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Trickkleider, Windmaschinen und ganz großes Drama – ESC
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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 11:01                                  +/-

Wurde bestimmt schon mal irgendwann hier im Thread verlinkt, aber doppelt hält besser. Hier kann man sich sämtliche Siegersongs von 1956 bis 2014 noch einmal im Schnelldurchlauf anschauen:



Interessant sind dabei nicht nur die Veränderungen im Musikgeschmack und in der Showdarbietung, sondern natürlich auch die jeweiligen Moden, erkennbar an Kleidung und Frisur. Der erste Song, den ich kannte, war der von 1965 (France Gall mit "Poupée de cire, poupée de son"). Im Jahr darauf dann gleich Österreichs erster Sieg, Udo Jürgens mit "Merci Chérie", und auch den Song von 1966 kannte ich, "Puppet on a string", gesungen von Sandie Shaw. Grundsätzlich dominierten in den ersten Jahren wohl die französischsprachigen Lieder, aber auch die Niederländer schnitten ganz gut ab.

1969 gab's gleich vier Erstplatzierte auf einmal: Spanien, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien holten alle auf einmal das Krönchen und es wurde ganz schön eng auf dem Siegertreppchen (lag wohl am damaligen Bewertungssystem).

Anfang der 70er Jahre war Deutschland immer recht weit vorne mit dabei. Katja Ebstein landete zweimal, Mary Roos einmal auf dem dritten Platz. Dafür holte 1972 Vicky Leandros mit "Après toi" den Titel nach Luxemburg. 1974 - legendär: Abba mit "Waterloo". Und auch den 76er-Song kannte ich, "Save all you kisses for me" von Brotherhood of Man, ebenso das israelische "Hallelujah", das 1979 den Sieg davontrug.

1980 gewann ein junger Ire mit einem absoluten Schmachtfetzensong, der kickte damals sogar die Favoritin Katja Ebstein mit dem Ralph-Siegel-Song "Theater" vom Treppchen: Johnny Logen mit "What's another year". (Katja Ebstein war wohl insgesamt eine der erfolgreichsten Interpretinnen beim Grand Prix.) Auch 1981 verfehlte Deutschland nur ganz knapp den Sieg. Lena Valaitis und "Johnny Blue" musste sich Bucks Fizz ("Making Your Mind Up") geschlagen geben. Aber dann, 1982, klappte es doch endlich mit dem ersehnten Sieg, unfassbar eigentlich, wenn man sich das Trällerliedchen von Nicole mit der weißen Gitarre und der unsagbaren Frisur heute ansieht.

An diesen "Diggi-loo, diggi-ley" Song der schwedischen Herrey's von 1984 kann ich mich auch noch erinnern, irgendwann um den Dreh herum muss ich wohl angefangen haben, den Grand Prix gelegentlich zu gucken. Es folgten ein paar Songs, die mir noch so ein bisschen vertraut vorkamen, und dann, 1987, schaffte Johnny Logan doch glatt seinen zweiten Sieg, wieder mit einem unglaublichen Schmachtfetzen: "Hold me now", der damals auch in den Charts rauf und runter spielte. Die Siegerin von 1988 kam mir auch sehr bekannt vor. Céline Dion holte damals für die Schweiz den Titel mit "Ne partez pas sans moi".

In den 90er Jahren hatten die Iren einen echten Lauf, sie gewannen dreimal hintereinander, gaben dann einmal an Norwegen und Secret Garden ("Nocturne" - war das wirklich ohne Gesang?) ab, nur um 1996 erneut den Titel zu holen. 1998 gewann Conchitas Vorgängerin, Dana International, eine Transsexuelle, mit "Diva" für Israel, daran konnte ich mich auch noch erinnern. Deutschland mischte in der Zeit gelegentlich auf einem der drei vorderen Plätze mit, jedesmal mit eigens für Ralph Siegel gecasteten Bands, von denen man niemals vorher oder nachher wieder etwas gehört hat. (Aber war das nicht auch die Zeit, in der Stefan Raab schon seine Ulknummern ins Rennen geschickt hat?)

Nach der Jahrtausendwende dominierten dann eindeutig die osteuropäischen Länder, Lordi holten 2006 den Contest mit "Hard Rock Hallelujah" nach Finnland, 2009 gewann der Norweger Alexader Rybak mit "Fairytail" und 2010 dann endlich unser aller Lena mit "Satellite". Danach habe ich den Grand Prix dann ziemlich aus den Augen verloren und erst letztes Jahr bei Conchitas Sieg wieder eingeschaltet. Der eigentliche Song-Contest-Fan ist in unserer Familie ja meine kleine Schwester. Die führt dann immer Listen und vergibt Punkte für alle Mögliche: Song, Kostüm, Bühnenbild, Performance usw. Ich hab immer nur vereinzelt geguckt und fand's meistens nur gähnend langweilig.

--------------------------------------

Alter Thread:
http://forum.tylers-kneipe.de/viewtopic.php?t=704&start=0



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Warg



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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 11:06                                  +/-

Ich fand das russische Lied ganz gut. Hab aber auch nur die Hälfte des ersten Halbfinals gesehen.

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 11:08                                  +/-

Warg
Ich fand das russische Lied ganz gut.


Das ist aus politischen Gründen leider unmöglich. Bitte zens... ändern Sie Ihren Beitrag wie folgt ab:

Ich fand das russische ukrainische Lied ganz gut.


_________________
Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 11:23                                  +/-

Euseppus

Australien braucht ein volle Bühne mit Big Band und Partypeople, sonst ist der arme Kerl mit seiner guten Laune aber schon sehr alleingelassen. Sonst: Nett, bischen Rock, bissi funky, gleich wieder zum Vergessen.

Auf die Bühne dürfen nur max. 6 Menschen (oder 7? Hab ich vergessen).

Einem Lied gute Gewinnchancen einzuräumen hängt beim ESC ja nicht zwingend mit der Qualität zusammen. Bei Israel tobte die Halle beispielsweise.

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meisterdieb



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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 12:37                                  +/-

Triskel
Bei Israel tobte die Halle beispielsweise.

Auch in den Kommentaren zu einem Artikel zum gestrigen Halbfinale hab ich öfters gelesen, dass Leute das gut fanden. Ich hätte das Lied nie auf dem Radar für den Sieg gehabt, aber ich lieg sowieso meistens völlig daneben.


_________________
The serifs are pointy indeed.
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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 14:45                                  +/-

Ich fürchte, der griechische Beitrag kam auch gut an.

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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 15:28                                  

Für Oxi, die Top 5 der Eurovision 2015 Sahneschnitten!
(Objektiv ermittelt anhand der Youtube-Zuschauerzahlen)



1. 2.921.302 Views Polina Gagarina - A Million Voices (Russia)

Contra:
- Russland, Putin, hrhrhrh!
- Polina ist keine echte Blondine

Pro:
- Sollte trotzdem Helene-Fischer-Trigger bei Oxi triggern
- Plus hat eine bessere Stimme als Helene Fischer
- Die Illumination der Regenbogenflaggen bei 2:26 ist nicht zufällig. "A Million Voices ... We will shine!"

Typische Youtube Kommentare
This is pure Eurovision magic. Goosebumps!

World's people, let's unite and be together and to move towards progress. We will stop the wars, we will make the water in Africa, we will save the planet from pollution, we conquer space only together.

*Tränchenverdrück*

Ernsthaft, schaltet mal euren Zynismus ab: Der Liederwettbewerb der Eurovision wurde gegründet als viele Städte Europas noch in Trümmern lagen. Und nach dem Fall des eisernen Vorhangs wurde der Ostblock so mit nach Europa geholt. Das ist eine perfekte ESC-Friedens-Hymne mit der Hoffnung auf eine bessere Welt. Wer Change.org Petitionen unterschreibt, der wippt auch heimlich hier mit dem Fuß mit.




2. 970.824 Views Bojana Stamenov - Beauty Never Lies (Serbia)

Contra:
- Sehr viel Sahne

Pro:
- Triggert alle ESC-Trigger: "Finally, I can say, I am different and that's okay!"

Serbian Adele ! <3

Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass sie die zweitmeisten Views auf Youtube hat. Aber ihre Stimme ist schon fett. Bojana ist übrigens eine gute Beantwortung von Euses Frage wie weit man die Videos schauen muss: Die Show ist erst zuende wenn die dicke Frau aufhört zu singen! Wenn man nach 30 Sekunden schon abbricht verpasst man das was einen ESC Song zu einem guten ESC Song macht: Multifunktionskleidung, Pyrotechnik, plötzliches Kippen des Songs. Der serbische Beitrag ist bis 1:50 sehr getragen und feierlich .... und dann, Bam!, Rockröhre und buntes Entertainment.




3. 694.489 Views Nina Sublatti - Warrior (Georgia)

Wenn ich nichts übersehen habe hat tatsächlich Warrior die drittmeisten Views.

Contra:
- ???

Pro:
- Herrlich Over the top
- Attitüde
- Overknee-Stiefel
- Entlockt selbst Euse ein Grinsen

she looked pissed off the whole time

Wie beim russischen Beitrag mag ich die Zuschneidung der Bühnenbeamerbilder auf die Sängerin. Während bei Polina weiße Glitzerkreise um ihr weißes Kleid naive Hoffnung unterstreichen, zucken bei Nina jetzt die aggressiven Blitze.




4. 533.588 Views Maria Elena Kyriakou - One Last Breath (Greece)

Contra:
- Klingt ein bisschen zu sehr gewollt nach einer James-Bondig-Conchita-mäßig
- Kein Bart

Pro:
- Tiefer Ausschnitt
- Lange Beine
- MILF-Bonus (Mutter von 3 Kindern)

She is soooo beautiful and has the best voice in this Eurovision! Deserves a high ranking in the final <3

Auch hier bin ich überrascht wieviele Views sie hat. Aber da sieht man mal: Was weiß ich schon? Klassische Liebesbalade. Funktioniert immer.




5. 182.344 Views Måns Zelmerlöw - Heroes (Sweden)

Contra:
- Sehr viele negative Kommentare und Plagiatsvorwürfe (David Guetta - Lovers on the Sun)

Pro:
- Die mit Abstand meisten Views aller Lieder im zweiten Halbfinale
- Der Song bei dem man das Publikum am frühesten Mitklatschen hört (1:25)
- Erste Sahne der Typ

if this dude wins this year, he will be the first male eurovision winner since alexander rybak in 2009 from norway.

You clearly don't want Sweden to win hater. Please, get a fucking life.

Kommt schon, ernsthaft! Ich habe immer den Eindruck beim ESC haben es Männer schwer, weil sie entweder als zu fabulös schwul, gegelt-schmierige Machos oder nervöse Schuljungen im Konfirmandenanzug rüberkommen. Aber Måns hat einfach sympathische Bühnenpräsenz.


Dark Horse:
Von den Big Five gibt es ja noch keine live shows. Aber das Rehearsel von der Spanierin Edurne hat erstaunlich viele Zuschauer mit 265K gefunden. Zum Vergleich: Italien 100K, Deutschland 63K, UK 48K und France 47K Views.

In other News:
UK wird auf Youtube gehasst! Hass, hass, hass! Hass! Das Rehearsel hat 615 Likes zu 598 Dislikes. Der am schlechtesten bewertete Song von allen. Wundert mich ein bisschen, mein größter Kritikpunkt wäre gewesen, dass man einen Song mit Refrain "Everybody dance!" ins Rennen schickt und die Sängerin/Sänger stehen wie steife Stöcke auf der Bühne. Aber das meiste ist Selbsthass. Die Briten sind durch die dauernden ESC-Niederlagen schon völlig ausgehölt.

This is so bad I think YesScotland would win if the referendum was held after the Eurovision

the shittist entry we've EVER HAD!!! what is the point of entering anymore

Is the BBC trying to break Norways record of most nul points?

Can someone please tell me what's wrong with this song? Like, did I miss something? I'm not saying it's my favourite or that it stands a chance of winning but how the hell is this worse?


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Zuletzt bearbeitet von Tyler Durden am 22.05.2015, 16:22, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 16:04                                  +/-

Oxford
Euseppus
Ist es jetzt echt so schwer, geile Ohrwürmer zu schreiben?


Das sagt der Richtige. Deine Komposition taugt als Ohrwurm jedenfalls gar nix grins Und wenns so leicht wäre, dann mach es doch.


Macht er schon, in den Musicals, da sind regelrechte Schlager dabei. (Btw, für mich taugt auch das Klavierstück als Ohrwurm, beide Themen, aber ich bin da anscheinend kein Maßstab.) Das ist wie mit gut schreiben können - reich wird man damit nur, wenn man mit aller Macht drauf hinsteuert...

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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 22.05.2015, 19:10                                  +/-

Ich ergänze Arianrhods Beitrag noch um ein paar Schmankerl, die nicht gewonnen haben.




Der ukrainische Beitrag aus dem Jahr 2007: Verka Serduchka mit Lasha Tumbai. Gesungen hört sich das ganze eher wie „Russia Goodbye“ an. Was zwar abgestritten wurde, aber in Russland wurden Auftritte von Verka Serduchka abgelehnt. Das Lied landete auf Platz 2.



Vor zwei Jahren wusste auch die rumänische Dracula-Nummer zu begeistern. Ganz großes Kino!



Der Preis für das kürzeste Kleidchen geht eindeutig an Gina G. (Der Name! hähö) aus dem Jahr 1996.



Cliff Richard mit Rüschenbluse und interessantem Tanzstil. Wusste gar nicht, dass dies ein Grand-Prix-Beitrag war.



Bosnien-Herzegovina (2006): Auf der Bühne vier Bräute, eine fünfte Frau trägt einen Rock mit Äpfeln drauf und hängt Wäsche auf. Dann wirft sie die Brautsträuße ins Publikum. Zwischendurch singt ein Mann irgendwas für mich unverständliches. Dann fangen die Bräute an zu stricken. Logisch.



Unbedingt bis zur, auf die Musik abgestimmte, Schal-Choreo durchhalten! Das Lied heißt übrigens „Euro-Vision“ (mit nasalem, französischem on ausgesprochen).



Fröhliche Finnen. Fredi & the Friends mit „Pump Pump“. Das ist dermaßen 70er.



Ein moderner Klassiker. Die weißrussischen Schmetterlinge aus dem Jahr 2010. Das Lied ist bla. Gerne erst bei Minute 2:50 einsteigen.



Natürlich dürfen auch Dschinghis Khan nicht fehlen. 1979 auch unter den ersten 5. hähö

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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 23.05.2015, 17:15                                  +/-



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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 23.05.2015, 21:22                                  +/-

Euse, was ist deine Meinung zu brennenden Klavieren?


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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 23.05.2015, 21:25                                  +/-

Flügeln.

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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 23.05.2015, 22:31                                  +/-

Die allgemeine Kneipenbegeisterung für Lettland konnte ich jetzt nicht ganz teilen. Unser Favorit ist Belgien, da haben uns Song und Performance gleichermaßen überzeugt. Die Nummer stach aus dem sonstigen Klangeinheitsbrei eigentlich ganz wohltuend heraus.

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Thanil
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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 00:36                                  +/-

Wir hatten eine ESC-Party mit sechs, später neun Leuten. Lettland fiel in der Gesamtschau auch deutlich zurück. Unser Favorit war ebenfalls Belgien, allerdings nach Deutschland. Bei unserer Begeisterung für Deutschland spielte sicherlich eine Rolle, dass die meisten Anwesenden mit einem Kacklied und einer schlechten Performance gerechnet hatten. Vermutlich einfach nur aufgrund von Hörensagen und generellem Pessimismus gegenüber den Beiträgen des eigenen Landes. Und dann war das aber doch ein überzeugender Auftritt mit einem guten Lied und von einer ziemlich tollen Sängerin. Insofern vielleicht leicht übersteuert. Direkt auf Platz 2 und somit unser Anruf war dann Belgien. Dass Deutschland mit 0 Punkten abgefertigt wurde, war für uns alle völlig unbegreiflich. Vor allem, da wieder einmal totale Kackbeiträge wie von Albanien, Aserbaidschan und so gut gepunktet haben.

Dass Russland mit dieser Schmierwoosch-Ballade so weit vorne landete – naja. Das war irgendwie doch eher politisch. Europa will Russland einfach lieben, auch wenn Teile des Kontinents gerade von russischen Panzern überrollt werden zwinkern


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Warg



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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 06:14                                  +/-

Belgien war unsereserachtens grauenhaft. Deutschland war überraschend gut, das Lied hatte ich viel schlechter in Erinnerung. Mein Favorit Russland Ukraine ist dann ja immerhin zweiter geworden, unser zweiter Favorit Italien auf Platz 3. Schwedens Lied war langweilig, bot aber die beste Show und mein Anruf für die Österreicher ist leider verpufft.
Uns ist irgendwann aufgefallen, dass viele Sängerinnen sich so gleich sahen, dass man meinte es wäre immer die gleiche, die sich zwischen den Liedern schnell umgezogen hat (Griechenland, Polen, und ein paar andere).

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 07:41                                  +/-

Arianrhod
Die allgemeine Kneipenbegeisterung für Lettland konnte ich jetzt nicht ganz teilen

Ich kann hier so manche Kneipenbegeisterung nicht teilen


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 09:02                                  +/-

Ick ooch nich.
Darum gucke ich in die Songs bei Youtube genau eine Minute lang rein und predige dann von der hohen Kanzel herab meine ""Spezialistenmeinung"" ans Volk. Kann ich nur empfehlen.

Gepostet am 24.05.2015, 10:09:

Jawoll, Belgium it is. Fast komplett (!) a capella (!), supergeiles Vokalarrangement. Die eine Synthesizerstimme, die beim Refrain noch drunterherwuselt, hätte man (fast) auch weglassen können, und wenn sie noch mehr Leute auf die Bühne gelassen hätten, hatten sie die Bodypercussion (snap - clap) auch live und nicht vom Band machen können.
Dazu eine eigenwillige Choreo. Bisher die einzige Nummer, die ich mir ganz angeschaut habe und sicher nicht das letzte Mal angeschaut habe. In jeder Hinsicht über Niveau dieser langweiligen Schnulzenclownsparade namens ESC.

Gepostet am 24.05.2015, 10:13:

@Tyler: Brennende Flügel sind für die Rock'n'Roller der ersten und zweiten Generation reserviert.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 09:34                                  +/-

@Russland:
Das Beste ist ohne Frage das enorme Talent der Sängerin. Der Rest ist Kitsch, und natürlich believen die Russen in 'nen Dream und haben zur Verdeutlichung Militär-Drumset druntergelegt.

Gepostet am 24.05.2015, 10:46:

Ann Sophie hat ohne Frage die 10fach bessere Stimme als Lena und den Song mag ich zumindest lieber als "Satellite".
Problem war hier bestimmt die gesamte Performance:
Ann Sophie hat eben eine Röhre, die der von Amy recht ähnlich ist. Das ist erst mal sehr geil. Aber dann allen Ernstes (!) sie so zu inszenieren wie die Winehouse - wie blöd kann man sein?!?! Damit tritt sie als "Winehouse-Klon" in direkter Konkurrenz zu vielleicht DER gefeiertsten R'n'B-Sängerin des jungen Jahrhunderts, und schon das Anbiedern an diese dürften ihr viele übel genommen haben. Hätte man sie komplett anders inszeniert, hätten im Gegenteil viele gemerkt: "Boah - geile Stimme! Fast so geil wie die Winehouse!"
Und weils noch nicht reicht, muss man dann noch die typische Bond-Intro-Optik abkupfern und sie aus unerfindlichen Gründen mit dem Hintern wackeln lassen. (Fand ich nicht schlecht, kann aber halt unmotiviert und prollig rüberkommen.)
Es wurde alles, aber auch wirklich alles an eigenem Profil ohne Not in die Tonne getreten zugunsten dem Abkupfern von Vorbildern. Für Ann Sophie tut mir das leid, die kann da null dafür, und der Song ist so schlecht auch nicht. Aber wer sich Inszenierung, Kostüm, Maske und Choreo ausgedacht hat, sollte mit Schimpf und Schande aus dem Studio gejagt werden.

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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 09:47                                  +/-

Der deutsche Beitrag hat mich auch positiv überrascht. Das schwedische Liedchen finde ich hingegen nach wie vor belanglos. Trotzdem hat es mir besser gefallen als diese russische Heulballade.

Treffendstes Zitat aus dem SZ-Liveticker: "Ich wische mir jetzt das Blut aus den Ohren und gehe ins Bett. Weckt mich, wenn der kleine Belgier gewonnen hat."

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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 10:07                                  +/-

Belgien hat mich total an Lorde erinnert, eben in einer sehr braven Chorknabenversion mit nur einer Farbe auf der Bühne.

Hier der Belgier:


Und hier Lorde, bitte mal so ab 2:30 gucken:

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 12:25                                  +/-

Euseppus
@Russland:
Das Beste ist ohne Frage das enorme Talent der Sängerin. Der Rest ist Kitsch, und natürlich believen die Russen in 'nen Dream und haben zur Verdeutlichung Militär-Drumset druntergelegt.


hähö

Vielleicht werde ich langsam paranoid, aber ich könnte mir vorstellen, dass sogar russische ESC-Beiträge inzwischen am Kreml-Reißbrett entstehen. Da nimmt man dann ein paar Sachen, die im schwulen Gesamteuropa Anklang finden (und nicht nur im halbschwulen Osteuropa) wie zum Beispiel englische Sprache, Engel-Outfit etc. und signalisiert ein bisschen Frieden und schwupps hat man den ESC im nächsten Jahr in Moskau. Eine weitere tolle Gelegenheit, Sotschi-mäßig die Schokoladenseite des eigenen Regimes ins Rampenlicht zu stellen.

Zum Glück hat das nicht geklappt. Aber es war knapp genug.

Der schwedische Beitrag ist okay. Allerdings war es einfach nicht der beste des Abends aus meiner Sicht.

Insgesamt kann man der Veranstaltung aber bescheinigen in den letzten Jahren an Qualität gewonnen zu haben. Während es früher einfach nur ein gruseliges Trash-Festival war (zumindest ab den 90ern und in den 00er Jahren), kann man sich das inzwischen durchaus anschauen, ohne sich die Kugel geben zu wollen. Es waren ein paar sehr nette Sachen dabei.


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 24.05.2015, 16:11                                  +/-

Meine Nachbetrachtung kann sich nur auf Bruchstücke beziehen, und die ist auch nur deshalb möglich, weil ich gestern ein "Auswärtsspiel" hatte, und in der Wohnung gab es die TV-Nutzungsmöglichkeit. zwinkern

Anfangs konnte ich wegen RL-Gedöns’ noch nicht kucken (v. a. nicht durchgehend), aber da ich eh nur die ausgekuckten Beiträge Deutschlands, Polens und Lettlands (Startplätze 17-19) zu sehen vorhatte, war das o.k..

Zwischendurch immer wieder rübergezappt – und mich des Dauerbombastpathos’ der Darbietungen wegen schnell gelangweilt. (Aber wahrscheinlich ist dieses ESC-Gedöns insgesamt nicht so meins. ) Wie auch immer, die halb verpaßte deutsche Darbietung hob sich von den vorherigen Sekundenschnipseln weder positiv noch negativ ab. Festzuhalten hätte ich dann aber, daß ich das gesangliche Potential von Ann Sophie größer als das von Lena einschätze – was mir der ultimative Beleg zu sein scheint (hähö hätte es den überhaupt noch gebraucht?), daß die Länderwertungen insbesondere der "Tele-Voter" weniger eine Qualitätsbeurteilung der jeweiligen Auftritte als eine (mal größere, mal kleinere, mal nicht vorhandene) Sympathie dem repräsentierten Land gegenüber ausdrücken.

(@ Euseppus: Die Assoziation "Amy Winehouse" hatte ich übrigens überhaupt nicht [ok, nach nochmaligem Ankucken kann ich es optisch ein wenig nachvollziehen]; und war die Winehouse mit ihrem sehr soullastigen Stil überhaupt ausreichend ESC-kompatibel, um mit dieser Reverenz ernsthaft auf einen Stimmenzuwachs spekulieren zu können?)

Manchmal wird das durchbrochen, weil "man" in Europa ab und zu denkt, daß Deutschland (oder letztes Jahr der andere diesjährige Loser Österreich) "mal wieder dran" sei, und dann muß die Hauptperson nicht toll singen können, sondern einfach nur grundsympathisch und supercute sein: siehe Lena, die ich stimmlich eher so lala finde. Oder freakig, wie Conchita Wurst.

Holger Kreitling kritisiert, daß bei uns das Auswahlverfahren und die mit diesem zusammenhängende PR nicht so gut (wie z. B. im Siegerland Schweden) funktioniere. Mag sein, daß die Begeisterung im eigenen Land schon Monate vor dem Showdown ins übrige Europa ausstrahle und dort schon die Grundlage für einen möglichen Sieg gelegt werde, aber so richtig überzeugend finde ich das nicht, denn die meisten Televoter kriegen wegen der Sprachgrenzen von den Stimmungen bezüglich ihrer Songs in den jeweiligen Ländern doch höchstens marginal etwas mit – so bleibt für mich die auf Klischeewissen (Vorurteilen) beruhende Landessympathiebekundung als Hauptmotivation für die Punktevergabe. Yes [/Binse]

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Zu Rußland (habe ich jetzt auch per Youtube kennengelernt): jo, der Genossin Sängerin Gagarin ist kein Marilyn-Monroe-Kleid geklaut, sondern sind Millionen Stimmen geschenkt worden! zwinkern
Wenn man die durch ihren bellizistischen Präsidenten geschaffene politische Situation ausblendet, kann man der Frau eigentlich keinen Vorwurf machen, denn in der Disziplin Bombastpathosgedröhn sind die sich alle doch recht ähnlich.
Des Titels wegen habe ich aber die Vermutung, daß damit – um die innerrussische Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen – auf einen ca. 35 Jahre alten Megahit von Alla Pugatschowa (Алла Пугачева) Bezug genommen worden ist, der auf Youtube in unübersehbarer Zahl verschiedener TV-Mitschnitte zu sehen ist (die Zirkusschaukel finde ich dabei am unterhaltsamsten grins), und der die östliche Welt bis nach Asien erobert hat (z. B. Vietnam, Japan und, mein Favorit: Südkorea Spitze – "Blut und Boden"-eigenes Instrumentarium at ist best, @ den kultigen Kneipenethnologen P. K. Nichtraucher Hallo).

Achso, "von Alla Pugatschowa" ist mißverständlich, denn geschrieben hat ca. 1980 die "Million(en) Rosen" nicht sie, sondern ein damaliger nichtrussischer Sowjetbürger, heute stolzer Patriot in einem freien Lettland – Raimonds Pauls, das Genie der lettischen Salonmusik inzwischen seit Jahrzehnten:



So sah 1981 Globalisierung avant la lettre aus!
(Und auf Lettisch geht’s noch überhaupt nicht um Millionen Rosen zwinkern.)

Als ich das erstmals auf LR 3 hörte, waren meine Ohren sofort gespitzt: das stach, obwohl auch nicht ohne Schmalz und Kitsch, irgendwie heraus. Womit wir die Frage "guten Komponierens" auch auf die künstlerisch schief angesehene Schlagerbranche ausdehnen können. zwinkern

So, zurück zum Thema ESC!


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