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einBaum



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BeitragVerfasst am: 26.09.2017, 22:09                                  +/-

Was für ein Rant! Ich versuche mal aufzudröseln:

1. Ich sehe keinen Grund für Deutschen- oder gar Menschenbashing allgemein. Da bashe ich lieber die AfD-Wähler im Speziellen. Über 87% haben eben nicht AfD gewählt. Muss man auch mal festhalten.

2. Wirtschaftlicher Wohlstand und Glück sind NICHT ein und dasselbe. Eine gewisse Grundsicherung ist sicher notwendig, um Glück zu empfinden, aber darüber hinaus gibt es Dutzende andere potenzielle Störfaktoren. Stichworte sind Entfremdung, Dauerstress, Leistungsgesellschaft. Depressionen, Burn-Out und weitere psychische Störungen sind auf einem All-time-Hoch.

3. Ich glaube, du überschätzt den wirtschaftlichen Wohlstand Einzelner. Schuldenberge, Langzeitarbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitsverhältnisse können eine Psyche sehr wohl zerrütten (Stichwort Glück), und nicht immer ist nur der/die Einzelne an seinem/ihrem Elend Schuld. Altersarmut ist auch kein Spaß, auch in Deutschland nicht. Man lebt vielleicht, bis man 90 ist, aber wie?

4. Absolut einig bin ich mit dir, dass es uns im Schnitt wirtschaftlich noch nie so gut ging wie heute. Drum glaube ich eben auch nicht, dass AfD & Co in absehbarer Zeit noch mehr Zulauf erhalten werden. Das war's fürs Erste. Der Peak. Alle Deppen haben genau jetzt AfD gewählt. Da kommt außer den altersmäßig Nachwachsenden nichts Wesentliches mehr. Die These steht.

5. Genauso stimme ich in deinem Unverständnis überein, warum jemand angesichts der eigenen Unzufriedenheit zu einer "der Syrer ist Schuld!"-Attitüde abbiegen muss. Oder angesichts der eigenen Verlustängste in ein hypothetisches "der Muselmann könnte Schuld sein!!!drölf"verfallen muss. Da bin ich dann wieder beim gediegenen AfD-Wähler-Bashing. Smilie


Edit @ Arianrhod: Ich hatte denselben Reflex wie du. Anders als du glaube ich aber nicht mehr an meine gütliche Einigung mit AfD-Wählern. Ich habe jahrelang versucht, mit Gamergatern über ihren Hass gegenüber Minderheiten im Allgemeinen und Frauen im Speziellen zu reden. Seit ich denken kann, streite ich mit meiner Familie über "die Ausländer", "die Wirtschaftsflüchtlinge", "die Sozialschmarotzer". Von sehr wenigen Gesprächsversuchen abgesehen endeten alle in ad-hominem-Beschimpfungen oder völlig hypothetischen Horrorszenarien: "Du bist halt naiv." "Du bist viel zu gutgläubig." "Du wirst schon sehen, wenn du selbst vergewaltigt wirst."

Ich bin mittlerweile geradezu traumatisiert, was das Innenleben solcher Typen - und teilweise leider auch meiner Familie - angeht. Das Experiment der ZEIT, in der Paare mit möglichst unterschiedlichen Meinungen zusammengebracht wurden, fand ich damals auch klasse. Allerdings halte ich es in keiner Weise für auch nur annähernd repräsentativ: Wer sich bei sowas anmeldet, bringt in der Regel eine gewisse Verständigungsorientierung oder zumindest ein Interesse am gegenseitigen Austausch mit. Insofern ist es für mich ein Stück weit auch Selbstschutz, die Welt hier in Schwarz und Weiß einzuteilen. Ich muss mich nicht mit jedem oder jeder auseinandersetzen. Ich muss auch nicht jeden oder jede verstehen. Mit einigen will ich einfach nichts zu tun haben.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 26.09.2017, 22:33                                  

Gurthang
In diesem Blogbeitrag wird die Situation in Bayern bezüglich der CSU und der AfD ziemlich gut und flüssig auf den Punkt gebracht. Besser kann ich es selbst auch nicht ausdrücken.
Da ist alles mit drin und alles gesagt...


Hab den Beitrag gelesen. Für einen Don Alphonso-Beitrag war das ja noch erstaunlich sachlich, wenngleich natürlich trotzdem im Kern … wie soll ich sagen … inakzeptabel und nicht adäquat.

Frau Merkel hat eine überragende Priorität in ihrer Politik, und das ist das Festhalten an der europäischen Integration. Und das ist absolut im Sinne Deutschlands. Deutschland hat nur eine einzige Langzeitstrategie, und das ist aus sehr guten Gründen das Projekt der Europäischen Union. (Okay, ich mag ergänzen: plus die Westbindung im Rahmen der Nato.)

Was CSU, AfD und andere kurzsichtige Deppen fordern, ist eine graduelle bis radikale Abkehr von diesem Projekt. Und das wird es weder mit einer Regierung Merkel, noch mit einer wohl niemals eintretenden Regierung Schulz geben.

Der Blog-Beitrag von Don Alphonso liest sich ungefähr so weltmännisch und weitsichtig wie das Kneipengespräch der Hobbits über die Störer, die neuerdings ins Auenland eingedrungen sind.

Auf der Makro-Ebene zielt Merkels Politik darauf ab, durch Abkommen mit Ländern wie der Türkei, aber auch nordafrikanischen Ländern, die Migrationsströme einzudämmen, sowie Entwicklungspartnerschaften mit afrikanischen Ländern, die dazu führen sollen die Probleme vor Ort zu lösen, um Migrationsdruck zu reduzieren. Es wurde lange und ausgiebig über diese Politik diskutiert, aber ich sehe keine sinnvolle Alternative. Ich habe da noch keinen wirklich überzeugenden Alternativvorschlag gehört.

Schlagbäume runter ist die Devise bei den AfDeppen dieser Welt, notfalls dann halt auch losballern. Bescheuerter und menschenverachtender geht es gar nicht.

Ich verspüre wenig Lust die Diskussionen der Jahre 2015 und 2016 jetzt noch einmal neu aufzurollen. Es liegt alles auf dem Tisch und wurde x-fach hin und her gewendet. Man kann viele Unzulänglichkeiten kritisieren und auch zurecht bedauern, dass Deutschland von den meisten europäischen Partnern in der Krise allein gelassen wurde. Aber genau wie Merkel würde ich es genauso wieder machen. Der neue französische Präsident sieht das übrigens genauso und wird jetzt anbieten Deutschland zu unterstützen, was sehr begrüßenswert ist.

860.000 Flüchtlinge waren eine große Welle, aber sie sind in einem Land von über 80 Mio auch kein Problem, das nicht bewältigt werden kann. 1 von 100. Selbst wenn es jetzt noch einen Familiennachzug geben sollte. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Es werden auch nicht alle bleiben, soviel ist klar. Nach dem Jugoslawien-Krieg sind die meisten Flüchtlinge auch wieder nach Hause gegangen. Menschen verlassen in der Regel nicht gern ihre Heimat.

Das Hauptproblem sehe ich ähnlich wie Euse: wir leben hier auf einer Insel der Glückseligkeit und mussten in den letzten Jahren unseren selbstbesoffenen Schleier mal ein bisschen heben, und siehe da, es gibt Elend in der Welt, das man nicht auf Dauer verdrängen kann, weil es uns irgendwann erreicht. Wir haben jahrzehntelang gepennt und jetzt muss aufgeholt werden. Die EU muss Friedensprozesse und Entwicklung in den Nachbarregionen schon aus Eigeninteresse viel stärker begleiten und forcieren. Das ist die Art von Außenpolitik, die von einem Wirtschaftsgiganten erwartet werden kann. Nicht die Lösung für Blinde und Dumme mit den Schlagbäumen.

Wenn Regionen innerhalb Deutschlands mit dem Problem der Erstaufnahme überfordert sind, dann tut mir das leid und dann schließe ich mich der Forderung an, eine gerechte Verteilung der Lasten vorzunehmen. Ich hätte gedacht, das sei auch inzwischen passiert. Ich gehe auch weiterhin davon aus und vermute, dass hier vor allem ein schöner Vorwand für Xenophobie und Nationalismus wie eine Monstranz vor sich hergetragen wird.


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DMolloy



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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 01:30                                  +/-

Die ZEIT hat hier mal nüchtern und ohne Schaum vorm Mund gefragt, warum die Leute eigentlich zur AfD abgewandert sind. Hätte vor der Wahl natürlich mehr Sinn gemacht.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 05:48                                  +/-

1. Ich sehe keinen Grund für Deutschen- oder gar Menschenbashing allgemein.

Das ist kein Bashing (?), das sind ganz allgemeine psychologische Ansätze, die jedem zugänglich sind.
Und Rants hab ich schon ganz andere geschrieben.

Gepostet am 27.09.2017, 07:01:

@Arianrhod: "Misanthropisch" ist das nicht. Ich wüsste nicht, wo ich den Menschen in meinem Beitrag "schlechter" sehe als er tatsächlich ist. Die beschriebenen sind bei jedem von uns vorhandene Impulse. Nur dass es Menschen gibt, die ihnen nachgeben und andere weniger oder nicht.
Ich widerspreche ja auch ganz bewusst nicht allen anderen Analysen, die ganz konkret Standorte und speziellen Situationen von AfD-Wählern betreffen, sondern gehe nur darauf ein, das wir es hier zusätzlich mit Menschen zu tun haben, die irrationalen menschlichen Impulsen ungebremst und unhinterfragt nachgeben. Das aber im Kontext einer Zeit und wirtschaftlichen Lage, dass ich es nur zum Kotzen finden kann.
Der Kulturpessimismus, den Du bei mir siehst, den sehe ich bei diesen Wählern: "Früher war alles besser!" schreit der Trump-Wähler, der Brexit-Wähler und der AfD-Wähler. Dabei ist das Gegenteil richtig. Pro Land und pro Globus. Stattdessen wird sich drauf berufen, wie schlecht es uns geht und dass früher alles besser war. Das ist so herbeigelogen wie verabscheuenswürdig angesichts des relativen und generellen Reichtums dieses Landes in dieser Zeit.

Dass Du Deine oder unsere eigene Sicht mit der von AfD-Wählern gleichsetzt oder vergleichst, kann ich sehr gut nachvollziehen, der Gedanke kommt mir auch oft; das ist oft gewissermaßen nur eine andere Seite der gleichen Medaille. (War aber nicht mein Punkt.)

Gepostet am 27.09.2017, 07:06:

einBaum
3. Ich glaube, du überschätzt den wirtschaftlichen Wohlstand Einzelner. Schuldenberge, Langzeitarbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitsverhältnisse können eine Psyche sehr wohl zerrütten (Stichwort Glück), und nicht immer ist nur der/die Einzelne an seinem/ihrem Elend Schuld. Altersarmut ist auch kein Spaß, auch in Deutschland nicht. Man lebt vielleicht, bis man 90 ist, aber wie?


Ich überschätze den nicht, ich schreibe ja, dass es eben nicht nur den "abgehängten" Ostdeutschen gibt, sondern auch den meinetwegen bayerischen Akademiker, der bei PEGIDA mitmarschiert und AfD wählt. Wie gesagt: Die Mitte. Und da fängt diese Dekadenz an, von der ich hier schreibe.


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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 06:13                                  +/-

@einBaum: Ja, es mag sein, dass mein "Ja, aber..." vor allem daraus resultiert, dass ich faktisch in einer riesengroßen Filterblase lebe und kaum soziale Kontakte zu Menschen pflege, die AfD-Wähler sein könnten. Solche Erfahrungen, wie du sie schilderst, fehlen mir. Ich kenne nicht einmal allzu viele Menschen, die CSU wählen.

Was das ZEIT-Experiment angeht, gebe ich dir recht: Wer sich zu einem solchen Experiment anmeldet, bringt schon eine gewisse Grundbereitschaft mit, sich in einen Dialog zu begeben. Insofern sind diese Teilnehmer wahrscheinlich wirklich nicht repräsentativ. Den von DMolloy verlinkten Artikel habe ich auch gelesen und für mich war kaum eines der beschriebenen Argumente wirklich nachvollziehbar. Also nachvollziehbar in einem abstrakten, psychologischen Sinn natürlich schon, aber nicht inhaltlich. Natürlich stehe auch ich dem Islam kritisch gegenüber (wie eigentlich jeder nicht-säkularen Religion) und auch ich sehe die gestiegene Flüchtlingskriminalität mit Sorge. Aber nahezu jedes einzelne der aufgeführten Argumente weckt in mir ein riesengroßes "Aber". Ich kann die Werte und Ansichten, die dort vertreten werden, beim besten Willen nicht teilen.

Faszinierend finde ich allerdings tatsächlich den psychologischen Effekt, dass manche der AfD-Wähler sich als die wahren Demokraten fühlen, die der linksliberalen Einheitsdiktatur etwas entgegensetzen möchten. (Sie empfinden also denselben oder sogar einen noch größeren Stolz als jetzt die #87%-Fraktion.) Und es gibt einige Stimmen, die das Personal und das Programm der AfD verachten, sie kurioserweise aber trotzdem gewählt haben.

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 08:09                                  +/-

Arianrhod

Faszinierend finde ich allerdings tatsächlich den psychologischen Effekt, dass manche der AfD-Wähler sich als die wahren Demokraten fühlen, die der linksliberalen Einheitsdiktatur etwas entgegensetzen möchten.


Das sind die kulturell Abgehängten, die in der Homo-Ehe, in Multikulti, in Gender Mainstreaming und in Kitas (ob mit oder ohne schröckliche Sexualerziehung) ganz ehrlich und sehr entsetzt das Böse sehen, das die Welt, die sie für die einzig richtige halten, verändert oder gar zerstört. Das ist ganz tief empfundene Überzeugung. Eine so mächtige Emotion kann man wohl kaum argumentativ erreichen. Keine Ahnung, was man da machen müßte. Einstweilen vielleicht einfach nur unaufgeregt und geduldig dagegenhalten (und gendergerechte Toiletten erstmal ans Ende der Agenda). Und natürlich weiter beobachten. Denn das Internet hat da ganz verschiedenen Ungeistern den Schulterschluß erlaubt, das ist schon problematisch. Verschwörungstheoretiker, MRAs, Rassisten, Islamophobe, Antisemiten, Ultrareligiöse, Homo(bzw.LGTBi)phobe, Ultrawertkonservative und ähnliche Angstbeißer waren als Einzelgruppen absorbierbar, aber seit sie nicht nur gemeinsame Feinde, sondern auch gemeinsame Plattformen haben, wird es ungemütlich.

Die Phantasie, entsprechend frisierte Fragebögen ausfüllen zu lassen und dann alle bedrohten Aufrechten nach Sachsen oder gleich Kamtschatka zu schicken, hat wirklich was. Da würden sich dann die AfD-Wähler gemeinsam mit einer ganzen Reihe männlicher muslimischer Flüchtlinge wiederfinden, womöglich gar mit dem ein oder anderen ultraorthodoxen jüdischen Weltverschwörer. hähö So gesehen ist kulturelle Abgehängtheit dann wieder global.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 09:17                                  +/-

DMolloy
Die ZEIT hat hier mal nüchtern und ohne Schaum vorm Mund gefragt, warum die Leute eigentlich zur AfD abgewandert sind. Hätte vor der Wahl natürlich mehr Sinn gemacht.


Habe mal die ersten ca. 40 Kommentare gelesen, teils quergelesen (Zeitgründe) und eine kleine Zählung gemacht:

1x „Anti-Kommunismus“, 2x „Ich fürchte / hasse den Islam“, 14x „Ich bin gegen Flüchtlinge“ und 19x „Wir brauchen eine rechte Partei im Parlament“.

Bei dem häufigsten genannten Grund, es müsse eine (rechte) Alternative her, kann man glaube ich sagen, dass die Antwort einen Zirkelschluss oder eine Tautologie darstellt. „Warum haben Sie die AfD gewählt?“ – „Weil ich die AfD wählen wollte!“. Man müsste da eigentlich nachhaken und würde dann vermutlich herausbekommen (und in vielen dieser Beiträge kann man das auch zwischen den Zeilen / andeutungsweise herauslesen), dass es sich bei den 19 Meinungsäußerungen wiederum um Variationen oder Kombinationen von „Ich bin gegen Flüchtlinge“, „Ich fürchte / hasse den Islam“ und „typischen“ rechtskonservativen / nationalistischen Motivationen handelt.

Da machste nix.

Ich sehe da auch keine neuen Erkenntnisse und wüsste nicht, was es gebracht hätte, genau diesen Artikel / diese „Umfrage“ vor der Wahl zu machen.

Die „Flüchtlingskrise“ war ein Katalysator für viele Menschen mit ohnehin schon … hm … fremdenfeindlichen und nationalistischen Einstellungen mit der Union (oder anderen Parteien) zu brechen. Denn zuvor hat die Union zwar keine offen fremdenfeindliche Politik gemacht, aber auch keine, die man als offen fremdenfreundlich bezeichnen könnte.


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Zuletzt bearbeitet von Thanil am 27.09.2017, 09:32, insgesamt einmal bearbeitet
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Celebrian
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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 09:28                                  +/-

Thanil

Bei dem häufigsten genannten Grund, es müsse eine (rechte) Alternative her, kann man glaube ich sagen, dass die Antwort einen Zirkelschluss oder eine Tautologie darstellt. „Warum haben Sie die AfD gewählt?“ – „Weil ich die AfD wählen wollte!“. Man müsste da eigentlich nachhaken und würde dann vermutlich herausbekommen (und in vielen dieser Beiträge kann man das auch zwischen den Zeilen / andeutungsweise herauslesen), dass es sich bei den 19 Meinungsäußerungen wiederum um Variationen oder Kombinationen von „Ich bin gegen Flüchtlinge“, „Ich fürchte / hasse den Islam“ und „typischen“ rechtskonservativen / nationalistischen Motivationen handelt.


Das glaube ich auch. Denn mit Luckes Partei hätte es ja eine etwas weniger rechtsradikale Alternative gegeben, wenn man sich denn unbedingt rechts von der CDU positionieren will.

Thanil
Ich sehe da auch keine neue Erkenntnisse und wüsste nicht, was es gebracht hätte, genau diesen Artikel diese „Umfrage“ vor der Wahl zu machen.


Äh naja, natürlich kommt's immer drauf an, was man daraus macht. Wenigstens als Psychohygiene für das Verhältnis "Presse - AfD-Wähler" wäre es dienlich gewesen, wie man solche Umfragen weitergehend nutzt, ist dann Sache der Verantwortlichen.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 09:36                                  +/-

Celebrian
Thanil
Ich sehe da auch keine neue Erkenntnisse und wüsste nicht, was es gebracht hätte, genau diesen Artikel diese „Umfrage“ vor der Wahl zu machen.


Äh naja, natürlich kommt's immer drauf an, was man daraus macht. Wenigstens als Psychohygiene für das Verhältnis "Presse - AfD-Wähler" wäre es dienlich gewesen, wie man solche Umfragen weitergehend nutzt, ist dann Sache der Verantwortlichen.


Vielleicht, aber ich glaube nicht daran. Die Motivationen und Argumente von AfD und ihren Wählern sind seit Jahren sehr prominent in allen Publikationen zu finden. Es wird gemäß journalistischen Prinzipien getrennt zwischen Sachbericht (= keine Wertung) und Kommentar (= Wertung). Die Anhänger wollen aber nicht nur über ihre Meinung sachberichtet haben, sie wollen für ihre Meinung auch von den Kommentatoren (mit völlig anderen Weltanschauungen) gelobt und geliebt werden. Und da das nicht aufgeht müssen diese Kommentatoren weg, genau wie Merkel, denn es geht nicht um Meinungsfreiheit, sondern um die Etablierung eines rechtsnationalen Meinungsmonopols.


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Bard
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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 22:14                                  +/-

Kleiner Lichtblick übrigens:

Die AfD ist zwar in allen Bundesländern deutlich stärker abgeschnitten als 2013 (insbesondere im Osten, wo sie abgesehen von Berlin überall zweitstärkste Kraft ist, in Sachsen sogar knapp stärkste Kraft).

In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist sie allerdings jeweils im Vergleich zu den Ergebnissen bei den Landtagswahlen 2016 schwächer abgeschnitten, in Sachsen-Anhalt (in dem sie ihr bislang bestes Ergebnis bei Landtagswahlen mit über 24% geholt hatte) sogar spürbar, Differenz von 4-5%.

In allen diesen Ländern hat man nun seit über einem Jahr Erfahrungen mit der AfD im Parlament sammeln können. Anscheinend hat sich das ein Stück weit negativ auf das Ergebnis der Partei im Bund ausgewirkt.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 23:04                                  +/-

Angeblich gibt es in der AfD-Bundestagsfraktion einen „moderaten“ Flügel, der Gauland verschiedene Bedingungen stellt, um nicht aufzubegehren. Angeblich könnten bis zu 30 Bundestagsabgeordnete sonst ebenfalls die AfD verlassen: https://correctiv.org/recherchen/neue-rechte/art...uland-der-klemme/


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BeitragVerfasst am: 27.09.2017, 23:24                                  +/-

Ach die treten über in die PPP...


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Ewig Erste Liga


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BeitragVerfasst am: 28.09.2017, 14:01                                  +/-

Neueste Umfrage zur Landtagswahl in Niedersachsen

CDU 35%, SPD 34%. Der Trend über die letzten Umfragen hinweg geht in Richtung SPD.

Und: AfD nur bei 6%. Tendenz: Sinkend.

Erstaunliche Werte. Entweder der Bund hat überhaupt keinen Einfluss auf die Landtagswahl und hier spielen rein niedersächsische Befindlichkeiten eine Rolle. Oder das Ergebnis und der Bundestagswahlkampf davor führen vielleicht eher zu einem gegenteiligen Effekt auf Landesebene.


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Zuletzt bearbeitet von Bard am 28.09.2017, 14:19, insgesamt einmal bearbeitet
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 28.09.2017, 14:06                                  +/-

Wann issn der Driss?


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Eiranion
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BeitragVerfasst am: 28.09.2017, 14:10                                  +/-

In 2.35 Wochen. Vermutlich gibt's erst danach richtige Koalitionsverhandlungen im Bund.


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Cirion



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BeitragVerfasst am: 28.09.2017, 22:01                                  +/-

Ihr blickt alle echt garnichts. Geht wieder Weißwurst fressen.

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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 29.09.2017, 14:36                                  +/-

Wat bist du eigentlich fürn Vogel?


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 29.09.2017, 14:39                                  +/-

Einer mit verpixeltem Profilbild.

Gepostet am 29.09.2017, 15:39:

Zementemol…


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 05.10.2017, 21:29                                  +/-

Eiranion
Nach den letzten paar Wahlen war ich immer schon kurz davor, jetzt wars dann so weit: Hab den undurchdachten, rein emotional motivierten Mitgliedsantrag bei der SPD abgeschickt. hähö

+1

Man muss die Zeit der Veränderungen ja nutzen. hähö


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Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 06.10.2017, 08:38                                  +/-

Das ist wie beim 1. FC Köln. Nach dem ersten Abstieg in die zweite Liga gab es plötzlich einen ziemlich starken Zuschauer- und Mitgliederanwuchs.


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Gurthang



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BeitragVerfasst am: 06.10.2017, 13:50                                  +/-

Bin beim Abstieg in die 2. Liga auch (wieder) Mitglied geweorden.

Bei dem letzten Gau (Abstieg in Liga 4) hätte ich der Logik eigentlich Mitglied auf Lebenszeit werden müssen...

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 09.10.2017, 17:56                                  +/-

Wie wird in jamaikanischen Zeitungen eigentlich über die Jamaika Koalition berichtet?


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