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Nach dem Brexit – Europäische Politik III
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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 07.03.2018, 19:57                                  +/-

Tyler Durden
Bard
Die EU hat jüngst das Angebot gemacht, dass Nordirland Teil der Zollunion bleiben könnte. Wurde aber sofort von der nordirischen DUP torpediert, von denen die Mehrheit der britischen Regierung im Unterhaus abhängt...


Finde ich aber verständlich. Das würde ja eine Grenze zwischen Nordirland und Rest-UK hochziehen und so eine innerstaatliche Zollgrenze kann kein Land wollen.



Klar. Allerdings wird seitens der britischen Regierung auch betont, dass Großbritannien 1. die Zollunion verlassen will und 2. es keine physische Grenze zwischen Irland und Nordirland geben soll. Sie haben aber bis heute nicht erklärt, wie das funktionieren soll.

Ich meine, ich kann auch Absichtserklärungen raushauen, aber irgendwann muss ich mal mit einem konstruktiven Vorschlag um die Ecke kommen.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 07.03.2018, 20:05                                  +/-

Ich denke mal man wird sich am Ende für die Grenze innerhalb Irlands auf einen „kleinen Grenzverkehr“ einigen, der es allen Personen erlaubt ohne große Kontrollen von der einen Seite auf die andere zu wechseln. Sobald aber PKW, LKW, Züge, Schiffe ins Spiel kommen, wird es eine Zollgrenze geben müssen. Anders geht‘s eigentlich realistischerweise nicht.

Das muss nicht mit einer harten Grenze einher gehen. Deutschland hat ja glaube ich jede Menge Expertise, wie man eine „grüne Grenze“ halbwegs kontrollieren kann. Da wird es dann eben eine Art Hitech-Aufrüstung geben müssen…


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BeitragVerfasst am: 07.03.2018, 20:21                                  +/-

Eine weitere Frage wäre, was das der gesamtirischen Wirtschaft antun würde, die sehr eng miteinander verknüpft ist. Ich hab mal gelesen, dass an die 30 000 Leute jeden Tag die Grenze passieren allein auf dem Weg zur Arbeit. Und halt Unmengen an Waren.

Wenn du PKWs, LKWs etc. kontrollieren willst, braucht das Zeit. Da kann man auch mit High Tech nichts daran ändern, dass das Fahrzeug angehalten und überprüft werden muss.

Hinzu kommt, dass sich Großbritannien im Dezember dazu verpflichtet hat, dass genau solche Grenzkontrollen und Handelsbarrieren nicht zustande kommen sollen, ansonsten hätte Irland nie zugestimmt, dass die Brexit-Verhandlungen in die zweite Phase eintreten. Wenn es keine gangbare Lösung geben sollte, müssten nach der Abmachung die Regeln der Zollunion weiter Anwendung auf Nordirland finden.

Gepostet am 07.03.2018, 19:24:

Bzw. streng genommen, da Großbritannien keine Zollgrenze zwischen zwei Landesteilen will, sie müssten auf das GANZE Vereinigte Königreich Anwendung finden. Sofern halt keine bessere Lösung gefunden wird.


Aber meine Kreativität reicht bislang nicht aus, da die perfekte Lösung zu finden, die alle glücklich macht. Und das sieht in London wohl ähnlich aus.


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Zuletzt bearbeitet von Bard am 07.03.2018, 20:26, insgesamt einmal bearbeitet
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Thanil
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BeitragVerfasst am: 07.03.2018, 20:26                                  +/-

Stimmt, da war ja was Smilie

Tja, dann ist‘s natürlich umso bitterer für GB.


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Bard
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BeitragVerfasst am: 07.03.2018, 20:28                                  +/-

Ich hab mnachmal den Eindruck, die haben nicht wirklich begriffen, zu was sie da im Dezember zugestimmt haben.

Oder sie haben es begriffen, versuchen es aber klein- oder schönzureden, weil sie den Backlash fürchten. Wie dem auch sei, es ist eine konstante Flucht vor der Realität.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 07.03.2018, 20:36                                  +/-

Theresa May scheint ja vor allem schachmatt gestellt zu sein zwischen den verschiedenen Fraktionen, auf denen ihre Macht beruht. Es sieht so aus als würde sie einfach nur auf Zeit spielen in der Hoffnung, dass sich irgendwer bewegt und sie dann den gordischen Knoten zerschlagen kann.

Gegenüber den nordirischen Nationalisten, die ihr im Parlament die Mehrheit bringen, musste sie versprechen, dass Nordirland nicht durch eine Zollgrenze vom Mutterland abgeschnitten wird.

Gegenüber den Brexit-Hardlinern unter den Tories musste sie zugestehen, dass es einen „harten“ Brexit gibt, d. h. kein Verbeib in irgendwelchen EU-Verträgen oder der Zollunion. (Dahinter versteckt sich ja die Forderung der Brexiteers, volle Souveränität zurückzuerlangen, was bei einem Verbleib in der Zollunion schlicht nicht der Fall ist. Dann wäre man weiterhin supranationalen Organisationen unterstellt.)

Gegenüber den Brexit-Softlinern unter den Tories sowie den eigenen Wirtschaftsvertretern wiederum musste sie zugestehen, dass der Cut nicht zu hart wird, d. h. dass man „weich“ aus dem Binnenmarkt ausscheren wird.

Gegenüber der EU musste sie das Irland-Zugeständnis machen, damit es überhaupt in irgendeiner Art und Weise im Prozess weitergeht.

Ebenfalls gegenüber der EU musste sie die Zugeständnisse machen, dass die EU-Bürger in GB wohnen bleiben können und keine Rechte verlieren.

Irgendwer wird am Ende den Kürzeren ziehen… Und ich glaube nicht, dass dieser Jemand diesseits des Ärmelkanals lebt.


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BeitragVerfasst am: 07.03.2018, 20:49                                  +/-

Exakt. Es gibt einfach Positionen, die sich logisch nicht miteinander vereinbaren lassen.

Oder Großbritannien fällt halt ohne irgendein Abkommen nächsten März unkontrolliert und ohne doppelten Boden aus der EU. Das wäre sehr übel für alle Beteiligten, auch Deutschland und die EU, aber hammerhart für die Briten.

Mittlerweile hat auch die britische Regierung selbst erste wirtschaftliche Prognosen für so einen Fall aufgestellt und die sehen alles andere als gut aus (wobei manche Regionen härter getroffen werden als andere, ironischerweise oft genau die Gebiete, die mehrheitlich für den Brexit gestimmt haben....). Übrigens auch für die Best-Case-Szenarien.

Die schottische Regierung und die EU kommen da zu ähnlichen Ergebnissen. Natürlich kann das alles am Ende in der Realität weniger heftig kommen als prognostiziert, aber es wird aller Wahrscheinlichkeit sehr sehr wenig mit dem "Take-back-control"-Wunderland der Brexit-Befürworter gemein haben.

Gepostet am 07.03.2018, 19:58:

Man kann sich aber in einem Punkt sicher sein: Wenn das alles am Ende schief gehen sollte, werden die Brexit-Befürworter einseitig der EU die Schuld in die Schuhe schieben und behaupten, dass es nur darum ging, Großbritannien zu bestrafen. Und viele Leute werden das glauben, weil sie die Problematik und die inneren Widersprüche gar nicht nachvollziehen können.


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BeitragVerfasst am: 07.03.2018, 21:38                                  +/-

Ha, als wenn man hier mitgelesen hätte: Neuer Artikel zum Thema Technologie als Problemlösung für die irische Grenze:

Technology cannot make post Brexit Irish border frictionless, says academic


“Cameras might be able to recognise a number plate but they won’t be able to inspect what is inside a truck, nor will the freight owner necessarily know what truck his consignment ends up if it transits through a distribution centre,” said Seamus Leheny, policy director of the Freight Trade Association in Belfast.


“Take the train from Belfast to Dublin. Will the driver be able to cross the border? The common travel area only affects British and Irish nationals. So if you are an EU citizen you might need to be checked. Similarly, all the food sold on the train crossing the border will be subject to certification checks.”


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Warg



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BeitragVerfasst am: 22.03.2018, 18:16                                  +/-

Die Niederländer haben gestern bei einem Referendum gegen ein Abhör-Gesetz gestimmt, dass von der Regierung bereits beschlossen wurde. Die wissen jetzt erstmal nicht, was sie damit anfangen sollen, denn das Referendum ist nicht bindend, aber sie sollen sich nochmal damit "befassen". Spitze
Es wäre gut, wenn sie es noch einmal anpassen und zumindest abschwächen, denn wenn ich es richtig verstanden habe, erlaubt das Gesetz den Behörden und Geheimdiensten ziemlich weitreichende (online-)Abhörmethoden, die sie dann auch noch mit ausländischen Geheimdiensten austauschen können.

Es war übrigens sehr sehr knapp. Derzeit steht es 48,7% "dagegen" und 47,3% "dafür", ein amtliches Endergebnis gibt's wohl erst nächste Woche.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 26.03.2018, 10:28                                  +/-

Neues vom Putschdämon!

Nach der gescheiterten Sezession waren einige Anführer der katalanischen Separatisten in europäische Nachbarstaaten geflohen. Der Putschdämon selbst war in Belgien. Spanien erließ einen europäischen Haftbefehl, um Belgien die Auslieferung zu ermöglichen. Aber: Belgien ließ durchblicken, man könne nur ausliefern, wenn die Tat auch nach belgischem Recht strafbar sei.

An der Stelle ist mein Hirn getiltet. Habe versucht das nachzuvollziehen – bisher erfolglos. Der europäische Haftbefehl sagt nach meinem Verständnis aus, dass das ein EU-Land pauschal die Gesetzeslage und Strafverfolgung des anderen EU-Staats anerkennt und daher Auslieferungen problemlos und ohne große Hürden durchgeführt werden. Das wäre ja auch nur dann problematisch, sobald ein EU-Land damit beginnt sich von rechtsstaatlichen und demokratischen Normen zu verabschieden.

Deshalb hat mich die Weigerung Belgiens verwundert.

Nun wurde der Putschdämon auf einer Europa-Tournee an der deutsch-dänischen Grenze von deutschen Polizisten verhaftet – auf der Basis eines erneuerten europäischen Strafbefehls, weil die spanische Justiz den ersten zurückgezogen hatte.

Und jetzt heißt es auch hier: es müsse erst geprüft werden, ob auch nach deutschem Recht eine Straftat vorliegt. Immerhin waren die Spanier so schlau neben »Rebellion« die Veruntreuung von öffentlichen Geldern aufzunehmen – damit sind wohl die Ausgaben für das illegale Unabhängigkeitsreferendum gemeint, ein nachvollziehbarer Vorwurf. Was die »Rebellion« angeht sieht es schwierig aus.

In unserem Recht gibt es das nicht. Was der Putschdämon in Spanien versucht hat, das wäre in Deutschland jedoch grundgesetzwidrig:

http://www.bverfg.de/e/rk20161216_2bvr034916.html

Wenn ich das richtig verstehe, dann würden einem Söder jenseits seiner Absetzung durch den Bund aber keinerlei strafrechtliche Konsequenzen drohen, wenn er‘s versuchen würde – solange er vollkommen gewaltlos vorgeht und auch keine Gewalt androht. Das finde ich verwunderlich…

Vielleicht trifft irgendwie noch Amtsanmaßung zu?


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 26.03.2018, 21:00                                  +/-

Die deutsche Einheit ist wohl so ein Grundaxiom, dass beim Schreiben des Grundgesetzes nie auch nur daran gedacht wurde. Und könnte der Bund einen Ministerpräsidenten überhaupt absetzen? Es hängt ja nicht nur an einer Person, der Landtag selbst wäre dann ja wahrscheinlich sezessionistisch gestimmt und müsste aufgelöst werden. Ich hätte jetzt vermutet, dass das gar nicht geht.


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BeitragVerfasst am: 26.03.2018, 21:09                                  +/-

Je nachdem wie mal §37 GG auslegt, hat der Bund, nach Zustimmung der anderen Ländern, ziemlich weitreichende Befugnisse:

Zitat:
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 37
(1) Wenn ein Land die ihm nach dem Grundgesetze oder einem anderen Bundesgesetze obliegenden Bundespflichten nicht erfüllt, kann die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates die notwendigen Maßnahmen treffen, um das Land im Wege des Bundeszwanges zur Erfüllung seiner Pflichten anzuhalten.
(2) Zur Durchführung des Bundeszwanges hat die Bundesregierung oder ihr Beauftragter das Weisungsrecht gegenüber allen Ländern und ihren Behörden.


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BeitragVerfasst am: 05.04.2018, 19:34                                  +/-

Der "Putschdämon" wird nun nach Entscheidung des Oberlandesgerichts Schleswig unter Auflagen freigelassen. Wird Madrid eher wenig schmecken.


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BeitragVerfasst am: 05.04.2018, 21:25                                  +/-

Kann die Entscheidung in dieser Form nicht nachvollziehen und auch nicht unterstützen. Entspricht nicht meinem Rechtsverständnis, aber gut.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 06.04.2018, 00:30                                  +/-

Spon
Um den Vorwurf des Hochverrats zu rechtfertigen, hätten die Demonstranten so viel Druck erzeugen müssen, dass die Verfassungsorgane zur Kapitulation gezwungen worden wären.


Hm. Erst wenn Verfassungsorgane kapitulieren müssen ist eine Rebellion hochverräterisch? Aber die Meuterei hätte dann doch sowieso gewonnen und segelt mit dem Schiff weg.


.


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Zuletzt bearbeitet von Tyler Durden am 06.04.2018, 01:30, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 06.04.2018, 00:45                                  +/-

Es ist halt einfach Quatsch.

Bin nur irgendein Homie, klar, aber mein Eindruck ist, dass Putschdämon und seine Gesellen auch Gewalt in Kauf genommen haben, um ihre Ziele zu erreichen. Schließlich kam es aufgrund ihrer illegalen Handlungen (verbotenes Referendum, etc.) zu Ausschreitungen. (Die spanische Polizei war hingegen dazu verpflichtet und vollkommen berechtigt das Referendum zu unterbinden und dabei auch Gewalt anzuwenden. Das ist kein Fall von „aber wenn die das dürfen, dann dürfen die anderen sich auch weeeeeeehrööööön…“)

Es kann einfach nicht sein, dass der Versuch eine verfassungsmäßige Ordnung auszuhebeln (= die Einheit des Staates Spanien) ungesühnt bleiben soll. Das war ein nationalistischer Angriff auf den Verfassungsstaat und den Rechtsstaat, den die spanische Regierung völlig zu Recht abgewehrt hat. Ich finde es anmaßend vom OLG darüber zu entscheiden, ob Putschdämon Hochverrat begangen hat oder nicht. Das soll die spanische Justiz entscheiden!


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BeitragVerfasst am: 06.04.2018, 08:04                                  +/-

Beim letzten Satz stimme ich Dir im Prinzip zu. Also das OLG hat darüber überhaupt nicht zu entscheiden.

Ansonsten bin ich aber nicht bei dir. Zwar bin ich grundsätzlich auch dagegen, dass sich Regionen wir Katalonien, Schottland oder Bayern (naja) abkapseln. Andererseits gilt aber: was spricht prinzipiell dagegen, wenn die Mehrheit es so möchte? Kann der Wunsch an sich nicht legitim sein? Und wenn er es sein kann, wie kann dann ein Referendum "illegal" sein? Wie kann es illegal sein, wenn der gewählte Repräsentant einer Region seine Untergebenen Bürger und Wähler über etwas abstimmen lassen möchte (unabhängig von der Verbindlichkeit und späteren Rechtmäßigkeit des Ergebnisses)?

Mit anderen Worten: kann es gerecht sein, jemanden dafür 30 Jahre wegzusperren? "Hochverrat" finde ich in dem Zusammenhang einfach nicht passend. In Schottland wurde doch auch keiner weggesperrt. Warum? Weil die Regierung in London gesagt hat: ja gut, dann wählt mal. Aber der Versuch war der Gleiche. Rechtmäßig dürfte es doch keinen Unterschied machen. Wie kann es sein, dass im einen Fall Strafe droht, im anderen Fall aber nicht (also jetzt "philosophisch" betrachtet)? Ich hab dich im schottischen Fall jedenfalls nicht von Hochverrat reden hören.

Ich sehe den Wunsch nach Autonomie grundsätzlich als legitim an. So wie der Wunsch eines Menschen nach Freiheit. Solange dieser Wunsch mit friedlichen Mitteln (und hier muss man dann ins Detail gehen und es kann sein, dass du hier Recht hast; ich stecke da nicht so genau drin in dem Fall) verfolgt wird, sehe ich drakonische Gefängnisstrafen (die ja nur aus Gründen der Abschreckung verhängt werden) als verhältnislos an. Deswegen ist ja zum Beispiel in Deutschland ein Ausbruchsversuch aus dem Gefängnis nicht strafbar, weil er dem natürlichen Drang des Menschen nach Freiheit entspricht. Und auf einer ähnlichen Ebene sehe ich persönlich den Drang nach Eigenständigkeit.

Ich sage nicht, dass die spanische Regierung die Autonomiebestrebungen akzeptieren muss. Aber ich finde es falsch, aus Putschemón einen Putschdämon zu machen und ihn Erdogan-Gülen-Style wie einen Staatsfeind zu behandeln.


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BeitragVerfasst am: 09.04.2018, 08:39                                  +/-

Zu deinem Beitrag würde ich gerne noch eine längere Antwort schreiben, aber ich komme nicht dazu…

In other news: Wie kann man mit 49 % Stimmanteilen eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit bekommen???


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BeitragVerfasst am: 09.04.2018, 09:15                                  +/-

Durch ein unfaires Wahlsystem.


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BeitragVerfasst am: 09.04.2018, 10:29                                  +/-

Thanil
Zu deinem Beitrag würde ich gerne noch eine längere Antwort schreiben, aber ich komme nicht dazu…


Tja.


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BeitragVerfasst am: 10.04.2018, 23:19                                  +/-

Wo wir gerade bei unterhaltsamen Razzien sind: Anscheinend sind auf Wirken der Europäischen Kommission hin die Büros von Rupert Murdochs 21st Century Fox in London durchsucht worden.

Was da wohl die Hintergründe sind?


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