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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 12:10                                  +/-

Interne Chatnachrichten, die WDR, NDR und der "Süddeutschen Zeitung" vorliegen


Dazu fällt mir doch einer ein:

Die internen Chatnachrichten liegen zudem auch der New York Times, der Zeit und der NZZ vor und wurden in diversen Facebook-Gruppen geteilt. Außerdem konnte Petrys Friseur einen Blick darauf werfen.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 12:14                                  +/-

Regierungsfähig? Was will die denn regieren?


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Bard
Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 12:16                                  +/-

Die AfD-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern spaltet sich auf

Boy, that escalated quickly.


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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 13:24                                  +/-

@Celebrian:
Naja, dieser Teil reichte aber doch offenbar. Wir reden ja hier nicht von 30% sondern "nur" von ca. 7/8% die von der CSU zur AfD gewandert sind.

Celebrian

Bernd Ulrich formuliert das besser in der ZEIT:

Ohnehin fehlt in der Öffentlichkeit, vor allem aber in der CSU, die jetzt irgendwie nach rechts will, ein tieferes Verständnis dafür, warum die Union unter Merkel liberaler und globaler geworden ist und so rechts von sich Raum lassen musste: Weil nämlich konservative und national orientierte Politik in einer globalisierten Welt an jeder Wegkreuzung in Paradoxien führt, wie zurzeit in den USA und in Großbritannien gut zu besichtigen ist. Ein Land, das noch dazu so sehr von seinem Export lebt und dessen Zugriff auf den Nationalismus aus nahe liegenden Gründen sehr begrenzt ist, kann gar nicht anders als liberal und weltoffen geführt werden. Es liegt gewissermaßen im nationalen Interesse Deutschlands, nicht national zu sein. Zudem, und das ist die mit der meisten psychischen Energie verdrängte Wahrheit: Ein Exportweltmeister kann nicht anders, als sich auch einen Teil der Probleme der Welt da draußen zu importieren. (Es sei denn, man wäre eine Insel wie Australien oder Kanada.)



Was diesen Bernd Ulrich betrifft, da kann ich nur sagen, dass es ja wunderbar ist wenn er meint, dass sich alles im Sinne einer globalisierten Welt zu entwickeln habe.
Aber der gute Mann sollte dabei mal zum einen die Geschwindigkeit berücksichtigen die Merkel ihrer Klientel aufgezwungen hat und andererseits muss man ja auch nicht 100% der Meinung des Herrn Urlich sein. Die Frage nach Identität ist es gerade die viele Leute umtreibt. Und da geht es nicht um Nationalismus, sondern einfach nur darum seine Wurzeln zu kennen und diese auch bewahren zu wollen ohne sie irgendwem überstreifen zu wollen. (Das geht vor allem auch in die Richtung Integration. Wohin soll sich denn jemand integrieren wenn es da gar keine Identität mehr gibt...)
Ich sehe auch nicht wo Deutschland bisher nicht weltoffen gewesen sein soll, dass es diesen Linksruck der CDU benötigt hätte um den Status des Exportweltmeisters zu behaupten. Eine abenteuerliche These geradezu. Im Gegenteil, ist es doch der gute Ruf Deutschlands und die Mentalität der Deutschen welche die Grundlage für diesen Status in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat. Und das gänzlich ohne Nationalismus. Diesen jetzt durch die CSU herbeischreiben zu wollen ist einfach falsch und soll davon ablenken, dass Merkels Linksdrift der Auslöser für die Absturz der C Parteien ist.

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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 13:38                                  +/-

Ich versteh nur nicht, wo der Linksruck der CDU jetzt unsere Indentität verändert hat. Was war denn typisch Deutsch an Atomkraft, der Wehrpflicht, dem Fehlen eines Mindestlohns?
Das mag die Leute in der Union frustriert haben, aber die einzige Frage, die entfernt was mit "Identität" als Deutscher zu tun hat, sind im Endeffekt doch wieder die Flüchtlinge und die Frage, wie hälts dus mit den Ausländern? Und da ist die AfD einfach offen rassistisch und ausländerfeindlich, und das haben diese Leute sehr explizit gewählt. Da hab ich dann relativ wenig Verständnis.


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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 14:05                                  +/-

Gurthang
Die Frage nach Identität ist es gerade die viele Leute umtreibt. Und da geht es nicht um Nationalismus, sondern einfach nur darum seine Wurzeln zu kennen und diese auch bewahren zu wollen ohne sie irgendwem überstreifen zu wollen. (Das geht vor allem auch in die Richtung Integration. Wohin soll sich denn jemand integrieren wenn es da gar keine Identität mehr gibt...)


Hä? Also gibt es links der C-Parteien nur Wurzel- und Identitätslose? Was ist mit der Identifizierung mit dem Grundgesetz, was mit der europäischen Identität? Den Wurzeln in Aufklärung und meinetwegen christlicher Nächstenliebe? Da gibt es doch genug Mehrheits- und Gegenwartsfähiges, das keineswegs verlangt, sich bestimmten Modernisierungen zu verschließen.

Übrigens ist "Linksruck" eine Frage der Perspektive. Für die meinige hat Merkels Kurskorrektor lediglich dafür gesorgt, daß die CDU glaubwürdig Kontakt zur Mitte hält.

Gurthang
Ich sehe auch nicht wo Deutschland bisher nicht weltoffen gewesen sein soll, dass es diesen Linksruck der CDU benötigt hätte um den Status des Exportweltmeisters zu behaupten. Eine abenteuerliche These geradezu. Im Gegenteil, ist es doch der gute Ruf Deutschlands und die Mentalität der Deutschen welche die Grundlage für diesen Status in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat.


Und damit das auch in den nächsten Jahrzehnten so bleibt, sollten wir in Sachen EU vielleicht nicht allzu destruktiv vorgehen... klar, Ulrich verkürzt, und natürlich muß man nicht seiner Meinung sein. Ich fand's dennoch schlüssig.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 14:15                                  +/-

Und da geht es nicht um Nationalismus, sondern einfach nur darum seine Wurzeln zu kennen und diese auch bewahren zu wollen ohne sie irgendwem überstreifen zu wollen.


Ich verstehe das weder in dieser Deiner gemäßigten Form noch innerhalb einer offen nationalistischen Sichtweise:
Jeder kennt doch seine Wurzeln und jeder hat doch seine Wurzeln! Das Elternhaus, das Land, die Stadt/das Dorf, die eigene Sprache, das Essen, die Musik, die Kleidung... Das kennt jeder, jeder darf sich jederzeit dadurch definieren und meinetwegen auch "stolz" darauf sein, es feiern, ausleben und überhaupt.
Warum muss ich die "bewahren" oder um die kämpfen?
Mir geht diese gesamte Haltung nicht ein. Ging auch noch nie. Was ändert der Pakistani oder die 20 Pakistani neben mir an der Münchner Bushaltestelle dran, wie ich meine Identität definiere, führe, fühle und lebe? Davon mal ganz abgesehen, dass gerade in kulturell globalisierten Zeiten weiß Gott sich ein Großteil der jungen Generation alles andere als durch sein bayerisches Erbe in puncto Identität definiert, sondern durch US-amerikanische Musik, britische TV-Serien und asiatisches Essen.
Ich lese aus einer Argumentation wie Deiner immer nur wieder das gleiche Un-Argument heraus:
Wenn der andere was kriegt (hier: Platz in unserer Gesellschaft), dann nimmt das mir was weg.
Das ist die gleiche Denke wie die in der Homophobie und dem aggressiven Anti-Feminismus.

Natürlich geht es hier um Nationalismus. Wenn ich Dir schon folgen soll darin, dass es irgendwo auch nicht um Nationalismus geht, dann geht es bei unseren AfD-Wählern bzw. "enttäuschten CSU-Wählern" or whatever gerne auch noch um was anderes: Um unhinterfragten Rassismus und wirtschaftlichen Egoismus.


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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 15:11                                  +/-

Zum Thema Identität hat Jens Spahn küzlich einen KOmmentar in der Zeit geschrieben den ich da recht passend finde und der zum Teil genau das ausdrückt was ich meine.

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Celebrian
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 15:36                                  +/-

Och komm, diese Randerscheinung schon wieder... Daß Merkels CDU in Gefahr ist, zu realitätsfernen Hipstern zu mutieren, seh ich jetzt echt nicht.

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 15:43                                  +/-

Gurthang
Jens Spahn


Von der CDU?


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 15:45                                  +/-

Mir ist die deutsche Sprache ein echtes Anliegen. Ich hab immer schon selber gedichtet, überhaupt geschrieben, und das viel, ich piesacke meine Oberstufenschüler für ihre Seminararbeit von Anfang an in puncto Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung und schon wenn Celeb mit ihrer best breast friend wieder am Telefon auf Englisch spricht (die selber Hessin ist), wirds mir immer etwas börchks zumute.
Und dass in Berliner Hipster-Kneipen ohne Not die anglizstische Sprachkeue ausgepackt wird - ich find das auch doof.
Aber von Berliner Hipster-Cafe-Gepflogenheiten abzuleiten, dass die deutsche Sprache versauert, ist nunmal einfach Quatsch.
Und selbst WENN unsere deutsche Sprache sich wandelt (und das tut sie, das tat sie schon immer), dann ist das so und ein Zeichen des Zeitalters der Globalisierung; das ist für mich selber eine Pille, die ich schlucken muss, aber mei. Das ist der Gang der Dinge. Wenn man das ändern will, muss man in die Zeitmaschine steigen und in der Steinzeit kilometerhohe Grenzwälle ziehen, denn Massenwanderungen und kulturelle Durchmischungen gab es und gibt es schon immer.

Spahn gibt hier ein Blabla von sich, das vor allem eines ist:
Irrelevant.


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 15:47                                  +/-

Als jemand, der schon ganze Meetings mit meinem östereichischem Chef auf Englisch geführt hab kann ich übrigens einwerfen: Das passiert manchmal einfach. In den allermeisten Fällen diskutieren wir auf Deutsch. Aber wenn man in einem sehr internationalen Umfeld arbeitet, ist man ans englische so gewöhnt, dass es schon mal vorkommt, dass man vergisst ins Deutsche zu wechseln. Passiert auf Parties auch schonmal, das fünf Leute sich unterhalten und am Ende stellt man fest, dass alle Deutsch gekonnt hätten. Das muss gar keine bewusste Entscheidung weil es so "cool" ist und man sich vom Pöbel abgrenzen will, sondern kann auch einfach unbewusst geschehen.


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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 15:53                                  +/-

Es ist weniger der Umstand in Berliner Kneipen den ich meine. Die sind mir ohnehin wurst.
Ich meine eher den Teil hier:
Zitat:
...trifft sich in Clubs, wo die gleiche Musik gespielt wird wie in Belgrad oder Brüssel. Und in Cafés, die exakt so eingerichtet sind wie die angesagten Läden in London oder Łódź. So werden die kulturellen Unterschiede nivelliert. Nationale und regionale Besonderheiten werden nur noch als interessantes Kuriosum am Rande wahrgenommen. Dabei geht uns viel verloren. Europa bedeutet Vielfalt. Rom, Helsinki, Prag, Athen – überall gibt es reiche lokale Traditionen zu entdecken. Wer aber als Besucher im nächsten Starbucks nur auf seinesgleichen trifft, läuft Gefahr, vieles zu verpassen. Und zwar nicht nur in Clubs und Cafés: Ein wichtiger Aspekt der regionalen Kultur ist die Sprache. In ihr spiegeln sich viele kulturelle Nuancen wider. Auch deshalb bedeutet das Erlernen von Fremdsprachen immer eine große Bereicherung. Die allgegenwärtige Verwendung des Englischen dagegen ist das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung. Wenn überall auf der Welt nur noch Englisch gesprochen wird, dann ist es am Ende egal, ob ich mich gerade in Sydney, Barcelona, San Francisco oder Moskau aufhalte. Das allgegenwärtige Englisch mag das Leben vereinfachen, negiert aber viele kulturelle Unterschiede, die sich eben auch in Sprache ausdrücken. Und es zeugt von mangelnder Neugierde, sich mit den Eigenheiten des Gastlandes zu beschäftigen und sich darauf einzulassen. Das ist sprachliche und kulturelle Uniformität statt Vielfalt.


Und die Sprache ist nur ein Teilaspekt.
Für mehr müsste ich jetzt weiter ausholen. Aber mir fehlt gerade etwas die Zeit...

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 15:56                                  +/-

Englisch ist eben so primitiv und flexibel, dass es als Weltsprache taugt.
Wo ist das Problem? Weiterhin wird jeder seine Muttersprache lernen und in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich immer noch früher und verlässlicher Englisch. Das nivelliert doch keine eigene Kultur. Wieder mal: Ängste, Befürchtungen, hua!, die Welt geht unter.
Fällt mir gleich wieder mal ne Partei ein, die von sowas lebt.


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 16:04                                  +/-

Ich seh das ja auch eher als Bereicherung. Hier bildet sich halt die europäische Kultur heran, die dringend notwendig ist, um die EU auf Dauer zusammen zu halten. Sie wird die lokalen Kulturen nie ersetzen, sondern ist eine wichtige Ergänzung wenn wir langfristig miteinander und nicht gegeneinander leben wollen.


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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 16:05                                  +/-

Gurthang
Es ist weniger der Umstand in Berliner Kneipen den ich meine. Die sind mir ohnehin wurst.
Ich meine eher den Teil hier:
Zitat:
...trifft sich in Clubs, wo die gleiche Musik gespielt wird wie in Belgrad oder Brüssel. Und in Cafés, die exakt so eingerichtet sind wie die angesagten Läden in London oder Łódź. So werden die kulturellen Unterschiede nivelliert. Nationale und regionale Besonderheiten werden nur noch als interessantes Kuriosum am Rande wahrgenommen. Dabei geht uns viel verloren. Europa bedeutet Vielfalt. Rom, Helsinki, Prag, Athen – überall gibt es reiche lokale Traditionen zu entdecken. Wer aber als Besucher im nächsten Starbucks nur auf seinesgleichen trifft, läuft Gefahr, vieles zu verpassen. Und zwar nicht nur in Clubs und Cafés: Ein wichtiger Aspekt der regionalen Kultur ist die Sprache. In ihr spiegeln sich viele kulturelle Nuancen wider. Auch deshalb bedeutet das Erlernen von Fremdsprachen immer eine große Bereicherung. Die allgegenwärtige Verwendung des Englischen dagegen ist das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung. Wenn überall auf der Welt nur noch Englisch gesprochen wird, dann ist es am Ende egal, ob ich mich gerade in Sydney, Barcelona, San Francisco oder Moskau aufhalte. Das allgegenwärtige Englisch mag das Leben vereinfachen, negiert aber viele kulturelle Unterschiede, die sich eben auch in Sprache ausdrücken. Und es zeugt von mangelnder Neugierde, sich mit den Eigenheiten des Gastlandes zu beschäftigen und sich darauf einzulassen. Das ist sprachliche und kulturelle Uniformität statt Vielfalt.


Und die Sprache ist nur ein Teilaspekt.
Für mehr müsste ich jetzt weiter ausholen. Aber mir fehlt gerade etwas die Zeit...


Sowas können echt nur Leute sagen, die absolut keine Ahnung haben, wovon sie reden.
Wahrscheinlich selber noch nie länger im Ausland gewesen.

Aber klar, sobald ich Englisch spreche, vergesse ich meinen deutschen Hintergrund umgehend Mit den Augen rollen Bei soviel Unwissenheit und Borniertheit platzt mir echt der Sack.

Englisch als Lingua Franca ist die beste Möglichkeit, überhaupt fremde Kulturen/Menschen näher kennenzulernen.

Aber nee klar, Jens Spahn und Gurthang machen erstmal 3 Jahre Chinesisch-Kurs- Alles andere wäre total untrue. Ach nee, ich vergaß... die Chinesen sollens bittschön Deutsch lernen. Ist ja klar.


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lila



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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 16:11                                  +/-

Also ob man in Moskau ist oder nicht, wird einem wohl immer auffallen. hähö

Außerdem könnte man ja - Achtung, gewagte Hypothese - dem englischsprachigen Kellner auch einfach auf Deutsch antworten. Erfahrungsgemäß freuen sich die meisten Deutschlernenden eigentlich darüber, wenn man mal mit ihnen Deutsch spricht, weil sie - wie Eiranion ja schon beschrieben hat - in den häufig internationalen Arbeitsumfeldern wenig Möglichkeit dazu haben.

Insgesamt klingt das für mich alles aber so, als ob man eine wahrgenommene/vermutete kulturelle Gleichschaltung einfach mit einer anderen kulturellen Gleichschaltung ausmerzen will. Wo wird denn durch die Existenz irgendwelcher Berliner Globalisierungshipster Jens Spahn im Ausleben seiner Kultur eingeschränkt?

Vielleicht sollte man den Spieß mal umdrehen und fragen, warum sind die Dinge, die Spahn und Co. als so wichtig für die/ihre kulturelle Identität sehen, für anscheinend einige Leute nicht mehr ansprechend sind? Könnte das vielleicht damit zusammenhängen, dass die einzigen, die sich regelmäßig "deutsche Traditionen" auf die Fahnen schreiben, rechte Parteien sind? Man könnte ja mal - noch gewagtere Hypothese - statt ständigem Dissen von irgendwelchen Feindbildern auch mal die Initiative ergreifen und versuchen, die Traditionen aus der rechten Ecke zu ziehen. Soll der Spahn mal einen antirassistischen Trachtenverein gründen, bevor er da weiter rummemmt.


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 16:24                                  +/-

Der kommt aus meiner Ecke, da gibts keine Tracht. Aber ein antifaschistischer Schützenverein, der wäre mal was. Da käme Leben in die Bude. hähö

Das beschauliche, spießige Münster hat übrigens das schlechteste AfD-Wahlergebnis in ganz Deutschland, mit unter 5%.


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Nichtraucher
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 16:26                                  +/-

Son sächsischer Wutbürger wählt doch nicht die AFD, weil in Berliner Hipsterbars englisch geredet wird. Ist doch Quatsch.


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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 16:29                                  +/-

Ich hab jetzt dreimal schon angefangen was zu schreiben und es dann wieder gelöscht. Ich glaub ich lass es.


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Bard
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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 16:41                                  +/-

Also, ich kann die Sorge um den Verlust von regionalen/lokalen Traditionen bzw. von Dialekten oder Regional-und Minderheitensprachen einerseits schon ganz gut verstehen.

Beispiel: Meine Großeltern haben beispielsweise privat untereinander noch ausschließlich Plattdeutsch (also Niederdeutsch) gesprochen, meine Eltern haben Hoch-und Plattdeutsch gleichermaßen gesprochen, ich verstehe die Sprache (es ist nämlich eher eine eigene Sprache), habe aber kaum Gelegenheit, mich noch mit jemandem darin zu unterhalten, speziell seit dem Tod meiner Großeltern.

Ich gehe letztlich davon aus, dass sie trotz aller gegenteiligen Bemühungen irgendwann (wie viele kleinere Sprachen rund um den Globus) verschwinden wird. Das empfinde ich durchaus als traurigen Verlust von kulturellem Erbe (wenn auch keine absolute Katastrophe).

Andererseits ist es ein Prozess, der sich kaum stoppen lässt in einer zunehmend globalisierten Welt. Wir leben in einer Zeit, in der man sich über das Netz theoretisch mit jeder Person rund um den Globus unterhalten kann, sofern man eine gemeinsame Sprache spricht (meist Englisch oder eine andere Lingua Franca).

Wir leben seit Jahrzehnten im Jetzeitalter, das die Reisegeschwindigkeiten enorm verkürzt hat. Wir leben im Zeitalter von Massenmedien, in der z.B. kleinere Sprachen fast völlig bedeutungslos geworden sind.

Und ja, wir leben in einer Zeit, in der es auf globaler, europäischer und auch nationaler Ebene zu größeren Wanderungsströmen kommt. Seit der Industrialisierung sind viele Menschen in Deutschland z.B. auf der Suche nach Arbeit von einer Region in die andere gezogen, vor allem natürlich in Großstädte und Ballungsräume wie das Ruhrgebiet. Es dürfte viele Familien geben, die nahe oder entfernte Verwandte haben, die über das ganze Land verstreut sind, während andere vielleicht noch seit Generationen verwurzelt sind.

Das alles trägt sicherlich zur Nivellierung von kulturellen und sprachlichen Unterschieden bei, auch wenn man in vielen Fällen kaum etwas dagegen machen kann.

Allerdings würden sich mir da zwei Fragen stellen:

1. Warum soll man das ausschließlich oder vor allem als Bedrohung wahrnehmen? Für mich ist es auch ein Gewinn, dass ich ganz andere Möglichkeiten zum Austausch habe, dass man Gemeinsamkeiten mit Leuten aus anderen Ländern findet oder Interessen teilt. Und das trifft auch (auch wenn das bei manchen sofort Abwehrreaktionen hervorruft) auf Zuwanderer aus anderen Teilen Deutschlands, Europas oder der Welt zu. Das es hier auch zu Konflikten kommen kann, dass Einwanderung auch (zum Teil massive) Probleme verursachen kann, will ich gar nicht in Abrede stellen. Aber manche Leute nehmen ausschließlich das wahr oder wollen nichts anderes wahrnehmen bzw. auch nur in irgendeiner Form auf "Fremde" zugehen. Die sind anders, die sind komisch, die sollen weg. Deutschland den Deutschen und wer Deutscher ist, bestimme ich.

2. Was mich zur zweiten Frage bringt: Warum wird diese Angst vor Identitätsverlust oder vor dem Verlust von nationalen/regionalen/lokalen Eigenheiten bei manchen Leuten so stark mit Zuwanderung verknüpft, wenn wir längst in einer pluralistischen Gesellschaft leben, mit einer Vielzahl von Subkulturen, Interessensgruppen etc. Die Fixierung auf Einwanderung als Bedrohung unter Ausblendung aller anderen Aspekte kann ich eher schwer nachvollziehen. Warum drehen manche Leute durch, wenn an der Bushaltestelle mehrere Leute mit dunkler Hautfarbe stehen? Warum steckt das so tief drin? Ich hab einige Berichte gelesen von Journalisten mit anderer Hautfarbe, die durch Regionen wie die Sächsische Schweiz oder andere Gegenden im Osten gereist sind und auf massive Anfeindungen gestoßen sind, nur weil sie anders aussehen, weil sie nicht der Norm entsprechen. Wenn das Angst vor "Identitätsverlust" ist, dann ist er in seiner Aggressivität krankhaft und irrational.


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Zuletzt bearbeitet von Bard am 25.09.2017, 16:54, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 25.09.2017, 16:43                                  +/-

Wir waren ja beim Thema "Identität", ich nehme an, dass Gurthang den Kontext dieses Links wohl genauer erläutert hätte, wenn er mehr Zeit dafür hätte. Den Artikel selber finde ich nach wie vor Quatsch. Das sind schlicht und einfach ganz private und höchst subjektive Befindlichkeiten, die jemand hier zu nationaler Bedeutung aufblasen möchte.

Zurück zur Wahl.
Was ich mir jetzt wünschen würde: Dass alle Parteien wieder zu sich selber finden. Es gibt da einen Punkt, aus dem heraus ich vielen Parteien leider gönnen muss, dass sie gegenüber der AfD so frontal abgelosed haben: Alle haben das Thema "Flüchtlinge!, Flüchtlinge!, Flüchtlinge!" panisch im Wahlkampf auf ihre Fahnen geschrieben und sich dadurch von der AfD vor dieser her treiben lassen. Auch nicht vergessen habe ich Aussprüche eines Gabriel (und anderer), die bereits vor einem knappen Jahr deutlich machten, dass man hier versucht, dem rechtskonservativen Wähler hinterherzulaufen und es den vermeintlichen AfD-Wählern Recht zu machen.
Nur so ein im eigenen Denken eingemauerter konservativer wie Seehofer schafft es, aus der Wahl die Lehre zu ziehen, dass er in der Wahlzeit immer noch nicht genug bei den Rechtspopulisten gefischt hat.
Allen anderen Parteien wünsche ich, dass sie sich jetzt von dieser ganzen (selbstkreierten - und, man muss es leider immer wieder betonen, von den Medien mit verursachten) Afd-Flüchtlingsthema-Rechtsruck-Aufregung möglichst schnell erholen: Die 13-%-Arschlöcher haben die Arschlöcher gewählt, alles klar, Deckel drauf, der Schaden ist passiert, jetzt weiß man, woran man ist.
Gut jetzt.
Jetzt wäre es Zeit, endlich wieder daran zu denken, wofür man als Partei eigentlich einsteht und wofür man gewählt worden ist - oder nicht -, bevor man glaubte, der AfD die Wähler abspenstig machen zu müssen. DAS wäre Stärke. Das kann sich zeigen als starke Regierungsparteien oder auch starke Oppositionsparteien.
Ein Seehofer ist ja auch deswegen so panisch, weil die Fallhöhe bei einer Partei wie der alleinregierenden CSU natürlich enorm hoch ist. Der spinnt jetzt nicht nur durchs Gemäuer, weil er Prozente verloren hat, sondern weil der Luxus einer automatisiert gesetzten 50%-Marke plötzlich verschwunden ist.
Auf gut Deutsch: Der Mann hat Probleme. Mit den Augen rollen

Ich wünsche mir eine Parteienlandschaft, in der alle mal gut durchatmen, sich auf ihre Stärken als demokratische Parteien besinnen und auch zeigen, was sie alle zusammen gegen eine 13%-AfD in der Hand haben.


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