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USA - what the actual f*ck is going on??
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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 01.08.2017, 00:45                                  +/-

Trump gerade eben:





Absolut fantastomatisch! Great! Mit Schlagsahne und Kirsche oben drauf!

Gepostet am 01.08.2017, 00:52:




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Oxford
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BeitragVerfasst am: 01.08.2017, 09:32                                  +/-

Danke an euch alle für netzdigitale Aufbereitung hier grins


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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 01.08.2017, 13:14                                  +/-

Das war eine echte Katastrophenwoche für das Weiße Haus, wenn man mal all das zusammenfasst, was so in den letzten Tagen passiert ist: Das Obamacare-Desaster im Kongress, das chaotische Scaramucci-Intermezzo, die Rücktritte/Entlassungen von Spicer, Priebus und Scaramucci, der Raketentest in Nordkorea, die heftig kritisierten Reden vor Gruppen von Pfadfindern und Polizisten... und da ist ja auch immer noch der Vorfall rund um seinen Sohn Don jr., der Trump weiter auf die Füße fallen kann. Ich hab womöglich sogar noch was vergessen. So schlimm war es seit Amtsantritt bislang noch nie. Dabei gibt es aktuell gute wirtschaftliche Nachrichten zu vermelden, die der Präsident für sich verwursten könnte. Nope, Selbstdemontage deluxe.

Durch den Rücktritt von Priebus werden die Bindungen an die Republikaner jedenfalls weiter geschwächt. In Trumps Truppe tummeln sich Generäle, Milliardäre, Banker und rechtsextreme Nationalisten, aber kaum noch klassische Establishment-Republikaner. Einerseits könnte es so für Trump schwerer werden, seine Agenda durchzuboxen, wenn ihm die Republikaner im Kongress häufiger die Gefolgschaft verweigern sollten. Andererseits gibt es auch kaum noch mäßigende Einflüsse, das Weiße Haus wird immer unabhängiger und unberechenbarer. Und das in einer Zeit, in der z.B. Nordkorea in einem Jahr das Kernland der USA mit Nuklearwaffen erreichen könnte, so wie es momentan geschätzt wird.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 09:06                                  +/-

Zitat:
White House press secretary Sarah Huckabee Sanders on Tuesday said President Donald Trump did “as any father would” when he worked on a statement brushing off his eldest son’s June 2016 meeting with a Kremlin-linked lawyer as insignificant.


http://talkingpointsmemo.com/livewire/sanders-t...ent-russia-lawyer

Reddit:

Zitat:
Zitat:
I remember when my father helped me cover up my very first meeting with Russian agents, it was one of the most cherished moments in my childhood.


Jr. really is growing up fast. Its amazing how fast those training wheels come off. Soon he'll be able to commit treason and try to cover it up all by himself.


grins


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 18:34                                  +/-

grins grins



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Bard
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 18:44                                  +/-

Hab schon einige "Bohemian Rhapsody/Scaramucci"-Versuche gesehen, aber der ist vorn mit dabei. hähö


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 22:46                                  +/-

Trump hat jetzt das Gesetz unterzeichnet, das Russland mit harten Sanktionen bedroht, und das der Kongress nur geschrieben hat, um Trumps Hände in Russlandfragen zu binden. Hier ist Trump bei der Unterzeichnung:



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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 02.08.2017, 23:19                                  +/-

Bard
Hab schon einige "Bohemian Rhapsody/Scaramucci"-Versuche gesehen, aber der ist vorn mit dabei. hähö


dto. grins


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 08:59                                  +/-

Mir fällt immer mehr auf, wie stark mein USA-Bild von unserer spezifisch deutschen Geschichte geprägt ist.
Die Amis sind für mich immer DIE Vertreter der Menschenrechte und der Demokratie, der Freiheit des Individuums gewesen, und das natürlich deswegen, weil wir es ausschließlich ihnen zu verdanken haben, dass wir heute in einem Staat leben, der den Wandel von der menschenverachtenden Diktatur zum demokratischen Rechtsstaat geschafft hat.
Dieses Bild ist so stark gewesen, dass eigentlich alles andere erst spät an mich herankam oder nicht die Rolle spielte, die es realistischerweise hätte in meiner Beurteilung hätte einnehmen müssen.

Ein Knackpunkt für mich war meine Beschäftigung mit dem Thema der interkulturellen Kompetenz. Ich hab mich da lesend mit einigen Nationen beschäftigt (wobei "beschäftigt" nicht nur heißt: darüber gelesen, sondern auch vergleichen, zusammenschreiben, aufbereiten, etc.), und da ist auch Nordamerika mit dabei.

Vielleicht geht es ja nicht nur mir so, dass ich die Amis immer irgendwie mit uns Europäern, oder speziell auch Deutschen gleichgesetzt habe: Die haben ja - zu großen Teilen - die gleiche Hautfarbe, ihre Rock-Pop-Jazz-Kultur, auch die Literatur ist ja auch die unsere, die amerikanischen Serien prägen mehr und mehr jeden Winkel des deutschen Alltags, man ist ihnen kulturell also schon sehr nah, man "kennt" den Ami kulturell - und dann gibt es eben dieses ganz besondere Band zwischen der BRD und den USA, historisch, politisch, irgendwo ja somit auch philosophisch.

Aber mich mit der Nation beschäftigend, ist mir nochmal und wieder und ein weiteres Mal klar geworden:
Die Amis sind keine Deutschen und wir Deutschen sind keine Amis. Wirklich nicht. Ich glaube, es wäre nochmal alles klarer, wenn die Amis alle miteinander eine verwittert braune Hautfarbe, eine andere Haartracht und allesamt nationalistische Stammeskleidung tragen würden, denn dann wäre auf den ersten Blick klar, was mir immer so aus dem Blick fällt: Die Bewohner der USA sind (natürlich!...) komplett andere Menschen als wir. Nur dass es mir eben immer wieder passiert, dass ich sie mit uns gleichsetze und mich wundere, warumnun diese oder jene Entscheidung dort so und so gefällt worden ist, etc.
Würde ich sie eher wie die Chinesen oder die Inder oder die Japaner begreifen, würde ich ihnen gerechter werden, weil ich sie dann viel mehr als "fremd", als "anders", als eben Ergebnis ihrer ganz eigenen Kultur und Geschichte begreifen würde. Aber so wundere ich mich immer über meinen "Bruder USA" neben mir, warum er jetzt so spinnt, ich mach das doch jetzt auch nicht, warum irrsinnt dann er jetzt grad im Quadrat (indem er z. B. Trump wählt und nicht wenige Familien dort im Alltag mit "Make Amerika great again"-Käppis rumlaufen.)
Dass mir einige der soziokulturellen Bezüge jetzt klarer sind, heißt noch lange nicht, dass ich irgendwas davon entschuldige oder akzeptiere. Wer Trump gewählt hat, egal aus welcher Motivation, ist für mich ein selten dummes Arschloch. Aber zumindest hilft es manchmal, diesen Irrsinn irgendwie etwas besser nehmen zu können.

Ich komme drauf, weil ich eben bei apple diesen Trailer gefunden habe:



Ich habe dann das Gwangju-Massaker gegoogelt. Auch da überrascht von der eigenen Unwissenheit, weil ich ständig nur von Nord-Korea höre mit seinem Dauer-Quartalsirren, und mir eigentlich von Südkorea gar nichts bekannt ist.
Da gab es also in den 1980er Jahren eine Studentendemo gegen die Militärregierung - und was daraufhin folgte, war ein "Massaker" (es wird so bezeichnet, nicht einfach nur als "blutige Niederschlagung", o.ä., sondern ganz dezidiert als "Massaker"), dessen Opferzahlen zwischen 160 und 500 Menschen schwanken. Dunkelziffer sehr wahrscheinlich um einiges höher, da viele Angehörige ihre Toten nicht offiziell haben begraben lassen aus Angst vor Repressionen. Ein General Chun ist da der Mann, um den es geht und von dem das alles ausging. Natürlich wurde er dann der nächste Präsident des Landes.

Und wer hatte da (wieder mal) seine Finger im Spiel?
wiki über den Gwangju-Aufstand
Während des Putsches im Dezember 1979 durch das Militär unter Generalmajor Chun Doo-hwan, der die Regierung unter Choi Kyu-ha als Marionettenregierung weiter führte, verhielt sich die Regierung der USA neutral, obwohl sie Befugnis hatte, der koreanischen Armee Operationen befehlen zu können.[21]

Die USA waren zwar ursprünglich an einer Beseitigung des Diktators Park Chung-hee interessiert, hatten aber kein Interesse daran, in Südkorea ein demokratisches System einzuführen oder zu unterstützen.[22] So wurde der zweite Putsch, bei dem General Chun die komplette Macht im Land übernahm, von den USA unterstützt, denn ohne Unterstützung, hätte General Chun seine Truppen nicht befehligen können die Macht zu übernehmen. Auch die japanische Regierung unterstützte General Chun, indem sie mithalf, mit Informationen über angebliche Invasionspläne Nordkoreas die Bevölkerung zu verunsichern. Japan war auch das einzige Land in der Welt, das das Yushin-Regime in Südkorea aktiv unterstützt hatte.[22]

Japan und die USA unterstützten das Militär auch während des Massakers in Gwangju und Jimmy Carter, der Menschenrechtsfragen zum Grundpfeiler seiner Außenpolitik machen wollte, bezeichnete in einem CNN-Interview den Gwangju-Aufstand als eine kommunistische Verschwörung.[23] Nachdem Chun seine Machtbasis in Südkorea gefestigt hatte, flog er am 28. Januar 1981 in die USA, um sich von dem frisch gewählten Präsidenten Ronald Reagan Unterstützung zu holen. Chun ließ sich kurz danach am 11. Februar 1981 zum Präsidenten von Südkorea wählen.[24]


Ich wieder mal baff vorm Rechner. Ich weiß ja nun - wie jeder aufrechtgehende Mitteleuropäer - genug über Geheimdienstidiotien der Amis, darüber, welche Despoten und Mördergruppen von den Amis hochgezogen oder unterstützt worden sind. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass die letztliche, große, umfassende Beurteilung, wer die Amis für mich sind, doch immer noch massivst von unserer deutschen Geschichte geprägt ist.
Die USA haben bei uns wirklich alles sowas von richtig gemacht. Aber fast der gesamte außenpolitische Rest ist doch letztlich ein idiotischer Bullshit, der diesen gesamten Planeten auf eine Art und Weise ins schwarze Loch zu stürzen droht, infolge eines seit Jahrzehnten sich dahinziehenden politischen Schmetterlingseffekts, dass es einen wirklich atemlos machen muss.
Wo die amerikanische Politik noch so ihre Finger drinhatte - hier und hier und hier und hier, und Du googelst das wieder mal zufällig, ohne drauf gefasst zu sein.

Amerikas so Ganz-anders-Sein und auch sein Scheiße-Sein in wirklich enorm vielen Belangen muss mir mal endlich über "die Befreiung des Deutschen von sich selber" hinaus klar werden, oder ich werde bei der nächsten amerikanischen Idiotie - sich in der Zukunft ereignend oder mir in einem wiki-Artikel entgegenschießend - wieder wie der letzte Depp mit offenem Mund davor sitzen und mich fragen, wie mir "mein Ami" das nun wieder antun konnte.


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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 12:17                                  +/-

Was mir eher klar ist: "Den Ami" als solchen gibt es nicht. Das kann man so wahrscheinlich über jede Nation sagen, aber die amerikanische Gesellschaft ist so pluralistisch, so vielschichtig und so gegensätzlich, dass man kaum allgemeingültige Aussagen treffen kann. Und auch in politischer Hinsicht ist da einiges möglich. Wer weiß, 2020 sitzt vielleicht doch noch Bernie Sanders oder ein vergleichbarer Kandidat als linkester US-Präsident aller Zeiten im Weißen Haus, als starkstmöglicher Bruch nach vier Jahren Trump. Die amerikanische Gesellschaft wird insgesamt liberaler, linker und heterogener, Trumps Präsidentschaft ist eher die Folge einer Radikalisierung auf der politischen Rechten, dem Niedergang der Schwerindustrie und des Kohleabbaus in mehreren US-Bundesstaaten im Laufe der letzten Jahrzehnte und einer insgesamt zu geringen Wahlbeteiligung 2016 bei den potentiellen Wählern der Demokraten, bedingt durch die mangelnde Begeisterung für Hillary Clinton und den andauernden Zwist innerhalb der Demokratischen Partei zwischen "Progressiven" und "Moderaten". Wohin das Land steuert, ist noch schwer abzusehen. Ich denke, es gibt vieles, was uns mit den USA verbindet und vieles, was uns von den USA trennt. Aber die Beziehungen zu Amerika werden auch auf Jahrzehnte hinaus von großer Bedeutung sein, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch in militärischer, denn Europa wäre ohne die Amerikaner weiterhin nicht annähernd in der Lage, sich gegen eine russische Aggression zur Wehr zu setzen.


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Dummer FETTER Hobbit



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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 12:34                                  +/-

Die Deutschen sind die besseren Amis, das ist doch klar...


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 13:01                                  +/-

Da der obige Film auf Tatsachen beruht - den deutschen Reporter Hinzpeter gab es wirklich, genauso den Taxifahrer - hier noch ein Bericht aus der NYT, auch wenns off topic ist.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 14:23                                  +/-

Was mir eher klar ist: "Den Ami" als solchen gibt es nicht. Das kann man so wahrscheinlich über jede Nation sagen, aber die amerikanische Gesellschaft ist so pluralistisch, so vielschichtig und so gegensätzlich, dass man kaum allgemeingültige Aussagen treffen kann.


Das ist mir genauso klar wie Dir, gerade im Licht interkultureller Aspekte. Ich spreche ja auch weitaus weniger darüber, wie "der Amerikaner" ist, sondern über mein subjektives Amerika-Bild im Wandel. Ich dachte, das auch weitestgehend nachvollziehbar so formuliert zu haben? Gerade der Aspekt der eigentlichen Fremdheit der US-Amerikaner, da letztere zumindest ich immer ziemlich schnell mit mir als Deutschem gleichzusetzen geneigt bin, ist mir dabei ein zentraler Gedanke. Deine Analyse der Trump-Wahl ist sicher in vielen Belangen zutreffend (auch wenn Du glaube ich unterschätzt, was für ein erstaunlicher Hillary-Hass in den USA in vielen Schichten grassierte und wohl immer noch grassiert), darum ging es mir aber eigentlich nicht.


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Bard
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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 19:05                                  +/-

Euseppus
Das ist mir genauso klar wie Dir, gerade im Licht interkultureller Aspekte. Ich spreche ja auch weitaus weniger darüber, wie "der Amerikaner" ist, sondern über mein subjektives Amerika-Bild im Wandel. Ich dachte, das auch weitestgehend nachvollziehbar so formuliert zu haben?


Jaja, schon klar, dennoch fällt bei dir in jedem zweiten Satz die Wendung "die Amis", was beim Lesen ein bisschen den Eindruck einer homogenen Nation erzeugen kann, selbst wenn es nicht so gemeint sein sollte (wovon ich eigentlich auch ausgehe). Aber auch bei der Erkenntnis, dass die USA bzw. die Amerikaner uns in vielerlei Hinsicht "fremd" sind, würd ich mir dann wieder die Frage stellen: Welche Amerikaner? Die christlich-konservative Landbevölkerung im Biblebelt? New Yorker?

Das Land hat eine andere politische Tradition als Deutschland, eine historisch bedingte Skepsis vor zu viel staatlichem Einfluss, eine geringer ausgeprägtere Hemmschwelle gegenüber nationalistischen und militaristischen Einstellungen (da man nicht dieselbe Erfahrung gemacht hat wie Deutschland mit dem Nationalsozialismus, sondern eben aufgrund der wirtschaftlich-militärischen Stärke Diktaturen wie Japan oder Deutschland besiegen konnte) etc. Dazu der höhere Anteil an evangelikalen religiös-wertkonservativen Bürgern. Es gibt schon große Unterschiede, andererseits glaube ich nicht, dass sich z.B. Eiranion gerade gänzlich fremd in den USA fühlt, kulturell gibt es (wie du ja auch schreibst) einfach so viele Überschneidungen und Einflüsse, die dank Internet und der Zunahme an persönlichen Kontakten eher noch größer werden. Die Amerikaner sind uns fremd und gleichzeitig nah.

Was deine Einschätzung der amerikanischen Außenpolitik der letzten Jahrzehnte betrifft: Da gibt es sicherlich viele Beispiele, bei denen die USA speziell während des Kalten Krieges Menschenrechte und Demokratie hintenan gestellt haben, wenn das unterstützte Regime nur z.B. ausreichend antikommunistisch eingestellt gewesen ist. Südkorea wäre ein Fall, Chile ein anderes Paradebeispiel. Dennoch denke ich, dass die Amerikaner (nicht nur hierzulande) auch die Verbreitung von Demokratie und Rechtstaatlichkeit gefördert bzw. gegenüber Bedrohungen von außen (wie z.B. dem Ostblock) verteidigt haben. Das auf "idiotischen Bullshit" zu reduzieren finde ich ziemlich einseitig, trotz allem, was man den Amerikanern auch zum Vorwurf machen kann oder muss.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 19:32                                  +/-

Die Amerikaner sind uns fremd und gleichzeitig nah.


Logo. Nur dass das Dir beides wohl schon vorher bewusst war, mir das erstere nicht.

Gepostet am 03.08.2017, 19:33:

Welche Amerikaner? Die christlich-konservative Landbevölkerung im Biblebelt? New Yorker?

Alle.

Gepostet am 03.08.2017, 19:36:

Der Amerikaner als solcher in seiner Essenz.

Und jetzt bitte nicht wieder schreiben, dass man ja nicht alle Amerikaner über einen Kamm scheren kann...


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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 19:55                                  +/-

Jo mei, denn drugg di holt exakta aus, du Standard-Deitscha, depperta.


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einBaum



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BeitragVerfasst am: 03.08.2017, 21:39                                  +/-

Bard
(...) eine historisch bedingte Skepsis vor zu viel staatlichem Einfluss (...)


Da gucke ich auch immer wie ein Fisch auf dem Trockenen, bei fast allen Ausprägungen, die das mit sich bringt: Die überbordende Individualisierung oder die Penetranz, mit der bei jedem Problem auf die Eigenverantwortung des Einzelnen verwiesen wird, oder die schräge Waffenvernarrtheit vor allem im ländlichen Raum. Das in Kombination mit der dortigen Konsumgeilheit ist mir auch fremd. Ich muss mich dann immer daran erinnern, dass solche Sachen nicht nur historisch gewachsen sind, wie Bard schon sagte, sondern dass die USA auch einfach ein Riesenland sind. Mega-Fläche! Da ist das nächste Polizeirevier halt manchmal zwei Stunden weit weg, die nächste Klinik auch etc. Seine Schnittwunden klammert man dann eben erstmal selbst zusammen, und Solidargemeinschaften für Krankenversicherungen findet man doof, wenn's gar keinen anständigen Arzt in unmittelbarer Reichweite gibt. Nachvollziehbar.

Komischen Rassismus & Konsorten kenne ich hingegen schon aus meinem Elternhaus, damit bin ich aufgewachsen. Gibt's vermutlich überall auf der Welt, dieses naive Bedürfnis, die Welt anhand oberflächlicher Merkmale in Gut und Böse einzuteilen. Das ist alles überhaupt nicht fremd. Genauso wenig wie die abstrusesten Glaubensrichtungen. Meine halbe Verwandtschaft tickt so. Ganz schräge Leute. Eine mittlerweile verstorbene Großtante aus dem Schwarzwald war zum Beispiel ganz entsetzt, als meine Familie beerdigungstechnisch mit dem Krematorium liebäugelte. Sie glaubte fest daran, dass man seine Körperlichkeit ins Jenseits mitnimmt und wir dann alle als hilflose Aschehäufchen durch den Himmel wehen. Sie duldete keinen Widerspruch. "Die Sozis" werden in meiner Verwandtschaft auch mit großer Inbrunst gehasst, die Linkspartei geht gleich überhaupt nicht, und von den Grünen kann man höchstens mal dem einen oder anderen vom Realo-Flügel ein Quäntchen Respekt zollen, aber nur wenn's ein Schwabe ist. Besonders gerne hasst meine Familie übrigens linke, weibliche Politikerinnen. Andrea Nahles, Sarah Wagenknecht oder Claudia Roth sind feuerrote Tücher in meiner aufbrausenden Verwandtschaft.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das populistische System Trump hat in meinen Augen überhaupt nichts Fremdes an sich. Fremd ist vielleicht, dass alles so kurzatmig daher kommt, aber das ist eine Frage der Zeit und der neuen Medien. Das spaltende Element des Populismus ist hingegen ein ganz, ganz alter Hut.

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 04.08.2017, 07:22                                  +/-

einBaum


Da gucke ich auch immer wie ein Fisch auf dem Trockenen, bei fast allen Ausprägungen, die das mit sich bringt: Die überbordende Individualisierung oder die Penetranz, mit der bei jedem Problem auf die Eigenverantwortung des Einzelnen verwiesen wird,


Dieses Grundgefühl finde ich sogar irgendwie ganz cool. Eigentlich. Es ist aber mittlerweile weitgehend degeneriert; genau hier sind die Trumpwählerbabys bigott bis Dorthinaus. Denn "die haben uns unsere Jobs weggenommen, die wollen uns unsere Vorurteile gegen Minderheiten verbieten, die finden, wir seien ohne Drogen, ohne Teenie-Schwangerschaften und mit Bildung evtl. besser dran, die halten gendergerechte Toiletten für wichtiger als das Elend des weißen Mannes etc." - das ist ein ständiges Mimimimi just derer, die ach so viel Wert auf Eigenverantwortung legen. Aus dem eigentlich erwachsen klingenden Wunsch nach Freiheit und Eigenverantwortung wird der trotzige Kleinkindwunsch nach Schrankenlosigkeit und Narzißmus, Ich-laß-mir-gar-nix-sagen, "Wehe jemand stört mich in meiner kleinkindlichen Allmachtsphantasie" - und ganz nebenbei soll Vater Staat mich gefälligst trotzdem versorgen, aber indirekt, damit ich's nicht so merke: mit einem Job, der mich möglichst nicht fordert, es mir (und mir auch, seiner daheimbleibenden Frau) aber ermöglicht, ungehemmt zu konsumieren, sei es Unterhaltungselektronik aus China oder Meth aus ortsansässiger Produktion.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 04.08.2017, 10:15                                  +/-

Die sprühen Käse aufs Brot!!!1


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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 04.08.2017, 12:05                                  +/-

Die trinken gechlortes Wasser.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 04.08.2017, 12:44                                  +/-

Die sprühen auch so Antihaftzeug in die Bratpfanne Yes


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 04.08.2017, 13:32                                  +/-

Ich lese sehr gerne Reisetipps im Netz für Deutschlandreisen, speziell von Amis. Folgende Dinge finden Amis in Deutschland erwähnenswert:

Man kann nicht alles mit Kreditkarten bezahlen
Münzen sind tatsächlich etwas wert
Leere Flaschen sind auch etwas wert
Die Menschen sind freundlicher als angenommen, aber auch sehr direkt
Es gibt nackte Brüste im Fernsehen und auf Plakatwänden
Es gibt Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Autobahn
Das Frühstück ist jämmerlich
Lebensmittel sind unfassbar billig
Benzin ist absurd teuer
Zeitangaben sind unverständlich
Ein beliebter Kinder-TV-Star ist ein depressives Brot
Deutschland ist eine Servicewüste
Die Mülltrennung ist völlig undurchschaubar
Das Essen ist abgesehen vom Frühstück sehr gut
Sonntags kann man nichts kaufen
Es gibt andauernd Feiertage, aber nicht überall
Es ist erstaunlich heiß im Sommer
Niemand weiß, was eine Jägerbomb ist
Es gibt keine Mückengittern an den Fenstern
Es gibt fast nirgends Klimaanlagen
Ketchup bei McDonalds kostet extra
Aber dafür ist das Essen dort besser als bei den McDonalds in den USA
Man bekommt im Kino einen festen Platz zugewiesen, was total suckt
Das Popcorn gibt es nur in süß, was auch total suckt
Überhaupt bringen Kino nichts, weil alles synchronisiert ist
Straßenfeste sind super
Ikeas sind toll und es gibt sie überall
Weihnachtsmärkte sind das Allerbeste


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