Tylers Kneipe

 
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Der Geschichtenerzähler
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GuyIncognito



Beiträge: 21139
Wörter pro Beitrag: 34
Wohnort: Terra Incognita
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BeitragVerfasst am: 06.09.2006, 12:24                                  +/-

Spitze Superklasse!
Erinnert mich etwas an Willi Astor.

http://www.willy-astor.de/


_________________
I dont know, what you are talking about.
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Helcaraxe



Beiträge: 16143
Wörter pro Beitrag: 42

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BeitragVerfasst am: 06.09.2006, 13:54                                  

Ich finde, der Witz der Geschichte wirkt stellenweise etwas konstruiert. grins

Gepostet am 06.09.2006, 14:36:

Fortsetzung

"Das arwen wir nun davon." Wir lachten und liefen zum Roller. Er sprang nicht an …

"Verflucht", sagte sie, "teste doch mal, ob wir noch Sprit haben."

"Der Tank ist voll, und ich habe sogar noch ein Beutelchen mit Leuchtkeksen gefunden. Vielleicht können wir uns mit ihrer Hilfe zu Fuß in dunkler Einöde orientieren?", schlug ich vor.

"Machst du Witze?", entgegnete sie wieder. "Hier ist es nicht geheuer. Ich fürchte nicht nur die Wettehexe, auch Lurkertrolle, die Lady in Red und Speckwölfe sollen hier ihr Unwesen treiben. Mein Psycho Dad wird ausrasten, wenn ich zu spät nach Hause komme."

"Dann sollten wir uns beeilen. Oxford ist weit", gab ich zu bedenken. "Wir nehmen den Proviant aus deines Vaters Roller mit. Orangensaft: zum Trinken. Pfefferminzchen: zum Lutschen und gegen die Furcht. Käsetoast, damit wir was zum Beißen haben."

"Gute Idee!", sagte meine Schokoladenlady und biss mich neckisch ins linke Ohrläppchen. Dann begaben wir uns langsam Richtung Forst, denn der Rückweg führte durch einen.

Nie habe ich etwas Schauerlicheres erlebt! Schon am Tage hatte uns die Vogelscheuche auf dem Feld erschreckt, jetzt sahen wir in jedem Schatten einen Lurkertroll. Meistens waren es aber doch nur 08/15-Trolle, die boshaft kichernd auseinanderstoben, sobald wir uns ihnen näherten. Einmal hüpfte ein Thrannybunny über den Weg.

Dann, ganz plötzlich, hörten wir ein klagendes Geräusch in der Luft. Es klang, als spiele jemand die Harmonika. Der Musiker spielte das Lied vom Tod, der Tritonus war unverkennbar...


Weitermachen! grins

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Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 43580
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BeitragVerfasst am: 06.09.2006, 20:14                                  +/-

Sehr schöne Geschichten Spitze


_________________
Pure Vernunft darf niemals siegen!
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Helcaraxe



Beiträge: 16143
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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 00:12                                  +/-

Ja, schreib doch mal einer weiter.

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Ramujan



Beiträge: 6287
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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 00:24                                  +/-

Ich glaube, die wichtigsten Namen haben wir verbraten.

Danke fürs Feedback übrigens. Smilie

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sphinx



Beiträge: 4202
Wörter pro Beitrag: 47
Wohnort: der falsche
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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 00:58                                  +/-

rolling on the floor...



Spitze


_________________
worauf wartet ihr noch? stopft euch den schmuck
in die busen, den büchsenöffner, das cembalo,
bietet der nemesis eine pauschale an
und packt! die vergütungen ein,
die gasmaske und den unterleib!
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Wichtel



Beiträge: 18043
Wörter pro Beitrag: 28

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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 10:21                                  +/-

Süperkühl!

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Helcaraxe



Beiträge: 16143
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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 18:32                                  

Ramujan
Ich glaube, die wichtigsten Namen haben wir verbraten.

Es gibt keine unwichtigen Namen. Yes


Der Musiker spielte das Lied vom Tod, der Tritonus war unverkennbar. Dann hub eine ältliche, tiefe, nicht unfreundliche Stimme zu singen an, aber sie sang Unsinn und sie sang falsch:

I am just a lonesome cowboy
And I’m travelling all alone
I ain't even got a nickel
To call my baby on the phone


"Wer so laut und so schrecklich falsch singt, wird vermutlich kein schlechter Mensch sein. Das ist bestimmt kein Lurker, höchstens ein little lurker", meinte mein Schatzzz. "Sieh mal, da vorne brennt was, ein Feuer auf der Lichtung hinter den Bäumen. Lass uns hingehen!"

"Ich weiß nicht, ob wir das wirklich tun sollten. Vielleicht ist es ... der Gärtner! Der Gärtner mit der Harke!" Ich hatte plötzlich Angst, kam mir nicht länger wie Ivan Drago vor, eher wie ein Postbote.

"Oh Mann, sei kein solcher Doedl!", growielte sie. "Hier riechts nach Essen und ich hab Hunger, seit du den Käsetoast aufgegessen hast. Ganz allein!"

So trieben uns Neugier, ein knurrender Magen und ein schlechtes Gewissen auf die Lichtung, auf der es, von Flammen schwach erhellt, qualmte und triskelte (die Holzscheite waren wohl noch etwas feucht vom Regen). Der Mann, der neben dem Feuer kniete, starrte mit sphinxhaftem Gesichtsausdruck in den Rauch, doch blickte er bald auf und lächelte uns an.

"Wolter euch nicht hinsetzen? Hier, gibt gekochtes Muemel und Thrannybunny am Spieß. Ich schreibe ein Buch zur Zeit, daher muss ich wissen, wie sowas geht. Auch Bier ist da, aber keine Birodeggel, also bekleckert euch nicht. Entschuldigt mein dilettantisches Musizieren, ich liebe die Musik, doch kann ich nicht gut spielen. Ich interessiere mich mehr für den Klang von Worten und woher sie stammen."

Der Mann - er stellte sich als ein Mr. Tolkien vor - erzählte uns daraufhin eine Geschichte, die er vor langer Zeit geschrieben hatte. Ein kleiner Zwerg mit haarigen Füßen kam darin vor - Hobbit und Meisterdieb -, ein Berg, Bard der Held und ein Drache namens Smaug. Er schreibe auch eine Fortsetzung, davon wolle er uns schnell noch etwas erzählen, nur ganz kurz. Vom Truchsess von Gondor, Faramir, Éomunds Tochter und von noch mehr Hobbits: Beutlins, Elanor und Lobelia.

Leider könne es sich nicht kürzer fassen, alte Professenkrankheit. Hoppla, jetzt sei es fast wieder hell, ebenso gut könne er uns den Weg nach Hause zeigen.
Als wir den Wald verließen, ging über den Dachfîrsten von Oxford gerade die Sonne auf, am Horizont zogen die letzten Regenschauer ab, und wie hinter einer Wand aus Glas zeigte sich ein Regenbogen.

"Gutes Ende für eine Geschichte, sehr bildlich", brummte Mr. Tolkien. "Etwas sentimental, aber gut."

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Wichtel



Beiträge: 18043
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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 18:37                                  +/-

Spitze

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Helcaraxe



Beiträge: 16143
Wörter pro Beitrag: 42

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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 18:56                                  +/-

Das ist Fanfiction. Ekelhaft!

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Ramujan



Beiträge: 6287
Wörter pro Beitrag: 44

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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 19:40                                  +/-

Aber ziemlich gelungene. Smilie

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Alex



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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 21:07                                  +/-

Applaus! Applaus! Applaaaaus! [/Kermitmodus]

Und? Wo bleibt die nächste Fortsetzung?

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Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 43580
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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 21:34                                  +/-

Berlin, Berlin

Mike, passionerter Nichtraucher, traf seinen alten Bekannten pfeifenkrautler zufällig am Alex. Beide hatten dieselbe Idee gehabt, einmal auf den Fernsehturm, die Welt ist doch klein.
"He Mike, oder soll ich Helcaraxe sagen?" flaxte der Dicke aus dem Ruhrgebiet, "Was ist? Hatte einBaum keine Zeit für dich?" Er war schon wieder betrunken.

"Ne, die ist heute mit Celebrian im KpM, Mädchenshopping."
"Du meinst KdW!", korrigierte ihn pfeifenkrautler leutselig und lud den etwas verloren wirkenden Sauerländer auf ein paar Pils im Aussichtlokal ein. Helcaraxe taute bald auf, man redete über Morgis Wahnattacken, Kaylees Hund, thanil und Triskels Liason, Ramujans wahres Ich, schmiedete Pläne, Nimmermeer in Galizien zu besuchen und später trafen die beiden Atom-Nerds dann Arwen, Wildrose, Robi, Waldelb und Glaurung im Maxim Gorky und es wurde noch ein richtig netter Abend.

Ende


_________________
Pure Vernunft darf niemals siegen!
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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 21:35                                  +/-

Jetzt gehen uns wirklich langsam die Nicknamen aus. Hätte dich gern untergebracht, Alex. zwinkern

Gepostet am 07.09.2006, 21:36:

Nichtraucher: Schön. Smilie So ähnlich war es auch.

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Ramujan



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BeitragVerfasst am: 07.09.2006, 21:43                                  +/-

Zitat:
Ramujans wahres Ich,


Jetzt bin ich neugierig geworden -und die Geschichte ist vorbei. Warum müsst ihr immer an den spannendsten Stellen enden?

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 17:37                                  +/-

Ich gewähre euch mal einen Happen meines neuen Werkes, den Beginn des ersten Kapitels Yes :

Kapitel 1

Genau eine Woche war ich nun schon in der Stadt, und trotzdem schaffe ich es nicht, den Weg zu meiner Wohnung zu finden, ohne mich zehnmal nach irgendeinem Orientierungspunkt umzusehen. Der Gedanke ging mir durch den Kopf, als ich mich müde und mit schmerzenden Füßen unter den Arkaden eines Neubaus an der Stralauer Straße entlangquälte. Immerhin, bis zu meiner Wohnung in einem der Plattenbauten in der Lichtenberger Straße war es nicht mehr weit.
Ich war an diesem Tag sehr viel unterwegs gewesen, sicher acht oder neun Stunden, hatte in der neuen Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums Wallensteins Degen, Napoleons Hut und Hitlers Globus gesehen, sah die Schinkelskulpturen in der Friedrichswerderschen Kirche und hatte den ganzen Tiergarten durchquert. Keine schlechte Bilanz dafür, dass ich mich nicht erinnern kann, in den letzten Jahren ansonsten irgendwann einmal an einem Sonntag länger als eine Viertelstunde das Haus verlassen zu haben. Alle Wege war ich heute zu Fuß gegangen, überhaupt benutzte ich nur sehr selten die U-Bahn. Nicht etwas, weil ich kein Geld gehabt hätte - meine Eltern würden mir jeden Monat eine für einen Studenten ziemlich ansehnliche Geldsumme überweisen. Aber ich bin ein geiziger Mensch, wahrscheinlich von Natur aus. Ich glaube, dass ich mir selbst als Millionär kein U-Bahnticket kaufen würde, wenn ich die Strecke auch zu Fuß schaffen könnte. Außerdem wollte ich meine neue Heimat etwas besser kennenlernen und war gern bereit, die Stadt kreuz und quer zu Fuß zu durchqueren.
Es war schon dunkel, als ich meinen Block erreichte, trotzdem war es noch angenehm warm an diesem Spätsommertag. Bevor ich das Haus betrat, sah ich mich noch kurz in meiner Umgebung um. Natürlich waren auch die Plattenbauten in der Lichtenberger Straße hässlich, aber durch die dichte, zusammenhängende Bebauung sind diese frühen DDR-Bauten aus den 50ern und 60ern, wie man sie in Friedrichshain oft sieht, immerhin nicht brutal hässlich wie die isoliert in Grünflächen stehenden Monster der späteren Zeit.
Nachdem ich die Wohnungstür hinter mir geschlossen hatte, zog ich rasch meine Schuhe aus und ließ mich erschöpft auf die Couch fallen. Noch war die 2-Zimmerwohnung sehr spärlich eingerichtet: Eine Couch, ein Bett, ein IKEA-Kleiderschrank, die notwendigsten Küchen- und Haushaltsgeräte und einige Kartons mit meinen Büchern und CDs, das war alles.
Am Mittag hatte ich schon ein ganz ordentliches Kulturprogramm absolviert, also beschloss ich, das Niveau etwas zu senken und den Tag mit Fernsehberieselung ausklingen zu lassen. Es war fast exakt 22 Uhr, also der richtige Zeitpunkt, auf n-tv zu schalten, um die Nachrichten zu sehen. Wie immer in den letzten Tagen war der Einsatz oder Nichteinsatz der deutschen Marine vor der libanesischen Küste das Hauptthema, als gebe es nichts, das die Menschheit stärker fessele. Schon nach einer Minute hörte ich kaum noch zu, auch neue Details zu den Kölner Bahnbombern konnten mein Interesse nicht auf sich ziehen. Lustlos nahm ich das Fernsehprogramm zur Hand, um nach Alternativen zu suchen. Ich hätte auf RBB "Die Tierklinik - von schwerhörigen Schafen und nierenkranken Hunden" sehen können, fürchtete aber, dass nierenkranke Hunde mir zu sehr aufs Gemüt schlagen würden. So beschloss ich, noch einige Minuten zu warten und mir dann auf PHOENIX eine mit "Wer rettet die deutsche Sprache?" betitelte Doku anzutun. Eigentlich konnte ich mir anhand des Titels denken, was mich erwarten würde, und so kam es dann auch: Ein vor Empörung geifernder Tübinger Professor und hässliche Studenten mit schwarzgeränderten Brillen, wahrscheinlich in irgendeiner Burschenschaft eingetragen, vereint in ihrem Kampf für die Reinhaltung der deutschen Sprache von amerikanischer Unterminierung und die Wahrung unserer nationalen Identität. Trotzdem hielt ich bis zum Ende durch, auch, wenn ich während der Sendung bedauerte, dass das Medium Fernsehen keine Möglichkeit bietet, die gezeigten Personen heimlich mit Papierkügelchen zu berwerfen. Danach zappte ich etwa eine halbe Stunde unentschlossen herum, bis kurz vor Mitternacht auf VOX "Das Schloss der Lust" begann, ein französischer Softporno. Schon immer habe ich die französischen Softpornos, die VOX regelmäßig zeigt, den amerikanischen auf Kabel 1 bei weitem vorgezogen - sie sind längst nicht so vulgär, konnen manchmal sogar noch einen Hauch künstlerischen Anspruchs bewahren. Doch als ich nach einer Viertelstunde erkannte, dass die scharfe Schwarzhaarige mit dem sinnlichen Gesichtsausdruck auch bei ihrem dritten Auftritt noch nicht rangenommen werden würde, wurde mir das Dilemma dieser französischen Streifen klar: Der Regisseur müht sich verzweifelt, eine Geschichte zu erzählen, während der Zuschauer nur einen ununterbrochene Abfolge von Sexszenen sehen will. Man muss schon zugeben, dass es für einen Regisseur, der doch selbst in den erbärmlichsten TV-Softporno noch etwas Herzblut investieren wird, sicher schwer ist, zu akzeptieren, dass die meisten Zuschauer sich etwa vier oder fünf Minuten lang auf sein Werk konzentrieren werden. Trotz meiner Bemühungen, mich in die Probleme des Regisseurs hineinzuversetzen, musste ich zu den "Sexy Sport Clips" auf DSF umschalten, als auch in der nächsten Szene nichts auf nacktes Fleisch hindeutete: Ich hatte Hose und Shorts schon ausgezogen und keine Geduld mehr, mir Chantals Beziehungsprobleme anzuhören. Obwohl ich der Brünetten, die sich gerade auf DSF präsentierte, nicht besonders viel abgewinnen konnte, kam ich sehr schnell. Zu meiner Überraschung spritzte ich in mehreren Schüben und sehr weit, mindestens 25cm, wie ich grob schätzte - normalerweise tropfte es bei mir nur unspektakulär heraus. Als ich noch einige Jahre jünger war, hatte ich manchmal abenteuerliche Anstrengungen unternommen, um meine Abspritzweite zu erhöhen. Dabei hatte ich einige interessante Entdeckungen gemacht, bspw., dass es zu sehr respektablen Ergebnissen führt, große Mengen Wasser zu trinken und erst anzufangen, wenn der Druck unerträglich wird.
Die Mühe, das Sperma vom Bett abzuwischen, machte ich mir nicht, sondern schaltete, nachdem ich fertig war, noch ein wenig umher, blieb bei einer Dauerwerbesendung für den "Power Juicer" hängen und schlief schließlich ein, ohne mich umgezogen zu haben.

Am nächsten Morgen weckte mich helles Sonnenlicht, das durch mein offenes Fenster ins Zimmer strömte - es versprach ein schöner Tag zu werden. Nach einem Blick auf die Uhr - es war kurz nach neun - ging ich ans Fenster und schaute einige Minuten in den makellos blauen Morgenhimmel. Aber das laute Lachen eines vielleicht 16-jährigen Mädchens in einem weißen Morgenmantel vom gegenüberliegenden Block schreckte mich auf. Ich sah an mir herunter - und realisierte, dass ich noch keine Shorts trug und mit einer mächtigen Morgenerektion am Fenster stand. Mit hochrotem Kopf trat ich rasch zur Seite und schloss das Fenster. Als ich mich geduscht und angezogen hatte, machte ich mir als Frühstück eine Schale Müsli und überlegte mir, was ich mit dem Tag anfangen könnte, denn ich hatte weder eine Vorlesung, noch sonst etwas zu tun. Obwohl mir nichts einfiel, beschloss ich, erst einmal ins Stadtzentrum zu gehen und mir dort etwas zu überlegen. Zunächst lief ich zum Strausberger Platz mit seinen stalinistischen Protzbauten, ging dann weiter nach Westen, bog in die Grunerstraße ein und gelangte schließlich, am Roten Rathaus vorbei, zum Alexanderplatz. Der Eindruck, den diese architektonische Missgeburt bei jedem Besuch in mir auslöste, hatte sich seit dem ersten mal kein bisschen verändert. Gerade die schamlos zur Schau gestellte Verkommenheit war es aber, die den morbiden Grundzug meines Charakters ansprach und mich diesen vielleicht trostlosesten Ort Deutschlands mögen ließ. Seit der Wiedervereinigung wurde das ganze historische Stadtzentrum auf Schönheit und Eleganz getrimmt, nur hier tat sich nichts. Wohl hatte es einmal große Pläne gegeben - 13 moderne Wolkenkratzer sollten dem Platz ein neues Gesicht geben, gerade vorgestern hatte ich in der Nikolaikirche ein Holzmodell gesehen. Aber seit fast 15 Jahren dümpelten diese Pläne jetzt schon ergebnislos dahin. Und der einzige nennenswerte Neubau, das "Alexa"-Einkaufszentrum, signalisierte Demut und zeigt eine 60er-Jahrefassade von gebotener Hässlichkeit. Erfolgreich hatte der Platz mit seiner zernarbten, entstellten Visage aus halbvergammelten Ostblockbetonkisten sein Recht auf Hässlichkeit verteidigt. Merkwürdigerweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass dieses Ambiente eine entspannende Wirkung auf die Besucher zu haben scheint. Niemand muss in einer so verkommenen Umgebung darauf achten, einen guten Eindruck zu machen. So, wie der Platz seine abstoßende Erscheinung demonstrativ zelebriert, halten es auch seine Bewohner. Kein Mensch wundert sich über den bierbäuchigen Mann im Unterhemd, der vormittags sein erstes Sixpack anbricht oder über die korpulente Endzwanzigerin in Leggins und mit kurzgeschorenen, rot gefärbten Haaren, die hier ihre vier Kinder von wahrscheinlich vier verschiedenen Männern spazierenführt. Wahrscheinlich brauchen wir Orte wie den Alexanderplatz, die durch ihre bloße Existenz all dem Missratenen und Unansehnlichen auf der Welt die Absolution erteilen. Allein das frisch sanierte "park inn"-Hochhaus mit der neuen Spiegelglasfassade wirkte ein wenig störend. Das Gebäude sieht an diesem Ort aus wie ein sauber rasierter, gut gekleideter Snob, der sich durch einen seltsamen Zufall in ein Viertel voller Sozialhilfeempfänger verirrt hat.

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Nichtraucher
Fun Bobby


Beiträge: 43580
Wörter pro Beitrag: 39

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BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 17:49                                  +/-

Du führst Tagebuch?


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Pure Vernunft darf niemals siegen!
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Morgi



Beiträge: 8317
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Wohnort: Sonnenscheinweg 33, Regenbogenstadt
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BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 17:53                                  +/-

Das durchaus auch, aber ich traue mir zu, die technischen Fähigkeiten des Protagonisten zu übertrumpfen Spitze [/proll]

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Ramujan



Beiträge: 6287
Wörter pro Beitrag: 44

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BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 17:53                                  +/-

Mit diesem Werk wirst du die Weltliteratur umkrempeln.

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Adrian
Die Zahnfee


Beiträge: 5038
Wörter pro Beitrag: 90

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BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 18:38                                  +/-

Äh, nix für ungut, Morgi, aber das solltest du mE schleunigst in die nächste Mülltonne stampfen. Geschockt


_________________
Je mehr Adrian über sich erzählt, umso grusliger wird's. Ein User, von dem ich möglichst wenig Privates wissen will.
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Morgi



Beiträge: 8317
Wörter pro Beitrag: 102
Wohnort: Sonnenscheinweg 33, Regenbogenstadt
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BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 18:52                                  +/-

Ihr seid aber auch allesamt Blitzmerker Mit den Augen rollen

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Ramujan



Beiträge: 6287
Wörter pro Beitrag: 44

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BeitragVerfasst am: 18.09.2006, 18:55                                  +/-

Warum postest du den Schrott, wenn er dir selber nicht gefällt?

Der schöne Thread. Echt schlimm

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