“ zusammenfassen könnte.

Zitat:
So kritisiert die Arbeitsmarktforscherin, „dass viele Bundesländer Inklusion fördern wollen, ihr Förderschulsystem aber unangetastet lassen“. Sie fordert, „Förderschulen konsequent zu schließen“ – und lässt damit die Katze aus dem Sack.


…und…

Zitat:
Geschlecht, Behinderung, Alter oder Intelligenz gehören dann gar nicht erwähnt, sie erscheinen als bloße Zuschreibungen im Auge des Betrachters.


Diese Argumentationsfigur ist besonders verräterisch. Ich vermute der Autor versucht hier durch einen rhetorischen Kniff das politische Vorhaben der Inklusion zu diskreditieren, indem er eine Vertreterin dieser Sache diskreditiert. Einem Blick auf die Fakten hält das jedenfalls nicht stand. Ich habe mir mal die aktuellen Unterlagen zum Thema „inklusive Schule in NRW“ angeschaut. Von einer „konsequenten Schließung von Förderschulen“ ist dort nicht einmal ansatzweise die Rede.

Der FAZ-Autor versucht mMn die Inklusion zu diskreditieren, indem er einzelnen Vertretern der Inklusionsbewegung eine Geisteshaltung nachweist, die der Autor für falsch hält. Es ist letztlich eine „Slippery Slope“-Argumentation: „Wenn wir einen kleinen und vielleicht noch sinnvollen Schritt zur Inklusion machen, dann werden weitere folgen, deren Ergebnis wir nicht mehr wollen werden. Daher dürfen wir bereits den kleinen und vielleicht noch sinnvollen Schritt nicht unternehmen!“

Der Autor dreht natürlich noch ein paar weitere fragwürdige Pirouetten, die ich hier nicht im Detail kommentieren möchte. Unter anderem scheint er besonders gerne „freak cases“ der Inklusion zu konstruieren. Sein Lieblingsbeispiel wäre sicherlich der blind-taube geistig Behinderte mit Tourette-Syndrom. Der „freak case“ soll als Extrembeispiel die schulische Inklusion diskreditieren. Denn wenn die Integration im „freak case“ nicht möglich ist, dann ist das ganze Integrationskonzept falsch. Oder?

Um hier mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen: Was wird beim Thema schulische Inklusion eigentlich in naher Zukunft geschehen? Da die Bildungshoheit bei den Ländern liegt, spreche ich jetzt nur für NRW. In anderen Bundesländern kann das abweichend gehandhabt werden, aber ich denke dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede in der Handhabung geben wird.

http://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsy...RW-April-2014.pdf

Im Zentrum der Inklusion wird der Wille des oder der Erziehungsberechtigten eines schulpflichtigen Kindes stehen. Vulgo: Die Eltern entscheiden, ob für ihr Kind eine Fördernotwendigkeit ermittelt wird oder nicht. In Ausnahmefällen kann die Initiative zur Feststellung auch von der Schule ergriffen werden. Das ist ganz offensichtlich als behördliches Korrektiv gedacht, damit nicht eine ganze Schule unter der Fehleinschätzung eines Erziehungsberechtigten leiden muss.

Es wird auch zukünftig in NRW zusätzlich zu den regulären Schulen Förderschulen (vulgo: Sonderschulen) geben. Allerdings wird davon ausgegangen, dass ein Großteil der heute auf Förderschulen geschickten Kinder in „Schulen des Gemeinsamen Lernens“ überführt werden können. Das sind dann „normale“ Gesamtschulen, Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen, die (a) baulich für die neue Klientel zugänglich gemacht werden und (b) mit geeignetem Fachpersonal aufgestockt werden. Das NRW-Schulministerium rechnet damit, dass mittelfristig 50 Prozent der heutigen Förderschüler in reguläre Schulen integriert werden. Im Bereich der Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten (Dyslexie, ADHS und Co.) sowie körperlichen Behinderungen (Sehstörungen, Gehbehinderungen etc.) rechnet die Behörde mit deutlich mehr als 50 Prozent und im Bereich der schweren geistigen Behinderungen mit deutlich weniger als 50 Prozent.

Des weiteren gibt es Mechanismen, die dafür sorgen sollen, dass die solcherart Integrierten auch vernünftig unterrichtet werden können. Beispielsweise sollen möglichst mehrere Schüler mit Förderbedarf in einer Klasse gebündelt werden, um beispielsweise Gruppenarbeiten mit einem speziellen Förderlehrer zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass der Betreuungsschlüssel entsprechend angepasst wird. Ein Förderschüler in einer Klasse zählt für das Verhältnis der Anzahl Schüler pro Lehrkraft in der Regel wie zwei Schüler. Gibt es beispielsweise in einer vierzügigen 5. Stufe einer Realschule 108 Schüler, von denen 10 einen speziellen Förderbedarf haben, dann könnte es zwei Klassen mit jeweils 29 Schülern geben und zwei Klassen mit jeweils 25 Schülern, in denen dann jeweils fünf Schüler mit Förderbedarf zu finden sind. Varianten sind hier ebenfalls möglich. Beispielsweise können Förderschüler, die „zielidentisch“ unterrichtet werden können (Dyslexie, Hörgeschädigte etc), in die „normalen“ Klassen integriert werden.

Überhaupt! Die Zahlen! Das finde ich jetzt richtig wichtig:



In NRW sprechen wir also von gut 7 Prozent aller Schulpflichtigen, die potenziell integriert werden sollen. Wie man im rechten Kuchendiagramm sehen kann, sind davon aber fast 85 % relativ problemlos integrierbar. Es handelt sich um:


  • 34 % Lernen (= Lernstörungen)
  • 21,4 % Emotionale und soziale Entwicklung (= verhaltensauffällige Kinder)
  • 14,6 % Sprache (= sprachbehindert)
  • 7,7 % Körperliche und motorische Entwicklung (= körperbehindert)
  • 3,9 % Hören und Kommunikation (= gehörlos oder schwerhörig)
  • 2,2 % Sehen (= blind oder sehbehindert)


Da es in diesen Feldern immer eine Spannweite von „leicht“ bis „schwer“ gibt, denke ich, dass von diesen Kameraden problemlos eine große Mehrzahl integriert werden kann. Einzig bei den geistig behinderten Menschen werden wohl viele „zieldifferent“ unterrichtet werden müssen.

Eine weitere Zahl, die mich in diesem Zusammenhang aufgewühlt hat:

Wikipedia
Soziale Herkunft der Kinder
80–90 % der Kinder in Schulen für Lernbehinderte stammen aus dem Armutsmilieu oder andersherum betrachtet: 19 % der Kinder aus der Unterschicht sind auf einer Förderschule, im Vergleich zu 1 % der Kinder aus der Oberschicht. Die unsichere berufliche und finanzielle Situation der Eltern, schlechte Wohnbedingungen, das Leben in sozialen Brennpunkten, unvollständige Familien, eingeschränkte und einseitige Anregungen und soziale Isolation tragen laut Schlack dazu bei, dass in dieser Lebenswelt die Bedürfnisse der Kinder nicht befriedigt werden können. Dies führt dazu, dass sie ihr intellektuelles Potential nicht erreichen können.


So. Um mal zu einem Schluss zu kommen: Traktate wie dieser FAZ-Artikel sind Lichtjahre von der Realität entfernt und kratzen nicht einmal an der Oberfläche. Herr Geyer: Thema verfehlt, ab in die Förderschule mit Ihnen.


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 23.07.2014, 13:07                                  +/-

Danke fürs Zeitnehmen. Genau diese Schwachpunkte hatte ich vermutet, war aber zu faul, sie derart akribisch aufzuspüren.

Die Wiki-Stelle ist wirklich erschütternd - vor allem, da es so verflucht schwer ist, Chancengleichheit in früher Kindheit herzustellen.

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AmandaMandel



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BeitragVerfasst am: 23.07.2014, 13:25                                  +/-

Gleichstellung bedeutet Unterschiede sichtbar zu machen und gerade nicht alle über einen Kamm zu scheren. Diskriminierungen von Minderheiten soll verhindert werden und Chancengleichheit soll verwirklicht werden, Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglicht werden. Allerdings sollen keine defizitäre Betrachtung der Menschen im Mittelpunkt stehen sondern es sollen die Ressourcen und Fähigkeiten wertgeschätzt werden.
Der Artikel will diese Grundsätze falsch verstehen um reißerischer daher zu kommen und sich ordentlich empören zu können.


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Que Sera, Sera,
Whatever will be, will be
The future's not ours, to see
Que Sera, Sera
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Olmops



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BeitragVerfasst am: 23.07.2014, 13:38                                  +/-

Thanil

Der Autor dreht natürlich noch ein paar weitere fragwürdige Pirouetten, die ich hier nicht im Detail kommentieren möchte. Unter anderem scheint er besonders gerne „freak cases“ der Inklusion zu konstruieren. Sein Lieblingsbeispiel wäre sicherlich der blind-taube geistig Behinderte mit Tourette-Syndrom. Der „freak case“ soll als Extrembeispiel die schulische Inklusion diskreditieren. Denn wenn die Integration im „freak case“ nicht möglich ist, dann ist das ganze Integrationskonzept falsch. Oder?


Mein einziger Berührungspunkt mit diesem Thema ist bislang, dass ich mir schon diverse Tiraden anhören durfte, wie beknackt die Inklusionsidee sei, weil typischerweise in jeder Klasse 1-2 autistische Kinder landen, die dann mit völlig erratischen Ticks jeglichen sinnvollen Unterricht zerstörten.
Dazu sei in den KONZEPTEN ständig davon die Rede, dass es dann einen zweiten, speziell geschulten Lehrer für solche Fälle gäbe, nur dass der in der Praxis nicht existiere.
Lehrer würden ohne ausreichende Schulung mit einer Anzahl von behinderten Schülern konfrontiert und könnten dann schlechter auf alle Schüler eingehen.
Das klang schon glaubwürdig.

Gibts da andere Erfahrungen?

Thanil

Im Zentrum der Inklusion wird der Wille des oder der Erziehungsberechtigten eines schulpflichtigen Kindes stehen. Vulgo: Die Eltern entscheiden, ob für ihr Kind eine Fördernotwendigkeit ermittelt wird oder nicht. In Ausnahmefällen kann die Initiative zur Feststellung auch von der Schule ergriffen werden. Das ist ganz offensichtlich als behördliches Korrektiv gedacht, damit nicht eine ganze Schule unter der Fehleinschätzung eines Erziehungsberechtigten leiden muss.


Das mit dem Willen des Erziehungberechtigten ist imo z.B. Quatsch. Die werden niemals objektiv entscheiden. Da braucht man sich nur anzusehen, wer bisher schon von seinen Erziehungsberechtigten aufs Gymnsium geprügelt wird.

Thanil

Eine weitere Zahl, die mich in diesem Zusammenhang aufgewühlt hat:

Wikipedia
Soziale Herkunft der Kinder
80–90 % der Kinder in Schulen für Lernbehinderte stammen aus dem Armutsmilieu oder andersherum betrachtet: 19 % der Kinder aus der Unterschicht sind auf einer Förderschule, im Vergleich zu 1 % der Kinder aus der Oberschicht. Die unsichere berufliche und finanzielle Situation der Eltern, schlechte Wohnbedingungen, das Leben in sozialen Brennpunkten, unvollständige Familien, eingeschränkte und einseitige Anregungen und soziale Isolation tragen laut Schlack dazu bei, dass in dieser Lebenswelt die Bedürfnisse der Kinder nicht befriedigt werden können. Dies führt dazu, dass sie ihr intellektuelles Potential nicht erreichen können.



Das ist in der Tat bemerkenswert. Werden die Kinder durch ihre Herkunft zu Förderschülern? Oder hat die Oberschicht andere Mittel und Wege für ihre gehandicapten ihre Kinder?
Also ich meine, bei Lernschwäche kann ich ja noch einen Zusammenhang zwischen beschissenem Elternhaus und schulischer Leistung akzeptieren. Emotionale und soziale Entwicklung auch. Das sind ungefähr die Hälfte. Aber richtige körperliche Behinderungen?
Das Verhältnis dürfte nicht so krass sein! Oder impliziert das, dass Unterschichteltern ihre Kinder öfter auch mal physisch schädigen (ka, Kettenrauchen während der Schwangerschaft, ungehemmte Fortpflanzung trotz bekannter schwerwiegender genetischer Defekte...)
Oder gibt es vielleicht mehr gehandicapte Oberschichtkinder, die aber aufgrund besserer Voraussetzungen jetzt auch schon ohne Förderschule auskommen?

Denn diese Zahlen da würden ja implizieren dass 90% (18 von 20) Förderschülern nur von ihrer sozialen Herkunft zu ebensolchen werden. Und das fände ich schon ziemlich heftig.


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 23.07.2014, 14:01                                  +/-

Da steht „80-90 % der Kinder in Schulen für Lernbehinderte“, d. h. es geht mMn um den Anteil der Kinder aus den Feldern „Lernen“ (34 % der Förderschüler) und „Emotionale und soziale Entwicklung“ (21,4 % der Förderschüler). Zusammen machen sie aber in NRW laut den vorliegenden Zahlen bereits mehr als die Hälfte ALLER Förderschüler aus. Die körperlich und geistig Behinderten sind damit glaube ich nicht gemeint.

Zitat:
Gibts da andere Erfahrungen?


Ja.

In Italien und den USA wurde die schulische Inklusion bereits in den 70er Jahren (!) durchgeführt. Wir hinken also lediglich 35-40 Jahre zurück. ugly

Es ist mMn auch hier wieder eine rein argumentativ-rhetorische Frage. In den Finanz- und Organisationsplanungen Nordrhein-Westfalens sind die Mehrbedarfe an Lehrkräften berücksichtigt, jedenfalls in der Eigendarstellung. Dass deine Gesprächspartnerin davon in ihrer schulischen Realität noch nichts bemerkt hat, kann unterschiedlichste Gründe haben. Beispielsweise den, dass ihre Schule bisher nicht zu den „Schulen des Gemeinsamen Lernens“ gehört. Die von ihr geschilderte Situation entspricht jedenfalls nicht der Planung. Ist das gesamte Vorhaben der Inklusion falsch, weil es in einem isolierten Einzelfall einen Bericht einer Lehrerin gibt, die (bisher) eine andere Wahrnehmung hat? Auch hier wieder eine „freak case“-Argumentation.


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