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Nach dem Brexit – Europäische Politik III
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 13:22                                  +/-



*knicknack*

Ich will die auch mal wählen.


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„Scientists told them, it was a really bad idea. They didn‘t listen.“ – „That‘s going to be carved on humanity‘s gravestone.“
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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 13:46                                  +/-

Und was haben wir...



Wenn sie wenigstens die visuellen Defizite durch andere Kompetenzen ausgleichen würde - aber leider, leider...


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I dont know, what you are talking about.
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Gimli



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BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 14:47                                  +/-

Also in einem der letzten Spiegel habe ich ein sehr gutes Bild von unserer Königin gesehen. Ich fand sie zwar trotzdem nicht attraktiv, aber sie sah gut aus. Yes


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Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 14:50                                  +/-

Jetzt mal kein falscher Patriotismus, Gimli. Das ist in dieser Situation ganz fehl am Platze.

Kann sich Deutschland eigentlich theoretisch der französischen Republik anschließen? Wo muss man die Anträge stellen? Fragen über Fragen...

Gepostet am 17.11.2006, 14:51:

Jetzt kann ich mir auch vorstellen, was für ein erhebenes Gefühl das sein muss, jeden Morgen in Lothlorien aufzuwachen und sich daran zu erinnern, was für eine geile Herrscherin man hat.

Ob es den Ameisen und Bienen auch so geht? Vielleicht sind Drohnen deshalb so fleißig. ?????


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 15:39                                  +/-

Drohnen sind fleißig? Da hast du aber in der Schule nicht aufgepasst.


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You met me at a very strange time in my life.
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 16:01                                  +/-

Geschockt Meine schöne Hypothese.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 22:58                                  +/-

Thanil

So stelle ich mir einBaum in 50 Jahren vor. Smilie

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Wolter



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BeitragVerfasst am: 05.12.2015, 23:59                                  +/-

Da die Exfrau des aktuell amtierenden Präsidenten es damals bekanntlich nicht geworden ist (statt dessen gab’s fünf Jahre Sarkozy), und ebendieser aktuelle Staatschef durch seine umfassende Reaktion auf die irrwitzislamischen Terrormorde von Paris mit diversen innen- und außenpolitischen Initiativen zwar redlich versucht, den angstgeförderten politischen Profit jener Partei, die mit ziemlicher Sicherheit eine bestimmte Frau ins nächste Präsidentenrennen schicken wird, so klein wie möglich zu halten, dies aber nur begrenzt von Erfolg gekrönt zu sein scheint...

... wird die hiesige neun Jahre alte Titelfrage unter anderen Vorzeichen inzwischen immer akuter, wenngleich Hollandes Amtszeit erst 2017 abläuft und dann erst neu gewählt wird. Geschockt

Das war ein Satz!

An den Resultaten der heutigen Regionalwahlen wird die Richtung ablesbar sein.

Albrecht Meier im Tagesspiegel
In der Mordnacht von Paris, als das ganze Ausmaß der islamistischen Anschläge klar wurde, erklärte Frankreichs Staatspräsident François Hollande ..., dass die Grenzen des Landes geschlossen würden. Wie sich später herausstellte, war die Ankündigung etwas zu forsch. Es ging lediglich darum, die Grenzkontrollen wieder zu verschärfen. Aber der Lapsus des Präsidenten versinnbildlicht einen politischen Wettlauf, der seit den Anschlägen vom 13. November im Gange ist. Es ist ein Rennen mit einer Gegnerin, die keine Regierungsverantwortung trägt und deren Radikalität Hollande nicht übertreffen kann und will: Marine Le Pen, die Chefin des rechtspopulistischen Front National.
[...] Der von Hollande verhängte Ausnahmezustand, die Durchsuchungen, die Ausweitung der Luftschläge in Syrien, die Tötung des Terrordrahtziehers Abdelhamid Abaaoud in einer Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis – all dies sind, ob man sie nun nachvollzieht oder nicht, in erster Linie Reaktionen eines wehrhaften Staates im Angesichts des Terrors. Andererseits wäre es aber auch weltfremd, wenn man glauben würde, dass die Aussicht auf die Regionalwahlen in den zurückliegenden drei Wochen keinen Einfluss auf das Handeln von Hollande und seines Regierungschefs Manuel Valls gehabt hätte. Hollande muss schon unmittelbar nach den Anschlägen geahnt haben, dass die Attentate seiner Partei, den regierenden Sozialisten, schaden und dem Front National nutzen würden.
Wenn man verstehen will, wie tiefgreifend die Anschläge das Lebensgefühl der Franzosen verändert haben, reicht es schon, wenn man einen Blick auf die jüngsten Anti-Terror-Maßnahmen von Valls’ Regierung wirft. [...]
Für Hollandes Sozialisten hat die in Frankreich grassierende Angst gravierende Folgen. Im politischen Lehrbuch heißt es zwar, dass sich die Bevölkerung in Zeiten der Krise automatisch den Regierenden zuwendet. Tatsächlich verzeichnet Hollande derzeit einen ähnlichen Popularitätszuwachs, wie er ihn schon einmal dank seines entschlossenen Handels unmittelbar nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ verzeichnete. Allerdings haben seine sozialistischen Parteigenossen, die am Sonntag bei der ersten Runde der Regionalwahlen antreten, nichts davon. Für die Regierungspartei zeichnet sich ein Debakel bei der Wahl ab. Im zweiten Wahlgang in einer Woche könnte es Marine Le Pen gelingen, mindestens zwei der 13 Regionen zu erobern. Dies wäre ein bislang nie dagewesener Triumph der Rechtspopulisten, denen die Wirtschaftsmisere in Frankreich schon seit Jahren Wähler zutreibt, die zu den Krisenverlierern gehören.
Und nun scheint Marine Le Pen auch noch im großen Stil von der Terrorpanik zu profitieren. Nach dem 13. November ist es für sie ein leichtes, die Anhängerschaft des Front National zu mobilisieren. Denn in Zeiten der Angst sind es vor allem die einfachen Rezepte der Populisten, die in der Bevölkerung Gehör finden: Die Grenzen noch schärfer überwachen, Flüchtlingen den Weg ins Land komplett versperren, das Schengen-System abschaffen, den Radikalislamisten Fußfesseln anlegen. [...]
Martina Meister, DIE WELT
[...]
Frankreich zieht in den Krieg. Aus "Flanby", dem Wackelpudding-Präsidenten, ist Rambo geworden. Gleichzeitig steht François Hollande, zum Glück, würdevoll vor seiner trauernden Nation. Aber während dieser schon abgeschriebene Präsident so beliebt ist wie zuletzt nur ganz am Anfang seiner Amtszeit, rollt der Front National wie ein Bulldozer durch diese Krise: Bei den Regionalwahlen am Sonntag könnte die Partei der Le Pens als großer Sieger hervorgehen.
Wenn die Prognosen stimmen, wird der FN in allen Regionen Frankreichs in die zweite Wahlrunde kommen. Im Norden und im Süden könnte die Partei in den Zweikämpfen der Stichwahl über 40 Prozent der Stimmen bekommen.
Es ist möglich, es ist denkbar, dass bald Rechtsextremisten in zwei, drei oder sogar fünf der 13 Festlandregionen regieren könnten. Es geht etwas vor links des Rheins, seit Jahren. Und es ist nichts Gutes.
[...]
Marine Le Pen, die FN-Chefin, mühte sich, die Schlacht um ihre Region Nord-Pas-de-Calais zu einer Art allererster Runde der Präsidentschaftswahl umzudeuten. Nicht anders operierte der FN im Süden, wo Le Pens Nichte Marion Maréchal-Le Pen mit guten Chancen für die Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur antritt, wo die Anhänger "Marion nach Marseille, Marine nach Paris!" skandierten. Die Regionen zu gewinnen, formuliert Marine Le Pen, sei "der Sockel für das Gebäude, das wir bauen müssen".
Das Gebäude, das der FN konstruieren will, ist ein Luftschloss. [... weil:]
Das Wahlprogramm des Front National ist in praktisch allen Punkten, in denen es konkret wird, unrealistisch, bestenfalls naiv, schlimmstenfalls gefährlich. Und doch: Alle sachlichen Einwände richten wenig aus. In Zeiten der Angst, der Ungewissheit, der Verunsicherung, wollen Wähler emotional abgeholt werden, und nichts könnte Marine Le Pen besser.
[...]

Man könnte ja mit einer Portion Sarkasmus-Zynismus einer möglichen FN-Regierung mit der Erwartung relativ gelassen begegnen, daß sie sich dann recht schnell entzaubern würde, zumal die traditionell sehr protestierfreudigen Franzosen sich zweifelhafte machtabsichernde Vorgehensweisen, wie sie in Orbán-Ungarn geschehen sind und sich in Kaczyński-Polen inzwischen ebenfalls andeuten, sicher viel schneller nicht gefallen lassen werden als die Wähler der beiden osteuropäischen Länder, in denen eine Langzeitfolge der kommunistischen Diktatur nun einmal auch eine immer noch (nach 25 Jahren Freiheit) weniger lebendige Zivilgesellschaft ist. Bei den Polen besteht immerhin die Hoffnung, daß sie sich ihrer Proteste in den 80er Jahren erinnern und dem übriggebliebenen Zwillingsbruder doch noch rechtzeitig die Rote Karte zeigen, aber das nur nebenbei...

Ein Teil der Franzosen will übrigens tatsächlich der Angst trotzen und begibt sich ganz bewußt auf die öffentlichen Plätze. Hörstu.


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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 06.12.2015, 08:21                                  +/-

Schon komisch, dass die Menschen in Krisen immer wieder die gleichen Typen wählen. Und diese Typen versuchen mit den immer gleichen Methoden ihre Macht durchzusetzen. Es hat sich nichts geändert.

Wobei mir auch schon Hollandes Maßnahmen deutlich zu weit gehen.

Geschockt


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 06.12.2015, 08:55                                  +/-

Schon komisch, dass die Menschen in Krisen immer wieder die gleichen Typen wählen. Und diese Typen versuchen mit den immer gleichen Methoden ihre Macht durchzusetzen. Es hat sich nichts geändert.


Dem ist nichts hinzuzufügen.


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 06.12.2015, 10:25                                  +/-

Das ist doch nur wieder der Beweis, dass man rechtsradikale Politik den Rechtsradikalen überlassen sollte, statt sie selbst zu machen, um denen vermeintlich die Wähler abspenstig zu machen. Am Endewählen die immer das Original. Sollte die Union genau zuschauen. Und zwar ganz genau.


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 06.12.2015, 12:08                                  +/-

Thanil
Das ist doch nur wieder der Beweis, dass man rechtsradikale Politik den Rechtsradikalen überlassen sollte, statt sie selbst zu machen, um denen vermeintlich die Wähler abspenstig zu machen. Am Ende wählen die immer das Original.

Nur teilweise Zustimmung (abgesehen von dem mir zu viel Gewißheit suggerierenden Wort "Beweis"): Am Ende wählt immer ein Teil der ins Visier genommenen Wählerkreise trotz aller "radikalen" Maßnahmen der Regierung das Radikalitätsoriginal. Weil a) ein Teil der (als vorübergehend – für die Dauer der Terrorbekämpfung – zu betrachtenden) Maßnahmen sicher auch in den Augen der Regierung für richtig gehalten wird, b) die besagten zwielichtigen Wählerkreise keinen Einheitsblock darstellen, sondern inhomogen sind und sich auch so verhalten, und c) die Hoffnung zuletzt stirbt — würde auch jede andere Regierung auf diese (im Detail natürlich immer auch jeweils etwas unterschiedliche) Weise versuchen, die Zahl der Überläufer zu der Partei, die "die große einfache Lösung" nicht nur für Terrorbekämpfung und Zuwanderung, sondern "überhaupt" verspricht, so klein wie möglich zu halten. Darüber, daß nie alle (der Verunsicherten, die bislang noch keine [geschweige denn ideologisch überzeugten, d. h. eingefleischten] FN-Wähler waren) von ihrem Kreuz bei der radikalen Partei abzuhalten sind, macht sich sicherlich auch Hollande keine Illusionen.
Das Blöde an der Sache ist, daß nach der Wahl das Ausmaß des Erfolgs dieser "Radikalinski-Kleinhaltestrategie" so schlecht meßbar ist – denn würden diejenigen, die dadurch bei der Stange gehalten werden konnten, in repräsentativen Nachwahlbefragungen offen zugeben, daß sie auch mit der radikalen Alternative geliebäugelt hatten?

Jetzt bei den Regionalwahlen ist die psychologische Wirkung der Terrormorde vom 13. November wohl noch zu wenig abgeflaut, um den Erfolg des FN signifikant einzudämmen. Sollten die beschlossenen sicherheitspolitischen Maßnahmen aber (neben Glück) dazu beitragen, daß den Terroristen die nächsten 1½ Jahre kein ähnlich verheerender Anschlag gelingt, dann sind die Franzosen zur dann anstehenden Präsidentschaftswahl wieder in einer gegenüber Radikalismus immuneren psychischen Konstitution .

Thanil
Sollte die Union genau zuschauen.

Wüßte nicht, warum nur die Union da genau hinkucken sollte: Hollande steht einer linken Regierung vor.


Nachtrag zu meinem vorigen Beitrag: in meinem Schlußsatz wollte ich eigentlich diese hr 2-Sendung verlinken.


Außerdem wollte ich noch einen Fun fact aus dem Wikiartikel über den Französischen Staatspräsidenten zum Besten geben: er ist automatisch auch "Kofürst von Andorra" – ein feudaler Titel für schlechthin den republikanischen Präsidenten! grins


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 06.12.2015, 13:25                                  +/-

Es ging mir nicht um Hollande. Eine „linke“ Regierung hat immer nur beschränkten Spielraum, den politischen Diskurs nach „rechts“ zu verschieben. Ein linker Regierungschef beispielsweise, der plötzlich anfinge Migranten als Abschaum zu titulieren oder rechtsradikale Positionen einzunehmen, der bekäme wohl bald sehr große Probleme im eigenen Lager. Es ging mir eher um Personen wie Sarkozy und Orban, die mit ihrer Politik der schrittweisen Preisgabe von humanistischen und aufgeklärten Positionen zugunsten der Erschließung von immer rechteren Randgruppen erst den Boden bereiten für die Le Pens dieser Welt – oder besser gesagt: den rechtsstaatlichen und aufklärerischen Boden erodieren helfen.

Da muss man voll gegenhalten und darf sich nicht als „Nationalautokrat Light“ positionieren. Man muss dem Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus hart die Stirn bieten und darf sich niemals anbiedern. Isolieren, nicht integrieren.

Den Nährboden entzieht man den ungarischen Neonazis beispielsweise nicht, indem man ethnische Minderheiten schikaniert und diskriminiert, sondern damit macht man sich nur zum Helfershelfer der Neonazis. Und man macht ihr menschenfeindliches Gedankengut gesellschaftsfähig. So wie der damalige österreichische Ministerpräsident durch seine Koalition mit der FPÖ deren Gedankengut gesellschaftsfähig gemacht hat.


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 06.12.2015, 20:28                                  +/-

Echt schlimm Des Admins dämliche Knebelsoftware kann sich nicht entscheiden, nach wievielen Beiträgen/24 Stunden sie mich abwürgen will. Offenbar hätte ich vor 19.43 doch noch einen Beitrag versenden können. Nun, am praktischsten wäre natürlich die Wiederherstellung der Gleichheit unter den Usern, dann würden solche Erwägungen endlich überflüssig. Yes



Thanil
Es ging mir nicht um Hollande.

Je nun, der Zusammenhang mit dem von Dir beantworteten meinerseitigen Vor(vor)beitrag, der sich entsprechend dem Threadthema um die französische Situation und des Staatschefs "Rennen mit einer Gegnerin, die keine Regierungsverantwortung trägt und deren Radikalität Hollande nicht übertreffen kann und will" (Zitat A. Meier, s.o.) dreht, hat aber anderes nahegelegt zwinkern.

Ein linker Regierungschef beispielsweise, der plötzlich anfinge Migranten als Abschaum zu titulieren oder rechtsradikale Positionen einzunehmen, der bekäme wohl bald sehr große Probleme im eigenen Lager.

Och, so was traue ich auch unserer rechten Regierungschefin nicht zu zwinkern, und würde an ihrer Stelle (also in der Chefposition von Staat und Partei) jemand mit Bachmann-Höcke-Diktion gegen "die" Ausländer/Asylanten holzen, gäbe es nicht nur entsetzte Reaktionen aus dem juste milieu, sondern auch aus großen Teilen des Unionslagers .
Heißt, rechten Parteien kann man nicht per definitionem ein xenophobes Krawallpotential zuschreiben; das ist von Fall zu Fall nun mal verschieden. Je nach (national oder sonstwie definierter) Gesellschaft mit ihren in den Wählermilieus jeweils ausgeprägten "sittlichen Schmerzgrenzen" gibt es in den verschiedenen Ländern unterschiedliche rote Linien; und in Deutschland ist das Eis für rechte Politiker vergleichsweise dünn. Yes

Da muss man voll gegenhalten und darf sich nicht als „Nationalautokrat Light“ positionieren. Man muss dem Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus hart die Stirn bieten und darf sich niemals anbiedern. Isolieren, nicht integrieren.

Dummerweise gibt es zwischen eindeutig rechtspopulistisch/-radikal und eindeutig nicht rechtspopulistisch/-radikal keine klar sichtbare Grenze, sondern einen Übergangsbereich, der je nach politischer Couleur als dies- oder jenseits der Grenze interpretierbar ist. Nicht immer ist das so klar wie bei Fidesz und seiner Jobbik-Anbiederei.

Die Zeiten, da linksgerichtete Empörungsathleten à la Claudia Roth mit freundlicher Unterstützung des (inzwischen wohl auch nicht mehr ganz so) linken Medienmainstreams¹ versuchten, "Graubereichsäußerungen/-ereignisse" aufs absurdeste ins "inakzeptabel Populistische" (weil angeblich xenophob/nationalistisch/ungerecht etc.) zu verschieben, scheinen ja zuende zu gehen.

Thanil, ist Dir noch die Empörung über die (????? Berliner?) Schule in Erinnerung, die vor einigen Jahren (könnte auch so 2005 gewesen sein) öffentlich bekanntgab, als Verkehrssprache auf dem Schulhof nur noch Deutsch zu erlauben ( „Fremdenfeindlich!“ „Diskriminierend!“ „Schulfriedengefärdend!“ usw.)?

Diese Reaktionen waren natürlich Schwachsinn³ Yes, und heute ist es Konsens, daß Migranten (also auch die Kinder) Deutsch lernen müssen. Wie sonst sollte Integration funktionieren?

Und heute?
Gerade hat Thomas Oppermann (SPD!) an Saudi-Arabien adressiert etwas nach damaligen Maßstäben "ungeheuerlich Skandalöses" gesagt: die Zeit des Wegsehens sei in Deutschland vorbei, man werde künftig die Finanzierung wahhabitisch (also fundamentalislamisch und demokratiefeindlich) ausgerichteter Moscheen hierzulande zu verhindern wissen. Parteichef Gabriel hat sich dem heute angeschlossen.

Protest? Nö.

So ändern sich die Zeiten. Spitze

Ich bin relativ ziemlich sicher, daß das durchaus Oppermanns ehrlicher Überzeugung entspricht. Allerdings könnte man auch das mißgünstigerweise als ein "Nachgeben gegenüber dem politischen Trend" interpretieren. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, daß in Zeiten der seinerzeitigen Linksempörung über die erwähnte Schulhofregelung es auch schon etliche führende Sozialdemokraten gegeben hat, die jener Maßnahme still und heimlich zugestimmt — aber geschwiegen haben.

So herum lief es nämlich bis vor ein paar Jahren (wenn heute noch, dann fällt mir einfach gerade kein aktuelles Beispiel ein zwinkern) auf linker Seite mit der opportunistischen Öffnung gegenüber noch radikaleren Linken: durch Schweigen, wo widersprechendes Reden ehrlicher gewesen wäre. Aber na sowas *staun*: auch linke Politiker wollen an ihrem politischen Außenrand keine Wähler verlieren! *werhättedasgedacht*

Aber jut, Frankreich ist da jetzt nicht so wirklich mehr Thema. Dazu kehre ich (zumindest teilweise) in dem angehängten Andorra-Abschnitt zurück. zwinkern


__________________________
¹ das Kuchendiagramm der deutschen Journalistenumfrage von vor ca. 10 Jahren, die in dieser Berufsgruppe eine überproportional häufige Parteipräferenz für SPD, Grüne und Link(sextrem)e auswies, kann ich schon nicht mehr finden, was aber auch an meiner ggf. falschen Google-Stichwortwahl liegen mag...
¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯


edit —

Front National klarer Sieger bei Regionalwahlen

Geschockt



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Thema (Ko)Fürstentum Andorra:

Sehr interessant übrigens die "Ahnenreihe" der weltlichen (von französischer Seite gestellten) Kofürsten von Andorra (Copríncep laic del Principat d'Andorra) seit 1278 (‼ Überrascht):

Den bekannten Präsidenten der jüngeren Vergangenheit (de Gaulle → Hollande) stehen u. a. die beiden Napoléons (I. + III.) und Vichy-Chef Marschall Pétain an der Seite!

Das Amt des geistlichen Kofürsten (Copríncep episcopal del Principat d'Andorra) wird von spanischer bzw. katalanischer Seite gestellt, genauer vom (röm.-kath.) Bischof von Urgell, zu dessen Diözese Andorra gehört. La Seu d’Urgell heißt die kleine katalanische Pyrenäenstadt mit vollem Namen.

Falls das alles Allgemeinwissen ist, ist es an mir bis jetzt komplett vorbeigegangen. Verlegen


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Bard
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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 14:29                                  +/-

Warum die Rechtsextremen so erfolgreich sind

SZ
"Vorsicht, das Ergebnis vom Sonntag ist kein Irrläufer. Die Stimmen für Le Pen sind nicht etwa einem jähen Wutausbruch auf die politischen Eliten geschuldet. Oder nur Folge einer Welle von Angst und Terrorschrecken nach den Attentaten des 13. Novembers. Nein, die FN-Werte steigen seit Jahren: stetig, kräftig, scheinbar unaufhaltsam."


Geschockt



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Oxford
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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 15:21                                  +/-

Unsere Generation wird noch einen Krieg erleben. Mark my words. Die Generation, die die Nazis noch erlebt hat, ist mehr oder weniger tot. Und wenn dann so Irre wie Le Pen und Putin aufeinander treffen... und in anderen Ländern siehts ja kaum besser aus.


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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 17:44                                  +/-

Das glaub ich nicht.
Was wir erleben werden, werden Stellvertreterkriege sein. Genauso wie zur Zeit des kalten Krieges (Korea, Vietnam, Afghanistan...).
Und genau darauf, denke ich, bewegen wir uns wieder zu. Kalter Krieg.
Den ersten Stellvertreterkrieg in Syrien gibt es dazu auch schon.
Von einem echten heissen Krieg zwischen Atommächten hat einfach keiner was. Daran hat sich seit den 60'er Jahren nichts geändert. Und darum wird davon auch sicher Abstand genommen werden.
Das einzige was passieren wird, die Nationalstaaten werden ein Comeback erleben. Es wird wieder ein wenig weniger Freiheit (Freizügigkeit, Grenzkontrollen) geben. Die EU wird wieder ein Stück weit zurück gerollt und der Euro wird flöten gehen.
Im Prinzip alles so wie mitte der 80er Jahre.
Das einzige was spannend werden wird ist wen der russische Bär noch alles mit in die Isolation nehmen wird und wer sich entsprechend davon frei halten kann.

Aber immerhin bekamen wir eine Ahnung davon wie es hätte sein können...

Vielleicht in 30-40 Jahren wieder...

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Thanil
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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 18:51                                  +/-

Schönes Szenario. Jetzt können wir uns ja darauf einigen, dass das nicht erstrebenswert ist und eine Vision entwickeln, wie es stattdessen laufen soll. Und dann von diesem Ende her denken und ermitteln, was wir machen müssen, damit unsere Vision Wirklichkeit wird.

Vielleicht müssen wir doch ein „Kerneuropa“ schaffen. Allerdings muss dieses Kerneuropa einige Dinge mitbringen, die den Menschen auch konkrete Vorteile bringen. Reisefreiheit und eine gemeinsame Währung sowieso. Aber eben auch noch ein paar andere Dinge wie zum Beispiel gemeinsame soziale Standards.


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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 19:20                                  +/-

Ich sehe auch wenig Erstrebenswertes darin, bloß den Nostradamus zu machen und sich schon mal zeitig in sein Schicksal zu ergeben.


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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 19:36                                  +/-

Fakt ist: wir werden alle sterben.

























Und zwar im KRIEG!!!! Wahlweise Bomben- oder Feuertod. Es wird schrecklich. Aber sagt dann bitte nicht, ich hätte es euch nicht gesagt.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 20:07                                  +/-

Sarkozy ist einfach nur zum Kotzen, dieser Typ. Der Chef der Sozialisten hat angekündigt, alle seine Kandidaten zurückzuziehen in Regionen, in denen der sozialistische Kandidat nicht führt. Sarkozy hingegen lehnt jede Verständigung mit den Linken zum Zweck der Verhinderung von Front-National-Kandidaten ab.

Da fehlt mir einfach jedes Verständnis.


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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 20:16                                  +/-

Oxford
Fakt ist: wir werden alle sterben.

Und zwar im KRIEG!!!! Wahlweise Bomben- oder Feuertod. Es wird schrecklich. Aber sagt dann bitte nicht, ich hätte es euch nicht gesagt.


Naja, nicht alle von uns...


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