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Star Wars - A new Thread
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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 31.05.2018, 21:18                                  +/-

Ich bin ja doch ganz stolz auf mich, dass ich mal NICHT in einen Film renne, nur weil "Star Wars" drauf steht. Das ist das erste Mal seit 1999, das sowas passiert (Clone Wars zählt nicht). Jetzt bringt mich nicht ins Grübeln.


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 31.05.2018, 22:42                                  +/-

hähö

Bleib da ruhig deinen Prinzipien treu. Ich wurde 2 Stunden gut unterhalten, aber man verpasst auch nichts, wenn man ihn nicht gesehen hat. Ist ja nicht so als hätte Han Solo noch ungeahnte Tiefen so als Charakter.

Der Film ist ein bisschen wie die Sequenz am Anfang von Indiana Jones III, wo Indy innerhalb eines Nachmittages seinen Hut, seine Peitsche und seine Schlangenphobie bekommt.

Hier bekommt Han, zugegeben über deutlich mehr Zeit, sein Schiff, seinen Wookie, seinen Blaster und seinen verdammten Nachnamen. Im Grunde also wirklich ein Film, den die Welt nicht braucht.

Gleichzeitig ist er gut und launig gemacht, lustig aber durchaus mit Substanz. Mir gefiel, wie er das Leben im Imperium am unteren Ende der sozialen Leiter zeigt, ein Leben aus dem Han zu entkommen versucht. Was ich auch sehr gut fand ist das der Film nicht versucht, aus einem good guy Han einen Schmuggler und Kriminellen zu machen. Han ist von Anfang an ein Schurke. Er ist nur noch nicht gut darin. Der neue Schauspieler hat mir da sogar ganz gut gefallen, er funktioniert für mich als ein Han Solo, der noch nicht so abgebrüht und zynisch ist wie Harrison Ford ihn gespielt hat. Besonders gut hat mir seine Dynamik mit Chewie gefallen. Donald Glover als Lando ist auch echt klasse.

Was dem Film auch sehr hilft, ist dass er keine großartige Verbindung zur großen Star Wars Saga hat und dadurch nicht Han Solo nachträglich mit Bedeutung für den main plot der Filme überfrachtet.

Was bleibt ist ein netter Space Western / Gangster Film mit Star Wars Fassade. Macht Spaß zu gucken, ist danach schnell wieder vergessen.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 01.06.2018, 09:38                                  +/-

Das klingt ja fast nach einem okayen Film, nachdem "Last Jedi" einen kompletten Nebenhandlungstrang ohne Sinn und Verstand hatte und "Rogue One" auf Story, Witz und Charaktere mit Eigenschaften gleich ganz verzichtete.

Mhmmm.



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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 01.06.2018, 17:33                                  +/-

Read this:

https://www.newyorker.com/culture/cultural-comme...tar-wars-universe


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 01.06.2018, 18:10                                  +/-

Das ist eine ganz hervorragende Kritik an Disneys Herangehensweise an sich, wobei ich allerdings das durchschimmernde Lob für Rogue One nicht verstehe, denn das war, von den ästhetischen Stärken mal abgesehen, einfach ein saudummer Film in jeder Hinsicht.

Zitat:
When the universalization of “Star Wars” is complete, it will no longer be a story but an aesthetic. We’ll be able to debate which actor played Han Solo best, just as we weigh the pros and cons of different James Bonds. We’ll keep up with the new movies not because we want to find out what happens—the plot, if one exists, will be an impenetrable trellis of intersecting arclets—but because we like their vibe, their look, and their general moral attitude.

Ich fürchte, das trifft den Nagel auf den Kopf. Ich habe mir das auch schon länger so gedacht, aber die Lektüre dieses Artikels stimmt mich doch wieder traurig.

*seufz*


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 01.06.2018, 19:36                                  +/-

Wobei das Lob für „Rogue One“ doch sehr, sehr limitiert ist. „Tragic“ und „memorable“, das heißt ja nicht viel.

Ich fand R1 nicht so gut. Weniger die Story und Charaktere für sich genommen, eher dass es so ein unausgegorener Kauderwelsch aus Tragik und Fan Service mit bekanntem Ausgang, Ablauf und Ende geworden ist. Ich denke lieber nicht daran, sonst rege ich mich wieder auf…



Speaking of which, ich habe ja an Ostern „The Last Jedi“ gesehen. Der war sowas von mediocre und forgettable, ich konnte mich nicht einmal aufraffen meinen Verriss zu schreiben… Geschockt


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BeitragVerfasst am: 01.06.2018, 20:23                                  +/-

Mich würde schon mal interessieren, ob sich meine Kritikpunkte mit Deinen in etwa decken.


Zur Erhohlung empfehle ich Dir Tomb Raider. Ist 1 echt nicer Film geworden vong Action her Smilie Smilie Smilie


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 10.06.2018, 23:41                                  +/-

Schau grad The Last Jedi auf Prime, für Geld!

Ist jetzt nicht hirnlähmend dumm, aber reißt mch auch nicht mit. Ich glaub, ich bin da rausgewachsen. Diese bedeutungsschwangere Erzählweise ist so vorhersehbar... man weiß immer, wann die Kavallerie kommt und die Situation in letzter Sekunde rettet. Und diese endlosen Showdowns, puh... eeeewig zieht sich das... und die Space Battles sind so unlogisch und wahrscheinlich auch physikalisch unmöglich, als würden Kinder im Sandkasten Krieg spielen. Muss für echte Militärs eine Qual sein, sich das anzuschauen. Irgendwie ist das halt Kinderfasching, Lichtschwerter und so. Muss man doch nicht bis in alle Ewigkeit ausmelken. Es gibt echte Kriege, die sind interessanter.

Aber das bezieht sich nicht speziell nur auf diesen Film. Dieser war mir etwas zu dark, so alles in allem. Zuviele Gemetzel, das fand ich schon bei Rogue One grenzwertig.Da wird ganz schön mit Menschenleben geaast. Hauptsache, die Darlings kommen durch. Naja, so richtig schlecht ist er aber auch nicht. Also nicht Hobbit-mäßig vergeigt. Die Schnitte fand ich in der ersten Hälfte nicht gut, zu abrupt und willkürlich. Wurde später besser. Aber auf jeden Fall zuviele Parallelhandlungen und Schauplätze. Immer muss alles noch abgefrühstückt werden. Bekam auch nie ein Zeit- und Raumgefühl. Daisy war mir nicht schnucklig genug. Die gefiel mir in The furz awakens irgendwie besser. Luke war super, so will ich auch mal enden. Aber ins Kino geh ich für das Franchise nicht mehr. Das sind so Sonntags-Couch-Filme.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 11.06.2018, 07:49                                  +/-

Ich hab für mich kurz das Essentielle aus deinem Verriss extrahiert.

Daisy war mir nicht schnucklig genug.


That settles ist. Den guck ich nicht.


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BeitragVerfasst am: 11.06.2018, 10:13                                  +/-

Tja, ist jetzt halt der düstere Mittelteil der Trilogie, wo die Helden zu sich selbst finden müssen und an der Krise reifen und bla... mir fehlte etwas die knuffige Mary-Sue-Ren aus Teil 1, die sich ständig über ihre neuentdeckten Fähigkeiten freut. Jetzt ist sie gar nicht mehr so toll und läuft dauernd mit ihrer Naivität gegen Wände und nix klappt und soviel zum Mary-Sue-Vorwurf. Der zweite Teil macht eh alles anders als der erste, komplett. Muss man aber gar nicht mal so gut finden. Ich mag diese moderne Düsterkeit in Mainstream-Kinderfilmen eh nicht. Alles immer so darky-dark.

Obwohl ich sagen würde, The last Jedi ist der bessere der beiden Filme, fand ich The force awakens unterhaltsamer. Dilemma. Richtig toll waren beide nicht. Aber ich erwarte mir auch nichts mehr vom Star-Wars-Franchise. Seit den Prequels ist da bei mir alles innerlich tot. Daher soll das auch gar kien Verriss sein, dafür fehlt mir das Herzblut.


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 11.06.2018, 15:32                                  +/-

Ich war gerade mal wieder ne Woche in Europa und hab mir den Film auf beiden Flügen nochmal gegeben. Ich bleibe auf jeden Fall bei meiner generell positiven Meinung. Nicht alles funktioniert, aber die Dinge, die gut sind, sind dafür so richtig gut. Die Thronraumszene ist jedes Mal wieder ein Highlight und die ganze letzte halbe Stunde sowieso Smilie


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BeitragVerfasst am: 11.06.2018, 17:01                                  +/-

Der Meinung, dass "Last Jedi" der bessere der beiden Filme ist, schließe ich mich nicht an. Dafür ist vor allem die Handlung viel zu schlecht konstruiert, will sagen: voller innerer Widersprüche, die selbst in einem zu 100 Prozent auf Blockbuster getrimmten Erzeugnis unangenehm auffallen. Das ist eine Kritik, die ich bislang erstaunlicherweise eher selten vernommen habe, weswegen ich auch auf Thanils Sicht der Dinge gespannt gewesen wäre. Er hat die alte Trilogie mal als "gut und gewissenhaft konstruiert" bezeichnet - und das war sie ja wirklich. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.


Good

Der Plot um Luke, Rey und Ben war insgesamt stark, insbesondere den "neuen" Luke fand ich überraschend und glaubwürdig. Sehr schlecht dargestellt war allerdings die Szene, in der er im Affekt seinen Schüler töten will; aber der Konflikt, der ihn dazu bringt, ist ja nachvollziehbar. Seine Einsicht, dass die Jedi bei zentralen Ereignissen auf ganzer Linie versagt haben, ist unbestreitbar: Palpatines Aufstieg. Vaders Ausbildung. Und dann hat Luke Obi Wans Fehler auch noch 1:1 kopiert. Das kann einen Menschen schon zermürben, was alle diejenigen im Hinterkopf behalten sollten, die durch grumpy Luke ihre Kindheit zerstört sehen. hähö

Mehr Rey hätte ich auch gerne gesehen. Ich nehme aber stark an, dass es im 3. Teil wieder mehr von ihr gibt, zumal das Geheimnis um ihre Herkunft immer noch nicht aufgelöst ist.

Bad

Ein Detail, welches mich in "Force Awakens" gestört hatte, war Lukes Karte, die anscheinend von ihm selber angefertigt wurde, obwohl er auf gar keinen Fall gefunden werden möchte. Die Existenz dieser Karte ergibt also keinen Sinn, ebensowenig, dass R2-D2 den entscheidenden Teil dazu plötzlich Deus-Ex-Machina-mäßig aus seinem nicht existenten Blechärmel zieht.

Nun gut, das ist ein Storydetail mit dessen Nichtauflösung ich leben kann.

Last Jedi setzt dafür gleich einen kompletten Handlungsstrang in den Sand.

Die Flotte der neuen Ordnung hat die Rebellenschiffe auf Sichtweite, kann aber nichts tun? Wieso denn nicht? Die Jäger müssen zurückgerufen werden, weil sie vom Mutterschiff nicht geschützt werden können? Hä?
Kylo kann mal eben kurz den Hangar des Kreuzers zu Schrott schießen, muss dann aber nach Hause? Warum? Die Rebellenschiffe fliegen direkt auf einen mysteriösen Planeten zu - den sehen die bösen Buben komischerweise nicht und ziehen keine Schlüsse daraus. Poe auch nicht. Weil ihm keiner irgendetwas sagt, bricht er eine Rebellion innerhalb der Rebellion vom Zaun. Das hätte Admiral Holdo kommen sehen müssen, wenn sie als Anführerin keine völlige Niete wäre. Stattdessen beantwortet sie seine Fragen entweder gar nicht oder kommt ihm mit Kalendersprüchen. What the heck?

Der zentrale Konflikt in dem Handlungsstrang beruht auf einem Missverständnis für dessen Existenz es keinen Grund gibt!

Ugly

Finn und Roses Suche nach dem Superhacker war die totale Nullnummer. Der Teil ist nur deshalb im Film, weil Finn irgendetwas tun musste. Da lohnt sich nicht mal mehr Detailkritik. hähö


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BeitragVerfasst am: 11.06.2018, 19:24                                  +/-

Die Raumschlachten waren schon sehr schwachsinnig. Hab mir danach erstmal den Wikipedia-Artikel zur Battle of Midway durchgelesen, wie sowas wirklich abläuft. Hätten die auch mal machen sollen.


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BeitragVerfasst am: 12.06.2018, 23:31                                  +/-

Um nochmal was Nettes zu sagen - die letzte halbe Stunde war optisch und dramaturgisch schon sehr gut. Hab ich nämlich erst gestern gesehen, weil ich am Sonntag zu müde war. Ich hatte mit so einem Wir-hauen-alles-kaputt-Showdown gerechnet wie in Teil I, aber er wurde dann doch eher ruhig und melancholisch erzählt, mit fantastischen Bildern. Eher wie in einem Italowestern. So wie auch die Thronraumszene natürlich stark an Filme wie "Hero" erinnert hat, mit der ästhetischen Durchstilisierung, oder an die Teehausszene in "Kill Bill". Kann man schon mal machen.

Gepostet am 12.06.2018, 23:37:

Ach ja, und die Wiedersehensszene von Finn und Rey war...



Hat mich an Szenen aus RotK erinnert, an die wenigen guten. Und wie vorher Finn aus dem Koma aufwacht und Poe schwallt ihn voll, was alles passiert ist und dass er wohl tausend Fragen haben muss, aber Finn hat nur eine, "Where is Rey?"


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 13.06.2018, 00:37                                  

Ich empfinde PKs Larifari-Kritik als viel zu milde. Wie oft hast du schon bei Filmen ähnlichen Kalibers gnadenlos die Keule geschwungen? Aber das beweist nur, dass es dir wirklich am Arsch vorbeigeht. Und es stimmt ja. Es gibt fast keinen Ansatzpunkt mehr, um sich ernstlich damit zu beschäftigen.

Star Wars ist in meinen Augen an einem Nullpunkt angekommen. Es existiert noch, aber die Magie ist weg und das Feuer ist aus. Vielleicht tankt auch deshalb „Solo“ gerade an den Kinokassen. Der Letzte Jedi hatte ja bereits überraschend unterperformt…

Es beginnt mit einer philosophischen Entkernung. Das originale Star Wars hatte eine Haltung: Gut gegen Böse. Weiße Ritter gegen Nazis in Space. In »A New Hope« war das überdeutlich. Später wurden dann meisterhaft einige Schattierungen und Grauzonen verstärkt, aber ohne den Kern der Erzählung zu verletzen.

»The Last Jedi« löst diesen Kern im Säurebad des Relativismus auf. Die Jedi sind jetzt plötzlich doof, und zur Balance der Macht gehört ja auch eine gesunde Portion des Bösen. Wie der Löwe, der ein Gnu reißt. Oder so.

What the fuck, man? Das ist nicht nur im Rahmen der »Star Wars Lore« Grütze. Viel gravierender als die Missachtung der Funktionsweise der Macht in der Originaltrilogie ist diese Haltung im Kontext unserer Realität.

Snoke, General Hux und Kylo sprengen sechs Planeten mit 20 Milliarden Menschen, aber das gehört ja jetzt zur Balance wie der Löwe, der das Gnu reißt. Deshalb findet Rey den Mörder ihres 48-Stunden-Ersatzvaters jetzt plötzlich ganz schnucklig, hat ja auch einen tollen Body und einen nicen Schmiss. Ja nee, is klar. Die Wahrheit liegt nicht immer irgendwo in der Mitte! Und Randbemerkung: Es wurde so oft der feministische Touch dank Hauptfigur Rey gelobt, aber was ist das für ein Pseudofeminismus? Die Frau, die den fehlgeleiteten Mann mit ihrer Liiiiiebe auf den Pfad der Tugend zurückleiten will. Klischee galore.

Wenigstens klappt das nicht, aber das ist ein weiterer Nerv-Aspekt des Films: der übermäßige Einsatz des dramaturgischen Showeffekts, eine Entwicklung anzudeuten und dann das Gegenteil zu vollziehen. Dieser »Gotcha«-Stil, vor allem auch im Umgang mit den – zugegebenermaßen recht ärmlichen – Story Hooks der Erwachten Farce, hat sich mit dem ersten Sehen des Films bereits verbraucht und ist nur oberflächlich klug und spannend.

Aber wo war ich? Ach ja, richtig: ethischer Relativismus. Es wird versucht mit Hilfe des Arguments der »Balance of the Force« zu begründen, weshalb es Kylo und überhaupt die Dunkle Seite gibt. Mal abgesehen von der grundsätzlichen Beschissenheit eines Weltbilds, in dem ständige Todesstern-Holocausts offenbar so unvermeidbar sind wie der Gnu-reißende Löwe: seit wann setzen wir wieder Natur und Kultur gleich? Der Mensch ist kein Löwe. Er hat die Wahl, ob er das Gnu reißen will oder nicht. Da er zu Mitleid in der Lage ist und der Löwe eher nicht, ist dem Löwen nichts vorzuwerfen. Er kann nicht rational entscheiden. Dort wo der Mensch das andere Lebewesen und seine Bedürfnisse bewusst missachtet, entsteht das Böse. In der Natur kommt es gar nicht vor.

Aber auch die Star Wars Lore wird hier grob verfälscht. George Lucas war nicht zuletzt von Tolkiens »Herr der Ringe« inspiriert. Ähnlich wie dort ist die Dunkle Seite der Macht eine unnatürliche Korruption. Die Macht ist nicht in Balance wenn »Light« und »Dark« im Gleichgewicht sind! Balance bedeutet stattdessen Harmonie. Wenn es keine Ausübung der dunklen Kunst der Sith und der anderen Dark Users gibt, dann ist die Macht in der Balance. Überlegt mal, anders ergibt es doch gar keinen Sinn! Anakin sollte in der Prophezeiung die Balance wiederherstellen. Die Prophezeiung würde aber doch aus Sicht der Jedi gar keinen Sinn ergeben wenn das bedeuten würde, dass die dunkle Seite immer stärker wird, bis sie der hellen das Wasser reichen kann. In den Prequels haben die Jedi bis kurz vor Schluss die Übermacht und die Sith müssen sich verstecken. Wäre die Balance das Gleichgewicht zwischen Light and Darkness, dann hätte kein Jedi Anakin hoffnungsvoll betrachtet und gefördert.

Die zentrale Philosophie von »The Last Jedi« ist also Murks, sowohl innerhalb der Filmwelt als auch wenn man sie einem kleinen Realitätscheck unterzieht. Das originale Star Wars hingegen war insofern fundiert als dass es gerade einmal dreißig Jahre nach der Nazi-Barbarei herauskam, in einer Zeit der moralischen und weltpolitischen Ungewissheit, kurz nach dem Vietnamkrieg, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse übel verschwammen. Man wollte und konnte sich aufgrund von George Lucas‘ Märchen noch einmal vergegenwärtigen, dass es trotz der moralischen Ungewissheiten von dreckigen Kriegen, Watergate und Ölkrise Gutes und Reines in der Welt gibt, das vor dem puren, unaussprechlichen Bösen gerettet werden kann. Wie damals, vor einer Generation, im Krieg gegen die Hitlerei.

Wie enttäuschend die Haltung von »The Last Jedi« im Zeitalter der Kopf-ab-Krieger, von Selbstmordattentätern, aber auch von neuem, ethnischem Nationalismus und identitärem Wahnsinn für mich ist, das kann man sich jetzt vielleicht denken. Hier wird ein Erbe zerstört, Rian Johnson und Jar Jar Abrams sind ein paar Nummern zu klein für die Fußstapfen des George Lucas der 70er Jahre.

Es gibt aber natürlich noch viel mehr, das mich wurmt. In meinen Ohren klingt noch einBaums (?) Schlagwort von der „Demokratisierung der Macht“. Und das ist ja ein wiederkehrender Punkt in vielen positiven Kritiken: endlich ist die Force nicht mehr durch Blutlinien monopolisiert, endlich kann jemand anders als ein Skywalker von Belang sein! (Abgesehen natürlich von sämtlichen Jedi der Vergangenheit, die allesamt nur aufgrund von Talent und vor allem hartem Training groß und bedeutsam wurden. Aber wer will kleinlich sein?) Aber das Argument ist nicht nur vordergründig eine Ente, sondern auch wenn man es herumdreht und näher hinschaut. Denn wo ist die Macht demokratisiert, wenn sie ja doch wieder nur von einigen wenigen verwendet werden kann? Oder warum können Finn, Phasma und Co keine blauen Blitze schießen? Das ist aber natürlich nur ein Nebenaspekt. Er zeigt aber recht deutlich, durch welch eine schiefe Brille der Film rezipiert wird. Die Demokratisierung der Macht – eine Luftnummer.

Jetzt bin ich ja bekanntlich kein Maskulinist, sondern ein großer Freund vieler feministischer Ideen. Doch die Charakterisierung der Geschlechter nimmt in vielen Hollywoodfilmen immer absurdere Formen und Dimensionen an. Gibt es in »The Last Jedi« überhaupt noch irgendeinen Mann der irgendwann einmal eine gute Idee hat und am Ende Recht behält? Und gibt es überhaupt irgendeine Frau, die irgendwann eine richtig beschissene Idee hat und am Ende nicht Recht behält? Ja, vielleicht, aber im Großen und Ganzen ist das Missverhältnis schon echt auffällig.

Poe ist ein aggressiver, aktionistischer Hitzkopf und versucht Admiral Holdo auszubooten – am Ende stellt sich heraus, Holdo hatte immer Recht, Poe war ein Idiot. Aber immerhin ein drolliger Idiot, der zwar mit seinen Befehlsverweigerungen den Tod von Hunderten von Rebellen sowie den Verlust eines großen Teils der Flotte direkt verursacht, aber Leia und Holdo prosten sich zu, er sei ja ein Supppppertyp. Auch an dieser Stelle passt nix zusammen.

Finn hat die große Ehre seine Charakterentwicklung aus dem ersten Teil komplett zu wiederholen. Vielleicht hat Kylo ja Finns Hirn beschädigt? Er beginnt als Feigling, der sich aus dem Staub machen will und muss erst von Rose lernen, was Liebe und Hingabe bedeuten. Allerdings muss sich Finn selbst dann nochmal irren, als er endlich heroisch bereit ist sein Leben für eine höhere Sache zu opfern. Er irrt und irrt und irrt, und Rose hat Recht und hat Recht und hat Recht. So ein Penis ist schon eine schwere Last.

Luke liegt ebenfalls mit allem komplett falsch, erzählt mir was ihr wollt. Seine Story ist einfach nur unschlüssig erzählt. Auf der Inhaltsebene erzählt er uns dauernd, dass die Jedi ja so falsch lagen und was sie gemacht haben totale Grütze gewesen ist. Aber auf der Ebene der Inszenierung ist die ganze Zeit über klar, dass wir uns in einem Redemption Arc befinden, in dem jemand vom richtigen Weg abgekommen ist und am Ende wieder zum Guten bekehrt werden muss. Luke macht dann ja auch das jedigst denkbare, indem er sich für eine größere Sache im Kampf gegen die dunkle Seite der Macht aufopfert. Grauzonen my ass, das war entgegen vieler Dialoge wieder ganz klare Schwarz-Weiß und Gut-Böse-Charakterisierung. Offenbar kann man am Ende dann doch nicht auf die etablierten Starwars-Posen verzichten, obwohl man zeitweise programmatisch in die andere Richtung rudern wollte. Und Rey rettet natürlich die angeblich so überflüssigen und falschen altertümlichen Jedi-Texte, die Yoda angeblich verbrennen wollte. Auch hier also wieder: Mann total im Unrecht, Frau rettet den Tag.

Mein nächster Punkt auf der Liste wären die gemischten Botschaften. Der Film ist voll davon, und es nervt. Es ist so sinnlos. Im einen Moment nimmt der Film die Haltung an, es sei großartig und ehrenhaft, sein Leben für die gute Sache zu opfern. Denn genau das macht Roses Schwester ganz am Anfang im Film. Ihr Opfer wird absolut heroisch inszeniert, wie eine Szene aus „Pearl Harbor“. Und es ist kein winziger Deut an Kritik daran zu erkennen. Die Inszenierung stellt das an dieser Stelle überhaupt nicht in Frage. Heroische Aufopferung ist also klasse – es sei denn sie ist es nicht. Denn am Ende stellt die Inszenierung im Fall von Finns Selbstmordangriff das absolute und totale Gegenteil dar. Dabei hätte damit der Angriff des First Order gestoppt werden können, das war ja gerade der Punkt. Aber nun ist Selbstaufopferung schlecht! Denn wir töten nicht, was wir hassen, wir beschützen was wir lieben. Es sei denn man sitzt in einem Bomber, der seine Ladung in Schwerelosigkeit auf dem Dach eines Raumschiffs abladen soll. Oder so ähnlich. Worum geht‘s nochmal? Egal, Explosionen! Achso, und eine Szene später ist das heroische Opfer im Falle von Luke dann auch direkt wieder okay. Der Film wirft in atemberaubendem Tempo seine Micro-Moralismen wieder über Bord. Interessiert aber eh keinen.

Das waren nur einige Beispiele, aber der Film ist ja voller Mixed Messages.

Und so weiter, und so fort. Ich bin nicht einmal bis zu den echten Nitpicks gekommen. Das war ja bis hierher einigermaßen relevant, wegen der realweltlichen (Nicht-)Anwendbarkeit des Films. Dass Rian Johnson beispielsweise mit dem Flottenexplodiermanöver den Sternenkrieg insgesamt für obsolet erklärt hat, steht dann nochmal auf einem anderen Blatt.

Was bleibt? Disney-Starwars ist nichts weiter als ein entkernter visueller Stil. Außer dem Look ist nichts übrig. Auch als Nicht-Starwarsfilm macht es aber keinen Spaß, weil alles so beliebig, sinnfrei, widersprüchlich und unspannend ist. Deshalb ist Star Wars für mich tot. Und es lebt zugleich für immer, in Form von genau drei Filmen, die trotz kleinerer Unvollkommenheiten als Einheit beinahe perfekt sind.

Star Wars
The Empire Strikes Back
Return of the Jedi

Sonst nix.


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Zuletzt bearbeitet von Thanil am 13.06.2018, 06:47, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Olmops



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BeitragVerfasst am: 13.06.2018, 02:19                                  +/-

Sehr geil. Spitze
Leider ist viel von der Kritik einfach dem Zeitgeist geschuldet. Wir kriegen die Siebziger nicht zurück...
Sinnzusammenhänge dauern immer nur 5 Minuten oder 255 Zeichen. Frauen sind empowered. Und alles ist relativ.
(und ich beömmel mich jedes Mal, wie etwas, das Dich nicht mehr berührt, dauernd solche Textexplosionen verursacht hähö )


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Erinti



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BeitragVerfasst am: 13.06.2018, 08:11                                  +/-

@ Thanil
Du hast Phasma vergessen, die wiegt alles wieder auf
Und what, Rey hatte doch offensichtlich nichts gegenüber Kylo ernst gemeint. hähö


Zitat:
Weil ihm keiner irgendetwas sagt, bricht er eine Rebellion innerhalb der Rebellion vom Zaun. Das hätte Admiral Holdo kommen sehen müssen, wenn sie als Anführerin keine völlige Niete wäre.

Was ist denn normalerweise die richtige Haltung, wenn irgend so ein dahergelaufener Soldat einen Admiral in Frage stellt?
Und wieso ist anscheinend die nachvollziehbare Reaktion, sofort eine Rebellion anzuzetteln und nicht einfach den eigenne Job korrekt zu machen? Und wieso wird das dann dem Befehlshaber angelastet und nicht dem völllig seinen Platz und so weiter verlierenden mickrigen Fußsoldat?
Nur weil Poe einer der Hauptprotagonisten ist, heißt es nicht, dass er innerhalb der Story der tonangebende Hecht in der Suppe ist und einen Funken Recht auf weiterführende Informationen hat.

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Olmops



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BeitragVerfasst am: 13.06.2018, 15:35                                  +/-

Wie auch immer...
Ich hoffe jedenfalls, dass das Imperium bzw sein aktueller Rechtsnachfolger die Zeit bis zum nächsten Film gut nutzt und einen Schutzschild o.ä. gegen suizidales Durchwarpen von Sternzerstörern entwickelt. Die Kämpfe sollen ja spannend bleiben! (bei den AT-ATs haben die ja auch nachgerüstet)


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einBaum



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BeitragVerfasst am: 14.06.2018, 10:58                                  +/-

Thanil
In meinen Ohren klingt noch einBaums (?) Schlagwort von der „Demokratisierung der Macht“.


Ich würde ja gerne darauf antworten, aber was weiß ich denn, was ich vor einem halben Jahr gefaselt habe? Kann mich auch nur noch vage an den Film erinnern.

Zumindest meine ich, mindestens die Hälfte deiner angesprochenen Punkte ganz anders wahrgenommen zu haben. Rey findet Kylo schnucklig und will ihn retten, ws? Das funktioniert anders herum mindestens genauso gut. Ich würde sogar argumentieren, dass unser Emo sich viel stärker verguckt hat als unsere Kung-Fu-Nudel, mit seinen ständig feucht glänzenden Glubscherchen.

Ich finde darüber hinaus eine Modernisierung des Franchises nicht nur angebracht, sondern sogar notwendig. Schwarz gegen Weiß, Gut gegen Böse, das funktioniert heute einfach nicht mehr (außer vielleicht in Trumps Amerika). Eine schlichte, naive Fortsetzung der alten Ideen hätte nun wieder ich ziemlich dämlich gefunden.

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Bard
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BeitragVerfasst am: 14.06.2018, 12:57                                  +/-

einBaum


Ich finde darüber hinaus eine Modernisierung des Franchises nicht nur angebracht, sondern sogar notwendig. Schwarz gegen Weiß, Gut gegen Böse, das funktioniert heute einfach nicht mehr (außer vielleicht in Trumps Amerika). Eine schlichte, naive Fortsetzung der alten Ideen hätte nun wieder ich ziemlich dämlich gefunden.


Ja, ich wüsste zumindest nicht, warum man grundsätzlich nur an einer althergebrachten narrativen "Star-Wars-Formel" festhalten müsste, die sich einmal etabliert hat und die gewissermaßen die kulturgeschichtliche Daseinsberechtigung des ganzen Franchises darstellt, an der niemals nicht gerüttelt werden darf, komme was da wolle. Das klingt mir doch sehr orthodox.

Eine andere Frage wäre natürlich, ob es auch eine gelungene Modernisierung ist. Da kann man sich dann sicher streiten (mal ganz abgesehen von den übrigen Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten in Plot und Figurenzeichnung, die Thanil ja auch angeführt hat).


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Bard
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BeitragVerfasst am: 14.06.2018, 15:23                                  +/-

Der Kernpart von Thanils Kritik ist ja allerdings weniger der komparative Vergleich mit der Orginaltrilogie (auch wenn ich einfach mal frech vermute, dass das auf emotionalen Schiene der schwerwiegendste Punkt ist, der ihm den Film verhagelt hat) sondern der angebliche oder tatsächliche ethische Relativismus im Hinblick auf das Konzept der "Balance of the Force" und auch dem Bruch mit deren innerweltlichen Bedeutung in den bisherigen Filmen.

Das ist tatsächlich ein interessanter Ansatzpunkt. Ich habe den Film länger nicht gesehen (seitdem er halt im Kino lief) , habe das damals allerdings nicht so wahrgenommen wie Thanil. Möglicherweise haben andere Eindrücke die Reflexion darüber verdrängt oder ich habs schlicht nicht wirklich in seiner Tragweite erfasst, aber mein Eindruck war nach dem Film nicht, dass die "Balance der Macht" bedeutet, dass das "Gute" (die helle Seite) und das "Böse" (die dunkle Seite) als Idealzustand gleich stark vorherrschend sein müssten und so gewissermaßen die Existenz und die verwerflichen Taten von Sith, Imperium, First Order und wie sie alle heißen legitimiert werden.

Dazu müsste ich mir den Streifen nochmal anschauen, mir ein paar Gedanken dazu machen und vielleicht auch ein paar weiterführende Kritiken oder Ansatzpunkte zu Gemüte führen, die diesen Aspekt aufgreifen. Werde ich beizeiten wohl auch mal machen. Von daher hier erstmal ein Brake, falls der geneigte Leser eine umfassende Antwort oder ggf. Gegenkritik erwarten sollte. Die kommt aber irgendwann noch.

PS, trotzdem in diesem Zusammenhang auf innerweltlicher Ebene, was Lukes Haltung bezüglich der Jedi betrifft: Vielleicht bedingen ja auch nur "Jedi" und "Sith" (oder wer immer die Konterparts sind, die Sith scheinen aktuell ja zerschlagen und die Jedi bis auf Luke und einige umherirrende Geister auch) einander, nicht aber unbedingt die beiden Seiten der Macht, die von diesen Orden für sich genutzt werden. Sofern dies eine Ying-und Yang-mäßige Grundbedingung für den Status dieser fiktiven Welt wäre, könnte man ja nichts dagegen machen. Man kann die Sith noch so häufig vernichten, das Kroppzeug kommt aus metaphysischen Gründen halt immer wieder, da die Balance der Macht immer wieder ins Gleichgewicht schwappt, aus dem Gleichgewicht schwappt, ins Gleichgewicht schwappt usw.

Bislang läuft die Geschichte des Star-Wars-Universums dabei ja durchaus in Zirkeln und zwar seit Jahrtausenden: Mal haben die Jedi die Oberhand, mal die Sith, dann wieder die Jedi usw. und der Rest der Galaxie (insbesondere diejenigen, die die Macht nicht nutzen können) kann nur hilflos zugucken, wie sich diese bekloppten Shaolin-Mönche über Äonen gegenseitig vermöbeln. What has happened before, will happen again. Eigentlich müsste Anakin, sofern er denn wirklich der Auserwählte laut Prophezeiung war, diesem Kreislauf ein Ende gesetzt haben mit der Vernichtung von Imperator Palpatine. Nach Thanils Lesart der "Balance of the Force" der alten Filme müsste er damit ja die Machtbalance wieder hergestellt haben. Feuerwerk, tanzende Ewoks, Glückseligkeit. Finally!

Aber da die Sequel-Trilogie ja schlecht ohne Antagonisten auskommen kann, scheint das nicht wirklich vorgehalten zu haben bzw. nie vollends, denn es hat ja auch nach der Schlacht um Endor durchgehend militärische Auseinandersetzungen mit den Überbleibseln des Imperiums gegeben. Und es gibt offenbar immer noch Wesen, die die dunkle Seite aktiv und mit schwerwiegenden Folgen für sich nutzen, ob nun Sith oder nicht (siehe Snoke, wer immer er nun war, und schließlich Kylo und die Knights of Ren).

Nix mit Balance, alles mehr oder weniger fürn Arsch und die "Bösen" (First Order) wieder kurz vor der allgemeinen Machtergreifung. Schon wieder die gleiche Scheiße wie damals schon vor ein paar Jahrtausenden oder so. War die Prophezeiung also falsch oder wurde sie missverstanden, wie das halt so ist mit diesen lästigen Prophezeiungen? Die Möglichkeit ist in der Prequel-Trilogie von Yoda glaube ich zumindest mal angedeutet worden. Zumindest läuft es mal wieder so: Luke versucht eine neue Generation von Jedis zu erschaffen, prompt wird einer von der dunklen Seite der Macht verführt, vernichtet die meisten Jedi und ist aktuell nach Snokes Ableben der Obermacker auf dem Weg zum nächsten Imperatorenthron. Es geht schon wieder los... Also, Luke und Konsorten, brecht den Zirkel und verhindert irgendwie die nächste SW-Trilogie (allerdings nicht unbedingt, in dem ihr euch auf einen einsamen Felsen zurückzieht und alles ignoriert, was so an Elend in der Galaxis passiert, was Luke dann ja auch einsieht etc. blabla)! Vielleicht hat die Macht ja auch keinen Bock mehr, für Machtspiele von Typen in Roben genutzt zu werden.


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Zuletzt bearbeitet von Bard am 15.06.2018, 10:57, insgesamt einmal bearbeitet
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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 14.06.2018, 22:34                                  +/-

Erinti
Zitat:
Weil ihm keiner irgendetwas sagt, bricht er eine Rebellion innerhalb der Rebellion vom Zaun. Das hätte Admiral Holdo kommen sehen müssen, wenn sie als Anführerin keine völlige Niete wäre.

Was ist denn normalerweise die richtige Haltung, wenn irgend so ein dahergelaufener Soldat einen Admiral in Frage stellt?
Und wieso ist anscheinend die nachvollziehbare Reaktion, sofort eine Rebellion anzuzetteln und nicht einfach den eigenne Job korrekt zu machen? Und wieso wird das dann dem Befehlshaber angelastet und nicht dem völllig seinen Platz und so weiter verlierenden mickrigen Fußsoldat?
Nur weil Poe einer der Hauptprotagonisten ist, heißt es nicht, dass er innerhalb der Story der tonangebende Hecht in der Suppe ist und einen Funken Recht auf weiterführende Informationen hat.

Ganz losgelöst vom Plot kann man sein Tun allerdings ebenfalls nicht bewerten.

Als Ranghöhere trägt Holdo eigentlich automatisch Mitverantwortung für die Handlungen ihrer Untergebenen. Gleichzeitig ist der "mickrige Fußsoldat" Poe auch nicht irgendwer im ohnehin recht kleinen Widerstand, nachdem er die Starkiller-Basis zerstört und etliche Male sein Leben für die Rebellion riskiert hat. Das sollte man vielleicht in die Betrachtung miteinbeziehen, bevor man ihn ausschließlich als tumben Befehlsempfänger charakterisiert.

Vor allem aber vermittelt Holdo auch sonst niemandem (einschließlich der Zuschauer), dass sie im Besitz einer Strategie ist, weshalb das Ganze nach schlecht fabriziertem Drama riecht. Sie kommuniziert generell nichts anderes als "stay the course", womit sie in der gegebenen Situation eine Meuterei geradezu provoziert.

Holdos Misstrauen gegenüber Poe nach dessen Alleingang und seiner Degradierung ist allerdings verständlich. Daraus hätte man schon was machen können, der Film entwickelt das aber nicht glaubwürdig. Später meint sie noch an Leia gerichtet "I like him", und dann begrinsen sich die beiden über den kleinen Rabauken Poe, als sei das mit der Meuterei doch alles gar nicht so wild gewesen, nur ein großer Spaß.

Mal ehrlich, so verhalten sich doch nicht echte Menschen in vergleichbaren Situationen? Das ist doch nicht gut geschrieben?


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