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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 18.12.2005, 22:00                                  +/-

Nach alter Väter Sitte muss der Mann das Essen erlegen, also wandere ich durch die dunkle, kalte Nacht hinaus zum "Happy Döner". Die Tür dort ist einen Spalt offen, zwei bärtige Männer sitzen auf Barhockern an einem Tisch und schauen sich ausdruckslos nach mir um. Der Dönermann, normalerweise würde ich ihn hier Hassan nennen, aber Hassan ist nicht da, sondern ein anderer, vielleicht sein jüngerer Cousin, der sitzt rauchend auf einem Tisch und liest die Bild am Sonntag. Er springt ab, streicht sich die Schürze glatt und lächelt mich fragend an.

"Zwei Pizzen bitte. Eine Salami und einmal Calzone mit Oliven." sage ich. Eilfertig läuft der Dönermann hinter seine Theke, macht plötzlich kehrt, stürzt zurück zum Tisch und drückt dort in einem Aschenbecher seine Zigarette aus. Dann verschwindet er im uneinsehbaren Raum hinter der Theke, kommt wieder vor und fragt mich nochmal nach der Bestellung. "Salami und eine Calzone mit Oliven" sage ich und fühl mich dabei etwas dumm. Meine Freundin formuliert alle Sachen nochmal neu wenn sie etwas wiederholt, ich dagegen sage alles nur nochmal. Der Dönermann verschwindet wieder und ich höre ihn werkeln. Es gibt einen Pizzaladen die Hauptstraße runter, kein richtiges Restaurant, nur eine Art Pizzafertigungsstation, aber dort hätte ich zusehen können wie der Teig rund und dünn gewirbelt wird.

Jetzt muss ich hier warten und schaue mir erschöpfend die Auslage an. Dann werfe ich einen Blick zur Seite auf die Bild, sie ist von letzter Woche. Nichts ist ja trauriger als eine alte Zeitung, noch dazu so ein Käseblatt und ganz besonders so Boulevard-Kram wie Heidi Klums verunglücktes Kleid bei der Weltmeisterschafts-Verlosung. Und dann habe ich den Ohrwurm, Zack, einfach so. "Weißes Papier" von Element of Crime. Und dazu immer wieder der erste Vers eines Gedichts von Sven Regener was ich vor dem Weggehen gelesen habe:

Am Dönerstand gibt's Glühwein zum Fest
Und zum Aktionspreis 'ne Früchtebrotschnitte
Und Atze sagt: Das heißt Stulle bei uns
Dann fällt er und ruft: Watten ditte?!


Unentschloßen wandere ich ziellos im Raum umher, schaue mir einen Adventskalender an, aber das kann man auch nicht zehn Minuten lang machen, setze mich endlich an einen Tisch neben dem Eingang und lasse meinen Blick gravitätisch ins Leere gleiten. Und die ganze Zeit singt in meinem Kopf Regener wehmütig von billigen Früchtebrotschnitten. Fünfzigmal denselben Liedfetzen, dieselben paar Takte, immer sentimentaler, immer falscher - immer im Rhythmus dessen, was ich gerade tue... in diesem Fall nicht gerade viel und so verwandelt sich der Text leicht in einen völlig wahnsinnigen Haiku:

Döner mit Glühwein
Die festliche Adventszeit
Spuren im Schnee


Das klingt nach der einundsechzigsten Wiederholung ganz menschlich. Auch kann man es pfeifen.

Einer der bärtigen Männer, sie tragen Werkzeugwesten mit vielen Taschen, trinkt aus seiner Cola Dose einen großen Schluck und behält mich dabei im Auge. Die Tische sind blau. Von hinten zieht es mir in den Rücken hinein, die Eingangstür ist ja nur angelehnt, aber ich darf mich nicht umdrehen und sie schließen, jede Bewegung würde die Perfektion des Augenblicks stören. Außerdem wurde geraucht.

Ein Mädchen mit Jeansjacke kommt herein und läuft zur verwaisten Dönerverkaufstheke. Dort bleibt sie geduldig stehen, den Blick fest auf die Wand geheftet. Die Bärtigen halten im Essen inne und schauen auf ihren Hintern, aber nur kurz, er ist etwas dicker. Rechts in der Ecke hängt ein ausgeschalteter Flachbildschirmfernseher. Zwei Fernbedienungen liegen darunter auf der Fensterbank. Ich könnte um den Tisch gehen und sie nehmen. Mach ich aber nicht. Das geht ja so gar nicht, Kunden, die Unordnung in den Laden bringen, alles antatschen müssen, obwohl sie in 5 Minuten schon wieder gehen. Man muss sich auch nicht immer berieseln lassen.

Ein junger Kerl mit nichtssagendem Gesicht kommt rein, stellt sich hinter das Mädchen und dann passiert sehr lange gar nichts, außer, dass das Akkordeon in meinem Kopf den fallenden Atze beweint. Bis endlich alle, die zwei Bärtigen, ich, das Mädchen und der neue Typ nach vorne blicken, wo der Dönermann per Zaubertrick erscheint und mir stolz zwei eckige Pappschachteln präsentiert. Ah. Oh! Ich krame einen Zehner aus der Tasche, bekomme einen Euro zurück, und gehe zurück in die dunkle, kalte Nacht.

----------------------------------------------

Ja. Hätte man alles auch kürzer fassen können. Aber die Oliven wurden vergessen, das musste ich mir mal von der Seele schreiben.

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 18.12.2005, 23:26                                  +/-

Schön stimmungsvoll! Und das hier:

Tyler Durden

Ja. Hätte man alles auch kürzer fassen können. Aber die Oliven wurden vergessen, das musste ich mir mal von der Seele schreiben.


läßt mich jetzt mit einem Kichern schlafen gehen.

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Gimli



Beiträge: 23155
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BeitragVerfasst am: 19.12.2005, 00:06                                  +/-

Also meine fünfzehn Minuten beim Pizzabäcker liefen ganz anders ab.

Der Laden hieß mal "Pizza Palermo" hat sich aber mittlerweile zum "Yellow Cab" gemausert (oder ist Teil dieser Kette, keine Ahnung) und macht wirklich hervoragende Pizzen. Sie machen auch noch Gyros, ein paar typische Imbissgerichte, Salate und Pasta. Aber am besten ist und bleibt die Pizza. Aber diese Stille und diese Leere, die du in deinem Dönerladen gefunden hast, die findest du da ganz sicher nicht. *g*

Wenn man reinkommt ist das Verhältnis Angestellte - Kunden so ungefähr 10 zu 1; logischerweise war es Sekunden vorher noch 10 zu 0. zwinkern Dann wird man von irgendwem hinter der Theke bedient. Wer das gerade ist, na ja, kommt ganz drauf an. Mal ist es der Chef (ca. 60 Jahre alt, der ruhige Pol des Ganzen), dann vielleicht einer der Söhne, die einem dann breit grinsend (ungefähr so: grins ) von noch weiter hinten zurufen: "Guten Abend! Was darf's sein?!", oder manchmal auch eine der netten jungen Damen, die da so rumlaufen. *knicknack*
Genauer gesagt laufen da ziemlich viele Leute rein und raus. Dafür dass der Laden so klein ist, hat er eine Menge Personal. Immer mindestens fünf Leute am Kochen, Pizzen backen, Salate machen oder Dinge frittieren. An diesen Kochbereich schließt sich der Kundenbereich an und daneben liegt .. ja, ich weiß nicht genau was es ist, ziemlich mysteriös ist es auf jeden Fall. Es scheint eine Mischung aus Telefonzentrale, Lagerraum, Wohnzimmer, Abstellraum, Allzweckzimmer und Wohnung zu sein. Heraus kommen Leute mit Zetteln, auf denen Bestellungen stehen, oder Köche mit Blechen voller Pizzateig - und manchmal eine der schönen Töchter. Wobei man, wenn man sich den Chef anschaut, ihnen lieber nicht hinterherschauen sollte. hähö
Nicht zu vergessen sind die Boten, also die Fahrer. Die kommen dann andauernd durch die Eingangstür gerannt und bringen die leeren Warmhalteboxen zurück. Sie fahren übrigens gelb-schwarze Smarts.

Und alle reden am laufenden Meter. Es herrscht eine Lautstärke in diesem Laden, das ist einfach gigantisch. Man brüllt sich Satzfetzen durch den ganzen Raum zu, versucht die anderen und das Radio zu übertönen und alle lachen, scherzen, grinsen und johlen. Außer dem Chef natürlich. Der könnte auch einen alternden Paten spielen. Und Paten lachen nicht. Neutral

Die Karte ist übrigens nicht so wichtig. Ich bestelle seit langem nicht mehr nach Karte, denn die meisten Pizzasorten darauf sind ziemlich abgefahrene Mischungen. Ich sage ganz platt was ich draufhaben will, die machen die ja schließlich sofort frisch. Und im Vergleich zu den Salaten auch schnell. Aber wenn man manchmal sieht wie lange die an einem Salat arbeiten, wie an einem Kunstwerk kann das schonmal fünf Minuten dauern. Mit den Augen rollen

Im Endeffekt geht man selber lachend und mit einer leckeren Pizza in der Hand aus dem Laden. Kaum ist man durch die Tür wird es still, kalt und irgendwie einsam. Man fühlt sich, als hätte man einen Hort des Friedens und der Freude hinter sich gelassen und wäre jetzt zurückgeschleudert in die kalte, grausame Welt. Nur die warme Pizzaschachtel in der einen und die Flasche Cola in der anderen Hand sorgen dafür, dass man schnellen Schrittes und mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause eilt. Smilie


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kpm



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BeitragVerfasst am: 20.12.2005, 20:05                                  +/-

Ganz wunderbar beschrieben. Ich fühl so richtig die warme Pizzaschachtel auf der Hand in der Kälte aussenrum. Auch Tylers 15 Minuten - höchst stimmungsvoll, da hat Celebrian schon das exaktlich passende Wort gefunden.

Und weil ich den 15-Sekunden-Thread nicht finde oder mit seine Existenz nur einbilde, jetzt hier rein:


10 x 15 Sekunden, manchmal auch etwas kürzer oder länger - Musik-Momente 2005 (Kategorie: So lang, dass es niemand liest und trotzdem fehlt die Hälfte, nein eigentlich viel mehr als die Hälfte)


10. Im Spätherbst mehr oder weniger zufällig ein Lied hören, das man seit dem Sommer nicht mehr gehört hat, da aber sehr sehr oft, und unter Rückenschauer-Kaskaden merken, dass das Lied das gesamte Spektrum während des Sommers gefühlten Gefühle enthält.

9. So no one told you life was gonna be this way... wer auch nur eine Lieblingsserie hat, kennt vielleicht dieses angenehm-vertraute Gefühl, das sich bei der Titelmelodie jeder einzelnen Folge einstellt. Ich hab wohl noch nie von irgendeiner Serie so viele Folgen in einem Jahr gesehen wie dieses von Friends; ich glaub Staffel 1 bis 10 komplett und zwar teilweise doppelt- und dreifach, englisch und deutsch. Jetzt könnt ich bei Risiko mitmachen zu dem Thema, wenns die Sendung noch gäbe.

8. Die eine Stunde Warten nach dem engsten, heißesten und nassesten Konzert, auf dem ich je war. Als wir uns alle wieder gefunden hatten und an der Garderobe anlangten, stand schon eine unendlich große Menschenmasse davor und der Plan, den wir fassten, war "wir warten bis es sich ein bisschen auflöst". Das war nicht so klug, denn es löste sich überhaupt nicht auf und als wir uns endlich anstellten, waren wir wirklich buchstäblich die aller-allerletzten in dieser Jacken-Abhol-Schlange von Tausenden von Menschen. Einer von uns hatte sogar noch sein Garderobennummerzettelchen verloren und wir wurden angewiesen zu warten, bis alle anderen Kleidungsstücke bis auf seine Jacke abgeholt wurden; das machte dann aber nur noch so 2 Minuten Unterschied. Die euphorische White-Stripes-Nachwirkung, das völlige Fertig-Sein und hoffnungslose Zentimeter-um-Zentimeter-Vorrücken in der Schlange in dem Wissen, dass das Konzert erstens viel später angefangen hatte als geplant, zweitens länger gegangen war als geplant und noch eine 2-stündige Heimfahrt bevorstand und so drei Stunden später eine zweistündige Englisch-Klausur, bewirkten zusammen eine einzigartige gelassene Stimmung. Und 15 Punkte in Englisch!

7. Das Aufwachen nach dem letzten Rock-im-Park-Tag mit tonnenweise Staub in Haaren, Lunge, Augen und grauenhaften Wurzeln im Kreuz weil wir auf den allerletzten freien Quadratmetern mitten im Gebüsch gecampt hatten.

6. Sergej Prokofievs Dance of the Knights aus Romeo und Julia vor dem ersten Tocotronickonzert meines Lebens. Ich sags ja immer wieder, DAS! PERFEKTE! INTRO! Mein Gott! Und kurz darauf die ersten gesungenen Töne Dirk von Lowtzows (sie fingen - natürlich - ausgerechnet mit dem für mich schönsten Lied überhaupt an) mit der Einbildung meinerseits, seine Stimme würde so von Nahem ganz anders und sehr viel schöner anhören als auf Studioalben oder sogar Live-Aufnahmen. Diese Einbildung wiederholte sich aber in identischer Weise bei anderen beiden von mir gesehenen und gehörten Auftritten und wird seitdem von mir als Feststellung und nicht Einbildung bezeichnet.

5. All die sehr sehr sehr sehr vielen Stunden, in denen mein Bruder und ich große Teile der Nacht damit verbracht haben, betrunken Musikfernsehen zu schauen und öfter mal das ganze Haus per Lachen zu wecken. Dadurch ist auch unsere große Sammlung unheimlich guter aufgenommener Musikvideos entstanden, auf die wir stolz sind.

4. Der Morgen des 19. Augusts, als dieser telefonierende Typ an unserem Zelt vorbeiging und dafür sorgte, dass buchstäblich das allererste, was wir an diesem Tag hörten, die Absage von Tocotronic und der Ersatz mit Max Herre war. Manchmal merkt man den überwältigenden Grad der Vorfreude und Liebe erst so richtig am Ausmaß der entsprechenden Enttäuschung.

3. Tocotronic-Konzert im Herbst: In einer kurzen Pause vor der Zugabe, als sich ein Freund von mir zur Entspannung auf den Bühnenrand setzte und der berühmte Jan "Berühmter Rockstar" Müller sich lachend zu ihm hinunterbeugte und bat, etwas zu rücken, weil er dort an irgendwelchen Kabel oder Effektgeräten herumhantieren musste. Das hatte etwas unbeschreiblich Nettes.
Oder auch auf selbigem Konzert das Durchdrehen desselben Freundes, weil er ein paar Akkorde auf Rick McPhails Gitarre spielen durfte, die dieser ins Publikum gegeben hatte, und meines, als ich Jan Müllers Setlist bekam.

2. Ein 10-sekündiger Regenschauer bei Rock im Park. Es stand für alle ausser mich ausser Frage, zu den Chemical Brothers und nicht zu Wir sind Helden zu gehen und ich ging dann einfach mal mit und bereute es weniger als gar nicht. Da ich vorher gar keine ihrer Lieder kannte ausser eben Galvanize und es zwischen den Songs keine Pausen, Ansagen, gar nichts gab, erschien mir das komplette Konzert wie ein einziges zusammenhängendes mehrstündiges Wahnsinns-Stück. Und dazu noch diese WAHNSINNS-Licht-und-Laser-Effekte, von denen man stellenweise glaubte, wirklich bleibende Erblindungsschäden zu erleiden. Blitze und Wände und Decken aus grünem Licht, die sich ins Publikum senkten, unglaublich; und in genau so einem Moment, als alle nach oben schauten, um der riesigen Menge an Licht beim Heruntersinken zuzuschauen, fielen die einzigen paar Tausend Liter Regen auf dem sonst staubtrockenen Festival, was der beeindruckendste Effekt überhaupt in der ganzen Show war.

1. Die paar völlig gedankenleeren, unvergleichlich gehirntoten Sekunden zwischen tonlosem "schau, schau!!!!!!" und schon-an-Dirk-von-Lowtzow-vorbeigegangen-Sein. Hat was von sehr radikaler Weltbildjustierung - nachdem man so sein ganzes Leben in höchstens-5000-Einwohner-"Städten" verbracht hat und die berühmtesten Personen, denen man je begegnet ist, die drittklassigen Schriftsteller waren, die an der Schule gelegentlich mal Lesungen hielten - und einem dann zum ersten Mal ein Rockstar auf menschenleerer Straße begegnet und es ausgerechnet derjenige ist, dessen Worte und Musik einen umgeworfen haben wie kaum etwas sonst. Thees Uhlmann, der die Häufigkeit mit der er von uns zitiert wird vermutlich befremdlich finden würde: "Da werden sonst zu viele Emotionen freigesetzt, wenn jemand den Raum betritt, mit dem man soviel Zeit geteilt hat. Und nichts anderes tut man, wenn man seiner Lieblingsband zuhört". Emotionsexplosionen geradezu.


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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 17.01.2006, 20:32                                  +/-

Nicht von mir, sondern von schygulla, aber es passt so gut in die Literaturstube:

Zitat:
rühmkorf, peter


Im Café Einstein, aber nicht das hässliche unter den Linden, sondern das Original in der Kurfürstenstraße, wo einst „Kohlhiesels Tochter“ Henny Porten (nicht Harry Potter) residierte, jetzt aber also Kaffeehaus-Villa, wo man Kaiserschmarrn und Wiener Schnitzel verspeist, wenn man so viel Geld hat, wie ich nicht habe, der nur einen Einspänner trinkt, schreibt und guckt, zum Beispiel in die Ecke da hinten, da hockt Jan Josef Liefers mit seiner Anna, die immer so pumperlgsund aussieht, und dem Kleinkind, das ganz doll toben darf. Liefers wird ja immer mehr wie Becker, Ben. Pfui. Rutscht ein bisschen zu auffällig rum, da auf seinem Bänkchen, ist nicht ganz bei seiner Anna und seinem Kleinkind, sondern sendet Existenzzeichen nach allen Richtungen und schlendert dann vorbei, so pfauenhaft langsam, dass ich mich sofort erinnere: am Tag zuvor war ein Tatort mit ihm im Fernsehen und er will nun noch ein bisschen Aufmerksamkeit einsammeln. Pfui. Ich ducke mich weg, mir tut Anna leid und das Kleinkind auch. Kindererziehung ist auch nix für unseren Josef, scheint mir, der übrigens – noch eine Ähnlichkeit mit Becker, Gewichtsprobleme hat, die werden, weiß ich von meinem Vater, im Alter schlimmer – klar, es schwankt, aber tendenziell geht’s eben doch immer nach oben... Aber ich will von dem älteren zwei Menschen erzählen, die dann hereinkamen. Der Greis fein angezogen, aber auch lässig. Diese Mischung aus edlen Stoffen und intellektueller Verschlamptheit – find ich ja sexy. Ziemliche Glatzenbildung, aber hübscher Haarkranz, der noch lustiger aussieht, wenn man ihn nicht kämmen würde, Brille, Hut und der Alte guckte ein bisschen so naiv wie der Balg von Anna und Josef . Seine Begleiterin wirkte muttihaft, Tüten hatten beide, und taten sich mit der Platzwahl sehr schwer. Der eine ist nicht schön, der andere schon besetzt, und auf dem dritten sitze ich. Und gucke einfach so, wie ich halt gucke und dann streckt der Greis einfach seine Zunge raus. Und meint – ohne jeden Zweifel – mich. Das Einstein ist kein Ort, wo man Zungen herausstreckt. Ehrlich gesagt: ich konnte gar nicht mehr weiter arbeiten, weil mich das so irritiert hat. Versuchte zwanghaft nicht mehr hinzugucken. Ob er mir noch mal die Zunge raus streckt? Da ich stundenlang im Einstein verweile, wenn ich schon mal dort bin, erlebte ich den Abgang des Paares. Ich sprach ihn an „Warum haben sie mir die Zunge rausgestreckt?“. Der Mann guckte verblüffend gütig, seine Begleiterin ergriff für ihn das Wort: „Er musste seine Aggressionen loswerden, und da haben sie’s abgekriegt!“ Hm, dachte ich mir, während sie sich über meine Blätter beugte und fragte: „Schreiben Sie an einem Buch?“. Sie sagte: „Davon kann man aber nicht leben!“ und fügte schnell hinzu: „Aber, das wissen sie ja!“. Das Paar ging ab.
Kaum waren sie draußen, fiel der Groschen. Der Zungenblecker - war das nicht der Dichter Peter Rühmkorf? Daheim googelte ich nach Bildern und voilà: er war es. Kann der denn von seinen Büchern leben?, fragte ich mich. Ich meine, er war gut angezogen. Nachts als ich nicht schlafen konnte, zog ich meinen einzigen Rühmkorf vom Bücherregal und las darin: „Der Hüter des Misthaufens“.


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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 24.09.2007, 20:49                                  

Hier. Waren eventuell 15 Minuten. Allerdings kann ich nicht so schön erzählen.

Wir waren auf der IAA und zu dem Zeitpunkt, als wir alle keine Lust mehr hatten, noch länger dort zu bleiben, wegen der Überfüllung, kam ein Englein geflogen und ermöglichte uns eine Fahrt auf dem Offroadparcours im Freigelände der Messe. Sehr cool. Sehr.
Früher wollte ich mal Offroadrallyefahrer werden, seit Samstag will ich Offroadfahrer werden. Rallyes sind wenig entspannend. Egal, zurück zum Text.
Wir stellten uns also bei Isuzu an, warteten geduldig und konnten dabei den Parcours von außen begutachten. Eine … Wippe? Uiuiui.
Sowas? Da erschienen die Bodenhubbel harmlos. (Ein Ford würde es dort hinauf schaffen, aber runter nicht mehr.)


Blick von der Warteschlange aus

Irgendwann wurden vier Menschen zum blauen D-Max gebeten - das waren wir! Juhu! Da ich die Strecke fotografisch festhalten swollte, blieb mir der Beifahrerplatz. Außerdem passen drei Frauen nicht bequem nebeneinander auf die Rückbank. Der Fahrer des roten machte zwar optisch vielleicht mehr her, aber unserer war total lässig und am Samstag sogar schon fünfmal am Bahnhof gewesen.

Los ging's!
Zuerst über kleinere Unebenheiten im Boden

---
bis hier hatte ich den Text kopiert - der Rest ist im Orkus verschwunden. Deshalb die Kurzfassung.
---


auf die erste Steigung zu. Das sah von unten so aus:
Hallo??? Das war der kleinste Hügel!?!


Hops, da war der rote plötzlich weg.

Im Anschluss waren Äste auf dem Boden befestigt. Sah harmlos aus, ruckelte aber ganz schön.


Um die Kurve, auf den mittelhohen Hügel, die Treppe dort runter (Ihr erinnert Euch - Ford und so?), durch den normalautofreundlichen Tunnel auf das höchste Hindernis zu.
Taraaa, 12 Meter Höhe treffen auf 80% Steigung oder andersrum. Egal - hoch mussten wir so oder so.



Und auch wieder runter - mit Blick auf die letzte Aktion …

… schief fahren:



Danach war leider alles schon zu Ende.


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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 25.09.2007, 12:27                                  +/-

RV
Im Anschluss waren Äste auf dem Boden befestigt. Sah harmlos aus, ruckelte aber ganz schön.

Liebe Geländewagenhersteller,
warum bringt ihr in euren Autos in Kopfhöhe Haken zum Aufhängen von Kleidungsstücken an? hmmmm
Ich hab' jetzt 'ne Beule.



Trotzdem empfand ich den Parcours als viel zu kurz. Da schließ ich mich RV an. Yes

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Craggan



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BeitragVerfasst am: 25.09.2007, 12:33                                  +/-

Triskel

Liebe Geländewagenhersteller,
warum bringt ihr in euren Autos in Kopfhöhe Haken zum Aufhängen von Kleidungsstücken an? hmmmm
Ich hab' jetzt 'ne Beule.


Weil sie, wenn man sie in Fußhöhe anbringt, nix nützen hähö


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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 25.09.2007, 12:48                                  +/-

Welch gewitzte und geistreiche Antwort.

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Craggan



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BeitragVerfasst am: 25.09.2007, 16:58                                  +/-



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Wichtel



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BeitragVerfasst am: 24.02.2008, 10:50                                  +/-

Flugblätter im Briefkasten

15 Minuten habe ich versucht, diesen Text nicht nur zu lesen, sondern auch zu verstehen. Aber er macht mir das Hirn wirr.
Ohne Geburtenkontrolle sinkt der Lebensstandard immer weiter und weiter. Aber mit Geburtenkontrolle würden die Löhne steigen.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 24.02.2008, 14:06                                  +/-

Bund gegen Anpassung ehemals Marxistisch-Reichistische Initiative (MRI), später
Bunte Liste Freiburg, vereinigt mit »Rotes Forum«


Lustiger Werdegang. Wenn man danach googelt findet man die Listung dieser Gruppierung als Politsekte und auch einen lustigen Telepolis Artikel. Zitat:

Telepolis
Bestürzung löste sie zum ersten Mal aus, als sie Mitte der Achtziger, nach dem Aufkommen von AIDS, Maßnahmen forderte: Tätowierung der Infizierten im Schambereich sowie lückenlose HIV-Überwachung der deutschen Bevölkerung und an den deutschen Grenzen seien die Mittel der Wahl.

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 24.02.2008, 14:14                                  +/-

Spinner hmmmm


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I dont know, what you are talking about.
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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 13.09.2008, 12:10                                  +/-

"Haben Sie zehn Euro für mich?"
"Ja", knurre ich und füge "Leider" hinzu, während ich nach meinem Geldbeutel greife.
"Tja, die Deutschen wählten eine sozialistische Regierung, jetzt müssen sie mit sozialistischen Gesetzen leben" sagt der Arzt höchst vergnügt. Wahrscheinlich hat er den Spruch schon hunderte Mal abgelassen, aber erfreut sich immer noch daran wie beim ersten Mal.
"Bitte den Kopf gerade halten…"
Ein Schmerz bohrt sich mir ins Hirn oder zumindest ein paar Zentimeter davor entfernt. Dann fühle ich das Ziehen, einen Ruck und… "Heilige Scheiße!"

Wow. Ich hätte das Ding nicht für so groß gehalten. "Das ist der Stein" meint der Arzt wendet und dreht ihn, damit ich ihn bestaunen kann.
"Kann man da irgendwas machen? Um das zu vermeiden?"
"Nein, da kann man nichts machen." Und setzt hastig hinzu: "Und sollten sie auch gar nicht! Wissen Sie, das Ohr ist ein selbstreinigendes System. Durch Wattestäbchen verstopft es nur."

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 13.09.2008, 16:42                                  +/-

Du hattest einen Stein im Ohr? ugly


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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 13.09.2008, 16:43                                  +/-

Du hattest einen Stein im Ohr?!

Gepostet am 13.09.2008, 17:44:



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I have come here to chew bubble-gum and kick ass. And I'm all out of bubble-gum.
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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 13.09.2008, 17:17                                  +/-

Der nannte das so.

Ich selbst hätte es mehr als OhrenschmalzgekrösewelchesaussiehtalshätteeseineKatzegefressenundwiederausgekotzt-Dingens beschrieben.

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MetkrugSturmtief



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BeitragVerfasst am: 13.09.2008, 18:02                                  +/-

Hat sich dein Hörvermögen jetzt verbessert?


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 13.09.2008, 18:29                                  +/-

Nö, wie immer. Gestern hatte ich plötzlich Schmerzen und es war wie dumpf in Watte gepackt, das ging über nacht nicht vorbei, deshalb war ich heute in der Bereitschaftspraxis. Aber nichts von dem übersupermenschlichen Stecknadel-fällt-runter-Gehör von dem man immer hört.

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Gerstenbob



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BeitragVerfasst am: 13.09.2008, 18:39                                  +/-

Was? Kannst du bitte lauter schreiben, ich versteh nix.

Und stell mal ein Makro-Foto von deinem Ohrenschmalzpfropfen rein, falls du ihn noch hast.

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Craggan



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BeitragVerfasst am: 14.09.2008, 13:13                                  +/-

Thanil: Tyler bitte umbenennen in Steinohrhase!



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Waldelb



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BeitragVerfasst am: 10.11.2010, 17:31                                  +/-

Ich muss mal ein Repost aus dem selben Threads machen, weil ich das eben gelesen habe und mich so wunderbar darüber amüsiert habe. Hätte ich eine heiße Schokolade vor mir gehabt, wie ich sie einmal im Café Einstein getrunken habe, hätte ich sicher hineingeprustet und dabei die Sahne überlaufen lassen.

Kaylee
Nicht von mir, sondern von schygulla, aber es passt so gut in die Literaturstube:

Zitat:
rühmkorf, peter


Im Café Einstein, aber nicht das hässliche unter den Linden, sondern das Original in der Kurfürstenstraße, wo einst „Kohlhiesels Tochter“ Henny Porten (nicht Harry Potter) residierte, jetzt aber also Kaffeehaus-Villa, wo man Kaiserschmarrn und Wiener Schnitzel verspeist, wenn man so viel Geld hat, wie ich nicht habe, der nur einen Einspänner trinkt, schreibt und guckt, zum Beispiel in die Ecke da hinten, da hockt Jan Josef Liefers mit seiner Anna, die immer so pumperlgsund aussieht, und dem Kleinkind, das ganz doll toben darf. Liefers wird ja immer mehr wie Becker, Ben. Pfui. Rutscht ein bisschen zu auffällig rum, da auf seinem Bänkchen, ist nicht ganz bei seiner Anna und seinem Kleinkind, sondern sendet Existenzzeichen nach allen Richtungen und schlendert dann vorbei, so pfauenhaft langsam, dass ich mich sofort erinnere: am Tag zuvor war ein Tatort mit ihm im Fernsehen und er will nun noch ein bisschen Aufmerksamkeit einsammeln. Pfui. Ich ducke mich weg, mir tut Anna leid und das Kleinkind auch. Kindererziehung ist auch nix für unseren Josef, scheint mir, der übrigens – noch eine Ähnlichkeit mit Becker, Gewichtsprobleme hat, die werden, weiß ich von meinem Vater, im Alter schlimmer – klar, es schwankt, aber tendenziell geht’s eben doch immer nach oben... Aber ich will von dem älteren zwei Menschen erzählen, die dann hereinkamen. Der Greis fein angezogen, aber auch lässig. Diese Mischung aus edlen Stoffen und intellektueller Verschlamptheit – find ich ja sexy. Ziemliche Glatzenbildung, aber hübscher Haarkranz, der noch lustiger aussieht, wenn man ihn nicht kämmen würde, Brille, Hut und der Alte guckte ein bisschen so naiv wie der Balg von Anna und Josef . Seine Begleiterin wirkte muttihaft, Tüten hatten beide, und taten sich mit der Platzwahl sehr schwer. Der eine ist nicht schön, der andere schon besetzt, und auf dem dritten sitze ich. Und gucke einfach so, wie ich halt gucke und dann streckt der Greis einfach seine Zunge raus. Und meint – ohne jeden Zweifel – mich. Das Einstein ist kein Ort, wo man Zungen herausstreckt. Ehrlich gesagt: ich konnte gar nicht mehr weiter arbeiten, weil mich das so irritiert hat. Versuchte zwanghaft nicht mehr hinzugucken. Ob er mir noch mal die Zunge raus streckt? Da ich stundenlang im Einstein verweile, wenn ich schon mal dort bin, erlebte ich den Abgang des Paares. Ich sprach ihn an „Warum haben sie mir die Zunge rausgestreckt?“. Der Mann guckte verblüffend gütig, seine Begleiterin ergriff für ihn das Wort: „Er musste seine Aggressionen loswerden, und da haben sie’s abgekriegt!“ Hm, dachte ich mir, während sie sich über meine Blätter beugte und fragte: „Schreiben Sie an einem Buch?“. Sie sagte: „Davon kann man aber nicht leben!“ und fügte schnell hinzu: „Aber, das wissen sie ja!“. Das Paar ging ab.
Kaum waren sie draußen, fiel der Groschen. Der Zungenblecker - war das nicht der Dichter Peter Rühmkorf? Daheim googelte ich nach Bildern und voilà: er war es. Kann der denn von seinen Büchern leben?, fragte ich mich. Ich meine, er war gut angezogen. Nachts als ich nicht schlafen konnte, zog ich meinen einzigen Rühmkorf vom Bücherregal und las darin: „Der Hüter des Misthaufens“.


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