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Was läuft denn im Kino? - Episode VI
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 11:41                                  +/-

Neee, never. Vorpremiere OV.


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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 11:43                                  +/-

Oha.

Fätten Rie-spekt!


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 23:17                                  



IT

Der Film ist voll auf die Zwölf und ab der allerersten Minute vollkommen unsubtil. Da musste ich erstmal reinkommen, anfangs war ich richtig ein bisschen abgestoßen und dachte, was soll das denn sein? Sind wir hier in der Geisterbahn auf der Cranger Kirmes?

Aber dann fiel mir wieder ein, dass ES ja die Phantasie der Kinder abbildet, ihre Ängste manifestiert, um an sie ranzukommen, und die Ängste von Elfjährigen sind halt eher unsubtil. Das passt schon irgendwie. Nach ner Weile konnte ich das sogar goutieren, das Buch ist ja auch nicht gerade subtil und die optischen Einfälle sind gut und flüssig umgesetzt. Aber gruslig ist sowas irgendwie nicht mehr, wenn die anschwellende Düstermusik jeden Jumper ewig vorher ankündigt und der Grinse-Clown aus jeder dunklen Ecke springt. Ich glaube, wer das Buch nicht kennt und 20 Jahre jünger ist als ich, wird den Film eher seltsam und irgendwie altbacken finden, vielleicht auch etwas kindisch. Da ist "Stranger things" grusliger und mehr Stephen King als "IT". Ich werde heute Nacht sicher nicht schlecht schlafen.

Man kann den Film als Bebilderung der wichtigsten Buchszenen sehen, die Stimmung, die Kinderdarsteller, die fiesen Erwachsenen, die muffige Kleinstadt, das ist schon gut getroffen. Aber man hetzt auch ein bisschen durch, das geht alles recht schnell, so gefühlt passiert alles in einer Woche, das Gefühl eines endlosen Sommers fehlt, ebenso wie all die Nebenstränge und düsteren Hintergrundgeschichten. Ok, der Film beschränkt sich allein auf die Kindergeschichte, also das erste Erscheinen von ES, ein zweiter Film mit der Geschichte der Erwachsenen, 27 Jahre später, ist wohl in Mache. Aber ehrlich, wen interessiert die Rahmenhandlung? Im Buch ging es doch eh immer nur um die Kinder. Immerhin versucht der Film, auch eine Coming-of-age-Story zu erzählen, die ja einen großen Teil des Buches ausmacht, allein, die Zeit fehlt ihm.

Ich rechne es dem Film auf jeden Fall an, an den richtigen Stellen gekürzt zu haben und speziell die dämliche Gruppensexszene komplett zu canceln, da war Stephen King halt auch ganz schwer auf Alk und Kokain, in der Zeit. Er sagte mal selber, dass er sich an vieles, was er in den 80ern geschrieben hat gar nicht mehr erinnern kann. Das Buch ist ja auch ziemlich durchwachsen, speziell gegen Ende, bei aller Liebe.

Was gibt es noch zu sagen? Sophia Lillis, die Darstellerin der Beth, ist allerbezauberndst, da haben sie aber eine gefunden, vielleicht eine zweite Emma Watson? Fast zu hübsch. Ihre Rolle bleibt halt recht brav, auch Buch-bedingt, die faszinierende Aura der Eleven aus "Stranger things" kann und darf sie hier nicht entwickeln. Und Finn Wolfhard spielt einen der Jungs, das ist etwas seltsam, praktisch dieselbe Rolle im selben Genre. Hier vermischen sich Original und Hommage, das eh, denn "Stranger things" ist wie gesagt, irgendwie das gelungenere "IT". Schwierig, nach all den Adaptionen die Originalgeschichte zu verfilmen, sie wirkt schnell wie ein Abklatsch, zu oft schon gesehen, das Problem hatte ja zuletzt auch "Valerian".

Ich hab mir auf jeden Fall jetzt erstmal das Buch in der OV geordert, denn alle Übersetzungen bis 2011 waren offenbar gekürzt. Das les ich dann, dann schau ich nochmal "Stranger things" und dann geht es hoffentlich nahtlos über in die zweite Staffel von "Stranger things", und dann kann der Winter kommen Yes


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 28.09.2017, 07:21                                  +/-

Funny: eine Gruppe Jugendlicher wollte eigentlich in die deutsche Vorstellung und hatten sich in der Tür geirrt. Sie blieben dann aber sitzen und fanden es gar nicht so schlimm (immerhin OV ohne Untertitel), oder wie einer später sagte, "auf deutsch hätte ich auch nicht mehr verstanden von diesem seltsamen Film." hähö


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BeitragVerfasst am: 03.10.2017, 02:20                                  

Mit mother! hat Darren Arononowsky es geschafft, ein hochreines Distallat der prätentiösesten Eigenschaften des Arthouse-Kino zu kreieren und dann auch Paramount dazu gebracht, es als wide release in die Kinos zu bringen. Mit Jennifer Lawrence als Hauptdarstellering hat er es sicherlich geschafft, einigen 0815-Kinogängern solide den Tag zu verderben. Metaphern und Allegorien soweit das Auge reicht, der Plot eskaliert vom seltsamen ins total Wahnsinnige und natürlich geht es um Kunst und das Leiden für das Meisterwerk.

Das Endergebnis ist durchwachsen.

Jennifer Lawrence spielt die Mutter, die viel jüngere Ehefrau von Javier Bardem ("Er", Namen hat natürlich niemand, viel zu Mainstream), einem Dichter mit Inspirationsflaute, der in seinem Arbeitszimmer abhängt während sie das große Haus mitten im Nirgendwo restauriert, das zuvor in einem Brand stark beschädigt worden war. Das ganze beginnt als etwas verstörender Blick aus ihrer Sicht auf diese Beziehung, wo er ziemlich distanziert wirkt während sie sich in Handwerk und Hausarbeit aufreibt. Dazu kommen latente übernatürliche Phänomene.

Dann steht plötzlich ein Mann vor der Tür, der vorgibt, Arzt zu sein und das Haus mit einer Pension verwechselt zu haben. Er bittet ihn herein und lässt ihn im Haus übernachten, ohne Mutter auch nur zu fragen, was sie sichtlich stört. Einen Tag später taucht dann auch noch die Ehefrau des Arztes auf, und das Drama nimmt seinen Lauf.

Über den Plot braucht man auch kaum mehr zu sagen, denn er verliert mehr und mehr den Bezug zu jeder Realität und wird irgendwann reine Abstraktion.

Das große Plus des Films sind die visuelle Kreativität und die Darsteller. Der Film sind extrem gut aus, ist visuell sehr interessant und die Umsetzung der ganzen Metaphern ist echt gut. Es wird eine super creepy Atmosphäre erzeugt, in der man durchaus gut mit der immer verzweifelteren Mutter mitleiden kann. Lawrence hat mir gut gefallen, und Javier Bardem ist echt große Klasse.

Das große Manko ist der Plot, oder seine Abwesenheit, und dazu mehr in Spoilertags. Ich hab den Film unverspoilert gesehen und es war deutlich besser so.

Spoiler:

Was mich am meisten gestört hat war der totale Verlust an eine Bindung zur Realität je länger der Film ging. Er hat zwei wichtige inhaltliche Stoßrichtung. Da ist zum einen die komplette Nacherzählung der Bibel von Genesis bis zur Apokalypse mit ziemlich direkten 1:1 Entsprechungen, mit Jennifer Lawrence als Mutter Erder / Maria und Javier Bardem als Gott, der Arzt ist Adam, seine Frau Eva, die beiden auftauchenden Söhne Kain und Abel, dann gerät alles außer Kontrolle bis der Wasserrohrbruch, aka die Sintflut alles reinigt, etc. etc. Dasspätere geborene Kind ist dann natürlich Jesus und wird prompt geopfert und gegessen. Die Szene hat mich auch erstaunlich wenig mitgenommen, auch wenn es sicherlich der große Schockeffet des Films ist.

Das andere Thema ist natürlich Kunst und welche Opfer ein Künstler bringen muss und vor allem, was er seinem Umfeld dafür an Schaden zufügen muss. Da ist es wirklich gut, dass der Fokus voll auf der Mutter lag, mit noch mehr Fokus auf Kunst wäre der Film vollends in selbstreferentielle abgerutscht. Darüber hinaus ist natürlich die Rezeption von Kunst und das Verhältnis des Künstlers zu seinen Fans Thema, sowie religiöser Fanatismus, etc. pp.

Wie gesagt eine riesige Flut an Referenzen, Metphern und Allegorien. Was dem Film echt fehlt ist eine Erzählebene in der Realität. Wenn der Aspekt des Films, der sich mit Kunst befasst, irgendwie in der Realität verankert gewesen wäre, hätte ich die religiösen Allegorien vermutlich interessanter gefunden als so. Im Film wie er jetzt ist hab ich zum Ende jede emotionale Bindung zum Geschehen verloren, was dem Wahnsinn am Ende doch an Kraft gekostet hat.


Ingesamt kann ich sehr nachvollziehen, warum der Film so kontrovers aufgenommen wird und eine sehr gespaltene Reaktion hervorruft. Die große Debatte und den Schock-Moment, af den Aronowsky offensichtlich hingearbeitet hat, hat es jetzt so aber nicht gegeben, und ich glaube dafür ist der Film einfach zu abstrakt, und gleichzeitig zu offensichtlich und durchschaubar.

Ich bin froh ihn gesehen zu haben und mag Filme mit Kopf, aber wirklich gut war diese Inkarnation dieser Art von Film nicht. Schwierig. Irgendwo zwischen 4 und 8 von 10, je nachdem ob man auf hochtrabenden Arthouse-Film steht.

Empfehlung für Euse und Gimli.


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BeitragVerfasst am: 03.10.2017, 03:34                                  +/-

Großes Plus: Es macht die US-Konservation sauer. National Review, eins ihrer Kampfblätter, greift zu nette Superlativen. hähö

Ordinarily when a filmmaker goes trampling all over your senses with an eye toward maximizing disgust, it’s for the purpose of producing some cheap scares. In Mother, though, the aim is a macabre pastiche of people’s most cherished and deeply held beliefs. Deliberately grotesque and nauseating, and seemingly engineered to outrage Christians, especially Catholics, Mother represents a stain on the reputation of Paramount Pictures, which once produced Going My Way. It may be the most vile and contemptible motion picture ever released by one of the major Hollywood studios.


Gepostet am 03.10.2017, 04:37:

Der ganze Artikel ist super, alleine die URL http://www.nationalreview.com/article/451338/je...ting-torture-porn grins


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BeitragVerfasst am: 07.10.2017, 04:46                                  +/-

Blade Runner 2049. Die Fortsetzung, die keiner brauchte und die ich jetzt trotzdem nicht mehr missen möchte.

Der Hollywood-Fortsetzungs/Rebootwahn lässt mich jedes Sequel eines Films älter als fünf Jahre mittlerweile mit einer soliden Grundverachtung angehen. Als Blade Runner 2049 angekündigt wurde, habe ich dementsprechend erstmal in die Ecke gekotzt und mir dann geschworen, den Scheiß zu ignorieren. Hat nicht so gut geklappt. hähö

Blade Runner selbst hab ich vor 7 Jahren als Teil meines Filmprojekts hier geguckt (klick. Meine Güte, was haben da für Leute in dem Thread gepostet. Davon ist sicher die Hälfte jetzt weg.) und ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie begeistert ich war. Auf jeden Fall einer der Filme, die mich dazu gebracht haben, das Ding durchzuziehen und so einem Film-Snob zu mutieren, der sich Zeug wie mother! (<- nur echt mit Ausrufezeichen) im Kino reinzuziehen. hähö
Der Film hat also auf jeden Fall einen gewissen Stellenwert für mich.

Eine Grundhoffnung auf einen guten Film hatte ich eigentlich schon, seit Denis Villneuve als Regisseur angeheuert wurde. Der Mann ist auf dem besten Weg, sich als einer der führenden Filmemacher unserer Zeit zu etablieren, und mit Blade Runner 2049 hat er auf jeden Fall einen großen Schritt in die Richtung gegangen. Villneuve ist auf jeden Fall jetzt Mister Sci-Fi und schafft das, was man sich von Neill Bloomkamp immer erhofft hatte: wieder richtig gute Sci-Fi ins Kino zu bringen.

Ein Meisterwerk auf Blade Runner Level hat er meiner Meinung nach hier nicht abgeliefert, sondern nur einen sehr guten Film. Aber das muss man ja auch erstmal hinkriegen, wenn man in solch gewaltige Fußstapfen tritt.

Zum Film selbst: Wie der Name nahelegt, spielt er 2049. Eine neue Generation von Replikanten ist auf dem Markt, endlich 100% zuverlässig, heißt es zumindest. So zuverlässig, dass selbst der Blade Runner Job jetzt von ihnen ausgeführt wird, und so ist Officer K, der Protagonist, selbst Replikant und auf der Jagd nach den letzten Exemplaren der aufmüpfigen Modellreihe von vor 30 Jahren. Bevor jemand Spoiler schreit, dass weiß man nach 5 Minuten des Films zwinkern
Ryan Gosling spielt K wirklich ausgezeichnet. Er hat ja immer diese etwas distanzierte Art, die hier für eine künstliche Lebensform, die sich dessen voll bewusst ist, sehr gut passt, und die ihm erlaubt, den wirklich emotionalen Momenten später im Film noch mehr Gewicht zu geben. Top Leistung.

Der Einsatz, auf dem wir K kennenlernen, bringt ihn auf die Spur eines Mysteriums das ihn schlußendlich auf die Spuren von Deckard und Rachel bringt, deren Schicksal die Grundlage für den sich entwicklenden Plot legt. Ähnlich wie im ersten Film liefert hier eine relativ unkomplizierte Noir-Detektivgeschichte den Rahmen, in dem sich der Film mit seinen eigentlichen Themen beschäftigt. Diese sind natürlich sehr ähnlich zu denen des ersten Teils, es geht um Identität und Menschlichkeit. Blade Runner 2049 findet hier einige extrem interessante Wege, sich dem Thema Künstlichkeit zu nähern.

Anders als Blade Runner hat der neue Film seine Rätsel und twists weniger im Subtext sondern ziemlich explizit im Vordergrund, und hier schwächelt er leider etwas, was ihm von mir ein paar Abzüge in der B-Note einbringt. Das gilt leider auch für den Antagonisten, gespielt von Jared Leto. Nicht wirklich schlecht, aber eher so meh.

Blade Runners Einfluss begründete sich ja vor allem in seiner Ästhetik, im Design und Musik, und auf dem Gebiet schlägt der neue Film einen absoluten Home Run. Denis Villneuve ist hier ein visuelles und akustisches Meisterwerk gelungen, der Film ist atemberaubend gut inszeniert. Dabei ist der Einfluß von Ridley Scott ziemlich offensichtlich und der neue Film fügt sich nahtlos in die Blade Runner Welt ein. Ich konnte mir den Film im IMAX geben, und holler die Waldfee. Ein Muss im Kino.

Was das Schauspiel angeht, da fährt der Film eine ganze Reihe interessanter Figuren und Darsteller auf, und bis auf Jared Leto kriegen die alle ein dickes Plus von mir. Harrison Ford hab ich echt lange nicht so gut gesehen. Diesmal schien er wirklich bei der Sache zu sein!

Es gibt eine Plot-Sache, die ich entweder nicht verstanden habe, oder die irgenwie eher sinnlos ist:
Spoiler:

Wie war das jetzt mit den super-gehorsamen Replikanten? Offensichtlich ist es damit ja nicht weit her, denn es gibt eine ganze Reihe von Abtrünnigen, und auch K/Joe kann sich relativ problemfrei zu Ungehorsam entscheiden. Das fällt zwar sofort auf im Test, aber es wird ja sonst immer betont, wie gehorsam diese neuen Replikanten doch sind. Also übertriebene Reklame des neuen Herstellers? Aber warum sind die meisten neuen Replikanten denn dann so Gehorsam, obwohl sie offensichtlich wie Dreck behandelt werden. Fand ich irgendwie unzufriedenstellend




Insgesamt einer der besten Sci-Fi-Filme der letzten Jahre, der nicht ganz das Niveau des Vorgängers erreicht. Kann man sich als Fan des Originals auf jeden Fall ansehen ohne Nervenzusammenbrüche zu erleiden.


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BeitragVerfasst am: 11.11.2017, 00:18                                  +/-

Thor Ragnarok ist schon ein ziemlicher Triumpf für Marvel.

zum einen ist er sicherlich der lustigste der bisherigen Marvel-Filme. Mit Taika Waititi als kreativem Mastermind konnte das ja auch gar nicht anders kommen. Chris Hemsworth ist einfach urkomisch, wenn man ihn lässt. Thor im Zusammenspiel mit Loki oder dem Hulk sind echt wirklich großartig in dem Film.

Und gleichzeitig ist es einer der politischten Superheldenfilme der letzten Jahre. Kolonialismus und die missglückte Vergangenheitsbewältigung der Kolonialherren hatte ich jetzt eher nicht als zentrales Thema in einem Marvelfilm erwartet. Hut ab. Ich empfehle diesen Artikel für eine interessante Perspektive, aber erst nachem man den Film gesehen hat: https://www.villagevoice.com/2017/11/10/thor-rag...nial-perspective/

Natürlich wünscht man sich direkt, dass der Film mehr Zeit mit diesen Themen verbringen würde, aber natürlich ist er hauptsächlich eine Action-Komödie und am Ende wird ordentlich geprügelt. Aber Hut ab vor Marvel, überhaupt in diese Richtung zu gehen. Natürlich macht das heutzutage auch finanziell Sinn, aber dieser zusammen mit Black Panther Anfang nächstes Jahres sind ein richtig schönes Fuck You an Trumps Amerika und all die anderen neuen Rechten.

Als Film selbst gibt es sicherlich Dinge zu kritisieren, ich fand ihn z.B. teils etwas zu albern. Aber irgendwie hab ich zu viel Freude am ganzen drumherum um mir davon den Film kaputt machen zu lassen.

Und weils so schön ist, eine schwarze Walküre vor regenbogenfarbenen Feuerwerk und ihrem Raumschiff, dass in den Farben der australischen Aborigines gestrichen ist Smilie



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BeitragVerfasst am: 16.11.2017, 23:39                                  

Blade Runner 2049



Es ist nicht leicht Denis Villeneuves Filme zu hassen. „Blade Runner 2049“ ist eine visuell beeindruckende Dystopie, stimmungsvoll, mit großartigen Settings und einem Unheil verheißenden Soundtrack. Filmhandwerklich in den meisten Kategorien über alle Zweifel erhaben. Gleichzeitig ergibt er sich in einem Akt von Konformismus den Leitmotiven der vorherrschenden Hollywood-Konventionen und untergräbt in einem Kernbereich die Philosophie von „Blade Runner“, dem Original.

Als ich den Film im Kino sah – sowie in den Tagen und Wochen danach – konnte ich meinen Finger nicht so recht in die Wunde legen. (Manche würden vielleicht auch sagen: das Haar in der Suppe nicht finden zwinkern) Aber irgendetwas war hier trotz des grandiosen Ersteindrucks falsch. Ich habe im Moment leider wenig Zeit, über Filme und Geschichten nachzudenken, deshalb dauerte es eine ganze Weile, bis ich BR2049 für mich entschlüsselt hatte.

Den Kern des Films bildet eine Familientragödie: Deckard und Rachael haben vor über zwanzig Jahren ein Kind gezeugt. Die Mutter verstirbt, Vater und Kind werden getrennt. Was von der Familie übrig blieb gerät zwischen die Mahlsteine zweier konkurrierender Gesellschaftssysteme, die beide auf ihrer jeweils eigenen zerstörerischen bis totalitären Ideologie beruhen.

Einerseits hätten wir hier den Hyperkapitalismus der irdischen Mega-Cities, der die Lebensgrundlagen auf der Erde beinahe vollständig zerstört und die menschliche Gesellschaft in Superreiche und ärmste Gestalten gespalten hat. Die Allerärmsten leben buchstäblich im Müll und dürfen nach Belieben durch ferngesteuerte Drohnen abgetötet werden. Sogar ihre Kinder werden noch in Sklavenfabriken ausgebeutet und verheizt. Aber wie dreckig es diesen Müllmaden auch gehen mag, es gibt eine Kaste, die sogar noch unter ihnen angesiedelt ist: die Replikanten, künstliche Menschen, die wie Werkzeuge gebraucht und wieder recyclet werden. Dieses erschreckend inhumane Gesellschaftssystem wird aufrecht erhalten von den Agenten der Blade-Runner-Polizei. Das System will Deckards Familie auslöschen, weil sie die Fundamente des Kastensystems bedroht. Eine biologische Vermischung von Mensch und Replikant ist nicht einfach nur unerwünscht, sondern würde die Basis der Gesellschaft in Frage stellen.

Das zweite Gesellschaftssystem, das Deckards Familie bedroht, ist die transhumanistische Theokratie der Wallace Corporation, die zwar als Corporation oberflächlich einen wichtigen Bestandteil des Hyperkapitalismus darstellt, in Wirklichkeit aber an einer Art neuer Schöpfung oder Neuschöpfung des Menschen arbeitet. Wallace selbst ist ein kybernetisch verbesserter Mensch, der in einer Art Tempel wohnt und gottgleich Leben schafft und nach Gutdünken vernichtet. Sinnbildlich ist seine Blindheit, die er durch einen Schwarm autonom fliegender visueller Sensoren kompensiert. Er handelt nach dem alttestamentarischen Motto „Gehet hin und vermehret euch“. Sein Blick geht weit über die Erde hinaus, er will die Galaxis kolonisieren und benötigt dafür sich selbst replizierende Replikanten, also das „Geheimnis“ der biologischen Verbindung zwischen Deckard und Rachael. Es versteht sich von selbst, dass deren Kind für diese Erkenntnis ausgeschlachtet werden würde.

Es gibt vieles, was mich an diesem Familiendrama als Herzstück der Geschichte stört. Man muss gar nicht so weit gehen in den beiden konkurrierenden Gesellschaftsentwürfen den westlichen Kapitalismus und irgendeine Form des heutzutage grassierenden religiösen Wahnsinns zu sehen. Allein die funktionale Gleichsetzung dieser beiden Systeme müsste man dann schon sehr kritisch beleuchten und hinterfragen. Nein, was mich stört ist die im Film angelegte Verabsolutierung der Familie als sinnentleertes Dogma. Verabsolutiert wird die Familie, weil der Zusammenführung von Vater und Sprößling alles radikal untergeordnet wird – selbst auf fragwürdigste Art und Weise, dazu später mehr. Und als sinnentleertes Dogma erscheint das Familiendrama, weil hier zwei Personen zusammengeführt werden, die zwar blutsverwandt sind, aber in keinster Weise jemals eine Familie gewesen sind, wie ich sie verstehen und definieren würde. Diese Überhöhung der Gene ist für mich ein echtes Problem. Hier wird das Soziale zum Wurmfortsatz der Biologie degradiert, ein Familienextremismus ist das, der mir sauer aufstößt.

Die ideologische Verblendung, mit der dieses ausgelutschte und nicht tragfähige Leitmotiv zum Herzstück des Films gemacht wird, erstaunt mich sehr. An den Schaltstellen der Hollywood-Maschine sitzen offenbar Entscheider, die bald keine Großprojekte mehr durchwinken, in deren Zentrum nicht eine Familiengeschichte steht. Mit ein paar Wochen Distanz bin ich beinahe verärgert: ich habe die Schnauze voll von diesem immer wiederkehrenden Hollywood-Familiendrama. Ich beginne mich langsam wie eine Stopfgans zu fühlen, die sich in einer Familiendrama-Mastanlage befindet. Schlauch in den Hals, Pressluft an. Wie schlecht muss es um die Familie stehen, wenn sie so mantraartig im Zentrum so vieler Geschichten beschworen werden muss? Ich meine, klar, Familie, das ist fundamental. Aber man muss nicht zwanghaft jede Story in diese Pressform packen, wirklich nicht. Es soll schon Filme gegeben haben, die das erfolgreich vormachten und die trotzdem emotional ansprechend sind.

Es funktioniert für mich jedenfalls einfach nicht. Deckard und sein Sprößling sind einfach keine Familie. Genausowenig wie Spectre-Bond und Spectre-Blofeld. Deckard hat seine Tochter zurückgelassen und die letzten Jahrzehnte in Las Vegas gelebt. Okay, es ist ein apokalyptisch verwüstetes und von Menschen verlassenes Las Vegas, aber hey, es gibt noch immer unendliche Whisky-Vorräte und eine Elvis-Show. Und ein paar einarmige Banditen funktionieren sicher auch noch. Was hat er seiner Tochter zu sagen? „Du, ich musste dich leider als Sklavin und Kinderarbeiterin auf die Müllhalde schicken. Ich war übrigens dein ganze Leben lang in Las Vegas, es war nur zu deinem Besten, Cheerio!“ Es ist vielsagend, dass der Film an dieser Stelle abbricht und nicht zeigt was passiert, denn jedes normale verlassene Kind würde dem was husten und ihm sicherlich nicht selig und freudestrahlend in die Arme fallen.

Als Individuen haben biologischer Vater und seine verlassene Tochter für mich jeden Schutz der Welt verdient, aber es ist hochgradig unfair, dass Agent K sich am Ende als Märtyrer für ein hohl gewordenes Familienideal, inszeniert als sinnentleertes Dogma, aufopfern muss. Er hat doch wohl sein eigenes Lebensrecht, das ihm im Kontext dieser Geschichte schlicht abgesprochen wird. Sogar von ihm selbst, denn sonst würde er sein Leben ja nicht wegwerfen. Und damit das nicht zu grotesk wirkt, wurde ihm noch eine tragische Liebesgeschichte angedichtet, die sich über weite Teile wie ein Fremdkörper im Film anfühlt und uns wohl signalisieren soll, ja, da ist halt ein Herz gebrochen und auch deshalb lohnt es sich nicht mehr so wirklich zu leben, dann kann man sich auch gleich in den Freitod begeben. Dabei müsste er sich verraten und verkauft vorkommen, insbesondere von Deckard oder wer auch immer diesen Plan entworfen hat, Agent K als menschlichen Schutzschild für die „echte“ und „wirklich schützenswerte“ Tochter Deckards zu installieren.

Seine Schwester wird als das hochgradig sensible, schützenswerte Wesen charakterisiert und er muss auf einer verschneiten Treppe krepieren? Hier wird doch das Kastenwesen der Blade-Runner-Welt in der DNA der Inszenierung zementiert statt es aufzubrechen und wirklich zu hinterfragen. Agent K ist einen Dreck wert, aber die genetisch identische Schwester wird gleichzeitig überhöht. Das Opfer Agent Ks hatte mich im Kino bereits befremdet. Es sollte natürlich eine große Geste darstellen, tragisch und schön zugleich, ein Opfer für einen höheren Zweck. Das erinnert mich fatal an die Bruchstelle von „Gattaca“: hier fährt am Ende der querschnittsgelähmte Rollstuhlfahrer in die Verbrennungsanlage, damit sein Kumpel, die Hauptfigur, unbehelligt seine Träume verwirklichen kann. Das ist einfach nicht humanistisch gedacht und eine abscheuliche Aussage. Demnächst kommt dann wohl die nächste Fortsetzung von „Terminator“, in der endlich herauskommt, dass Sarah Connor die Schwippschwägerin vom T-1000 ist, und irgendwer rennt lachend in die Kreissäge, damit sich Sarah und T endlich finden und Händchen halten können.

An diesen Stellen konterkariert BR2049 einfach die Kernaussage von „Blade Runner“, dem Original: dort kommt Deckard am Ende zur Erkenntnis, dass die Replikanten kein geringeres Lebensrecht und nicht weniger „eine Seele“ besitzen als biologisch „reine“ Menschen. Deckards Geschichte ist der Sinneswandel eines seelenlosen und abgefuckten Agenten eines inhumanen Systems. Herbeigeführt wird er durch seinen „Feind“ Roy, der mit seiner letzten Handlung Deckard das Leben rettet und somit eine der fundamentalsten und menschlichsten Emotionen auslebt, zu denen Deckard im Verlauf des Films gar nicht mehr in der Lage war: Mitgefühl. In BR2049 hingegen wird minimal übertüncht das zugrunde liegende Kastensystem wieder aufgerichtet, indem Agent K implizit auf eine niedrigere Stufe der „Wertigkeit“ gestellt wird als die Schwester, die ja immerhin „wirklich“ von einem „echten“ Menschen abstammt.

Gegen diese Hauptkritikpunkte verblasst beinahe mein zweiter Vorwurf, zu stark auf Grau- und Zwischentöne zu verzichten. Während man mit dem genialischen Tyrell aus dem originalen Blade Runner fast noch sympathisieren konnte, weil er trotz seiner vielen Fehler und Abscheulichkeiten ein tragisches Ende findet – gerichtet von seiner eigenen Schöpfung – ist Wallace einfach nur abscheulich und befremdlich. Ein echter Hollywood-Bösewicht eben, der eine gerade geborene Replikantenfrau kaltblütig massakriert.

In ähnlicher Weise ist Wallaces Handlangerin eine eiskalte Killerin, inhuman wie der Terminator. „Böse“ durch und durch, und völlig ohne eigenen Charakter. Und Agent K vollzieht recht frühzeitig die Wandlung vom Killer zum rein positiv besetzten Protagonisten. Blade Runner, das Original, hingegen besticht gerade durch die nuancierten Grautöne, die Ausbalanciertheit der Charaktere zwischen Schattenseiten und positiven Charakterzügen.

Hier zeigt sich also ein zweiter sehr konventioneller Hollywood-Mechanismus, der es dem Publikum erleichtern soll, seine Seite zu wählen und sich emotional stets auf sicherem Boden zu wähnen. Die manichäischen Weltbilder von Gut und Böse, hier hat einfach alles seine natürliche Ordnung, fast wie das Kastensystem der BR2049-Welt.

Es verbleibt also ein zwiespältiger Eindruck von „Blade Runner 2049“: auf der Habenseite steht ein oberflächlich genussvolles Kinoerlebnis. Es ist natürlich eine Pracht diese Settings zu sehen, oder auch die digital zum Leben erweckte 1:1-Kopie von Rachael, die für sich allein genommen einen sagenhaften Meilenstein der Tricktechnik darstellt. Aber das alles kann in meinen Augen nicht über die fundamentalen Schwächen des Films hinwegtäuschen.


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BeitragVerfasst am: 17.11.2017, 20:54                                  +/-

Klingt echt nach allen amerikanischen Filmen der letzten 10 Jahre. Oder wie ich selber hier letztens noch schrieb, über Rick and Morty:

Und der Familienschmus nervt mich langsam. Warum muss in den USA JEDE Medienproduktion IMMER die Kernfamilie als absolut wichtigstes Grundthema haben? Auch alle, die erstmal gar nicht so angelegt scheinen wie Star Wars, Breaking Bad, Ozark... das sind ja keine klassischen "Familienserien", aber es geht doch immer nur ums eine. Da lob ich mir GoT, wo die Familien wenigstens heillos verstritten sind bis aufs Blut.

Ich hab nichts gegen Familie, sie sind aber für mich nicht der Kern der Existenz, auch meine eigene nicht. Jeder lebt sein Leben. Wir sterben alle allein. Nichts hat einen Sinn.


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BeitragVerfasst am: 17.11.2017, 21:45                                  +/-

Ich finde aber, dass Thanils Rezension ein völlig falsches Bild vermittelt.
BR2049 ist nun wirklich kein Familienschmus. Die Vater-Kind-Thematik ist vollkommen unaufdringlich. Letztlich geht es doch vor allem darum, besagtes Kind zu finden und zu retten, weil diverse Mächte darauf Zugriff erlangen bzw. es töten oder instrumentalisieren wollen. Dass dies das Kind von Deckart und Rachael ist, ist nun einfach in einer vollkommen logischen und klug weitergedachten Konsequenz der Fortschreibung der ersten Story geschuldet.
Es gibt nun wirklich genügend Filme, auf die diese Kritik absolut zutrifft (so ziemlich jeder 1 1/2te amerikanische Film großer Studios), aber das Blade Runner 2049 als kritisierenswertes Stereotyp auszulegen, kann ich in keiner Art und Weise nachvollziehen - und ich wäre, selber extrem Klischee-ermüdet, nie darauf gekommen, das so zu betrachten.
Ich finde aber alle anderen Ausführungen Thanils höchst spannend und folge ihnen auch größtenteils, obwohl ich selber sie nach dem Sehen des Films bis heute nicht so gedacht habe. Finde ich schon eine kluge, gesamtheitliche Analyse.
Mich hat es auch irgendwie gestört, dass K am Schluss die Opferpose auf den Stufen macht. Hätte es nicht gebraucht, war too much und bringt in der Tat ein großes Opfer ins Spiel dafür, dass der alte Deckart sein Kind wiedersehen kann. K hätte auch demoliert wieder in der Menge verschwinden können, da denke ich auch, war es der größtmöglichen Dramatisierung geschuldet.
Ich sehe zwar auch in den Parteien rund um K herum weniger Stereotype, kann aber nachvollziehen, wenn dort Altbekanntes als störend empfunden wird.
Für mich geht es da aber halt auch um das Wie. Die Themen und Figuren werden immer die gleichen sein, wahrscheinlich noch in 1000 Jahren. Aber in BR2049 sind diese bekannten Standorte sehr unaufgeregt, aber sehr groß inszeniert. Auch da hat mich jetzt keine Position als "kenn ich schon" irgendwie gestört - wahrscheinlich auch hier wiederum deshalb, weil es eine logische Fortentwicklung der Blade Runner-Welt des ersten Teiles ist.
Ich selber finde es nahezu brillant, wie diese Welt weitergedacht wurde und schließe mich völlig den Positivkritiken an, die sagen, dass Villeneuve und die Autoren hier (so gut wie) alles richtig gemacht haben: Es ist keine Kopie, keine Neuauflage, es ist ein Weitererzählung, die es schafft, den Spirit des Vorgängers zu übernehmen - und noch auf die Spitze zu treiben.

Mein Gott, was war dieser Film l a n g s a m....!!!!!
Das ist das Einzige, was mich zwei, dreimal genervt hat.

Gepostet am 17.11.2017, 21:51:

Ein echter Hollywood-Bösewicht eben, der eine gerade geborene Replikantenfrau kaltblütig massakriert.

Da kann ich Dir auch nicht folgen. Natürlich wird hier Wallace als "böse" dargestellt. Aber es geht doch darum, worin dieses "böse" besteht, und darin bleibt der Film der Thematik seines Vorgängers treu:
Wallace kann dieses Wesen so mir nichts Dir nichts massakrieren, weil sie für ihn - so wie die Sklaven damals für die Amerikaner - kein Lebewesen, nichts Menschengleiches ist. Dari besteht die Inhumaintät, und dass die hier durch diesen Akt auf eine Spitze getrieben und in ihrer ganzen Grausamkeit zelebriert wird, finde ich angemessen, konsequent und richtig.

Gepostet am 17.11.2017, 21:58:

Mit Wallace und seiner Killerin habe ich auch keine Probleme wegen "Böse"-Stereotyp. Beim ersten Film war in der Tat Tyrell viel vielschichtiger und interessanter als z. B. ein Wallace.
Dafür war Tyrell aber auch der einzige Kontrahent.
Hier haben wir gleich vier bis fpnf verschiedene Positionen um die Kernthematik herumdrapiert, von denen jede ein eigenes Interesse an dem Kind-das-nicht-sein-darf hat. Da ist es sogar notwendig, die Figuren zuzuspitzen. Außerdem ist es ja nun gar nicht uninteressant, dass Wallaces Handlangerin selber eine Replikantin ist, die per Programmierung ihr eigenes Volk abschlachten muss. Das erinnert mich an die gar nicht unumstrittene Figur von Samuel L. Jacksons Sklaven in "Django Unchained", der ähnlich gelagert war (natürlich viel direkter im historischen Kontext; da kommt in der deutschen Geschichte z. B. die unglückliche Rolle von jüdischen Gefangenen mit dazu, die im Ghetto kollaborierten, um aus der Position heraus noch etwas zu bewirken, etc.). Solche Figuren wie die Killerin der eigenen Rasse sind unter den Archetypen schon noch die selteneren. Und solche Perversionen, die ein Wallace sich da ausdenkt, gehören alle zu dieser Herrenmensch-Untermensch-Thematik, die ganz typisch für Blade Runner ist.
Nein, ich sehe den Kern ganz anders als Du, Thanil. Für mich ist der neue Blade Runner nicht fern von der eigenen Agenda, er treibt sie sogar noch auf die Spitze. Der Rest sind für mich wirklich eher Haare in der Suppe. zwinkern


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Dummer FETTER Hobbit



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BeitragVerfasst am: 25.12.2017, 21:06                                  +/-

Hat jemand den Orientexpress gesehen? Und hat jemand nen Vergleich zum Film von 74?


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 25.12.2017, 22:09                                  +/-

Dummer FETTER Hobbit
Hat jemand den Orientexpress gesehen?


Nein.

Dummer FETTER Hobbit
Und hat jemand nen Vergleich zum Film von 74?


Suckt mit 99,999 %iger Sicherheit.


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Warg



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BeitragVerfasst am: 25.12.2017, 22:11                                  +/-

Der von 74?


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 30.12.2017, 21:14                                  +/-

Suckt mit 99,999 %iger Sicherheit.


Mach doch mit pk zusammen ein neues Forum auf, "Kulturpessimists Kneipe" oder "Warum alles nach 1964 Gedrehte scheiße ist" oder so ähnlich.


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 30.12.2017, 21:22                                  +/-

Ich mag die Art wie du denkst!


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 30.12.2017, 22:12                                  +/-

Filme an sich sind halt überholt. Netflix würde auch ganz ohne Spielfilme funktionieren und ich würde es weiterhin abonnieren.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 31.12.2017, 14:38                                  +/-

Ich gucke nie Filme auf Netflix. Aber auch sonst fast nicht mehr. Das Medium Film spricht mich überhaupt nicht mehr an.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 31.12.2017, 14:49                                  +/-

Die neue Zeiteinheit sind 40-50 Minuten. So teile ich mir auch den Tag ein. 90-150 Minuten ist doch ein viel zu großer Klumpen an Zeit, soweit kann ich gar nicht vorausplanen. Solche Time-slots muss man erstmal finden im Alltag. Von den 2-3 Stunden, die ein Kinobesuch in Anspruch nimmt, von Tür zu, wollen wir gar nicht erst reden. Das ist ja illusorisch.


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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 31.12.2017, 18:52                                  +/-

Ich gehe immer noch sehr gerne ins Kino. Aber ich lese ja auch Bücher und schreibe mit einem Kugelschreiber auf Papier.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 31.12.2017, 19:28                                  +/-

Ich gehe ebenfalls gerne ins Kino, ich hasse lediglich alles, was ich dort sehen muss.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 31.12.2017, 19:49                                  +/-

Schaut ihr denn immer nur eine Serienfolge? 2-3 Episoden sind auch ein Film.

Gepostet am 31.12.2017, 19:50:

Wobei mein Filmkonsum durch Serien ehrlich gesagt auch runterging.


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