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Die Menschen sind nicht gleich ~ Roman von Morgoth
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Morgi



Beiträge: 8323
Wörter pro Beitrag: 102
Wohnort: Sonnenscheinweg 33, Regenbogenstadt
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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 18:58                                  +/-

Hier mal unkommentiert ein Auszug aus dem Roman, an dem ich schreibe:

III. Kapitel


Die bescheidene Hütte war so spartanisch eingerichtet, wie ihre primitive Bauweise vermuten ließ. Wie ich richtig erwartet hatte, brannten in einem backsteinernen Kamin Haufen dünner Äste. An einer Wand war ein einfaches Brett angebracht, zerfledderte Bücher lagen darauf. In zwei Ecken des Raumes standen alte, abgewetzte Sessel, deren halb verblichenes grünes Polster Risse aufwies.
"Setz dich doch, mach es dir bequem". So wies er mir mit unwiderstehlicher, sanfter Gewalt einen Platz zu. Er selbst ließ sich in den Sessel in der gegenüberliegenden Ecke fallen. Zunächst spielte er nur mit seinen Händen, diesen unglaublich feinen und edlen Händen, die geradezu Pianistenhände waren und so auffallend kontrastierten zu seinem restlichen, eher kleinen und kräftigen Körperbau. Wie er mich so demonstrativ ignorierte, machte mich nervös, ich schaute ihm fest in die Augen, und er schaute zurück.
"Jetzt musst du mir aber doch einmal erzählen, warum du dich ausgerechnet jetzt an mich gewandt hast, auch wenn ich es im Grunde weiß. Außerdem kannst du das alberne Siezen lassen, wir sind ja inzwischen vertraut."
Da wurde es mir doch zu bunt, und mit dem Ausdruck ehrlichsten Empörens wollte ich die Sache richtigstellen.
"ICH soll Sie - soll dich - gerufen oder mich an dich gewandt haben? Also, es war ja immer noch so, dass..."
Mein angefangener Satz erstickte im Lachen, das aus der anderen Ecke dröhnte.
"Wenn du meinst - warum nicht! Illusionen und Ideen sind eine schöne Sache, und wenn du sie weder bei unserer heutigen Sitzung noch später verlierst, dann gratuliere ich dir, dann bist du geheilt und alle Möglichkeiten stehen dir offen. Unverbrüchlich treue Liebe mit sonntäglichem Puffbesuch, die besten Fußballspiele frei Haus auf den wohzimmerlichen Schirm, Busfahrten an die sonnigen Küsten Spaniens zum Kollektivbesäufnis und glänzende Abendunterhaltung mit Fernsehquiz und kühlem Bier - alles wird dein sein! Und das beste kommt erst noch, du kannst Kinder in die Welt setzen und dafür sorgen, dass die Gaudi unverändert weitergeht, wenn es mit dir einmal zu Ende ist. Na, wenn das nichts ist! Hereinspaziert! Freier Eintritt für Werte und Moral, ehrbare und anständige Windbeutel halber Preis und famose Trostpreise!"
Vor Lachen liefen ihm Tränen aus den zusammengekniffenen Augen. Als handle er auf einen inneren Befehl, wurde er von einem Moment auf den anderen wieder stumm, sein Gesichtsausdruck erstarrte. Sogar einen Zug von Härte wurde sichtbar, und ich meinte, diesen Zug als natürlich für ihn zu erkennen, als habe der übermäßige Heiterkeitsausbruch seinen ganzen Vorrat an Gelassenheit und Milde weggespült, um ihn endlich unverhüllt zu zeigen, groß und schrecklich und beklemmend. Eng wurde es mir in meinem Sessel, als diese kalten und unendlich tiefen Augen mich durchbohrten und als er schroff zu sprechen begann.
"Der Auslöser, der zündende Funke, war das Mädchen, du weißt es ja selbst. Du weißt aber auch gut, dass sie nicht der Grund war. Aber eben das gibst du nicht zu, lieber heulst du dich auf Toilettenkabinen aus, wirfst dich mit mächtig pathetischen Gesten vor Züge und ähnlichen Unsinn. Du bist krank, Janus, schwer krank, aber nicht so, wie die Sozialpädagogen, Moralphilosophen und andere Affen es meinen. Ich bin dein Heiler, und wenn du gesund werden möchtest, dann höre mir zu."
Er machte eine Pause, schien aber nicht auf einen Kommentar zu warten, den ich ohnehin nicht hätte abgeben können, sondern nur Luft schöpfen zu wolleb, um mit der Therapie anzufangen.
"Erkenntnis ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung, also wollen wir uns zunächst daran machen, dein Problem zu analysieren. Die Menschen sind nicht gleich, daran hat keine Guillotine und kein Gulag etwas geändert. Ich sage nichts Neues, wenn ich feststelle, dass die meisten Menschen Massentiere sind, austauschbar wie Fliegen. Sie werden geboren, lernen einen Beruf, ein Handwerk etwa, heiratenm zeugen ein paar Kinder, sind manchmal dümmlich-vulgär und manchmal geheuchelt-fromm, gelegentlich gehen sie sich gesellig besaufen, um ihre Existenz für ein paar Stunden vergessen zu können. Dann sterben sie, verrotten und werden vergessen, weil es auch gar nichts an ihnen gibt, woran sich zu erinnern lohnenswert wäre. Manchmal aber, hier und da, werden Menschen geboren, die über die Ameisenmenschen hinausragen, unter den wühlenden Zwergen wie Titanen scheinen. Für diese Menschen hat nichts Gültigkeit, was für das Zusammenleben der Herdenmenschen gut und nützlich sein mag. Gut und Böse, Richtig und Falsch, können für diese seltenen Gestalten unmöglich das sein, was Priester und Pfarrer vom Altar, Lehrer vom Pult oder gewandte Redner und Moralisten vom Podest verkünden. Sie schaffen ihr eigenes Gut und Böse oder es gelingt ihnen sogar, gottartig über diesen Begriffen zu stehen. Natürlich erfasst die Ameisenmenschen Befremden, oft helle Panik, wenn sie zu diesen Kolossen aufblicken, die den Ameisenbau ihrer einfachen Geisteswelt mit einem Fußtritt zerstören könnten. Also haben sie Strategien entwickelt, was gegen jene Wesen zu unternehmen sei. Meistens versuchen sie, die unheimlichen Gestalten auszumerzen, sie zu verbrennen, zu enthaupten oder zu vergasen. Zu Tode gehetzt von den Zwergenrotten gehen wohl die meisten zugrunde, ohne dass die Nachwelt von ihnen erfährt. Ist aber das Geschöpf gar zu mächtig, dann unterwerfen sie sich bedingungslos und hoffen, man möge sie verschonen. Es gibt aber noch einen dritten Weg, der besonders gern genutzt wird, wenn der Betroffene schon tot ist und sich nicht mehr wehren kann - der Versuch, sich vorzugaukeln, dass der Riese, dem man sich unterworfen hat, ein liebenswert-anständiger Zwerg wie sie selbst sei. Das funktioniert offenbar ziemlich gut. Wie sonst könnte ein deutscher Studienrat Goethe lesen, ohne sich vor Angst unter dem Mahagonitisch zu verkriechen? Mozartkugeln und hübsche Beethovenbüsten sind Siegestrophäen der Zwergenhatz auf Titanen. Manchmal kommt es auch vor, dass die Zwergenmenschen auf die lustige Idee kommen, einen aus ihren Reihe als Riesen zu verkleiden, damit er die echten Riesen totschlage. Der schnauzbärtige Österreicher hat das Ameisenvolk entzückt, als sie sich humorigerweise vorstellten, er trage ein Göttergewand. Nun, Janus, warum erzähle ich dir das alles?"
Das hätte ich, zusammengesunken im Polster, gerne gewusst, bleich und zittrig vor dem finster-beunruhigenden Wortgewitter, das mein Gegenüber aussandte. Nachdem die Stille auf seine rhetorische Frage ihre Wirkung getan hatte, fuhr er fort.
"Du bist dabei, dich selbst zu zerstören durch dumme, unreife Ideen. Du siehst dich, vergleichst dich mit anderen Menschen und kommst zum Schluss, dass du versagt habest, ohne zu berücksichtigen, dass du dieser Art von Menschen überhaupt nicht angehörst, dass die Maßstäbe der Ameisenmenschen für dich überhaupt keine Gültigkeit besitzen. Dich endgültig zu befreien von den Fesseln ihrer Normen und ihrer sogenannten Moral, das hast du immer noch nicht geschafft. In deinem Handeln, teilweise auch schon in deinem Denken, bist du auf dem Wege dazu, einer von denen zu sein, die hervorleuchten aus dem Meer der Dummheit und der Heuchelei. Auserwählt und verdammt dazu, ihnen den Spiegel vorzuhalten - so musst du dich sehen."
Immer tiefer bohrten sich diese so wahren und so schrecklichen Worte in mich hinein. Als ich das Bewusstsein verlor, hallten in meinem Kopf zwei Worte ununterbrochen wider: Auserwählt und verdammt.
Dunkel und kalt war es um mich herum, als ich wieder zu mir kam. Ich war nicht mehr in der engen Hütte, ich lag auf einem kühlen Steinboden. Dass es ein weiter, hallenartiger Raum war, konnte ich sehen, auch die baumdicken Pfeilerbündel, die ihn teilten, erkannte ich. Das musste die alte gotische Pfarrkirche in W. sein, hier war ich ja schon oft gewesen, wenn mein Vater mit mir einen Ausflug in das so idyllisch gelegene Städtchen gemacht hatte. War es wirklich diese Kirche? Leicht benommen stand ich auf und versuchte, mich zu orientieren. An den Wänden des Südschiffes sah ich die hohen, spitzen Fenster und die bunte Fensterrose, etwas blasses Mondlicht fiel in den Raum. Das alles kannte ich, auch die barocken Gemälde in den Seitenkapellen und die hübschen, mittelalterlichen Fresken im südlichen Querhaus. Der Chorraum war von einem schweren, roten Samtvorhang verdeckt, doch davor sah ich etwas. Ein Kruzifix. Gleich,. nachdem ich an das Kreuz gegangen war, merkte ich, dass da etwas nicht passte. Der geschundene, hölzerne Körper des Erlösers war tadellos. Aber dieser Kopf. Es war der Kopf meines sonderbaren Gesprächspartners. Und dieser Kopf lachte, nein, brach in einen geradezu bacchantischen Jubel aus bei meinem Anblick.
"Bist du also doch noch gekommen, Janus? Fabelhaft!"
Irgendwie brachte er es fertig, seine Hände samt Nägeln vom Kreuz loszureißen und heftig zu klatschen, die Stille in der Kirche zermalmend.
"Er ist da, die Show kann losgehen!"
Auf dieses Stichwort hin zog sich der Vorhang hinter dem Altar zu Seite und gab den Blick frei - auf ein Fernsehstudio. Kabelträger und Kameraleute wuselten umher, in der Mitte Dekoration und Ausstattung einer Talkshow. Der Talkmaster, totenbleich, abgemagert bis auf die Knochen, die starren Augen tief in den Höhlen liegend, aber mit einem schicken grauen Anzug bekleidet, saß auf einem roten Ledersessel. Dazu machte er ein groteskes Grinsen und schielte auf den leeren Sessel neben ihm. Grelle Scheinwerfer tauchten die Szene in ein schmerzhaft helles Licht.
Erschreckt sah ich, als ich mich umdrehte, dass die Holzbänke im Mittelschiff plötzlich mit Zuschauern besetzt waren. Wie auch der Moderator im Chorraum wirkten diese aus dem Nichts aufgetauchten Gestalten wie dem Grab entstiegene Tote, grau und eingesunken, wie sie sich, manche von ihnen angestrengt keuchend, in ihre Sitze kauerten. Alle wirkten sie gänzlich unindividuell, offenbar ohne den geringsten charakteristischen Gesichtszug. Nur eine Bank war noch frei, die vorderste Bank der linken Reihe. Der Gekreuzigte gab mir mit seiner blutenden, nageldurchbohrten Hand ein Zeichen, mich dort zu setzen. Obwohl mir die Vorstellung, mich vor diese untoten Fleischhaufen zu setzen, erheblich missfiel, gehorchte ich. Die Fleischhaufen, der Talkmaster oder wer auch immer schienen darauf gewartet zu haben, dass ich mich setze, denn kaum hatte ich es mir bequem gemacht, richteten sich die Blicke der Zuschauer auf das Studio. Und tatsächlich dröhnte aus den an allen Pfeilern angebrachten Lautsprechern laute, geschmacklose Gameshowmusik. Mit einem noch verzerrteren Grinsen als zuvor zog der Moderator ein Mikrophon aus seiner Tasche.
"Liebe Zuschauer, meine verehrten Damen und Herren, ich begrüße Sie alle zur großen Show der Superlative und freue mich, dass Sie eingeschaltet haben! Das Thema unserer heutigen Sendung lautet "Kleiner Mann ganz groß", begrüßen Sie mit mir unsere Gäste: Napolione Buonaparte, genannt Napoleon I., Erster Konsul, Kaiser der Franzosen und zuletzt passionierter Hobbygärtner in seinem Domizil auf St.Helena. Oskar Matzerath, unentwegter Trommler auf der Suche nach dem Sinn. Polyphem, der uns von einern spannenden, dramatischen Begegnung mit Zwergen berichten wird. Außerdem einen chronisch kriminellen Zuhälter, Pornoproduzenten und Drogenhändler, ein echtes asoziales Element a la carte, Sie sehen, es wird ein buntes Programm, meine sehr verehrten Zuschauer!"
Aus den Zuschauerreihen kam ein grollendes Gemurmel, aber beim genauen Zuhören merkte ich, dass es keine wirklichen Worte waren, sondern nur sinnloses Gebrabbel. Auch schauten sich die Murmelnden nicht etwa an, sondern blickten mit gesenktem Kopf auf den Boden. Als der Moderator mit seiner fistelnden Stimme wieder das Wort ergriff, verstummten sie sofort.
"Meine Damen und Herren, begrüßen wir nun unseren ersten Gast. Applau für Napolione Buonaparte!"
Mechanisch schlugen die Gestalten auf den Kirchenbänken die Hände aneinander. Nahe des Altars öffnete sich nun die Sakristei, durch die Napoleon die Bühne betrat. Über dem Bierbauch, der noch größer geworden war, als man es von den Stichen aus seinen letzten Monaten im Exil kannte, spannte sich ein weißes, fleckiges Baumwollunterhemd. Die viel zu großen Trainingshosen betonten noch seinen schlurfenden Gang. Statt Intelligenz, Kultur und Willensstärke wie in den besseren Tagen des Korsen zeigte das schlecht rasierte, aufgedunsene Gesicht nur dumpfe Teilnahmslosigkeit. Nachdem der Kaiser sich auf den für ihn reservierten Sessel gesetzt hatte, begann auch schon der unruhig hin und her rutschende Showmaster, auf ihn einzudringen.
"Lieber Napolione, ich freue mich, dass du es einrichten konntest, heute hier anwesend zu sein."
Napoleon machte es lakonischer. "Nabend"
"Lieber Napolione, natürlich brennt uns allen eine Frage unter den Nägeln: Was tust du, um dir eine füllige Haarpracht auch im Alter zu erhalten? Verrätst du uns deine Geheimtipps?"
Der Imperator, der nicht aussah, als habe er seine schon spärlicher gewordene füllige Haarpracht irgendwann in letzter Zeit gewaschen oder gekämmt, antwortete mir dumpfer, etwas nuschelnder Stimme.
"In meinem Alter kümmert man sich um solche Dinge nicht mehr. Die Maniküre nimmt jetzt all meine Zeit in Anspruch."
Der Talkmaster schien davon schwer beeindruckt.
"Das ist ja faszinierend! Aber nun erzähl uns doch einmal, und ich bin mir sicher, auch Sie, liebe Zuschauer, möchten darauf eine Antwort hören, was tust du für die schlanke Linie?"
Doch bevor Napoleon darauf antwortete, konnte ich mich nicht mehr beherrschen, ich sprang von meinem Platz auf. Ich hielt das einfach nicht mehr aus.
"Was ist denn mit euch degenerierten Gestalten los? Da sitzt der Sieger von Marengo und Austerlitz, der einstige Herr Europas, und ihr könnt nur fragen, was er für seine Figur macht?"
Anstatt sich jedoch beleidigt zu fühlen, waren alle Anwesenden begeistert. Sie lachten schallend, standen auf und applaudierten mir. Manche vergossen Tränen der Rührung. Sogar Napoleon schmunzelte verlegen. Das Lachen, das Klatschen, das bunte, grelle Scheinwerferlicht, alles drehte sich vor meinen Augen. Die Kirche, das Publikum, die Show waren verschwunden, als ich die Augen wieder auftat. Ich saß auf dem Boden der Blockhütte, ganz allein. Draußen ging die Sonne auf. Langsam machte ich mich auf den Heimweg.

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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 19:01                                  +/-

Bevor ich richtig zu lesen anfange, passt das nicht hervorragend in diesen thread?

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 21:41                                  +/-

Merkwürdige Geschichte.. gut geschrieben, hat aber so was leicht Irres.

Da du der Copy&paste-Master und für deinen seltsamen Humor bekannt bist, muss ich doch, bevor ich mich weiter dazu äußere, fragen: wirklich deine Arbeit?

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 21:45                                  +/-

Ich fühle mich beleidigt, Pfeife, NATÜRLICH von mir Traurig

Mal sehen, vielleicht tippe ich noch die ersten beiden Kapitel ab, dann macht es mehr Sinn.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 21:47                                  +/-

Ja, mach das.

Und das soll wirklich ein Roman werden? So ein ganzer dicker? Wie kamst du drauf?

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 21:49                                  +/-

MorgothderGrosse
Mal sehen, vielleicht tippe ich noch die ersten beiden Kapitel ab...

Du schreibst mit dem Bleistift? Der alten Adler deines Großvaters? In Lehmtafeln?

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 21:50                                  +/-

Ich schreibe mit dem exotischen Instrument genannt Füllfederhalter hähö

"Und das soll wirklich ein Roman werden? So ein ganzer dicker? Wie kamst du drauf?"

Inspiration und der göttliche Befehl, Kunst zu schaffen *hauch*

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 22:38                                  +/-

So, hier der Anfang des ersten Kapitels, der Rest des ersten und das zweite Kapitel kommen morgen:

Prolog

Meiner Krankenakte nach zu urteilen lautet mein Name Janus Ludwig. Ich soll 43 Jahre alt sein und zudem auf richterliche Verfügung Insasse der Sebaldusklinik für Psyhciatrie. Viel mehr ist es nicht, was sich gesichert über mich sagen ließe, meinte gerade eben kopfschüttelnd Dr.Schwarz bei seiner Visite. Mein Leben solle ich aufschreiben, Schreibblöcke und Kugelschreiber habe ich reichlich von der jungen Schwester mit dem scheuen Blick auf meine Zelle bekommen. Wie sie mich fürchten. Wie sie alle schwitzend mit zittrigen Händen auf den Boden blicken, wenn sie bei mir sind. Wie sie mehr sich selbst als mir zu suggerieren versuchen, dass ich ihnen ähnlich sei, ihre Launen und Gelüste teile. Aber ich stehe außerhalb. Ich bin ihr Spiegel und zugleich ihr Richter. Und nun muss ich reden.



Kapitel I

Geboren wurde ich am siebzehnten November 1962, an einem Tag, an dem eine helle, weißgraue Wolkendecke wie ein dünnes Leichentuck das Land überspannte, von Zeit zu Zeit feinen Nieselregen auf die schmutzige Asphaltstraße zwischen den beiden Reihen alter Backsteinhäuser sendend. Die Wehen setzten früh ein, früher, als sie es sollten. Die schmerzerfüllten Schreie meiner Mutter, als sie verkrümmt, mit Tränen in den Augen und zuckenden Beinen aich auf dem Rücksitz wand, waren die ersten Signale, die ich in diese Welt sandte. Keiner der Ärzte in der städtischen Klinik hatte ernsthaft Hoffnung, dass sie die Geburt überleben könnte. Doch nachdem ich mich in einem mehr als zehnstündigen Kampf aus meiner Mutter herausgequält hatte und ohne Schrei an das Licht der Welt getreten war, legte sich eine tiefe Entspannung über ihren gepeinigten Körper. Und während ich, das zu kleine, zu leichte Frühchen, die nächsten Tage im Brutkasten lag und mit allem versorgt wurde, was mich auf dieses Leben vorbereiten sollte, genas meine Mutter wie durch ein Wunder, wie die Ärzte es gewiss ausgedrückt haben werden. Kaum eine Woche war vergangen, seit sie in einem Ringen auf Leben und Tod moch ins Diesseits befördert hatte, da konnte schon mein Vater uns aus der Klinik abholen. So, wie sie wieder gesund und kräftig wurde, so schlug auch das Wetter um. Blau strahlte nun der sonnige Himmel auf die kahlen Bäume und das noch immer sattgrüne, von bunten Blättern betupfte Gras des Klinikgartens. Im Arm meiner lächelnd auf mich schauenden Mutter atmete ich weißen Rauch in die klare und reine Kälte des Spätherbsttages, bis sie sich mit mir auf den Beifahrersitz setzte. Da, nach kaum zehn Minuten Fahrt, auf einer leeren Allee aus alten Mandelbäumen, brach ich nach einer Woche mein Schweigen mit einem ohrenbetäubenden Schreien. Als mein Vater vor Schreck in den Baum raste, zog er sich kaum einige Schrammen zu. Meine Mutter aber saß still vornübergebeugt in ihrem Sitz. Der Glassplitter aus der Windschutzscheibe, der ihre Kehle durchschnitten hatte, war schnell gewesen. Auf ihrem Schoß lag ich, in Decken gewickelt, mit seligem Gesichtsausdruck.

Janus. Warum haben sie mich Janus genannt? Als ich alt genug war, mir über diesen Umstand Gedanken machen zu können, waren alle, die es hätten wissen können, schon tot. Ich muss also spekulieren. Was hat sie bewogen , dieses rosengesichtige, zartbäckige kleine Bündel Mensch zu einem Janus zu machen? Hatte dieses kleine Wesen, das ich einmal war, schon den sonderbaren Glanz in den Augen, den später fast alle Menschen, denen ich begegnet bin, mit einer Mischung aus Angst und Bewunderung, Faszination und Entsetzen bemerkt haben? War ich von Anbeginn an ein Bruder Demians mit dem Kainsmal in den Augen? Wie dem auch sei, wenn schon im kleinen, pausbäckigen Janus etwas von der merkwürdigen und beängstigenden Sonderlichkeit des späteren Janus durchgeblitzt haben sollte, war es doch nicht dasselbe, was die Zeitgenossen des heutigen Janus dazu bewogen hat, ihn für prädestiniert zu halten für einen Aufenthalt in diesem ehrwürdigen Tempel der modernen Psychologie. Der nämlich, der damals Janus Ludwig genannt wurde, war ein anderer Mensch als ich, so, wie ich ein anderer Mensch bin als der, der in zwanzig Jahren meinen Namen tragen wird. Der Einfachheit und Bequemlichkeit zuliebe geben sich die meisten Menschen gedankenlos der Illusion hin, dass das, was einen Körper bewohnt, von der Wiege bis zur Bahre derselbe Mensch sei. In Wirklichkeit aber durchläuft Jeder unzählige Metamorphosen, gehen im Laufe eines Lebens in jedem Körper unzählige Persönlichkeiten unter und werden ersetzt durch neue, aus der Asche geborene. Nur einzelne Grundlinien ziehen sich im Dunkeln durch den Wust abgestorbener und neu entstehender Existenzen im Menschen - ganz wie bei einem Insekt, dessen Körper durch alle Verwandlungen hindurch einige charakteristische Grundzüge bewahrt. All die Persönlichkeiten, die man im Leben bildet, sind nur Ausprägungen dieser Grundlinien. Wenn ich vom Pantheon - oder ist es ein Pandämonium? - meiner Persönlichkeiten immer mit "ich" spreche, so tue ich das wegen der Unzulänglichkeit der menschlischen Sprache, auszudrücken, was man finster ahnt.

Wenn ich mir überlege, was mich in meiner frühen Kindheit von anderen Menschen unterschieden hat, dann fällt mir vor allem meine für ein Kind ganz ungewöhnliche Distanziertheit zu den Menschen meiner Umgebung auf. Meinem Vater gegenüber war ich völlig gleichgültig. Nicht, dass ich Angst vor ihm gehabt oder ihn gehasst hätte. Ich sah nur keinen Bezug dieses Mannes zu mir, der tiefer ging als die Erkenntnis, dass er mir Essen kochte, mit mir ritualhafte Sonntagsspaziergänge ans Rheinufer, in den Wald oder auf einen Berg mit schöner Aussicht unternahm. Mit kindlichem Instinkt, wenn auch nicht so klar und ausformuliert, wie ich es heute sehe, mag der fünfjährige Janus auch erahnt haben, wie schrecklich durchschnittlich der Vater war und dass in mir etwas steckte, das mich von ihm trennte. Dieser korrekte Finanzbeamte durchschnittlicher Größe, mit dem durchschnittlichen Ansatz eines Wohlstandsbauches, mit durchschnittlichem kurzem schwarzem Haar und mit der durchschnittlichen runden Brille mit Plastikrand hatte keine Eigenschaften, die mich hätten fesseln können. Die Arbeitskollegen, die oft zu uns nach Hause kamen, um sich mit meinem Vater im Wohnzimmer um den schweren, dunkelbraunen Holztisch zu versammeln, rauchend und biertrinkend Skat zu spielen und dümmliche Witze zu reißen und die mich nach bester Biedermännerart tätschelten und mir Bonbons zusteckten, glichen meinem Vater in jeder Hinsicht. Verachtung für diese austauschbaren Massenmenschen bildete sich erst im späteren, reiferen Geist. Aber schon als Kind war ich tödlich gelangweilt von diesen belanglosen Gestalten. Noch verstärkt wurde die Distanz zwischen meinem Vater und mir durch das ratlose Befremden, mit dem er auf die schon damals sichtbaren Anzeichen eines ungewöhnlichen Charakters reagierte. An einige Episoden erinnere ich mich noch immer. Einmal, als ich fünf oder sechs Jahre alt war, jedenfalls noch vor meiner Einschulung, machten wir, wie so oft an Sonntagen, einen Spaziergang in den Auwald, der sich an den geschlungenen Armen des Altrheins entlangzieht. Es war ein schöner und sonniger Maitag, die Wärme tat sehr wohl auf der Haut, wenn es auch ungewöhnlich heiß war für einen Frühlingstag. Hellgrün schimmernd fiel das Sonnenlicht durch das Dickicht der Eschen, Eichen und Hainbuchen auf einen märchenhaft von Efeu, Maiglöckchen, Gräsern und moosbewachsenen alten Baumstämmen bedeckten Boden. Verschiedene Schmetterlinge, blaue Libellen und schöne bunte Vögel flatterten durch diesen Zauberwald. Aber wir waren nur wenige Minuten in den Wald hineingelaufen, da ergriff inmitten dieser friedlichen Idylle eine sich ständig steigernde Unruhe von mir Besitz. Als ich wenig später einen Trampelpfad sah, der in den Wald abzweigte, fühlte ich einen geradezu körperlichen Drang, dem Weg zu folgen. Die verärgerten Mahnungen meines Vaters konnten mich nich davon abbringen, langsam, aber zielstrebig weiterzugehen, sodass er gezwungen war, mir zu folgen. Bald mündete der Pfad in eine weite Lichtung aus hohem Gras, die zu drei Seiten vom Wald begrenzt wurde, auf einer Seite aber von einem grasbewachsenen Erdwall. In der Mitte der Wiese ragte eine Art Insel aus Büschen und knorrigen Bäumen hervor. Zu dieser Insel nun zog es mich hin, und von einem inneren Zwang geleitet setzte ich mich an einer bestimmten Stelle auf den Boden. Zunächst sah ich nichts Besonderes zwischen den hohen Halmen. Dann aber bemerkte ich eine große Kreuzspinne, die gerade eine gefangene Mücke verspeiste. Kaum hatte das Tier mich wahrgenommen, begann es, mich mit seinen tiefen, dunklen und uenrgründlichen Facettenaugen anzustarren. Wie lange die Spinne und ich uns völlig regungslos, Auge in Auge, gegenüberlagen, weiß ich nicht. Erst die auf meine Wange knallende Ohrfeige, die mein Vater mir gab, holte mich in die Welt zurück. Ich war nicht etwa wütend auf meinen Vater, wenn er bei meinen "Aussetzern", wie er es nannte, die Geduld verlor und mich ohrfeigte. Ganz im Gegenteil. Abgesehen davon, dass der biblische Grundsatz "Wer sein Kind liebt, der züchtigt es" damals seine Gültigkeit für die meisten Eltern noch nicht verloren hatte, fühlte ich schon als kleiner Junge, dass meine Absonderlichkeit, mein merkwürdiger und für die meisten Menschen beängstigender Charakter in krassem Gegensatz standen zur biederen, kleinbürgerlichen Welt, die mein Vater repräsentierte. Ahnungsweise spürte schon das Kind den unüberbrückbaren Graben zwischen der "normalen", sauberen, anständigen Welt des Durchschnittsmenschen und meiner Wesensart. Und oft - sehr oft - löste diese Erkenntnis, von damals bis heute, in mir den brennenden Wunsch aus, zu verleugnen, zu vergessen, was ich war und mich einzuschmuggeln in diese heile Welt der anständigen Beamten, Lehrer, Handwerksmeister und Abteilungsleiter. Aber niemand kann etwas sein, was seinem Wesen völlig widerspricht. Außergewöhnliche Menschen - gleich, ob ihre außergewöhnlichen Züge sie in den Augen ihrer Mitmenschen als krank oder genial erscheinen lassen - können nur Größe erlangen, wenn sie sich den Eigenheiten ihres Wesens bedingungslos hingeben und keine Rücksicht auf Sitten, Gesetze und Konventionen nehmen, in deren Bahnen sich das Leben gewöhnlicher Menschen vollzieht. Der Versuch, das Dasein eines normalen - und das heißt mittelmäßigen - Menschen zu leben, wenn man pochend in seinem Inneren spürt, für etwas viel Höheres oder viel Niedrigeres berufen zu sein, muss zu Misserfolg, Verzweiflung und geistigem Untergang führen. Dem erwachsenen Janus ist es schwer genug gefallen, das zu akzeptieren, und so war mein Leben immer durchzogen von unglücklichen Versuchen, mich in die Gemeinschaft der Herde einzufügen. Das Kind jedoch konnte unmöglich die Stärke haben, seine offensichtliche Andersartigkeit als Gnade und nicht als Last anzunehmen. Ich schämte mich und fühlte mich schuldig für meine Art. Jeder Schlag der väterlichen Hand war eine Wohltat, denn es war gerecht und gut, dass ich bestraft wurde.

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Ramujan



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Wörter pro Beitrag: 44

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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 22:58                                  +/-

Ich lese die Geschichte, gleichzeitig kommentiere ich:

[qoute]Die bescheidene Hütte war so spartanisch eingerichtet,[/quote]
Spartanisch schließt bescheiden ein. Das erste Adjektiv weglassen.

Zitat:
Wie ich richtig erwartet hatte, brannten in einem backsteinernen Kamin Haufen dünner Äste

Warum hatte er einen backsteinernen Kamin mit einem Haufen dünner Äste erwartet? Ungewöhnlich. Dünne Äste sind fast schon Zweige, dicke Äste fast schon Stämme. Das Adjektiv kann man eventuell weglassen?!?

Zitat:
. An einer Wand war ein einfaches Brett angebracht,

Auch hier: Adjektiv besser streichen.

Zitat:
In zwei Ecken des Raumes standen alte, abgewetzte Sessel

Abgewetzt bedeutet meistens alt. Alt streichen.

Zitat:
"Setz dich doch, mach es dir bequem". So wies er mir mit unwiderstehlicher, sanfter Gewalt einen Platz zu.

Unwiderstehlich, sanft ... Erinnert an eine Liebesgeschichte. zwinkern Gay-Fiction?

Zitat:
Zunächst spielte er nur mit seinen Händen, diesen unglaublich feinen und edlen Händen, die geradezu Pianistenhände waren und so auffallend kontrastierten zu seinem restlichen, eher kleinen und kräftigen Körperbau. Wie er mich so demonstrativ ignorierte, machte mich nervös, ich schaute ihm fest in die Augen, und er schaute zurück.

Das klingt wirklich etwas ... gay. Apropos: Nichtraucher, wo bleibt deine Lesben-Erotik-Fanfiction? Soll ich einen Thread aufmachen?

Zitat:
Unverbrüchlich treue Liebe mit sonntäglichem Puffbesuch, die besten Fußballspiele frei Haus auf den wohzimmerlichen Schirm, Busfahrten an die sonnigen Küsten Spaniens zum Kollektivbesäufnis und glänzende Abendunterhaltung mit Fernsehquiz und kühlem Bier - alles wird dein sein! Und das beste kommt erst noch, du kannst Kinder in die Welt setzen und dafür sorgen, dass die Gaudi unverändert weitergeht, wenn es mit dir einmal zu Ende ist. Na, wenn das nichts ist! Hereinspaziert! Freier Eintritt für Werte und Moral, ehrbare und anständige Windbeutel halber Preis und famose Trostpreise!"

Ich kann nur vermuten, was unverbrüchlich treue Liebe ist - aber der Absatz gefällt mir. Was ehrbare Windbeutet zum halben Preis sind, weiß ich übrigens auch nicht. Ist bestimmt Kunst. Du solltest den Teil auf jeden Fall mal Inken schicken.

Zitat:
Du bist krank, Janus, schwer krank, aber nicht so, wie die Sozialpädagogen, Moralphilosophen und andere Affen es meinen

*Die* weglassen oder *anderen Affen* schreiben.

Zitat:
Nun, Janus, warum erzähle ich dir das alles?

Äh. Ja. Möchtest du so eine Art neuer Nietzsche werden, Morgoth?

Zitat:
Dass es ein weiter, hallenartiger Raum war, konnte ich sehen

Sehen kann er es eigentlich nicht, nein. Es ist dunkel. Aber er kann es spüren: Da ist das Unterbewusstein, das sich regt, weil ein kühler Hauch ihn streift. Und er kann die Weite der Halle hören: Er bewegt sich, kickt versehendlich einen kleinen Stein zur Seite und plötzlich ist da dieses Echo, Echo, Echo ... zwinkern

Zitat:
Das musste die alte gotische Pfarrkirche in W. sein

W. Also, jetzt wirst du schon etwas kafkaesk ...

Zitat:
Alle wirkten sie gänzlich unindividuell

Und es wird noch bizarrer: Das Kreuz, die Kirche mit dem Fernsehstudio, aber du zeichnest durchaus eine dichte Szenerie. Hat was. Unindividuell ist aber ein Morgoth-Wort. Das passt nicht so recht zu einer Beschreibung von Zombies, finde ich. Nimm einen anderen Begriff.

Zitat:
Obwohl mir die Vorstellung, mich vor diese untoten Fleischhaufen zu setzen, erheblich missfiel

"Missfiel" ist auch ein Morgoth-Wort. Der Ich-Erzähler erlebt gerade den Albtraum seines Lebens. Dem missfällt gar nichts. Der macht sich vor Angst in die Hose. Überhaupt agiert er viel zu rational. Das kann beabsichtigt sein, ich habe keine Ahnung, wie du Janus charakterisieren möchtest, aber "missfallen" ist ein Wort, das hier überhaupt nicht passt.

Zitat:
Napolione Buonaparte, genannt Napoleon I., Erster Konsul, Kaiser der Franzosen und zuletzt passionierter Hobbygärtner in seinem Domizil auf St.Helena

Tolle Antiklimax. Spitze Das Bild gefällt mir.

Zitat:
Napoleon machte es lakonischer. "Nabend"

Doppelpunkt setzen: Napoleon machte es lakonischer: "N' Abend."
Etwas Französisches wäre sicher witziger gewesen.



Fazit:
Alles in allem ist der Text flüssig und gut lesbar geschrieben. Einen gewissen Witz hat er, wenn man versucht, ihn mit dem zu vergleichen, was man so von deinen politischen Postings im Hinterkopf hat.

Die Geschichte hat was, wirkt aber oft (ungewollt) komisch. Außerdem liegt über ihr die Gewitterwolke deiner Arroganz. Das tut ihr nicht gut. Hier von einem philosophischem Unterbau zu sprechen (wie ich das bei Gimlis Geschichte getan habe), ist sicherlich völlig fehl am Platz; die ganze Geschichte scheint mir wie ein Versuch, verschiedenen Ideen, Weltanschauungen und Philosophien, die dir zusagen, zu bündeln. Pass auf, dass du dich da mal nicht völlig verhedderst. zwinkern

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 10.08.2005, 23:15                                  +/-

Wo du das homoerotische ansprichst: Ich dachte zu Anfang es sei eine Frau, aus dessen Sicht Morgi schreibt. hähö

Bei den ganzen Adjektiven gebe ich Ramujan uneingeschränkt recht, ich hatte beim Lesen ganz genau die gleichen Gedanken.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 11.08.2005, 08:41                                  +/-

Schöner Text, ModeGro. Den fertigen "Roman" würde ich nicht unbedingt kaufen wollen, aber wenn du ihn hier vorab Kapitel für Kapitel veröffentlichst, werde ich bestimmt am Ball bleiben. Liest sich, wie gesagt, schon jetzt recht flott und hält einen bei der Stange. Manchmal ertappe ich mich dabei, ähnlich wie der Protagonist zu denken, obwohl mir dessen geniale Ader fehlt. Im Gegensatz zu Ramujan glaube ich auch nicht, dass die komischen Elemente ungewollt sind. Eine Talkshow in einer Kirche, Janus' Arroganz, Napoleon oder die Goethe-Bemerkung - also bitte, diese Stellen sind zu zahlreich, um ungewollt zu sein.
Mit den Adjektiven hast du es allerdings tatsächlich übertrieben, und der eine oder andere Missgriff war auch dabei. Aber ich will gar nicht weiter drauf herumreiten, da ich selbst dazu neige.
Den Auszug aus dem ersten Kapitel fand ich dann im Vergleich zum dritten relativ schwach. Hier hat eindeutig jemand zu oft die Grastrommel von Günter Blech gelesen. zwinkern

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 11.08.2005, 15:26                                  +/-

Jap, mit den bizarren, absurden Szenen hat Helcaraxe Recht - die Komik in diesen Szenen ist alles andere als ungewollt, sie sollen einmal das eigentliche Lebenselixier des fertigen Buches ausmachen. Ich gebe Helcaraxe sogar Recht, was die Kritik am ersten Kapitel angeht - aber solche "normalen", vielleicht langatmigen Kapitel sind, glaube ich, nötig, um dann den bizarren Szenen ihr volles Gewicht zu geben, sie voll wirken zu lassen. Solche absurd-traumhaften Szenen wie in der Kirche ziehen sich durch das ganze Buch, die nächste große Szene dieser Art kommt im fünften Kapitel. So, und jetzt mache ich mal mit dem Tippen weiter.

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 11.08.2005, 15:57                                  +/-

So, der Rest des ersten Kapitels:

Ein anderes mal, an einem klaren und schneidend kalten Februartag, nahm mich mein Vater mit auf einen Spaziergang im Stadtpark, der einst als Friedhof gedient hatte. Über Nacht war sehr viel Schnee gefallen, weiße Dünen überzogen die Beete und Rasenflächen, die nackten Kastanien hatten in der wärmelosen Wintersonne funkelnde Kappen aus Schnee und Eis. In diesem kleinen Stadtpark gab es einen magischen Winkel, den ich früh in mein Herz geschlossen hatte. Rechts des Weges stand die alte gotische Friedhofskapelle, die keinerlei Schmuck aufwies außer einer in eine Nische eingelassenen Plastik, die die Grablegung Christi zeigte. Zur Linken erstreckten sich, vor der scharzbraunen, backsteinernen Friedhofsmauer und zwischen einem Gewirr finsterer Eiben und Buchsbaumhecken, verwitterte Kreuze und Grabsteine. Auf beiden Seiten des Weges gab es auch jeweils eine Gruft, die sich Bürgermeister oder andere Honoratioren - so genau weiß ich das nicht mehr - im 18. Jahrhundert zum stilvollen und repräsentativen Verrotten hatten bauen lassen. In jenem Winkel nun hatte ich wieder einen meiner "Aussetzer". Als wir an der Jesusfigur an der Kapelle vorübergingen, überkam mich die Begiere stehenzubleiben und der Christusfigur ins Gesicht zu blicken. Es waren stumpfe und leere Augen, aber mir war, als verberge dieses sandsteinerne Auge nur etwas, das tief und eindringlich in mich hineinsah und sich mir mitteilen wollte. Ohne wirklich eigenen Willen ließ ich den gemeißelten Heiland liegen und ging in langsamen Schritten um die Kapelle herum, kam zu einer offenen, schneebedeckten Rasenfläche, auf der ich mich niederkniete und mit dem Zeigefinger im Schnee zu zeichnen begann. Immer, wenn ich solche Momente hatte, war ich wie in Trance oder religiöser Ekstase, ich hörte nichts - nicht die Krähen, nicht den pfeifenden Wind, nicht den unter den Füßen meines Vaters knirschenden Schnee -, und ich sah nichts anderes als das Objekt, auf das ich mich ganz konzentrierte - nicht die Kapelle, nicht die einzeln stehenden Kiefern, nicht meinen wild gestikulierenden Vater. Ich zeichnete nicht die harmlos-drolligen Dinge, die Kinder normalerweise zeichnen. Verstörend und verwirrend war alles, was mein Finger da in den Schnee schnitt, ohne dass ich genau hätte begründen können, warum die Muster diesen Eindruck erweckten. Verschlungene geometrische Formen verbanden sich zu fratzenhaften Gebilden. Nachdem meine Zeichenwut abgeklungen war, ich die obligatorische Ohrfeige bekommen hatte und wir uns wieder auf dem Rückweg zum Parkausgang befanden, sagte mein Vater mit leiser, unsicherer und etwas stockender Stimme: "Weißt du eigentlich, Janus, dass du einem manchmal Angst machen kannst?" Vielleicht war es nur schlechtes Gewissen wegen der mir verabreichten Ohrfeige, aber ich meinte in seinem krampfhaft von mir abgewandten Gesicht zu erkennen, dass meine Schneezeichnungen auf ihn nicht ohne Wirkung geblieben waren.

Natürlich habe ich mir später oft darüber Gedanken gemacht, was es mit diesen Augenblicken, in denen ich scheinbar jede Kontrolle über mich verlor, auf sich hatte. Ich glaube heute, dass ich in diesen Momenten immer ausdrückte, was in meinem tiefsten Innern schlummerte und das geweckt wurde, wenn mir etwas auffiel, das einen bestimmten Teil meiner Psyche ansprach. Denn sehen kann man nur, was man schon in sich trägt. Und warum sollte das auf eine verschlüsselte Weise nicht auch eine Spinne oder ein sandsteinerner Messias sein?

Mit anderen Kindern hatte ich damals keinen Kontakt, nichts zog mich zu ihnen hin. Trotzdem schickte mein Vater mich wieder und wieder auf den Spielplatz oder zum Fußballfeld, denn nach seinem Verständnis gehörte es sich eben, dass ein Kind fröhlich schaukelte oder mit dem Ball spielte - und definitiv gehörte es sich nicht, dass ein Kind stundenlang schweigend eine Glasscherbe von allen Seiten anstarrte oder das Waschbecken mit Wasser füllte, um die Wellenlinien zu betrachten, wenn es seinen Finger eintauchte. Die ersten male ging ich tatsächlich auf den Spielplatz, aber stets stand ich nur desinteressiert zuschauend am Rande. Die genormten Spielgeräte, an denen schreiende Jungen und Mädchen ihre festgelegte Dosis Spaß zu sich nahmen, interessierten mich nicht. Meistens stand irgendwann eine teilnahmvolle Mutter von ihrer Bank auf, um mich mitleidig zu fragen, ob ich meine Mama suche. Wortlos drehte ich mich dann um und verließ den Spielplatz, nicht ohne der jeweiligen Mutter gelegentlich vorher fest in die Augen zu sehen und zu spüren, wie sie einen Schritt zurückwich.
Einmal ging ich auch auf den Fußballplatz, der recht trostlos und kahl vor den Resten der alten Stadtmauer lag. Auch hier stand ich nur teilnahmslos am Rande, bis einer der Fußballspieler, ein dicker Junge mit roten Haaren, mich bemerkte und sich mit verschränkten Armen vor mir aufbaute.
"Was willst du hier?" Ich zuckte mit den Achseln. Der zwei, drei Jahre ältere Bursche machte mir etwas Angst.
"Du bist doch der Seltsame, der nie was sagt? Janus? Janus! Was ist denn das überhaupt für ein Name?" Wieder zuckte ich mit den Achseln. Schon etwas ärgerlich fuhr der Dicke fort.
"Glaub´ bloß nicht, dass ich dich besonders gern habe, aber meine Mama hat gesagt, wir sollen dich mitspielen lassen. Also, was ist? Willst du mitspielen?"
Zum dritten mal zuckte ich die Achseln. Zuerst guckte der Junge mich etwas dumm an, dann schüttelte er seinen massigen Kopf, meinte nur noch "Was ist denn mit dem los?" unf ging auf das Spielfeld zurück. Seine Gefährten im Hintergrund zeigten lachend auf mich. Seit diesem Vorfall mieden mich die Nachbarskinder bewusst. Die übermütigeren Jungen bewarfen mich manchmal, wenn sie mich sahen, mit Papierkügelchen, die Mädchen kicherten und tuschelten hinter vorgehaltener Hand.
Um die Zeit, in der mein Vater mich auf dem Spielplatz wähnte, zu füllen, begann ich damals mit langen Wanderungen und Erkundungsgängen durch die Stadt und ihre Umgebung. So entdeckte ich, mit meinen sieben, acht Jahren, viele Dinge, die mir interessanter waren als massengefertigte Fabrikschaukeln oder Fußbälle. Stille, dunkle Ecken in Parks, ruhige Kirchenräume, verzauberte Waldlichtungen oder leerstehende Fabrikhallen - nichts entging dem Einsiedler auf seinen einsamen Streifzügen. Irgendwann musste es natürlich kommen, dass mein Vater auf die Idee kam, mir beim Spielen zuzusehen und mich weder auf dem Spielplatz noch auf dem Fußballfeld fand. Von meinem Spaziergang heimgekehrt, folgten wütende Backpfeifen und scharfe Verhöre, wo ich meine Zeit verbringe. Als Ergebnis dieses Gesprächs musste ich jetzt den Spielplatz unter väterlicher Bewachung aufsuchen und das glücklich spielende Kind mimen. Schon bald wurde er dieser lästigen Pflicht aber wieder müde, ud meine Wanderungen konnten weitergehen.
Wenig erfolgreicher als auf dem Bolzplatz war auch in der Schule der Versuch, mich meinen Altersgenossen anzunähern. Meine Leistungen waren in allen Fächern weder besonders gut noch besonders schlecht. Ich erbrachte, was von mir verlangt wurde, aber nicht viel mehr. Besondere Sympathien genoss ich als verschlossener Sonderling bei den Lehrern, die sich kräftig-lebendige Kinder wünschten, wohl nicht, doch der stille, niemals aufmüpfige, in sich selbst versunkene Janus bot ihnen keinen Vorwand, diese instinktive Abneigung auszudrücken. Die ganze Grundschulzeit ist in meinem Gedächtnis zu einem verwaschenen, trägen Einerlei ohne aufregende Ereignisse zusammengschmolzen.
Besser erinnere ich mich an einen Traum, der mich jahrelang in meinen Nächten begleitete. Hinter meinem Vater ging ich schweigend einen gewundenen Bergpfad hinauf. Der Weg wurde enger und enger, der Abgrund tiefer, und immer mehr beschleunigte mein Vater das Tempo, bis ich oben den ageplatteten Gipfel sehen konnte. Sobald ich oben angelangt war, fiel ich ins Leere. Manchmal stand auch meine Mutter auf dem Gipfel, die ich doch nur von Fotos kannte. Unwirklich, nebelhaft und hell strahlend stand sie felsenstarr oben, mich regungslos mit ihren blauen Augen beim Sturz in die Tiefe betrachtend.

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Psycho Dad
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BeitragVerfasst am: 11.08.2005, 16:21                                  +/-

Ich habe nur den
Zitat:
Rest des ersten Kapitels
ganz gelesen, den Rest überflogen. Gefällt mir recht gut. Die oben angesprochenen Schönheitsfehler (Adjektive, ...) finde ich nicht so schlimm. Dafür gibt es ja Lektoren.

Was mir eher abgeht, ist ein einheitlicher Stil und eine Linie. Momentan liest es sich für mich so, als würdest Du nur Stilmittel aneinander reihen, weil Du findest, dass sie klug wirken. Warum erschreckt Janus die fremden Mütter am Spielplatz? Führt das irgendwo hin? Hast Du Dir wenigstens schon die gesamte Handlung des Romans ausgedacht?

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 11.08.2005, 16:33                                  +/-

"Warum erschreckt Janus die fremden Mütter am Spielplatz?"

Es dauert im Buch noch eine Weile, bis das wieder aufgegriffen wird, aber die unbestimmbare Angst, die Janus anderen Menschen einflößt, spielt im Buch noch eine wichtige Rolle, führt am Ende sogar zu dem Ergebnis, das wir im Prolog sehen. Die Furcht der Mütter am Spielplatz ist eine erste Andeutung an die Wirkung, die der alte Janus ausüben wird.

"Hast Du Dir wenigstens schon die gesamte Handlung des Romans ausgedacht?"

Ich weiß schon, wie es enden wird, und habe mir die zentralen Szenen recht ausführlich überlegt. Aber viele Details und kleine Nebenhandlungen kommen natürlich spontan beim Schreiben dazu.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 11.08.2005, 16:52                                  +/-

MorgothderGrosse
Ich gebe Helcaraxe sogar Recht, was die Kritik am ersten Kapitel angeht - aber solche "normalen", vielleicht langatmigen Kapitel sind, glaube ich, nötig, um dann den bizarren Szenen ihr volles Gewicht zu geben, sie voll wirken zu lassen.

Ich meine damit gar nicht mal, dass es langatmig ist. Wenn man jemandes Stil kopieren will, gibt es sicherlich schlechtere Vorbilder als Grass. Aber nun sind da ja noch die inhaltlichen Parallelen, die dem Text alles andere als gut tun. Diese an sich normalen Passagen wirken dann gleichfalls bizarr, obwohl das sicherlich gar nicht von dir beabsichtigt war. Es sieht halt ein bisschen so aus, als wolltest du dich mit fremden Federn schmücken, was du, wie man am dritten Kapitel sieht, eigentlich gar nicht nötig hast.

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Ramujan



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BeitragVerfasst am: 11.08.2005, 20:36                                  +/-

Mal ganz langsam:

1.) Auf Details gehe ich nur ein, wenn mir der Text gefällt, ich aber denke, dass man hier und da noch schleifen kann.
2.) Natürlich geht das, was ich gemacht habe, in die Richtung eines Lektorats. Der Unterschied: Ich bin billiger.
3.) Niemand wird gezwungen, meine Vorschläge umzusetzen.
4.) Mag sein, dass ich manchmal etwas gepfeffert schreibe. Ich bleibe aber fair, denke ich.
5.) Wer keine Kommentare zum Geschriebenen haben möchte, schreibt das dazu. Ich halte mich daran.
6.) Ist das hier auch gewollte Komik?
Zitat:
"So wies er mir mit unwiderstehlicher, sanfter Gewalt einen Platz zu. Er selbst ließ sich in den Sessel in der gegenüberliegenden Ecke fallen. Zunächst spielte er nur mit seinen Händen, diesen unglaublich feinen und edlen Händen, die geradezu Pianistenhände waren und so auffallend kontrastierten zu seinem restlichen, eher kleinen und kräftigen Körperbau. Wie er mich so demonstrativ ignorierte, machte mich nervös, ich schaute ihm fest in die Augen, und er schaute zurück. "

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Psycho Dad
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BeitragVerfasst am: 12.08.2005, 09:30                                  +/-

Ich glaube, dass der Name "Janus" bewusst gewählt ist, um auf die bisexuelle Natur des Protagonisten zu verweisen. Die Schwulitäten sollen den Roman in ein noch thomas mannigeres Licht erheben.

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 12.08.2005, 09:34                                  +/-

Ein Bisexueller überragt den Rest der Menschheit? Will Morgi uns etwas mitteilen? Hatte er ein .. Erlebnis? hähö


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Gimli



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BeitragVerfasst am: 12.08.2005, 09:41                                  +/-

Aber mal was anderes von mir, ich lese ja auch mit. *g*

Es klingt wirklich interessant, wobei mir das erste Kapitel noch besser gefällt, als das dritte. Das war mir nämlich irgendwie zu kafkaesk nach Art von "Der Proceß", den ich bescheuert finde. zwinkern Aber trotdem fesselt einen das Ganze, man will mehr wissen, immer mehr, über diesen kleinen süßen knuffigen Janus! Yes


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Morgi



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BeitragVerfasst am: 13.08.2005, 23:16                                  +/-

So, hier das zweite Kapitel, womit der Übergang zum dritten hergestellt wäre:

II.Kapitel

Ich muss einen zeitlichen Sprung in meinem Bericht machen und einige Jahre übergehen, denn wenn auch natürlich mein Charakter einer stetigen, langsam fließenden Wandlung unterlag, so gab es doch nichts, was die Metamorphose meiner selbt wesentlich vorangetrieben hätte. Dass ich mit elf Jahren auf das neusprachliche Gymnasium kam, dass mein Vater ein neues Auto kaufte, dass wir mit der Familie eines Arbeitskollegen Urlaub am Gardasee oder in den Alpen machten - was bedeutete das schon?

Interessanter waren die Entwicklungen, die ich mit sechzehn, siebzehn Jahren durchlief. Denn damals setzte meine innere Emigration in die Welt des Geistes und der Musik ein. Nach wie vor - eher weitaus stärker als in meiner Kindheit - war ich ein gänzlich in mich gekehrter Sonderling, ein zu seiner gesamten Umwelt in keinerlei Beziehung stehender Fremdkörper. Nicht etwa wurde ich aus Böswilligkeit bewusst ausgegrenzt. Die korrekte Höflichkeit, die kühle Distanz und das vornehm schweigende Überlegenheitsgefühl, das zweifellos von mir ausging, bildeten eine unsichtbare, aber kalte und undurchdringliche kristallene Trennwadn zwischen mir und den anderen Schülern. Ich litt zu diesem Zeitpunkt nicht unter der Einsamkeit, die mich umgab, sie war längst zu meiner Natur geworden. Die Rolle des unbeteiligten Beobachters aus dem Hintergrund gefiel mir sogar sehr gut. Und welche Freiheit genießt man, wenn man für niemanden verantwortlich, zu niemandem zugehörig ist!

Die äußere Leere dieses Lebens wurde kompensiert durch einen Heißhunger nach Wissen, nach Literatur, nach Erkenntnis. Mein Vater konnte mir auf diesem Weg nicht weiterhelfen. Was hatten wir schon an Büchern zu Hause? Eine Bibel natürlich. Zwar war mein Vater nicht im mindesten religiös, aber wie für alle ehrbaren Bürger gehörte der sonntägliche Gang in die nahe Gedächtniskirche auch für ihn zur gesellschaftlichen Pflicht. Ansonsten gab es nicht viel, ein paar drittklassige Liebesromane, die - einst als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke ins Haus gelangt - unbeachtet im Regal verstaubten, einige Kochbücher, die noch von meiner Mutter stammten, ein paar Bände Goethe, Lessing und Schiller, die mein Vater zwar niemals in die Hand genommen hatte, die ihren Repräsentationszweck für Besucher aber erfüllten. Auch gab es nicht viel Interessantes, was mein Vater mir in Gesprächen hätte mitteilen können. Der in Bierdunst am Nierentisch vor dem Fernseher verdämmerte Fußballabend gehörte zu den kulturellen Höhepunkten seines Lebens, und wenn er mit seinem Intellekt und seiner Bildung vor den Arbeitskollegen glänzen wollte, konne es schon vorkommen, dass er von der Harmonie des "romantischen" Baustils einer Kirche schwärmte, die er im Italienurlaub gesehen hatte. Selbst, wenn es sich dabei um eine Barockkirche handelte.
Meinen Durst musste ich also selbst stillen, und so wurde ich zum Dauergast in Stadtbibliothek, Schulbibliothek, Landeszentralbibliothek. In meiner Gier nach Wissen verschlang ich halb wahllos die verschiedensten Gebiete - Geschichte, Politik, Astronomie, Numismatik, Architektur, Heraldik, Geologie und vieles mehr. Innere Gespräche mit Platon, Machiavelli und Rousseau über Staatstheorie, Lebensbeschreibungen Luthers, Wallensteins und Napoleons oder Schriften über die Renaissance in Italien ersetzten mir den geistigen Austausch, den mir das äußere Leben nicht bieten konnte. Auch die Schule half mir da nicht wesentlich weiter, der Unterricht, meine Lehre und meine Mitschüler langweilten mich. Dieses äußerlich inhalts- und ereignislose, innerlich mit Gelehrsamkeit gefüllte Leben als neutraler, an den Geschehnissen der Welt unbeteiligter Außenseiter hätte noch lange so dahinplätschern können, es war erträglich. Doch etwas Neues trat in meine Existenz, das alles verändern sollte. Durch all mein Wissen, tatsächliches oder eingebildetes hindurch war ich im Eispanzer meiner durch sich und in sich ruhenden Persönlichkeit in vielem doch ein Kind geblieben. Viele Entwicklungen, die den Impuls des Umngangs mit anderen Menschen benötigen, waren bei mir durch meine Eremitenexistenz ausgeblieben. Auf eine so abgeschottete, von der umgebenden Welt abgetrennte Person wie den jugendlichen Janus musste das Erlebnis der ersten wirklichen Liebe wie eine gewaltige Explosion wirken, musste Altes begraben und Neues, Ungeahntes und Ungeheures, das sich lange unter der Oberfläche gesammelt und gestaut hatte, freisetzen.

Ich weiß heute nicht mehr wirklich, was mich ausgerechnet an ihr so stark faszinierte, dass sie Alleininhalt meines Lebens, Brennpunkt all meiner Gedanken werden konnte. Sie hieß Helena - an ihren Nachnamen kann ich mich gar nicht mehr erinnern - , war ein Jahr jünger als ich und hatte eigentlich nichts Außergewöhnliches an sich. Sie war hübsch, gut, meinetwegen. Das feine blonde Haar, die zarte, helle Haut, das etwas kindliche Gesicht mit den vornehmen Zügen, die schlanke, feingliedrige Gestalt - das alles war schön anzusehen, aber viele Mädchen entsprachen eher den konventionellen Schönheitsidealen. Ihre ungewöhnlich hohe und helle Stimme ist mir an ihrer Erscheinung vielleicht am intensivsten im Gedächtnis haften geblieben. Aber diese mir damals so engelhaft schön und rein erscheinende Stimme brannte sich erst in meinem Geist ein, nachdem ihr ich bereits unrettbar verfallen war. Nicht die Stimme war es, die mich auf sie aufmerksam machte. Einen allzu sprühenden Intellekt konnte auch ein wohlmeinender Beobachter kaum an ihr feststellen. Fleißig war sie, ja, sie schrieb gute Noten, hatte keine Mühe, Gelerntes auswendig zu lernen. Eine eigene Meinung zu irgendwelchen tiefgehenderen Themen hatte sie fast nie, und wenn es einmal in der Schule notwendig war, einen eigenen Standpunkt zu formulieren, klangen ihre Sätze unbeholfen, simpel und holprig. Vermutlich war es etwas ganz anderes, was mich so unwiderstehlich zu ihr hinzog. Für einen menschenmeidenden, mit sarkastischer Geringschätzung auf die Menschen herabschauenden, rationalen Denker wie mich - oder wie ich mich zumindest sah - verkörperte dieses naive Wesen eine geistige Unschuld und Reinheit, die ich niemals besessen hatte und von der ich mich, wie ich finster ahnte, immer weiter entfernte. Zweifellos habe ich ihren Charakter in meiner ins Wahnsinnige gesteigerten Liebe idealisiert, habe aus ihr ein realitätsfernes Götzenbild gemacht. Hätte ich, und damit greife ich voraus und erzähle schon, wie meine Anbetung Helenas ausging, jemals Erfüllung meiner Liebe gefunden und sie näher kennengelernt, ein paar weiter Facetten ihrer Seele entdeckt, dann wäre ich mit Sicherheit maßlos enttäuscht gewesen, zu sehen, wie weit Idealbild und Realität auseinanderliegen. Nicht Helenas Charakter jedoch ist wichtig, tausend andere hätte mir dasselbe sein können wie sie. Sie war nür Auslöser für meine Entwicklung.

Natürlich gelang es mir, wie bei meinem steppenwölfischen Wesen leicht vorherzusehen, niemals, mit ihr einen Kontakt aufzubauen, der über banale Gespräche schulischer Angelegenheiten hinausging. Also floh ich in einer herrliche Traumwelt mit Helena an meiner Seite, welche es mir möglich machte, meine Zeit mit angenehmen Phantastereien zu füllen. Ein kühler Tag im Dezember reichte vollkommen aus, meine Phantasiewelt zu vernichten. Die Szene war, aus zeitlichem Abstand betrachtet, ziemlich unoriginell und hatte etwas von einem Groschenroman, wie ich nicht verhehlen kann. Wie üblich war ich in der Zwischenpause nach der achten Stunde ins Erdgeschoß hinuntergegangen, wie mir bald Helena ins Auge fiel. Aus einigen Metern Distanz, ein wenig verdeckt vom Blättergewirr zweier großer Topfpflanzen, verfolgte ich mit steigender Nervosität, wie sie sich mit verdächtig seligem Gesichtsausdruck mit einem anderen, etwas älteren Jungen unterhielt. Ein ziemlich primitiver Kerl mit außergewöhnlich dummem Gesichtsausdruck übrigens, mir bereits seit längerer Zeit verhasst wegen seiner reichlich geistlosen Sticheleien gegen mich, den Sonderling, die ich stets mit kühler Arroganz beantwortet hatte. Dass die zarte, kleine, so kindlich wirkende Helena diesem ochsenäugigen Vieh daraufhin zärtliche Küsse gab, muss grotesk ausgesehen haben. Ich aber hatte damals wenig Sinn für die Komik der Situation. Stattdessen wandte ich mich um, ging mechanisch zur Schultoilette, schloss mich in einer Kabine ein und wartete, bis die anderen Schüler sich nach einigen Minuten auf den Weg zu ihren Unterrichtsräumen machten. Und dann begann ich zu weinen, so hemmungslos und befreiend, wie ich es noch nie in meinem Leben getan hatte. Zumindest für einige Minuten herrschte bei mir eine völlige gedankliche Leere, alles, worauf ich gehöfft, woran ich gedacht und wovon ich geträumt hatte, war mit diesem Kuss zusammengebrochen, ohne dass etwas Neue an dessen Stelle getreten wäre. Dieses hysterische Heulen war alles, was mein innerlich ausgehöhltes Hirn noch zu äußern imstande war. Mit geröteten, glasig schauenden Augen, gesenktem Kopf und gebeugter Haltung schleppte ich mich nach einer Weile wieder aus der Toilette, verließ das Schulgelände, durchquerte rasch den kleinen Park und gelangte an den Punkt, den ich zielstrebig aufgesucht hatte, auch wenn ich mir dessen nicht voll bewusst gewesen sein mag. Die Bahnschiene war ruhig. Aber ich hatte Zeit, es würde schon ein Zug kommen. Als ich so scheinbar desinteressiert vor dem Gebüsch an den Gleisen auf und ab ging, gelegentlich auf meine Armbanduhr schaute, musterte ich beiläufig auch die wenigen Passanten, die an der schmalen Straße netlangtrotteten. Nur einer ging nicht vorbei. Die kleine schwarze Gestalt war lautlos hinter meinem Rücken vorbeigehuscht, hatte sich geduckt um mich herumgedreht. Und nun stand er ganz still neben mir, mit hinter dem Rücken verschränkten Armen, und blickte mir mit einem milden Lächeln, freundlich nickend, in die Augen. Etwas befremdet drehte ich meinen Kopf zur Seite, um diesen merkwürdigen Besucher zu betrachten. Er war sehr klein, vielleicht 1,65. Der ein wenig rundlich gewölbte Bauch und der Ansatz eines Doppelkinns gaben dem Mann, der vielleicht 50 Jahre alt sein mochte, eine angenehm-sympathische Erscheinung. Der Schädel war kahl, das Gesicht sauber rasiert. Ein langer, schwarzer Wollmantel, darunter ein sauberes Hemd sowie seine offenbar frisch geputzten, glänzenden Schuhe vollendeten den Eindruck einer gepflegte, stilvollen Person. Es dauerte einige Momente verblüfften Glotzens, bis ich die gepflegte, stilvolle Person ansprechen konnte. "Verzeihen Sie, warum..." Weiter sprach ich nicht, konnte ich nicht sprechen. Mein Gegenüber nickte unentwegt weiter, sagte schließlich nach einer Weile mit tiefer, etwas rauher Stimme, die auf mich ungemein beruhigend wirkte: "Lass dich nur nicht stören. Ich bin nur ein interessierter Beobachter." Gestört fühlte ich mich tatsächlich nicht, aber ich war irritiert. "Wobei soll ich mich denn nicht stören lassen, wenn ich fragen darf?" Sein Gesicht wurde noch milder und wohltuender als vorher. "Na, ich schätze doch, du bist nicht hier, um die technische Ausgereiftheit des Bahnnetzes zu bewundern. Dein Interesse, meine ich, gilt eher einer Personenbeförderung der ganz besondere Art. Ein ehrenvolles Vorhaben. Versteh mich nicht falsch! Nicht etwa, dass ich mir speziell deine Person püriert unter eine Lokomotive wünsche. Gott bewahre! Nein, nein, mir geht es um das Prinzip, ich bin nämlich Idealist, musst du wissen. Nicht sein zu wollen, ist eine vernünftige und edle Einstellung, sie erspart uns selbst und allen anderen viel Ärger. So, wie ein verantwortungsbewusster Mann kein Loch ohne Gummi betritt, um Schlimmeres zu vermeiden, so verschwindet ein lobenswerter Mensch eben unterm Zug, wenn jedes Kondom zu spät kommt."
So ein verführerischer Zauber lag in seiner Stimme, dass es mir überhaupt nicht skurril vorkam, dieses wildfremde Wesen über meinen Selbstmord dozieren zu hören. Nur zu einem verwirrten und wohl recht ängstlich klingenden "Was wollen Sie eigentlich von mir?" konnte ich mich durchringen. Der schwarz Bemäntelte sah mich eine Sekunde spöttisch an, hatte aber sofort wieder seinen gütigen Gesichtsausdruck zurückgewonnen.
"Mein lieber Freund, ich schlage vor, du vergisst deinen unglückseligen, nun ja, Plan, und kommst mit mir mit, wir haben zu reden. Fass es nicht als Beleidigung auf, aber die letzte eiserne Konsequenz, durchzuführen, weshalb du hier bist, fehlt dir - noch, zumindest jetzt. Wäre es anders, hätte ich dich gar nicht belästigt und mir das Spektakel aus einiger Distanz angesehen. Und jetzt komm."
Dieser hypnotisch-anziehenden Gestalt zu folgen, schien mir nicht nur ganz natürlich, sondern erfüllte mich mit einer prickelnden Vorfreude. Schweigend, aber nicht mit verlegenem oder peinlichem Schweigen, zogen wir in gemächlichem Tempo durch die in der einsetzenden Abenddämmerung leeren Gassen der Stadt. Der Himmel war wolkenverhangen, manchmal rieselten ein paar Schneeflocken auf den Boden. Wir verließen bald das bebaute Stadtgebiet, kamen an den Waldrand, als in der ab und an aufreißenden Wolkendecke schon einige der helleren Sterne strahlten. Für seine kräftige Statur sonderbar geräuschlos lotste mich mein Begleiter auf verschlungenen Waldpfaden durch ein Dickicht von Brombeerbüschen, die zwischen den hohen, schlanken Kiefern wucherten, bis wir in ein dichteres Birkenwäldchen gelangten. Und dort, nicht weit von einem in einer Senke liegenden kleinen See, stand eine aus rohen Stämmen gezimmerte Blockhütte. Aus dem Fenster drang Licht, offenbar von einem Kaminfeuer. Er öffnete die Tür, und wir traten ein.

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 14.08.2005, 01:38                                  +/-

Ich habe übrigens gerade festgestellt, dass es in Heidelberg einen Psychologen namens Ludwig Janus gibt rolling on the floor...

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