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Musical Madness
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Oxford
Dr. Olympics


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BeitragVerfasst am: 19.08.2016, 09:38                                  +/-

Sounds grrrrrrrrrrrrreat. Ich brauch ne Zweitwohnung in London. So wie du (apparently). Da fällt mir ein: meine Cousine wohnt da jetzt mit neuer Wohnung und Schlafplatz. Oleeee.


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Somit sage ich, nicht ich schreibe das, sondern mein Zeitgewissen.
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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 03.10.2016, 17:30                                  +/-

Nächstes Jahr ist übrigens Austauschsaison: Hamilton kommt nach London, da bin ich sehr gespannt drauf (und ein bisschen neidisch auf Quarlene, Tickets dafür gleichen wirklich einem 6er im Lotto.)
Im Gegenzug gehen Miss Saigon (sogar mit den Londoner Darstellern) und Groundhog Day von London aus an den Broadway. Speziell Groundhog Day sorgt da gerade für Trouble, viele hatten das entweder nicht auf dem Radar oder haben es im Vorfeld für eine Totgeburt gehalten, aber der Testlauf in London war mehr als erfolgreich, die Kritiken waren sehr gut und es wird passend für die nächsten Tonys in New York aufschlagen. Bis jetzt sind da keine starken Mitbewerber in der Musicalkategorie in Sicht und der Broadway haßt es, wenn Stücke von außerhalb abräumen...

@Craggan, falls du hier liest: Es ist zwar kein Musical, aber auch die Donmar-Produktion von Les Liaisons Dangereuses macht den Transfer und hat in ein paar Tagen Broadwaypremiere. Da hatten wir wohl den richtigen Riecher bei der Stückauswahl.

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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 17.04.2017, 21:57                                  +/-

Heute hat Groundhog Day übrigens Broadwaypremiere.

Und falls sich Euseppus von der Weltpolitik ablenken möchte und mal hören will, was das Gespann Warchus/Minchin so verbricht, wenn sie keine Rücksicht auf Kinder nehmen müssen: Viel Spaß!

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 18.04.2017, 11:25                                  +/-

Als ich zum erste Mal davon las, dachte ich: "Perfekt! Perfekter Stoff!"
Ich hatte den Gedanken auch schon öfter, ein Musical zu schreiben, bei dem sich durch irgendeine timeywhimey premise die gleiche Handlung in immer wieder anderem Gewand zeigt, das stelle ich mir auch musikalisch sehr reizvoll vor. Und z. B. "One Day" sollte man wirklich unbedingt 8-Jährigen vorspielen. hähö
Musikalisch ist das alles wieder sehr nützlich und effektiv, mir fehlt halt immer irgendwie bei den meisten neuen Musicals der Gassenhauer-Effekt, diese absolut geile Idee, die man hinterher nicht aus dem Kopf kriegt; so ist das muskalisch alles recht beliebig, aber sicher umso bühneneffizienter, kommt aber über netten Pop/Pseudo-Rock nicht hinaus. Gut, aber: Verzeihlich, macht als Gesamtkunstwerk sicher sehr viel Spaß. Yes


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"Jeder spricht Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut." (Michel de Montaigne)
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 19.04.2017, 13:44                                  +/-

Die müssten bei Groundhog day dann aber wirklich nur ein Lied spielen, den ganzen Abend lang.


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Menschen machen Fehler.
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Lothiriel
Wissende


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BeitragVerfasst am: 02.01.2018, 21:43                                  +/-

James Goldman/Stephen Sondheim
Follies
National Theatre


Jedes Jahr zur Winterzeit gönnt sich das National Theatre eine Mammutproduktion mit allem Schnickschnack, dieses Jahr „Follies“, ein Musical, das in seinem Titel sowohl auf die legendären Ziegfield Follies anspielt als auch eine Bezeichnung für alberne Dummheiten ist. Das Stück spielt im Jahr 1971, als sich die ehemaligen Tänzerinnen der hier Weismann‘s Follies genannten Truppe zu so einer Art Klassentreffen in ihrem ehemaligen Theater treffen. Dieses Theater soll am nächsten Tag abgerissen werden und einem Bürogebäude weichen und in einem Anfall von Nostalgie hat Weismann nun die Damen zu einer letzten Party eingeladen.
Während nach und nach die älteren Damen eintrudeln und anfangen in Erinnerungen zu schwelgen, mischen sich die Geister/Erinnerungen der jungen Tänzerinnen unter die Gäste.
Unter den besagten Gästen befinden sich Sally, ein offenbar sehr glückliches Wesen, mit ihrem Mann Buddy, und die zynische Phyllis samt Ehemann Ben. Alle vier waren einmal sehr eng befreundet, die Mädels haben sogar zusammen gewohnt, aber man hat sich im Laufe der Jahre nach Auflösung der Follies aus den Augen verloren. Sally und Buddy sind nach Phoenix gezogen und scheinen eher einfache Gemüter zu sein, Phyllis ist eine Society Lady und Ben hat bis vor kurzem für die UN gearbeitet. Während die restlichen Showgirls in Rückblenden von ihrem Leben während und nach ihrer aktiven Follies-Zeit erzählen, konzentriert sich die Handlung immer wieder auf die vier vorgenannten Personen. Im Lauf des Stücks wird klar, dass alle - wie auf „Klassentreffen“ nicht unüblich - lügen: sowohl zu den anderen, als auch zu sich selber, keiner will sich eingestehen, dass Dinge nicht so gelaufen sind wie erträumt. Buddy hat nicht die große Karriere gemacht, Sally und Ben hatten mal eine Affäre und hängen dieser nach, oder auch nicht, und Phyllis hat Ben zuliebe ihre komplette Persönlichkeit geändert, um neben ihm nicht als Dummchen dazustehen. Viel Potenzial für eine unangenehme Nacht, die immer unangenehmer wird mit jeder Hoffnung, die enttäuscht wird und jeder Lüge, die sich die Leute eingestehen müssen.

Das National Theatre spielt das Stück in seiner Originalfassung, ohne Pause und düsterer und ohne Happy End. Und auch wenn sie durch die fehlende Pause wohl auf viele Getränkeeinnahmen verzichten müssen, dem Stück tut es sehr gut, dass dieser Tanz auf dem Vulkan sich ohne Unterbrechung aufschaukeln kann.
Ich hatte das große Glück, den letzten Day Seat zu ergattern, das war netterweise der Randplatz im Mittelblock in Reihe 2. An dieser Stelle gibt es keine Reihe 1 und somit Beinfreiheit! In einem Londoner Theater ist das der absolute Luxus! Außerdem saß ich so nah an der Bühne, daß ich die ganze Zeit die Pailletten, Seide und Straußenfedern rascheln hörte, die Tänzerinnen hatten traumhafte Kostüme.

Ich fand‘s witzig, daß ich hauptsächlich wegen Hamilton in London war und Lin-Manuel Miranda von Follies schwärmte, er war wohl einen Tag vor mir drin. hähö

Imelda Staunton war aber auch phantastisch als Sally! Sie hat letztes Jahr den Olivier Award als Best Actress in a Musical bekommen und kann so viel mehr als Dolores Umbridge in den Potterfilmen sein. Hemhem.
Ich gebe aber zu, daß für mich der Hauptgrund für die Auswahl des Stücks Philip Quast als Ben war. Der Mann hat einfach eine Stimme… so ein warmer Bariton… Der könnte mir auch mein altes Chemiebuch vorsingen und ich würde dahinschmelzen. Und ja, Chemie habe ich gehasst und als erstes Fach abgewählt.

Einer meiner Vorsätze für das neue Jahr ist es, das Programmheft zu lesen. Ich habe noch nie so ein dickes Programmheft gesehen, das ist ein Buch, damit kann man Leute erschlagen. Ich habe mal vorsichtig reingelinst, da sind Ausschnitte aus der Partitur drin und es wird die Komposition erläutert. Da Sondheim bei sowas ja eher zu erhöhter Komplexität neigt, habe ich bis jetzt einfach weitergeblättert zu glamourösen Photos aus den 20ern und 30ern und attraktive Tänzerinnen bewundert.
Follies ist auch ohne die Musik auseinanderzunehmen ein extrem interessantes Stück, das Buch stammt von James Goldman, der für ein anderes Buch (The Lion in Winter) einen Oscar bekommen hat. Sondheim ist bekannt für Konzeptmusicals, wo es um eine Idee, ein Konzept, statt um eine klar umrissene Handlung geht, und hier nehmen die beiden genüsslich die Schwächen menschlicher Psyche auseinander, es geht um Neurosen, Obsessionen und Illusionen. Und an Ende des Abends geht das Licht wieder an und man wacht aus dieser Traumwelt auf und muss sich erst mal wieder selbst orientieren.


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