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Dummer FETTER Hobbit



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BeitragVerfasst am: 03.04.2018, 17:48                                  +/-

hähö

geschrieben hat das wohl auch der Praktikant:
Auch durch die vorsichtig gesagt, gemischten Erfahrungen mit der Neuansiedelung des Wolfes in einigen Teilen Deutschlands hält ihn vom seinem Vorhaben nicht ab:


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Der einfachste Weg führt aufs Abstellgleis.
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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 03.04.2018, 18:20                                  +/-

Oxford
Oh Gott... bin ich jetzt echt schon so ein alternder Vollhorst, der auf Fake-Artikel reinfällt?.....
edit: aber verdammichnocheins... der Artikel ist gut gemacht. Finde ich. Logisch. Bin ja auch drauf reingefallen.


Da hätte man es merken können:

Auf der Liste ist auch der Waschbär zu finden, der im 20. Jahrhundert nach Deutschland kam. "Die Tiere brechen in Dachböden und Gartenhäuser ein, wühlen im Müll, töten sogar deutsche Haustiere - aber gegen einen deutschen Braunbären hätten sie keine Chance", glaubt Seehofer.


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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 03.04.2018, 18:24                                  +/-

Ich hab das tatsächlich gelesen bzw. registriert, aber als "Ach ja, der Horst..." abgetan. Mit anderen Worten: ich hab ihm diese Aussage geglaubt, weil ich ihn für einen Trottel halte, der sowas tatsächlich sagen würde.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Athene



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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 09:36                                  +/-

Ich bin aber auch voll drauf reingefallen hähö
Dachte mir beim Lesen nur, dass der Seehofer aber auch immer kauziger wird. Aber hey, der spielt auch im Keller mit einer Playmobil-Merkel


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Eternity is a terrible thought. I mean, where's it going to end?
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 11:37                                  +/-

Ich hab mir seit Jahren angewöhnt am 1. April sämtliche News- und Infoseiten zu meiden. Es geht mir auf den Sack!


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„Scientists told them, it was a really bad idea. They didn‘t listen.“ – „That‘s going to be carved on humanity‘s gravestone.“
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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 11:43                                  +/-

Ich lese mich ja gerade durch die Debatte über die journalistischen Methoden der ZEIT im Fall "Dieter Wedel".

Da hat ja der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer auf meedia Ende Januar einen Kommentar veröffentlicht, der enorme Reaktionen ausgelöst hat. Unter anderem hat die Zeit (deren Kolumnist Fischer ja war) die Zusammenarbeit mit ihm beendet. Fischer hat dann nochmal nachgelegt.

Im Deutschlandfunk hat jetzt die Journalistin Silke Burmester Fischer scharf angegriffen. Fischer hat vor wenigen Tagen darauf geantwortet.

Das sind alles sehr lesenswerte Artikel und sie geben durchaus Einblick, wie die Medienwelt heutzutage so funktioniert. In seinem Schreib- und Argumentationsstil erinnert mich Fischer immer ein wenig an den User Tolkien. Vielleicht lese ich es auch deshalb so gern. Auch optisch sind die beiden nicht sooo weit voneinander entfernt hähö

Also, wer mal Zeit und Muße hat, dem sei diese meta-mediale Diskussion empfohlen.

Gepostet am 04.04.2018, 11:52:

Thanil
Ich hab mir seit Jahren angewöhnt am 1. April sämtliche News- und Infoseiten zu meiden. Es geht mir auf den Sack!


Ich hab den Artikel ja erst gestern, am 3. April, bei tagesschau.de entdeckt und gelesen. Deswegen kam ich überhaupt nicht auf die Idee, dass es sich um einen Aprilscherz handeln könnte.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 13:48                                  +/-

Ich hab das nicht richtig verfolgt, hab aber gelacht, als der Fettwanst sich beschwert hat, dass ihm die ZEIT auch gleich noch sein kostenloses Abo gesperrt hat hähö Das ist irgendwie cool von der ZEIT, so tabula rasa. Ein bisschen gehässig auch. Da gibt es sicher viel Schlammcatchen hinter den Kulissen.

Ich teile aber voll und ganz die Ansicht in Burmesters Artikel, dass Fischer bald bei der Pegida mitmarschiert. Das Schöne ist, das werden wir ja sehen. Wiedervorlage in einem Jahr. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, gekränkte alte weiße Männer wandern ja immer zum rechten Rand ab. Siehe Schurkenforum.


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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 14:04                                  +/-

Nichtraucher

Ich teile aber voll und ganz die Ansicht in Burmesters Artikel, dass Fischer bald bei der Pegida mitmarschiert.


Wie kommst du darauf? Dafür spricht nichts, aber auch gar nichts. Fischer ist doch total integer. Der ist halt ein Vollzeitjurist, auch im Kopf. Dass Burmester die Schublade "alternder weißer Mann" aufgemacht und Fischer reingestopft hat, ist der einzige "Hinweis" darauf, der irgendwas mit Pegida zu tun haben könnte. Und der stammt nicht von ihm.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 14:07                                  +/-

Wir reden da in 12 Monaten nochmal drüber.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 14:14                                  +/-

Mit kalter Juristenlogik die Opfer-Testimonials auseinandernehmen und der Zeit gefühlsduselndes Boulevard-Niveau unterstellen uiuiuiui. Ich denke Fischer kann einfach nicht glauben erwachsene Menschen könnten sich so von Wedel erniedrigen haben lassen, und niemand sagt was. Da wird was aufgebauscht. Andererseits: da ist er selbst etwas naiv, bei Harvey Weinstein war es ja genau so.

Uff, bei seinem "Sternchen" Gedöhns hat er mich dann aber verloren und ich habe angefangen quer zu lesen. Da hätte es einen Editor gebraucht, vielleicht auch jemanden der ihm hätte sagen sollen, dass so flamewar-rantig es auch ist in den Wald zu rufen, stöckelnde Medienfrauen seien selbst die größten Slut-Shamer, es vielleicht gewaltig zurückschellen wird.

Gepostet am 04.04.2018, 14:17:

Oxford
Dass Burmester die Schublade "alternder weißer Mann" aufgemacht und Fischer reingestopft hat


Immer dieses amerikanische Rassenhassdingens. Silke Burmester schreibt nirgendwo "weiß". Alt und männlich reicht zum Abqualifizieren. Dass Fischer da verschnuppt reagiert kann ich aber nachvollziehen.


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Zuletzt bearbeitet von Tyler Durden am 04.04.2018, 14:18, insgesamt einmal bearbeitet
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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 14:17                                  +/-

Tyler Durden
Ich denke Fischer kann einfach nicht glauben erwachsene Menschen könnten sich so von Wedel erniedrigen haben lassen, und niemand sagt was. Da wird was aufgebauscht. Andererseits: da ist er selbst etwas naiv, bei Harvey Weinstein war es ja genau so.


Er sagt doch überhaupt nicht, ob er glaubt, dass Wedel schuldig oder unschuldig ist. Darum geht es ja auch gar nicht. Bitte nicht die Ebenen verwechseln.

Was die "Sternchen"-Geschichte angeht, geb ich dir aber Recht.


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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 04.04.2018, 17:15                                  +/-

Danke für die Links.
Fand es sehr interessant.
Kann Fischer nur beipflichten...

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 07.04.2018, 08:20                                  

Ich lese die ZEIT regelmäßig und habe auch alle Wedel-Artikel gelesen.
Man kann sicher trefflich darüber streiten, ob die Fakten, die die ZEIT dort als solche präsentiert, in erster Instanz denn nicht bei der Polizei besser aufgehoben gewesen wäre. Dagegen spricht, dass viele Fälle bereits verjährt sind und somit nicht mehr strafrechtlich relevant.
Außerdem hat die Redaktion in vielen Fällen ganze Arbeit geleistet und nicht nur die Erzählungen von Zeugen und Opfern präsentiert, sondern darüber hinaus noch zig Akten gewälzt.
Die Vorfälle sind nicht nur durch die Aussagen der Opfer, sondern auch durch die der anwesenden Zeugen am Set dokumentiert, darüber hinaus auch und ganz insbesondere durch Akten der Sender und durch ärztliche Untersuchungsunterlagen.

Hat man den Watergate-Journalisten vorgeworfen, sie würden jemand öffentlich vorverurteilen? Oder dem Autoren-Kollektiv, dass den Paradise-Papers-Skandal offengelegt hat?
Nein. Natürlich nicht.
Man nennt das nämlich INVESTIGATIVEN JOURNALISMUS.
Warum sollte es das im Fall Wedel auf einmal nicht sein?

Fischer lässt völlig außen vor, worum es in der Sache Wedel tatsächlich geht - und darin hat die ZEIT ja dann auch noch völlig richtiger- und sachlicherweise nachgelegt: Es geht um Macht und Machtmissbrauch.
Wedel ist - oder war - jemand mit immenser Macht. Diese Macht wurde ihm vor allem durch die Sender selbst zugeschrieben: Es gab keine Kontrollmechanismen. Und man hat es bei Wedel eben nicht mit Fällen zu tun, wo die Frauen damals nichts gesagt und jahrzehntelang geschwiegen hätten (was übrigens in solchen Fällen absolut nachvollziehbar ist): Es gab ganze Sets, es gab Menschen, denen sie sich unmittelbar danach anvertraut haben, es gab welche, die ihre Anwälte eingeschaltet haben, die beim Arzt waren, es gibt eindeutige Aktenvermerke, etcetc.
Die ZEIT führt hier eindeutig bewiesene Fälle auf, tut also genau das, was die Journalistin in dem RBB-Interview auch sagt; Sie gingen an die Öffentlichkeit, weil die Faktenlage erdrückend war. Niemand, der diese Artikel liest, kann an deren Wahrheitsgehalt zweifeln. Fischer möchte halt so gerne.
Und deswegen kommt er auf dieses spekulative "Sternchen"-Getue.
Und das ist für mich ein ziemlicher Skandal, denn damit macht er eine ziemlich widerliche Schublade auf:
Er sperrt die Opfer von damals in die Schmuddel-Ecke.
Wir haben es aber nicht mit halb-pornösen Darstellerinnen zu tun, sondern mit ausgebildeten Berufsschauspielerinnen, die vor der Kamera lediglich ihren Job machen, für den sie brennen und mit dem sie ihren Unterhalt verdienen. (Ganz davon abgesehen, dass einige der Schauspielerinnen damals eben nicht No-name-Sternchen waren, sondern bereits geachtete Namen der Filmwelt, hier lügt Fischer einfach an den Fakten vorbei.)

Die Sache des Schauspielers ist eine extrem ambivalente Angelegenheit. Woraus besteht sein Kapital?
Aus seinem Körper, aus seiner Stimme, aus seiner Psyche und seiner Gefühlswelt. Schauspieler brauchen sich nicht erst nackig zu machen, es ist ohnehin ihr Beruf. Schauspieler sind einem Regisseur extrem ausgeliefert. Vor allem gibt es für die Berufsbezeichnungen "Schauspieler" und "Regisseur" nach wie vor keinen Rechtsschutz: Jeder, der sich vor eine Kamera stellt, darf sich eben mal als "Schauspieler" bezeichnen, egal ob mit, ob ohne Ausbildung, und jeder darf sich "Regisseur" nennen - und erlangt damit die Macht über die Schauspieler, auch hier egal, ob mit, ob ohne Zertifikat auf irgendeinem Zeugnis.

Genau wie bei allen Fällen von Missbrauch wird dann auch hier wieder von den Blöden und Unwissenden geschrien: "Warum prostituieren sich die denn auch? Warum machen die das denn? Die sind ja selber schuld!" Zu einem winzigen Teil kann man dem natürlich Recht geben und sagen, sie hätten in der Tat ja die Chance gehabt, nach den ersten Beleidigungen durch einen Wedel das Ganze hinzuschmeißen. (Einige der Opfer übrigens nicht - die hat Wedel in einem Auto oder in einem Hotelzimmer missbraucht, weil er als Mann schlicht der Stärkere war.)
Aber dieses "einfach hinschmeißen!", das man hier von den Opfern so im denkerischen Schnellschuss verlangt, ist genau der Punkt - weil es um Machtmissbrauch geht:
Wedel hat einigen Frauen gesagt: "Ich mach Dich so fertig, dass Du hinterher in diesem Land keine einzige Rolle mehr kriegst." Nicht, dass er das überhaupt hätte sagen müssen - jeder wusste damals, dass er das tun würde, wenn man sich nicht fügt. Die ZEIT hat einen ganzen BILD-Artikel mit an Bord, in dem Wedel über von ihm ungeliebten Actricen herzieht und ihnen Unfähigkeit, Zickerei und so weiter bescheinigt. Der Mächtige konnte aus seiner Position heraus sogar noch öffentlich über seine ehemaligen Opfer herziehen. (Wenn Fischer sich schon über das Medien-System echauffiert - warum nicht speziell darüber?...)

Wenn man Schauspielerinnen verstehen will (für Schauspieler gilt natürlich genau das Gleiche), dann müssen einem zwei Dinge über diese Spezies klar sein:
1.) Sie leben davon. Es ist existenziell. Es ist ihr Beruf. Was würde jeder von Euch sagen, dem damit gedroht wird, er/sie könnte seinen Beruf, für den er viele Jahre teurer und psychisch wie physisch extremer Ausbildung geopfert und für den er/sie alles auf eine Karte gesetzt hat, nie wieder ausüben? Ist überhaupt klar, was das bedeutet?
2.) Schauspielersein ist eine Leidenschaft, ein Feuer, dem diese Spezies so ziemlich alles unterordnet. Sie geben alles für diesen Beruf, weil sie ihn unbedingt wollen. "Die wollen doch nur spielen." Richtig. Man muss aber die Betonung richtig setzen: "Sie wollen doch NUR spielen!" Natürlich gibt es auch den Schauspieler, der alles für den Applaus tut, der das Exhibitionistische dieses Berufes will. ABer es gibt genügend andere, die das gar nicht in den Vordergrund gestellt sehen wollen: Ihnen geht es um das Spielen selbst, um die Selbsterfahrung, um das Fahren in andere Rollen. Es ist - so oder so - ein Extremberuf - bei dem einem andere zuschauen. Und in diesem Zuschauen besteht die Möglichkeit des Machtmissbrauchs: Wenn Dir keiner dabei zusieht, wenn Du es zuhause und allein vorm Spiegel machst, ist es kein Schauspiel, dann ist es privates Spiel.
Der Schauspieler muss sein Spiel in der Öffentlichkeit zeigen.
Indem Wedel damit droht, sie ihm zu nehmen, zieht er dem Schauspieler den gesamten Boden unter den Füßen weg. Alles, wofür dieser Mensch brennt, alles, woran er glaubt und alles, was er dafür braucht, hängt dann an einem Vollarschloch wie Wedel.
Und Regisseure wie Wedel sind es, die das Gegenteil von "professionell" sind: Sie nehmen die Offenheit, die Durchlässigkeit, die Nacktheit des Schauspielers und beanspruchen sie für sich: Dieser Körper der Schauspielerin, der sich völlig durchlässig und öffentlich macht für seine Rolle, wird von ihm als verfügbares Stück Fleisch genommen, die Psyche des Schauspielers, mit der er sich öffnet, will er als ihm ganz gehörig haben. Es gibt genügend Aussagen darüber, dass Wedel Sätze wie "Man muss einen Schauspieler erst brechen" immer wieder hat fallen lassen.

Wedel ist bestimmt nicht der einzige Film- oder Theaterregisseur, der diese Schranken zwischen Beruf und Intimsphäre aus Machtgeilheit niedergerissen hat. Wedel ist als Fall deshalb so interessant, weil ihm diese immense Macht zugestanden wurde. Bereits im ersten Artikel der ZEIT geht es ja nicht nur um Wedel: Es geht um die Sender und deren völlig klar vor dem Leser liegendes Unter-den-Teppich-Kehren von Wedels Missbrauchs-Fällen (die bereits damals, das möchte ich nochmal klarstellen, dokumentiert waren!) - es geht um das System, in dem ein solcher Missbrauch stattfinden konnte.
Hätte sich das gesamte Set gegen Wedel gestellt in dem Moment, in dem er eine Schauspielerin vor den Augen aller gedemütigt hat, dann, ja, aber auch nur dann hätte ein Wehren gegen Wedel eine Chance gehabt. Wie wahrscheinlich ist so ein Vorgehen? Nicht nur hier, überall, ganz generell? Welche Mechanismen greifen da? Wie ginge es einem selber?
Nicht, dass ich mir nicht auch wünschen würde, die am Dreh Beteiligten hätten so etwas getan! Nicht, dass es nicht verurteilenswert ist, dass sie nichts getan haben, da stimme ich Fischer ein Stückweit zu. Aber DASS sie nichts getan haben, ist menschlich nachvollziehbar und wer darüber leichtfertig zu Gericht sitzt, ist ein selbstgerechter Zyniker.

Gurthang, worin nochmal kannst Du "Fischer nur beipflichten"? Vielleicht magst Du die ZEIT-Artikel erst einmal lesen und dann nochmal dezidiert beschreiben, worin Du ihm da beipflichten möchtest.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 07.04.2018, 10:00                                  +/-

Alt und männlich reicht zum Abqualifizieren. Dass Fischer da verschnuppt reagiert kann ich aber nachvollziehen.


Naja, einerseits macht es den Artikel tatsächlich in seiner Aussagekraft schwächer: Zuerst schreibt Burmeister sehr sachlich und zeigt auf, wo es in Fischers Artikel tatsächlich krankt. Hätte sie nur das geschrieben, hätte Fischer nicht nur keinen Grund gehabt, verschnupft zu reagieren, er hätte sich auch auf diese Argumentation Burmeisters beziehen müssen - und dabei hätte er ziemlich alt ausgesehen (vermute ich mal).
Hat sie aber nunmal nicht - sie wurde dann verallgemeinernd und das ist immer der argumentative Tod.
Andererseits kann man diese Verallgemeinerung tatsächlich feststellen.
Bei einem Kioskbesuch am Münchner Marienplatz kam ich neulich nicht nur in den wiederholten Genuss, unzählige Ausgaben der Compact dort prominent ausgestellt zu sehen - inklusive zweier (!) neuer Ableger, inklusive der COMPACT-Pirincci (!) ), sondern wurde auch dieser neuen (?) Zeitschrift ansichtig:



Cato ist die Zeitschrift für die konservativen Intellektuellen. Man fühlt sich ja als konservativer Intellektueller dermaßen unbehaust, dass man gleich eine eigene Zeitschrift braucht. Und da schreiben sie dann alle, aber nicht nur Mosebach und Co - nein, da muss ein Safranski (!) auch gleich schreiben! Überrascht
Worum gehts? In der aktuellen Ausgabe geblättert: Natürlich um die Flüchtlinge. Und, ohne Scheiß: Um die "Überfremdung", etc... Man ist sich nicht mal zu schade, um diese verbrauchten Schlagworte für sich selbst in Anspruch zu nehmen.
Wo inzwischen die Grenze zwischen "Konservativ" und "Rechts" liegt, das muss in diesen Tagen ohnehin neu definiert werden. Zum ersten Mal hat es vielleicht die Neue Rechte gschafft, endlich die Konservativen für sich zu gewinnen.
Aber dass irgendwelche alten Säcke, die für sich in Anspruch nehmen die "intellektuelle" - mindestens also denkfähige - Elite zu sein, die in ihren Schreibstuben ohnehin wenig davon mitbekommen dürften, was auf der Straße wirklich passiert, jetzt in einer Zeitschrift von Überfremdung faseln muss, das finde ich schon beängstigend.


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 08.04.2018, 20:17                                  +/-

Es läuft einem schon eiskalt den Rücken runter, wenn ein psychisch labiler Einzeltäter in einer Stadt zuschlägt, in der man noch Dutzende von Menschen kennt – Freunde, Bekannte, ehemalige Kollegen ... Und trotz moderner Technik dauert es verdammt lange, bis man von allen mal einen Pieps gehört hat.


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 08.04.2018, 22:35                                  +/-

Wir sind halt alle abgestumpft. Von sowas lass ich mir doch nicht das sonnige Wochenende verderben. Irgendwas ist ja immer.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 09.04.2018, 10:20                                  +/-

Ich hab das auch nur nebenbei mitbekommen und es war mir relativ egal. Es ist mir auch egal, ob es nun ein islamistischer, rechter oder gehirnamputierter Anschlag (letzteres gilt natürlich eigentlich eh für alle Anschläge). Ich habs an irgendeiner digitalen Videowand in Köln gelesen und mir gedacht: "Aha." Ist jetzt auch nichts anderes als ein heftiger Verkehrsunfall (z.B. mit einem Reisebus). Schlimm, tragisch, traurig. Hat aber (für mich) keine weiterführenden Implikationen.


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 09.04.2018, 10:42                                  +/-

Ich fand das schon relativ bedrückend, vor allem weil ich da direkt ziemlich "mittendrin" war und sich die Familie und der Freundeskreis gegenseitig rückversichert haben das alles ok ist, bis hin zu Fragen uns den USA ob ich ok bin weil Leute da wussten, dass ich nach Münster wollte. Außerdem war zwar relativ klar, dass es kein Anschlag mit weiteren Tätern war, aber in den paar Stunden bis dahin gab es trotzdem viele Gerüchte. So ist z.B. anscheinend Personal im Clemenshospital informiert worden, es hätte einen zweiten Anschlag am Friesenring gegeben, was dann über Whatsapp an mich weiter getragen wurde. Da war dann halt relativ schnell klar, dass das eine Fehlinformation war, aber erstmal geht einem da doch der Arsch auf Grundeis.


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Dummer FETTER Hobbit



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BeitragVerfasst am: 09.04.2018, 15:00                                  +/-

Ah ich wusste dass hier mal Leute aus Münster waren aber nicht mehr dass jemand vor Ort war.
Insofern hat mich das auch rel. kalt gelassen.

Wie das aber ist wenn man vor Ort fast mittendrin ist kann ich gut nachvollziehen da ich das mit dem OEZ-Attentäter vor paar Jahren hier selbst erlebt habe.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 12.04.2018, 16:27                                  +/-

Wer mal richtig schön kotzen möchte

http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/014/1901444.pdf

#mengele

Aber aprospos Inzucht.


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 12.04.2018, 16:30                                  +/-

Lupenreiner Faschismus halt


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 12.04.2018, 17:59                                  +/-

Ist aber wirklich ein Problem:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66696026.html

In Deutschland deuten Einzeluntersuchungen von genetischen Beratungsstellen oder türkischen Kinderärzten auf eine besorgniserregend hohe Zahl arrangierter Ehen unter Verwandten hin. Die Berliner Professoren Rolf Becker und Rolf-Dieter Wegner, ausgewiesene Experten der Pränataldiagnostik mit einer führenden Praxis in Berlin, diagnostizierten bei 500 Verwandtenehen 35 schwere Krankheitsfälle. Bei Verwandtenehen über mehrere Generationen steige das Risiko, ein behindertes Kind zu bekommen, im Einzelfall mitunter auf 25 Prozent.
"Wir sehen hier viele seltene Fälle, schwere Extremitätenanomalien, Hautdefekte, komplexe Herzfehler", sagt Becker und verweist auf seine jahrelange Statistik. "Man muss darüber sprechen, nicht aus falsch verstandener Political Correctness schweigen."


Der Duisburger Sozialwissenschaftlerin Yadigaroglu, die jetzt auf eigene Faust Aufklärung betreibt, war bei einem Praktikum in einem Duisburger Kindergarten die hohe Zahl von Kindern mit Hör- und Sprachproblemen aufgefallen. [...]
Zu Beginn der Veranstaltungen stößt sie oft auf empörte Abwehr. Die Jugendlichen rufen: "Damit haben wir nichts zu tun." Kommt es dann zur Diskussion, heißt es schnell: "Bei mir zu Hause ist es ganz genauso!" In Duisburg-Rheinhausen gaben kürzlich gleich fünf Schüler in den von ihr ausgeteilten Fragebögen zu: "Ja, ich selbst soll meine Cousine heiraten."
Auf den Elternabenden, so berichten die Lehrer, ist Inzest aber kein Thema. Wagt es eine der Lehrkräfte einmal im persönlichen Gespräch mit türkischen Eltern, auf die Heiratspläne zu sprechen zu kommen, heißt es schnell: "Das versteht ihr nicht. Wir haben da eine andere Mentalität." Einmal, so hat es Yadigaroglu gehört, sagte eine Mutter: "So bleibt das Geld in der Familie, und alle kennen sich." Kaum ein Lehrer traut sich weiterzubohren.


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