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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 13:32                                  +/-

Germane versucht Pensionistin zu vergewaltigen!

Ein Germane, ca. 25-35 Jahre alt, ca. 170-180 cm groß, schlank, eher dunkles Haar, braune Augen und keine besonderen Merkmale.

hähö

Tja, inhaltlich und formal korrekt ist es vielleicht, was der Mann da fabriziert. Aber es genügt ja wohl, dass der Begriff aufgrund seiner Vorgeschichte als diskriminierend empfunden wird. In Verbindung mit der Überschrift gibt's erst recht keinen Grund, ihn so zu verwenden.

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Arwen gegen den Vulkan



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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 14:43                                  +/-

Der Schreiberling hört sich an wie ein angepisster Sechzehnjähriger, der versucht, auf dem Niveau eines erwachsenen Pseudointellektuellen zu schreiben, und selbst daran noch scheitert. hähö

Wolter
Ich stimme dem Redakteur zu. Und das sage ich nicht (nur) um des Oxford-Provozierens Willen.

Wolter

Dein Avatar sieht übrigens aus wie Adolf Hitler. hähö

Thanil
Bezüglich des österreichischen Journalisten:

I want to kill him. I want his intestines on a stick. I want to kill his dog.


Im ersten Moment dachte ich: "Huch! Ich habe in diesem Thread doch noch gar nichts geschrieben." Smilie

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Wolter



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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 16:21                                  +/-

Thanil
Tut mir leid, Wolter, dass du dir das unterirdische Niveau dieses billigen Provinzredakteurs (der von seiner Rhetorik her sicher ein Aktivist irgendeiner fremdenfeindlichen Partei ist) zu eigen machst und dich damit selbst erniedrigst. Ich denke, das hast du eigentlich nicht nötig.

Fakt ist meiner Meinung nach, dass der Begriff "Neger" auf schändliche Art und Weise historisch vorbelastet ist und ganz klar im Kontext des europäischen Kolonialismus und Sklavenhaltertums steht. Wer heute noch in nicht-ironischer Form von "Negern" spricht und dies nicht einsehen will, der ist bei mir persönlich ganz weit unten durch. Es ist eine Provokation und eine schwere Beleidigung gegenüber vielen Mitmenschen, sich eines solchen Herrenmenschenvokabulars zu befleißigen.

Das ist mein persönliches Sprachempfinden. Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen der Bezeichnung "Neger" und "Nigger", weil letzterer Begriff linguistisch gesehen nur eine Abwandlung / "Schleifung" des ersten Wortes darstellt.

Ich denke auch, dass ein solcher Artikel in Deutschland abseits von NPD-Schmierblättern undenkbar wäre.

a) Über das Niveau dieses Redakteurs erlaube ich mir allein auf Basis dieses Leserbriefbeantwortung kein Urteil; Oxford hat offenbar wohlweislich vermieden, den Leserbrief selbst mit zu kopieren - ich gehe davon aus, daß dessen Tonfall ziemlich pampig (man könnte sagen, "provinziell"-) ist. Wie schön, daß "Erniedrigung" für mich keine Kategorie ist, die ich (im Ggs. offenbar zu Dir, Thanil) automatisch einer Meinungsäußerung, die Deiner eigenen diametral gegenübersteht, sozusagen "einschreibe". Ich überlese dies also gnädig und Mit den Augen rollen auch sonstige persönliche Invektiven...
b) Thanil, Dein persönliches Sprachempfinden ist Dein persönliches Sprachempfinden ist Dein persönliches Sprachempfinden, frei nach Gertrud Stein, und auch Deiner Meinung nach ist der Begriff "Neger" historisch vorbelastet etc... Schön, daß Du hier Wert auf Deine persönliche Perspektive legst und nicht ein übergeordnetes "sittliches Empfinden" als moralische Keule schwingst (das dann in der Schlußbemerkung über die NPD-Schmierblätter [gibt es mehrere? - ????? mir ist als Titel lediglich "Die Deutsche Stimme", vielleicht auch ohne bestimmten Artikel, bekannt; gerade wurde sie in den Deutschlandradio Kultur-Nachrichten erwähnt] allerdings doch durchklingt...). Meine zusammenfassende Antwort unten ist natürlich auch eine ganz persönliche.


Oxford
Hinzu kommt doch die Borniertheit, bei einem Verbrechen zuallerst auf die Hautfarbe zu verweisen (natürlich nur wenn sie schwarz ist). Man will damit doch wohl keine Ressentiments in der Bevölkerung schüren? Neeeeeiiiin.... rolling on the floor...

Es war ein Mann, der eine Frau vergwaltigen wollte. Derlei kommt sowohl leider bei Weißen, als auch bei Schwarzen vor. Es hätte völlig ausgereicht, bei der Personenbeschreibung zu erwähnen, dass er schwarzer Hautfarbe war. Das wäre seriöse Berichterstattung gewesen.

Der Fall hier war nichts als geifernder Boulevard-Populismus und ich fremdschäme mich für dich und deinen Beitrag hier, Wolter.

Selbstverständlich gibt es auch weiße Vergewaltiger; leider gibt es überhaupt Vergewaltigung. Jetzt sprichst Du hier von "geifernder Boulevard-Populismus" - was natüllich sein kann, ich kenne die "Obersteirischen Nachrichten" nicht - Du, Oxford? Ich kenne - Da Du ja den Leserbrief, von dem eigentlichen "Stein des Anstoßes" zu schweigen, nicht mitkopiert hast, der den Sachverhalt zwar sicher ziemlich subjektiv (gutmenschlich ugly-) darstellt, aber ein bißchen Information über die "journalistische Gesamtlage" ließe sich daraus sicher auch noch herausdestillieren - also nochmals, ich kenne lediglich die Antwort des Redakteurs an die Leserbriefschreiberin, und aufgrund dieser Antwort habe auch ich den Eindruck, daß die Frau Wlasak sich a bisserl sehr stark bessermenschlich geriert hat.


An beide, Thanil und Oxford: natürlich ist der Ausdruck "Neger" als solcher nicht unproblematisch (und zu meinem Gebrauchswortschatz gehört er nicht), und diesen in einem Zeitungsvericht an prominenter Stelle (in der Schlagzeile nämlich) zu verwenden, potenziert diese "Problematik" noch. Insofern kein kontra.
Zum Problem des "Ausdrucks als solchen": ich sehe wie der zitierte Redakteur zwischen den beiden vom lateinischen niger=schwarz abgeleiteten Termini "Nigger" und "Neger" diesen signifikanten Unterschied: ersterer war immer von jenen, die ihn benutzten, in einem pejorativen Sinne, also negativ wertend gemeint, in letzteren wurde das Pejorative erst im Nachhinein im Zeitalter politisch korrekter Gesinnung (also seit der 68er-Spinnerei) hineininterpretiert. Oder möchte jemand behaupten, daß Mark Twain, wenn er in seinem Tom Sawyer von einem Neger spricht, dies abwertend meint (ich weiß für eine "wasserdichte Aussage" nicht genug über ihn - wie z.B. sein Verhältnis zur Sklaverei in den Südstaaten war - aber die mir erinnerlichen Texte stellten die "Neger" immer voll und ganz als Menschen dar)? Auch in vor über 50 Jahren geschriebenen Tagebüchern von Leuten, denen man wirklich keine rassistische Gesinnung unterstellen kann (wenn ich es schaffe, meine ungenaue Erinnerung mit einer konkreten Quelle zu belegen, tue ich das selbstverständlich!), wird "Neger" so verwendet, wie man heute aufgrund der 68er-Konditionierung "Schwarzer" oder "Farbiger" (letzteres wahrscheinlich aufgrund der kruden Rückübersetzung des lateinischen niger=schwarz, also aufgrund der nachträglichen negativen Konnotationsbefrachtung einer eigentlich völlig wertneutralen Farbbezeichnung [man komme mir jetzt nicht mit der physikalischen Haarspalterei, daß schwarz eigentlich keine Farbe ist!])
Zum Problem, einen "problematischen Begriff" journalistisch prominent zu verwenden:
a) hier gerät mE folgende politsch korrekte Gedankenkaskade des ebenso korrräckten Kritikers in Gang: "dem Redakteur ist bekannt, daß das Wort 'Neger' gesellschaftlich verpönt ist, und weil er es trotz diesem Wissen verwendet, nimmt er bewußt in Kauf, daß seine verpönende Umwelt den Sprachgebrauch genauso auffaßt - also will er diese 'pejorative Botschaft' auch tatsächlich so vermitteln."
Entgegnung: sicher kann dies so zutreffen - aber es kann auch sein (im vorliegenden Fall kenne ich aber die Steirer, und speziell diesen Redakteur, zu wenig, um mir da ein abgeschlossenes Urteil zu erlauben), daß es auch unter Journalisten Leute gibt, die sich stur auf ihre eigene wertneutrale Konnotation konzentrieren und sich gewissermaßen missionarisch (oder einfach ignorierend) der Verbreitung ihrer Konnotation widmen bzw. sich auf sie versteifen.
b) Es gibt ein journalistisches Prinzip: Mann beißt Hund ist verkaufsfördernder als Hund beißt Mann. Mir ist klar, daß der Vergleich ein wenig hinkt hähö, aber vielleicht läßt sich das am besten mit Helcaraxes Posting begreiflich machen:


Helcaraxe
Germane versucht Pensionistin zu vergewaltigen!

Ein Germane, ca. 25-35 Jahre alt, ca. 170-180 cm groß, schlank, eher dunkles Haar, braune Augen und keine besonderen Merkmale.

Dort, wo "Germanen" selten sind (hm, sagen wir mal, in der Mongolei Yes-), hat die Veröffentlichung einer solchen Meldung eine größere Chance als dort, wo man "Germanen" auf Schritt und Tritt antrifft wie bei uns oder in Ösiland. Natürlich ist die rassistische Komponente sowohl im Original wie auch in der "Umkehrung" nicht völlig von der Hand weisen, und ich selbst würde als Redakteur so etwas vermeiden (gut finde ich es also nicht unbedingt), aber ich bin gegen die alleinige Reduzierung auf diesen Aspekt.

Also: ich habe lediglich der Antwort auf den Leserbrief in dem Sinne zugestimmt, daß man nicht dauernd überinterpretierend mit Keulen der politischen Korräckcktheit herumfuchteln sollte.

Sollte ich bei Dir, Thanil, nun weiterhin "ganz weit unten durch" sein, nun, schade sach' ich da , und Du, Oxford, brauchst Dich hoffentlich nicht weiter für mich öffentlich "fremdzuschämen" - ????? was ist das überhaupt für 'ne komische Wortschöpfung? Wenn Du weiter auf Fremdschämerei bestehst, dann tu's halt...

Hm, gab es danach noch weitere beantwortenswerte Beiträge im Tröööt? *such* - Nein.


Wolter


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Zuletzt bearbeitet von Wolter am 05.08.2006, 16:53, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 16:30                                  +/-

Wie ich bereits schrieb, habe ich meine Informationen von derstandard.at. Der Leserbrief wurde nur in Auszügen veröffentlicht (Link):

Beschwerde wegen Rassismus

Wlasak wandte sich per Email an die Obersteirischen Nachrichten, um gegen den Gebrauch des rassistischen Ausdruckes "Neger" zu protestieren: "Auch wenn es sich bei dem Vorfall um ein schlimmes Verbrechen handelt, kann man sich als Leser dennoch eine objektive, sachliche und politisch korrekte Beschreibung des Ereignisses erwarten", so die Studentin in ihrer Beschwerde. "Des weiteren frage ich mich, ob Sie österreichische Straftäter auch als bleichgesichtig mit typisch schmalen Lippen bezeichnen?"

Die Obersteirischen Nachrichten waren um eine Reaktion nicht verlegen, und veröffentlichten in ihrer Ausgabe vom 28. Juli ungefragt das Beschwerdemail samt einer rüden Antwort:
und dann kam die Antwort des Redakteurs.

Zusatz vom Standard:

Presseförderung

Beim Dokumentationsarchiv gibt man an, die "Obersteirischen Nachrichten" schon seit längerer Zeit zu beobachten. Vor allem in einer Kolumne namens "Kropfjodler" seien immer wieder antisemitische, sexistische und rassistische Anspielungen aufgetaucht. Besonders pikant daran: Laut Kommunikationsbehörde Austria lukrierte das Wochenblatt im Jahr 2005 9.700 Euro an Presseförderung. Ob die Förderung auch 2006 wieder zuerkannt wird, ist noch nicht entschieden.


Gepostet am 05.08.2006, 17:34:

Zitat:
leider gibt es überhaupt Vergewaltigung. Jetzt sprichst Du hier von "geifernder Boulevard-Populismus" - was natüllich sein kann, ich kenne die "Obersteirischen Nachrichten" nicht - Du, Oxford?


Wieso muss ich die Zeitung kennen, um zu entscheiden, ob ein Artikel boulevardesk geschrieben ist?


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 16:37                                  +/-

Wolter
Zum Problem des "Ausdrucks als solchen": ich sehe wie der zitierte Redakteur zwischen den beiden vom lateinischen niger=schwarz abgeleiteten Termini "Nigger" und "Neger" diesen signifikanten Unterschied: ersterer war immer von jenen, die ihn benutzten, in einem pejorativen Sinne, also negativ wertend gemeint, in letzteren wurde das Pejorative erst im Nachhinein im Zeitalter politisch korrekter Gesinnung (also seit der 68er-Spinnerei) hineininterpretiert.


Das ist so nicht haltbar. "Nigger" ist lediglich eine amerikanische Abschleifung des europäischen Wortes "Neger", und "Neger" wurde sozusagen Jahrunderte lang in Europa absichtlich und unabsichtlich pejorativ / rassistisch verwendet. Vielen Zeitgenossen mag die rassistische Komponente nicht bewusst gewesen sein, aber - wie du so schön im Nebenthread schreibst - es wäre historisch gesehen "unhermeneutisch" ihn heute noch achtlos zu verwenden.

Das Abwertende wurde mitnichten nachträglich hineininterpretiert, es wurde lediglich erst in den letzten Jahrzehnten als solches erkannt und eingestanden.


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 16:39                                  +/-

Zitat:
ich sehe wie der zitierte Redakteur zwischen den beiden vom lateinischen niger=schwarz abgeleiteten Termini "Nigger" und "Neger" diesen signifikanten Unterschied: ersterer war immer von jenen, die ihn benutzten, in einem pejorativen Sinne, also negativ wertend gemeint, in letzteren wurde das Pejorative erst im Nachhinein im Zeitalter politisch korrekter Gesinnung (also seit der 68er-Spinnerei) hineininterpretiert.


Meiner Meinung nach aber durchaus zurecht. Das Wort stammt aus einer Zeit, als Schwarze als minderwertig im Vergleich zu Weißen betrachtet wurden, daher kann man das Wort heute nicht mehr unbelastet gebrauchen, weil es an eben jene Zeit erinnert, die wir überwunden haben sollten.

Im Übrigen verweise ich nach wie vor auf die Nicht-Notwendigkeit des Verweises auf die Hautfarbe eines Menschen, wenn diese mit dem Gegenstand eines Vorfalls/Artikels/Berichts etc. erstmal nichts zu tun hat. Erst bei der (in diesem Fall notwendigen) Personenbeschreibung wird das Aussehen einer Person relevant.


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Adrian
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 17:49                                  +/-

Oxfords letzten Abschnitt unterschreibe ich.

Das Wort "Neger" wurde im 19. Jahrhundert allerdings keineswegs nur abwertend, sondern auch von Personen benutzt, die sich für die Gleichberechtigung der durch es beschriebenen Personengruppe einsetzten.

Die Frage ist, wie Wolter schon schreibt, ob der Redakteur den Begriff tatsächlich wertneutral verwendete bzw. darauf bestand, ihn wertneutral benutzen zu können, oder ob er die Assoziationen, die sein Gebrauch heute üblicherweise weckt, bewusst in Kauf nahm bzw. sogar hervorrufen wollte. Aufgrund des Tons, in dem seine "Antwort" gehalten ist, erlaube ich mir im Gegensatz zu Wolter einfach mal, davon auszugehen, dass das letztere der Fall ist.

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 17:55                                  +/-

AdrianB


Die Frage ist, wie Wolter schon schreibt, ob der Redakteur den Begriff tatsächlich wertneutral verwendete bzw. darauf bestand, ihn wertneutral benutzen zu können, oder ob er die Assoziationen, die sein Gebrauch heute üblicherweise weckt, bewusst in Kauf nahm bzw. sogar hervorrufen wollte. Aufgrund des Tons, in dem seine "Antwort" gehalten ist, erlaube ich mir im Gegensatz zu Wolter einfach mal, davon auszugehen, dass das letztere der Fall ist.


Das Problem ist doch aber, dass man diese Intention nie zweifelsfrei feststellen kann. Der Redakteur behauptet natürlich, den Begriff "wertneutral" Mit den Augen rollen benutzt zu haben. Ich bin allerdings der Ansicht, dass man das heutzutage nicht mehr kann. Jeder weiß, dass der Begriff provoziert, ergo nahm er die Reaktion bewusst in Kauf. Und ja, den Ton seiner Antwort deute ich auch so, als er habe eine derartige Beschwerde schon erwartet und sich sogar "drauf gefreut" zwinkern Das ist aber nur eine Vermutung.


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Morgi



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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 18:01                                  +/-

Wolter, jetzt mach dich doch nich lächerlich. Die linguistische Herkunft des Wortes ist reichlich egal, wenn klar ist, dass 99,9% aller Menschen diesen Begriff als rassistische Beleidigung benutzen bzw. auffassen. Ich kaufe dir nicht ab, dass dir nicht bewusst ist, dass dieses Wort von jedem, aber wirklich jedem Leser als Abwertung wahrgenommen wird.
Ursprünglich ist auch der Begriff "Spastiker" keine Beleidigung, sondern eine medizinische Feststellung. Trotzdem wäre es skandalös und völlig unangebracht, wenn bspw. eine Zeitung eine Person des öffentlichen Lebens als ebensolchen tituliert - weil jedem Menschen klar ist, dass das Wort beleidigen soll oder doch zumindest von nahezu der gesamten Bevölkerung als Beleidigung aufgefasst wird.

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Adrian
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 18:12                                  +/-

Sagen wir mal so: wenn nicht ausdrücklich darauf verwiesen wird, dass der Begriff wertneutral benutzt wird, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich bei dem/der Betreffenden um eine rassistische Schweinebacke handelt. Und selbst dann ist es ziemlich unnötig provokativ, genauso gut hätte ja von "Schwarzen" oder "Farbigen" gesprochen werden können (wobei ersteres natürlich sachlich falsch ist zwinkern ).

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 18:16                                  +/-

Aber wenn ein Redakteur sich genötigt fühlt, EXTRA darauf hinzuweisen, dass er den Begriff nicht als Beleidigung verstanden wissen will, gibt er doch zu erkennen, dass er sich durchaus bewusst ist, dass der Begriff eben normalerweise als schwere Beleidigung verstanden wird. Und das führt mich wieder zum Schluss, dass der betreffende Redakteur doch einfacher einen tatsächlich wertneutralen Begriff benutzt hätte, wenn er wirklich kein Rassist ist.

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 18:19                                  +/-

In seriösen Zeitungen hierzulande ist es wohl so, dass die Überschrift bei einem solchem Verbrechen zunächst mal neutral gehalten wird, während dann u.U. im weiteren Artikel darauf eingegangen wird ("afrikanischer Herkunft blabla.."-). Tut zwar eigentlich genau betrachtet auch nichts zur Sache, aber damit muss man dann wohl leben.


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Adrian
Die Zahnfee


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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 18:21                                  +/-

Es kann ja sein, dass er der Meinung ist, dass dem Begriff sprachgeschichtlich Unrecht getan wurde, weil sich früher auch Antirassisten seiner bedient haben. zwinkern
Aber generell stimmt das schon, ich halte ja auch, wenn er tatsächlich wertneutral gemeint ist, den Gebrauch von "pervers" für mißverständlich bzw. ungünstig. zwinkern

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 18:24                                  +/-

Gehör ich jetzt eigentlich zur Ethik-Mafia dazu? Yes zwinkern


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Thanil
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BeitragVerfasst am: 05.08.2006, 18:30                                  +/-

Auja, ich will auch mal Ethikterrorist sein.


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Schalk



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BeitragVerfasst am: 09.08.2006, 19:04                                  +/-

Da gab es mal ein Gedicht das mir gefällt, leider kann ich es nicht mehr finden. Der Tenor war denn in etwa:

Wenn ein Weißer friert, wird er blau, wenn einem Weißen etwas peinlich ist, wird er rot, ist ihm übel, wird er grün, hat er Angst, wird er blass, stirbt er, wird er violett.
Wenn ein Schwarzer friert, ist er schwarz, wenn einem Schwarzen etwas peinlich ist, ist er schwarz, ist ihm übel, ist er schwarz, hat er Angst, ist er schwarz, stirbt er, ist er schwarz.
Wer ist 'der Farbige'?


Ich mag das Wort "Mohr", da denke ich immer an Pluderhosen, Turban und Schokolade.
Hm, Schokolade...


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Oxford
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BeitragVerfasst am: 22.08.2006, 18:20                                  +/-

Der Wahlkampf wird immer intensiver. Wie erwartet haben sich die beiden rechtsaußen Parteien BZÖ und FPÖ gewaltig in den Haaren. Das Innenministerium (ÖVP-geführt) hat entschlossen, dem BZÖ den dritten Listenplatz auf den Stimmzetteln bei der Nationalratswahl am 1. Oktober zu geben. Dieser Platz steht eigentlich der drittstärksten Kraft bei den letzten Wahlen zu und das war die FPÖ. Deswegen grantelt HC Strache jetzt in den lautesten Tönen! Nicht zu unrecht, wie ich finde. Die ÖVP wollte hier wohl ihrem bisherigen und möglicherweise künftigen Koalitionspartner etwas gutes tun.

Bei der ORF-Generaldirektorenwahl wurde der SPÖ-Kandidat gewählt, mit tatkräftiger Unterstützung der restlichen Parteien, mit Ausnahme der ÖVP. Diese sieht jetzt auch schon eine mögliche Viererkoalition auf Österreich zukommen: die Eritrea-Koalition, nach der Landesflagge, deren Farben Rot (SPÖ), Grün (Grüne), Blau (FPÖ) mit orangenen Punkten (BZÖ) seien Mit den Augen rollen

HC Strache, der neue Haider, hat derweil (kein Fake!) einen Rap-Song aufgenommen rolling on the floor... Bitte anhören, das ist zum schießen. Und der meint das ernst

www.fpoe.at und dann rechts auf "HC Rap".





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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 22.08.2006, 18:27                                  +/-

Ich werd bekloppt...

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Oxford
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BeitragVerfasst am: 22.08.2006, 18:37                                  +/-

Besonders die Strophe wo es um die Ausweisung von Ausländern geht, mit der Polizeisirene im Hintergrund. Echter Ghettostyle ugly

Das ist so unglaublich, dass es einfach nicht zu fassen ist. Und das ist ein der bekanntesten Politiker Österreichs. Eigentlich ist das zum Heulen Echt schlimm


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Schalk



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BeitragVerfasst am: 22.08.2006, 18:53                                  +/-

Ist das nicht der, mit dem du ein Fanphoto gemacht hast? hähö


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BeitragVerfasst am: 22.08.2006, 18:58                                  +/-

Schalk
Ist das nicht der, mit dem du ein Fanphoto gemacht hast? hähö


Sicher NICHT! hmmmm

Nein, das mit dem Foto war der Finanzminister Karl-Heinz Grasser (derzeit parteilos) grins



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BeitragVerfasst am: 22.08.2006, 19:05                                  +/-

Irgendwie ist Österreich schon ein komisches Land Geschockt

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