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Indianer verstaatlichen Erdöl- und Erdgasproduktion
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Olmops



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BeitragVerfasst am: 02.01.2015, 20:11                                  +/-

Naja, im Moment profitieren wir von den niedrigeren Ölpreisen ohne unseren Lebensraum demolieren zu müssen. Das ist schonmal nicht schlecht.
Allerdings ka wie das langfristig global aussieht.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 02.01.2015, 20:40                                  +/-

Langfristig sind wir alle tot.


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 02.01.2015, 21:21                                  +/-

Ja, da hast Du auch wieder Recht. Wozu die ganze Klimawandeldebatte?
Was juckt es mich, ob in 200 Jahren die Erde 5 Grad wärmer ist oder 10?
Kinder hab ich auch keine, so what.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 03.01.2015, 00:50                                  +/-

Nur weil die Amis jetzt ihre eigenen Rohstoffe verbrennen heißt das ja nicht, dass sie mehr verbrennen als sonst auch Zunge


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 03.01.2015, 01:24                                  +/-

Oh doch.
Sonst wäre der Ölpreis nicht gefallen. Angebot und Nachfrage... zwinkern


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 03.01.2015, 02:43                                  +/-

Thanil
Die Inflation liegt bei 50 bis 70 Prozent im Jahr, der Zahlungsausfall und damit der Staatsbankrott stehen kurz bevor.


Der Ölpreis ist aber nicht niedriger als zum Beispiel 2006/2007. Und damals waren ca 60 Dollar pro Barrel das historische Allzeithoch. Wieso kommen sie heute damit nicht zurecht? Selbst beim hohen Ölpreis von 2012, praktisch Idealzustände bei denen es Russland richtig gut ging, hatte Venezuela immer noch eine Inflation von 20%.

Der FAZ Artikel spricht dann an, dass der sozialistische Präsident sehenden Blicks in den Staatsbankrott trotzdem verspricht die Sozialprogramme weiter auszubauen. Es gab ja auch schon gegen Chavez heftige Massenproteste. Jetzt sieht man, dass er mit seinen Verstaatlichungen dem Land geschadet hat. Und wenn der Ölpreis auf Rekordniveau war und die Einnahmen sprudelten hat man im gleichen Tempo die Ausgaben erhöht.

Gepostet am 03.01.2015, 01:54:

@Ölpreis
Wenn die USA mehr verbrennen würden, würde der Ölpreis ja eben nicht fallen. In den letzten Jahren haben sich plötzlich unkonventionelle Lagerstätten zu lohnen begonnen (Ölsand). Saudi Arabien will aber im Gegenzug nicht seine Produktion drosseln.
Der derzeitige Preiskrieg wird aber auch nicht von Dauer sein, weil irgendwann dreht sich halt alles im Kreis, und die zusätzlichen Produktionskapazitäten (ausgelegt für hohe Preise) gehen Pleite, und mit knapperen Angebot wird dann alles wieder teurer. Schweinezyklus.

Gepostet am 03.01.2015, 02:00:

Ich habe jetzt die erste Threadseite nachgelesen. Das war 2006. Und muss jetzt eingestehen, dass ich damals unrecht hatte (ich hatte sogar argumentiert der Rekordölpreis von $60 müsse verstaatlicht werden) und der Prä-Kommunismus Morgi hatte recht. Gerade mit dem letzten Satz und der Investorenflucht.

Irgendwie gibt es in der südamerikanischen Politik keinen gesunden Mittelweg. Entweder herrschen rechtsrandige, semifaschistische Militärdiktatoren, oder linksrandige, semikommunistische Populisten. Geschockt
Morales an sich ist schon mal ein sehr unangenehmer Mensch, so rein instinktiv. Das andauernde Auftreten in Militärstiefeln und mit gezückter Waffe, die wüsten Drohungen, der wilde Antiamerikanismus, die Neigung zum Kommunismus und die Sympathie für Steinzeitdespoten wie Fidel Castro - alles ziemlich eklig.
Bolivien wird auch ziemlich bald merken, wie sehr sich ein Staat durch Enteignungen ins eigene Fleisch schneidet - spätestens dann, wenn in den nächsten Wochen und Monaten die Investorenflucht das Land finanziell ausbluten lassen wird. Welcher klar denkende Geschäftsmann hat noch Interesse, sich in einem Land zu engagieren, in dem es jeden Tag geschehen kann, dass bewaffnete Soldaten sein Unternehmen besetzen und ihm mitteilen, dass es in Staatsbesitz übergegangen sei?


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 03.01.2015, 03:00                                  +/-

Tyler Durden

@Ölpreis
Wenn die USA mehr verbrennen würden, würde der Ölpreis ja eben nicht fallen. In den letzten Jahren haben sich plötzlich unkonventionelle Lagerstätten zu lohnen begonnen (Ölsand). Saudi Arabien will aber im Gegenzug nicht seine Produktion drosseln.
Der derzeitige Preiskrieg wird aber auch nicht von Dauer sein, weil irgendwann dreht sich halt alles im Kreis, und die zusätzlichen Produktionskapazitäten (ausgelegt für hohe Preise) gehen Pleite, und mit knapperen Angebot wird dann alles wieder teurer. Schweinezyklus.


Hö?
Natürlich ist die Nachfrage nicht beliebig elastisch.
Aber trotzdem wird der Verbrauch ausgeweitet bis sich der Preis auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert. Wenn DU Recht hättest könnte man ja auch zu einem niedrigeren Preis nicht alles Öl absetzen und der Preis würde quasi auf Null fallen.
Tut er aber nicht, weil immer jemand vorher sagen wird: wh00t? So billig ist der Shit jetzt? Dann nehm ich das und... äh... heize mein Aquarium mit Öl.


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 03.01.2015, 03:24                                  +/-

Ich wiederhole: Nur weil die Amis jetzt eigene Reserven ausbuddeln, heißt das nicht, dass sie mehr verbrauchen als bisher. Es gibt da keine direkte Verbindung.

Die einzige Statistik, die ich auf die Schnelle finden konnte, ist diese:



http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1...ltweit-seit-1980/


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 03.01.2015, 03:42                                  +/-

Ich vermute der Anstieg wird vor allem von Asien und den Schwellenländern getrieben.

Aber wir reden gerade etwas aneinander vorbei.

Thanil will vor allem darauf hinaus, dass die USA nicht schuld sind an irgendwelchen Miseren. Sie verbrauchen mehr Öl als sie produzieren und da ist es legitim die Produktion anzukurbeln anstatt Importabflüsse ins Ausland zu haben.

Olmops sagt, dass ein geringerer Preis die Nachfrage steigern wird und die Klimaerwärmung etc und das stimmt ja auch.

Ich will jetzt die Kurzfristsituation verstehen. In der Zeit stand kürzlich ein Artikel, dass im Frühjahr sogar die Lagerkapazitäten knapp werden könnten, so krass ist die Überproduktion. Die USA haben einen wöchentlichen Storage Report und der zeigt dasselbe an.

Gepostet am 03.01.2015, 02:52:

Neues Wort gelernt: Contango

"Why speculators are stashing vast quantities of crude oil on tanker ships"

http://www.vox.com/2014/12/25/7443569/contango-oil-storage


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 24.09.2015, 03:48                                  +/-

Ich wusste nicht, dass es in Venezuela schlimmer als in der DDR zugeht: Überrascht

I don't know about the rest of the country but in my state the long lines are out of control. The government implemented a system in which you are given only one day of the week to be able to buy and this is decided according to your ID number. If your ID's last number is 1-2 you can only buy on Mondays, if it's 3 you only buy on Tuesdays and on and on. That doesn't make the lines any smaller but I guess it would be even worse otherwise. Until recently people used to wake up really early in the morning, usually 4 am, to go to the store and be first in line, waiting several hours until the stores are open or it's their turn to buy. My family tells me they've been waiting in lines as long as 8 hours to get a bag of milk, 2 bottles of cooking oil and flour (to make arepas). Recently they banned people from making lines before stores where opened and started issuing buses with military officers taking anyone who's outside a store before it's open and detaining them for 24 hours. I've heard they make then clean the military's establishment but I have no way of backing this up. They call the buses "Dracula's Bus". This hasn't stopped people from trying to get to the stores early in the morning so what they are doing now is hiding in the bushes so the military can't spot them until they are able to buy.


https://www.reddit.com/r/bestof/comments/3m2xbp/...it_captures_just/

Venezuelan here, can confirm. My ID ends with 9, it's my turn to buy toilet paper (if there's any and if the queue isn't kilometric) tomorrow.


I live in Carabobo, Venezuela, can confirm, i have to get up at 3 am on saturdays to wait in line, i can't go any other day because i have college, my friends are in the same spot. Waiting lines are not only "annoying" but they are dangerous, people get really freaking stressed after 8 hours waiting, there's yelling and fighting in almost every packed place with food, and when things are running out, shit gets serious.


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 24.09.2015, 07:06                                  +/-

Tyler Durden
Ich wusste nicht, dass es in Venezuela schlimmer als in der DDR zugeht: Überrascht

DRadio-Hörer wissen mehr:

Sozialismus im Selbsttest: Einkaufstour in Caracas (20. März 2015, 2'54)



So lassen sich natürlich keine Wahlen gewinnen – ergo soll die Mediengleichschaltung helfen:

Fernsehsender Telesur: Propagandamaschine der venezolanischen Regierung (17. Juni 2015, 4'33)

Auch empfehlenswert das Feature "Venezuela: Auf dem Weg zur Diktatur?" (14. April 2015, 43'45), ab 10'12:

[...]
In 16 Jahren der Bolivarischen Revolution ist die Ölförderung um ein Drittel gesunken. Seit 2014 muß sogar Benzin aus dem Ausland importiert werden, um wenigstens den Mindestbedarf zu sichern. Und das Fernsehen berichtet darüber:


(Reporterin) Wer heute über Versorgungsmängel spricht, denkt meist an Produkte und Lebensmittel. Niemand hätte sich jemals vorstellen können, daß in einem Ölland wie Venezuela Benzinmangel herrschen würde. Aber das ist die Situation in verschiedenen Gegenden des Landes und zwar seit Monaten. Im Bundesland Carabobo brach z.B. zeitweise der gesamte Verkehr zusammen, weil die Benzinversorgung nicht funktionierte. Es kam zu endlosen Schlangen und geschlossenen Tankstellen. Oft mußten die Leute ihre Wagen wegen Spritmangels aus dem Verkehr schieben. Luis Salcedo bräuchte nur ein paar Liter, um weiterzufahren und woanders seine Benzin-Suche fortzusetzen
(Luis Salcedo, Autofahrer) Ich habe mich bereits zweimal in die Schlange vor Tankstellen eingereiht, doch jedes Mal ging der Sprit aus, bevor ich dran war. Ich liege fest, denn ich habe kaum noch einen Tropfen im Tank. Das ist wirklich das Letzte: ein Land, das Öl produziert -, und wir kriegen keins.


Fast überall in Lateinamerika kommt es zu Engpässen in der Energieversorgung. Doch in keinem anderen Land herrscht ein derartiger Mangel an Benzin, an Strom, an Gas, an Wasser - und vor allem auch an Lebensmitteln wie in Venezuela.
In der zweistöckigen Halle eines Mercado Popular, einem an sich preisgünstigen, privaten Supermarkt in Petare, einem der sozial schwächeren Bezirke der Hauptstadt. Es ist 1 Uhr mittags. Die Hälfte der Stände ist geschlossen. Eigentlich müsste es hier alles geben, vor allem Gemüse, Obst, Fleisch, Brot, Milchprodukte. In manchen Auslagen liegen zwar Kartoffeln, Orangen, Tomaten und Paprika haufenweise. Doch viele sehen überreif aus, werden wohl bald entsorgt werden müssen.
[...]


Fazit: Den Sozialismus in seinem Lauf hält systembedingte Doofheit auf, und die Antwort auf die Scherzfrage, was nach 5 Jahren Sozialismus in einem Saharastaat passiere (der Sand wird knapp), ist so wahr wie nur was Yes.


════════════════════════════════════════════════════════════════════════════════

edit –

Ach ja, ganz vergessen, daß es aus dieser lupenreinen Demokratie auch eine verhältnismäßig frische (13 Tage junge) Meldung gibt:

Die natürlich totaal unabhängig agierende Justiz hat den Oppositionsführer López zu fast 14 Jahren Haft verknackt (der spielt auch in dem DLF-Feature ab 33'11 eine Rolle).

Oder was meinst Du Mond, ist das alles nur Propaganda der Gringos aus Washington? Smilie Irgendwie haben doch immer beide Seiten "recht", oder? Smilie


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Wolter



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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 00:42                                  +/-

Am Nikolaustag – nach unserer MEZ schließen die Wahllokale wegen der Zeitzonendifferenz erst lange nach Mitternacht – wird auch in Venezuela gewählt, diesem ölgesegneten Land mit seinem großartigen chavistisch-lupenreindemokratischen Sozialismus. Smilie

Die Deutschlandradiokorrespondentin für u. a. das nördliche Südamerika Anne-Katrin Mellmann hat letzten Donnerstag über die Stimmung im Land zunächst in einem Interview und dann in einem vorproduzierten Viertelstundenfeature Auskunft gegeben. Angesichts der geschilderten Tristesse habe ich mich vorübergehend gefragt, was den ZEIT-Redakteur wohl geritten haben mag, als er „Scheitern die Linksregierungen in Lateinamerika an ihren Erfolgen?“ schrieb. Aber wahrscheinlich meint er nicht Wirtschafts- sondern bloß Wahlerfolge. Und das hat auch Frau Mellmann gesagt, daß die wiederholten chavistischen Wahlsiege die politische Kreativität – um z.B. die Abhängigkeit vom derzeit viel zu billigen Öl zu verringern – nicht gerade gefördert hätten.



Heute morgen gab es im DLF noch zwei weitere Tonschnipsel mit Südamerikabezug.

Brasilien: Julio Segador kritisiert den Umgang mit der "ignorierten Katastrophe", von der zugegebenermaßen auch ich bis dato noch nichts mitgekriegt habe:

J. Segador
[...]
Manche sprechen vom brasilianischen Fukushima, andere beschwichtigen, dass die Folgen der Schlammlawine, die sich über weite Landstriche des Bundesstaates Minas Gerais bis ins Meer gewälzt hat, nach der Regenzeit kaum noch spürbar sein werden. Was ist passiert: Anfang November waren nach heftigen Regenfällen zwei Dämme des brasilianischen Bergbauunternehmens Samarco geborsten. Eine gigantische Schlammlawine begrub erst die Ortschaft Bento Rodrigues unter sich, wobei 14 Personen den Tod fanden, dann wälzte sich die Lawine durch mehrere Täler bis zum Fluss Rio Doce. Inzwischen ist die zähe rot-braune Masse fast 700 Kilometer weiter nord-östlich ins Meer geflossen.
Alle Welt fragt sich nun: wie giftig sind die 50 oder gar 60 Millionen Kubikmeter Schlamm, die sich da ihren Weg bahnten durch Dörfer, Täler und Flussläufe? Hätte man das Unglück verhindern können? Welche sind die Folgen für Mensch und Natur? Um es gleich zu sagen: Einen Monat nach der Schlammkatastrophe gibt es darauf noch immer keine befriedigenden Antworten. [...]


Argentinien: Victoria Eglau berichtet über die Kulturpolitik des Landes, die sich unter dem neuen Präsidenten Mauricio Macri nicht komplett ändern soll, weil diesbezüglich "unter den linksperonischen Kirchners nicht alles schlecht" zwinkern war.

Und apropos, der derzeitige Papst kommt ja aus Argentinien. Den hat sich gestern der WELT-Redakteur Alan Posener (wißt Ihr noch? grins) zur Brust genommen und seine Blindheit für die wirtschaftsfeindliche Caudillo-Mentalität der Südamerikaner harsch kritisiert, alldieweil aus Bergoglios Sicht an der flächendeckenden Wirtschaftsmisere Lateinamerikas natürlich der pöhse Gringo und der "Imperialismus" schuld sind:
Papst Franziskus ist ein primitiver Antikapitalist:
[...]
Kein Wort verlor der Papst über die Korruption der lateinamerikanischen Eliten, die allgegenwärtige Kriminalität, die Ungerechtigkeit von Landlosigkeit auf der einen, riesigem Landbesitz auf der anderen Seite. Kein Wort darüber, dass die Kirche jahrhundertelang im Bunde war mit dem Großgrundbesitz und den korrupten Oligarchien.
Kein Wort über den Caudillismo, die fatale Neigung zum populistischen Diktator, von Perón über Castro bis Chávez. Die Wahrheit ist, dass nicht ominöse "Finanzinstitutionen" und "transnationale Konzerne" Lateinamerikas Rückständigkeit zu verantworten haben; die ist hausgemacht.
[...]


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 07.12.2015, 10:02                                  +/-

Franziskus wurde immer dargestellt als einer, der sich in seiner Zeit "zuhause" für die Armen engagiert hat; da erstaunt es tatsächlich, dass er bei so einem Heimbesuch kein einziges kritisches Wort in diese Richtung verlautbaren lässt - jetzt, wo er "die Macht" hat...


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 24.01.2019, 17:42                                  +/-

Ich blicke in Venezuela nicht mehr durch was jetzt die legitime Regierung ist.

Gepostet am 24.01.2019, 16:45:

Die EU (und Trump) erkennen den selbsternannten Guaido an. Mexiko (und Putin) stützen dagegen Maduro.


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Olmops



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BeitragVerfasst am: 24.01.2019, 17:53                                  +/-

Wehr hat mehr Leute und mehr Waffen?


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 24.01.2019, 18:54                                  +/-

Maduro


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Buchfaramir
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BeitragVerfasst am: 24.01.2019, 22:56                                  +/-

Tyler Durden
Die EU (und Trump) erkennen den selbsternannten Guaido an. Mexiko (und Putin) stützen dagegen Maduro.

...ebenso deutsche LINKE-Politiker in guter, alter antiamerikanisch-antiimperialistischer Tradition. hmmmm

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Olmops



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BeitragVerfasst am: 25.01.2019, 01:21                                  +/-

Thanil
Maduro


Na das klingt doch nach Syrien 2.0.


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BeitragVerfasst am: 25.01.2019, 08:52                                  +/-

Ein Stellvertreterkonflikt ist es sicher, so wie Syrien (USA u.a. vs. Russland/Iran) oder Jemen (Saudis vs. Iran). Ich hoffe mal, das das in diesem Fall nicht im Bürgerkrieg endet. Falls das Militär nicht die Seiten wechselt, dürfte Maduro aber eher im Amt bleiben. Kommt wohl auch auf die Stimmung im Volk an, das ja durch die Krise sehr gebeutelt ist.

Gepostet am 25.01.2019, 07:58:




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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 27.01.2019, 01:02                                  +/-

Das Wallstreet Journal hat einen Artikel wie Trump und das Weiße Haus den Coup von Guaido orchestrierten.

https://www.wsj.com/articles/a-call-from-pence-h...zuela-11548430259

Anti-Paywall-Link:

https://outline.com/pmPbaP

The gripping sequence of events presented a rarely seen side of Mr. Trump’s foreign policy, one that was preconceived, tightly coordinated and carried out swiftly and efficiently.

While the developments this week surprised many onlookers, Mr. Trump had long viewed Venezuela as one of his top-three foreign policy priorities, including Iran and North Korea. ... Mr. Trump requested a briefing on Venezuela in his second day in office, often speaking to his team about the suffering of Venezuelan people and the country’s immense potential to become a rich nation through its oil reserves

[…]

Almost instantly, just as Mr. Pence had promised, President Trump issued a statement recognizing Mr. Guaidó as the country’s rightful leader. Soon after came similar pronouncements from Canada, Brazil, Argentina, Colombia, Chile, Peru and others.

But Mr. Maduro, who refused to step aside, nearly as quickly drew statements of support from Turkey, Russia, Mexico and Bolivia, setting into motion a tense international faceoff over the future of Venezuela.


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BeitragVerfasst am: 27.01.2019, 15:40                                  +/-

Wobei der Reichtum und das Wohlergehen des venezolanischen Volkes hier, sagen wir mal, ein Faktor neben anderen sein dürfte, für alle Beteiligten. Das ist ein geopolitisches Tauziehen aufgrund der großen Ölreserven mit den USA, China und Russland als den Hauptakteuren. Für die Russen ist das Land außerdem ein potentieller Brückenkopf in Amerika.


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 28.01.2019, 11:05                                  +/-

Ich war überrascht über die positive Darstellung von Trump in dem Artikel. Und in Reddit Diskussionen dazu ging es nur darum, wieviel Credit steht Trump zu. Niemals darum, ob es gerechtfertigt ist, dass die USA überhaupt so offensichtlich Einfluss auf ein anderes Land nehmen und die Regierung auswechseln. (Stichwort russische Einflussnahme im US-Wahlkampf.)

Übrigens: Das Russland und das Weiße Haus hier auf unterschiedlichen Seiten stehen spricht für mich dagegen, dass Trump ein russisches Asset ist wie Thanil sagt.


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